Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2308 (25.7.1925)
- Date
- 1925-07-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Nr. 2308 " Wien, BomitaQ /vorletzten Wagen gekenniMichnet. Außerdem wird durch Aus- - rufen des Ausläufbahnhoises dieser Züge für die Orientierung t der Reffenden vorgffoaigt. * Der Keren Käjenleth und der 14. Zionistenkongrrß. ^Donnerstag den 30. d. nur viertel 8 Uhr abends findet in den -zionfftischm Bureaus, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, eilte Zusammenknnft der Mitarbeiter und SeÜbftkontingeirtler des Keren Kafeureth statt, bei der Herr Adolf Pollak, Sekretär jdes Hanptbureaus, und Herr Dr. Tartakowcr referieren . werden. Tagesordnung: Der Keren Kajemech auf dem 14. Zio-! nistenkongreß. Mitarbeiter mtd SMstkmttingenrler we,-den erf sucht, PünkAch zu erfcheinem * Mn ertappter Taschendieb. Am 12. d. wurde in einem ■ Zug der Elektrischen Wien—Baden ein Mann angehalten, der ' dem Kaufmann Nathan Z u ck e r m a n n auf der Fahrt die . goldene Uhr gezogen hatte. Der Mann nannte sich Mchlich I Adolf Nnßbaum, wurde albcr später als der 27jährige Handels- Angestellte Adolf Grünspan, zu Zbarasch in Pollen geboren, erkannt. Er hat seit seinem 13. Lebensjahr zahlreiche Strafen s wegen Laden-, Taschen- und Einbruchsdiebstählen erlitten und \ ist aus Oesterreich seit 1920 landesve.rwiesen.! * Opfer der Badesaisou. Am 33. d. fft in St. Andrä! der 21jährige Student Fritz Nohatsch aus Wien beim Baden in der Donau ertrunken. — Der 18jährige Autoi spänalergehilfe Franz Fr ömme fft am 19. d. im Donanavm der L a n g - E n z e r s d o r f ertrunken. — Am 21. d. fand der; Pionier Konrad Be rer, der in Kornenburg beqnartiert war,! beim Baden an der Mündung des Stöcker au er Armes den ' Ertrinkungstod. * Vom Oheim erschossen. Wie. berichtet, wur.de am 18. d., abends, der Ichährige Gymnasiast Georg Heini mit einer schweren Schußwunde im Bauche nach Wien gebracht, tvo er 'alsbald starb. Der junge Mann hatte seit Beginn der Ferien > bei seinem Großvater Leopold Huber in Umter-Mbsdovf ge- ' weilt nnd war anr 18. d. mit fernem Oheim, dem Cfferrbahmr sFranz Huber, aufs Feld gegangen und erhielt dort unver-!.mutet den Bauchschuß. Huber wurde von der Gendarmerie ^wiederholt einvernommen und halt jetzt das Geständnis abgelileat, daß er seinen Neiffon mit einem Revolver aus Unvorkstchtvgkoit erschossen habe. i * Ein flüchtiger Bezirkshaupt mann. Der gÄvesene Bei zirkshauptmann Dr. Alfred L e u ch t t a g, der in Baden die Billa des Erzherzogs Eugen gekauft und das Gestüt St. Helena angelegt hat, ist unter Hinterlassung einer Milli ardenjschuld geflüchtet. Dr. Leuchttag war seinerzeit als Grenz- ^ontvollor in Bmck a. d. Leitha tätig und soll sich durch die s Kontrolle über die Getreide- und Mchlverrechnung mit Ungarn 'ein großes Vermögen geschaffen haben. Ueber seine Tätigkeit fliesen mehrfach Anzeigen bei der Wirtschasts- Polizei ein. Der Akt tvurde van der niederösterveich ischen! Staithalterei requiriert nnd ist nicht mchr an die Polizei zujrückgekehrt. Ueber seinen Verbleib herrscht völliges Dunkel. Zuletzt langte eine Anzeige gegen Dr. Leuchttag ein, weil er eirvem Bauern in Gastein ein Davlchen dorr 20.000 > Dollar zu übermäßigen. Zirffen gewährte. Die Anzeige gegen ideu Wchtigen Dr. Äeuchttag wurde der Staatsanwalt- > sich a ft ülbermrtitvlt. * Hnudswut in Hietzing. Jur Hause Lanrzerstraße 93 .wurde an einem kleinen, gelbgefbeckten Foxtervierweibchen .Wutkrankheit sestgcstellt. Das Tier ist öfters entlaufen l und soll auch mit anderen Hunden hernmgevaust haben. Die , Hundebesitzer in Hietzing, Lainz und Speising werden aus dieifeai Fall hesoachers ausmerksmn gemacht. ' ' -- Bühne und Kunst. K« Bnchhändlerboykott gegen deutsche Schriftsteller. Berlin, 24. Juli. (Wolfis.) Der Schutzverband der deutschen Schriftsteller, der Verband deutscher Bühnenschriftsteller und der Verband deutscher Erzähler veröffentlichen folgende Erklärung: Auf Grund der veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich. auch im Buchhandel .neue Organisationen für den Vertrieb van Büchern entwickelt. Ein Teil der deutschen Sortiimenter glaubt, diesen Wettbewerb dadurch bekämpfen zu können, daß sie die beteiligten Autoren boykottieren. Sie haben in der Buchhändlerbörso eiüe Äffte solcher Urheber veröffentlicht, die irgendwelche Werke diesen neuen Anstalten anvertraut haben, und haben ferner die Buchhändler angewiesen, sich -für die sonstigen Werke dieser Urheber nicht mehr einzufetzen. Gegen dieses Vorgehen werden die obgenannten Verbände im Interesse des deutschen Geisteslebens mit allen Mitteln ankämpfen, bis die völlige Freiheit des geistigen Schaffens, dem auch der Buchhandel zu dienen hat, erreicht ist. Entsprechende Schritte der Bedrohten, unter denen sich übrigens Deutschlands erste Namen befinden, sind eingeleitet. - , « . Aur dr» Aeatem. B u r g g a r t e » (bei ungünstiger Witterung im Festsaal '' der Hofburg). Heute. 8 Uhr abends, „IDOJahre Johann Strauß". Lichtbilderkonzert mit Vortrag (Dr. Ernst Deefey), Gesangseinlagen (Grete Dürrigl-Schwoiser und Viktor Norbert). Das Wiener Symp ho n i e - Orchester, Dirigent: Martin S p ö r r. Raimund-Theater. Heute zum 25. Male »Die vertagte Nacht" von Arnold und Bach. Wiener Kammermusik in Salzburg. Die Vereinigung Wiener Musiker beging ist Salzburg ihr Weites Kammermusikfest, welches den jungösterreichischen Komponisten aufmunternden Erfolg brachte. An drei Abenden gelangte eine Auswahl von Kainmermusikwerken zur Aufführung. Ein Streichquartett van Kovnauth, ein Quintett von Prochaska sowie Kammermusikwerke van Kauder und Schreiber fanden besonderen Boffall des sehr zahlreich erschienenen Publikums. WoW das? Der Ne-V-Aovker jüdische Schauspieler Hyman Prigant Md seine Gattin, Sarah Filler, beide Mitglieder van Max Gebils Theater in New-York, sind auf der Durchreise in Wien. Sie bElagen sich ist ei nein Schreiben an die,Wiener Movaenzeitnng" nicht mit Unrechtüber die nicht eiirwandfrvle REanre der i!m Hotel Stephanie spielenden .^Jüdischen Bühne". Sie benützt nämlich BiDerausllchnitte ans New-Aorker jüdffchen Blättern über Thertervorstellungen, in denen bekannte jüdffche Schauspieler, wie Max G e b i'l, Jeny Goldstein. Graz, Leon Blank, William Schwartz, ZKMÄpKv, Aavah.Fil^r Md andere, mffgowirkt Wiener Mmmenzeitung. haben, was den Anschein erwecken könnte, als ob alle diese Schauspieler im Hotel Stephanie auftreten würden. Herr Prizant hat mit Recht gegen diese n n e r l a übte R c k l a m e protestiert und erzwungen, daß das eine PIaka> beim Hotel Stephanie entfernt wurde. — Wozu geschieht das? Die Schauspieler von: Hotel Stephanie haben es doch nicht ilötig, sich nn't fremden Namen zu schnrückcn und zu AuSkunfts- Mitteln Zuflucht zu nehmen, die in keiner Weise gebilligt Werben können? Jüdische Denkwürdigkeiten auf der Kölner Jahrtausend« Ausstellung. Die Jahrtaltsendausstellung der Rheinlande wefft in ihrer stidischen Abteilung außerordentlich wertvolle Dokumente ans. Besonderswcrt sehenswert ist das Originale eines B'ibelkodex aus dmr Jahre 1294 und eine vierbändige PorgamenthaNdschrift vor: bant Kölner Juden Nathan ben Schimon, im Jahre 1294 augefertnp. Bekanntlich reicht die Geschichte der Mischen Gemeinden des Rheinlandes bis in die Römerzei't zurück .Ein wichtiges Dokument aus dieser erstell Perrodc der sirdffchcn Siedlungen a>nr Rhein ist die Verordnung Kaffer Konstantins aus dem Jahre 321. Die UMnde fft allerdings nicht iw Originale zu se'hen, sonderrr in einer photographffchen Wiedergabe. In eurer eigener» Mteilnng sind GrMtei'üe aus dein 11. Jahrhundert der Friedhöfe von Speyer, Worms, Mainz und Köln exponiert, teils in Abgüssen, teils in Originalen. Großes Interesse wird den Modellen von Jndenbädern cntgegengebracht, wie sie in Worms ltnb Speyer vorhanden waren. Auch das beri'chnrte Friedbergcr Bad aus bam Jahre 1260 ist zu sehen. Aus der Fülle von Urlit/mbeu ist besonders das Jndeuschreinsbuch der KAner Lmlrenzpfarre aus dem 13. Jahrhundert hervorznhüben, solivib zahlreiche Schuhbriofe geistlicher und weltlicher Fürsten. Auch die Emanzipationszeit fft reich vertreten, besonders durch sehr bernerkenswerte Exemplare von Judenordnungen. ' _ RaLioProgramirr. Heute Samstag. 4 bis 6 Uhr r Nachmittagskonzert. Jos. Strauß r Die guten alten Zeiten, Walzer. Supper Dichter und Bauer, OuveMre. Beethoven: Variationen aus der Sonate, Opus 8. Gounod r Serenade. Puccinir Madame Butterfly. Phantasie. Mozart: Wenn die Lieb' aus deinen Augen. Boldir Chanson boheme. Zeller: Der Obersteiger, Potpourri. Granichstädten: Auf Befehl der Herzogin. Nelson r After the storin, Tanz. — 6 bis 7 Uhr: Das Epigramm. (Friedrich Logau, gestorben 2b. Juli 1656.) — 8 Uhr: „Die Dollarprinzessin". — 10 Uhr: Heitere Abendmufik. (Kapelle Jelinek.) Berelne, Bortrllgr und Berfammlungen. Zionistische Kulturgruppe Brigittenau, 20. Bez., Karl-Meißl-Straße 5. Morgen. */«9 Uhr vormittags, Nationalfonds-Büchsenleerung. 1 Uhr nachmittags Ausflug nach Pötzleinsdorf. Treffpunkt Vereinslokal. — Verein MikdaS M e a t, 2. Bez., Kleine Schiffgasse 8. Heute um 5 und l[J Uhr abends Vorträge über den Wochenabschnitt. Vortragender: Rabbiner Dr. W u n d e r m a n n. * Der neue Palästinafilm in Sauerbrunn. Honte, halb 9 Uhr abends, findet im Freilichtkino in S a u e r b r u n n die Aufführung des Palästinafilms „D a s L a n d der Verheißung" statt. Ansprachen halten Herr D. W e i n st e i n und Herr Dr. Otto A b e l e s, welcher soeben von einer Studienreise auS Erez Israel zurückgekehrt ist. Kartenvorverkauf im Zeitmrgsverschleiß Breuer und bei Herrn Weinstein, Sauerbrunn, Hartiggqffe.27. _ Gerichtssaal. Ein christlichsozialer Republikaner. Der christlichsvzistle Landtagsalbgooridnete Dr. Barsch führte gilogentlich einer Eisenibahrchahvt mit dem Bahnbeamten Andre ein politisches Gespräch, in deffen Verlauf er eMärte, daß er schon: zur Zeit der Monarchie ein überzeugter Republikaner gewesen sei und daß er auch der Meinung sei, der Weltkrieg habe stur ivegen des Einflusses der Kaiserin Zita, die er als „italienische Bestie^ beschimpfte, einen unglücklichen Ausgang Kr Oesterreich gehabt. Anfangs Jänner erschien nun l-r den österreichischen Nachrichten", einem monarchfftijschen Blatte, ein Artikel, in dam Dr. Barsch als Lügner und Verlenrnder bezeichnet wurde. Dr. Bausch evholb die Mage gegen den verantiwortilichen Redakteur der „Oesterreichischen Nachrichten" Dr.,Robert Wolf, der wegen Ud&ertxetuna des Pretzgefetzes zu einer Geldstrafe von 2 0 S ch i l l i n g v e r u rtcitt wurde. Dr. Wvllif erhob .Berufung und N ichtigkeitsbejschwerde gegen das Urteil, über die geistern vor dem: Bevufungssenat verhandelt ivnrde. Der Vertreter des PrivataMägers legte dem Gerichte die Abschrift eines Briefes des .früheren Mmffters des Äußern Cgernin an die Exkaiserin Zita vor, des Inhaltes, daß er ihrem Wmffche gemäß an sie über die äußeren Ereignisse ständig Bericht erstatten wewe. Der Brrüf schließt: „Euer Majestät küßt die Hände Euer ergebenster Diener Cizevnin." Der Verteidiger des Ärvgeklagte:: legte einen Originalbriof Cßermns an den Angeklagten Wolf vor, in den: er sich dagegen wendet, daß die vormalige Kaiserin Zita irgend einen Einlsluß genomnien hätte und ihre österreichische Gesinnung m Schutz nimmt. Nach durchgeführtem Verfahren wurde die Bcrufmrq zuvückgewiesen rmd die Strafe bestätigt. , Der Erfinder der Todesstrahlen? Vor dem Strafrichter des Beqirksgerichtes Margareten Dr. S ch r o m halt., sich gestern der aus der Hast vorgeführte 95jährioe, aus Stettin stammende Ingenieur Dr. WMMn Mo schell wegen verbotener Rückkehr zu verantitvorten. Dr. Moschell fft wegen EvpressuM an einer Proistituierten aus Oesterreich ansgewiesen. Bei der damaligen Verhandln«« vor den: Landesgerichto 2 gab er an, daß er der Erfinder der Tod es strahlen sei. Er erkühlte auch, daß er große Patente, von nngcheurer: technischen Vorteilen tvährend des Krieges eüsündeu habe, die auch von der denffchen Rgierung verwendet wurden. Nach Bevbüßuirg seiner vom Landesgericht verhängten Strafe wurde der Arrgeklagte äbgeischolben. fft aber wieder nach Oesterreich zurückgokehrt und wurde deshalb verhaftet. Sein DMorgrad und sein Jngenieurtit-et wurden von den österreichischen Gerichten augczweffelt, äber ein Beweis, daß diese akademischen Grade von dom Angeklagten ohne Bestlgnls geführt tvevden, konnte nicht erbracht werden. Bei der Verhandlung kam es gleich zu Beginn zu Ztoischerisällen. Der A:ffMagte >l e h n t e den Richter Doktor Schrom a b, weil differ als Staatsanwalt bei seiner lauldesgerichtlichen Berurteffnug mitgÄvivkt hat. Der Ablehlmngsaidtrag des Angeklagten wurde jedoch vom Gerichts- Vorsteher ab gelehnt. In der Verhanvln»rg behauptete er, e.x sei wegen seiner großen Patente nach Wien zuvrickakchrt. 'Diese Patente seien von ganz außerordentlich vokkswirffchaftlichcr Bedeutung. Dr. Moschett hat ein elegantes Auftreten und spricht schr instruktiv. Er gab an, datz er mit den: Ingenieur G iörfy in Llvmpagnie getreten iet, was der letztere auch bestätigte und angab. daß Dr. Äkoschell schon vier Monate in Wien weile. Dr. Schron: verurteilte den Angcstagton zu zehn Tagen strenge« Arrests, 26. Juli 1925 Seite 5 O RHEUMA HEILT'. GICHT ISCHIAS Zum sofortigen Kurgebrauch: Thermia-Palace mit allen Bädern im Hause. Prima Komfort. Für Mittelstand Hotels mit Pension zu Kc 45.—. — Von Wien 4 Stundern direkter Zug. Ausf.:Plftyan'Bureau,lX.,Alserftr.SL,reI.ro.8-SS Daselbst Schlamm für Vorkuren zu Hause Volkswirt. Polnische Mrtschaftrwoche. (Don unserem polnffchen M- S.-i-KorrffPondenien.) Der ZoMrieg Polens nnt Deutschland nimmt immel schärfere Formen an. Deutschland kennt die polnischen Wirtfchaftsverhältniffe zur Genüge und macht täglich größere Schwierigkeiten bei de,: Verhandlungen über den Abschluß eines Provisoriums. Im Zusammenhang damit verschlimmert sich die Lage der oberschlesffchen Kohlengruben^ mit jedem Tage. Nun ist cs gelungen, von Oesterreich Tarifemläßignugen für Kchlentranspovte nach Italien zu bekommen und so hofft man wenigstens etttcit .Teil der Kvhlc dort athzusetzen. Deutschland sobbst leidet auch unter diesem vertragÄosen Zustand, da bisher ein Drittck des Importes nach Polen ans Denffchland kam. Die Lage des Geldmarktes fft dauernd schlecht. Trotz des offigiellc,: Zinsfußes erreicht der private Zinsfuß die enorme .Höhe von fmff Prozent pro Monat. Seit dem Monat März konnte die Bank von Polen für die erste Dekade Juki zun: ersten Male wieder einen giinstigeren Ausweis vcröffentilichen. Für diese Dekade verzeichnet sie ein Steigen des Va- Ilutenvorrates nur 3ß Millionen Zloty. Dagegen wurden neuerlich Bankrroten m: Werte von 35 Millionen Zloty dem Bcrkchr entzogen. Dalbei steigt der Umlauf von Scheidemünzen nnd trägt dazu bei, daß man in: Ausland über die polnische Valuta nicht besonders günstig zu sprechen fft. Man muß sich jedoch im. klaren sein, daß alle Ängrffse gegen den Zloty, wie sic in letzter Zeit in eii^elnen europäischen Hauptstädten, und insbesondere ff: Berlin, geführt wurden, gai^ zwecklos sind, nachdem die Deckung nicht nur die vorgM)riebenen 30, sondern die Höhe von 50,91 Progent erreicht. Es wäre nur die Sache der Regierung, die Handeksbilal^z ehestens ins Gleichgewicht zu bringen, um 'den Bakutenvorrat neuerlich so zu steigern, daß die nötigen Banknotenmengen dem Verkehre zur Verfügung stehen würden. Bei den jetzigen Geildvechästnissen, bei der Restringieru:^ der Kredite durch die Baick von Polen wie auch durch die ungcheure Menge der Scheidonmnzen kan« die Wirtschaft keiner gedeihlichen Entwicklung entgegengchen. Zur Verbesserung der Handols'bilantz wird jedoch noch immer wenig, viel gu wenig unternommen. ■ Solange die Industrie in: Wege von billigen Krediten keine Moglichikeit bekommen wird, die ProduktionAkosten zu verringern und so ihre lKönknrrengsähigkeit im Auslande wieder zu gewinnen, kann von einer Besserung der Handelsbilanz keine Rede fein, auch dann nicht, wenn man diverse Tarifnnd Exportabgalbcuermäßiguibgen goto ähren und sogar Exporti,fftitute schaffen wird. Von allen Polnischen Industrien kann lediglich die Textilindustrie etwas ruhiger der Zukunft in die Augen schauen. Dies nur aus den: Grunde, well sie letztens Rußland als neuen Abnehmer gewonnen hat. Die feste Stimmung auf den Polnischen Börsen konnte sich aus die Dauer trotz günstiger Nachrichten aus Wien nicht behaupten. Nachdan: Warschau von der Aufwärtsbvwegur^ keine Notiz nahm und die polnische,, Werte auf ihrem Tiafstandc verharrten, so traten nach ein am festen Wochenbaginn die Arbitrageiverte einen langsamen Rückzug an und verloren fast zur Gänze ihre durch die Wiener Hausse hrrvorgerufenc,: Kurserholungen. Stach den evsolgten Mschwächungen notieren di« Arbitragewerte: Hypothesenlbanlk 0,47, Warschauer Diskontobank 5,10, Malopollsköbank 0,30, Zieleniawsk, 11,26, Galizffche Mvntaick 2,70, Tepege 0,91, Chodorow 3,20, Lenrbcrger Brau 9,10, Rakszawa 1,20 Zloty. Die Mtiengffellscha'st für Petrolcnn:- industrie und Erdgas (Spolka Akcyjna dla przomyslu naftvwcgo i gazow ziemnych) hat die Balorisieruim ihres Aktienkapitales Vovgenomnwn. Das Aktienkapital wird nun zehn Millionen Zloty betragen und in 500.000 Stück Aktien im Nominalwerte von 20 Zloty aufgeteilt sein. Dorotitöinn - Bankabteilung Wien, I. Dorotheergasse 17 Ermäßigung der Warenumsatzsteuer für Handelsagenten. Ueber Einschreiten der Fachsektion der Protokollierten Handelsagenten nnd im Einvernehmen mit deren Grennum hat das Finanzministerium die W a r e n u m s a tz st e u e r für Provisionen der Handelsagenten auf 1,3 Prozent herabgesetzt. Warenumsatzsteuerfrel sind die eventuellen vom Agenten verauslagten Beträge an Zoll, Fracht und die sonstigen Baransgaben, die ihm von seinem Auftraggeber rückersetzt werde». Bei den Warenumsatzsteuereinzahlungen ist auf die Abfindung hinzuweisen. Protest der Kaufmannschaft gegen die Postgebührenerhöhung. Wie bekannt, soll mit 1. Oktober 1926 eine Erhöhung diverser Postgebühren in Kraft treten, unter denen die lOOprozentige Erhöhung des Drncksortenportos von 1 G. auf 2 G. sowie die Erhöhung der U e b e r l a n d ss P r e ch g e L ü h r e n um durchschnittlich 30 Prozent für die Kausmaunschaft die einschneidendsten sind. Die Zustimmung zu dieser Erhöhung wurde am 9. d. vom HauptauSschutz des Nationalrates erteilt, ohne daß vorher die Interessenten informiert worden wareß. Der Hauptverband der österreichischen *