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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-11 · Heft 2325 (11.8.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2325 (11.8.1925)
Date
1925-08-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Skr. ms 11. August 1925 Gerte 3 Wien, DieMag Wienev MmWMrMung.!L»IIk.kMlSsrzMDeii-rm»:nL!!L!!!?r. Sn u. HoiMmütt» in Witt Preffeempfang tat Kongreßsebiiude. Für gestern nachnrittags ivaren wieder die Vertreter ker Wiener Presse unddie Korrespondenten der auSwär- Ligen Wertungen zu einem Empfang im Konzerthaus ge- 'laden. Der Leiter des Kongretzbureaus »Herr Dr. Gel- Her begrüßte die Erschienenen in dem großen Festsaal, Ln welchem die Sitzungen des Kongresses stattfinden wevdenn Hiebei trat bereits der Apparat des ,phonetischen Protokolls" irr Aktion, den wir bereits eingehend' geschildert haben. Auf dem Rednerpult war ein empfindliches Mikrophon montiert, welches alle Reden aufnahm und in die Schallkammer leitete. Dort wurden sie in Wachsplatten festgehalten und sodann übertragen. Die Journalisten erhielten kurze Zeit später bereits -die Stenogramme der Roden druckfertig überreicht. Der Pressechef des Kongresses Dr. Hugo Herrmann hielt eine Ansprache, in der er auch aus die ' Stellungnahme der Oeffentlichkeit zum Kongreß zu sprechen kam. „Das Interesse der Presse hat sich leider bisher hauptsächlich nach zwei Richtungen betätigt, daß man «den Kongreß zunächst von einem sozusagen wirtschaftlichen Gesichtspunkt behandelte, daß sich Wien und damit auch die Wiener Presse sozusagen als d e n Hotelier betrachtet, der den Kongreß unter dem Gesichtspunkt begrüßt, daß er ihm ermöglicht, seine Zimmer zu vermieten. Der zweite Gesichtspunkt, der sich in den Vordergrund gedrängt hat, ist der, ich möchte sagen, polizeiliche, der der Sicherheit des Kongresses. Auf diese Seite, haben wir noch weniger Einfluß als ans die erste. Ich Möchte nicht des näheren darauf eingehen, daß manche Mißverständnisse dadurch entstanden sind, daß die Presse sich hauptsächlich um diese Seite des Kongresses gekümmert hat, als um die allgemeine -internationale Bedeutung dieser Dagung. Daß dom Kongreß eine solche internationale Bedeutung zukommt, beweist.ja eben die Teilnahme der Presse ans der ganzen Welt. Wir halben bis jetzt Anmeldungen von ungefähr 300 Pressevertretern erhalten, und es find nicht nur Zeitungen aus allen Ländern Europas hier vertreten, sondern auch aus vielen überseeischen Ländern, aus mehreren Landern Südamerikas, Nordamerikas, Südafrikas und einigen asiatischen Ländern. Es ist auch der Vertreter eine Zeitung aus Oftfibirien Mharb i n) angemeldet. Ich will in diesem ZusamMyhang rvWt lbadon sprechen, welche Jrrtümer durch die einseitige Betrachtung des Kongresses entstanden, sind. Ich will nur auf einen Widerspruch himweifeu, der besonders kraß ist. Wenn von der euren Seite in der Presse Mitteilungen erschienen sind, wonach der Kongreß unter englischer Patronanz steht und das eigentliche Ziel, das der Zionismus proklamiert, gar nicht das ist, das er als solches vorgibt, sondern daß er eigentlich dem britischen Imperialismus dient, so ist das genau ebenso falsch, wie wenn von der anderen Seite behauptet wird, daß der Zionismus gegen England gerichtet ist, daß England die Abhaltung des Kongresses in England Verbote n. hat und man sich Wien sozusagen als Zusl u chtsort arrsgosucht hat. Ich glaube nicht, daß jetzt der Augenblick ist, diese Lücken auszufüllen, sondern daß die Vertreter der Wiener Presse beim Kongreß selbst durch das Miterleben dieser Tagung und das Miterleben dieser Beratungen das richtige Bild von der Bedeutung dieser Tagung erhalten «werden."' Hierauf folgte eine Führung durch alle Telle des Konzerthauses. Das Kongreßbnreau ist mit seinem Hauptteil im ,-Berliner Saal" nntevgebracht, doch siud verschiebene Abteilungen auch in allen Stockwerken und freien Räumen eingerichtet, so die Pvesseabteilung, die Redaktion der Kongreßzeitlmg, -das Uebersetzerbureau, die VervielfältigU'NgsaibteiluW, die Pvotokolleitung. Vorgesehen sind ferner besondere Räume für die beim Kongreß arbeitenden Journalisten, «für die Exekutive der Zionistischen Organisation .und für das Kong re ßpräsidium. In einem Teil der Abteilungen ist , die Arbeit bereits in vollem Gange, ein Teil der. Räume wird eben erst eingerichtet -und wartet noch auf den Beginn der Arbeit. Bei dieser Gelegenheit sei gleich erwähnt, daß ein Teil der Bureauräume auch in 'der nebenan liegenden , Musikakademie Untevgebra'cht wurde, insbesondere die Bureaus der verschiedenen Abteilungen der leitenden Körperschaften der Zionistischen Organisation in London und Jerusalem. Die Vorbereitungen der Palästinaans stelle «g sind ebenfalls in vollem Ga nge, Die Direktoren der Gesellschaft Mischar W'taassiah" in Tel-Awiw, die die Ausstellung organisiert, führten die Pressevertreter durch die Ausstellungsräume, wo überall fieberhaft an der Fertigstellung gearbeitet wird. Die hier gezeigte Ausstellung ist die erste ihrer Art; sie veranschaulicht alle Zweige des palästinensischen Lebens und wird von Wien aus eine Rundreise durch alle Länder Europas und Amerikas unternehmen. Die Eröffnung findet am 16. d. statt und es gehört viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, daß in diesen wenigen Tagen aus dem Chaos von Kisten, Paketen, Brettern und Zeltleinwand eine schmucke Ausstellung werden soll. Die Ausstellung wird mehr als 50 besondere Stände in Zeitform enthalten, von denen jeder einen bestimmten Zweig der palästinensischen Landwirtschaft oder Industrie veranschaulicht. An besonders auffallenden Objekten sind zu nennen: ein mächtiger AsphälMock aus dem Toten Meere, daneben ein großer Salizblock von dem sagenberühmten Salzberg, ebenfalls am Toten Meere, den die Ueberlieferung mit der Geschichte Lots in Verbindung bringt, eine Menge von Holzproben. Weintrauben, Orangen und andere Obst- und Gemüsesorten, Karten und Diagramme in großer Zahl, ein gewaltiger Kürbis, der mit feiner zweieinhalb Monate wahrenden Vegetationsperiode die lvachstmnfördernde Kraft der palästinensischen Sonne veranschaulicht. Bilder, kunstgewerbliche Gegenstände, Teppiche, Mickereien, Spitzen, Seifen, Schokolade sind einige der Erzeugnisse palästinensischer Industrie, die hier vertreten ist. Ein ganz lbesonderer Pavillon ist -der allgemeinen Arbeiterorganisation Palästinas gewidmet, die im palästinensischen Wirtschaftsleben eine so große Rolle spielt. Im allgemeinen wird diese Ausstellung dazu beitragen können, wirtschaftliche Beziehungen zwischen Palästina und den übrigen Ländern herzustellen, was nicht nur lokale Bedeutung hat, da ja Palästina seinerseits wieder durch seine geographische Lage prädestiniert ist, den Vermittler zwischen Europa und Asien zu bilden. Eine Bewirtung 'der erschienenen Pressevertreter schloß den- Empfang ab. Die Kongresikarten. Das Zionistische Landeskomitee teilt mit, daß vom '11. 'bis zum 14. d. die Anweisungen «für die schon bereits -bezahlten Kongreßkarten in unserem Bureau, 1, Pez., Käwtnevstraße 26, ausgegeben werden. Keren-Kajeineth-Konferenz. Morgen Mittwoch den 18. d. um 8 Uhr abends beginnt im Probesaal der Musikakademie (3. Stock) die für drei Tage anberaumte Konferenz des Keren Kajemeth. An dieser Konferenz werden neben den Mitgliedern des Direktoriums und den Leitern de's Jerusalemer Hauptbureaus die Vorsitzenden und leitenden Sekretäre der L a n d e s s a m m e l st e l l e n sowie die; in Wien anwesenden Mitglieder -er Landeskommissionen teilnehmen. Außerdem werden eine Reihe von Experten und speziell geladene .Gäste zur Konferenz zugezogen. Die Konferenz ist ausschließlich als eine Arbeitstagung gedacht, bei der in erster Linie praktische Fragen der Organisation und Propaganda des Keren Kaijemeth zur Erörterung gela'ngen. Das Hauptbureau des Keren Kajemeth in Jerusalem hat für die Konferenz und den Kongreß einen Bericht über die Tätigkeit de's Fonds seit dom letzten Kongreß zusammengestellt. Ae Kongrebwahlen in Leutschland. Berlin, 10. August. (I. T. A.) Das Ergebnis der Delegiertenwahlen zum 14. Zionistenkvngreß ist in Deutschland laut den Feststellungen der Hauptwahlbehörde folgendes: Insgesamt wurden in beiden Wahlkreisen 4917 gültige Stimmen gezählt. Im Wahlkreis Berlin wurden für die Liste Rosenblüth (offizielle Liste) 2153, für die Liste Solowaitschik (Konferenzgemeinschaft) 401 Stimmen abgegeben. Im Wahlkreis Leipzig entfielen auf die Liste Rosenblüth 1927, auf die Liste Solowaitschik 436 Stimmen. Darnach wurden s ä m t l i ch e neun Mandate der Liste Rosenblüth zugesprochen. Die auf die offizielle Liste gewählten Delegierten sind: Dr. Felix Rosenblüth (Jerusalem), Dr. Landsberg (Wiesbaden), Schocken jun. (Zwickau), Dr. Martin Rosenblüth (Berlin), Dr. Alfred Klee (Berlin), Richard L i ch t h e i m (Jerusalem), Dr. Robert W e l t s ch (Berlin), Dr. Siegfried Moses (Zwickau), Borris Leibs w i t s ch (Hamburg). Der Delegierte der deutscheu Poale Zion ist Alfred Berger (Berlin). * Zur Kougretzeröffnuna. Beil der KonM'i;ewfs»iu>lg er* scheinen lau-t Weisung des Kongreßbureans alle Delegierten und Gäste mit der offiziellen KongveWmne. Diese ist u'u* beim Keren Kajemeth erhältlich. Der Keren Kajemeth benötigt für den Verkauf dieser Kongvetzblume zirka 100 freiwillige Mitarbsiter (Erwachsene). Gesinnungsgenossen mrd Gesinnungsgenosfrrmen, die sich für diese Arbeit zur Verfügung stellen, mögen sich .schriftlich oder mündlich beim Skven Kajemeth V«tden. IieVorkonserenzendez14.Kongrefses. Die vierte Wettkonferenz der Hitachduth. Die Sitzungen des gestrigen Tages waren dem Bericht des Zentralkomitees und der nachfolgenden Generaldebatte gewidmet. Herr Friedland berichtete ausführlich über die Erfolge der Bewegung irr den verflossenen zwei Jahren; sie sei gelvachsen und zähle gegenwärtig in den verschiedenen Ländern 23.000 M Glieder. Nebst der Konzentration des Interesses auf den E i n w a n d er u n g su n d P r o d u k t i v i e r u n g s p r o z e ß irr Palästina führte die Hitachduth überall int Galuth eine intensive Kampagne für den Keren Kajemeth, für die Arbeiterbank und ähnliche Anfbauinstitute. Der Nationalfondssammelarbeit widmete die Partei oft ihre besten Kräfte, so in Ostgalizien, wo sie in dieser Hinsicht die einzig aktive Gruppe darstellt. Auch anr Drife der Arbeiterbanlkaktien hat die Hitachduth den weitaus überwiegenden Anteil. Unseren Bemühungen ist das jetzt begonnene Erwachen der Hechaluzbewegung in Amerika zu verdanken, das bereits an der Arbeitereinwandevung nach Palästina mitbeteiligt ist. Unter besonders schwierigen Verhältnissen arbeitet die Hitachduth in R u ß l a n d, wo trotz des lastenden Druckes eine breit verzweigte Partei besteht, die auch! eine eigene Zeitschrift herausgibt. An der recht lebhaften, durchwegs hebräisch geführten Debatte beteiligten sich: Blumberg (Berlin), Ester (Palästina), der die Notwendigkeit einer zielbewußten Erziehungsarbeit betonte, welche die Einwanderer der Landwirtschaft zuführen soll, Dr. Rebelsky (Amerika), Lev i a t o s (Ostgalizien), welcher eine erhöhte Propaganda durch Palästinenser im Galuth fordert. ' In der Nachnüttagssitzung nimmt die Debatte ihren Fortgang. Werlinskh betont die politische Gefährlichkeit und die wirtschaftliche Aussichtslosigkeit des Krimkolonisations- Projekts. T a tz a (Polen) bemängelt die Syftemlosig-- keit des Zentralkomitees. Chajuta Bussel (Palästina) erörtert die Wichtigkeit der stärkeren Heranziehung der jüdischen Frauenim Aufbauwerk. C h a n o ch (Polen), Schkolnik, Kaplan, Arlosoroff, S p r i n z a k (Palästina) und andere erörtern die Probleme der nationalen und sozialen Einstellung der Partei sotwü deren Ovganifationsfragen. Nächste Sitzung heute um 10 Uhr vormittags. Wiener: Dagung der Jüdischen Wetthrlfskonferenz. Paris, 8. August. (I. T. A.) Die ordentliche Sitzung des Zeniralrates der Jüdischen Welchilfskonferenz wird anr 13. d. in SB i e n (nicht wie anfangs geplant in Berlin) beginnen. Man erwartet die Teilnahme von etwa 60 Vertretern der Hilfsorganisationen und der Gesellschaften für soziale Fürsorge in Europa. In erster Reihe wird dem Zen-tralrat die Erneuerung der Hilfstätigkeit des Joint Distribution Committee und die aus dieser Tatsache zu erloartenden Konsequenzen beschäftigen, ferner die Organisierung des Verbandes für soziale Hilfe der Juden, die Schaffung eines Zentrums für Hilfe an jüdische Kinder und anderes mehr. Tagesordnung der dritten Konferenz der Wettorganisation zionistischer Frauen. Diese Tagung wird am 21. d. nur 3 Uhr nachmittags im Saal der Kaufmannschaft (Schwärzender^ platz) eröffnet. Nachstehend die Tagesordnung: Erster Tag. 1. Eröffnung der Konferenz. 2. a) Begrüßung der Delegierten, b) Protokoll der letzten Konferenz (Fräulein Margit Mechner, Sekretär!», der W. I. Z. O.). . 3. Korrespondenz. 4. Annahme und Diskussion des Tätigkeitsberichtes: G a l u t h a r b e i t: a) Englisch sprechende Länder (Frau Rebekka Sieff, Manchester; Fräulein Margit Mechner). b) Kontingent. Palästinaarbeit: a) Hostel und landwirtschaftliche Schule (Dr. Chanah Maisel-Schochat, Palästina), b) Säuglingsfürsorge (Fräulein Margery Abrahams, Sekretärin der W. I. Z. O., Jerusalem). Finanzbericht (Dr. Vera Weizmann, Präsidentin der W. I. Z. O., London). 5. Wahl der Subkomitees: Propaganda, Palästinabudget, Statuten der W. I. Z. O., Resolutionen. Zweiter Tag. 6. Zukünftige Arbeitsmethoden. Propaganda: a) Erweiterung der Arbeit (Frau Harum Helene Thon, Jerusalem). b) Ziorristische Arbeit im Galuth (Frau Erna Patak, Präsidentin der Zionistischen Frauenorgauisation Oesterreichs, und je eine Dame aus Berlin uttb Polen), c) Propaganda unter den Nichtzionisten (Dr. M, Scheuer, Teplitz-Schönau; Frau Anitta Müller-Cohen, Wen). Beziehungerr zwischen dorn HauPtburearr und den angegliederten Ländern (Frarr Rebekka Sieff, Manchester; Fvau B. Les-- zinsky, Berlin). Mitgliedsbeiträge (Dr. Vera Weizmann,' London). 7. Aenderurrg der Statuten (Frau Rebekka Goodmann,- London; Frau Nauuy Margrrlies, Atailand; Frau Sophie' Löwenherz, Wien), a) Beziehuugeu zwischen derr Zentralen^

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