Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2309 (26.7.1925)
- Date
- 1925-07-26
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2300 Lien, Sonntag ,..... .. - , Der amcril'-U'.ijch^ ^ude Marcus Potaschheimer krklchigt in einein Telegramm die Spende einer Sammlung von 2000 Büchern in jüdischer und hebräischer Sprache und außerdem 40W Bücher (Indaica) in den verschiedenen Welt« sprachen. In dieser Santmtlung gibt es eine hübsche Zahl alter Ausgaben und Seltenheiten «ns dem 16. Jahrhundert. Der Bibliothekar der jüdischen Bibliothek von Cincinnati, Herr Qko, teilte toc Absenkung einer wertvollen „Spinoza- Sammlung" mit. Herr Öko, einer der bedeutendsten Bibliographen und Sachverstmtdigen im Bibliochekrvesen, hat die 400 Bände Spinoza-Literatur im Laufe vieler Jahre selbst gesammelt und verpflichtet sich, so lange er lebt, diese GpeziaLsannnlurrg fortzusetzen und die Ergebnisse derselben der Natwnalbibliothek m Jerusalem zu widmen. Der GroßraWincr von England, Dr. Hertz, hatte, als er zur Eröffnung der hebräischen Universität im Jerusalem weilte, von seinem Bruder Emanuel Hertz dile Mitteilung erhalten, daß er und die Fanrilie Kirschen bäum in New- Bank es auf sich nehmen, der Gibliachck eine Widmung von 2000 Büchern auf den Nameu Simon H e r tz zu stiften. Ebenso errichtete Herr Eduard Rosenthal in New-Aork eine Widmung von 1000 Bänden aus den Namen Schamai Rosent ha l. Bon Bedeutung ist auch die Mitteilung, daß das „Judaistrsche Institut und Freunde der Jerusalemer Universität in Warschau" gemeinsam die reichhaltige Bibliothek des verstorbenen Dr. S. Posnanzki — ungefähr 1900 Bände — erworben und der Nationalibibliothe! in Jerusalem zürn Geschenke gemacht haben. Aus dm Ämtern. Burggarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal d« Hofburg). Heute, 8 Uhr abends, FestsvielzvkluS. ..Das Dretmäderlhaus". Dirigent r Friedrich G r » b e r. Schönbrunner Schloßtheater. Heute „D sie Puppe". Morgen bleibt das Theater geschloffen. 'Johann-Strauß - Th tatet. W SamStag gelaugt täglich die Operette >D i eg r o ß e Unbekannte" zur Aufführung. _ Unbekannte Werke Dostojewskis. Im Kaukasus sind kürzlich Zwei und zwanzig bisher unbekannte und unveröffentlichte Werke Dostojewskis zum Borschern gekommen. zum größten Teil vollertdete Erzählungen sowie ein mirfangrerches Tagebuch, das der Dichterführte, und das bis zu seinem Todesjahre 1681 reicht. Die Manuskripte befinden sich derzeit in den Händen der Sowjetbehörden und 'sollen domnächst veröffentlicht werden. Die jetzt aufgefundenen Schriften befanden sich Jahre hindurch Ittt der Obhut von Fedor Dostojewskis zweiter Frau. Ws sie im Jahve 1916 stand, befanden sich die Schriften im Safe pine-r Bank in einer LuÄasischen Stadt, von wo sie aber auf geheimnisvolle Weise verschwanden. Einige Zeit später erhielt der Volkskommissar Wr den LffenMchen Urtterricht im Kaukasus ein anonymes Schreiben, tvorin Hur die Schriften gegen eine hohe Summe zum Koavfe «vgeiboten wurden. Der Schreiber des Brieses konnte nicht eruiiert werden. Bor kurzer Zeit echiett eine >bm Kaukasus liebende Familie von einem unbi-kannten Sender einige große Krsten, und als diese geöffnet wuvton, stellte es sich heraus, daß sie die verschollenen Doftoj«vsk,scheu MamHkMte enthielten._ ■** GerichtssM. *, ’• Für Hauser, die aus öffentlichen Mitteln erbaut werden, -ist Wohnbausteuer zu zahle». Der VerwaltuingsgorichtShof hatte am 7. d darüber zu entscheiden, ob dm von der „O st m a r k" in Hietzing «Nit Zuhilfenahme eines verzinslichen Vorschusses .und eines verzinslichen Darlehens durch den Bundes-Wohrr-' und Siedlungsfonds nvu-evbauten -sieben Häuserin die Befreimlg von der Wohnbausteuer zukomme. Der Vertreter der Beschwerdeführerin führte ans, daß die ^Ostmark" die erwähnten Darlehen aus BmttosmittÄn zwar erhalten habe, daß diese Kapibalsibetiväge jedoch bereits im März 1928 zurückgezaW wurden.. Diese Darlehen haben übrigens keinesfalls genügt, es mußten Or die Baüführung auch noch private Gelder verwendet werden. Der VerwaltungSgerichtshoif hat diese Beschwerde nach Anhörung der Ausführungen des Vertreters der b^larrgten AbgabebcischUvtzrdekommission der Gemeinde Wien, ObermagistratSrat Dr. Franz Urban, als unbegründet ab gewiesen, weil nach dem Gesetze die Befreiung nur solchen Neubauten gevMrt wird, die ausschließlich aus privaten Mitteln errichtet worden sind. Die neuen Schillingnote». Der Telegraphenaldsunkt Andreas Seif hatte am 1. Juli am Westbahnhof «in Auto genommen, um auif den Franz-Josefs-Bahnhojs zu fahren. Dort zahlte er angeblich irrtümlicherweise statt, mit einer Zehnschillingnote mit einer Hundertschillinguoic, die ihr bekanntlich wirklich zum „Verwechseln" ähnlich sieht. Der Chauffeur gab ihm auf zehn Schilling zurück und bestritt, als ihn der Fahrgast auSgcsorlscht hatte, entschieden, eine Hurtdertschillmgnote empfangen zu haben. Gestern hatte er sich vor donr Strafbezirksgericht 1 (Dr. Berger) wegen Betruges zu verantworten, wtMte aber «naivgels eines SchuWboweises f r e i g e s P r o ch e n. Trotz Aufenthaltsbewilligung verbotene Rückkehr. Der aus Rußland flüchtige Lederarbeiter Sergius Klimoss war im Jahre 1022 aus Wien ausgewiesen worden nttd hat bereits eine -Mstrasmvg wegen unerlaubter Rückkchr erlitten. Bei seiner letzten Äbstralfung wurde er aus dem Wiener Pöligeirayon abgeschoben und erhielt die Belehrung, daß er nur mit einer A u s e n t h a I t s b e w i l l i g u n g hicher znrückkchven dürfe. Nun wurde er am 10. d. in Wien betreten und da er um Ausetrthaltslbewillignuig angesucht hatte, auf freiem Fuße belassen. Er hatte sich jedoch wegen verbotener Rückkchr vor dom Beziriksrkchter Dr. Berger zu verantworten. Der Angeklagte, welcher schr schlecht deutsch spricht, gab an, daß er außerhalb Wiens keine Beschäftigung finden konnte und deshalb am 1. d. bei der Polizeidirvktiou ein Gesuch uan Ansen th a ltSb ewilligung eingebracht habe. Er weile fett drei Jahren in Wien und habe hier inaner Arbeit gefunden. Tatsächlich sei ihm diese A u f e n th alt s b «will i g u«rg auch am 16. d. von der Polizeioirektion für mehrere Monate erteilt worden. Richter: Sie hätten eben warten nvüssen, bis Sie die AnisenthaltSbewilligung bekommen haben und hätten nicht schon früher nach Wien kommen sollen. — An ge kl.: Ich habe geglaubt, daß ich schon, wenn ich ansüche, nach Wien kommen kann. Der Richter ging mit einem F r e ifp«nch vor, da bei der «nangelnden Kenntnis der deutschen Sprache der Angeklagte, dem die Aufenthalts- ^Vewrllignlvg ja auch ertellt wurde, sich in einem I r «1 u m be» MrchW Erscheint. > _ Me«er Morgenzeitun«. LollsMtt. «eine Arraple, fand«« «nr Liagnose. Die Bölkerbuntoxpertsse Wer Oesterreichs Wirtschaft. Vor drei Wochen «varen die Experten des Völkerbundes, Mr. Lay ton und Professor Rist, nach Oesterreich gekomanen, n>m hier eine genaue Expertise über die Sanierrnvg Oesterreichs zu veranstalten. Cs wurden von ihnen Gutachten sämtlicher Wirlschaftskorporationen eingcholt. Zahlreiche Fachleute wurden um ihr Urteil gefragt. Es .wurde viel statistisches und ökonomisches Material gesammelt. Nun scheinen die Experten vor dem Ende ihrer Untersuchung zu stehen. Cs wird sich jetzt nunmehr darum handeln, das vorhandene Material, welches schr stark angeschwollen ist, P, sichten und endgültig zu bearbeite», mn auf Grund idessolben ein Urteil über die Wirtschaft Oesterreichs zu sälleu. Der Franzose Professor R i st verläßt heute Wien. Der englische Experte Loyton dürfte in «irrer Woche Oesterreich verlassen. Beide Experten werden nachher noch gusaurrnenkomnren, mm gemeinsam ihr Urteil ahzugeibcn. Am 16. August soll dos fertige Elaborat donr Völkerbund überreicht werden. Dasselbe wird die Grundlage für die Beratung des Bölkcrbundratcs im September bilden. Di« Aoußcruntzen der Experte». Zum Abschied beriefen die beiden Experten eme Pressekonferenz, im welcher sie sich Über den Stand ihrer Arbeiten äußerten. Professor Rist erklärte in einer Rode, daß vorläufig ein endgültiges Urteil nicht vorgelegt werden könne, doch könne schon honte gefügt tverden, daß die größten Anstrengungen, welche Oesterreich macht, nrnr den enomnen und ganz außergewöhnlichen Schwierigkeiten zu begegnen, in die es «lach donr Kriege versetzt wurde, auf d i e E x p e r t c n einen sehr günstigen Eindruck gemacht haben. Die österreichische Industrie habe sich durch Aeuderuug ihrer Mechoden und durch Gewillnun-g neuer Absatzgebiete der veränderten Situation angopaßt. Oesterreich mache die gvößtell Anstrenguugen, sich selbst zu helfen. Es sei dies der Praktikabelste Weg, um den Ergebnissen seiner wirtschaftlichen Tätigkeit eine Pforte zu öffnen. Cs sei dies nicht nur ein österreichisches Problem, es berühre Zentraleuropa inr allgonieinen und vielleicht die ganze Welt. Die meisten Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Probleme >der Volker können jtmx durch et n inte rnatIonales Zusammenarbeiten gelöst werden. Dies sei auch durch die Enquete immer klarer geworden. Der englffche Sachverständige Mr. Lay ton bornevtte, daß matr sich davor beüvahren «nüsse, zu glauben, daß >das Ergebnis der Untersuchmrg des Wökkertbundes in der Vorschreibung einer Patentmedizin fitr Oesterreich gipfeln könne. Die Schwierigkeiten Oesterreichs seien so kompliziert, daß sie sich nicht über Nacht aus der Walt schaffen lassen können. Nimnaird verfüge Wer eine wundeMirkende Panazee, die geeignet Ware, sofortige Heilu>ng zu bringen. Ueber England fei erst kürzlich ein Werk erschienen, das dse Ursachen der englischen Expovffchwierigkeiten sehr ausführlich behandle. Oesterreichs Schwierigkeiten sehen den englischen ähnlich. Die Aiffgabe der Experten bestehe entgig und allein in der Diagnose, in der Ermittlung der Ursache der Schwierigkeiten Oesterreichs. Aus der Diagnose ergebe sich aber auch die Heilung. Das Resultat der Expertise — die Lebensfähigkeit Oesterreichs. Aus den Zleußerungen der Experten kann geuatl herousgelefeu werden, daß sie van der Lebenssähigkert Oesterreichs als s«clbstäudig«es> Wi»rtschaftsfubjekt überzeugt sind. Es ist zweifellos, daß der Völkerbund, der im September Oesterreich wieder zum Gegenstand seiner Beratung nchmcn wipd, Beschlüsse fassen wird, die aus der LcbenZfähigkeit Oesterreichs als sellbständiges Wirtschaftsorgan basieren. In den Aeußerungen der Expertett macht sich lange nicht der PessmriSmus geltend, tot in offiziellen und inoffiziellen Stimmen geäußert wird. Man sage ja nicht, daß solche Experten kein richtiges Urteil über evn Wtttschaftsgebilde äbgeton können. Mr. Lahton hat ganz richtig das englische Sprichwort erwähnt, daß die Außertstchertton das Spi>el viel besser überblicken. Das Material, welches dort ton Heiden Nationalhkonomen von internatiormlonr Ruf lvährend ihres Aufenthaltes gesanunelt wurde, dürfte genügen, um sich ein Bild Wer die tatsächlichen Wirtschaftsverhältwiffe zu bilden, zumal, da die Artsichtetl beilder weder durch Poli-tik noch durch einseitige Gebundenheit ivgendtvie getrübt sind. Ihr Standpunkt wurzelt darin, daß die Krise Oesterreichs nicht als Eintzelerscheilnurtg zu nchmert sei, sondert, daß sie eitlen Teil der Wirtschaftskrise ganz Europas bildet. Sticht ohne Absicht Hai der englische Sachverständige gerade auf die Untersuchung über die Schwierigkeiten des englischen Handels hiügewvesen. Gr Wollte damit evklärett, daß andere große Wirtischaftsgebilde ähnliche Sorgen häbctt. Das Jttteressanteste aber ist der Schluß des Engländers, der glaubt, daß nur das Z u s a nt m e narbeii,en der Nationen endgültige Hilfe brlngett kötttte. Dies bedeutet das ungeschtninkte Bekenntms zum Völkerbund Und zur Hilfe des Völkerbundes, welches in diesett Aettßerungen zmn Ausdrttcke kommt- Es ist interessant, daß dichcr Gedanke gerade der englischen Älietttälität entspricht. Es zeigt über auch, tu welcher Richtung sich die wetteren Maßnahntett der Wirtschastssanierung nicht nur Österreichs, sondern auch der übrigen notleidenden Staaten 'bewogen werden. Oesterreich und der Bölkerhund. Danrtt wird dem VÄkerbttnde, der bisher zttnleist als politisches Organ betrachtet wurde, eiüe wirtschaftliche Aufgabe^ von eminenter Bodeutnng zngewiesen. Es scheint, daß selbst Ettgland sich unter Umstän>dott für die Sayierung seiner Wirtschaft ebenfalls .dieser Kooperation bedienen dürste. Auf alle Fälle wird Miifellos der BGkerbuilch Ootze.r«jchs Wivt- 26. Juli 1925 Leite t «<>> * .— .. ....11. ' allein nütrt nichts gegen die kJ'C/#f Wcdtselfailc des Lebens. Wi$ wird aus Ihrer Familie, wenn Sie vorzeitig sterben? fX499*Cf/*/l4*9*Vt bie Ihr Leben bei der wlvllw tl Lebensversicherungsgesellschaft „Phönix“ in Wien, Vcrsicherungsabtelfung des Jüdischen Nationalfonds, Wien, I.. Kärntnerstrasse 28, Telephon 77-4-85, 77-4-86, oder bei einer anderen Filialdirektion des „Phönix“. schaft einer weiteren sehr gettauen Kontrolle unteppchcn unt dürfte vielleicht im Rahmen seiner FuMioian ntancbe Beschlüsse aus Grund tor Expertise fassen. Es dürfe hier nicht toj von den österreichischen Regierungsmännent geprägte Schlagwort von der A u f h e b u n g d e r g e g c tt {e i t i o c tt Grenzen der Nationalstaaten als .das wichtigste Mittel für di« Sanierung der issterreichischen Wirtschaft angesehen werden. Auch der Plan einer Do naufödera t ion, wie ei vielleicht von manchen Politikern prophezeit werde, dürft« unter dem Resttbtat tor Expertise an Aktualität wesentlich einWßen. Ms salbstständiges Wirtschastssubjc-ki soll Oe st er re i/f) tveitcr bestehen. Dieser Selbständiakeil cnffprechend . dürften auch die Unterfuchuttgsergebitissc lauten Es entspricht detn Wesen der volkswirtschaftlichen Unter* suchung, daß sie üt erster- Reihe den Kern der wirtschaftlichen Krankheit gri'Mdlich behandelt. Hat sie ton KrauHeitskei'm gefunden, so laßt sich auch leicht die weitere Therapie fiir di» Heikung feststellen. Die Experten tos Völkerbundes gehen iv derselben Weise zu Werke. Als gadiegene Fachmänner von Weltruf, di'e derlei Aufgaben bereits oft erfolgreich gelöst, dürften sie auch «bei der Bchandlnng des österreichischen Problems die richtigen Schlüsse ziehen. Man kann gespannt fein, wie dies« lauten >lverdett. Eines ist sicher: der Bofund dürft« nicht schr nngünstdg lauten. Dem Völkerbund obliegt es dann, die Medizin zu bestimmen. Ans alle Fälle zeigt auch Li oft« Ereignis, daß die österveichiische Wirtschaft nur ilrn Nahmen tos Völkerbundes ihre Gesundung beschleunigen kann. Dies ist nicht nur die Erkenntnis Oesterreichs, sondern auch di« der anderen in einer Wirffchastskrise befindlichen Staaten. Oesterreich nmß nur daraus die richtigen Konsequenzen ziehet» und dcmt Völkerbünde bei feinen werteren Maßnahmen die, jcnige Rotte einräunten, die ihm tatsächlich zukommt. Der gestrige Privatverkehr. Im gestrigen privatett Effektenhandel -war die Tendenz ün Gegetrsatze zutn Vortage etwas flau. 2tur wenige Abschlüsse wurden getätigt, wobei sich leichte Abschwächungen ergaben. Auch die tags vorher stark gesuchteit U n g. H o f h e r r - A k t i e n bröckelten ab. Der Wiener Geldmarkt. Aitläßlich des bevorstehenden Ultimos wird eine Versteffüng des Marktes ettvartct. Die Geldgeber sittd zurückhaltender geüvorden. Die Diskantermäßigung tor Nativnalbattk auf 10 Prozent hat gar keine Wirkung ausgeübt, zuntal da der Diskontsatz für erste Bankwrchsel bereits seit lättgever Zeit nur 10 Prozent beträgt. Die Banken haben den Beschluß gefaßt, ihre Debet- und Kreditzins:.! entsprechend der Diskontermäßigung ebenfalls um rin Prozent herabzufetzen. Es beträgt demnach der Einlagezittsfuß n»- Prozent, bei zwei und drei Monaten Verdi.:-, düng 8 nrtd S Prozent. Der Kreditzinsfuß bewegt sich 1,3 Prozent über Le': Bankraie, Lech ist das Geld lange nicht so b.llig, we l noch die einzelnen Proviüonssätze hinzukommen. M i riuer weiteren Erntäßigutrg ist für die nächste Zeit nicht zu rechnen. Die nächste Generalratssitzuttg findet erst im September statt. Auch das Exekutivkomitee, welches das Recht hat. eine solche Ermäßigung Vovzunehmen, dürfte bis September von diesem Rechte keinen Gebrauch machen. Die Geldverh altnisse sind wohl f l ü,s s i g, doch kommen hiefür nur erste Geldnchmer in Betracht. Firr die anderen Kreise, namentlich für Handel ntdd Gewerbe, ist die Krediterlangung äußerst schlvierig. Umtausch tor AMen tor Kaschau-Oderberger Eisenbahn gegen tschechoslowakische Staatsschuldverschreibungen. Auf Grund eines mit der tschechofloiwakischen Regierung getroffenen Abkonl-mens können die Aktien tor K a s ch a u - O d e r b e rgcr Eisenbahn, ans welche seit dem Jahve 1919 lediglich eine jährliche Dividende von 16 ungarischen Kronen gezahlt wird uttd deren Tilgung erst vom Jahre 1962 an mit 4 0 0 ungarischen Kronen vorgesehen fft, nunntehr gegen 4prozenttge amortisable, an tor Prager Börse kotierte StatSschuldverschreibungen der tfchechoslöwakischen Republik spesenfrei u tn g e l a u s ch t werden. Mr jede Aktie wird je eine solche Staatsschuldverschreibung im Notninanlbetrage votr 400 t s ch e ch o s l o w a k is ch e n K r o n e n mit Zinsenlauf ab 1. Jänner 1925 in Tausch gegeben. Die Tilgung dieser Staatsschüldverschretbungen ersoilgt mit dem Barbetrage von je 400 tschechoslowak-rscheu Kronen und beginnt bereits mit tour Jahre 1926. Die Einreichung tor Aktten jurn Umtausch hat in der Zeit vom 1. August bis spätestens 31. Oktober 1925 in Wien bei der Ä11 g e nt c i n c u österreichischen B oden-Credit-Anstalt oder bei der Anglo-Austrian- Bank Limited. Niederlassung Wien, hx Prag bei der Z i v n o st e n s k a b a n t a v Praze zu erfolgen, bei welchen Stellen die ausfithrliche Kundmachmrg kostenlos erhältlich ist. (Etrtgeltlich.) Das Schicksal tor Gerhard»- Leder-A.-G. Wie wir erfahren. hat der Kampf zwischen der Präsidentin Fratr Julie Gerhardus und tor gegnerischen Gruppe, die unter Führnng tos in der außerordentlichen Generalversammlnttg zum Verwaltungsrat getvählten Dr. Sternberg steht, eine Verschärfung erfahren. Die Angelegenheit dürfte zweifellos ein gerichtliches Nachspiel haben. Mittlerweile sind die Gläubiger unruhig geworden. Es fft infolgedessen nicht ausgeschlossen. daß in der nächsten Zett von dieser Seite ein Antrag auf Insolvenz oder Konkurs tos Unternehmens gestellt tverden wird. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wunde eröffnet: 'über Paul Schröder. Kaufmann, 18. Bez., Liimrstraße 49, über Franz Mlaruik, Stickereierzeuger. 8. Bcz., Ramperftochergasse 29, und über Bernhard Wyscher, Baton. MrMsse i