Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-07-07 · Heft 2290 (7.7.1925) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2290 (7.7.1925)
Date
1925-07-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981375--23274-3010774
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 2290 Wien» DknStag BaumMek Kaufmann tödlich verunglückt. Bor der Gattin vom Schnellzug überfahren. Ein jäher Tod hat riestern früh der Wiener zionistischen Gemeinschaft einen ihrer treuesten Mitarbeiter geraubt. Baumeister Emanuel Kaufmann wurde das Opfer eines Eiscnbcchnunglücks, das ihn vor den Augen feiner Frau ans dem Bahnhof von Böslau ereilte. Er hatte der Zionistischen Organisation seit seinen Jugendjahren angehörl und war stets durch seine unbeirrbare Sachlichkeit und durch sein festes, sicheres Urteil ein wertvolles Mitglied der Körperschaften, in die ihn das Vertrauen seiner Freunde entsendet hatte. Die Nachricht von dem plötzlichen Tode dieses ausgezeichneten Mannes hat die Wiener Zionistische Organisation in tiefe Trauer versetzt. Ernanuel Kaufmann stamnue aus einer mährischen Gemeinde. Er ist 45 Jahre alt geworden und war seit mehreren Jahren verheiratet. Seine Gattin, mit der er in glücklichster Ehe lebte, hatte er in seiner bei dom Stadt baumeister Herrn Edmund Melcher geleisteten Banpraxis als ein Fräulein Deutsch kennen gelernt. Banrneister Kaufman stand während des Krieges durch fünf volle Jahre a!ls Truppenoffizier an der Front mtb hatte sich das Militärverdienstkreuz mit den Schwertern sowie eine Menge anderer Auszeichnungen erworben. In den letzten Jahren war er einer der amt stärksten beschäftigten Baumeister Wiens und der Tod hal den kräftigen, bamnstaoken Mann aus der Fülle der Arbeit, die er über alles liebte, gerissen. lieber 'ixm Hergang des Unglücks wird uns mitgcteilt: Banureister Kaufmann, der sich am Sonntag zum Besuch seiner Gattin nach Böslau begeben hatte, wollte von -dort gestern früh mit dem Zuge um 7 Uhr 55 Min. nach Wien zurückkchren. Er ist das Opfer der Nachlässigkeit eines Beamten geworden, der die auf den Zug martenden Passagiere nicht v e r st ä n d i g t e, daß aus diesem (Meise gestern ausnahmsweise der Triostcr Schnellzug die Station passierte. Baumeister Kaufmann, den seine Gattin begleitete, trat in der Meiuung, es handle sich um seinen Zug, an das Geleise heran. Seine Frau riß ihn zurück, aber es war schon zu spät. Die Kolbenstange der Lokomotive erfaßte ihn und warf ihn unter die Räder des Schnellzuges, der über den Körper hiuwe graste. Die Frau war Augenzeugin des schrecklichen Zwischenfalles, der ihr den Gatten nahm. Gorneinderat Dr. Plaschkes, mit der Familie Kaufmann in alter Freundschaft verbunden, wurde noch am Vormittag von dem Unglück verständigt und begab sich sofort itad) Döslnu und leistete der armen, von dom Ereignis so schwer getroffenen Frau hilfreichen Beistand. Die Verfügungen über die Uebevführnng und das Leichenbegängnis konnten noch nicht getroffen tvcrden. Einstwoilen sind die Gerichtsbehörden mit dem traurigen Falle beschäftigt. Eine Kommission nahm noch gestern vormittags auf der Unglücksstätte einen Lokalangenschoin vor und beschlagnahmte die verstümmelte Leiche. s ■ Der Massenmord in Saiger. Der Prozeß gegen Angcrstcin. Limburg a. d. L.» 6. Juli. Vor dstn hiesigen Schwurgericht 'hat heute der Prozeß gegen den Prokuristen Franz Anderst ein begonnen, der in der Nacht zum 1. Dezember 1924 in seiner Villa in Haiger seine Familie und eine Reihe von Angestellten, insgesamt acht Personen, ermordet hat. Es werden ihm 13 Fälle von Vergehen und Verbrechen zur Last gelegt, Unterschlagung/ Urkundenfälschung, Brandstiftung und Mord m acht Fällen. Durch Fälschung von Unterschriften und Einsetzung fingierter Beträge soll Anderstem feine Firma um 20.000 bis 30.000 Mark geschädigt haben. Angerstein verantwortete sich bei seiner heutigen Vernehmung, die fünf Stunden dauerte, damit, daß er Zahlungen an Leute geleistet habe, die in erpresserischer Weise an ihn herantraten, weigert sich aber, Namen zu nemien. Ferner habe er im Interesse der Firma 120 bis 150 Grmldstttckvcrtväge gefälscht auf Käufe, die er im Interesse der Firma ausgvführt habe. Bei allen diesen Betrügereien will er höchstens 4000 Mark für sich verwendet haben. lieber die Schreckeusnacht, in der Angerstein zunächst seine Frau und dann seine Schwiegermutter nioderschlug, erzählt Angerstein eine mysteriöse Geschichte von einem Totenhemd, das seine Frau mit ihrem Testament in ein Paket verschnürt habe und von einem mit seiner Frau gemeinsam gefaßten Bel'chluß, sich zu ertränken, schließlich spricht er von der Krankt) e i t seiner Frau, die er nicht länger habe mitansehen tourten. Bei der Schilderung der Ermordung seiner Frau gerät Angerstein, der vorher ziemliche Ruhe gezeigt hatte, in große Aufregung und vergießt Tranen. Tr gibt an, daß er auch sich sel<bst erschießen wollte, da er an einem Blasenleiden litt. Mit dem Hirschfänger seit er auf seine Frau erst losgegangen, als si^ ihm den Revolver, mit der er sie auf ihren eigenen Wunsch erschießen sollte, weggenommell habe und darauf ohnmächtig gewordert sei. Nach der Tat seit er zusammengelbrochen und ha!be erst daun gesehen, was er augerichtet hatte. Er flüchtete in den Keller. Dort hörte er plötzlich die Schritte seiner Schwiegermutter, eklte nach dem Wohnzimmer zurück und geriet bei dem Anblick seiner Schwirg'-.-'.-.-.ui ~ ui stets schlecht Wandelt Wiener Moimenzettung.__ Mitteilungen ans_Dem Publikum. Wied«r su haben: I WH Bureau: Brill.trai.ZigaraiUnpapUr JwP n/r hatte, in derartigen Zorn, daß er die Frau halb besinnungslos tötete. Auch die anderen Mordtaten an dom Dienstmädchen St oll. den Gärtnergehilfen Kiel, Da rr, Geis und seiner jugendlichen Schivägcrin Ella Barth habe er in fürchterlicher Erregung ausgeführt. Zwischen den einzelnen Mordtaten oder, uw er sich ausdrückt, „jadesnral nach einer Periode" habe er — daran könne er sich ganz deutlich erinnern — das Beil sorgfältig abgewischt. Nach der Berlchmg der Aussage des erkrankten Zeugen Ebert, der -den Angeklagten nach den Mordtaten gesprochen hat, wird die Verhandlung unterbrochen. Lar Lourlstenunglllck im vesikuse. Herr Otto T i e f b r u n n e r in Linz schreibt uns: „In Nr. 2286 Ihres geschätzten Blattes vom 3. d. schreiben Sie unter dem Titel: „Sieben Touristen im Gesäuse tot aufgesunden" unter anderem: Der Wiener Tourist Franz Rohringer ist auf dem Oedstein erfroren. Die Wiener Bankbeamten T i es enb ru n n e r und Barbinski sind „ganz euikräftet auf dem Oedstein eilige troffen und zu Tal gebracht worden". Im Rainen meines Freundes Paul Papinski sowie in meinem eigenen ersuche ich Sie um Ausnahme folgender Richtigstellung: Herr Rohringcr ist nicht erfroren, sondern tödlich abgestürzt. Wir beides nämlich mein Freund Papinski lind ich, sind nicht Wiener, sondern Linzer. Schließlich sind wir keineswegs am Qedstein ganz entkräftot eingetroffei, und zu Tal gebracht worden, sondern sind wohlbehalten und bei vollen Kräften aus den Oedfteingipfol aufgeisticgen, sind dort der nach uns und den übrigen Vermißten ansgesandten Rettungsmannschaft aus Admont begegnet, haben ihr den Liegeplatz unseres abgasttirzten Kameraden genau bezeichnet und sodann unseren Abstieg ins Tal ohne jede fremde Unterstützung selbständig durchgejfüihrt, ivährend die Rettungsmannschaft ihre Suche nach den übrigen fort,setzte. Besonders betonen möchte ich, daß wir unsere Rettung vor dcur Erlfrievuugstode, dam die anderen verunglückten Partien zum Opfer gefallen sind, lediglich denr von mir mitgenommenen Zdarsiky-ZeVfack verdanken, da wir dreimal biivakieren mußten." Sine Plagiatbeschuldigung gegen Mussolini. Zlvischen dem größten italienischen Staatsmann und dem größten italienifcherl Gelehrten — dem Duce Mussolini und dem Professor Benedetto Croce — lvivd gegen lvartig ein literarisches Duell ausgetragen, in denr die alte „moralische Frage", wenn auch von einer neuen Seite, wiederum angestochen wird. Die erste Herausforderung ging vom Duce aus, als er eMärte, er gelbe nichts auf Benedetto Cvoces Schreibereien, und beifügte: ,^Jch Bin glücklich, sagen zu könrren, daß ich nie auch nur eine Zeile von Croce gelesen habe." Als Philosoph, Autor und freiheitlicher Politiker holte aber Signor Croce zum Gegenfchlag aus und eMärte, der Herr Premierminister müsse doch etwas von ihm gelesen haben, da er aus seinen Schriften ganze Absätze gestohlen -habe. ■ Auf den Heiterteitserfolg anspielend, den Mussolini vor seinen Getreuen erzielt hatte, als er bekannte, er habe nichts von Croce gelesen, erklärte dieser: „Signor Wtussolini anerkennt damit meine geistige Uelbevlegeicheit, denn ich habe jede Zeile von Mussolini gelesen: seine Hymne auf die Gewalt, die er an der letzten Sams tag tagung rezitierte, hat er aus den Schrifterl. von Sorel geschnappt, die ich übersetzt und mit ci.ner Vorrede versehen habe; ferner hat ex die Ideen aus einem Artikel über M a n z o n i geftohlen> der auch Goethes und Verdis Ansichten behandelt. Mussolinis Erguß ist eine exakte Wiedergabe meines kritischen Berichtes. Es ist besser, jemandes feindliche Arrffassringen zu kennen, als — vorzugeben, nichts von ihnen zu wissen!" Ein Oppositionsblatt fügt bei, daß Mussolini sogar das Schlagwort, da's den ,M a r s ch a u f R om" anslöste, gestohlen ha!be — und zwar bei Verlaine. Austritte aus dem Judentum. H o f m a n n Andreas, geb. 25. August 1903, Juchopolje, Mediziner, 1b. Bez., Karl-Marx-Gasse 1. Dr. F l e i s ch n e r Konrad Gottlieb, geb. 12. Oktober, Wien. 13. Bez.. Hadikgasse 144. B a n a s ch e k Sophie, geb. 38 Februar 1890. Wien, Hllfsarbe'terin, 15. Bez., Ortnergasse b. B r e i ß l e r Johanna, geb. Strauß, geb. 39. Juni 1653. Luze, 14. Bez.. SechShaus-rstraße 73. Baumann Jenny, geb. 13. November 1854, Junnerosche, 5. Bez., Einstedlerplatz 5. Fuchs Paul Arnold, geb. 24. Juli 1918, Wien, 19. Bez^Reithlegasse 13. John Angela, geb. 18. Dezember 1906. Wien, 9. Bez.. Berggasse 19. Holzer Fanny, geb. 38. Juli 1894, Wien, Schneiderin. 3. Bez., Landsttaßer Hauptstraße 38. G o l d n e r Arpad. geb. 20. April 1883. Budapest, 7. Bez., Mariahtlferstraßv 54. Sträußler Erttst, geb. 36. August 1896, Bisenz. 18. Bez., Wallttßstraße 126. Naschttz Johann, geb. 19. Niai 1896, Wien, 8. Bez., Daungassvl. R af a e l Ella, geb. 7. November 1903, Wien. 9. Bez., Gilgegasse Nr. 14. F t sch e r Fritz, geb 20. Juni 1886. Wien. 8. Bez.. Strozz'gasse 26. Z e r n e r Edith Mitzt geb. Schlotz, geb-19. Jänner 1892. Wien, 8. Bez.. Wickenburggasse 16. Schloarzb a r t l) Walter, geb. 1. Oktober 1696, Wien, 9. Bez^. Livchtensteinstraße 133. Koch Anna geb. Hirschenbeck. geb. 33. März 1864, Wien, 8. Bez., Langegasse 80. S i r k i n Moses, geb. 16. Februar 1909, Odrss'U 9. Bez., Sechsschimmelgasse 20. Fein Moritz, geb. 19. Mat 1879, Zdiar. Äertteter, 13. Bez., Oswaldgasse 15.' T v ld i Julius, geb. 4. November 1891. Wien, 19. Bez., Sonmtergasse 1. T a m l e r Efroim, geb. 16. April 1871, Sereth, Muskkinstrumentenhändler, 3. Bez., Hetzgasse 3. M e s s i n g e r Rosalia, geb. 13. Wgrz 1893, Krakau,.3. Bzz., Strohgqsse 9. 7. Iu-lL im_ SM » Die«, 7. Mt. * Lin Erdbeben. Ans Karlsruhe wird unterm 6. b. acmclbct- Der Seismograph der Technischen Hochschule vericidmctc heute nachmittags ein ziemlich starkes Ervb eiben Die erste Welle trat um 1 Uhr 19 Minuten mtttelouropäijscher Zeit ein, der größte Ausschlag erfolgte rmr 1 Uhr 25 Minuten Ter Herd des Erdböbens liegt rn Europa m einer Entfernung voir ettva 1700 Kilometer. * Ein Todesopfer des Amtsschimmels. Der Schweri>,valide Alois Kraus, der vollständig arbeitsmvfähig und obdachlos ist, hat sich Samstag im Jnvalidercheim m der Fasangarienftraße echärrgt. Er lvar seines Untevsta-ndes im Jttvallidcicheim verlustig gelvorderr, iveil er Spita-lspflege ausmchen nurßtc und nach seiner Entlassung aus denr Spital das Jnvailidercheiul nuter Berufung auf eine Verordnung seine Wicderaufirahme verweigerte, derzufolge nur Kriegsbeschädigte, die hilflos sind, aufgenmnimen werden dürfen, tvährend Kraus „nur" vollständig erwerbsunfähig^ war. lieber Intervention der Jnvalidenorganisation wurde die Provisorische Auiftlächne des von der Obdachlosigkeit Bedrohten durchgcsetzt, doch schlvübte das Damolklesischwert der neucrlick)en Enttassung über den: Haupte des Unglücklichen. Nun beging er einen Se-libstmordversuch, wurde jedoch noch rechtzeitig gerettet. Neuerdings wandte sich der Landesverband der Kriogsbqschädigten au den Minister für soziale Verwaltung und 'erhielt endlich gestern svüh vom Minister Resch den Bescher. daß gegen die Wiederaufnahme des Kriegslbeischädigten Alois Kraus in den Berpftegsstand des Militärinvalidenhanses ganz ausnahmsweise kein Einwand erhoben wird. Der Erlaß lvar mit 2. Juli datiert. Wäre von der günstigen Erledigung am selben Tage die Organisation in Kenntnis gcfeltt worden, so hätte man ein Menschenleben retten können. Inzwischen hat sich nämlich am Samstag Alois Kraus im Jiiva'lidenheiin erhängt und konnte diesmal nicht mehr gerettet werden. * Das Wetter. Auch der Juli hat bisher kein stabiles Soinmerwetter gebracht. Wärme, Trübung und Abkühlung wechiseln sehr rasch. Die Borausiage meldet: Keine bes andere A e n d « r u n g des gozenwärrigen Wetierchavaktcrs. * Die Lebensmittelmärkte. Der Verkehr stand gesteur im Zeichen des eingeschränkten Bedarfes, der sich eufährungsgemäß bei Wochenbeginn sühlbar macht. Die Gwßmarkchalle wies gesteigerte Fleilschimporte auf. Mittels Bahn sind 16 Waggons im Gewichte von 101 Tonnen, darunter fünf aus Polen, eingelangt. Bei spärlicher Käuferbeteiligung erhielten sich die Preise vorläufig auf demr vövwöchigen Stande. — Der N as chin a r f t, der gestern bedarfdeckend versorgt wurde, bot ein ruhiges Bild. Auch hier geigten die Preise bei schwacher Känfevbeteilignng keine nennenswerte Veränoevnng. Mit Obst aller Art tmcrde der Markt ausreichend Ibeschickt. Preise stabil. Eier ziohen konstant im Preise an. * Der Einbrecher mit dem Revolver. Güstern früh wurde der Polizeiidirektor a. D. der Wiener Polizeidirektion Doktor Dchmal in seiner Billa in Perchtoldsldorf von einem Einbrecher, der bei -hm inr Schlafzimmer emgeftrogen war, durch einen Revolveuschuß in den Arm verletzt. Der Täter, der zwei Brietftaischen mit ungelfähr zwei MMonen Inhalt entwendet hatte, Mchtete. * Einbruch bei der Uhrenfabrik Philipp Kohn. Soiuuag abends wurde irr der Filiaffaibrik der Uhreniftrma Philipp Kohn, 7. Bez., Lindengasse 54, ein Eürlbrnch verübt.' Die Erhelbnngen halben ergeben, daß der boi der Firma beschäftigte Hillssarbeiter Jakob Müll!ner, der am Sonntag die Silbergchäuisewerkstätte mrszulweißen hatte, die schwere' eiserne Tür zwm Magazinsraum aufgchprengt und dort zirka 26 Kilogramm Silber in Barren und eine große. Anzahl Gchänse enckvendet hat. Der Täter wurde in berauschtem Zustande iu RudlÄfsheim vechaftot. Fast das ganze entwvndete Silber lviurdc bei dem Bechafteten gefunden. * Schekelaktion. Das Zionistische LandesLomitee teilt mit: Die Kionistischen BezirkSsÄktionen, Ortsgruppen und Sonderverbände werden neuerlich aufgefordert, unverzüglich die Schekelverrechnnngen mit unserem Bureärl durchznführen. Die Verrechnungen können täglich in der Zeit von 10 bis 1 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags in unserem Bureau, 1. Bez., Karntnerstraße 38 (Kassa) erfolgen. Zionistische BozEektionen, Ortsgruppen und Solldcrverbände, dre ihre Schkaliur Kr das Jahr 5685 verrechnet haben, kö-nlwn in unserem Bureau neuerlich Schkalim zmn Verkauf übernehmen. Da der Schekel die einzige budgetäre Emnahmsqnelle für die Zionistische Exekutive bildet, ist cs Pflicht eines jeden Zionisten, eine möglichst große Anzahl von Schkalim zu verikausen. Die Möglichkeit hierzu bietet sich jetzt vor dem Kongreß. Wir erwarten von allen Gesinnungsgenossen eine restlose Erfüllung dieser Pflicht der Organisation gegenüber. * Zionistischer Delegiertenrat (Parteirat). Honte findet um 7 Uhr abends inr Meinen Saale des Ingenieur- und Architokterweveines, 1. Bez., Gschenbachgasse 9, die Sitzung des Delegiertenrates statt. Tagesordnung: 1. Bericht; 3. Kongveßwahlen; 3. Eventuelles. * Zionistisches Lokalkomitee. Donnerstag den 9. d. um 8 Uhr abends, 1. Bez., Karntnerstraße 38, wichtige Sitzung. * .Meue Menschen auf alter Erde", das fesseilnde Buch vori Felix Salten, das im farbenreichen Rahmen einer Palästinafahrt brenneirde Probleme der Gegenwart mit dichterischer Tiefe behcurdolt, hat -in allen Kreisen des Publiklnns derartiges Interesse gefunden, daß die ersten 5000 Exernplare binnen tvenigen Wochen vergriffen waren. Der Palll- Zsol nah-Verlag läßt soeben die zweite Auslage (6. bis 10. Tausend) in einer schöneren Ausstattung erscheinen. * Ehrung Dr. Artur Salomonsohns. Die preußische Madenne der Wissenschaften hielt einerl Leibniz-Tag ab und beschloß, die göldene Loibiliz-Modaille dem Dr. Artur Salomen so b n. Geschäftsinhaber der Diskvlltogesellschaft, für seine aufopfernde Tätigkeit im Interesse der Fillanzen der Notgememschast der Wissenschaften zuzuerkennen. * Die Selbstmörder. Der Tapezierer Rllidols Lissy wurde in seiner Wtchuung echäugi aufgefuolden. Das Motiv der Tat sind, häusliche Zevwüüfnisse geweserr. — Gestern frich wurde der 65jährige BranntwoinschäEer Samuel Sieg>llmnd Rosner, Langogasse 30, voll seinem heimikchrenlden Sohne in der Küche seiner Wohnung erhängt ausgoftrilden. Er hat die Tat in einem Anlfalle von Melancholie began>gen. — Somltag stürzte sich der Bankbeamte Heinrich N e r l ^i n g e r aus einem Fenster seiner Wohltung ans die Straße. Er erlag feineil schlveren Verletzungen. — Auch der Geschäftsdiener Franz Zu gl hat sich erhängt. — Der 16jährige Zuckerbäckerlchrlina Ernst Sadovsky hat sich aus unbekannter Uvsache erschossen. — Der Comptoirist Adolf Maschek starb cnl Bergistuirg dllrch Lysol. Vereine. Borttüge und Versammlungen. Gremium österreichischerHandelSV or« t r e t e r. Atorgen, 6 Uhr abends, im CafS Landtmann, Besprechung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.