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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-12 · Heft 2295 (12.7.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2295 (12.7.1925)
Date
1925-07-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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M. 9096 m% Somrtvg Ritteilongen -es Bureaus des 14. gioniftenkongkeffes in Wie«. Beim 14. Zionistenkongreß wird wie bei den vorhergehenden 4ä& offizielles Organ des Kongresses die „Kongreßzeitung" erz scheine». Sie wird ausführliche Berichte über die Verhandlungen des Kongreßplenums sowie der Kommissionen des Kongresses und Offizielle Mitteilungen für die Kongreßteilnehmer enthalten und ^während des Kongresses täglich (mit Ausnahme der Sabbats) morgen» erscheinen. Die „Kottgretzzeitung" 'ist für die Kongreßteilnehmer ein unentbehrliche» Information» mittel; fie bringt den Zionisten, die nicht selbst am Kongreß teil nehmen können, die rascheste und vollständigste Berichterstattuug über den Kongreß. Abonnementsbestellungell der „Kongreßzeitung" (mit täglicher Postversendung) sind so bald als möglich an da» Kongreßbureau zu richten. Das Abonnement kostet: Oesterreich.Schilling Tschechoslowakei Deutschland . . Polen . . . . Italien. . . . Rumänien. . . Jugoslawien. . Bulgarien. . Belgien. . . . Frankreich 5.- 25.— 3 — 4.— 18.— tschech. K . Mark . Zloty . Lire . . Lei 170.— . Dinar 60.— . Lewa 100.— belg. Franken 18.— franz. „ 18.— Schweiz und alle anderen Länder schweiz. „ 6.— Jeder Kongreßteilnehmer erhält auf Verlangen von dem Bureau seines Landesverbandes (Landesbureou des Sonderverbandes) eine Kongreßlegitimation, die ihn berechtigt, die von der österreichischen Bundesregierung, beziehungsweise Essenbahnverwaltung gewährten Ermäßigungen aus Visagebühren und Fahrpreise in Anspruch zu nehmen. Gegen Erlag von 3 öst. S. (zirka 2 engl. S.) erhält er vom Landesbureau eine Marke des Wohnungsamtes des Kongresses, die auf die Kongreßlegitimation geklebt wird und den Inhaber berechtigt, das Wohnungsamt des Kongresses in Anspruch zu nehmen und Eintrittskarten zu den verschiedenen, während des Kongresses in Wien stattfindenden Veranstaltungen zu ermäßigten Preisen zu lösen. ES wird daher jedem Kongreßteilnehmer empfohlen, sofort hei seinem Landesverband (Landesburean des Sonderverbandes) Legitimatton und Marke z« verlangen. Die österreichsschen VertretungSbehörden im Ausland erteilen Besuchern der Kongresses Stnretsevifa «ach Oesterreich 'gegen eine um 33% ermäßigte Gebühr. Die Generaldirektkon der österreichischen Bundesbahnen hat Gunter G. D. Zl. 45.077 vom 2. Juli 1926 den Kongreßteilnehmem eine Ermäßigung -er Sisenbahusahrpreise 'in Oesterreich eingeräumt. Kongreßteilnehmer lösen in der österrreichsschen Grenzstation unter Vorweisung der Legitimatton, die am (Fahrkartenschalter abgestempelt wird, wenn sie einen Schnellzug benützen, eine' Persone nzugSfahrkarte gleicher Wagenklaffe, wenn sie einen Personenzug benützen, für Hin- und Rückfahrt 1% Personenzugsfahrkarten. Im letzteren Falle find beide Fahrkarten, die ganze und -kie halbe, bis zur Ueberschreitung der österreichischen Grenze auf er Rückfahrt aufzubewahren. Bei Lösung der Fahrkarten in einem Fahekartenbureau gelten dieselben Ermäßungen. Bei Fahrt mit Schnellzügen kann für die Rückfahrt eine andere Route gewählt werden als für die Zeichen der Gesittung, Ehrfurcht vor dem Geiste zeugt von innerem Reichtum. Die Armen im Geiste sind von jeher an den geistigen Armen vorübergegangen, ohne ihnen die gebührende Reverenz zu bezeigen. Nur in den Epochen hochentwickelter Zivilisation, wo allenthalben geistige Regsamkeit herrschte, konnte das Mäzenatentum blühen. Indem fie den Geist überschätzten, haben sie ihn für sich und die Gesellschaft fruchtbar gemacht. Sie haben damit die geistig Schaffenden zur geistigen Höchstleistung angespornt. Untrügliches Zeichen sittlichen Verfalls ist es, wenn man den Wert des Geistigen zu unterschätzen beginnt, wenn der Geist sozusagen entwertet wird. Die Entwertung des Geistes ist der Gradmesser für den Niedergang einer Zeit, die teils aus Not, teils aus Habgier immer tiefer in trübe Gewässer sinnloser Stoffgläubigkeit versinkt. Früher oder später muß sich diese Sünde wider den Geist an der Gesellschaft rächen. Denn keine Gesellschaft kann aus die Dauer ohne die Geistigen existieren. Eine Gesellschaft, die die Geistigen ausschaltet und die Quellen geistigen Schaffens zum Versiegen bringt, ist wie ein Körper, dem die Beseelung fehlt. Alles Schöne, Edle, alle menschliche Gesittung lebt im Geiste und durch ihn. In der Geschichte ist der Fall nicht selten, daß eine spätere Einsicht den Geist zurückruft, den eine frühere Einsichtslosigkeit ausgetrieben hat; zumeist ist es aber zu spät. Denn unterdessen tvard ein großes, edles Gut vertan. Wir haben etwas Aehnliches in der Gegenwart erlebt. Die Entwertung des Geistes hat in unseren Tagen eigentlich irr Rrlßland mit dem Umsturz begonnen- Und es ist eine Ironie des Geistes, daß er selbst es war, der den Glauben 'an den Geist zerstörte. Vorwiegend Geistige waren es, die die -Theorie von der Ueberflüssigkeit und Nutzlosigkeit des geistigen , Schaffens aufstellten. Man hat Denkarbeit, geistige Betätij gung, künstlerisches Schaffen als im wirtschaftlichen Sinne! unproduktiv bezeichnet und dabei übersehen, daß Denker, »Dichter und Künstler doch eigentlich im• höheren,,Sinne pro-!duktiver sind als manch anderer Beruf. Ein Gedicht, ein Ton- ^siatz, ein gesungenes Lied ist, wie Karl Jentsch treffend bel merkt, in vollerem Sinne eine Schöpfung des Künstlers, als de» Tisch eine Schöpfung des Tischlers ist. Es ist durchaus faßlh, Kunst und Wissenschaft, weil „deren Erzeugnisse nicht lM-M zum Mmuck dB LMns dienen", zu SSfetter OestarrBichische Bau-Lose Em.~i9as jährlich 2mal je 1 Haupttreffer von K 1.000,000.000 (eine Milliarde Kronen) Jedes Los gewinnt Preis eines Loses S 10. 11088 Sämtliche Gewinste vollkommen abzugslind EINKOMMENSTEUERFREI Hinfahrt, doch wird der ermäßigte Preis für die Rückfahrt nur gewährt, wenn die Legitimation des Kongreßteilnehmers schon auf der Fahrt nach Wien am Schalter der österreichischen Eintrittsftation abgestempelt wurde. Die Ermäßigung der Fahrpreise gilt nur in der Zeit vom 1. August bi» 16. September 1926. Kongreßteilnehmer fordern vie nötigen Zimmer unter der Adresse Wohuu«gSamt »es 14. JioniftenkongreffeS, Wien, 1. Dez., Franz-Jofefs-Kai 5, an. In der Anmeldung ist anzugeben: 1. welcher Art und Preislage die Wohnung sein soll; 2. von welchem Tage an die Wohnung benützt wird. Wohnungen sind in folgender Qualität und Preislage verfügbar: Hotels Pensionen ohne Privat IBett 1. Qual. 13-17 2. „ 7—11 4»/,-«V. 3. Verpflegung Preis pro Tag in österr. Schilling 2Betten IBett 2Betten IBett.2Betten 30—32 7-10 9—15 6—12 4—6 7-10 6-9 27a—» 6 bei Aufnahme eines Zim- 20-30 14—15 10—17 5-6 77a-12 37,-5 Da es in Oesterreich üblich ist, mers eine Anzahlung in der Mindesthöhe der Miete für einen Tag zu erlegen, werden die Kongreßteilnehmer gebeten, bei Bestellung eines Zimmers zugleich einen entsprechenden Betrag für diese Anzahlung einzusenden, bet Ueberweisung aber ausdrücklich zu bemerken, daß der Betrag als „Anzahlung für Wohnung" bestimmt ist. Das in Wien eingerichtete Veranstaltungskomitee plant während des Kongresses eine Reihe von Veranstaltungen (Begrüßungen, Turn- und'Sportfest, Gang zum Grab Herzls, Theater- und Konzertaufführungen, Führungen und Ausflüge ufw.). Kongreßteilnehmer erhalten gegen Vorweisung ihrer Legitimation für alle diese Veranstaltungen Eintrittskarten mit 10*/»iger Ermäßigung. Der Weltverband der jüdischen Studentenschaft verfügt derzeit über erfahrene Journalisten uud Zeitangskorrespondenterr den unproduktiven Arbeiten zu rechnen. Die Künste sind unmittelbar produktiv und wirken außerdem, da sie „zur Erholung dienen und den ermatteten Arbeiter wieder leistungsfähig machen", produktionsfördernd. Und die Wissenschaft, obgleich sie keine materiellen Güter schafft, hat noch immer in irgend einer Weise die Produktion gefördert, ist demnach mittelbar produktiv. Die Entwertung des Geistes, in Rußland wollend herbeigeführt, hat sich in andern Ländern ungewollt, jedoch von keiner Seite gehemmt, in raschem Tempo vollzogen. Gewiß ist die Entwertung des Geistes vielfach eine Folgeerscheinung des wirtschaftlichen Zusammenbruches, aber nicht dieser allein hat sie verschuldet; der Geist krankt vielmehr an der Unterschätzung, die er in der Gegenwart erfährt. Daß de"r Kurswert alles Geistigen in den letzten Jahren. immer mehr gesunken ist und sich schließlich auf einem niedrigen Stande stabilisiert h«t, ist eine Zeiterscheinung, der wir so manche andere unerquickliche Zeiterscheinung zu verdanken haben. Die Entwertung des Geistes hat in der Regel eine Verkümmerung der edleren Triebe im Menschen zur Folge; es fehlt die Höhenrichtung, das Aufwärtsstreben, allenthalben tritt Verflachung, Versimpelung, und an manchen Ecken und Enden sogar Versumpfung ein. Man kümmert sich den Teufel um den Erwerb von geistigen Gütern und schafft sich Ideale, die den Machthunger der kriechenden Mittelmäßigkeit befriedigen. Und wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen. Die geistentwertende Tendenz macht sich leider auch bei einem Teil der Jugend von heute bemerkbar. Erst kürzlich konnte man den kläglichen Ausfall der diesjährigen Matura in Wien registrieren, bei der nahezu vierzig Prozent der Examinanden dnrchfielen. Man hat dieses bedauerliche Ergebnis mit allerhand volkswirtschaftlichen, pädagogischen und sozialethischen Erwägungen zu erklären versucht und dabei» wie es scheint, das hauptsächlichste Moment außer acht gelassen, nämlich die Tatsache, daß ein Teil der Jugend von heute mit seinen Geisteswerten dauernd a la baisse spekuliert. Lernen tut weh, und die Jugend von heute will sich nicht wehtun. Sie erkennt ganz einfach das Wissen nicht mehr als eine Macht an. Die Jugend aber ist machthungrig. Deshalb ist es manchen Gewissenlosen so leicht, dieser Jugend MachtgM tzr falsche Bghnerr zu lenken. - * _12. Juli 1926_ Seite 5 für alle Sprachen. Tagesblätter und Zeitschriften, die ausführliche Berichte über den Kongreß wünschen, mögen ihre Anforderungen und Bedingungen dem Pressebureau beim Weltverband der jüdischen Studentenschaft, Wien, 1. Bez., Bauernmarkt 24/32, bekanntgeben. Das Kongreßbureau hat bei der Ersten Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft für Kongreßteilnehmer am XIV. Zionistenkongreß nachstehende Begünstigungen erwirkt: a) auf der Lokalschiffstrecke von Wien nach Passau, b) auf der Eilschiffstrecke von Linz nach Wien, c) auf der Postschiffstrecke von Passau nach Linz, 6) auf der Postschiffstrecke von Linz nach Wien, e) auf der Lokalschiffstrecke von Melk nach Krems, f) auf der Postschiffstrecke von Wien nach Budapest, g) auf der Personenschiffstrecke von Budapest nach Mohaes e i n e 5 0*/0 i g e Ermäßigung deSFahrpreises für den betreffenden Platz. Für den Expreßschtffverkehr Wien—Belgrad—Russe—Giurgiu wird eine Ermäßigung nur für Reisende gewährt, die beide Fahrten (hin und zurückmittels Schiff zurücklegen. Diese zahlen den einfachen Fahrpreis für die Talfahrt und erhalten dafür Fahrschein für die Hin- und Rückreise. Die Eisenbahnlegitimation gilt gleichzeitig auch für die Schiffahrtslinien. Die Legitimation muß Datum und Stempel der Ausgangsstation tragen. Die Gesellschaft MiS'char We'taaffiah veranstaltet mit Ermächtigung der Zionistischen Exekutive in Jerusalem anläßlich des XIV. Zionistenkongresses eine PalSstinaauSstellnng im Kongreßgebäude, die folgende drei Abteilungen umfassen wird: 1. Palästina in Wort und Bild. 2. Palästina in Ziffern und Diagrammen. 3r a) Palästina und seine Kultur (Schulwesen, Hygiene, Presse, Kunst usw.), b) Palästina und dessen Erzeugnisse (Rohstoffe, Gewerbe, Landwirschaft, Bauwesen usw.). Die der Ausstellung anzuschließende VerkaufSabteilung wird folgendes enthalten: 1. Lebensmittel und Delikatessen, wie Honig, Mandeln, Wein, Speiseöl, Schokolade, Trauben usw. 2. Kunstgewerbegegenstände, wie Bezalelerzeugnisse, Schnitzereieu, Stickereien u. dgl. 3. Zigaretten palästinensischer Provenienz. Vevrrnstaltungskomitee. Rahmenprogramm, der anläßlich des Kongresses geplanten Veranstaltungen und Ver- - gnügungen. (Ort und Zeit werden noch rechtzeitig bekanntgegeben.) Feierlicher Begrüßungsabend. Basar des Keren Kajemeth ^Israel (I. N.) Turn- und Sportfestwoche. Theater-Festaufführung. Gärig zum Grabe Herzls. Solistenkonzert hervorragender jüdischer Künstler. Chorkonzert der vereinigten Tempelchöre unter Mitwirkung bekannter Kantoren des In- und Auslandes. Konzert des Hakoah-Orchesters und des Wiener jüdischen Gesangsvereines. Jüdischer Volksliederabend, Solo- und Chorgesänge. Matinee jugendlicher jüdischer Künstler. Meetings und Vorträge, bei welchen die Führer der Be-- wegung sprechen werden. Gartenkonzerte und Freilichtaufführungen. Eine erste jüdische Sprechbühne wird auserlesene Stücke unter Mitwirkung jüdischer Künstler aufführen. Ebenso werden hebräische Theaterstücke aufgesührt werden. Kinovorführungen hervorragender Filme jüdischen Inhalts. Ausstellungen jüdischer Künstler. Svezialausstellung „Das Jüdische Buch". Besichtigung des Wiener Jüdischen Museums. Veranstaltung eines groß angelegten Wiener Prater-Gartenfestes. Besichtigung Wiener Sehenswürdigkeiten, insbesondere der Museen und kunstgewerblicher Institute. Donaurundfahrt mit Motorbooten im Wiener Weichbilde. Ausflüge mit Douaudampfern in die Wachau und nach Petronell. Führungen und Rundfahrten durch Wien mit Sonderwagen der Straßenbahn und mit Autobussen. Veranstaltungen von Ausflügen in die Umgebung Wiens (Semmering, Schneeberg usw.) mit Sonderzügen. Die Wiener Theater werden während der Kongreßzeit erfolgreiche Opern, Operetten und Theaterstücke mit allerersten Besetzungen zur Aufführung bringen. Das Veranstaltungskomitee wird einen Führer durch Wien unter Anschluß eines Wiener Planes herausgeben. Jüdische Hochschulkuvse in Wien. Währendes 14. Zionistenkongreffes. Der Jüdische Hochschulausschuß veranstaltet anläßlich des 14. Zionistenkongresses in Wien jüdische Hochschulkurse. Bedeutende Jüdische Gelehrte und Schriftsteller des Jn- und Auslandes haben ihre Mitarbeit zugesagt. Nähere Informationen erteilt der Jüdische Hochschulausschuß, Wien, 9. Bez., Zimmermannplatz 8, Telephon 25-2-28. * Ueberfall auf das Klublokal der Hamborner Poale Zion. Am 23. Jmn abends drang — wie dom „JsvaeMischett FamMendlatt", Hamburg, ntttgetoilt wird — ein Trupp Hakenkreuzler dit das Verein slokal der jüdisch-sozial-> demokratischen Arbeiterpartei Poale Zion. Die Hakenkrouzler demolierten die Einrichtnngsgogenstände und schlugen auf die Anwesenden ein. Ein jüdischer Arbeiter erlitt ckvne schwere Kopfverletzung und mnße sich in ärztliche Behandlung begeben. Nur ein Mann der HaikeMMzMUppe konnte der PÄiiseii Ähortttzhen loschen.

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