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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-19 · Heft 2302 (19.7.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2302 (19.7.1925)
Date
1925-07-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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m* t Men, Sonntag ©leitet Morzerrzelttlns. 19. Juli 1968 Die PalWnaausstellnng in Wien. Die große palästinensische Wanderausstellung, welche von der Gesellschaft Mis'char We'taassiah mit Förderung des Direktoriums des Keren Hajessod wahrend des 14. Zionistenkongresses eröffnet wird, um nach Kongreßschluß nach verschiedenen größeren Städten Europas überführt zu werden, wird einen der Glanzpunkte des Kongreßes bilden. Die Ausstellung gibt zunächst ein getreues Bild über die in Palästina vorhandenen Möglichkeiten. So gewinnt mau hier u. a. eine Vorstellung von dem Wasserreichtunr des Landes, der für die palästinensische Landwirtschaft und Industrie in nutzbringender Weise verwertet werden könnte. In Ziffern und Tabellen, in Vergleichsdiagrammeu über die Vegetationsverhältnisse von allen möglichen Obst¬ und Gemüsekulturen in Palästina und anderen Ländern wird die Ausstellung einen Begriff von der Fülle an Licht und Wärme geben, die gegenwärtig noch nicht in hinreichender Weise dienstbar gemacht werden. Es werden auf der Ausstellung Sammlungen von allen Stein- und Marmorarten Palästinas vorgcführt, geologische Karten und zum ersten Male herausgcgebene Bodenkarten, Proben von sämtlichen Bodenarten mit ihren Analysen und unter Angabe ihrer Verwendungsmöglichkeiten gezeigt. Besondere Sorgfalt wird auf Veranschaulichung der Schätze des Toten Meeres und des Tiberiassees verwendet. Sodann folgt die Abteilung für Immigration und für I n v e st i t i o n e n. Es wird hier gezeigt, wieviel neue Menschenkräfte und Gelder für die Aufbauarbeiten' aufgewendet wurden, wie sich diese Kräfte verteilen, welche Länder am meisten an diesem Aufbau beteiligt sind, welches Menschenmaterial sie lieferten, was im Lande die Privatinitiative geschaffen hat und was die nationalen Körperschaften Keren Kajemeth und Keren Hajessod einerseits und die P. I. C. A. andererseits geleistet haben. Die Ausstellung bietet ferner ein getreues Bild der wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas. An erster Stelle steht natürlich die Landwirtschaft. Der Besucher wird an der Hand von Diagrammen, Tabellen und Aufnahmen in die landwirtschaftlichen Verhältnisie Palästinas eingeführt. Es ist klar, daß die Ausstellung neben den gelungenen auch die fehlgeschlagenen Versuche zeigen wird. Der landwirtschaftliche Teil wird viele Unterabteilungen aufweisen. Da ist zunächst der Ackerbau. Es werden in vollem Umfange die arabische und die jüdische Feldwirtschaft vor Augen geführt, die arabischen Pflüge und Dreschwerkzeuge neben den in den jüdischen Kolonien zur Anwendung kommenden landwirtschaftlichen Maschinen. Es werden in Modellen die primitive arabische Mühle und die Haifaer großen Mühlen (Grands Moulins) nebeneinander gestellt. Es wird das arabische Mehl gezeigt und d.ie verschiedenen Mehlsorten, welche die Haifaer großen Mühlen produzieren. Auch sind hier die Makkaroni und Mazzoth zu sehen, und dies hat seinen praktischen Zweck: die neue Haifaer Mazzothfabrik soll sich den jüdischen Weltmarkt erobern. Nicht minder wichtig als die Feldwirtschaft sind d i e Obstkulturen. In erster Reihe kommen hiebei die Orangen in Betracht. Es wird eine Palästinakarte gebracht mit Bezeichnung sämtlicher Orte, wo Orangen kultiviert werden, in Tabellen und Kartogrammen alle mit der Orangenkultur zusammenhängenden Daten angeführt, so die unter Orangenkultur sich befindenden Bodenflächen, die jüdischen und nichtjüdischen, Ziffern über den Orangenexport u. dergl. Ferner Proben sämtlicher palästinensischer Orangensorten, von den kleinsten Ethrogim bis zu den großen Jaffaer Orangen, Pampelmus und Pomella und daneben — obwohl diese Produktion im Lande noch in ihren Anfängen steckt — Orangenkonfitüren, Aetherol aus Oraugenblüten und solches aus Orangenschalen. Eine gleich genaue Uebersicht gewinnt man über alle anderen Früchte des Landes, wie z. B. über die Weintrauben, Aprikosen, Bananen, Aepfel, Granatäpfel und alles andere Obst. Besonderes Gewicht wird auf Mandeln und Oliven gelegt, die im wirtschaftlichen Leben Palästinas eine so wichtige Rolle spielen. Es werden Modelle von der bei den Arabern üblichen Oelpresse und der Presse der Haifaer Oelfabrik Shemen vorgeführt, es sind Proben von arabischem Oel und solchem aus der Shemen-Fabrik zu sehen, desgleichen die arabischen Seifen unh die Shemen-Seifen. Auf der Ausstellung werden ferner alle anderen Zweige der Landwirtschaft berücksichtigt. Da ist die Abteilung für Gemüsekultur: die Abteilung für Tabakbau, bei der erwiesen wird, welchen raschen Aufschwung diese Kultur dank den Juden genommen hat, und die Proben aller Sorten jüdischen Tabaks, wie auch die Erzeugnisse der palästinensischen Zigarettenfabriken zur Schau gestellt, die den einheimischen Tabak verwenden; ferner werden gezeigt die Abteilungen für Milchwirtschaft, Weinbau, Viehzucht, Fischerei, Forstwirtschaft. ' ' Eine größere Abteilung umfaßt derStädtebau. An erster Stelle steht selbstverständlich Tel-Awiw, die einzige reinjüdische Stadt in Palästina, sodann folgen Haifa und Jerusalem. ES werden Diagramme, Kartogramme und Tabellen über die Preisverhältnisse auf dem Gebiete deS Bauwesens gezeigt, Baumaterialien, die in Jerusalem, Haifa und Tel-Awiw Verwendung finden, Modelle von allen möglichen Bauten usw. Dann folgt die Abteilung, der Wohl der größte Wert beizumessen ist, der p a l ä st i n e n s i s ch e n I n d U st r i e. Ueher 250 Firmen stellen hier Proben ihrer Crzeugnifle aus. ES werden Proben zu sehen sein von den Erzeugnissen der Textilindustrie, der Lederindustrie, der chemischen Industrie, der landwirtschaftlichen Industrie, der Bau- und Möbelindustrie, Proben aus dein Kunstgewerbe u. a. nt. Biele Firmen hoffen, durch die Ausstellung neue Absatz erwerben. Außer den kunMewerblichen j a HAUSBESITZER! zerbrechen Sie sich den Kopf, wo Sie tv Urlim die Mittel zur Instandsetzung Ihrer Grundstöcke hernehmen? XVZoil s,e Edi wissen, dass wir Ihnen diese ■ w Sorge abnehmen 8 X¥7ir setzen Ihr Eigentum in kurzer Zeit reell und ■ w ir gewissenhaft Instand, wir bewahren Ihr Eigentum volle 6 Jahre weiter vor sonstigen Schäden und Sie zahlen an uns in monatl. Raten den vereinbarten Betrag zurück g Gesellschaft für Hduserlnstandsefzungen I BerlinW.35, KurfUrstenstr.50, an derOenthlnerstraaae Tel.t Kurfürst 5311, Nollendorf 5170 ioeo Arbeiten des Bezalel und den Weinen von Rischon-le-Zion, die schon früher dem Judentum der Diaspora bekannt waren, werden die Erzeugnisse einer Reihe ganz neuer Industrien ausgestellt, die ebenfalls auf den ausländischen Markt reflektieren. Die Ausstellung wird noch einige andere Abteilungen aufzuweisen haben, die das Bild deS palästinensischen Lebens ergänzen. Einerseits sind es die Abteilungen verschiedener Organisationen, die die große Aufbauarbeit''im Lande führen, wie die Abtellung des arbeitenden Palästina, die Abteilung der palästinensischen Arbeiterorganisation, die Abteilung des Keren Kajemeth und Keren Hajessod, des Misrachi usw. Andererseits die Abteilungen für Erziehungswesen, Hygiene, Kreditverkehr usw., an deren Ausbau der Jischuw selbst, die Zionistische Organisation und andere Körperschaften beteiligt sind. Eine Reihe von Kartogrammen und Bildern veranschaulicht die Entfaltung des Erziehungswesens in Palästina, die Anzahl der Schüler und Lehrer, die Bildungsanstalten verschiedener Richtung und Gattung, desgleichen das palästinensische Zeitungs- und Verlagswesen. Endlich wird auf der Ausstellung auch der palästinensischen Kunst eine größere Abteilung gewidmet sein. Die Assoziation der palästinensischen Künstler beteiligt sich sehr rege an der Ausstellung. Es ist eine Jury eingesetzt, welche die besten Werke aller palästinensischen Maler auszuwählen hat, wobei denjenigen Bildern der Vorzug gegeben wird, die palästinensische Landschaften und Typen als Motive haben. Es wird somit nicht nur die palästinensische Kunst, sondern auch Palästina in der Kunst dargeboten werden- . Kongrebattiou der Wiener Wische« Kaufmannschaft zugunsten des Keren Kaiemeth. Liste der bisher teilnchrnenden Firmen. Bekanntlich veranstaltet der Keren Kajemeth während der gesäurten Kongreßdauer in den Räumen des KnrsalonS im Wiener Stadtpark einen großangelegten Basar. Die seitens der Kaufleute aus ihrem Warenlager gespendeten Gegenstände bleiben während der ganzen Dauer de» Basarau-gestellt. Im nachfolgenden veröffentlichen wir die Firmen, die sich durch Zuwendungen an dieser Aktion der Wiener jüdischen Kaufmannschaft bi- Mittwoch den 15. d. beteiligten: Regine Abele-, 8. Bez., Alserstraße 65. Leo Barbasch, 1. Bez., Schottenring 23. Josef Beer, 9. Bez., Rögergaffe 24. „Blusenkönigin", 9. Bez., Alserstraße 32. Leo Brüll L Co., 1. Bez., Marc-Aurel-Sttaße 6. Brüll & Goldschläger, 1. Bez., Franz-JosefS-Kai 29. Leon Brandmark, 8. Bez., Alserstraße 51. S. Braun, 9. Bez., Alser» straße 48. W. Cooks L Brother, 15. Bez., Alliogaffe 20. Delfiner & Co., 10. Bez., Schleiergasse 17. Eduard Denes, 1. Bez., Tuchlauben 9. Doktor L Co., 8. Bez., Alserstraße 11. Max Eckstein, 1. Bez., Wildpretmarkt 5. Engelschuhe, 3. Bez., Taborstraße 68. Josef Epstein, 8. Bez., Alserstraße 33. Brüder Ernst, 1. Bez., Rudolf-Platz 9. Olga Fischer, 9. Bez., Alserstraße 36. Julius Fuchs L Co., 1. Bez., Vorlaufstraße 1. Jakob Gelle». 1. Bez., Rotgasse 1. Hermann GotteSmann, 9. Bez., Liechtensteinstraße 96. Adolf Hahn, 1. Bez., Marc-Amel-Straße 10. Hausindustrie Oesterr., 3. Bez., Blattgasse 6. Herbst & Gaotr, 1. Bez., Morzinplatz 5. Marianne Hirsch, 16. Bez., Cottagegaffv 48. N. Jamenfeld, 8. Bez., Alserstraße 7. „Job" Soeiete Zigarettenfabrik, 6. Bez., Skodagaffe 19. Kaposi & Co., 8. Bez., Alserstraße 49. Simon Langer, 9. Bez., Währingergürtel 103. Michael Lauterbach, 1. Bez., Eßlinggaffe 7. I. Lewinsohn, 1. Bez., Schwedenplatz 2. Lunzer & Kende, 9. Bez., Alserstraße 92. Siegfried Matbaum, 8. Bez., Alserstraße 57. Gustav Mährtschl, 8. Bez., Alserstraße 39. Elsa Meer, 8. Bez., Alserstraße 39- Max Moldau, 7. Bez., Westbahnstraßv 36. Df. Karl Natansohn, 9. Bez., Freiheitsplatz 4-5. Pollaesek, Funk & Grün- Hut, 1. Bez., Vorlaufstraßo o. Pessel, Parfümeriefabrik, 8. Bez., Josesstädterstraße 39. Oswald Reicher, 1. Bez., Werdertorgaffv 5. Oskar Rotkopf, 2. Bez., SchiffamtSgasse 17. L. Schaftanek, 1. Bez., Kohlmarkt 5. Alma Schlesinger, 8. Bez., Alserstraße 67. Aaron Seelenfteund, 8. Bez., Alserstraße 61. Joel Senft, 9. Bez., Alserstraße 46. Jakob Stein, 2. Bez., Hollandstraße 3. Klara Stern, 8. Bez., Alserstraße 57. Ludwig Ullmann, 1. Bez., Salzgrie» 16. Wagschal & 'Co., 8. Be,.. Alserstraße 69. Walter L Baß, 1. Bez.. Bauernmarkt 9. M. K. Weingeist, 8. Bez., Schmalzhofgaffe 9. W. A H. Weiß, 1. Bez., Werdertorgasse 16. Heinrich Weiß, 10. Bez., Laxenburgerstraße 75. Josef Werner, 8. Bez., Alserstraße 29. Ludwig Zwieback & Bruder, 1. Bez., Alserstraße 16. * Erdbeben im Semmeririaaebiet. Freitag tmitbe um 5 Uhr 30 Mm. früh im Semmeringeb-I-et ein leichtes harmloses Erdbeben verspürt. ES war ln seiner Fernwirkung so -schwach, bas; es die Wiener SeiSmoaoaphen -nicht verze-ichneten. Es wird gebeten. Berichte über dieses Erdbeben an die Zen- Iwail-amstal-t für Meteorologe. Wien, 19. Bez.. Hohe Warte 38, -mit dem Vermerk «Amtlicher Auftrag", MMaukiert zu senden. I Sie Lebensvekficherungrabteilung der 3 livischen Rationalsondr. . Auf dom Wege za dem alten, seit Beginn der zionistischen Bewegung gehegten Ideal, eine eig -ene jüdische Lebensversicherungsgesellschaft za grüttiden, ist mm dazu gelangt, sich vorerst am bestehende Gesellschaften anzuleHneu. So hat im Jahre 1911 die Zionistische Weltorganisation mit der Baseler Lobensversicherungsgesellschaft ein liebere inkominen getroffen, «dos jedoch, durch den Weltkrieg in seiner Auswirkung gehemmt, längst wieder abgelaufen ist. Nunmehr hat -das .Hauptbilreau des Jüdischen Nationalfomds (Keren Mjemekh l'Jsrael) in Jerusalem nach Verhandlung mit verschiedcmen Instituten mit -der renommierten Lebensversicheruugsgesells chaft Phönix einen Rahmenvertrag abgeschlossen. Er beansprucht Gültigkeit für alle Lander, wo der Phönix schon heute arbeitet (Palästina, Oesterreich, Süddeutschland, Belgien, Holland, Frankreich, Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Neu-. Italien, Neurnmänien, Bulgarien, Türkei, Griechenland und Llegypteri) oder wo er seine Arbeit demnächst aufmimmt. Dieser Vertrag geht, «was die Gegenleistungen -des Phönix anlamgt, über das bisher von Bevsicherungsgescllschäften Gebotene -weit hinaus: Zunächst werden den Versicherungsnehmern, und als solcher kommt jeder Jude m Betracht, alle Borteile garantiert, welche irgend eine solide Konkurrenzgesellschaft jetzt -oder später einzmräumen gewillt ist. Dom jüdischen Nationalfonds selbst ist der Bezug einer Supevprovision mit einer beträchtlichen Jahreslfumme garantiert. Ferner müssen, wo immer dies nach den Landesgesetzen KUläsisig ist, die Prämienreserven aus allen gemäß dem 9Lationalfondsvertrag abgeschlossenen Versicherungen, natürlich bei Wahrung aller Sicherheit, in Palästina oder doch im Interesse -des Palästinaaufbaues investiert werden. In allen Ländern, wo der Vertrag in Kraft tritt, 'hat der Phönix aus zionistischen, ihm vom Jüdischen Nationalfonds empfohlenen fachkundigen Organen eigene Bersichcrungsabteblungen aufzubauen, welche sich als Grundstock der künftigen -Mischen Lebens-Vevsichevungsgefellschaft darsiellen. In der Tschechoslowakei und Oesterreich' sind bereits^ solche Vevsicherungsalbteilumgen des Jüdischen Nationalfonds eingerichtet, welche in wenigen Monaten Abschlüsse von über 300.000 Pfund Sterling Versicherungssumme erzielen konnten. Andere Lander, fo Deutschland, Jugoslawien und Polen, folgen demnächst nach. Die Ausdehnung, des Vertrages ans die übrigeg Gebiete Europas und dgvüber hinaus -ist geplant« -! .. j ******' ffiu zerstörte« Manben Keine Mnrskanäle. , In der,-Dost. Ztg." berichtet Pvoefssor Dr. M c reuse: Im vorigen Jahr kam der Planet Mars unserer Erde so nahe wie selten zuvor. Er zeigte eine besonders^ gwße Scheibe, auf der viele Einzelheiten genau und bester als früher untersucht werden konnten. Mevdings stand der Mars damals in ziemlich südlicher Stellung am Himmel so daß seine Beobachtung weuiyer günstig für die nördlich gelegenen Sternwarten als sür die südlich auf der Erde liegenden Observatorien war. Ganz besonders konnten sich an der Mvrserforschiung die auch mit den größten Fernrohren ausgerüsteten amerikanischen Bergsternwarten beteiligen, deren MesfungSergebniiste jetzt veröffentlicht vorliegen. In der Hauptsache sind unsere Kenntnisse des Mars durch die vorjährige Erdnähe mit Bezug auf die Atmosphäre und die sogenannten Kanalgebilde unseres Nachbarplaneten erweitert worden. Die Lufthülle des Mars ist sehr Viel dichter und höher als man bisher anuahrn; man kann sie auf etwa 200 Kilometer Höhe schätzen, also etwa halb so hoch wie die Erdatmosphäre. Da der Planet Mars außerdem viel weiter vom der leuchtenden und wärmenden Somme entfernt ist als die Erde, etiiva das einundeinhalbfache, so -herrschen auf unserem Nachbarplaneten sehr viel niedrigere Temperaturen allis bei uns. Man konnte in äquatorialen Breiten des Mars eine Wärme -von nur 7 Grad Celsius, in höheren Breiten 12 Grad unter Null und an den Polarslecken des Mars durchschnittlich eine Kälte bis zu 100 Grad festistellen. Hinsichtlich dev Kanäle auf beim MarS hat sich die schon seit einiger Zeit von Fachleuten ausgesprochene Ansicht bestätigt, daß sie im der Hauptsache auf optischer Täuschung bei nicht deutlichem Sehen beruhen. In den ganz großen Fernrohren sieht man nämlich keine SDaitMe, sondern nur rmregellimäßige, in «imzelne Teile aufgelöste Gebilde. So hat denn die neueste umd unter besonders günstigen Umstanden durchgeführte Marsforschung diesem sagenumwobenen Planeten führ viel vom seinem Nimbus genommen. Die auf chm herrschenden tiefen Temperaturen sind einer Entwicklung ovgamis-chen Lebens ziemlich hinderlich, und die MarSkanäle, in denen phjcvntasieveiche Laien^ astwnomen schon Werke etwaiger Marsbewohner sehen wollten, existieren llberhanpt nicht. Damit ist unsere wistenschaiMche Erksuninis reicher, aber unsere Phantasie über die Bewohnbarkeit der Welten ärmer geworden. Diese Frage mach der Bewohnbarkeit anderer Welten dürfte, wenn überhaupt, auch nur dtrrch einen Tvostschlnß in siegender Form gilt lösen sein. Es wäre zwar vermessen, anKuneWien, daß die Menschen die einzigen Delvohmr des Weltalls seien, aber twch Vers mestoner dürfte es scheinen, sagen zu wollen, wo unb wie die ayde«,n sind. - mm

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