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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-24 · Heft 2307 (24.7.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2307 (24.7.1925)
Date
1925-07-24
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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"TT v Seite L Wien, Freitag Wiener Moraenzeituna. 3 t. OuTi 1025 Nr. 2007 satte» und den anderen teilnehmenden Parteien entschieden werden." . Die Mitteilung der Exekutive wurde von Dr. Reihum " Goldman n mit foT'Cjcitbcr Erklärung beantwortet: Im Namen meiner Freunde. der Herren Grünkauur und Stricker, sowie in meinem Rainen habe ich mit Bezug auf die Erklärung der Exekutive betreffs der Jewifh Agency dem Aktionskomitee;nr Kenntnis zu geben: 'v Die Erlärung der Exekutive stellt mit aller Deutlichkeit fest, daß der Versuch der Erweiterung der Jewifh Agency in der von ihr geplanten Form provisorischen Charakter tragen soll und t it s b e-- sondere keine Aendcr u n g des Artikels 4 des Mandats in Frage kommt. Damit erscheint uns eine der H au p tg c fa h r e n, gegen die wir u n s feit Jahren gewendet haben, beseitigt. Das Projekt der Exekutive hinsichtlich der Konstituierung der Jewifh Agency enthält jedoch noch Bestimmungen, die unserer Ansicht nach nicht a u s r e i ch c n, um die Prinzipien der Sou v cr ä n i t ä t desKongrcsses und die Verantwortlichkeit der Mitglieder der Jewifh Agency vor demokratisch zusammengesetzten Körperschaften vollständig sicherzu-- stellen. Wir behalten uns deshalb vor, dem Kongreß in dieser Hinsicht Vorschläge zu unterbreiten. Die Lehrerfrage in km gfrael. Das Aktionskomitee hat in bezug auf die Beschwerden der jüdischen Lehrerschaft in Erez Israel den folgenden Beschluß gefaßt: Das Aktionskomitee ist der Ucrzcugung, daß sowohl im Interesse der Lehrerschaft als der Zionistischelt Organisation ein klares Rechtsverhältnis geschaffen werden -muß. Es beschließt daher: ' 1. Die Paläftinacxektttive wird sofort die nötigen Schritte mliernehnren, unr eine mit d c m Recht einer juristischen Person a u s g e st a t t e t c Körperschaft ins Leben zu rufen, die in Zukunft die Trägerin des gesamten Schulwesens sein soll. 2. Ohne auf die gegenwärtige Rechtslage einzugeheu, ist den Lehrern zur Kenntnis zu bringet:, daß vom Ende dieses Schuljahres ab ein Vertragsverhält nis zwischen den Lehrern einerseits und der Paläfti'Naexekutivc oder irgend einen: ihrer Organe andererseits nicht besteht, damit entsprechende Neue Verträge abgeschlossen werden können. In Angelegenheit der hebräischen Universität wurde nachstehender Antrag S t r i ck e r s eirvsttmmig angenommen: ,-Eigetttunr der Zionistischen! Organisation und ihrer Fonds darf insolange nicht an das Kuratorium übertragen werden, als nicht die Konstitution de's Kuratoriums der Zionistischen Organisation (Exekutive und Aktionskomitee) Vovgelegt und von ihr genehmigend zur Kenntnis genommen -worden ist." Lrmujordauie». Der Orien'tberichterstatter der ,Soss. Ztg." Doktor W e i s l, meldet aus Jerusalem unter dem 20. d., er habe auf die Nachricht, der französischen Presse hin, daß Emir Abdullah von Transjordanien ,n a ch Lypern verbannt wird, den in Amman weilenden Emir ausgesucht. Der Emir erklärte wörtlich: „Die Nachrichten über ein Attentat auf den Ministerpräsidenten R i k a b i sind von der uns feindlichen Presse e rs u n d e n. Auch alle Nachrichten über meine Abreise sind freie Erfindung. Ich denke nicht daran und werde unter keinen Umständen mein Land verlassen." Dr. Weisl meldet, er konnte hierzu aus privater Quelle noch erfahren, daß die englische Regierung anscheinend noch Ende des Monats den Emir auffordern wird, die Kontrolle über sämtliche Abteilungen seiner Staatsverwaltung einem englischen Oiberkommissär zu übergeben, während derzeit nur das Finanz- und das Kriogsministerimn von England kontrolliert werden. Sin Agent Henrtz Ford« verhandelt mV valftftinenfischen Arabern. Jerusalem, 22. Juli. (I. T. A.) Wie die Pailästlnensifche Lelegra-phenagentur erfährt, weilte in Palästina der Chefredakteur der amerikanischen antksemitiischsn Zeitung „Dearb o r n Independen i", die bekanntlich von Henry Ford finanziert wird. Der Ford-Redakteur legte darauf Gewicht, daß seine Anwesenheit in der Oesfentlichkeit nicht bemerkt werde. Mit den Führern der palästinensischen Araber hielt cr geheime Besprechungen äb. Am 16. d. begab er sich von Palästina nach Damaskus. Tel-Awiw als Knotenpunkt der valöftlnenstschea Sisenbahnen. Jerusalem, 22. Juli. (I. T. A.) Der Sachverständige für Eisenbahnwesen des britischen Kolonialamtes traf am 18. d. tu Jerusalem ein. Seine Mission ist es, den Vorschlag der Palästinarvgierung, den zentralen Eisenbahnknotenpunkt Palästinas von Ludd nach Tel-Awiw zu verlegen, cine»r Prüfung zn unterziehen und ein Sachverständigenurteil a'bzugeben. f Der Plan, Tel-Awi-w znm Eisenbaihnknotenpurckt auSzu- >gestalten, tauchte im Märr Ps-frZ IHr^s Ws» DgmM ent' sandle die Palästinaregiernng eine .Nommission, bestehend aus den Veitovu der verschiedenen;Hegiernndedepartcments, d,en Bürgermeistern von Jaffa und Tel-Awiw, den Präsidenten der arabischen und der jüdischen Handcl-kaimnern, um den Plan an Ort und Stelle zn prüfen. Der Plan ist von großer Bedeutung für die Nx'itcre Entwicklung Tol-Awi-ws und soll eine Kompensation dafür sein, baß der Hafen statt in Jaffa in Haifa erbaut Wird. Ludd, das etwa 10 Meilen von Tel-Awiw entfernt liegt, ist der Knotenpunkt der EisenVahniiirie Kantara—Haifa und Jaffa—Jerusalem. Luther für dar Selbstbestimmung-' recht. Die Rohn Reichskanzlers in der auftenpolitischen Debatte. Berlin, 23. Juli. (Tel.-Komp.) In der Neichstagssitzung, in welcher die außenpolitische Debatte fortgesetzt wurde, ergriff Reichskanzler Dr. Luther das Wort. Er wies darauf hin, daß, wie schon setzt feststehc, eine große Mehrheit des Reichstages sich mit der N o t c der Rcichsrcgicruug au die französische Negierung in Ei nklang befinde. Die große Mehrheit des deutschen Volkes stehe also in dieser Frage hinter der Regierung. Bei den kommendst: Verhandlungen müsse sich die Taktik der jeweiligen Sachlage unpassen und könne daher nicht in: voraus erläutert werden. Jedenfalls Jöiutc Deutschland einen Si w, e rhe it 'spakt nur auf der Grundlage voller Gleichberechtigung und Gegenseitigkeit erschließen. Auch die vertraglich scstgelcgten Rechte, vor allem das S c I b stb e -st i tu m ungsrccht, dürfet: durch treue Abmachungen nicht geschmälert werden. E'ir Eintritt Deutschlands -in den Vvlke rbund fei nur möglich, wenn den: Doutfchen Reiche tvirtliche Gleichberechtigung, tticht nur die fornralc Gleichberechtigung der Satzungen, eingeräumt werde, die leicht zu einem Unrecht werden könnte. In dieser Hinsicht wird besonders die Ab rüst u ng sfrage akut. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß in der gleichen Zeit, in der Deutschland vollständig entwaffnet ist, andere Staaten i m Gegensatz zuden Zusagen des Versailler Vertrages imurer weiter in i-hretr Rüstungen fortschreiten. Deutschland wird es niemals zulasten können, daß es zum Aufmarschgebiet und zur Operationsbasis für kriegerische A u 's e i n a n b c rsetzungen anderer Staaten gemacht wird. Deutschland erstrebt die Herbeiführung eines tvahren Friedens in Europa. Eine endgültige Regelung dieser Frage ist aber erst möglich, wenn alle damit zusammenhängenden Fragen, insbesondere die Räumung der nördlichen Rhe t n >la n dsz o n e, abgeschlossen -sind. Der: Reichstag diüigt die Außenpolitik der Regierung. Berlin, 23. Juli. (Wolfs.) Der Reichstag nach Beendigung der außenpolitischen Debatte den B111 igungsantrag der Regieru-ngspavteien zur Außenpolitik mit 836 gegen 158 Stimmen bei 13 Stimmenthaltungen genehmigt. kvglimds Flottenbauten. Einigung über das Bauprogrmnm. London, 23. Juli. Wegen des BauprogvMtttS -für die Flotte, für welche daS Schatzamt die von dev Admiralität angefovderten Kredite kürzen wollte, wäre es beinahe zn einer Krise im englischen Kabinett gekomnwn, da, dev Erste, Lord der Admiralität, B r i d g e m a n, mit seinem Rücktritt drohte. Nun sind aber, -wie das Reuters che Bureau erfährt, die Meinnngsverschiedenhetfcctt i-m Kabinett hinsichtlich des Flotteühauprogramms beigelegt. Durch das aktive Eingreifen des Premierministers Baldw in wurde ein Kontpromiß erzielt, wonach im Dezember 1926 der Bau von drei oder vier Kreuzern und im Jahre 1926 der Bau von drei iveiieren Kreuzern begonnen iverden soll. Wie es heißt, hat sich das Schatzamt Mit dieistm Progranmr einverstanden erklärt, unter derBovaussetzung, daß die Adnüralität eine wesentliche Verminderung der Perwaltungskosten durchführt.- Bor einem englischen Bergarbeiterftreil. London, 23. Juli. (Wolfs.) Der Vollzugsausschuß des Bcrgarbeiterbundes hat beschlossen, die Bergarbeiter auzuweisen, am 31. d. in den Streik zu treten. Marokko. Besserung der Lage. Fes, 23. Juli. (.Havas.) Die R i f l e u t e gehen aus den Abschnitten im Zentrunt am Uergha zurück. Bedeutende franzüstsche Streikräftc, von starker Artillerie unterstützt, verfolgen sie auf dom rechtsseitigen' Fluß ufer. Nach den heute vormittags aus bett verschiedenen Frontabschnitten eingelaufenen Me>ldungen ntacht sich eine starke Entspannung in der allgemeinen Lage bemerkbar, die sich fortgesetzt bessert. - ' Dins jüdische Haus | as jüdische Blatt i -.- ... *• iSridüb-t- *— ..... Georg Mors zur Numerus-klausus' ’mm. Aus B u dapc st joivö uns berichiei: Das Ergebnis der Abs. '.u-mung über den :Rnmertts clausus in der War schauer Korrferenz der Nui-ou der Bölkerbuttdligen und ganz besonders die scharfe Sielllingnahnre der Delegierien gegen Ungarn, als das eiriziar Land, in welchenr der Rumerns clausus d.lrch ein Gesetz festgelegt ist, ha: in de" >: i>. g a r is che tt politischen Kreise n einen ttachl/aUigcn Eindruck geübt und es gilt allgerneitt als sicher, dets; diese sittliche Frag: int H c r b ft in ttngarit anfgerollt nnd, t.ventt möglich, zur Entscheidung gebracht lvcrdeit wird. Der Führer der ungarische'.: Delegation in Warschau, Geheimer Rat Georg Lukacs, äußerte sich einem Bnda« posier jüdishen Fonrnaliften gegenüber folgenderinaßen: Bei der Wast6)auer Beratung über der: Numerus clausus habe tticht ich. sondern das Mitglied unserer Delegation, Franz Hontby, das Mort ergriffen. Er erklärte, daß weder cr selbst noch Ungarn priuzi-piell für den Nninerns clausus, sondern gegen ih n feien. Im Herbst iverden abermals Sitzungen der An.sschüsse und des -ientralratcs 'der Union der Böllerbundligen abgehaltru noerden und cs ist ivahrscheinlich, daß in diesen Beratuugen der Ntlmertts clausus wieder ans dc r T a g e s o r d rr u n g stehen wird. Ich bin der Meinung, daß die Warschauer Stellnugnahmc tt i ch t ohne W i r k n ng auf die öffentliche Meirtung in Ungarn bleiben wird. In der vorjährigen Plenarsttzung wurde wohl Ungarn noch nicht gerügt, sondern: erst verwarnt, indem erklärt wurde, ixtf; die nächste Konferenz ihre Stinune erhe-beik und inzlvischeu die Folgeerscheinungen des Ruillerns clausus mit Aufinerksantkeit verfolgetr werde. Das ist nun diesmal auch tatsächlich gcschvhetl. Meine Uebcrzeugung ist, daß der Numerus clattsus nunmehr a u fge h o b c n werden muß. Der Nnnterns clatlstts ist keine spezielle jüdische "Angelegenheit, sondern eine allgemein wirksame, die Menschlichkeit verletzende 2lffäre. Es ist «rir bekamtt, daß selbst zahlreiche Mitglieder der Einheitspartei der Regierung gegerr die Ansrechterhaltung der Institution des Numerus clausits sind tnld durchaus nicht den Standpunkt des Kultus nt i n isters ierlen, daß die Beibehaltung des Numerus clattsns tt-och i-mnter eine Staatsnodtvendigkeit sei. Ich habe übrigens auch seinerzeit in der Nationaliversammlung gegen den Numerus clauses Stellung genommen. In Ungarn tue ich auch alles mögliche gegen die Fortdauer dieses vertetzendett Gesetzes, im Ausland jedoch habe ich keine Stelltuig gettommen." _ Ausweisungrgesahr für 20.000 Wdische Flücht« littfie in tlooarn. . 1 Warschau, 22. Juli. (I. T. A.) Zwösch-LN der p o>lnlischen und der ungarischen Regierung sind gegenwärt-ig Verhandlungen im Gange, die das Schicksal von etwa 20.000 jüdischen Flüchtlingen aus Galizien, die sich zur Zeit der russiilschetr Invasion in Ungarn eine Zuflucht gesucht hatten, betreffen. Dar weitaus größte Tc-i-l dieser Flüchtlinge wohnt bereits seit 1016 ununderbrochen in Ungarn und hat sich dort die wirtschaftliche EMenz neu ausgelbaut. Die ungarische Regierung will diese Augewanderten Elentente zur Mckwand«. rung Awingon, ' WenbahmugM bei Preftburg. Preßburg, 33. Jstli. (Tschcchostckvak. Pr.-Bur.) Der Kaschauer Schnellzug, der um 21 Uhr hier eintresfen soll, ist in der Station Bö fing bei Preßburg mit einer Vcrschublokmnotive z u s a m m e n g e st o ß e tt. Beide Maschinen und der Dienstwagen des Schnellzuges sind entgleist. Nach den bisher vorliegenden Melduttgetr sind zwei Eisenbahner ums Leben gekommen, sieben Personen lvurden leicht verletzt. Lek Tpphne. Typhussüile iß Prag und bei Berlin. Wie auS P r a - gemeldet wird, sind dort in den letzten Tagen mehrere Typ h uSerkrank ungen vorgekonnnen. DaS Stadtphstikat warnt vor dem Baden in derMoldauritd dem Genuß rohe» Obstes. In Beelitz bsi Potsdam sowie in der Umgebung hat sich infolgo der /schlechten Wasserverhältnisse eine Anzahl do«TyphmSfällen ereignet. Eine Frau ist der Krankheit erlegen/ _ Asseiisßaiide und kein Ende Neue jDarwin-Prozesse in Sicht. Aus New-^ork wird uns berichtet: Der Auhru — oder eher das Geschfft -- Daytons im Kampf gegen den D a r w t n.'t 8 m u s reizt zur Nachahmung. Zn Washington ifitib zweiProfessoren unter Anklage gestellt Worbis weil sie den DarwinistnuS in der Schule gelehrt haben. Die mcklage stützt sich auf ein altes amertkautsches BundeSgeser, wonach BundeSgelder nicht verwendet werden dürtzn, um N e s p e k t l o s t g k e i t gegenüber derBtyelzn lehren. Der Staat K j l u tu b t e n tvird sich bereits am 28. Juli einen eigenen Affefprozeß leisten; er hat die Hilfe d e r Gerichtes gegendieEvolutionslehre an« gerufen. _ * Die zionistische» Studentenveecine in der Schweiz. Aus Zürich tvird uns geschrieben: Vertreter der Hatiktvah (Lausaune), des Haschachar (Gens) wie auch der zionistischett Studentenschaft in Basel und in Bern traten dieser Tage in Bern zusammen und beschlossen, das Kartell der zionistischen Studentenvereino in der Schweiz wieder ins Leven zu _x.Wn- ~ Ein.tzkützMMetz. KoMtsee wurde gewählt.

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