Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2309 (26.7.1925)
- Date
- 1925-07-26
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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' Seite 8 Men, Sonnrag Kiongreßzeitmigsj\ Abonnement! Ermäßigung der Bezugs* gebühr für Jugoslawien Wir haben uns entschlossen, den Wünschen zahlreicher Freunde aus 5. H. S. entsprechend, die Bezugsgebühren für die Kongressausgaben (das ist kombiniertes Kongressabonnement samt Festnummer) von Dinar 110.— auf Dinar 80.— zu ermässigen. Ständige Abonnenten der „Wiener Morgenzeitung“ zahlen für das Abonnement der offiz. Kongresszeitung u. Festnummer (statt Dinar 50) Dinar 40.— Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung e Las Urteil der Zahlreichen Kunden des bestbekannten Warenhauses Brüder Schiffman », 2. Bez., Taborstraße 48, lautet übereinstimmend: „Verläßlich gute Qualitätsware — außerordentlich billige Preise/ Den besten Beweis für die besondere Leistungsfähigleit und Konknrrenzlosigkeit dieses führenden Unternehmens der Leopoldstadt liefert die unumstrittene Tatsache, daß trotz der immer schwächer werdenden Kaufkraft des konsumierenden Publikums täglich viele neue Käufer den Weg zu Brüder Schiffmann finden. Wer einmal kauft, kommt immer wieder und empfiehlt diese gute und billige Bezugsquelle feinest Freunden. Besonders reißenden Absatz finden Kleider-Voile in allen Dessstls und Farben zum Sensationspreis von nur 98 Groschen pro Al e t e t. Wegen vorgerückter Saison besondere Gelegenheitskäufe in sämtlichen Badeartikeln, Crepe de Chine, Crepe marocaine und sonstigen Sommerwaren. Prima Regenmäntel in reich- . haltigster Auswahl nur Schilling 19.80. Leinen, Gradl, Weben, Haus- und Leibwäsche aus nur allerfeinsten Leinenwaren zu beispiellos billigen Preisen. Niemand versäume die Besichtigung der zahlreichen Schaufenster sowie die an jedem Sonntag zu sehende Innendekoration, welche besonders bei starker Abenobeleuchtung sehr schön wirkt._ Fm redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Wien, 26. IM, * „Nie wieder Krieg!" Wie alljährlich, fand auch gestern am Jahrestage des Ultimatums an Serbien in der Volks- Halle des Rathauses eine Massenversammlung unter .der Devise „Nie wieder Krieg" statt. Die Völkshalle war so dicht gefüllt, daß vor dem Rathause eine Parallel» Versammlung abgehalten werden mußte. Die Präsidentin Frau Olga M i s a r führte aus, daß es lediglich in der Macht ' des Volkes liege, künftige Kriege zu verhindern, nur müsse sich das Volk seiner Kraft bewußt werden. Außer ihr sprachen noch Fritz Klenner für die Jugendlichen, Hofrat Doktor Frantzl für die Freidenker, Dr. Benedikt für den Versöhnungsbund religiöser Friedensfreunde, Maximilian Brand, e i s als Präsident des Kriegsinvaliderwerbandes, Frau Jetta Hertzka für die Frauenliga für Friede und Fcerheit und Ängelo C a r r a r o. Alle Redner schilderten in ergreifenden Worten die Greueln des Krieges und sprachen den Wunsch aus: „Nie wieder Krieg!" Zum Schlüsse reztdierie das Mitglied der Neinhardt-Bühne Aurel Nowotny einige Stellen aus Leonhard Frank's „Der Mensch ist gut." Nach Schluß der Versammlung formierten sich die Teilnehmer zu einem Demonstrationszug über die Ringstraße unter Borantragrmg von Tafeln mit der Aufschrift „Nie wieder Krieg." * Flugpost Wien-Jnusbruck-Zürich-Paris. Am 1. August wird der Flugpostverkehr auf der Fluglinie Wien-Jnnsbruck- Zürich-Straßburg-Paris von der Compagnie Internationale de Navigation Äerienne aufgenommen. Das Flugzeug startet mit Ausnahme der Sonntage täglich um halb 7 Uhr in Aspern, erreicht Innsbruck um 10 Uhr. Zürich um dreiviertel 13 Uhr und landet,in Paris um dreiviertel 19 Uhr. Es nimmt Briefpost, dringende Pakete bis fünf Kilogramm und gewöhnliche Pakete bis zehn Kilogramm mit. Alle Sendungen müssen jedoch bis spätestens 5 U h r f r ü h bei der Hauptpost aufgegtzben werden. In der Gegenrichtung trifft das Pariser Flugzeug i-n As per« um 6 Uhr morgens «in. E Palästinareisen mit den Dampfern der französischen Linien ab Marseille und Constanza. Auskünfte und Billekte Compagnie Generale Transatlantique, Wien, 4. Bez., Wiedner Gürtel 24. * Der Nachtautobus wird billiger! Vom i. August an wird der Fahrpreis für den Nachtautöbus für eine Teilstrecke von 50 ans 10 Groschen (im Vorverkauf von 45 aus 36 Groschen) ermäßigt. Für zwei Teilstrecken werden von diesem Tage an statt 1 Schilling 8 0 Groschen zu zahlen sein (BovveÄauf 72 Groschen). Bom gleichen Tag an wird während der Sommermonate der Nachtverkehr auf den Autobuslinien Stophansplatz —Wicdner-Hauptstraße bis Rainergasse, Stophansplatz—Landsnciße-Hauptstraße bis Rochusgasse und Stephansplatz—Wipplingorstraße bis Franz-Ioisefs-Bahn eingestellt. Die Linie Stephausplatz—Silbergasse wird nicht mehr über die Währmgersrraße—Gymnasiumstraße, sondern über die Porzellangasse—! Licchtensteinstraße—Mßdorferstraße äur Silbergasse geführt. * Das Weiter. Gestern vormittags herrschte Regenwetter, erst gegen Nachmittag heiterte es sich aus. Die Prognose für heute lauten Vorwiegend trüb, Niederschläge, westliche W i n d c. E Hygiene. Ansteckende Krankheiten werden am leichtesten durch Wanzen und anderes Ungeziefer übertragen. Radikalste Vertilgung mit „Salforkose". Garantiert wirksam, daher billig. Ohne Sachbeschädigung in möblierten Wohnungen. Erstes Wiener Reinigungsinstitut „La G6n6rale", I. Bez., Hegelgasse 9, Telephon 72-4-86 und 72-9-31. * Oeffentlichkeitsrccht für die jüdische Volksschule. Der Bundesminister für Unterricht hat der vom Jüdischen S ch u l v e r e i n erhaltenen Privatvolksschule für Knaben und Mädchen in Wien, 20. Bez., Denisgasse 33. vom Schuljahr 1924 -1025 angefange-n, auf die Dauer der Erfüllung der gesetzlichen Bedingungen das O eff e nt l i ch.kei t s re cht verliehen. * Schekelverrechmmg. Das Zionistische LanldeSkomitee verlautbart, daß die Schekelvorirechnung mit Rücksicht ans Ne bevorstehenden Kougveßwahlen bis spätestens Dienstag den 28. d. erfolgen muß. Die Bczirkssoktionen, Sondergrnppen, Vereine, Berbindungen und Jugendgruppen werden daraus besonders aufmerksam gemacht. * Der Keren Kajemelh und der 14. Zionlstenkougreß. Donnerstag den 30. d. um viertel 8 Uhr abends findet in den zionistischen Bureaus, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, eine Zusammenkunft der Mitarbeiter und Selbstkontingentler des Keren Kajemcch statt, bei der Herr Adolf Pollak, Sekretär des Hauptibureaus, und Herr Dr. Tartakower roserieven werden. Tagesordnung: Der Keren Kajemelh auf dem 14. Zioniftenkongrcß. Mitarbeiter und Selbstkontingontler Werder: ersucht, pünktlich zu erscheinen. * Aktion der jüdischen Kaufmannschaft zugunsten des Keren Kajemelh. Die aus Anlaß des bevorstehenden Zionistenkongresscs von der Wiener jüdischen Kaufmannschaft unternommene Aktion zuMnsten des Keren Kajemeth ist im ständigen Fortschreiten begriffen und erfreut sich einer großen Beteiligung seitens der Wiener jüdischen Firmen. Einer unserer Mitarbeiter hatte Gelegenheit, die Räume, in denen die gespendeten Gegenstände ausigostapelt sind, zu besichtigen. Schon jetzt macht das bunte Durcheinander der Violen Sachen, die aus den Warenlagern der verschiedensten Geschäftshäuser stammen, einen {tat* feit Eindruck. Es ist mit Gewißheit anzunehmen, daß diese Wktion den Basar in jeder Hinsicht zu einer der gelungensten Kongreßveranstaltungen machen wird. Spendenanmelldungen werden entgegengenommen: Bureau des Keren Kafemeth, 1. Bez., Kärntnevstraße 28, Telephon 77-4-86, 77-4-86. * Weltkonferenz der Zeire-Hechaluz und Hapoel Hamisrachi. Das. Sekretariat schreibt uns: Die misrachiftilschen Jugendverbände werden nochmals ersucht, ihre Delogierten und Gäste zwecks Verschaffung von billigen Wohnungen und billiger Kost namhaft zu machen. Die Delegierten werden aufmerksam gemacht, mit ihren Landesverbänden zwecks Verschaffung von Legitimationen für Visa und Bahnermäßigung ln Fühlung gn treten, da diese bereits an die einzelnen Landesverbände abgesandt wurden. Wo keine solchen vorhanden find, können diese Legitimationen direkt bei uns angefordert werden. Die Konferenz lagt im Fastsaale des „Reichshof", 2. Bez., Praterstraße Nr. 60, vom 6. bis 8. August. Mit Rücksicht auf die beschränkte Ausgabe von Gastkarten wollen Bewerber um solche in eigenem Interesse bis längstens 31. d. ihre Bestellungen in unserem Sokretariat, 2. Bez., Praterstraße 43, zu Haniden des Sekretärs, Herrn Grünes, übergeben. Das Vorbereitungskomitee plant während der Konferenz einige Veranstaltungen'und Exkursionen. Me Anfragen, Auskünfte, Geldsendungen usw. sind nur an die Adressen 2. Bez., Praterstraße 43, 'nutz 2. Bez., Ezerninplatz 4, zu richten. E Im altbekannten Tapezierermöbelhaus M. Weiß, 2. Bez., Darwingasse 39 (Ecke Nordbahnstraße), kaufen Sie erstklassige Otto manen, Eisen-, Messing-, Patentmöbel usw. in erstklassiger AuS führung zu außerordentlich billigen. Preisen. * Eine krüppelhaste Betrügerin. Gestern wurde die 48jährige Näherin Anna Ä a tz e r verhaftet, weil sie verschiedene eigenartige Betrügereien verübte. Die Katzer, die eine krüppelhafte Frau ist, gab sich bei verschiedenen Frauen immer unter anderem Namen als Opfer eines Straßenbahnunfalles aus und erzählte, daß sie eine Unfallsr en t e von 300 Schilling im Monat beziehe. Dadurch erweckte sie Mitleid und bewirkte, daß sie von vepschickenen Parteien wochenlang ausgehalten wurde. Sie gab dann immer an, daß sie sich die Rente bei der Straßenbahndirtzktion holen müsse, ließ stchdorthin begleiten und verschwand spurlos. Es wurden ihr zwanzig 'derartige Betrügereien zur Last gelegt. Die Katzer wurde noch gestern dem Landesgerichte eingMosert. '; ’ ' E Schlammbad Pifthan. Urkrästige Bäder g«ren Rheuma, Gicht, Ischias. — Schlamm für Hauskuren «nd alle Auskünfte r Pistyanbureau, 9. Bez., Alserstraße 32. ' * Schaffung der Zwangsjacke in den böhmischen Irrenanstalten. Dem „Eeske Glovo" zufolge hat der böhmische Landesverwaltungsausschuß für alle Irrenanstalten Whmens die Verwendung der Zwangssacke abgeschcchft. Die Zwangsjacke darf nur mchr bei der Uebersiührung von GeisteskvanSen iw die Anstalten zur Anwendung kommen. * Kreuzworträtsel als Hochschulfach. Das Kreutzwortratsel hat nun auch in den amerikanischen Universitäten seinen Einzug gehalten. So hat die psychologische Abteilung der Universität Columbia das Kreuzworträtsel als eine Methode bezeichnet, die es ermöglicht, bei den Prüfungen wertvolle Schlüsse stber die Auffassungsgabe der einzelnen Kandidaten zu ziehen. Die Prüflinge sollen also als Prüfungsfach auch ein oder mehrere Kreuzworträtsel zu lösen haben und die Erledigung dieser Avbeit soll mitbestimmend sein für die Professoren bei der Beurteilung der Leistungen ins Bewerbers, die affo in Zubunst einem „KreuWorträtselvechör"- unterworfenwerden sollen.! ■J-} Rlrdiopvogramm. •--> Heute Sonntag. 11 bis 1 Uhr: Orchesterkonzert des Wremer Symphonieorchesters. Haydn: Symphonie Nr. 1 Ls-Dur; C. Saint-Saöns r Konzert für Cello und Orchester: C. Goldmark: Einleitung zum dritten Akt aus der Oper -Heimchen am Herder P Tschaikowsky r Capriccio itattenne. — 4 bis 3 Uhr r Nachmittagskonzert. Josef Strauß: Frauenherz, Walzer; Lincke r Im Reiche der Indra; Dvorak: Humoreske; Dvorak: Slawischer Tanz; Wagner: „Tannhäuser". Phantasie; Chopin r Nocturno in D; Jägerr Schicksal, du bist unbarmherzig!; Lehar: Wo die Lerche singt, Potpourtt; Strauß: Wiener Blut, Walzer; Suvpe-Pauspertl r Pauline. - 8 Uhr r „Im weißen Rößl«, Lustspiel in drei Akten von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Morgen Montag. 11 bis 1 Uhr: Vovmittagsnvufik. — Va4 Uhr: Schlußkurse der Wiener Börse. — 4 bis 6 Uhr r Nachmittagskonzert. Weinberger r Der Frechling, Walzer; Gluck r „Armida", Ouvertüre; Drdla: Frühlingsserenade; Cramer r Kleiner Walzer; D'Albert: Die toten Augen, Phantasie; Barbirolli r vouesa larmes; Tellier r Otaki San, japanisches Intermezzo; ÄEin zkünstlerpreis, V.8 Uhrr ..... ...„ __. pou Karl Söhle. — 8 Uhr r Konzertakademie. Konzertlänserin Jella Schmetdl-Braun: Fr Schubert r Wonne der Wehmut, Dem Unendlichen, Kreuzzug; Kammersänger Emil Sieger r R. Schumann : Frühlingsfahrt, H. Levy r Der letzte Gruß, C. M. Weber: Arie aus der Oper „Die drei PintoS": Violinvirtuose Franz Drdla r F. Drdla: Vision, Souvenir, Serenade Nr. 1; Opernsängerin Nektar v. Flondor r Händel: Alle,™ U pensieroso; Delibes: Glöckchenarie aus Lakmä; Konzertsänger Oskar Jölli r C. Loewe r Das Erkennen, Süßes Begräbnis, Jungfräulein Ann ka; Natalie Freundlich (Klavier) r F. Chopin r Scherzo ü-Moll, S. Rachmaninow r Elegie; A. Dvorak r Bagatellen, op- 47 (das Sedlak-Winkler-Ouartett, am Flügel: Musikdirektor M. W. Ast); Richard Geodgp WeMMrÄ. . 26. Juli 1923 N r. 230$ DOROTHEUM Versteigerungs-Einteilung für 14 Tags* Täglich, mit Ausnahme Mo und Sa Pratloienj jeden Dl Silber. Jeden Mi Brillanten- und Perlenschmuck im Franz-Saal. Qebrauehspegenetande »glich im Ludwigstorff- und Kolowrat-Saal, ferner jeden Di, Mi, Do und Sa im Hoch-Saal, jeden Mo u. Sa im Franz-Saal, jeden Ml im Glashof. Jeden 01 sohbne Wäsohe. Kleider, Anrüge, Stoffe, Pelze, Felle; Jeden Ml Photoapparate, Objektive, Mikroskope, Relsezeuge, Opernglleer, Feldsteeher, Schreibmaschinen, Fahrrider und Nahmaschinen im Lndwlgstorff-Saal. Jeden Dl, Ml und Fr Möbel, Bilder, Haushaltungsgegenstinde Im Qlathof. leden Mo und Fr Knnatgewerbe, GBmttlde, Luster, Antiquitäten und Perserteppiche im »ecb Seele. Jeden De tohSnee Mobiliar, Peraertepplohe. Gemälde, Lutter, Kunetgewerbe Im Franz-Jotef-8aal. Technische Qegenetinde: Mi, den 29. VlI. Maschinen, Werkzeuge, Armaturen, Allmaterial etc. Im Versteigerungseaal, VIII,, Feldgasae 6, Muelkinatrumente: Violinen, Mandoliaen, Holz- und Blechblasinstrumente, Harmonikas, mechanische Musikinstrumente und Musikallen. Fr, den 7, VIII. m Ludwlgstorff-Saal, Täglich an Werktagen Scliaustellungsn von j Uhr an Beginn der Versteigerungen, wenn nichts anders vermerkt, um 3 Uhr nachmittags. Näheres durch die „Mitteilungen" und „Nachrichtenblätter". Das Dorotheum gewährt Darlehen in jeder Höhe auf Juwelen, Gold, Silber, Kunstgegenstände, Automobile, Bücher, Briefmarken, Pelze,Teppiche, technische Artikel und Gegenstände aller Art. Verwahrung Juwelen, sonstigen Wirtgsginsländen and Urkunden in der Hauptanstalt 1., Dorotheergasse 17, sowie in allen Zweiganstalten. Bühne und Kunst. f „Sie Puppe". Erstaufführung im Schönbrunner Schloßtheater. V.. Schon seit den Zeiten Adams — ich meine den Komponisten der „Nürnberger Puppe" — erfreut sich „Die Puppe" die sich aus einem Automaten in einen lebendigen Menschen verwandelt, bei den Operndichtern besonderer Beliebtheit.' Gaiers „Puppensee", .meuere Ballette von Debussy und Mrlhaud, auch die Operette „Der Hanrpelmann", die sich erst kürzlich «in Wien einen Rekord an Stumpfsinn leistete, sind irrgendwie Umbildungen des Puppenmotivs, rvelches durch die Olympia in ,Hoffmanns Erzählungen", also durch Qssenbach, ln Mode kam. Für Offenbachs Theater .^Vouffes parisiens" ist Wrigens auch Zldams „Nürnberger Puppe" geschrieben, und „Die Puppe" des französischen Tondichters Gdmond A u d r ä n, der mit Kirchenmusik begann und bei der Operette endete, hat nicht nur lim Libretto sondern auch in der Müsik dem älteren Zeitgenossen Qffenbach Gefolgschaft geleistet. Doch nicht bloß Offenbach, auch Lecoeq — namentlich in der Sauberkeit der Arbeit — und andere französische Meister der Operette haben jAudrans kapriziöse Rhythmik und seine bald zärtlich tändelnden, bald in den schneidigen Chören übermütig tollenden Melodien beeinflußt. So bietet er kultivierte romanische Musik aus zweiter Hand, ja für uns, die wir seine Melodien von deren Uebernahme ftr die modernen Operetten her — .freilich in harmonisch und orchestral farbigerem, oft genug synkopisch gefaltetem Gewände — wohl kennen, gleichsam aus dritter Hand! ,ß>k Puppe", die vor längerer Zeit in der noch von Rainer Simons geleiteten Volksoper zu sehen war, ist auf der Schönbrunner ^kiniaturbühne kaum einüvandfvei herauszubvingen. Ganz abgesehen davon, daß Rainer Simons und Regisseur Max Haas allen modernen Regieproblemen geflissentlich aus dem Wege gchen, fehlt es vor allem an Geld und an verfügbarem Raum. Namentlich in den Klosterszenen stolperten die seltsam agierenden Klosterbrüder förmlich übereinander und die Hauptsprecherin war leider die Souffleuse, Ganz nett geriet der Puppenladen und Frau Ilse Goltz-^ Kick war eine Niedliche Puppenfee, die alle Register der Koloratur, der Unterhaltung und der Webe spielen läßt, so bald man nur auf den richtigen Knopf drückt. Freilich war sie auch in Hren Gefühlen recht puppenhaft, da ist ihr wohl der richitge Knopf noch nicht aufgegangen. Vielleicht war Herr Hille daran mitschuldig, der den Liebhalber wider Willen gar zu. schüchtern und unbeholfen stammelte, Die übrigen Sänger brachten mit Erfolg dia — mehr oder weniger? — einstudierten Kalauer, Clownerien und Pointen. Zwischen Schmiere und Opernbühne pendelt das Schönbrunner Sormnertheater hin und her und hält schlecht und recht die heiße Sommerszeit durch, wobei immerhin ein sehr lauglsamer künstlerischer Uufftieg zu verzeichnen ist, stlb, Neuerwerbungen der RaNonalbibllothek i« gerusalem. Bor kurzem erschien das erste Höst des zweiten Jahr« ganges des Organs der NaiioMlbiAiochvk in Jerusalems, ,-Kirjath Sefer", mit schr interessanten Berichten über die jüngsten Erwerbungen der Bibliothek. Der erfreu-, liche Zuwachs ist fast ausschließlich Schenkungen aus allen Weltvichtungen zu danken. In den letzten vier Monaten ver-. zeichnet der Katalog einen Zuwachs von 6281 Büchern (68.384 Bänden), die bereits eingetroffen sind und katalogisiert wurden. Im April veröffentlichte die Bibliotheksleitung das Verzeichnis der gesamten periodischen Presse, die in der Bibliothek benützt werden kann, es sind dies iusgesaint 674 WWchM ZMHrWr, . '«UM