Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2297 (14.7.1925)
- Date
- 1925-07-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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8lt. 2297 Men, Dren-tag Bad Kreuz m. Eine Jwsel der Ruhe. Bon Grein angefangen, wo die Donau wie ein See sich staut, schraubt sich das Postantonwbil in langsamer Fahrt bis zu langgedehnten Serpentinen empor, die in dreifacher Umkehrung ein weltfernes, verträumtes Stück Waldland umschließen. Nur die sauberen gepflegten Straßen belehren den Wanderer, daß er innerhalb des Bereiches der Kulturorganisation sich befindet, in einem Gebiet, in dem die Geburtsstätte des heutigen Oesterreich liegt. Hier ist einstmals viel Krieg gewesen. Die Fehden der Babenberger, der Donau-Raubritter füllten die Auen und Wälder mit ihrem Lärm, Türken streiften von Wien aus bis in diese stillen Täler, Reformation und Gegenreformation warfen auch hier ihre blutigen Wellen. Voll Sagen und Legenden ist das Land und es ist noch nicht so lange her, seit unten an dem breiten mächtigen Strom Strudel und Wirbel die Schiffer mit Angst und Entsetzen erfüllten. Heute ist es ruhig geworden. Nicht einmal der Pfiff der Lokomotive bricht den Bann des Schweigens. Nur wenn der Regen rauscht, dann beginnen die wie grüne Mauern aufragenden Wälder zu reden. Wundertätige, heilkräftige Quellen treten in dieser Abgeschiedenheit zutage. Vor 80 Jahren war ihre Ausnützung für den kranken Menschen begonnen worden. Ein kobnrgischer Rentverwalter H a b e r k o r n, der von den Wasserkuren des Bauern Prießn i tz in Gräfenberg gehört hatte, sandte den Arzt Maximilian K h e y l in Kreuzen nach Schlesien. Er kam im Jahre 1845 zurück und begann sofort mit der Einrichtung einer Wasserheilanstalt, die sich aber nur sehr langsam entwickeln konnte. Erst der Arzt Dr. Fleischander l, der ein rechter Sonderling war, gab der Sache eine rasche Wendung nach aufwärts. Er vergrößerte das Institut nnd sein Nachfolger und Sohn Dr. Fritz Fleischanderl führte cs im Geiste des Vaters weiter. Der Weltkrieg ließ auch hier seine rauhe Hand spüren und brachte die Anstalt fast an den Rand des Abgrundes. Nach mannigfachen Wcchsclfällcn wurde der ganze Besitz von einer Aktiengesellschaft erworben, die ihn allen Forderungen moderner Therapie entsprechend ausgestaltete: Elektrizität und eHilgymnastik, radioaktive Quellen wurden in den Dienst der Sache gestellt und in dem Chefarzt Dr. P e t ö, einem kundigen, erfahrenen Gelehrten, ein umsichtiger Leiter gewonnen, dem sich gicht- und rheumatismusgeplagte Menschen beruhigt anvertrauen können. Die Anstalt ist sozusagen autarkisch eingerichtet. Sie hat Felder, Gärten, eine Meierei mit reicher Viehhaltung, steht durch ein Postamt und eine Telephonzentrale mit der Außenwelt in Verbindung und lebt ihr eigenes Leben. In vier Hauptgebäuden wickelt sich der Badebetrieb nnd die Versorgung der Gäste ab. Viele sind gar nicht kurbedürftig und wollen nur ihre in der Hast der Großstadt ramponierten Nerven in der tiefen Stille dieser Wälder restaurieren. Für alle, für Erholnngssuchende wie für Kranke ist gut vorgesorgt und die Behaglichkeit ist hier oberstes Prinzip. Vor allem aber ist es die Natur selbst, die mithilft. Die Anstalt liegt über 400 Meter hoch auf einer weithinschauenden Anhöhe. Ein Bergrücken schützt das Plateau gegen den Nordwind. Nach Süden sieht man weit in die Ferne bis an den Oetscher, das Gesäuse unb den Traunstein. Ungehindert geht der Blick über die Wälder ins Weite. Ruinen von Raubburgen erzählen von vergessenen schweren Tagen, ferne am Horizont blinkt ein kleines Stückchen der Donau. Immer wechselvoll ist das Bild von oben, während unten im Forst romantische Winkel zum Träumen einladen. Die Verwaltung der Anstalt, deren guter Ruf voll berechtigt ist und für den jeder wirkt, der hier Heilung und Ruhe gefunden hat, liegt in den Händen der Herren Doktor Blau als Präsident der Aktiengesellschaft, Kommerzialrat R a p P o p o r t als leitender Verwaltnngsrat nnd B r o l l als kommerzieller Leiter. Sie haben sich zur Feier des 80jährigen Bestandes der Anstalt entschlossen, sie burd; weitgehende Herabsetzung der Preise dem breiten Mittelstand zugänglich zu machen. Das ist ein Plan, dem man nur volles Gedeihen wünschen kann. —l. Todesstrafe für Angerstein. Der Massenmörder von Haigpr wegen achtfachen Mordes zum Lode verurteilt. Limburg, 13. Juli. (Tel.-Komp.) Unter ungeheurem Andrang des Publikums wurde heute der Prozeß Angerstein zu Ende geführt. In der Vormitiagssitzung hielt Oberstaatsanwalt B a c m e i >st e r seilt Plaidoyer. Nach seiner Ansicht stellen die Unterschlagungen Angcrsteins den Schlüssel zu seinen Mordtaten dar. Angerstein konnte .das von ihm unterschlagene Geld nicht wioder ersetzen und so blieb ihm als einziger Ausweg die Tat, die es plausibel erscheinen ließ, daß er das Hauptbuch uub das Journal verbrannte. Der zweite Staatsanwalt, Dr. H o f m a n n, vertrat die Anklage wegen der voll Angevstein vollsührten Mordtaten. Er beantragte achtfache Todesstrafe wegen achtfachen Mordes. In der Nachmittagssitznng sprachen die Verteidig e r. Sie wiesen ailf das Nt i ß v e r h ä l t n i s zwischen Motiv und Tat hin. Ein unglückliches Zusaiiimenlreffen von Umständen habe den Allgeklagten zu einem entsetzlichen Affekt hingerissen, der durch nichts zu motivieren fei. Nun wllrde Angerstein selbst das Wort erteilt. Dieser erklärte aber, erst nach der Urteilsverkündung sprechen zu wollen. Nach kurzer Beratung des Gerichtshofes wurde um 7 Uhr abends das Urteil verkündet. Dallach wird der Angeklagte wegen Mordes in acht Fällen achtmal u m Tod verurteilt und zugleich der bürgerlichen Ehrenrechte ailf Lebenszeit verlustig erklärt. Die M o rd i ll st r u- »r e >t 1 e werden b e s ch l a g it a h m t. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten znr Last. _Wiener Movoe r-ettung._ Mitteilungen aus dem Publikum. hab«it |/%B Bureau: OrH. fr am. Ziaarailtapapur WP «i«. «».«,»,„»,i»/r Angerstei n nahm das Urteil mit Fassung entgegen. Er erklärte, seine Taten könnten nur durch sein Blut gesühnt werde n. Da Angerstein auf das Rechtsmittel der Revision verzichtet hat, ist das Urteil rechtskräftig. Ein dementierte« Wunder. Eine Erklärung des Rabbiners von Ragusa. Im „Neuen Wiener Journal" ist vor einigen Tagen eine sensationell ausgemachte Meldu-ng über ein angebliches Wunder einer Statue in Ragusa erschienen. Der Bericht stützte sich, wie allgegeben wurde, auf die Mltteilungen einer Augenzeugin, die unter anderem erzählt, daß der Rabbiner von R a g u s a d a s Wunder bestätige. Auf unsere Anfrage erhallen wir mm voll Herrn A. Romano, Rabbiner von Ragusa, die Mitteilung, daß die Behauptung von seiner Bestätigung v o l l k o mm e n u n w a h r sei. Er ersucht uns, dies unseren Lesern zur Kenntnis zu bringen. Zer 14. Sionistenkongretz. Wahl der Delegierten Oesterreichs. Die Hauptwla'lMmnmi'sston des Zionistisches Lanvesverbandes in Oesterreich teilt muH: Die Wahlen finde» am Dienstag den 4. A u g >u st dieses Jahves in der Zeit von 6 bis 8 Uhr nachmittags statt. Die Wahllokale und Wahliustruktionen Werder: im Wege der „Wiener Morgeuzeituug" be>k>anuigege>ben werden. lieber den Wahkvovgarng unterrichtet die nachstehende Wahlordnung, die bereits in der ,-Wiener Morgeuzeituuig" vom 38. Jun'i veröffentlicht war, aber nochmals publiziert wird, da seither der 8 5 geändert wurde. tz 1. Jedes Mitglied der Zionistischen Weltorganisation, welches durch den österreichischen Laindesverbaud den Schekel ckbgeführit hat, erlangt mit erreichtem 18. Lebensjahr das aktive, mit erreichtem 34. Lebensjahre das Pchfsive Wahlrecht zum Kongreß. Das passive Wahlrecht ist außerdem noch an den Nachweis der Erfüllung der Verpflichtung gegenüber dom Keren Haijessod gebnnven. Die Anmeldung der K a ndidatur jaMtt Kongreß außerhalb des österreichischen Landesverbandes schließt die Kandidatur in diesem ans. 8 2. Der Zionistische Landesverband «für Oesterreich bildet einen Wahlkreis. Die Wahlen finden auf Grund des Proportionalwahlfystems statt. 8 9. Die Haup twahlkommission ist berechtigt, mehrere Bezivksse-kt.iouen, hezw. OrtsMvppen, zu einer Wahlgrupp« §n vereinigen. Sie bestellt den Verantwortlichen Wahlleiter, der der von der Bezirksfektion, bezw. Ortsgruppe, zu .wählenden .Wahlkommission vorsitzt. Der Wahlleiter hat die Stimmzettel nnd andere Dokumente in Ordnung zu verwahren und Kur Derfiignng der übergeordneten Wahlbehörden zu halten. 8 4. Die Wahlen finden spätestens 14 Tage vor Kongreßbegiuu statt. Die Verlautbarung des Wahlt-ermines hat durch die HauPtwahMmmWou spätestens 14 Tage vor Beginn der Wahlen zu erfolgen. 8 5. Die Wahlvorschläge sind bis einschließlich 17. Juli dieses Jahres bei der Haupt« wahtkoinmissiou ciuzureichen und gleichzeitig schriftliche Erkläru ngen der in dem Wahlvorschlag genannten Kandidaten vorzulegen, daß diese bereit sind, eine aus Grund dieses Wahl-Vorschlages erfolgende Wahl anzunehmen. Für jeden Kandidaten kann ein Ersatz delegiert er angeführt werden, ber am die Stelle des Delegierten tritt, falls dieser ausscheidet. Die Kandidaten und diese Ersatzleute sind mit Wor- und Zunahmen, Beruf und genauer Adresse anzus Ähren. Sind keine Ersatzdelegierten genannt, vückt beim Wegfällen eines Gewählten der Nächste ans der Liste vor. Gleichzeitig ist eine Gebühr von 30 Schilling (österreichisch« Schilling dreißig) §ur Deckung der durch die Herstellung der Wahldrucksovten entstehenden Spesen beizulegen. Ob die Bedingungen der Wählbarkeit vorliogeu, nimmt die Ha-uptwahlkonvinission von Amts wegen wahr. 8 6. Der Wahlvorschlag muß von mindestens 90 Wahlberechtigten, die ihre Vornnd Zunahmen, Beruf und Adresse deutlich auzuge'ben halben, unterzeich n et we rden. Als Bevollmächtigter der Liste gilt, wer eigens dafür nominiert, bezw. der auf dein Wahlvorschlag an erster Stelle genannte Kandi da t. Koinm t e in Kandidat a u f in e h r e r e n Listen vor, so hat die Han-ptwahlkommWon ihn auf allen Listen zn st re ich en, falls er seine Zustimmiumg zur Kandidatur auf Nl-chreren Listen erteilt hat. 8 7. Die rechtzeitig «iuigegaugeuen Wahlvorschläge werden mch der ReiheNlfolge ihres Einganges mit Oridnmigsnummern versehen und mit derni dkanren des an erster Stelle stehenden Kandidaten bezeichnet. Sie werden in der Reihenfolge der Ordungsuninmern in der „Wiener Morgenzeitung" bekanntgegeibeu. 8 8. Die Zurttckzichu'Ng eines Mahlvorschlages ist jederzeit zulässig. 8 9. Die Wahl ist geheim. Jeder Wähler muß persönlich iuu Wahllolal erscheinen. Cr nennt der WalMom- »ussion seinen Nanien n-nd seine Adresse und empfängt einen Stimmzettel, de» er salbst in die Wahlurne wirft. 8 10. Die Wahlleiter haben Maßnahmen zu treffen, die eine o r d n u n g s in ä ß i g e L e g i t i in i e r u -n g der Wähler _14. Juli 1988_Ged« I gewährleisten und eine doppelte Ausübung des WoihLrechM verhindern. Als Wahllegitimation gilt die Schekelqvkt« t n n g und eine die Identität und den Wohnsitz genügend de« scheinigende Urkunde (Meldezettel, Legitimation uisiv.). 8 11. Auf dem Stimmzettel muß der Wähler di« Ordnuugsnnmmer und den Nauren des Listenführers eines kundgemachten Wahlvorschlages vormerken. Die Veränderung cinerList « i st u n z u l ä s s i g. Stimmzettel, die diefer Dedingung nicht entsprechen, sind ungültig. Streichung ernzekner Kandidatenu-amen gelten als nicht vovgenommen. 8 18. Nach Beendignu-g der Wahlen wird die Wahlurne geöffnet und die Wahlkommission stellt das Ergebnis der Wahl fest. Die WahlhaMung .und die Ermittlung -des Ergebnisses ist ö f f e it H t ch. § 13. lieber das Ergebnis der Wahl ist ein Protokoll in vier Exemplaren anfzunchmen, in welchem die Anzahl der abgegebenen, der gültigen uind die Anzahl der auf jeden Wahl- Vorschlag entfallenden Stimmen anzugeben ist. Das Wahlprotokoll samt Stimmzetteln und allen anderen Alten nmß unverzüglich an den Obmann der Hauptwahlkommifsion, Doktor Leo Goldhammer, 1. Be;., Kärntnerstraße 38-2, übermittelt werden. Nach Einlangen aller Wahlprotokolle findet das Slrutinium bei der Haupiwahlkommissiou in Wien statt. Die Wahlzahl wird ermittM, indem die Anzahl der abgegebenen Stimmten durch die nun eins vermehrte Zahl der zu wählenden Delegierten dividiert wird. Auf jede Liste entfallen so viel Kandidaten, als die Wahlzahl in der a>uf die Lifte entfallenden Stimmzettel enthalten ist. Die auf diese Weife nicht besetzten Mandate fallen der Reihe nach den Liften zu, welche den ^größten Stimrnrenrest austoÄstn. Bei .gloichom Slim-menvest erhalten Mandat« jene Listen, deren Wahlgang inr ersten Skvilliu'ium erfolglos geblieben ist. In allen anderen Fällen entscheidet das Los. 8 14. Boi Einreichung einer einzigen Lifte oder Zurückziehnny aller Listen bis auf eine, entfällt jeglicher Mahläkt. 8 1ü. Ein Wahlprotest muß von nriüdostens zwanzig Wählern gezsichnst ein, die Bor- und Zunamen, Beruf nnd Adresse deutlich anzugeben haben. Sie haben folgende Bestimmungen zu beobachten: Die Proteste müssen schrifllich in zwei Exemplaren vvngebracht werden, wovon eines an die Hauptwahlkommission, eines an di«' Exekutive zu richten ist. Die Proteste müssen spätestens acht Tage vor Kongveßeröffnung am Orte ihrer Bestimmung evntreffen. Jeder Protest mutz enthalten: 1.. Genaue Bezeichmmg des Wahlortes, bezw. Wahlkreises. 1 , 2. Angaben der Tatsachen, die angefochten werden. 3. Angabe von Beweismitteln und wenn möglich auch Vorlegen von Zeugenaiussagen, die eigenhändig gezeichnet sein müssen. Wien, 14. Juli. * Vom Wiener Palästinaamt. Das Wiener Palästinaamt teilt mit: Folgende Personen werden ersucht, in Angelegenheit ihrer beabsichtigten Auswanderung nach Erez Israel im Palästmaamt während des Parteienverkehres vorzusprechen: Künstler Hersch, Weist Mendel, Warschawski Jechrel, Warschawski Moscheh Jehuda, Silberstrum Moses Hirsch, Klarfeld Maximilian, Mechtrnger Jzchok, Herman Aron, Freno Bluma. * Die Wiener jüdischen Firmen für den Bodenankaus in Palästina anläßlich des Zionistenkongresses. Seit einigen Tagen ist eine Aktion der Wiener jüdischen Kaufleute im Gange, die sich zum Ziele gesetzt hat, durch Spenden aus dem Warenlager der jüdischen Geschäftswelt die Errichtung eines großangelegten Basars während der Kongreßdauer zu ermöglichen. Dieser Basar wird sich in den Räumen des Kursalons der Stadt Wien befinden und gleichzeitig der gesellschaftliche Mittelpunkt sämtlicher Kongreßteilnehmer, ganz besonders der ausländischen, sein. Der Basarerlös wird dem Keren Kajenieth zür Verfügung gestellt, wobei an denselben das Ersuchen gerichtet werden wird, bei Besiedlung des aus dem Reinerlös zu kaufenden Bodens vor allem aus Oesterreich stammende Palästinapioniere zu berücksichtigen. Firmen, die sich an dieser Aktion beteiligen wollen, wenden sich an das Bureau des Keren Kajemeth, 1. Bez., Kärntnerstratze 28, Tel. 77-4-85, 77-4-86. * Der tägliche Regen. Kälte und Niederschläge, das ist das tägliche BAd Visses — Ju>li. Di« Bovaussaige bautet auch weiter hoffnungslos. B e v ä n v e r l i ch, sehr kühl und Aingt dann prvblemalisch aus: vielleicht langsame Besse r u n g. * Keine Gefroreneswagen in der Ausstellungsstraße. Da die Polizei dem Magistrat mitgeteilt hat, dast namentlich an Sonntagen, in die Ausstellungsstraße oerart viele Gefroreneswagen kommen, daß der Verkehr dadurch empfindlich gestört wird, wurde verordnet, daß die Ausstellungsstraße vom B e rbindungsbahnviadukt bis zur Benedigerau mit Gefroreneswagen nicht befahren werden darf. Uebertretungen werden mit Geldstrafen bis zu 200 Schilling oder mit Arrest bis §u vierzehn Tagen geahndet. * „Nizza in Wien." Unter diefenn Titel veranstaltet der Bvrbaud der Prater-Hütten-Befitzer am 5. Sepie m b e r ein großes Fest iu ver H a u p t a l l e e. Eine Auffahrt origi>neller Wagen wiud mit eine>m Blmnenikovso umv einer RMamevunvfahrt verbunden fein. * Die Selbstmörder. Samstag hat sich die Private Silvia M e t e l k a aus Brün n, die hier zu Besuch weilte, am Zentralfriedhofe am Grabe eines Jugendfreundes durch einen Revolverschnß schwer verletzt. Das Mädchen starb im Spitale. — Der Schlossergehilfe Ottokar W a d e r a y e k, hat sich wegen Arbeitslosigkeit erschossen. — Am 20. Juni wurde im Gemeindegebiet bei Preßburg die Leiche einer Frau aus dem Donaustrome geborgen. Nunmehr wurde die Toto als die 16jährige Kelleristin Wilhelmine K r i p v n e r, Hikelgasfe wohnhaft, erkannt. Das Mädchen war seit dem 19. Mai ab-. gängig nnd dürfte in einem Anfalle von Geistesstörung Selbstmord begangen haben. * Durch einen Ast aufgespietzt. Der 1 .'»jährige Fritz Fischer, in vor Sechshau ferst vaße wohnhaft, war Sounta,g nachmittags am Mühlberg bei W e i d l i n g a n auf einen Fichten'baiiünl gvkletterl. Beim Hlpspringen vom Baum stürzte er so >uu.glücklich, daß er sich einen aiulfrugeüdvn Ast mit solcher Wucht in die Bvnst jagte, daß der Ast die Lunge durchv o h r t e. Der Knäbe starb.