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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-12 · Heft 2295 (12.7.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2295 (12.7.1925)
Date
1925-07-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Wien. Sonntag Wiener' MoLaenzeituna 12. Jul! 19M Theodor Serzl. Bon Dr. ft. Rächt. „Uoberall sehe ich niedrige Tore. Wer meiner Art ist, geht da wohl Hindi, rch, aber er muß sich bücken. Oh. tvattn komme ich wieder in meine Heimat, lvo ich mich nicht mehr bücken muß." Wieder werden wir die crnstlich---svierlichen Worte pt hören bekommen. Heryl ist nicht mehr da, doch sein Geist schlvebt über uns, sein Geist leb: in unserer Mitte. Der unsterbliche Geist DH. Herzls. Dies wird sicherlich der Refrain der zu Ehren Herzls gehaltenen Reden fein. Ganz recht so. ES entspricht dies dem Geist unserer Tage. Waren cs nicht Herfl-Tape, die wir bei der Eröffttnug der Universität ans dem „Har Hazofim" verlebten? ftntt Gegensatz zu den, allerdings lvenigen Nörglern, die meinten, die Universität sei zr früh gekommen, verspürten wir bei diesem seierlichen Anlaß ausL neue, die Macht des ..Lernens" und all feine Bedeutung für das Wiederaufleben Eroz Israels. Jene befvviende Dtacht, von der Herzl den kleinen David .Atitvcvk fagcn läßt: „Ich habe gehört, loenn mai, gelernt hat. ist man stark und frei. Gott wind mir helfen, daß ich lernen kann. Dann wevd' ich mit meinen Eltern und Mirjam nach Erez Israel gehen." Ja, ans den „Bergen der Scher" konnten wir sehen, was für ein großer Seher Herz'l war, wenn er in feinem „Alt Neuland" von „Kunft und Philosophie" erzählt, wie sic einst in der jüdischen Akademie zu Jerusalem ihre unabhängigen Pflegestätten haben werden. Konnten wir es sehen. So sollte „um glauben. Und dennoch. Es scheint, daß man cs auch diesmal -nicht ganz gaschen, nicht gaitz seihen wollte. „Sic reden alle von mir. tvenn sie abettbs ums Feuer sitzen, sie reden von mir, aber niemand den-kt an mich." Doch sie reden auch nicht von ihm. Dort auf dem „Berge der Seher", als das Feuer der Begeisterung so hell auflodertc, rodeten sie nicht von ihm. Wie wenig war bei diesem großen Ereignis der Name Herzls erwähnt, stillschweigend spürte zwar jeder: Dieses herrliche Werk ist Geist vom Gciifte Herzls, doch niemand sagte es. Jedenfalls war dies offiziell nicht genügend gesagt worden, was doch in diesem Moment mehr wie sonst geschehen sollte. Dieser Moment „Beginn der Erlösung" — hat nämlich nach jüdischethischen Begriffen zur Boranssetzung: Aufrechterhaltung der Kontinuität oder, wie es in der Sprache unserer Weisen heißt: Wer ein Wort im Namen feines ursprünglichen Autors mitteilt, bringt Erlösturg. Dieses Gesetzes müssen wir bei jedem Weiterbau eingedenk fein. Wer dies nicht tut, wird gar bald halt machen müssen. Zumal wenn es sich nn, heiligen Bau handelt, an dem von altersher gebaut wird. Als König Sa'onion in dem von ihm errichteten Tempel die heilige Lade bineintragen wollte, fand er, wie unsere Weisen erzählen, geschlossene Türen. Er stimmt« Lieder an, immer mehr und immer mehr. Vergebens. Die Pforten des Tempels blieben nach wie vor geschlossen. Erst als er die Worte spricht: „Gedenke meines Vaters David," öGnet sich der Tempel und die Bundeslade hält ihren Einzug ins Heiligtum. Die Pforten der Zukunft tun sich nur dem auf, der auch in die Vergangenheit zu blicken versteht Gewiß, das Leben kann sich nicht immer von der Romantik leiten lassen. Manch Großer muß beiseite geschoben werden, wenn es gM, weiter zu gehen. Manchmal wird sogar der früher geliebte Held seiner Glorie entkleidet, weil es die Wahrheit erfordert. Zumal wenn dieser Große tot ist. Die Geschichte des toten Löwen. Das ist wohl wahr.. .Hartes Lebensgefetz. Dura lex, sed lex. Doch „menischlich hat derlei Erschlaffen in der Verehruitg großer Merkchen, die man bisher als Beispiele der tmmmmMim ... > t\f*w.. Durch Dr. Hoffbauers Beste Wirkung, ohne Dlät2\vang, garantiert unschädlich Vom Volksgcsundheltsamt bewilligt (Nr. 911) K«ln AbfUHrmlll«! K«in* SchilddrUs« Depot: APOTHEKE „2UM RÖMISCHEN KAISER" WIEN, I. WOLLEEILE 13/5 PflichterMinig mtb sicher Geistigkeit chretbietig geliebt hat, immer etwas Verstimmendes, Erm'ichterndcrs, man fühlt siäi irgendwie ausgeplündert und in seinem geistigen Besitz gestört. Gewiß, die Wahrheit ist das Höchste. Mer doch ult die Wahrheit, der die Kraft nnieivohut, mehr Mut zu-m Leben zu macheu, oder doch Vas Dasein vielseitiger zu gestalten." Nun, da» Verschweigen des Herzi-Namens da. wo er tu erster Linie erwähnt werden sollte, wird uns tvahrlich nicht mehr Mut zum Leben geben. Das kamt iirr Begeisteru-ng für den großen Schöpfer nuferes Ideals hm. Begeisterung, deren auch jetzt jeder gute Zionist bedarf. Jeder gute Zionist! Denn „auch erkämpfte und erkannte Wahrheit bedarf einer Befestigun-g tu rch die Begeisterung für deit Mann der Wahrheit rmd des großen Beispiels, der uns bewegte." Und deshalb tnts not, an dem Mutigen Gedenktag Herzls mehr wie je hinanszurnfen: Zurück zu Herst! Herzt nnd wiederum Herzl. Tiefer Name ist uns nach tvie vor heilig, denn an ihn knüpft das Leben, das lebendige jüdische Leben an. Seine Erben sind sie, die erfolgreichen Nachfolger. Ihre großen politischen Triumphe sollen itach Gebühr gewürdigt werden, doch ist und bleibt Herzl imnter ein Erster. Ein Erster! „O, meine Brüder, lver eilt Erstling ist, der wird immer geopfert." Doch uimmermchr auf dein Altar des Bergessens. Weniger wie je darf dies jetzt der Fall fein, jetzt, wo n. a. ernste Fragen wie die erweiterte „Jewish Agency" auf der Tagesordnung stehe». Ta muß mau -auf der Hut sein. Da muß der Geist Herzls über itnS schweben, jener Geist, der die „Notabclwirtfchaft" mit Stolz von sich weist, und in der organisierten erwachten Bolkspersönlichkeit die einzige Instanz erblickt, von der unser Heil zu erwarten ist. „Nicht eine einzelne Persott, Wohl aber die erwachte und rührige Bolksperfvirlichkeit müssen das Erlösnngswerk vorbereiten." Weniger als je darf jetzt der 'Name Herzls in den Hintergrund geschoben werden, jetzt, wo der Auszug ms dem neuen Mizram immer größere Dimensionen annimmt, die „Zllija" in immer aufstaigcnder Linie begriffen ist. Nun ist es wohl tvahr, die Elttwauderung ist Realpolitik, Wirklichkeit, Aufbauarbüit, die tmsere Chaluzim leisten, »Mnderland" . . . Doch dürfen wir dabei arch der Väter nicht vergessen. „Kinderland" kann uns Erez Israel nur dann werden, wenn es an Erez Israel als „Vaterland" anknüpft: „Gedenke des VaterS David" . . . Und schließlich: Ent Auszug aus Mizraim kann nur dann erfolgreich angetreten werden, wenn auch die „Gebeine Josefs" mit dabei sind. Diese Erkenntnis soll der heutige Herzl. Gedenktag jedem Zionisten ins Hirn hämmern, ans daß der Name unseres unsterblichen Führers rns wiederum Programm wird, .Herzlsches Programm. Und das heißt im geistigett Sinne: Rückkehr zum Judentum, im politischen Sinne: Das Mische Land dem jüdischen Volke! 8m geppelin »um Nordpol. Eine Zusammenkunft Amundsen-Eckener. — Eine deutsch« Nationalspende für die Zeppelin-Polexpe-ition. Ans Berlin wird berichtet: A m u n d s e u hat ckns Oslo an Dr. Ecke ne r die telegraphische Ansrage gerichtet, ob und lvann eilt Z it sa m in e n t r e ff e ir mötflich wäre. Dr. Eckener hat Amnndsen telegraphisch geantwortet, daß er einen atisfi'chrlichen Brief gleichzeitig nach Oslo abgesendet habe. Inzwischen hat Eckener nähere Mitteilungen über den Stand des Zeppelin N ordp o lplanc s gemacht und v arge schlagen, binnen vierzehn Tage n m einer norddenlschen Hafenstadt mit Amundsen zusammenzu« treffen. Otoftcrit abends ist Dr. Eckener nach .Kvnigsberg abgereist, >.vo er an einer Tagung der deutschen Zeilnngsver« leger tcüuiuvmt. Es ist als bestimmt anznnchmen, daß eine Zusmmnenkunst zwischen ihm »nd Anmndsen noch i n diesem Monat stattfittden wird. An der Zusammenkunft wird sich wahrscheinlich auch der Amerikaner E l sw o r 11) beteiligen. Finanziell ist der Ban des Nordpol- Z c P P el i n s so gut wie g e s i ch e r t. An der Finanzienlng werde» sich auch die deutschen Arbeiter ibetefügen. Die <^ewevkschaften Planet), von jedem ihrer Mitglieder den Betrag von etwa 30 Pfennig einznheben. Auch die Ll r b-c i tgeberve r bände werden diesem Beispiele folgen. Endlich iwollen otlch die deutschen Städte und Ge tu e indem je st.vei Pfatmig pro Kopf oittheben. D ie Koste» des Zeppelin-Luftschiffes stellen sich nach den nettesten Berechnungen auf zirka v i e r e i n h a l si M >i l l i o n e n a r k, «während die Kosten der gesamten Expedition sieben M 'i l l ii o n e n betragen dürften. Ile Affenkomödie von Iayton. Darwin stört die Ruhe des Staates. Dayton (Tennessee), 10. Juli. In dem Prozeß gegen den Hochschullehrer Scopes lvegen Verbreitung der Darwin-Theorie unterrichtete der Vorsitzende in seiner Eröffnungsrede die Gcschworncn über die j u v t ft ische Frage und wies besonders darauf hin, daß das zu fällende Urteil n i ch t z n entscheiden Hab e, o b das G e s e tz nnk'lng sei oder nicht. (Damit soll die Zuziehung von Sachverständigen unniöglich gemacht werden.) Dann wurde >das erste Kapitel der Bibel über die Erschaffung der Welt verlesen. Hierauf zogen sich die Geschwornen zurück, um eine neue Fassung der Anklage zu 'beschließen, da gegen die erste Fassung von der Verteidigung ans Prozeßtechnischen Gründen Einspruch evhobetd worden war. In der neuen Anklageschrift heißt cs, daß Scopes entgegen dem Gesetze und vorsätzlich in den Schulen des Staates Tennessee gewisse Lehren verbreitet habe, welche die Geschichte von der göttlichen Erschaffung des Menschen, wie sie in der Bibel erzählt wird, leugnen. «Scopes habe gelehrt, daß der Mensch von Tieren niederer Ordnung abstammc. Diese Lehre richte sich gegen den Frieden und die Ruhe d e 's Staates. * Radio frei — in Deutschland. Wie die „Berliner Zeitung am Mittag" meldet, hat das deutsche ReichSpostministerium beschlossen, slpätestens vom 1. Septom!ber an Radioapparate und sämtliches Radiogerät vollkonnnen freigugoben. Damit würden alle Vorschriften ausgeihobett werden, die sich, aus die Verwendung vott Empfangsapparaiett beziehen. gelegt werden. Wenn wir ckber den Mißerfolg von Nachlatzy Jehuda ausnehmen, evhalten wlr ein ganz arideres Bild. Au deti übrigen acht Punkten schwankt der Prozentsatz der Bäume, die sich gähalten haben, zwischen 44,6 und S1Z Prozent. Bon 376.786 Bäumen hielten sich 263.777, d. h. 77 Prozent. Mit einem so hohen Prozentsätze kann man absollut zufrieden sein, besottlders wenn man in Betracht zieht, was für steinigsitmpfiger Boden dazu verwendet wurde. Dabei davf man auch eine Reihe von äußevlichen Ursachen nicht vergessen, daß m Ber Tuvia und Chulda von den arabischen Nachbarn Bäume ausgerissen wurden, daß zweitens der Mangel an Spätregen sMalltosch) im Laufe dreier Jahre schlecht auf die Entwicklung der zarten Pflanzen gewirkt hat. Dafür ist die Zukunft der Bäume, die die ersten schiveren Jahre überdauert ha'ben, gesichert und verspricht reichen Ertrag. Das wurde klar bswiesen durch die Kritik von so berufener Seite wie die der Sachverständigenkommission, die im Aufträge des Direktoriums des Jüdischen Natiotralfonds die Pflanzungen untersuchte. Die drei Hauptfragen waren: 1. Der bisherige Pslanzungsplan, 2. der Wert der Pflanzungen, 3. der P>flan>zungSpilau für die Zukunft. Nach einer genauen Untersuchung aller Orte kam di« Kommission zu folgenden Resultaten: Für Nachlach Jehuda stellt sie die Evsol-glosigkeit der Pflanzungen auf Sandlboden fest, für Ber Tuvia und Dagania zweifelt sie an dem wirtschaftlichen Wert der Pflanzungen. Mir die übrigen sechs Ptutkte gelangt sie zu positiven Resultaten. Att dieseen sechs Puickten befinden sich 235.800 Bäume, d. h. 80 Prozent aller Bäume, die die Kommission vorgefunden hat. Also eine positive Einschätzung für «0 Prozent. Das ist zweifMos ein großer wirtschaftlicher und moralischer Erfolg. Die Kommission hat auch den Wert der Pflanzungen eingeschätzt und als Grundlage die Marktwerte des Holzes von heute und die Summe der Bäume, wie sie in 20 Jahren sein werden, genontmen. Außerdem werden im Laufe der Zeit die Holzpreise als JndustriemateriÄ steigen. Ein Teil der Zypressen wind als Telegraphen- und Telephowstangen dienen. Wenn wir die Dünen von Nachlach Jchuda abrechnen, die einen Verlust bringen werden, werden die übrigen Pslanzungsstellen nach der Meinung der Konmtission bis 8000 ägypt. Pfund Gewinn äbwerfen. Im Zusammenhang mit dieser Schätzung drückt die Kommission ihre Meinung dahin aus, daß die A u s s o r ft u tt g Palästina S vom Handelsstattdplmkt atts eine große Zukunft habe. Es bleibt also die Antwort auf die erste Frage: Soll die Dewaldnngsarbeit fortgesetzt werden oder tticht? Mir eine Positive Atttwort spricht eine ganze Reihe von Gründeit, vor allem die Ehrenschuld des Jüdischen Nationalfonds. Bis zum Schlüsse des Jahres 1924 waren 496.241 Bäume eingezahli tvorden. Davon sind nach der Zählung der Kontrollkommission 246.315 Waldttnd Fruchtbäume vorhatrden. Es Wstben also 122.926 Bäume übrig, die der Nationalfonds ztr Pflanzen verpflichtet ist. Aber auch alle technischen Gründe sprechen dafür. Es .zeigt sich, daß die Arbeit nicht nur vom technischen, sondern auch vom finanziellen Standpunkt aus Erfolg haben kann. Die Periode der schwerett Experimettte, die Schwierigkeit, die jedent Uebergangsprazeß ltutewohnt, ist bereits überwunden. Sowohl Leiter tvie Arbeiter haben auf eigenem Boden reiche Ersahruugett gesammelt. Auch tvas die Ausgaben betrifft, hat sich das Bild stark zum Besseren gewendet. Es ist Kar, daß man Wa'ldbättme nicht so zu Pflanzen braucht wie Fruchtbäume. Die Waildbaumc wachsen vott Jahr zu Jahr, wahrend sie von Jahr zu Jahr kleinere Ausgaben er-. fordern. Vom Jahre 1921 bis 1925 sind die jährlichen Ausgaben vott 6725 ägypt. Pfund ans 2146 ägypt. Pfund gefallen und für das Jahr 1926 ist das Budget aus 1290 ägypt. Pfund festgesetzt worden. Dagegen betragen die Einnahmen der Banmspende 0000 bis 8000 ägypt. Pfund jährlich. Der Jüdische Natioualfoitds hat also sehr wohl die Möglichkeit, die bereits vorhandettett Pflattztttigett zu verstärken, die fehlenden Bätmte;u ersetzen und neue Pflanzungen in der Höhe der Spenden attzulegen. Aus alldem ergibt sich, daß, wenn es so etwas tvie den Herzjl-Wald nicht gäbe, man ihtt schaffett müßte. Wv er nun besteht, verpflichtet uns sowohl das materielle Interesse als auch der Name unseres großen Eviveckers, alle Kräfte a>tzuspannett, um ihn zu festigen nnd auszubauen. Es ist nicht so leicht, unsere Fittanzitistitutionett. den großett Massen dcS Volkes vertraut und populär zu machen. Der Herzl-Wald hat in der Volksseele Wurzel geschlagen, ebenso wie es ihnt gcklungett ist, sich in der harten paläftinen.sischen Erde zu verwurzeln. Schott hettte ist der Herzl-Wald zu einem Quell von Arbeit und Nutzen, von Gestindheit und Schönheit geworden. Möge er in Zukunft in steigendem Maße dem Volke zum Nutzen mtb dem Lande zum Segen gereichen! Sie Entwertung der Geister. Bon S. Meisels. Es ziemt sich wohl, Menschen tutd Dinge stets nach Gebühr, nie über Gebühr zu schätzen. Das Ueberschätzett ist deshalb mißlich, weil es zumeist ein Falschtrnd Fehlurteil enthält und entweder Ursache oder Wirkung einer falschett Einstellmlg ztr Menschen nttd Dingen fein kan». Nur in bezug auf den Geist und das Geistige ist das Ueberschätzett zulässig, ja in gewissem Sintte sogar notwendig. Geist ist an sich unschätzbar. Geist ist der Maßstab der Diilge ttttd sollte eigentlich nicht an den Ditrgctt gentessen werden. Geist schafft die Werturteile ttnd sollte eigctttlich, wertentrnckt, keinem Werturteil unterliegen. Allein das mettschliche' Wertmtgsbednrfnis, aus dem Geiste geboren, zieht auch diesett selbst in den Be reich abschätzender Urteile. So aber (Äeist gewertet wird, so kann er nicht hoch genug gewertet werden, und mau muß ihn erst überschätzen, um ihn richtig einschätzen zu kötrnett. Jtt Zeiletr kulturellett Aufschwungs ist Geist mtb alles Geistige immer überschätzt wordeit. In solchen Zeiten wurde mit dem Dichter, bem Denker, dem Künstler, mit dem geistig Schaffenden eine Art Kult getriebett. Je stolzer die Aiettschett auf dett Grad ihrer Gesittung waren, um so demtltsvotter erkannten sie die Größe des geistigen Menschen an. Sie gingeit darin so weit oder, sagett wir besser, so hoch, daß sie die Größe vergrößerten nttd allem Geistigen willig uub billig einen Mehrwert zuerkannten. Uub es war gut so. Dentt nur ans solche Welse ist geistige Heldenverehruug, ist Verehrung des geistigen Helden möglich. Geistige Heldenverehrung ist

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