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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-09 · Heft 2323 (9.8.1925) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2323 (9.8.1925)
Date
1925-08-09
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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i'S ' Wien, Sonntag («Mreichenden Mengen gugeführt;?lbsatz ziemlich lebhaft. Butter Wat dem Bedarf entsprochen. Tafelbutter 6.80 bis 7.40 Schilling, ^dänische 8.40 Schilling, Tffchbutter 4.80 bis 6.60 Schilling, Koch- WrMer 3.80 bis 4.40 Schilling Pro Kilogramm je nach Qualität. D^Eierpreffe bewegten sich Mischen 14 -und 18 Groschen pro nach Größe. L Sie sparen Gell», wenn Sie Ihre gesteppten Samihiite, ^A'chz- und Velourhüte zu Fabrikspreisen in der DamenhutsabrH! >Orn stein, 6. Bez., Theobaldgasse 13, kaufe ü. Modernisieren ss und:Färben nach neuesten Modellen innerhalb drei Tagen. * Wal-Hornkonzert. Heute iM halb 6 Uhr nachmittags; findet bei der Hermes-Villa im Lainzer Tiergarten ein WaNchornkonzert zugunsten des Kriegsbefchädigtensonds statt. * Basar des Keren Kajemeth anläßlich des 14. Zionisten« s. ßdagveffeS. Die Kongreß aktton der jüdischen Kaufmannschaft ' Wiens geht ihrem Ende entgegen. Montag den 10. d. ist der; l etz t e Tag der Basaraktion. Bis zu diesem Tage kön- : neu jene Firmen, deren Teilnahme noch ausstcht, sich an dem Basar durch Spenden beteiligen. Spendenamnoldungen werden entgegengenommen im Bureau des Keren Kajemeth, 1. Bez., > Kärntnerstraße 28, Telephon 77-4-85, 77-4-86.! E Paläst!nareffen mit den Dampferm der französffchen Linien ab Marseille und Constanza. Auskiinfte und Btlleten i Compagnie Generale Transatlantiqne, Wien, 4. Bez., Wiedner ' Gürtel 24. * Dr. Alexander Holländer gestorben. Der bekannte Psychiater und Nervenarzt Dozent Dr. Alexander Holländer ist gestern, 74 Jahre alt, gestorben. Er zählte vor Jahren zu den gesuchtesten Neurologen Wiens. E Im altbekannten Tapezierermöbelhaus M. Weitz, 2. Bez., Darwingaffe 39 (Ecke Nordbahnstraße), kaufen Sie erstklassige Ottomanen, Eisen-, Messing- Patentmöbel usw. in erstklassiger Ausführung zu außerordentlich billigen Preisen. * Wiederaufnahme des Flngpostverkehrs nach Polen. Der vorübergehend eingestellt gewesene Flugpostverkehr zwischen Wien—Krcckau—Warschau—LeMberg ist wieder a u s g e- ’ n om men worden. E Die Firma Schuhhaus Dorn, 2. Bez., Tasborstraße 8a, t gibt bekannt, daß die Restpaare an Schuhen, die durchwegs erstklassige Qualitäten sind, solange der Vorrat reicht, sehr billig abgegeben werden. * Unveränderte Kanalräumuugsgebühren. Für den Monat August ist als Kanalräumungsgebühr das.Fünsundgwanzigfache des Mietzinses, der für den Monat August 1914 bezahlt worden ist, Au entrichten. Es bleiben also die Kanalräumungsgebühren ' unverändert. : * Kultur und Rasse im alten Palästina. Jur Rahmen der Heuer in der Zeit vom 31. August bis 6. September abgchalten werden, wird Pros. Fritz Wille aus Wien in einem „Kultur und Rasse im alten Palästina" betitelten Thema auch über den Zionismus als jüdisches SLaatswesen sprechen. Auch die jüdische Kolonisation wird in dem mit Lichtbildern unterstützten Vortrage behandelt werden. ' * Eine Kindesmörderin. Me Hausgehilfin Anna Eder, die in Wien bedienstet war, gebar aus «der Klinik ein Kind. Nach der Geburt .fuhr sie in ihre Heimat Bruck a. d. L. und gab über den Verbleib des Säuglings widersprechende Antworten. Sie erzählte zuerst bei der Gendarmerie, daß sie das Kind im Park vor dem Qstbahnhose woggelegt habe, weil sie sich gefürchtet habe, als ledige Mutter zu ihren Eltern zu kommen. Später gestand sie aber, ihr Kind ermordet zu haben. Bei der Rotundenbvücke warf sie den Säugling ins Wasser. Bisher tonnte die Leiche nicht geborgen werden. * Die Selbstmörder. In ihrer Wohnung hat sich gestern eine Zchährige Verkäuferin aus unbekannten Ursachen durch einen Revolverschuß getötet. Sie hat letztwillig gebeten, ihren Namen nicht ju veröffentlichen. — Die 60jährige Hausbesorgerin Marie Scheibt wurde vorgestern abends in ihrer mit Leuchtgas erfüllten Küche tot aus.gesunden. Sie dürste «wegen Krankheit Selbstmord begangen haben. * Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, 2. Bez., Taborstraß-e 59, Tel. 40-3-46. In der Zeit von 2. bis 8. d. waren angemeldet: 1046 männliche und 672 weibliche Steüensuchende aus den verschiedensten Branchen. Männliche offene Stellen: 7 Vertreter, 5 Lehrburschen. 27 Praktikanten, 1 Tischler, 2 Hilfsarbeiter, 4 Laufburschen. Weibliche offene Stellen: 8 Verkauser innen, Z Stenotypistinnen, 4 Hausgehilfinnen. 2 Lehrmädchen, 1 Laufmädchen, 1 Näherin, 1 Wirtschafterin, 1 Kindersräulein, 2 Köchinnen. 1 Buchhalterin. In derselben Zeit wurden vermittelt: Männliche Stellen: 2 Vertreter, 2 Lehrburschen, 4 Praktikanten, 1 Hilfsarbeiter, 2 Laufburschen. Weibliche Steller:: 2 Verkäuferinnen, 1 Stenotypstin, 2 Hausgehilfinnen, 1 .Lanfmädchen, 1 Näherin, 1 Kinderfräulein. Die P. T. Arbeitgeber werden höflichst ersucht, sich im Bedarfsfälle an obige Adresse zu wenden. * Ein Ausreißer. Seit dem 12. IM d'. I. wird der 15jAHrige Spenglerlshrling Ferdinand Pu stak, Blumengasse 28, vermißt. Die Ursache seines Verschwindens D häusliche Züchtigung. Pustak ist ein kleiner Vagant,der schon zweimal ent-! aüsen ist und sich in den Parkanlagen hevmnzutreiben pflegt. Vor einigen Tagen wurde er in der Krenzgasse gesehen, ist aber, ehe man -ihn anhalten konnte, verschwunden. * 13. österreichische Klassenlotterie. Die Erneuevungsfvist für die 3. Klasse endet am Albend des 12. d. Die Ziehung dieser Klasse findet Donnerstag lden 20. d. im Ziehungssaale, Wien, 3. Bez-, Marxergasse 1, ebenerdig, statt und «beginnt um 8 Uhr früh. * Das Abenteuer in Marokko. Wer jetzt in Paris über die Boulevards schleudert, glaulbt, die Zeit vom Sommer 1914 sei wieder — allerdings in wesentlich verdünnter Auflage — erschienen. Wieder begegnet man Truppenabteilungen in feldmäßiger Ausrüstung, wieder wird für Militärspitäler und Verwundete gesammelt und wieder gibt es Verlustlisten mit der pompösen Ueberschrift: „Unsere Helden." Die letzte Nummer des „Matin" meldet mit großen Lettern, daß ein vorgescholbener Posten bei Bou-Aissa nach tapferster Verteidigung bloß als Ruine den uachvückenden Abteilungen des Feindes überlassen wurde, und wieder rauschen die ruhmvollen Blätter des Krieges, ans denen dieses oder jenes Ereignis mit „goldenen Lettern" verzeichnet steht, ein sprachlicher Ausdruck, der uns bereits einigermaßen verblaßt dünkt, während seine Zitierung im Zähre 4925 eigentlich beweist, wie arm im Grunde die internationale militärische Terminologie ist, daß sie sich Jahre hindurch und in allen Sprachen mit stets denselben stereotypen Phrasen behelfen muß. Dasselbe Blatt vermeldet mit journalistischem Stolz, daß es ihm gelungen ist, durch einen fulminanten Artikel die Behörden zu einem Erlaß bewogen zu haben, daß fortan die Habseligkeiten von in MaroMo gefallenen Sol- »Werbet Abonnenten sürdie» I„Mener Morgenzeitung" 1 Meme MörMnMütts. baten gratis den Angehörigen zugestellt werden, nachdem sich der unerhörte Fall ereignet hatte, daß ein Leser des Blattes für die ihm: aus Marokko zu gekommenen paar Habseligkeiten seines gefallenen Sohnes 71.80 Franken an Porto habe befahlen müssen. Wie im großen Kriege England und später Amerika die verzärtelten Freunde Frankreichs waren, so ist jetzt Spanien, wie man in Paris sagt, eit grande Vogue. Spaniens Diktator General Primo de Revera ist in seiner breitschttlterigen Behäbigkeit in allen französischen Bilderzoitschristen zu sehen, wie einst Lloyd George hnndertemal abkonterfeit wurde, der gleichfalls breitschulterig und behäbig war, wenngleich er ein freundlicheres Gesicht zeigte als der Spanier. Die Modemagazins stellen spanische Hüte und spanische Krawatten aus und in den vornehmen Strandbädern schlägt man «bei der Abendpramenade über die elegante Dinertoilette den nicht minder eleganten spanischen S-eidenschal. So weiß Paris aus jedem großen Ereigrtis eine neue Modeangelsgenheit zu kreieren. * Die studierende Frau. Die Verteilung der von der Berliner U n i v e r s t a t für die Aufgaben des letzten Jahres auSgesetzten Preise, die am SttftungStage vom Rektor vorgenoinmen wurde, hatte insofern ein überraschendes und bemerkenswertes Ergebnis, als sämtliche Preise von w e i b l i ch e n Studierenden errungen wurden. Die Aufgabe der medizinischen Fakultät lautete r „Welche diagnostische Bedeutung hat das Blutbild für die otogenen Krankheiten?* Sie fand zwei Bearbeiterinnen r Else Philippine L e v y und Eleonore v. Bälden (geboren in New-Dork). Beiden wurde von der Fakultät der volle Staatspreis zugesprochen; seine Verdoppelung wurde vom Ministerium beantragt. In der philosophischen Fakultät erhielt Natalie Thon (geboren in P a l ä st i n a) den städtischen Preis mit einer chemischen Arbeit; sie gab die geforderte Zusammenstellung der zahlreich vorhandenen Untersuchungen über die Umsetzung von Chlor und Wasserstoff nach einheitlichen Gesichtspunkten. Der Staatspreis der philosophischen Fakultät gelangte nicht zur Verteilung, da er ebenso wie der der juristischen Fakultät nur einen Bewerber gesimden hatte. Vereine, BortrSge und Versammlungen. Erez Israel, 2. Bez., Zivkusgasse 33. Die neuregfftrierten Mitglieder versanvmeln sich heute um halb 3 Uhr beim Schotteutor zwecks gemeinsamen Ausfluges, * Bitte um Hilfe für einen jüdischen Kriegsinvaliden. Ern jüdischer Kriegsinvalide, der einst bessere Tage gesehen hat, befindet sich jetzt völlig erwerbs- und obvachlos in bitterster Not. Spenden für dieseen Unglücklichen nimmt die Administration der „Wiener Morgenzeitung" unter ,größtes Elend" entgegen. Bühne und Kunst. »Das verzauberte Bett." Lustspieltheater.; Ein französischer Schwank von Ach au me und Ma lot nach dem Rezept rund um ein Bett geschrieben, ober kurzweilig und geschmackvoll, hatte gestern iim Lusffpieltheater einen sehr starken Heitevkeitseirsolg. Jarnos Regiekunst hat wieder Außerordentliches geleistet. Fast alle Mitwiükendcn sind ausg^eichnet rmd ihr Zusammenspiel ist vorbildlich. Der trockene Humor Hugo Riedls und Paul Mahrs wecken Äachstürme, Marion Lessing ist schön und anmutig, Heinrich Fuchs ein scharmanter Bonvivant. Vortrefflich ferner Me Schilling und Hans K a m m a u f in drastischen Rollen. Auch die raffige Steffi Bernhards die Damen Kollo und Kraus sowie Herr Stark nähmen an den Ehren des PremierenabeM teil, dem eine stattliche Serie von Wiederholungen folgen dürfte. > . , Das Arbeitrvrogrmnm de» Jeuttcheu Solls« Heuler» und de» Slaimunb'Äeater». Das Deutsche VoHs-theater eröffnet Donnerstag den 20. d. mit Lengyels Lustspiel „Antonia" (mit Sari DOROTHEUM Versteigerung: - Einteilung Täglich, mit Aufnahme Mo und Sa Pretloioa; leien Dl Silber, Jaden >l Brillanten- und Perlenschmuck im Franz-Saal. fiebrauohsuegsnetilnde IBglloh Im Ludwlgstorff- und Kolowrat-Saal, ferner jeden Dl, Mi, Do und Sa, den 22. VIII. im Hoch-Saal, jeden Mo u. Sa, den S2. VIII. im Franz-Saal, jeden Ml im OlashoL Jaden Dl aohSna Wiaoba, Kleider, Anzllie, Stoffe, Pelze, Felle; Jedes Ml Photoapparate» Objektive, Mikroskope. Retazeuge, Priemengltier, Feldcteoher, Schreibmaschinen, Fnhrrldar und Nfthmawhlnen im Luwigstorff-Saal. jeden DI, AU und Fr Möbel, Bilder,Haushaltungagegensttnde im Blasbof. jeden Mo und Fr Kunetuewerbe, QbjnlUde, Luster, Antiquitäten und Peraortepplobe im Hioh-Uat. Jeden De eohOnei Mobiliar, Persertepplebe, Oemälde, Luster, Kunstgewerbe, Orientalika und Varia, ausserdem Do, den so. VIII. Koleualmarmorgruppa der Made» von 8k Paul Lemoyne (geb. Paris 1785, geet. Rom 1839). Ausführliche» hn Vmeiehnit vom 14, August 1925 Waffen: lagdwaffen, Geweihe. Sportausrüstungen, Reitu. Sattel* ' zeuge, Uniformen, Pelze, Fr, den 14. VIII, im LuawIgetorff-SaaT Täglich an Werktagen SohCUStfliuogeo VOO 1 Uhr Kl< Beginn der Versteigerungen, wenn nichts anders vermerkt, um 3 Uhr nachmittag«. Samstag, den 15. August 1925 (Feiertag) gesohloieenl Näheres durch die „Mitteilungen“ und „Nachrichtenblätter“. Das Dorotheum gewährt Darlehen in jeder Höhe auf Juwelen, Gold, Silber. Kunetgegcn'tände, Automobile, Bücher, Briefmarken, Pelze, Teppiche, technische Artikel undOegenetinde aller Art, Verwahrung von luweleo, SMtlggo WirtiegiBitäRdea in Urfcseden in der Hauptanstalt I., Dorotheergease 17, sowie in allen Zweiganstalfen. _3. »Mfl im Fedak) seine Spielzeit. Dieses Werk blerbt bis AM DAAu nnng der Winterspielzeit (4. September) am Gtzidn plan, die mit Schnitzlers Komödie „Das weite ßamb" m folgt, worin Arnold Korff sem Engagement antritt. Ml Dr. Maurer tritt das neu verpflichtete Mitglied Kurt ßeffetij zum ersten Male auf. — Als erste Novität erscherrü doH Lustspiel von Geraldy „Wenn ich wollte, , j? Hievcoch folgt das englifche Lufffpiol „T r i x i e" von Hamilton «nd ckU nächste Neuheit die deutsche Uranfführnng von Franz Mol", nars „Der gläserne Pantoffel" rnrt Haust' Niese. Für den 9. Oktober wird durch Karlheinz Martin die W a I l e n st e i n - T r i l o g i e, die an zwei Abenden mit' Albert Bassermann als Wallenstein in .Szene gehe» wird, vorbereitet. Im Ra i m u n d - T h e a t e r veMeibt der Schwank „Die vertagte Nacht" bis 4. September auf dem Spielplan. Dann wird bis zur Eröffnung der Winterspielzoit (16. September) „Antonia" gegeben. Mr den 16. September ist die Premiere Klabunds „Der Kreidekrois" angesetzt. Die nächste Novität dieses Theaters ist das Stück in drei Akten von Bayavd Beiller ,/Der dreizehnte Stuh^". Gesvriich mit Abei Peaa. Anläßlich der Ausstellung seiner Werke in der Sezession. In den Sälen der Seizession ist gegenüvärtig eme. Gesamt« ansstellnng der Werke von Mel Pann zu fchen: Seine erlschütternden Pogrombilder, der bisher vollendete Teil seines Lebenswevkes „Die Bibel und der Orient in Bildern" und eine Aulzahl der Iugendwevke des Vierzigjährigen. Die Ausstellung begegn-et größtem Interesse und hat ungewöhnlichen künstlerischen Erfolg.*) Einer unserer Mitarbeiter nahni Gelegenheit, mit Mel Pann, der feit Jahren in Palästina Mt und schafft, über seine Entwicklung und sein Werk zu sprechen. Nachstehend geben wir feine Aeußerungen in großen Zügen wieder: „Schon als Kind faßte ich den Entschluß, alle Kraft mviuem jüdischen Volke zu widmen. Nur wußte ich damals nicht, daß ich für das Judentum als Künstler wirken werde. In meinem neunzchlüen Lebensjahre entschied ich mich, die jüdische Historie im Bilde festzuhalten. Die Kunst als Selbstzweck, als Schönheit um der Schönheit willen, cr^ kenne ich nicht an. Ich glaube, sie muß einer bestimmten Auisgabe dienen und sie erfüllen. Als ich vor dem Weltkriege mit nroinom geliebten^ Freunde Bovis Schatz einen Spaziemgang auf dm Oelberg^ unternahm, fühlte ich, daß ich mit meiner Arbeit bsgimMt müsse, fltnfo Schatz danke ich es, daß er mir in dieser Stunde! sagte: „Sie müffen die Bibel malen." Dcmrals reiste ich nach^ Paris zurück, um mviM Sachen zu packen ü-nd nach Palästina gnEckznkehren. * Es waren die Monate bliutiigster Judenverfolgungen!im europäischen Osten. Ich entschied mich dahin, mit dom letzten - Kapitel der jüdischen Historie zu beginne::. Ich schuf meinep, Zyklus „Der Tränenkrug" und begann dann sofort Bilder zur Genesis y.t malen. Es gelang mir Nicht, ich war noch nicht reff, die Luft Palästinas aulf meinen Blättern sostzuhalten. Es waren sozusagen noch Pariser Bilder. Nun tmf es sich, daß «ich nach Amerika reffen mußte. In Paris wollte man die Vervielfältigung meines ,Iränenkrug" nicht wagen. Aus pvkWschen Gründen. Frankreich stand an der Seite Rußlands. In Amerika aber hatte Fechheimer sich entschloffen, die ganze Bildersevie für den Bezalel angu>kaufen. Während nreines Aufenthaltes in New-Pork erfaßte mich große Schnfucht nach Erez Jfvaol, und dort fühlte ich plötzlich, daß sich nffr die Lust uüd die Farben Palästinas erschlossen haben. Ich wollte, daß meine Bibel nicht nur in EreZ Israel gemalt, sondern auch im Lande gedruckt wird. Sofort nach dem Kriege übersiedelte ich nach Jerusalem- Das sind fünf Jahve zurück, und in Erez Israel, welches inzwischen eine märchenhafte Entwicklung genommen hat, waren es noch „Mc alten Zeiten". Um ein Paar Schuhe im Lande MHUsevtigeir, hatte man damals erst einonr Ochsen die Hcntt abzichen Müssen. Mein Beginnen stieß natürlich ans die gvoß!ten Schwierigkeiten. Ich ließ Nicht locker, lauste hier in Wien die Maschine und stellte eiigenhäMg die Steine her, dreihundert an der Zahl, sine Arbeiit, welche volle sieben Monate in Anspruch nahm. Zu meiner Freude entdeckte ich, daß in Erch Israel lichographffche Steine sozusagen auf der Straße liegen. DaS hat Mich in' meinem Werke bestärkt. Mltuintor erlahmte ich, aber der Wunsch, aller Welt zu geigen, was man in Palästina leisten La>nn, hielt mich aufrecht «und sch habe dürchgchalten. ’ Ich glaube, die HerstelkNnig der nimsaügreücheü Mappe Sa* Palästina war eine historische Da>t. Es sind nur mchr »venige EMnPlaüe vorhanden und sie tverden Seltenheitswert * erlangen. Die folgenden Bücher, mit allen modernen technffchcir HiffsmittM hergestollt, werden die Originale treu wiedergeben. ' Ich lasse mich' durch Nichts von imtelrtent Werke vblenikan. Ich wlill die jüdffchen Menschen und das jüdffche Land so malen, ungeschminkt, mit allen Vorzügen und allen Fehlern, wie der Text der Bibel die Scholle und ihre Menschen lebensvoll schildert. Und es scheint mir rieben den großen Werken Doves, der die Bibel in das Mtfranzöfffche transponierte, rmd des Engländers James Diffot, dessen Bibelbilder ans.chvfftlichem Gckste enfftanden sind, nicht unwichtig, jeMich jüdische Bibellillustvationen! zu schaffen. Ich leibe in dem Lande, ln welchem die Bibel entstand:/ Hier ist Bevsheba, der Oelberg, der Jordan, das Tote Meer, hier sind die Tiere, die Pflangen und auch vielfach noch Wfe1 menschlichen Gestalten, hier ist die Luft, das Firmament der Bibel. In Erez Israel will ich woiterschaffen. bis die MG der ich beglückt meine Kräfte widme, vollendet ist," *) Eine Würdigung der SchopfNngen Mel PaMi durch" unseren Kunsiveferenten haben wir bereits vor längerer veviMentlicht. 1 i ■JUStMUf?'*

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