Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2294 (11.7.1925)
- Date
- 1925-07-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. ZSS 4 Men, Samstag 14. Zioitiffteitkongreß Kongreßabonnements Ständige Abonnenten der „Wiener Morgenzeitung“ erhalten die offizielle Kongreßzeit img zu bedeutend ermäßigten Bedingungen Oesterreich S 3, Tschechoslowakei K6 15, Polen ZI. 2, Rumänien Lei 120, Bulgarien Leva 70, S. H. 8. Dinar 40, Italien Lire 15, Belgien Frcs. 12, Frankrc cli Frcs. 12, Schweiz und das übrige Ausland Frcs. 2.50, Deutschland Gmk. 2. Die Festnummer wird separat ausgegeben und kostet: Wien und Oesterreich S 1, Tschechoslowakei Kö 6. Polen ZI. 1, Deutschland Gmk. 1, Italien Lire 4, Rumänien Lei 15, Bulgarien Leva 12, Frankreich Frcs. 4, Belgien Frcs. 4, S. H. S. Dinar 12, Schweiz und das übrige Ausland Frcs. 1. ■*“ Bestellungen KZSÄ'L sofort aufgeben ”“xä 10 * Erhöhung einzelner Postgebühren. Die Regier,mg Hot in der vorgestrigen Sitzung -cs Hawptausschnsses eine Verordnung über die Erhöhung der Postgebühren vor gelegt. Das Porto der Postzkarten soll, bei vergrößertem Format, u-m 1 Groschen erhöht werden, außerdem dürften die Gebühren für Drucksachen, . internrbane Teilephongospräche und den itungsVersand eine Veränderung erfahren. E Schlammbad Pisthan. Urkräftige Bäder gegen Rheuma, Gicht, Ischias. — Schlamm für Hauskuren und aste Auskünfte: Pistyanbureau. 9. Bez., Alserstraße 92. * Ein Denkmal silr Ernst Mach. Der Wiener' Gemeinderot hat gestern dein Komitee zur Errichtung eines Denkmals für d'?>> Physiker und Philchofthen Ernst M a ch eine Subvention vort 500 0 Schilling bewilligt. * Die Weltkonferenz der Zeire, Hechaluz und Hapoel Hamiürachi> wird in öen Räumen des Eafe Reichshof, Wien, 2. Be>., Praterstvaße 00, nbgehalten wenden. Die Evösisimng findet o-m Mittwoch S>cu 5. Augttst statt. Der Verkauf von Gast-- rarteu hat bereits begonnen. Mit Rücksicht aniif die beschränk e Anzahl vor: 'Karten ist es -notwendig, sich sÄche rechtzoitig zu sichern. Zu halben im Müisrachkburean, 2. Bez., Pratevsttaße 43, amd »Int .LoLal der Zaire Alisrachi, 2. Bez., Ezerniirplah 4 (Tolepohlt 47-0-30). Gesiiin»mgÄge>il>üssen, die bereit sind, Delegierte der Konferenz zu beherbergen, werden gebetet:, 'ihre 'Adressen ehestens au das V-ovbe-rei-tiungskomitee der Konferenz, 2. Bez., Czerniniplatz 4, boka-ii-ntztigelben. * Jubiläum des Blindenalphabets. Aus P a r i s, 10. d., wird gom-cilde-t: Heute wurde int Nationalen Mindeninstitut in Paris der hundertste Jahrestag der Erfindung des Brailletschen Blinde nalphübets festlich begangen. Die Feier witlrdc von den: französiischLn AvbeitÄminiister eröffnet. * Ein ^hebräisches Gebetbuch für Blinde. Int Budapesler jüdische>t BlindenmstitNt, einer St>i>fttling der JNdulstriellenfamtzlie W ech-seilmann, fand vorige Woche die diesjährige sei erlich e SWußfeier statt. Die vorzüglichen Unterrichtsergeb-- uisse erregten das Staunen der zahlreichen, zum großen Teile aus Fachmännern bestehenden Gäste. Besonders tiefen Eindruck erweckte das fließende Lesen der hebräischen Gebete aus dem von der jüdischen Gemeinde herausgegebenen helbräifchcn Gebetbuch für BImde. Anstältsdivoktor Siuton 2ldler machte bei diesen: Anlaß die interessante M'itt-ei-l-uiig, daß das i-m Budapeste-r jüdischen Blin-deninstitut gebraiuchte hebräische Gebetbuch das' erste hebräische Buch für Bünde in der ganzen Welt ist. Die ausgezeichneten Erfolge, die mit foiciiem Buch int Budapest erzieht wurden, hüben amu auch die Leiter der jiidischen Minden-, anstalteu in and ereil Ländern vera-nlaßt, au die Herausgabe hebräischer Lchrbücher — auch hebräischer Sp rachbüch er — tfütr Blinde zu schreiten. * Zentralisierung der Messe- und Fremdenberkehrspropaganda. Wie der „Ha nd e'l" milteill, ist zwischen der Genie in de Wien, dem Lande Nieder öfter re ich nild der Wiener Messe A.--G. eist Abkommen getraffen lpSröell, das die Propaganda für Oesterreich vereiulheitlichen soll. Nach diesem Zlbk-ommen erhält die Wiener Messe A.-G. für den Rost des Jahres 1925 von der Stadt Wiest 1 Milliarde, vom Lande Niederösterreich eine halbe Milliarde mrd im Jahre 1926 die doppelten Beträge, also insgesamt 3 Milliarden, und verpflichtet sich dagegetl, mit der Propaganda für die Messe eine Aktion zur Hebung des Fremden- Verkehrs zu verbinden. Sie wird hierzu ein illustriertes Werk heran sgoben, das auf die Natur-' und Kunstschöicheiten Oesterreichs hinweist, ferner in'Wien Kongresse veranstalten, hierher Gesellschaftsreisen engagieren und vor altem im Ausland Auskmilftsftellen errichten. * Das Znaimer „Deutsche Hans" erhält tschechische Aufschriften. Aus Z n a i m wird uns geimeldet. Der Stadtrat hat dem „Detltschett Haus" ausgetragen, alle Aufschriften, Üeberschristen, Bbtonntmachu-ngen (Speisekarten) usw. auch ln der Staatssprache, und Mar an erster Stelle, durck-ztl,führen. F „Tod im Motorbott". Bon der Schiffslverfr Stils A.G. erbalten wir folgende Mitteilung: Wenngleich in dom gosteru veröfstnUichten Bericht über den tragischen Toid des In» geniours Weithase ,licht ausdrücklich gesagt, könnte doch der Eindruck entstehen, als ob die Schiffswerft. Linz A.-G. als Lieferantin des Bootes ein Bertschuliden au diefom Falle träfe. Wir logen deshalb Wort darauf, mitM-eilen, daß das Boot am 1. Septonrber 1923 geliefert wurde mrd seither, also seit zwei Fahren, im Beitriebe steilst. Die int veröfsentRchten Bericht erwähnte Aen-derung der A-usPn-ffffit-utt-g wurde kurz nach' der '.'llstiefernng ans Grund der damals gemachten Erfahrungen durchgeslührt. Daß solcher "Anstände nicht vorgekommen find, beweist, daß das angebliche Ansströmen der Auspuffgajfe in Iden Klofettramn kemesifalls «auf konstruktive Ätüngül zurückgeführt werden kann. * Wegen einer Zigarette erstochen. Donnerstag nachts hat der 27fährige Kutscher Jofof K o v a c s, ein 'vorbestrafter und landesvevwiesener Manu, in einem Gasthaus in Simmering den 31s (ihrigen Eisengießer Jösof Sajko, w-eil dieser ihm keine Zigarolle gab, angegriffen, auf die Gasse gedrängt nnd dann dort durch einen Stich in die Bauchgegend getötet. Kovacs wurde nach heftiger Gegenioelhr verhaftet. Der Erstochene hinterläßt ei»<» lungenkranke Frau und ein dreijähriges Kind. Mtener 11. Juli 1925 VeW> ... ■■■■* E Ein idealer Aufenthalt ist die Hotel-Pension „Rudolfshöhe" in Bad Ischl. Schönste Lage, von herrlichen Nadellvaldungen umgeben. Täglich Künstlerkonnerte. Mäßige Preise. * Hunacrsgefahr unter den jüdischen Kolonisten Beßarabiens. Die Zentvalr er Wallung, des Verbandes Ort t nt Berlin crhioll von dom Ort-Komitee in Beßarabien beunruhigende Nachrichten über eine n a h c in d e H u n g e r Su o t in dieser Provinz. Schon in den Jähven 1923-24 waren in Beßarabien die Ernten un'befriedigeud. Das ieyige Jahr ist ganz ibefomders arm an Niodev'chlägen. Im Winter ttm kein Schnee und im Frtchllng kein Regen, so daß die .Haupts treibearten als völlig verloren zu gelten hüben. Die Getreivsvreise sind seit dem Winter auf das Dreifache gestiegen. Es h^'7" eine Selten-heil in diesem Getreiideexportlandc — eine Cinf-ühr Von überseeischem Weizen bogomren. Wegen Futternran-goks wird das Bloh zu Schleiuderpveisen verkauft. Das GefchäftÄsbev stockt. Die jüdischen Organisationen verfügen über fast gar keine Miltcl. Wälirend des lehten Kongresses der jüdischen Bern f sge n o sse nf ch a ft cn Beßarabiens herrschte eine schr gedrückte Stimmung. * Eisenbahnzusammenstoß in Hetzendors. 'Donnerstag abends um 7 Uhr ftchr in rer Station Ober-Hetzendorf ein eiufahrender Lastzug an einen in der Station stehenden Perfoncnzng an. Infolge deS heftigen. Anpralles wurden acht Personen leicht verletzt und zwei Waggons beschädigt. Die Schuldfrage ist noch nicht aufgoblärt. * TodeSsturz beim Fensterputzen. Im Hanse Bvlksgartenstraße 1 ist gestern mittags die 54 jährige Bedienerin Ca fall beim Fensterpnhen aus dem zweiten Stock in die Tiefe gestürzt und den erlittene,, Bevletzunge» erlegen. E Familienpension Grabner, Bad Ischl, Brennerstraße 21. Besteingeführte» Haus, erstklassige Verpflegung, schönste Lage, non berrlichsn Nadelwäldern umgeben, große, luftige Speise- und Gesellschaftsräume. aufmerksame Bedienung, zivile Preise. * Ein absolvierter Realschüler als Einbrecher. In den letzten Tagen wurden zwei jugendliche Einbrecher verhaftet, die in den verflossenen Monaten in verfchicdenen Bezirken verwegene Gcschäftseiubrüche verübt und eine Rivsenlbcute gemacht haben. Sie waren utit erstklassigen Einbruchswerkze>lge11 ansgestattot. Die Täter sind der 24jährige absolvierte Realschüler Karl Groß, der sich auf Grund hrrauSqelockter Tokinimenie den illamen eines Schnikameraden, Alex-ander D i st l e v, beilegte, nnd der wegen Einbruches bereits vorbestrafte Mechaniker Anton Bergmofer. Sie ließen sich gewöhnlich ü b e r N a ch t in den betreffenden Häusern e i nsperren, um ruhig „arbeiten" zu können. Insgesamt imirden 22 Personen ermittelt, die den Einbrechern Gegenstände abgokauft haben. Ein großer Teil der zuletzt - gemachten Beute ivurde Mstande gebracht. Groß fuhr gerade mit sein-er Frau Marie vor der Wohnung eines „Abnehmers" in der Wiedner Hauptstraße per Zw ei r ab vor, als ihn Kriminalbeamte vcrhafteteu. Die Täter wurden gestern dem Lan-des- 'gerichte eingeliefcrt. * Bon einem Auto getötet. Gestern vormittags wurde in der Aiserbachstraße vor der Markthalle eine zirka 70>jahrige unbekannte Frau von einem Auto, das der Ghauffeur Eduard E n g e l leulkt-e, übrvsahren. Der Chauffeur brachte die Bewußtlose in seinem Auto. in das Spital, doch ist die Frau lvährcnd der Fahrt gestorben. * Selbstmord. Im Schweizergarten nächst dem Süd- >baih>rhof hat sich der Objährige unterftandAlofe Eßzeugputzer Franz Sch. im Gebüsche an einem Baume erhängt. * 13. öst. Klassenlotterie. Die Erneuerun-gsfriist für die zweite Klasse endet am Abend des 16. d- Die Ziehung findet Donnerstag den 23. b. int Ziehungsfaäl, Wien. 3. Bez., Dtarxergasse 1, eiben-erdig, statt und. beginnt um 8 Uhr früh Vereine, VortrSge und Versammlungen. Betbausverein Mi k d o s ch m'e a t. Heute um 6 Uhr und 7 Uhr Vorträge des Herm Rgbb. Dr. Wunde rm a n n. — Z i o n i st i s ch e Kulturgruppe Brigittenau, 20. Bez., Karl-Meißl-Straße b. Heute, 7 Uhr abends. Mitgliederversammlung. Morgen, l/39 Uhr früh, Nationalfonds-Büchsenleerung. Um 1 Uhr nachm. Ausflug. Treffpunkt Vereinslokal. — Hechaluz. Zeire Misrachi, Wien. Heute, Uhr nackm., Abfchiedsfeier für die nächste Woche nach Palästina reisenden DliSrachi-Chaluzim. Morgen stnd die Schekelhefte zu verrechnen und abzuliefern. Montag Vorstandssitzung. Bühne und Kunst. Aus den Theatem. Schönbrunner Schloßtheater. Heute „Die F l e d e r m a u 8*. Morgen „D i e v e r k a ir f t e Braut*. Burggarte n (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburg). Heute. 8 Uhr abends. MaScagni-F e stk o n z e r t: Intermezzo au« der Over „Csvalleila rusticana", R a t c l i f f, ^FreNnd Fritz", und Verdi, „Sizilianische Vespern". Theater in der Josef st ad t. Heute */»8 Uhr abends, die Einakter „B o u b o u r o ch e" von Courteline, „D i e Spieler" von Gogol, und „E i n H e i r a t S a » t r a g" von Tschechow. Morgen den 12. d., */»8 Uhr abends. Aufführung der Komödie „O n k e l ch e n h a t g e t r a u m t" von Karl V o l l m ö l l e r nach F. M. D o st o j e w S k y. K a m m e r s p i e l e. Heute, 8 Ubr abends, vorletztes Ensemblegastspiel ungarischer Schauspieler. „M e nnyaszonyl f a t y o I" („L e f 1 e it r d’o r a n ge") Morgen 8 Uhr abends, letztes Ensemblegastspiel ungarischer Schauspieler, „O s z i szer e 1 e m" („A p r ö s l’a m o u r"). Moritz 3affe gestorben. Am 7. d. ist in Win int Mer Volt 91 Jahren der als Komipo-nist wn-b Knnst-smmnil-er beka-lmtgelvorbonc Herr Moritz I a f f e gestorben-. Er ioar eine der -originellsten mrd zhAeich chrwür-digst-en Evscheinnngen des künstloriischen tr-nid g-esellschaftilichelr Berlin. In der Jugend war er in Paris ein Schüler S a r-af ate s gewesen und war /euch als Geiger mit Erfolg. aufgctreten. Später hutt-e er einige »Opern ij-owie Orchesterwer-ke und Lieder ko-mpo-nievt, -die mit ErtfoT-fl anfgeführt wurden. Seine Lsbensaftbeit war aber das Knilistfamnlöiil, er besaß eine reichhalttige Bildergalerie »mit wertvollen nutiD seltenen Werken. In der Inflationszeit widmete e-r sich der Ultterstutzung not-leidender Geistesarbeiter nnd errichtete eine Stiftung für noittleidende Schriftsteller. Therese Csillag gestorben. Aus. Budapest wird gemeldet: Die bekannte nngarische Scha-uspielerin.Theref-e.Cf.illag ist im- 02. Ldbensjahre gestorben. . Jüdisches Gastspiel im Carl-Theater. Gestern vormittajgS wurde der Vertrag zwisck-en dem jüdischen Schanfpivler und Dra-matnrgen E. Adler utib dem Carl-Dhoater abgeschlossen. Das Gastspiel beginnt Mittwoch den 18. d. mit „Ans der Lester -des Lebens", Text von Ra-kov. Musik von M-arlintwitz. Miß Francis Miller, E. Adler und H. Ullmann tot den Hauptrollen. Radioproaramm. Heate Samstag. 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. SuppL, Tantalusqualen, Ouvertüre. Benatzky, Die Verliebten, Walzer. Ponchftlli. Ballettmusik ans „Gioeonda". Bach, Largo aus oem Konzert in v-Moll für zwei Violinen. Chaminade, Serenade. Lenz, Kronfchätze der Musik. Strauß, Seid umschlungen Millionen, Mäher. Lebär, Die blaue Mazur. Lama, Cara plccina. Lubbe, So eine Landpartie. — 8 Uhr r Operettenaufführung „Der lachende Ehemann. — 10 Uhrr Heitere Abendmustk (Kapelle Jelinek). _ Gerlchtssaal. Eine Klage gegen den gewesenen Finanzminister Doktov Schtnnprter. Nach wiederholten Verhandlungen ist nunmehr ü» schriftlichen Wege das Urteil in dem Prozeß erflossen, den die Wiener Kaufma-nnsbank durch Dr. Josef Stein gegen den gowefeilen St-aatssekr-etär für Fi-nanqen Dr. Josef S ch u mpet'kr und gegen Dr. Josef Maria Brann-Slammfest angestrengt hatte. Im April 1922 hatte die Glasmdttstrie A.- G „Atudolfshütte" eitle Kapitalserhöhung vorzunohnteit öcab'sichtLqt. zu welchem Zweck ein Syndikat gebildet wurde, dein der getvefene Finanzminister und Präsident der Biedermannt,ank, 3>r. Josef Schuntpoter. und Dr. Brann-Stammfest angehörten Dr. Brann-Stam-mfest ntachte der Wiener Kanf-manns-!bank die Mitteilung, daß Dr. Schumpeter den zur Udbernahme der' auf iün entfallenden Aktien notwendigen Betrag von 1.890,000.000 K. nicht besitze nnd sie ersnche, ihm,, digsen Betrag darlehensweife vorsustrecken. Da er selber Präsident einer Bank sei, wolle er nicht als Darlehensnehmer bei einer anderett Bank erscheiwen, nnd darum -machte Dr. Bwun-Stammfest der Wiener Katrstnansbank den Borsch'lag. daß sie dett Betrag formell dom Ueb^rnahmssyndlkat, dom ja Dr. Schumpeter ohnehin angchörc, vorstrecke. Dr. Schumpeter übermittelte den mit seiner Unterschrift versehenen Zahlungsverpflichtungsbrief und erhielt das Geld. Da nun dieser Betrag in Zinsen nicht zurückbcM-lt wurde, wurden Dr. Schumpetzer und -Dr. Braun- Stamm-fsst dafür belangt. Gegen sDr. Braun-Staminfest ruht das Verfahren. Dr.' P re ßbn rg er als Vertreter des Doktor Schuntpeter wendete ein, daß die Haftung Schumpetzersnicht gegeben sei. In der letzten Verhandlung hatte Dr. Stein den Klageanfpruch auf 19-4.963 Schilling mit 8 Prozent Zinsen eingeschränkt, welcher Betrag von Dr. Preßbnvger ziffermäßig anerkannt, Vom Grunde nach jedoch bestritten wurde, da Doktor. Schumpeter keinen Grtvnd hatte, für die Syndrkatsschüld einzutroten, da er ans dem Syndikat länM ausgetreten tvar. Der Senat unter Bovsitz des Hofrates Dr. Frankel verurteilte Dr Schumpeter zur Zahlung des eingeklagteit Betrages von rund 199.000 Shilling auf Grrmd ftiner Haftung aus dem bestrittenen Syndikat svertrag. Zwei Frauen im Banne eines Siebzehnjährigen. Bor dom Strafrichter des Bezirksgerichtes Margareten Dr. Holtmann hat in den letzten Tagen eine Verhandlung gegen die 19jührijge Gasthausrochin Anna Schmied stattHesun'den, die angeklagt war, dio 18jährige GaWausköchin Marie S ch ,l -e ider mißhandelt zu haben. Die Mißhandlung hat eine etwas seltsame Vorgoschlchte. Die Schnti'ed und die Schneider sind in ettt und demselben Gasthaus bedienstzet. Auch der Held dieser kleinen Gerichtsvnhandlunig. der 17-jährige Kellnerlehrling Jdsof Huber, ist im Betriebe des gleichen Gasthauses tätig. Eines Tages waren Mario Schneider und Josof Huber allem in der Küche. Sie mnarmten und küßten sich. In diesem A!o ntent betrat die Schmied die Küche. Sie war entsetzt, war doch der Kellnerlehrling ihr Geliebter. Sie riß die Schneider bei den Haaren, vorsetzte ihr m-chvere Schläge mit dem Schnoekessel, so daß sie eine dreitägige Gssnn-dsheitsstövu-ng erlitt. 2ln.f die Hilferufe der Schneider tonum die Gasthausbesitzer, welche die Schneider aus den Klauen der Schmied befreiten. Es wurde die Policeittche Anzeige erstattet und dabei kam - folaendes zutage: Der 17sährige Kellnerlehrling hatte schon seit länger als einem Jahre intime Beziehungen Mr Schmied, der er auch die Ehe verspwchen hat. Später knüpfte er auch intime Bezieihungen zur Schneider an. Bat der Vechandlung war die Schmied g^'tändlg und bedauerte die Tat. Sie entschuldigtzc sich mit der Aufregn-ng. Der Richter verurteilte Anna Schnti-cd zu 24 Stunden Arrest, bedingt, mit einjähriger Bewährungssr-ist Sie ncchm die Strafe mit einer Danksagung ait. Bollswitt. vir internationale« FknanrmSrtte. Im Vovdergrun/d des Interesses standen in der letzten Zest aus den internatiorralen Devisenntärikten die starken Schwa-nbungen^ denen der französische Franken unterworfen war. Int Hinblick auf die urtigntrstzige Finanzlage Frankreichs, die Bermchr-ung des srvtenkontingett'ts nnd die Stcvatsvvrfchüsse der Bangne de France setzte sich zunächst die Baisse des Frankens fort, zuntal auch die Kapitafflucht ins Ausland zunahm. Das on-glische Pfund stieg in Paris voit 106 am 27. Juni attf 109,20 am 1. Juli, während in Bafel der französische Franken bis ans 23,06 zuvückwich. Da-mt setzte eine Gegenbewegung ein. Die Spekulation schritt zn Deckungslaufen, durch diese und die kräftige Jntewen-tion der Bant von Frankreich durch starke Dedisenabgaben gelang es, den Pfundkurs bis Ende der Woche wieder auf 102,60 zu senken und ihn noch iveiter zn drücken, so daß die Basaler Fratttcnltotiz wieder aus 24-50 atrzichen konnte. Es ist möglich, daß es der Bank von Frankreich mit Hilfe ihres Düvisenbesitzes gelingen wird, den Frankenknrs noch eine Zeitlattg bis zur Emission der sogenannten Goldanleihe p stützen, deren Zitffen mit einer Valutagarantie ausgestattet sein tverden. Das weitere Schicksal der franizösischen Valuta wird dann wesentlich von dem. Ergebnis dieser Anleihe abhängen, die jedoch das Problem der Fnndierung der schwebenden Schuld unr zir einet», kleinen Teile lösen kann, gang abgesehen von der Frage der Tilgung der aaneritonischen Schuld, die nun ivohl bald auL dom Stadrmn der atodemischen Erörterungen heraus treten wird. BMerkenswert war übrigens, daß die Kurslbesserung 1^2 wie»,n. HoII«a(Uir«ie 14