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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-15 · Heft 2298 (15.7.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2298 (15.7.1925)
Date
1925-07-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 Men. Mittwoch Wiener MorraerrzeUurw Ludendorffs Aufruf a« die Luden Polens. . Eine Feststellung des Feldvabbiners der 8. Armee. Wie bereits imtflcictlt, hat General Lützendorfs an faßlich eines Prozesses zwischen Rechtsanwalt Dr. Jacobsohn (Breslau) und dem Redakteur der „Schlesischen Bolksstimme", Dr. Herrnrann (Breslau) an den letzteren einen Brief gerichtet, in welchem erklärt wird, daß der Oberkommandierende der 9. Armee den bekannten Aufruf „Au di Jidden in Paulen" auf Vorschlag des im Stabe befindlichen Feldrabbiners erlassen har. Ludendorff fügt in seinem Brief an tzcn antisemitischen Redakteur noch hinzu: „Im Kriege kommt man in die Lage, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben. Der Aufruf war ein rein militärischpolitischer Akt und nichts weiter, geboten durch die Lage der Stunde . . . Auch ich halte das jüdische Volk als wesentliche Ursache unseres Zusammenbruches . . . „Deutsche Juden" gibt es nicht, nur Juden deutscher „Staatsangehörigkeit"." Die Zeitschrift des Reichst,,indes jüdischer Frontsoldaten „Ter Schild" legte den Brief Ludendorffs dem darin erwähnter, Feldrabbiner der 9. Armee, Rabbiner Dr. Artur Levy in Berlin vor. Dieser richtete an den „Schild" einen Brief, in welcbem er erklärt: „N jemals ist ein derartiger Vorschlag (Aufruf an die Juden in Polen. D. Red/, von mir ausgesprochen worden, vielmehr sind die Tatsachen, wiedergegeben an der Hand meiner Tagobuchaufzeichnumgen, folgende: 1. Am 26. September 1914 meldete ich mich in Beuthen bei General Ludendorff als der der 9. Armee zugeteilte Feldrabbincr. Auf die Frage des Generals, wie ich mir meine Tätigkeit vorftelle, enÄoickelte ich ihm meinen Arbeitsplan, der ausschließlich die Seelsorge an den jüdischen Soldaten der Armee zum Gegenstand hatte. Als ich fertig lvar, „reinte der General: ,Jch habe noch einen besonderen Auftrag. Wir kommen jetzt nach Polen, wo zahlreiche Juden wohnen. Suchen Sie mit diesen I ü h lnng zu nehme n, sie über die Freundlichkeit nuferer Gesinnung aufzuklärcn und den Militärbehörden darin bchilflich zu sein, das Vertrauen der Jüdischen Bevölkerung durch Rücksichtnahme auf deren religiöse Enrpfinduugcn zu gewinnen " 2. Am 6. Oktober wurde nur vom Nachrichtenoffizier des A. O. K. ein fertiges, in hebräischer und jüdischer Sprache gedrucktes Flugblatt übergeben, mir der Weisung, es ins Deutsche zu übersetzen. Bis dahin hatte ich von einem Ausruf livcder etwas gehört noch gesprochen. 3. Am 8. Oktober wurde ich zu Geiural Ludendorfs befohlen. Er erkundigte sich nach der Stimmung der jüdischen Bevölkerung und fragte mich, ob ich mir etwas von dem geplanten Aufruf verspreche. In, übrigen wünschte er einige Veränderungen an dessen Wortlaut und forderte ,nich ans, in entsprechendem Sinne eine llmrodigicrung vorzunehmen. Nachdem diese ihn, vorgelegt und von ihn, genehmigt war, wurde ich mit der Rückübersetzung ins Hebräische und Jüdische und der Besorgung des Neudruckes beauftragt, was ich selbstverständlich tat. Das ist inein Anteil an der Entstehung des Ausrufes." Das Organ der jüdischen Fcontkänipfer fügt hinzu: „Das sagt genug. — General Ludendorsf hat in seinem Buche und auch in seinem obigen Briese gegen die deutschen Juden die schwersten Borwürfe gerichtet, die man überhaupt gegen einen Deutschen richten kann. Er trotz aller Aufforderungen bisher wohlweislich vermieden, für seine Verleumdungen und Ehrabs chneidereicn auch einzuftehen und Zeugnis obzulogen. — Wir sehen heute wieder, welcher Wert seinen Worten beizumessen ist." Mitteilungen nur dem Publikum. MIO««»«« Mbmi §fii.(rnL/iiamii»(apnr JOB Bureau: VHMIII.IMa|isM 18/2 Tolan and Barette für Kultus und Justiz erkalten SU «onRtig oder naett Mas« in den man!;, faltigsten Formen bei det bekennten Spetiaifiram RUDOLF GOLDSTEIN Telephon 45*6-30. Gegründet 1 568. Viele belobende Anerkennonaeeehreiben. — Lieferant sieter inand anel&ndieener Knltdrgemeinden. 135 Reich lllnetrierte Katnlogt O.gd Qroicben Siebente ffleltlonferenj der Poale Sion. Ain 5. August wird in Wien, wie I. T. A. berichtet, die 7. Weltkonferenz des allweltlichen jüdischen sozialistischen Arbeitcrvcrbandcs Paole Zion eröffnet. In dieser Weltkvnfcrenz, die voraussichtlich zehn Tage dauern wird, wird folgende Tagesordnung zur Erledigung kommen: 1. Berichte: a) Des Bcrbandsbureaus; b) des Arbeitersekretariats in Palästina. 2. Die jetzige Lage in Palästina und unsere Aufgaben (politische Lage, wirtschaftliche Lage, Einwanderung ustv.). 3. Der 14. Zionistenkongrcß. 4. Gemeinsame Arbeit für 'das arbeitende Palästina und V.'iwaliung des Palästina-Arbeiterfonds. 6. Jugendbewegung: a) Die Organisierung der jüdischen Arbeiters' aend; b) allgemeine jüdische iJugendbewegu-ttg und Hechaluz. 6. Der Kampf um die Nationatrechte in den Ländern des Galuch. 7. Bereinigungsfrage. 8. Ter internationale Sozialiste.,,- kongreß. 9. Reorganisation des Weltverbandes (Sitzort des Verbaud'sbureaus, Finanzen). 10. Hilfsarbeit. 11. Wahlen. Im Zusammenhqmg mit der Konferenz organisiert die Wiener Poale-Zion-Partei eine Ausstellung der jüdischen sozialMsche.n Presse und des jüdischen sozialistischen Buche s. __ Aus aller Wett. Paris, 14. Juli. (Tel.-Komp.) In dem Arbeiterviertel Belledille kam es am heutigen Nationalfeiertage zu einem Zusammenstoß zwischen der P o l i z e i und etwa 3 0 0 M a n i f e st a n t e n, die zwei von der Polizei verhaftete Betrunkene befreien wollten. Von beiden Seiten fielen Schüsse, durch die s e ch 8 P o l i z i st e n u n d s e ch s Manifestanten zum Teil schwer verletzt wurden. Paris, 14. Juli. (Havas.) Nach dom gestern beschlossenen Finanzgesetz betragt die Gebühr für Ausweiskarten fürAuslander 69 Franken. Geistige und manuelle Arbeiter haben dafür eine Taxe vonzehnFranken zu entrichten. Budapest, 14. Juli. (Tel.-iKonch.) Der verantwortliche Admtntstrationschef deS „Ujsag", Alfred Hirsch, wurde heute wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit durch Inserate, die in dem Blatte erschienen sind, in 9 1 F ä l l e n zu einer Geldstrafe von je 1 5 0.0 0 0 Kronen verurteilt. DaS Urteil ist rechtskräftig. Krakau, 14. Juli. (Tfchech. Preß.-Bur.) Infolge anhaltender Regengüsse nimmt der Wasserstand der W e i chs e l, deS D u n a j e e und der R a b a wieder zu, so daß eine neuerliche Ueberschwen, muugskatastrophe droht. Die Skawa ist neuerlich aus den Usern getreten. Konstantinopel, 14. Juli. Ter Metropolit van Nikäa V a 8 d i l l o s ist zum ökumenischen Patriarchen gewählt. Rew-Aort, 14. Juli. Der Osten, der Vereinigten Staaten wurde abermals, von einer Hitzewelle heimgesucht, die zwei Tage anhielt. Ueber sechzigPersonen sind an H i tz s ch l a g g e st o r b e n. Nelv-Aork, 14. Juli. Die Volkszählung in de,, Bereinigten Staaten ergab fürN e w - N o r k die Zahl von 6,103.000 Einwohnern. C h i k a g o zählt 2,995.000 Einwohner. Die Zahl der F a r m e r in den Vereinigten Staaten ist um 6 1 P r o- } ent z urückg vg an gen. hungsmagazin an Filmen, mit einem Stab von Vortragenden, die Konferenzen und Kurse zu den Bildervorführungen halten oder auch aus eigener Werkstatt erzählen. Einen Höhepunkt in der Ausgestaltung dieses Unternehmens aber würde es bedeuten, wenn es die Kulturarbeit auch auf die arabischen Siedlungen erstrecken würde. Wer vermöchte die geistige Revolution ausdenken, die diese plötzliche Berührung mit der Welt her Wissenschaft bei einem Volke auslösen wird, das zu seinem größeren Teil noch in der vorbildlichen Epoche lebt. Mit einem Schlage würden sich ihm Einblicke in Welten eröffnen, die ihm bisher völlig verschlossen waren, würden sich ihm Horizonte erschließen, die ihm, dem Analphabeten, nichts sonst eröffnen könnte. Und nicht nur der Kulturunterschied, der große Abstand in den Voraussetzungen von DerÄen und Urteilen bei Juden und Arabern würde durch diese Offenbarungen rasch abgebaut werden, sondern die Erkenntnis feines historischen Schicksals und demjenigen seines jüdischen Brudervolkes im Rahmen der Menschheitsgeschichte würde ein neues Verstehen und eine innigere Freundschaft und Bundesgemeinschaft des Aräbers mit der ihm verwandten Nation zeitigen. Heute sind die Raub- und Mordgeschichten der städtischen Kinos die geistige Nahrung, die den unbeherrschten Instinkten des Arabers und seiner leicht entzündlichen Phantasie geboten wird. Aber es gibt auch zahlreiche Juden aus den Ghettos Ostasiens, die um nichts den Söhnen der Wüste an Bildung überlegen sind. All diesen Hintersassen der Kultur die Wunder des Weltalls zu zeigen, die Leistungen und Bestrebungen der verschiedenen Völker der Erde und die märchenhaften Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, das wäre eine Aufgabe, zu der sich jüdische und arabische Jugend mit derselben Hingabe verbinden würde, wie einst jüdische und russische Jugend im Bund der Narodnvki. Und das würde uns Juden unsere Araber- Mission geben! Die praktische Seite dieses Wunschtraumes? — Das Anfangsbudget zum Ankauf bau Filmen, Anschaffung des Apparats, Anstellung von Lektoren und UWAMw der | Texte ins Hebräische und Arabische, notfalls auch ins Englische, könnte mit einem Fonds von ein paar tausend Pfund bestritten werden. Kein Zweifel, daß Beiträge von den Kultuvfreunden aus aller Welt reichlich Zuströmen würden, sobald die Institution ihre segensreiche Funktion beginnen würde. Es gibt aber eine Gruppe, die geradezu berufen ist, hier helfend einzugreifen, und für die es in Kinderspiel wäre, das Fundament zu legen. Wenn die jüdischen Kinoleute der alten und neuen Welt sich zur Finanzierung der Urania in -Erez Israel verbinden würden, wie beispielsweise die Aerzte Amerikas sich zur Finanzierung des medizinischen Instituts der Jerusalemer Universität organisiert haben, dann könnte die Sache im Handumdrehen geschaffen werden. Freilich, Kinounternehmer sehen so ein Kültnr-„Movie" für gewöhnlich als keine rentable Unternehmung au. Wer wo haben sie ein Publikum, so heißhungrig nach Kulturevlebnissen wie unsere Chaluzim? Und die Profite dieser Institution würden in kostbareren Erträgen bestehen als in Geld ausgedrückt werden kann, so wie das ganze Palästinaprojekt in anderen Werten als in gangbarer Münze eingeschätzt tverden muß. Eine seltene Gelegenheit sür jüdische Kinoleuie, sich als Idealisten zu zeigen, eröffnet sich ihnen, und sicher gibt es viele unter ihnen, die, wie jener jüdische Litörfabrikant aus Polen fühlen, der, als er nach Palästina Übersiedelte, nur mehr alkoholfreie Getränke zu fabrizieren beschloß. ,Mez Israel ist zu gut sür Likör," war seine Ueberzeugung. Die B'nai-B'ri'th-Loge iu Wien hat sich als die erste von der leuchtenden Perspektive einer Uraniagründung in Palästina faszinieren lassen. Dieser Tage ging die Nachricht durch die Zeitungen, daß sie auf dem Karmel einen Platz zum Bau eines Kultnrfilminstituts erstanden hähe. Diese Notiz blieb ganz unbeachtet. Findet aber die Idee die richtige Unterstützung, so kann am l. April des nächsten Jahres ein neuer Hügel in Erez Israel mit einer Kulturbürg gekrönt und der geistigen Not unserer Pioniere ein Ende gesetzt werden. _15. Juli t!B5_ Nr. 2BBB Sie Vorkriegeschuldenkonferenz verschoben. Auf den 3. November. Prag, 14. Juli. Da's Finanzministerium hat, wie das „Prager Tagblatt" meldet, vorige Woche von der Reparationskommisston eine Depesche erhalten, wonach die für den 24. d. nach Prag cinberufene Konferenz der Nachfolgestaaten zur Regelung der Vorkriegsschulden neuerlich auf den 3. November verschoben wird. Diese Vertagung geschieht auf Wunsch einiger Staaten, die mit den vorbereitenden Arbeiten noch nicht zun, Abschluß gelangt sind. Wiedererwerb der verlorenen Staatsbürgerschaft. Wie erinnerlich, ist durch die sogenannten Minderheitsjchutzverträge, die nach Kriegsende zwischen einzelnen Staaten wie Rumänien, Polen und Jugoslawien abgeschlossen wurden, die v ft e r r e i ch, s ch e Staatsbürgerschaft zahlreicher in Oesterreich ansässiger Personen in Frage gestellt. Diese Tatsache hatte zunächst für die aktiven und pensionierten Beamten, die nicht optiert hatten, Bedeutung, und nun, da bereits ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vorliegt, das sich ans diese Minderheitsverträge beruft, in Gefahr gerieten, ihre Bezüge zu verlieren. Die Regierung hat, um diese Gefahr abhuwcnden, in den 8 24 des Entwurfes über den Erwerb und den Verlust der Landes- und Bundesbürgerschast eine Bestimmung ausgenommen, „ach welcher diese Beamten vom 16. Juli 1920 an die Staatsangehörigkeit der Republik Oesterreich erlangen. Können solche Personen kraft bestehender zwischen - staatlicher Verträge nur nach vorheriger Entlassung ans ihrem bisherigen Staatsvcrbande die österreichische Staatsangehörigkeit erwerben, so erlangen sie diese erst im Zeitpunkte der Entlassung, rückwirkend vom 16. Juli 1920. Da „ran diese Wiedergutmachung eines Unrechts nicht recht ans Staatsangestellte beschränken kann, hat sich die Regierung entschlossen, nunmehr eine allgemeine Regelung sür alle, die aus Grund der Minoritätsverträge ihre österreichische Staatsbürgerschaft verlieren würden, zu treffen. Zn diesen, Zwecke wird der oberwähnte 8 24 des Gesetzes über den Erwerb der Bundesbürgerschaff eine« Zusatz erhalten, der dem durch die Minderheitsschuhvcrträge der Bundesbürgerschast verlustig Gewordenen den Wiedererwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft erleichtert. Das Gesetz soll womöglich noch vor den Sommevfericn vom Parlament erledigt werden. Sie Nahrung«- oder GeuußmMelabgabe. Am Montag hat der städtische Finanzausschuß und gestern der Wiener Stadtsenat in vierstündiger Verhandlung die Novellierung des Gesetzes über die Nahrungs- oder Genußmittelabgabe beraten und beschlossen. Der Referent, Stadtrat Breitner, verwies auf den sehr ausführlichen bereits veröffentlichten Motivenbericht und legte dar: Bor allem soll festgelegt werden, daß zwei Drittel aller Betriebe abgab e s r e t bleiben müssen und der Satz von 16 Prozent einer A b st u s u n g je nach der Anzahl und dem Grad der den Betrieb hervorhebende,, Wlertmale zu erfolgen hat. Einer Anregung des Stadtrates Kunschak entsprechend, wurde auch die Möglichkeit geschaffen, mit einzelnen Unternehmern und Gruppen von gleichartigen Unternehmungen Abfindungs- Übereinkommen zn schließen. An 'der Debatte beteiligten sich die Stadträte Rummel- Hardt und Kunschak, di>e Gemeinderäte Zimmerl, Aingermayer und Binder. Eine Reche der von den Mitgliedern der Mmderheit gestellten Anträge wurde angenommen. So die Bestimmung, daß Unternehmungen, die bereits jetzt rechtskräftig als abgabepflichtig erklärt wurden, binnen 30 Tagen nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes um Neubemessung cmsuchen können. Ferner daß der Magistrat binnen sechs Monaten über diese Ansuchen zu entscheiden hat. Schließlich daß eine NenbemessuiLg der Abgabe erst vom Tage chrer Rechtskraft gilt. Der Wiener Landtag wird die Novelle bereits am Freitag nachmittags beraten. Löblicher Unfall beim Handgranatenwerseu. Amtlich wivd Verlautbart: Am 13. d. fand am Spitalberg i»n Uebungslager Bruck -Neudors von Abteilungen des Infanterie-Regiments Nr. 6 und des Infanterie-Regiments Nr. 4 ein seldmäßiges Werfen von scharf adjustier ten Handgranaten statt. Es waren alle vorgeschriebeuen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Trotzdem wurden drei Manu durch Splitterwivkung leicht verletzt. Itm 9 Uhr 25 Minuten vormittags war das Werfen beendet und der Sprengmeister bereits verständigt, die Sprengung der Blindgänger vorzunehmen. Während der StabLhauptmann Hönigmann seinen, Bataillon Skmnn, an da „ te „ die Meldung von der Beendigung der Uebrmg erstattete, eilte Offizier-Stellvertreter August Gluhoeky trotz vorherigen Verbotes und neuerlichen warnendeu Zurufes des genannten Stabshauptmannes eigenmächtig in den abgesperrten Raum, mit der Absicht, die Blindgänger zur Sprengung zu bringen. Gluhoeky warf die Blindgäi^er nochmals vor, um sie zur Explosion zu bringen. Hiebei explodierte eine ungesicherte Handgranate bereits beim Aufheben und verletzte den Offizier-Stellvertreter schwer. Er wurde an Ort und Stelle verbunden und starb bald darauf. * Krawalle in einer Arbeitslosenversammlung. In einer Versammlung der Bereinigung arbeitsloser Privatangestellter, die gestern in der Bolkshalle tagte, kau, eS zu stürmischen KratvaUzeneu. Zur Bersamnilung waren auch Kommunisten erschienen die politische Polemiken Hervorriesen und schließlich einen Höttenspektalkel provozierten. Ihr Redner Löw wurde von der Tribüne herabgezerrt und schließlich mit seinem Anhang an die Luft befördert, worauf die Bersammlmvg in Ruhe sortgeietzt werden konnte.

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