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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-19 · Heft 2302 (19.7.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2302 (19.7.1925)
Date
1925-07-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Dien. Sonntag Wiener MvrjtenzettunO. Seite 4 Stephan Radic enthaftet. Die neue Pasic-Mndic-Rcgierung. Belgrad, 13. Juli. (Mala.) Heute vormittags wurde /das neue Koalitionskabinett unter dem Bor- ' sitz Pasic' gebiIde t. Es besteht aus zwölf Radiika l e n und vier Mitgliedern der Radic -- Pa r te i. l Die Portefeuilles sind folgendermaßen verteilt: Justiz — Gjuricie; auswärtige ArMlegelchciten — N i ncie; Finanzen — Ltojadinovie: Inneres — Mai x i m ovie; Kultus — Trifunov i c; Bolksgesundheit 1 — Slavko Milctic: öffentliche Arbeiten — IX zu novic; Ackerbau — Christa Milctic; öffentticher Unterricht — Buk ovi c; Rechtsaugleichung — Srkic i«tb Sozialpolitik — Simo -novic, die sämtlich der r a d ikaleu Partei angohören. Weiters belstehi das Ministerilmn aiw den Mitgliedern der Ra die- Gruppe: Paul Radie — für Agrarreform, Schuperina — für das Postüvesen; v a j c — für Handel, und Niki e — , für Forstwirts st und Montanwffen. Das Krieysportefcuille erhiclit General Trifuuovic. Die Regier u u g s m e h r h e i t setzt sich zusanruren aus 142 Radikalen und 62 M i t g l i e d e r n der Ra dic-Parte i, das sind drei fünftel der gesamten Mitglieder der Skupfchtiua. Tie neuen Minister haben um 2 Uhr nachmittags den Eid auf die Verfassung geleistet. Hierauf fand der erste Kabinetts rat statt, der die Freilassung von Stephan Radic und se i nc r Mitangeklagten sowie die A b o l i t i o u des gegen sie schiebenden Verfahrens beschloß. Der König hat unverzüglich die diesbezügliche Verfügung unterzeichnet, d« s of o r t ausgefiührl wurde. Rrrdic beim König. Wie aus Agram gemeldet tvird, ist Stephan R adic heute aus der Haft entlassen worden. Er wird in V c ldes von, K ö n i g in A u d i e n z empfangen werden. Tie neue Regierung wird sich Montag dem Parlament Vörstetten. Leutschland will eine neue internationale Konferenz. Ueber die Sicherheitspakte. Berlin, 18. Juli. (Tel.-Komp.) Im Zusamrnenihang min der Fertigstellung der deutschen Antwortn o t e. die heute nach Paris gesandt und Montag überreicht wird, berichtet das berliner Tageblatt": In maßgebenden Regierungskreisen erwarte man, und zwar anscheinend auf Grund besonderer diplomatischer Informationen, die baldige Einberufung einer internationalen Konferenz. Deutschland wird, so wird erklärt, alles tun, ivas in seiner Mach: steht, um diese Konferenz z u beschleunigen. Auch wenn auf der Tagesordnung dieser Konferenz nur das Sicherheitsproblem stehen sollte, so glaubt man doch auch andere Fragen, wie die Entwaffnung, den E i n t r i t t Deutschlands in d e n V ö l k e r b u n d und die Luftfahrbestimmungen, eventuell außerhalb der Konferenz, zur Sprache bringen und einer befriedigenden Lösung entgegensühren zu können. Erhöhung von Post« und Telephongebühren. In der letzten Sitzung des Hauptausschusses hat die Regier,!ng die Ernrächtigung erhalten, die Postgebühren auf die im Stockholmer Weltpostverirag vorgesehene Höhe hinans^usetzen. Bon dieser Ermächtigung Gebrauch ,nachend, wird die Pcftvcrwalknng demnächst das Porto für Postkarten auf 8 und für Drucksorten auf 2 Groschen, die Zeitungsgebühr auif 16 Groschen für das Kilogramm IahresgÄvicht, beziehungsweise 0,4 Groschen Mindestnum-- nrergebühr erhöhen. Auch die Gebühren fftr Nachüahmesendungen und für Postanweisungen werden hinaufgesetzt werden. Die Tclephongcbühren werden im Uoberlandverkehr eine Erhöhung bis zu 50 Prozent erfahren. Für die erste Nahzone tritt.eine Steigerung der Gesprächseinheit von 30 auf 45, in der Meilen Nahzone von 40 auf 60, in der dritten Nahzone von 50 auf 75, in der ersten Fernzone von 60 auf 90, in der Zweiten Fernzone von 120 auf 150, in der dritten Fernzone von 200 auf 240 und in der vierten Fernzone von 280 auf 320 Groschen ein. __ MinorltStenschutzverirSge und Staatsbürgerschaft. Der Antrag auf legislative Regelung. Zu den Erörterungen über die Wirkungen der verschiedenen Minor i täten schu tzv er träge auf die ö st erreich! schon Staatsbürgerrechte wird der Politischen Korrespondenz von informierter Seite milgeteilt, daß über die legislative Regelung dieser Frage bereits mit den Parteien Fühlung genommen wurde. In der Montag stattsindenden Sitzung de's Berfa s s u n g s a u s s ch u s f e s wird der Referent im Einvernehmen mit dem Bundeskanzleramt bei Beratung der auf der Tagesordnung stehenden Gesetzentwürfe einen Antrag in der Richtung stellen, daß Personen, die die österreichische Staatsbürgerschaft und ein H e int ats recht in ein'er Gemeinde Oesterreichs erworben, sie aber im Hinblick auf ihre Geburt im Auslande infolge von Bestimmungen zwischenstaatlicher Verträge verloren haben, mit 16. Juli 1920 österreichische Staatsbürger find. Diese Personen können allerdings auf das ihnen hierdurch gegebene Recht, ebenfalls mit Wirksamkeit vom 16. Juli 1920, verzichten. Diese Verzicht'serLlärung ist dann 'bei der zuständigen Landesregierung abzugeben. MlllloneubetrSgereien der Srüst« Mel»- üolloredo. Gegen die Gräfin Rosa Mels-Colloredo, die wegen verschiedener Betrugsfakten bereits im Jahre 1922 vom Grazer Landesgerichle zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt worden war, sind in den letzten Tagen beim Wiener Sicherheitsbureau neuerlich B.e t r u g s a n z e i g e n erstattet worden. Die Gräfin, die zuletzt Stephansplatz 4 gewohnt hat, hatte von adeligen Familien Schmucksachen zum kommissionsweisen Verkaufe übernommen. Einer Dame, die Fosiat zurück. Wenn ich nun müde und hungrig ankomme, finde ich alle Vorzimmer voll von Menschen, Juden und Moslemin, Vornehmen und Geringen, die auf meinen ärztlichen Beistand warten. Kaum bleibt mir Zeit, vom Maultier zu steigen, mich zu waschen und etwas zu genießen. Dann muß ich ihnen Rezepte und das Heilverfahren schreiben. Das .Gehen und Kommen währt oft bis spät in die Nacht hinein. Manchmal bin ich vor Müdigkeit so schwach, daß ich kein Wort mehr sprechen kann. Nur am Sabbat bleibt mir Zeit, mich mit der Genieinde und der Lehre zu beschäftigen. So fließen mir die Tage hin." Maimuni hatte also, wie man heute sagen würde, eine ausgedehnte ärztliche Praxis. Daneben verfaßte er auch noch in arabischer Sprache eine Reihe medizinischer Schriften. Leclerc in seiner Histoire de la medicine arabe führt deren elf an. Etliche davon liegen in hebräischen Uebersetzungen vor. . Und das ist das Erstaunliche: dieser vielbeschäftigte Arzt Mose ben Maimon fand noch Zeit und besaß noch Kraft genug, das vierzehnbändige Werk „Jad chazaka" zu schaffen. Der „Jad chazaka" (Starke Hand), auch „Mischne Thora" (Wieder» holiing des Gesetzes) genannt, ist eines der gewaltigsten Schöpfungen auf dem Gebiete der rabbinischen Literatur. Ein Geschichtsschreiber nennt den Verfasser des ,^Jad chazaka" einen Sachwalter des Rabbinismus. Diese Bezeichnung trifft auf Maiiuonides nicht ganz zu. Nicht der Sachwalter, vielmehr der Pfleger und Bewahrer des Rabbinismus, ein Gipfelpunkt in dessen Entwicklung, ein souveräner Herrscher in dessen Reiche, das war Mose ben Maimon.. Der Rabbinismus, das überlieferte Judentum, war ihm Judentum schlechthin, und als Kenner und Bekenner dieses Judentums hat er dem" Riesenbau der mündlichen Lehre, wie sie sich von den Männern der großen Synode über die Tanaiten undAmpräer bis zu den Saboräern und Geonim entwickelt hat, mit ksttger Hand und zur rechten Zeit in seinem „Jad" eine vollettdete Gestalt ge^ geben. Der durch sprachliche Klarheit, weise Anordnung und mustergültigen Aufbau gleich ausgezeichnete ,Iad chazaka" ist eine Mcisterschöpfung, deren gleichen man in der gesamten rgbbiulscheu Literatur ein zweites Mal nicht findet. Selbst MaimuniS Mifchna-Kommentär, an sich eine talmudisch-wissenschaftliche Glanzleistung, ist von geringerer Bedeutung im Vergleiche mit diesen, Monumentalwerk. Das ganze schriftliche, und mündliche verbindliche Gesetz des Judentums mit seinen göttlichen Verpflichtungen und menschlichen Verordnungen, mit seinen tausendfältigen Bindungen für das soziale und daS tägliche Leben mit allen leinen Vorschriften und Weisungen und Regeln und Richtlinien ist in den vierzehn Büchern dieses Werkes überschaulich geordnet. Mit diesem Kodex — übrigens das einzige große Werk, daß Maimonides in hebräischer Sprache^ geschrieben hat — bezweckte der Verfasser nichts Geringeres, als ■ alle Religionsgesetze und religiösen Gefühlswerte des Judentums für alle Zeiten lebendigzu erhalten. Entsprechend der Größe dieses Werkes war auch das Aufsehen, das sein Erscheinen bei den Jllden in der ganzen Welt hervorrief. Wir Heutigen und Abendländer mit allen unseren Begriffen von aufsehenerregenden und epochemachenden Werken werden uns kaum einen Begriff machen können von dem Aufsehen, den das Werk „Jad chazaka" erregt, und von dem Einfluß, den es nicht nur auf das geistige, sondern auch auf das tätige Leben der Juden geübt hat. Jahrhunderte hindurch war das Wort des Maimonides für die Judenheit von bindender Kraft. Nur noch Maimunis philosophisches Hauptwerk hat — toenngleich in anderer Richtung — einen ähnlichen Einfluß geübt. Maimunis philosophisches Werk hat die gesamte scholastische Philosophie, das Denken eines Albertus Magnus, die Philosophie eines Thomas von Aquino, hat vor allem die ganze jüdische Religionsphilosophie nachhaltig beeinflußt. Mose ben Maimon hat sein in arabischer Sprache abgefaßtes philosophisches Werk „Dalalat al Hairin" genannt. Sofort nach dessen Erscheinen beeilte sich der Arzt und Gelehrte Samuel Jbn Tibbon, das Werk mH Hebräische zu übersetzen; mit ausdrücklicher Zustimmung Maimunis gab er ihm den Titel ,,Moreh N'bokhim" (Führer der Irrenden), unter welcher Bezeichnung es rasch populär wurde. Die Tibbonsche Uebersetzung hat seither Hunderte von Auflagen erlebt. Eine zweite hebräische Uebersetzung lieferte Jehuda Alcharisi aus Toledo, ein berühmter Makamendichter, den auch. Heine in seinem Gedichte Jehuda ben Halevy erwähnt. Einelateinische Uebersetzung unter dem Titel „Doctor perplexorny," hat Johann Buxtors der Jüngere in Basel 1629 herausgegeben; Teile des „Führers^ sind indes schon früher ins Lateinische übersetzt worden. Eine gute. englische Uebersetzung von Friedländer ist unter dem Titel. ,Ahe Guide of the Perplexed" erschienen. Ausgezeichnet vor allen anderen ist die französische Uebersetzung von Munk „Le Ättide des SgareS". Eine der Muykschen französischen gleichwertige deutsche Uebe.rsetzilNg war bisher nicht horyanden; die! Vor fast einem Jahrhundert erschienene deutsche Uebersetzung weist den schwerwiegenden Mangel an Uneinheitlichkeit auf, da an ihr nicht weniger als drei Uebersetzer beteiligt waren. Es ist das Verdienst des Wiener Gelehrten Doktor __19. Juli 1925_Nr. MS iit der Bartensteil,jzasse wohnt, hat sie allein Schmuckfachen im Werte von 16.600 Schilling adge> „ommcu. Als die betreffende Dame sie schließlich mahnte, zeigte die Colloredo ihr ein Paket und behauptete, das darin der Schmuck verwahrt sei. Ms aber der Zahluugstax gekommen war, war die Gräfin nicht erschienen. Dagegen wurde festgestellt, daß sie den Schmuck um 5 0.0 0 0 Schilling veräußert hat. Die Mels-Colloredo ist seither flüchtig und koilnte bisher nicht ausgeforscht werden. Ihre Verfolgung ist eingeleitet. Berhastung internationaler Banknotenand ScheMlscher. Wie seinerzeit berichtet, wurde im Mäv; 1923 in der Werkstätte des Holzwarenhändlers Moritz Z i L m a n n in der Heinzelmanngasj,. eine komplette Bankttotenfälscherwerlstätte ausgehobcn, wobei außer den Maschinen eine große Anzahl von ganz und halb fertiggestellten Falsifikaten polnischer 10.000-Mar!-Noten beschlagnahmt wurden. Zis mann und ein Tett des Fälscherkonsortiums, der angebliche Kaufmann Joses Mols S i lb c r st e i n, Nathan A b r a m owic und noch einige andere, wurden damals verhaftet nud dem Lairdesgerichte eingeliefcrt. Die eigentlichen Anstifter jedoch konnten nicht fcstgenemmen werden, da sic sich eben aus einer Reise durch Eurrpa befanden, um für ihre Falsifilale Absatz zu fiuden. Es waren dies das Haupt der Baude mti> gleichzeitig der Financier des Konsortiums, der angebliche Kaufmann Siegfried Sar.rga. fälschlich Franz Glück, der Kaufmann Max R v i? n ft: a, ch und der polnische Staatsangehörige Siegmuud Sigall. Die drei Flüchtigei, hatten damals förmlich eine Aktiengesellschaft zur H c rstellung der Falsifikate gegründet, wobei Saraga die Stelle eines Generaldirektors inne hatte. Nunmehr ist es gelungen, Saraga in Wien festzunehmeil. Zugleich mit ihm wurde,, der aus Jassy stammende Handelsagent Ehaim Fränkl und der angMiche Kauffnanu Lazar Rosen seid verhaftet. Fränkl wird seit dem Jcchre 1921 wegen Vertriebs von gefälschten Schecks der M a r u, a r o s - B l a n k - B a n k in Bukarest von der Prager Polizei verfolgt. Bei einer Leilbesvisitation des Fränkl wurden cms seinen, Besitze Zwei Schecks der Comptoir-National-d'Esco,npte de Paris, Agence Brüssel, auf den Betrag von 100.000, bezishungsilveise 56.000 französische Franken beschlagnahmt. Diese Schecks stellten sich als gefälscht heraus. * Die Wiener jüdische HandelStvett für den Aufbau Palästinas. Im Mitteivpumkt der gesellschaftlichen VeranstaMungen während des bevorstehenden Zl-omstenkongresses m Wien wird woyl der -vährend der ganzen Kongreßdauer im Kursalon der Stadt Wien stattsindende Kongreßbafar stehen. Das Reinerträgnis dieses Basars fließt dem Keren Kaiometh zu. Die Höhe des ReiinerträgnisieS ist abhängig von dem Erfafoe der eben jetzt -im Gange b«wWe>nen Wmmr der Wiener fümfchen Firmen für den Kongreßbafar. Es liegt daher im Jmteresse eines würdigen Er«bnisses dieser Mion der Wiener jüdischen Kauflente, daß sich sanMiche Wrmen a u s n v h m si o 8 mt dieser Aktion durch Spenden aus ihrem Warenlager beteiligen. Spendenanmeldungen werden enigegenyMo«nmen: Bureau des Keven KaljemÄh, 1. Bez., Kärrckneqtraße 28, Tel. 77-4-85, 77-4-86. Adolf Weiß, daß wir nunmehr das philosophische Hauptwerk in einer mustergültigen deutschen Uebersetzung besitzen. Das Werk, von dem Uebersetzer mit einer höchst wertvollen biographischen und geschichtsphilosophischen Einleitung und mit zahlreichen erklärenden Anmerkungen versehen, ist unter dem Titel „Führer der Unschlüssigen" in der Philosophischen Bibliothek des Verlages Felix Meiner in Leipzig erschienen. Der „Führer" des Maimonides zerfällt in drei Bücher mit insgesamt hundertachtundsiebzig Abschnitten. Das erste Buch enthält die Attribntenlehre und handelt von den Anthropomorphismen in der heiligen Schrift; im zweiten Buche wird das Dasein Gottes nach den von Aristoteles und den arabischen Aristotelikern entlehnten Methoden bewiesen und die Lehre von der Weltschöpfnng, der Offenbarung und der Prophetie eingehend erörtert; das dritte Buch bringt eine Erklärung der Vision Ezechiels und eine Darlegung der Lehren von der reinen Gotteserkenntnis, vom Ursprung des Bösen, vo,, der Vorsehung und der Willensfreiheit und von, Geiste der Gesetze. Im ganzen stellt das Maimonidessche Werk den Versuch dar, die Worte der Bibel mit der Vernunftlehre des Aristoteles in Einklang zu bringen. Wohl bewegt sich der „Führer" auf alten, heute kaum mehr gangbaren Gedankcnwegeu, tvohl sind seine Spekulationen der Gegenwart völlig entrückt, dennoch berührt er sich in seinen Grundelementen vielfach mit de», Bestrebungen unserer Zeit, die ebenfalls, freilich von anderen Gesichtspunkten aus und mit anderen Denkmethoden, auf eine Uebereinstimmung der religiösen Anschauungen mit den philosophischen Denkergebnissen hinzielen. Be, alledem ist der „Führer" ein Buch, das man auch heute mit Nutzen lesen kann; er enthält eine Fülle schöner, tiefer, lebensvoller Gedanken. Kein Wunder, daß der Name eines solchen Mannes durch die Jahrhunderte leuchtet. Mose ben Maimon war eine wundervolle Erscheinung: ein vielseitiger Geist, ein geschlossener Charakter, eine kraftvolle, il, das historische Maß hineinwachsende Persönlichkeit. Schon bei Lebzeiten hatte er einen Ruf, der weit durch die Länder ging. Bei Lebzeiten nannten sie ihn „die Herrlichkeit Israels", „den Erleuchter der Augen des Exils", „die Fahne der Gelehrten", „den starken Hammer", „den einzigen der Zeit". Und als er am 20. Tebet 4965 (13. Dezeinber 1204) starb, da schrieben die Nekrologschreiber: „Mit Mose ben Maimon ist dem jüdischen Volke zun, zweitenmal die Bnndeslade des Herrn weggenomn,en worden." Ein großes Wort, das die Größe des Mannes in heiligem Sinnbild veranschaulicht.

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