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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-04 · Heft 2318 (4.8.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2318 (4.8.1925)
Date
1925-08-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Wien, DleMag_ /Hebräisch* Lermittologte firc die Flora und Fauna von Crez Arokl geschaffen. Erwähnt seien feine Ucberfetznngen von Carlyle und klaine inS Hebräische, die im StYbelMerlag erschienen sind. -er 14. Sionistenkongreß in Wien. Die Kongvetzwahlen in Oefteevelch. Das Präsidium -er .HaripswahRMMvisfion des Zionistischen Landesverbandes Gr Oesterreich teilt nrti: Die in der ,Wiener Morgenyettmrg" am 30. Juli kundgemachte Liste Nr. 1 wird irrte folgt abgskin-de-rt: 1. Dr. Jakob Ehrlich, Rechtsanwalt, 1. Dez., .tzokfers- Vovferstvaße 9. 2. Siogmwtid Epiker, Direktor, 2. Dez., Böckttnstrahe 59. 3. Mases Rath, Professor am Jüdischen Lehrerseminar, 2. Dez., Dabovstraße 20 a. 4. Rudolf Seiden, Chemiker, Mödling, Spechtgasse 7. 6. Dr. Georg Weiner, Rechtsanwalt, 9. Bez., Porzellandgasse 13. 6. Paul Földes, Kaustnann, 2. Be^., Obere Donanstratze 93. 7. Dr. Z. F. Finke Ist ein, RechtsaMvalt, 9. Bez., Lazarettgasse 26. 8. Dr. Josef Löwen Herz, Rechtsanwalt, 9. Dez., Nnßdovferstvaße 4L. 9. Dr. Isidor Kl alb er, Arzt, 2. Bez., LivieiOrnmigasse 7. 10. Inda Schmied, Kanfntann, 2. Bey., Obermüllnevgasse 6. Tue in der gleichen Nummer der .Wiener Morgenzerrung" lundgemachte Liste Nr. 4 s,-JeWifhMgency"-<GrnpPe) wurde zurückgezogen. Die Wahlen des Misrerchi. Am Sonntag wurden die Wahlen der MiLrachi-tzödera- Iwn für Oesterreich zum 14. Zkonistenkongveß -durchgepührt. Trotz des strömenden Regens war di« Beteiligung sehr rege. Insgesamt wurden 196 Stimmten abgegeben, von denen vier nngülOg waren. Die gültigen Stimmen verteilen sich auf die beiden eingereichten Wahllisten wie folgt: Liste I. S. Retter 169, Liste Austerlitz 13 Stimmen. Somit erscheint Herr I. S. Retter als gewählt. An die österreichischen Gesinnungsgenossen! Um unangenehme Wahlkampfe zum Zionistenkongretz, welche die zionistische Arbeit.in Hinkunft nur stören würden, zu vermeiden, haben wir die in der .Wiener Morgenzeitung" vom 30. Juli betanntgegebenen Wcchlvovschläge Nr. 1 (Doktor I. Ehrlich) und Nr. 4 (Prof. M. Rath) vereinigt. Der Wahl- Vorschlag lautet nunmehr: 1. Dr. Jakob. Ehrlich, Präsident des Zionistischen Landeskomitees. 2. Direktor Siegmund Epler, Präsident des Keren Hajessod. 3. Professor Moses Rath, Vizepräsident der Zionistischen BezivkSssktion Leopoldstadt. 4. Rudolf Seiden, Chemiker, Mödling, Miteflied der Parteirates. 5. Bezirksrat Dr. Georg Weiner, Präsident der Zionistischen Bezirkssektion 9. Bezirk und Mitglied des Zionistischen Landeskomitees. 6. Paul Földes, Mitglied des Landtöknrnttces. 7. Dr. Z. F. Finkelsiein, Dtzepräsident der Zionistischen Sektion Brigittenau. 8. Dr. Joses Löwenher;. Vistprafrden: der Jsraeilittschen Kultusgemeinde. 9. Dr. Isidor Klober, Kttttnsvorstcher, Mitglied des Lan'deskonritees. 10, Jchuda Schmied, Präsident der Zionistischen Bezirkssottion Prater. Aus obiger Liste können unsere Gesinnungsgenossen ersehen, daß in derselben nicht nur das Präsidium deS Zionistischen Landeskomitees, sondern auch die führenden Männer der lokalen zionistischen Arbeit vertreten sind. Die in der letzten Zeit in bezug auf die Kongrezprollem.' Ijtrfocrfldtg-i.nett zwei Richtungen sind in diesem Wahlvorschlag vertreten, so daß dafür gesorgt ist, daß unsere Delegation ein wahres und wirkliches Bild der Menmngen der Zionisten unseres Landes bietet. Auch die Provinz ist durch einen Kandidaten in unserer Lifte vertreten. Wir fordern daher alle Gesinnungsgenossen auf, am Wahltage, «6. i. am. 6. August, zwischen 5 und 9 Uhr abends, mit der Schekelquittung an der Wahlurne zu erscheinen und für die Liste Nr. 1 (Listenführer Dr. Jakob Ehrlich) zu stimmen. Die Teilnahme an der Wahl ist Pflicht eines jeden Zionisten. Ein passives Verhalten der Schekelzahler würde die Wahlzcchl aus ein Minimum zu reduzieren und dadurch ein Resultat ergeben, das ein gang falsches Bild der Verhältnisse in der Partei ergeben würde. Dr. Sanel Beer, Josef Brenner, Dr. Jackob Ehrlich, Direktor S. Epler, Dr. Z. F. Finkelstein, Paul Mildes, Dr. Dosier Friedmarm, Dr. Leo Goldhammer, Dr. Wolf Heazherg, Dr. Bertold Hirfchl, JuLins Katz, Dr. Isidor Klober, Dr. Joses LPwenherz, Isidor Lebensohn, David Neben zahl, Erna Patak, Dr. Leopold Plasthkes, M. N. Racker, Moses Rath, Moses Ruin fett, Dr. D. RybayewÄi, M. Schächter, Max EfchDmonn, Jehuda S^mied. Joses Singer, JaegueS Singer, Oberbamat Robert Stricker, Rudolf Seiden (MMing), Güstow Seidemaan (Badm), I. Wasser, Dr. Georg Weiner, Sanmel Weintraub. z , Moraenheitunü. 4. August 1928 Nr. LAS PamzysMs kltem vor SeriA Ler Lemberger Sensattoa»pn>,eb. (Eigendienst der »»Wiener Morgenzettung".) Lemberg, 3. August. Der einundzwanzig sie Verhandln ngstag des Lemberger Prozesses 'brachte das Verhör mit Daniel Panczyszyn, dem Bate r des von dem Llngelagteu Mikitin als Attentäter aus den Staatspräsidenten ^zeichneten Stephan Panczyszyn. Der alte Panczyszyn, der von der Staatsanwaltschaft als Zeuge geführt wird, gibt an, sein Sohn sei nach .zweimonatiger Abwesenheit am 4. S e p t e m b c r 1924, also am Tage vor denr Attentat, nacy Lemberg gekommen, infolge Krankheit am Tage der Ankunft sowie am 5. September zu Bett gelegen und erst aut 6. September ausgegongen. (Diese "Aussage des Zeugen, welcher entgegen dem "Antrag der Verteidigung, die auf feine Blutsverwandtschaft mit Panczyszyn hinwics, beeidigt wurde, steht im Widerspruch zu den: Geständnis des Sohnes und den Aussagen Mikitins, wonach der junge Panczyszyn ant 5. September aus der Straße war.) Auf die von der Verteidigung vorgelegten Fragen verwickelt sich der alte Panczyszyn in Widersprüche, die er damit erklärt, daß er 'bei den früheren Verhören sehr erregt war. Nach dem Zeugeuderhör des altert Panczyszyn stellt der Staat satttvält den Antrag, es möge der Lehrer M a r i n i a k als Zeuge vernommen werden, um darüber Auskunft zu geben, ob er mi-t Panczyszyn am 5. oder am 6. September 1924 zusatnmen war. Die Verteidigung, bereit ähnlicher Antrag früher vom Gerichte a-gelehnt worden ivar, wendet sich gegen diesen Antrag der Staatsanwaltschaft, beantragt ein neuerliches Verhör des Stephan Panczyszyn, in welchem er darüber auSsagen soll, rvas er vor seiner AnSunft in Lemberg getan und wo er sich aufgehalckn habe, ferner verlangt sie die Konfrontationen der Zeugen Panczyszyn, Kommissär Lu komSki und Kommissär Kajdan sowie des Angeklagten Mikitin mit dem Warschauer Polizeiinspektor Piatkiewiez. Das Gericht wird über alle Anträge später Beschluß fassen. Zn Beginn des zw e iundzwan zigsteu Ver-- ihartdlungstages wird das Dienstmädchen Maria Bumba, eine Freundin der Braut des Angeklagten ALikitin, Karolma Stein, als Zeugin vorgesührt, toeil sie den: Gerichte mitgeteilt hatte, sie habe ihre am ztvanzigston Verhandlnngstag abgegebenen Aussagen zu ergänzen. Die Bumba erzählt dann, sie sei ant letzten Montag int Gericht mit ihrer Freundin Karolina Stein zusamnten gewesen und diese halbe ihr erzählt, als sie (die Stein) trach der Derhaftmtg ihres Bräutigams Mikitin sehr verzweifelt war, habe ihr Dienstherr Korn Haber sie damit ge- .tröstet, es werde Mikitin kein Leid geschehen, weil die Juden eine große Sammlung eingeleitct hätten; die dabei zustande gekommenen Summen mürben dazu verwendet werden, tun jemanden ausfindig ntacheu, auf den statt Steiger die Schuld a ttt Attentat überwälzt werden könnte. Auf verschiedene Kreuz- und Querfragen des Vorsitzenden und der Verteidigung, die beit Ztveck hatten, festzustellen, warum die Bumba diese ihre Ausgabe nichbei der Zeugeneiuventahme gentacht habe, und tver sie veranlaßt, noch einmal zu Gericht zu gehen, antwortet die Bumba nach verschiedenen Ausflüchtett endlich ^gernd, der Vater des Stephan Panczyszyn habe sie veranlaßt, heute nochmals zu Gericht zu kontmen. Der Eindruck dieses Etugeständttisses der Zeugin war geradezu niederschnletternd. Die Frage der Verteidiguttg, in welchen Beziehungen die Bumba zu Panczyszyn stche, wird vom Bovsitzenden nicht zugelasseu und auch nach dem Appell der Verteidiger au das Gericht von diesem abgelehnt. Auf Antrag der Verteidigung wird dann der Angeklagte Mikitin über die Person der Bumba eitlvernomnten und erklärt, er kenne sie ans dein ukrainischen KultnrAub Wola und sie kenne a n ch den Panczyszyn von dort. Nachdem einige Bewohner des Hauses, wo die Eltern des Stephan Panczyszyn emgemietet sind, bekundet haben, daß Panczyszyn am kritischen 5. September die ganze Zeit zu Hanse gewesen sei, wobei sie sich bei genauen Fragestellungen sofort in Widersprüche verwickeln, wird die Mutter des Stephan Panczyszyn, Anna Panczyszyn, als Zeugin vernommen. Sie weint hysterisch und bittet da's Gericht, sie wegen Krankheit von der Zeugenaussage zu befreien. Der Gerichtshof beschließt, nachdem der Gcrichtsarzt festgestellt hat, daß die Frau aussagen könne, sie einzuvernehmen, jedoch nicht zu beeidigen. Dieser Umstand beruhigt die Anna Panczyszyn, die vor dem Eid große Angst hat. Sie spricht und sie macht ihre Aussagen tu auffallend fließender Rede. Bald verwickelt sie sich jedoch in Widersprüche, die ihre Aussage, daß ihr Sohn am 6. September zu .Hause zu Bett gelegen sei, noch wertloser machen als die ihres Mannes. Die Verhandlung wird sodann vertagt; von nun ab werden, um den Prozeß rascher zu beendigetäglich zwei Sitzungen stattfinden. Ae Lefchlüffe der litauischen gioaiften. Die in Kowno stattgefundene Lattdeskonfevenz 'der Zionisten Litauens hat nach einem Referat des Herrn Dr. I. Brutzkns (Berlin) über den wirtschaiftlichen Aufbau Palästinas und nach einem. Referat des Redakteurs der /^Jüdischen Stimme" R u b i n st e i n über Jewish Agency und^ Gemeindegesetz einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher der letzte Beschluß des Aktionskomitees bezüglich der Erweiterung der Jewifh Agency begrüßt und die Hoffnung ausgedrückt wird, daß eine Möglichkeit gefunden werden wird, um d a s g e s a m t e j ü d i s ch e Volk in die Agency oinzubegiehen. Als Delegierte für den 14. Kongreß wurden gewählt die Herren M. Kahn und Dr. B. Berger (Konferenzgemeinschast radikaler Zionisten). Konferenz der PalSstinaSmter in Aumiinten. Die Landespalästinaamter Bukarest, Czernöwitz, Kischinolv und Klausenbürg, das Palästinaantt Galatz sowie das Hafenamt Constanza haben satznngsgemätz alle sechs Monate zu einer gemeinsamen Beratung zusammettzutreten, um jeweils die Richtlinien für die Attjüharbeit zu besprechen und die Arbeit der einzelnen Aemter zu kontrollieren. Die letzte Konferenz, zu der die Vertreter aller genannten Aemter erschienen waren, hat am 19. und 20. Juli 1905 in Galatz stattgsfunden. Bei dieser Konferenz wurden ausführlich alle Fragen des Transportes besprochen. Es wurde konstatiert, daß noch viele Unzukömmlichkeiten in dieser Hinsicht bestchen und daß alle Anstrengungen gemacht werden müssen, um alle Uebclstände zu beseitigen. Di« Beschlüsse bezichett sich in der Hauptsache auf Ausgestaltung und BeMrzung des Landweges, ans Berbeffernng der Schisse und aus Hevstelllmg einer freienKonkurrenz unter den verschiedenen Schiffahrtsgesellschaften; schließlich auf die Schaffung eines enispr.echenden E m i g r a n t e nheimes in Constartza. Einett breiten Raum nahm bei bot Verhandlungen die Diskussion über das n e u e Al i j a h g e s e tz ein. Es wurde konstatiert, daß dieses gar keine Berbessemugen briitge, daß umgekehrt eine Reihe vott Punkten derart u nkl ä r sind, daß sie intstynde sind, die praktische Arbeit in hohem Maße zu henmtett. Aus diesem Grunde verlangte die Konferenz, daß endlich alle die Eiivwanderuugserleichterultgeti tu das Gesetz ausgenommen Werden, welche sür eine klaglose Fiihruttg der Älija'h unbedingt erforderlich sind. Die Konferenz konstatierte weiters, daß die starke MittelstandsalSjah eine genaue Kontrolle dieser Elemente ttottvendig mache und daß die Palästmaämter die Pflicht habet:, auch diese Misah in der Hinsicht zu regulieren, daß keine Elemente nach Palästina kommen, die dom Aufbau des Landes und den ttatioltalctt Prinzipien schaden könnten. Die Konferenz hat sich ferner ausführlich mit der produktiven Einordnung dieser Elemente in die Wirtschaft von Erez Israel beschäftigt und hat schließlich die Bechärkung der Ehalluzimalijah für die nächste Zeit verlangt. Sohr ausführlich wurde über die Ghalnz-Hechscharah gesprochen. Die Vertreter des Chaluz erstatteten ent eingehendes Referat über die Arbeiten ihrer Organisation. Die Konferenz beschloß nach einer längeren Debatte, prinzipiell der Jittanzierung der Hachscharah-Jnstttution das größte Angettmerk zuzulwenden und forderte die Vertreter -des Chaluz ans, bei der nächsten Konferenz ein diesbezügliches ausführliches Expose vorzulogen. Die Konferenz hat sich schließlich noch mit einer Reihe von inneren organisatorischen Fragen beschäftigt und eine Reihe tt**' ^diesbezüglichen Resolutionen gefaßt, Sin iüdischer Frauenrat für PalSftiua. Die Exekutive der Weltorganilsatiion zionistischer Frauen gibt hiermit bekannt, daß aus «besonderem Wunsch verschiedcner palästinenisischer Frauenorganisationen und i>n BovfoLg einer bereits zu Pessach d. I. in Jeruisallent stattgofu'ndenen Vorkonferenz am Dienstag detr 35. d., 10 llhr vormittags, linier den Anspi zien der W. I. Z. O. eine Taguttig stattfinden tvivd, die sich mit der Bildung eines Rates Jüdischer ' Frauenorganisat-tonen Palästina s'befassen soll. Dieser Rat soll Mts je einer Vertreterin der verschiedenen pallästitnensischen Franettorganlisationen bostöhett natd für die Arbeit der jüdischen Frauenovganisattionen der Galuch für Palästina vichtnnggebettd wirken. Die Referate dieser Tagung «liegen in Hände:: führender Vertreterinnen der palästinensischen FvaueMvvlt. Nähere dlnSkunst während der Konferenz der W. I. Z. O. selbst oder im Bureau der 3. Kottfereng, Wien, 9. Gez., Wähvingerstraße 2-32. * Liga akttvistischcr Zionisten. (Liste Dr. Norbert Hofsmann.) D:e Anhänger des Programms der Jionisten-Revtsmnisten (Jabotinskv-Grttppe) lverden aufgefordert, sich heute Mischen 8 und 9 Uhr äbends zu einer Besprechung im Sekretariat der Liga (8. Bez., AuerSpergstraße 31, Souterrain) einenden. : EI

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