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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-09 · Heft 2323 (9.8.1925) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2323 (9.8.1925)
Date
1925-08-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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\xt. 2B38 Wen, Danntag War Kolumbus jüdischer Abkunft? V ' Der Edanntc. spanische Historiker Jose M. E st r u q o schreibt auf eine AnifraM der Jüdischen Telcgraphcuagcnmr: Ich habe alle nur zugänglichen Daten Wer Kolumbus' Abstammung gesammelt; es sind untrügliche Beweise vorhanden, daß Kolumbus in dem spanischen Städtchen Pontevcdra als Kind jüdischer Eltern geboren wurde. Erst nach seiner Geburt nahmen die Eltern, um den rÄigrösen Verfolgungen zu cnbgehen und im Lande bleiben zu dürfen, zum Schein die christliche Religion an. Es ist nicht wahr, daß die sromme Königin JsadcUa ihre Juwelen veräußert hat, um Kolunrbuü seine Indien,fahrt zu ermöglichen. An dieses Märchen glaubt heute lein irgendwie historisch gebildeter Mensch mehr. Jüdisches Geld war cs, das die Fahrt de§ Kblumbus ermöglichte, und jüdische Köpfe ermunterten und förderten Kolumbus' Pläne und führten so zur Entdeckung der Neuen Welt. Der alte spanische Historiker Oviedo bezeugte es, indem er schreibt: ,^nis de Santangel brachte das Geld für die erste Fahrt aus, die zur Entdeckung Indiens führte." Er war noch der Meinung, daß der amerikanische Kontinent Ostindien sei. Wer aber war LuiS de Santangcl? Kein anderer als der Sohn des Rabbi Azarias Ginillo. Nach der Vertreibung Der Juden azis Spanien nahm der Sohn dieses Rabbi den Namen Lantanyol an und wurde einer der einftus,reichsten Ratgeber des Königs. Er und andere Marannen gewährten Kolumbus eine zinsenlose Anleihe. Auch das geistige Gut dieses Projektes stammt von Juden. Niemand leugnet, daß die von Kolumbus benützten Seekarten von seinem intimen Freund Abraham Zacuto, dem berühmten Astronomen und Seeforscher, dem letzten jüdischen Professor an derSalamanca- Universität, herrührten. Mit Kollum'bus reisten fünf jüdische Seeleute, unter ihnen Rodrigo de Triana, der als erster das Land erblickte, und der Schisssarzt B c r n a l. Ter angesehene spanische Novellist Blasco Ibanez, der einer der besten Kenner der spanischen Geschichte ist, er- ‘ brachte seinerseits obenifalls den Beweis von Kolumbus' jüdischer Abkunft. Ein anderer Geschichtsschreiber, Enrique Maria de Arrrbas y Turul, brachte den Beweis, daß Kolumbus' Mutter die Jüdin S u z a n a F o n t e r o s a war und daß er Verwandte namens Abraham, Aloazar, Benjamin und Jakob besaß. KMnnbus verbarg seine jüdische Abkunft ebenso wie alle anderer? Marannen in Spanien, die damals fast ein Drittel der spanischen Bevölkerung ausmachten. Die Marannen waren so zahlreich, daß nach der Judenaustreibung im Jahre 1492 in allen öffentlichen Dokumenten ein Unterschied Zwischen „Christianos nueves" (Neuchristen) und „Ehristianos vicjos" Mtchristen) gemacht worden ist. Ko-» lumbus stand in fortwährender Korrespondenz mit Marannen und Juden und bediente sich in diesen Briefen sehr häufig biblischer Ausdrücke aus dem Alten Testament. In seinem Vermächtnis hinterließ er eine Geldsumme für einen „Rabbi von Juderia" in Lissabon. Mitteilungen aus dem Publikum. . .,;.r WMwnuuii! I^D Bore au: OrtB- Ir8ni. ZlparellBBpapler JV/P whb, mii, 3>h>bisi» m Möbelfabrik J. Spira Feine °>- WitO. NI. lildMliWM 1—2 U ohmiiißseinrichtungen (Ecke Karl Schweighofergasse Modisten Lehranstalt RECHNE KLEINFELD Tel. 6 L-l-71 I., Rabensteig 3 Tel. 61-1-71 Vor* und Nachmittags- sowie Abendkurse, Lehrzeit bis zur Freisprechung 1 16 Monate. Jahres- und Monatakurse. 83*8 Restaurant „National“ (Spritzer) WIEN, II., TABORSTRASSE 18 // Vorzügliche Wiener und orienialisöhe Küche // FAHRSCHEINE für alle in- und ausländischen Bahn- und Schiffslinien Oas larralclilschas Verkehr sbureiu Wien« I. Friedridiitrasae 1- — Telephon 7500 3178 Tulure und Barette für Kultus und Justiz erhalten Sie vorr&tig oder nach Maas in den maolgfattigaten Formen bei der bekannten Spozialflrma W BN. II. TABORSTRA88K «4 Telephon 46-6-89. Begründet 1869. 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Zur Feier tvarerr erschienen der Vertreter des Oberkmnnrissärs Kolonel Symes, der Gouverneur des Kreises Kapitän Law, der polnische Konsul Dr. Hub icki und Gemahlin, der französische Konsul, ferner der Erbauer der elektrischen Anlage Ing. Ruthenberg, der Bürgermeister von Jaffa. Diesengoff, Professor Nahum Sloufchg, Rosen Heck und mehrere andere. Jeder der Ehrengäste leerte einen Korb Trauben in die Presse. Nach Besichtiguing der großen Kellereien wurde die elektrische Licht st ation feierlich eröffnet. Bei dem hieraus veranstalteten Bankett gab der Leiter der Kellereien Herr S ch a p i r o nach einer Begrüßung der Gaste einen kurzen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung dieser historisch gewordenen Kelle wnlagen seit ihrer Gründüng. Der Bürgermeister von Rischon-le-Zion sagte in seinem Trinkfpvnch, >daß das Doppelfest der Kolonie ein neuerlicher Beweis dafür sei, daß die jüdischen Einwanderer in Erez Israel unermüdlich an der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung des Landes arbeiten. Er wies in einer launigen Redeivendung daraus hin, daß die Juden nicht deshalb Winzer in Erez Israel sind, um die Trunkenheit zu fördern, zum Beweise gehören di« jüdischen Winzer, Weinbauer und Kellerarbeiter zu den nüchternsten Menschen. Es habe noch nie sich ein Fall von Trunkeicheit ereignet. Herr Mayerowitsch brachte in seiner Rede einige Wünsche wegen Erleichterung der Lage der Landwirtschaft im Lande vor, deren Erfüllung er Kolonel Shmes ans Herz legte. Ganz besonders wies er auf die gegenwärtige S t e ü e r P o l i t i k hin, welche den Bauern der verschiedenen Kategorien schwere, fast unerträgliche Lasten auserlege, und ganz «besonders die Entwicklung der Weiukulturen leiden unter diesen Steuern, durch welche diese Produkt.'" - Entwicklung gehindert werde, in großem N' s. August im Kolonel S y m e s gedachte in feiner Antwort t« unschätzbaren Arbeit, welche die ersten Pioniere gerade^ in Rischon-le-Zion geleistet hatten, indem sie mffruchtbare Sandhügel zu einem wahren Paradies umggstalteten. Er wolle, soweit es in seiner Macht liege/ dazu beitragen, daß die Lage der Bevölkerung des Landes durch Vereinfachung des Steuersystems erleichtert werde. Er dankte dafür, daß ihm Gelegenheit geboten wurde, an diesem Fest teilzunchnven und beglückwünschte Ing. Ruthenberg zur Vollendung seines neuen Werkes, welches zum weiteren Aufschwung von Rischon-le-Zion und des KellerbetrieVes beitragen werde. Der französische Konsul echob sein GlaS aus das Wohl der jüdischen Winzer und Kelleravbeiter sowie d«S Begründers der .Kellereien von Rischon-le-Zion Baron Rothschild und sprach die Hoffnung aus, daß man niemals vergesien werde, daß Baron Rothschild aus Paris kam. Auch die übrigen Ehrengäste hoben in ihren Trinkfprüchen die großen Erfolge jüdischer Arbeit im Lande hervor und gaben der Zuversicht Ausdruck, daß das Land dieser wertvollen Arbeitsoncrgie noch große Erfolge zu danken >haben werde. * Im redaktionellen Teile enthaltene enigeltttche Milteil,ingei sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Aenderungen in den Preistarifen der SsterreWfche» Tabalregie. k Die Tabakregie bringt, vielfach geäußerten Wünschen der Rauche., nach einem feineren Zigarettentabak in Kleinpackung entsprechend, ab 9. d. die Sorte „Feinster Türkischer" in KrauSschnttt. m Päckchen zu 2b Gramm zum Preise von 120 S. pro Päckchen in in den Verschleiß. Gegenüber dem bisherigen Vreife dieser Sorte (in Kartonpackung und Parallelschnittl von 6'80 S. pro 100 Gramm bedeutet dies eine wesentliche Perbilligung. Auch bei den Übrigen Spezialzigarettentabaken findet eine Preisregulierung statt, die entsprechend der Gestaltung der Rohstoffkosten bet den Sorten „Sultan Flor" und „Superfein Türkischer" eine kleine Herabsetzung, bei den übrigen Sorten ein« kleine Erhöhung des Preises bedeutet. Die Preise dieser Spezialzigarettentabake für den Karton zu 100 Gramm stellen sich ab 9. d. wie folgt: Sultan Flor.9 — S. (bisher 9-20 S.) Superfein Türkischer . . 8'— „ ( „ 8-40 „) Feiner Kir.6 50 „ ( „ 6 — „ ) Feiner Pnrsitschan . . . 6'—- „ t „ 6'20 „ ) Feinster Bulgarischer . . 5— „ ( „ 4*40 „ ) Ferner ist die Tabakregie genötigt, jene Zuschläge, dir schon früher für gewisse Spezialpacknngen der Zigarren (Taschen zu 5 Stück, bei den Virginierzigarren auch die Rollen zu 2b Stück, und für die Blechdosen zu 50 Gramm bei den Pfeifentabaken eingehoben wurden, wegen Steigerung der Einstandspreise dieser Packungen in geringem Ausmaße zu erhöhen. Die Preise stellen sich ab 9. d. wie folgt. gigarre«: Regatta Media in Taschen zu 6 Stück 165 S. (bisher 1-60 S.) LrabueoS SrUanica Virginier Virginier 5uba-Portorico Rollen Taschen 5 5 5 26 5 1-45 1-50 125 6-26 1-15 ( 1-40 1-45 1-20 5-20 110 latakia SarinaS . Caballero . . . . . xxttrafei» Drei König knaster.. in Blechdosen zu 50 Gramm Pfellentabake: 1-95 S. (bisher 190 S.l 1-55 „ ( „ 1-50 „ 1-35 . ( „ 1-25 „ ) 105 „ ( . 1'- „) —.95 G. ( „ — 90 G.l .. -.85 ®. ( „ -'75 „ ) Gleichzeitig kommt als Neueinführung eine Kartonpackung it Regatta Media-Zigarren zu 5 Stück in den Verschleiß, die doch im Gegensätze zu der Spezial- (Taschen-) Packung ohne reiSauffchlag abgegeben wird. Zur Vermeidung von Derwechs- «ge» werden diese Packungen eine Signette mit dem Aufdrucke item Verpackungszuschlag* erhalten. i Dar Urteil er zahlreichen Kunden der bestbekannten Warenhauses Brüder -chtffmann, 2. Bez.. Taborstraße 48, lautet ubereminrmend: „Verläßlich gute Qualitätsware - außerordentlich illtge Preise." Den besten Beweis für die besondere Leistungsähigkeit und Konkurren-lostgreit dieses Wrenden Unternehmens er Leopoldstadt liefert die unumstrittene Tatsache, daß trotz der nmer schwächer werdenden Kaufkraft des konsumierenden PubikumS täglich viele neue Käufer den Weg zu Brüder Schtffmann nden. Wer einmal kauft, kommt immer wieder und empfiehlt iefe gute und billige Bezuasquelle seinen Freunden. Besonders eißenden Absatz finden Kleider-Voile in allen DesstnS und karben zum SensationSpretS von nur 98 Groschen pro steter. Wegen vorgerückter Saison besondere Gelegenhettsäufe in sämtlichen Badeartikel«, Crepe de Chine, Crepe maroeaine nd sonstigen Sommerwaren. Prima Regenmäntel in retchaltigster Auswahl nur Schilling 19.80. Leinen, Gradl, Weben,?aus- und Leibwäsche auS nur allerfeinsten Leinenwaren zu eisvielloS bMgen Preisen. Niemand versäume die Besichtigung er zahlreichen Schaufenster sowie die an jedem Sonntag zu rhende Innendekoration, welche besonders bei starker Abendeleuchtung sehr schön wirkt. Wien, 9. August. * Schönwetter. Die Wouerverhäitmsie halben sich geessert. Gostem gab es wieder einmal einen Hochsoirmievtag. vie BovauSsage lautet: Heiler mvd wärmer. * Die Lebensmittelmörkte. Unter 'dem Einflüsse der <ton> taut albnchmoniden Zufuhren aus den JWportgvbieten und ans *n einheimischen Produkt ionöländern sind die Fleischprei.se in er Großmarlkthalle goaeniüber der Vorwoche merklich m die Me gegangen. Im DetaAvevkchr hat sich Rindfleisch um 10, dMfleisch mn 40 Guaschen pro Kilogramm verteuert. Ms Svund der steigeniden Fleischpreise kommt auch die zahlreiche Aeterttamtg der auswärtiigen Käufer, die ihren Bedarf in der Svoßmarkthalle decken, in Betracht. Gestern hatten folgende »reffe Geltung: Rindfleisch, vorderes, mit Zuwage 1.70 dis 1.40 Schilling, ohne Zuwage 2.20 his 3.80 Schilling, hmteves mt Zuwage 2.30 dir 3.70 Schilling, ohne Zuwage 2.40 dis L.öQ Schilling: KaMvisch, vorderes 1.80 dis 3.40 Schilttng, littteres 2.40 dis 4.Z0 Schilling, Schnitzes 6 dis 6.80 Schilling »vo Kilogramm je nach QuasMt. — Der Naschmarkt war n Gemüsesorten und de» diversen Obstgattungev «AO« votiert. Bei reger Nachfrage sind keine Preisverändevmrgen Mt onstatieren. Die Hvetschkensendungen aus JiMchlawien bä' inden sich vorläuft g -im AnsamgLstadium. Gefl-ügtzl wmde M <

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