Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2308 (25.7.1925)
- Date
- 1925-07-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Samstag .... -.......——... heilbar. Auf diese TLcisc werde die Liste der Teten noch törtöeerhmfmtgcn, die 50.000 Opfer jährlich zählt, bedeutend vermindert werden. Dr. Gyc erklärt im „Evening Standard", er wünsche, daß keine falschen Hoffnungen erregt 'werden. Das .Hauptziel ist nicht die .Heilung, sondern die I mmunität gegen Krebs. Es handle sich um ein prophylaktisches Mittel, um Menschen und Tiere gegen Krcbsgeschwüre zu schützen. _ Sie UitflliidJdjronif eines Zages. London, 24. Juli, vlach einer Meldung ans Melbourne stürzte während des Umzuges von 20000 amerikanischen Matrosen durch die Stadt ein Balkon, ans dem sich 280 Zuschauer befanden, ein. Acht Personen tvurden sofort getötet, 200 verletzt. 60 der Verunglückten schweben in Lebensgefahr. Aew-Aork. 24. Juli. In einem Bergwerk in Illinois wurden 20 Kohlenarbeiter infolge schlagender Wetter verschüttet. Zehn 'Arbeiter konnten lebend geborgen werden, die übrigen gelten als verloren. Brüssel, 24. Juli. Zn der Nähe von Siochenr stürzte ein Autobus infolge Radbruches in einen Graben. 18 Reisende wurden zum Teil schwer verletzt. Frankfurt am Main, 24. Juli. Bei der Fahrt des Baseler Wasserfahrtvereins zur 'Arbeiter-Olympiade ereignete sich heute ein schweres Unglück. 22 Mitglieder der Vereins hatten auf einem Schiff die Reise von Basel ryeinabwärts nach Frankfurt angetreten, wo sie heute anlommen sollten. 'Als das Schiff aber frühmorgens die Rheinbrücke bei Reuen bürg passierte, rannte es im Rebel gegen eines der Pontons und sank. TaS Mitglied des Baseler WässcrsportvereinS Amsler ertrank. Die übrigen gaben, die Reise auf und kehrten nach Basel zurück. Odense, 24. Juli. (Wolfs.'» Heute früh brach hier eiu g r o ß e r Braud aus, der bald riesigen Umfang anuahm. Eine Anzahl von Silos und Packhäusern wurde eingeäschcrt. Große Mengen Atom, Futterstoffe und Düngemittel sielen den Fla inmen zum Opfer. Die Feuerwehren der benachbarten Orte mußten zur Bekämpfung des Feuers hcrbeigerufeu werden. Auch von Kopenhagen wurde Unterstützung angefordert. An den Löscharbeiten beteiligte sich auch Militär. Um halb/ 5 Uhr nachmittags war der Brand lokalisiert. Der Schaden läßt sich noch nicht abschätzen, geht aber in die Millionen. Maria Sarniriu in einem Sanatorium. Die Attentäterin Mcncia Carniciu, die den bulgarischen Föderalisten Paniea fou Burgtheater erschossen hat, wird heute mit Zustimmung des Wiener Oberlandesgerichtes in ein Sanatorium überführt. Die Frau ist, wie bekannt, .schwer lungenleidend. Sollte sich ihr Zustand nicht bessern, so wird der gegen sie für den 3V. Septomber angssetzte Prozeß Verschoben werden. Sas Schachturnier in Brerlan. Breslau» 24. Juli. (Wolff.) Wagner schlägt B l u m i ch, Bogoljubow schlägt Grünfeld, Reti schlägt M o r i tz, remis waren die Partien R u b i n st e i n gegen Tarrasch, Sömisch gegen Becker und R 1 e m z owitsch gegen G o t t s ch a l l. Spitzenstand nach der 5. Runde: Röti 4, Bogoljubow, Wagner und Niemzowitsch 3l/a, Grünfeld 3, Becker, Rubinstein 2'/,. Hauptturnier r Kühn schlägt Bergmann, Holzhausen schlägt Hussong, Gilg schlägt Urbach, Holzhausen schlägt Kaltheuner, remis waren die Partien Puch gegen Müller und Schmitt gegen Urbach, Spitzenstand: Holzhausen 5, Kühn 41/., Gilg, SchSnmann je 3'/„ Urbach, Schmitt je 3. Gruppenhauptturnier, Spitzenstand: Gruppe 1 Hönliger (Wien) 31/,, Röse (Hamburg) 3. Wie Gillette das Gillette erfnnden hat. Das Jubiläum des Rasierapparates. King C. Gillette, der Erfinder und Fabrikant des bekannten Rasierapparates, der sich gegenwärtig in Kopenhagen cmfhält, hat sich einem dortigen Ionrnälisten gegenlüiber sttlgendevmaßen ausgesprochen: „Im Jahre 1895 bekam ich die Idee, einen Rasierapparat zu konstruieren. Ich wollte mich eines Morgens rasieren, das Messer aber wollte nicht richtig fassen. Ich versuchte aus all« mögliche Weise, es scharf zu machen, aber viel half es nicht. Es blieb nichts anderes übrig, als es ganz neu schleifen zu lassen, und da kam mir -er Einsall, daß mau -och gar nicht ein so große» Instrument brauchte, um den Bart albzunehmen, sonder»: daß eine kleine Klinge genügen würde, die mau so an« brachte, daß nur die Schneide bloßilag. Ich wälzte lange den Plan, uild schließlich gelang cs mir, aus einer dünnen Stahlplatke von einen! SPielze u g a u t o, das ich in meinem Ge/chäft hatte, die erste Klinge herzustellen und danach konnte ich balo den Apparat sellbst Herstellen, wese Mich in der Form,!,> der er jetzt noch hergestellt wird. Run handelte es sich allerdings 'darum, der Erfindung Eingang zu verschossen: aber das war ein sehr schwieriges Geschäft. Ich ging ziemlich lange Zeit tageiu, tagaus von Geschäft zu Geschäft, um Interesse für meinen Apparat und meine Klinge zu erwecken — und endlich fand ich den Mann, der ."OOO Dollar an das Unternehmen wenden wollte — das einzige freinde Geld, das in meinem Geschäft steckt. Das war 1901, und seit diesem Augenblick war mein Glück gonracht. Ich konnte sofort eine Menge Apparate und Klingen Herstellen und den Verkauf organisieren — und nun ging es vorwärts mit Nieseugeichwindigkeit. Es gibt kaum viele Geschäfte in der Welt, die ein derartiges plötzliches und gewaltsames Auswachsen zeigen können. Meille Fabrik entwickelte sich so rasch AU Riösendimenisionen, meine Eimnchuurn stiegen beinahe Wiener Marge»zeitung. 1 mit Exi'iosivgcschlvindigkcit zu solcher Höhe, daß so gut wie jede Konkurrenz von vornherein ans dem Felde geschlagen war. Gillette ist jetzt eine Aktiengesellschaft, die zwei Millionen Aktien zu einen! Kurse von 72 bis 77 Dollar stehen hat. Von 1001 bis Jänner 1925 hatten wir 12 Millionen Apparate ver kauft. Unser Abfa tz au Rasierklinge» beträgt nunmehr jährlich 50 Millionen Päckchen zu je 10 Klingen, also insgesamt 500 Millionen Klingen im Jahr. Der Verdienst war im Vorjahr 10,5 Millionen Dollar, in diesen! wird er etwa 12 M'llionen sein. Das 'Aktienkapital der Gesellschaft beträgt etwa 150 Millionen Dollar." Warnung vor Bad Reinerz. Aus Bad R c i n e r z schreibt dem „Berliner Tageblatt" ein Leser: „Am Dienstag den 14. d. konzertierte die Matrosenkapelle Pillan in Bad Rcinerz. Mein Vater befand sich auf der Kurpromenade in Begleitung zweier .Herren, mit denen er sich ruhig unterhielt. Plötzlich verbat sich ein unbekannter Herr beim Spiel des Fridcricus Marsches diese leise geführte Unterhaltung, wobei die Absicht zu provozicreu deutlich zu erkennen war. Im Nu waren die .Herreu von 4 0 bis 5 0 Mens ch e n u in ring t, die mit erhobenen Stöcken und geballten Fäusten auf die .Herren eindrangen. S ch i m p flv orte wie: „Dreckiger Jude, Judenlümmel, geht nach Palästina, runter vom Kurplatz" und andere fielen. Nur mit Mühe konnten die .Herren vor T ä t l i ch k c i t e n bewahrt werden. Der Bürgermeister von Reinerz, Dr. Gvcbel, der als 'Ausführender der Polizeigewalt persönlich zugegen war, unternahm nichts, um eine sofortige Untersuchung an Ort und Stelle cinzuleitcn. Als ich diesen Herrn am nächsten Tage aufsuchte, bekam ich auf meine Frage, wie er sich den Schutz jüdischer Badegäste für die Folge denke, zur Antwort: „Meinen Sic vielleicht, ich kann hinter jedem jüdischen Herrn einen Soldaten mit geladener Flinte laufen lassen?" Selbstverständlich haben wir diesem gastlichen'Bade und seinem Bürgermeister sofort den Rücken gekehrt." 8in Rachsviei zur Tragödie des Kaisers Maximilian. Wir losen im „L'Jntransigecint": Ein junges mexikanisches Mädchen, Senorita Gretta Lop eg, ist oben am 19. d. in Havre eingetrosfen, von wo sie nach Belgien werter reist, zu dem einzigen Zlveckc, ihr Blut zur Rettung des Ltzbens der Exkaiserin Charlotte von Mexiko darzubieton, die seit der Tragödie von Queretaro, wo ihr Mann, Kaser Maximilian, am 19. Juni 1867 durch die mexikanischen Republikaner erschossen Warden ist, in geistiger Umnachtung in der Nähe von Brüssel lebt. Mitteilungen aus dem Publikum. Wieder zu heben! | WM Bureau: Orig.fraiLZliarattenpapler JwB wi»,ein.Skosagasti w WOHNUNG mit Wanzen wird erst wohnbar, wenn st« mit SALFORKOSE einzig radikale Ungrzlrserverlilqung, desinfiziert ist. Binnen sechs Eiundrn auch in möblierten Wohnungen ohne Sachbeschädigung vollständige Ausrottung samt Brut! 5lN I. Mm» Reinigungsanstalt „La Generale“ Wien, I., Megelgftsse 9 Tel. 72496 u. 72931 Gegr. 1884 Ältestes Gegr. 1884 Wiener Restaurant KRZIWANEK Kieisveiter - H81s cher wss BERLIN NW 7 Friedrldisfrasse — Eck«. Mlttelstraße 37/58, I. Nur eine Treppe Vorzügliche echt österreichische Küche, Pilsner Urquell, österreichische und deutsche Weine. Bürgerliche Preise Uebersiedlungs - Anzeige. P. T. 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GoodyearWelt 24. — „WILLY", V., Pilgramgasse 6 Strassenbahnlinien 3, 13, 61, 68 M7 Jüdische Volkszeitung Erscheint einmal wöchentlich in Bratislava (Pressburg) Einzige jiidischnationalc Zeitung in der Slowakei in deutscher Sprache Wer «Ich für das jüdische Leben in der Slowakei Interessiert, muss unsere Zeitung lesen Abonncmcntgebilhr für Inland, Deutschösterreicli, Po'en und Jugoslawien KC 80.—, für das übrige Ausland K« 100.— jährlich Inserate in dieser Zeitung bringen guten Erfolg Verlangen Sic Preistarif! aus eigener Brennerei Täglich frisch gebrannt mm der WIENER MOLKEREI II. MOLKCRBISTRHSSC i - In allen Filialen erhältlich Das junge Mädchen ist das EttkEndd eines jener Führer, die für den Tod des Kaisers Maximi'licm verantwortlich sind. Dieser Mann war es auch, lder überdies die Kaiserin gezwungen hatte, der Erschießung ihres Gemahls beizuwohnen. Senorita Lopez hat gehört, daß die Blutübertragung das Le'ben der jetzt 85jähri!gen Kaiserin retten könnte. Daraufhin hat sie beschlossen, alles was in ihrer Macht ist, zu tun, um die schwere Si'mde ihres Großvaters gutzumachen. Man hat ihr egzählt, daß die greise Exkaiserin ihren Ge-inahl iroch i-mer am Leben glaube und in Hre>m Wahnsinn seine Rückkehr erllvarte. Diese Erzählung Übte auf die junge Mexikanerin einen tiefen Eindruck. Sie schrieb an die belgische Regierung, unter deren Schutze die Kaiserin, von Geburt eine belgische Prinzessin, lobt, und sie bekamt die Antwort, daß die bchandelmden Aertzte Hr Anibot annähmen. Scnor-ita Lopez ist am 31. d. abends in Brüsscl cingetrvffen. _; 1 Wien, 35. Juli. * Das Wetter. Gestern borlmrttags herrschte Regenwettcr, doch heiterte es sich gegen Mittag aus. Die Voraussage stir heute lautet: Unsicher, veränderlich. * Die Lebensmittelmärkte. Die Obist- und Gemüsepreise gehen im Kleinhande-l iricht Wolter zurück, obüvchl der Absatz für einige Avtckel sichMch stockt uud die Preislspaunung zwischen Großhandels- und Kleiichandelspreisen aulf den Märkten viel zu groß ist. Die Preise in den Bezirksläden sind zwar meistens noch viekl hölher als au'f den Märkten. Die Fleitschpreiise blieben im Kleinhandel durchwegs unverändert. Eier wurden auf den Märkten wieder etwas billiger'. Der Preis beträgt 15 bis 16 Groschen pro Stück. * Herzl-Feier in Hannover. Ans Hannover wird uns geschrieben: Anläßlich des Todestages Theodor Hergls fand hier in den Hansafestsälen eine Gedächtnisfeier statt, veranstal-tet von der hwsigen zionslstischen Ortsgruppe. Selten noch war bei ähnlicher Gelegenheit die Zahl der Terlnchmer derartig groß wie diesmal. Zunächst sang Herr Obevkantor Alter ans Wien nach einem von Fvl. Brechner auf dem Klavier zu Gehör gebrachtem Vorspiel das „El mole rachamim". Sodaun sprach Herr Dr. Katz tief empfundene Worte über die Persönlichkeit HerM und ihre Bodentmvg für die ziollistische Bewegung. Gleichsam zur Illustration rezitierte Herr Doktor Flerlschhacker einige ansgeitvöhlte Kapitel aus den Tagebüchern Herzls. Nach der Pause sprach .Herr Dr. K a tz e»- stein aus Hameln Über Herzl und den Fortschritt im Aufbau Palästinas. Jüdische Lieder, von Herrn Alter meistechast und klangschön vorgetragen, beschlossen den Abend. * Außerverkehrsetzung der Briefmarken der Kronen« Wahrung. Die aulf Kronen lautenden Bvieiflnarken wurden mit. 30. I u n i d. I. a u ße r B e r t eh r getsetzt. Sie können daher zur Frankierung von Briessendungen nicht Nlchr verwendet werden, werden jedoch bis 30. September 1926 bei jedem Postomte kostenlos Mgen neue Briesmarken der Schillingwährnng vom gleichen Gesamtwertbetrage umgerauscht. Briefmarken der KroneMvährung jedoch, die ans amtliche ansgegebene Postkarten und Kartenibriofen zur Ergänzunjg der Postgebühr aufgeklebt sind, find noch bis 3 0. September d. I. im iniländischen Postverkehre gültig. * Autounfall des Barons Rothschild. Ans Karlsbad, 32. d., ioird gemÄdet: Ans der Neiise von Paris nach Karlsbad erlitt das Auto des Baron Nothschilld einen Unfall in der dtähe vo,r Cger, inde-m es mit, einem nach Fransenslbad fahrenden Antonlvbil zusammenistieß. Die Insassen beider Autos blieiben unverletzt. Die Wagen wurden leicht belschädigt. * Heiligenftadt—HUtteldorf. Die Bundesibahndirektion Wien-Nvrdost teilt mit: Wegen Aufnahme des olektrischerl Betriebes anif de>r.ganlzen Strecke der Gürtelltinie der Wiener elektrische^!! Stadtbahn bis und ab Heiligenstadt werden ab morgen Sonntag bei schönein Wetter außer den von Wien- Frang-IvseifsWahichos geführten Lokalzügen auch vou und noch Heiligenstadt eine den Fregueiüzverhöltnissen entsprechende Aiiizahl von Zügen bis St. Audrä-Äöövderu, begiv. zurück geführt. Diose Züge sind duirch Aulschriiftstaifeln am zweite»! und 4