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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-07 · Heft 2290 (7.7.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2290 (7.7.1925)
Date
1925-07-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Wien. DttrSta- Wiener Mer-enrritnnn. 7. Ju li iKd vtx. SSSV V'* r\ Bühne und Kunst. Saftspiel Lairoff. „Das Gewitter" von A. Ostrowskh. Vier Pvamierenabende lang warteten wir ans die „russische Seele". Auf das große Erlebnis, das über allen JnszeuierungAkünsten, Masken und Scherben steht. Ein Dichter hat's gegeben, der den mitteleuropäischen Literaten ebenso unbekannt ist wie Rußland selbst mit seinen menschlichen Geheimnissen. Rußland? Kaum ist das Wort dem Mnnde entflohen, vernimmst du bite süßen Töne des Kabar-vttvitsches, ein „Wolga- Wolga"qLied muß herhalten, Ba-lalafkagezmvpcr, russischer Natronaltanz, einstudiert vom Tanzmeister Meier oder so ähnlich. Das ist die russische Seele, wie die Wiener Librettisten sie sich vorstellen. Die junge Wartvara Kaba-nowa, Frau Egarowa, gab uns in ein paar Szenen den ganzen Zauber der russischen Landschaft, auch der inneren. Schade, daß wir sie so spät kennen lernten. Tairoff hätte durch sie die Widerspenstigsten bekchrt. Fvou Coonen durfte diesmal die „reife" Frau sein; znm ersten Male, daß ihr Wesen sich der Rolle eutspvechend erschließen konnte. Sokoloss schuf wieder eine Meisterleistnng: wie aus dem schüchternen, zaghaften Tölpel znm Schluß der liebende, verzeihende, zusammenbrechende Gatte wird, dessen Liebe über jeden Schmerz und über jode Schmach erhaben ist, dies bleibt eine unvergeßliche Leistung. Frau Ljubawine gab den Dämon der herrschsüchtigen Mutter. Der Tairofssche Rahmen veränderte sich nicht. Gerüst, Ausbau, Farbe, Musik und das seinen Nerven eigentümliche Tempo hoben das Milieustück Ostrowskys in eine Sphäre, deren Reiz sich auch die das Russische nicht Verstehenden nicht entziehen konnten. Man schnupperte die gmeze Zeit nach einem Stuck allen Theaters, und wo man es zu finden glaubte, setzte die Ergriffenheit ein. Die Gruppen um Frau Kabanowa und um den jungen Dichou in den Gewitters,Men von einprägsamer Schärfe. Und nochmals: unvergeßlich Frau Egarowa. o. r. Ungarisches Gastspiel ln den Kamnerspielen. Auch wer die zweite Landessprache nicht versteht, dein strömt hier richtiges Theater entgegen. Die Ungarn in den Kamanerspielen sind 'Komödianten tan guten Sinne des Wortes. Sie haben BühneNbliut bis in die Fingerspitzen und spielen mit seiltenem Ernst — Komödie. Lebenswahre Figuren werden hiugestellt, deren Echtheit zuliebe selbst sichere Wirkungen, auf die ja schließlich jedes Stück zielt, abgetönt gebracht worden, weshalb man immer den Eindruck hat, daß sich auf der Bühne wirkliche Menschen bewegen. Stets tritt nur die Rolle hervor, nie der Schauspieler. Alle fügen sich zä einem äbgestimmten Ensemble, zeigen aber dabei äls Episodisten ihr Können und führen das Publikum über leere Stellen und dramatische Paujsen hinweg. Das Programm der Ungarn ist durchwegs seriös, Stucke und -Darstellung gleichen der großen Zeit des Deutlichen Wvlksthaters vor den: Kriege. Die Truppe dirigiert ein emheMicher Geist, dessen Kultur im Rhythmus des Dialoges und der Regie zu verspüren ist. Es ist der,Manager" Artur S o m l a y, ein durchaus vornehmer und äußerst wauidlungssähiger Künstler,, was er in den ersten zwei Tagen („Küssen Sie mich!" von Tristan Vernarb und „Apres l'amour" von Wolfs und Duvernois) bewies. Er will nur seinen Typus geben und mau suhlt doch: eine Persönlichkeit. Die Partnerinnen: Jolan Papp, Klar: Both, Jda Turai, rassig und ungekünstelt, die Herren Berezi, Geliert, Harsauhi und Maklarh charakterisieren diskret und beherrschen dabei immer die Szene. Nach den seichten Niederungen, -in denen sich die Wiener Theater in der Letzten Zeit bewegten, was den Bühnenbetvieb wirklich als entlbehrlich empfinden ließ, bedeutet dieses interessante Gastspiel sicherlich eine Erquickung. A. S, Ltto Lautst» gestorben. Samstag nachmittags ist in einem hiesigen Sanatorium der Schriftsteller Otto T a u s s i g im 46. Lebensjahre gestorben. Otto Taussig war jahrzehntelang Hausdichter bei -den „Budapestevn" und hat gemeinsam mit Adolf Glinger eine Unzahl von einaktigen Schwänken geschrieben, deren Popularität nicht zuletzt -mit dem Namen Eisenbachs verknüpft war, der sie spielte. 'Taussig war früher Kaufmann. Im Cafe Edison, wo seinvrzoit das Ensemble der „Budapest-er" verkehrte, lernte er Eisenbach kennerr, und dieser brachte ihn. mit Adolf Glinger, der bei dieser Truppe als Schauspieler -und Schriftsteller tätig war, zusammen. Die beiden verfaßten dann über Anregung Eisenbachs einen Einakter „Pollak aus Gaya", der im Jahre 1908 über hundertmal mit Eisenbach und Max Rott in Szene gehen konnte. Durch den ersten Erfolg ermutigt, widmete sich Dcmssitg fortan ausschließlich der Schriftstellerei und blieb während der 23 Jahre seiner Tätigkeit seinem Kompagnon Glinger treu. Das Produkt dieser Zusammenarbsit ist eine lange Reihe von einaktigen Schwänken. Taussig wurde dann, als die „Budapester" in die Annagasse übevsiedelten. Mitdirettor. Nach dem Tode Eisenbachs führte er das Unternehmen in der Annagasse „Max und Moritz" weiter und verpflanzte das Ensemble -nach der mit Ende der vorigen Saison erfolgten Ausmietung in die Rolandbühm, aus deren Leitung er vor kurzem ausschied. Auf einer Tournee, die «r mit denr Ensemble der Rolandbühne in die Tschechoslowakei unternonrmen hatte, erkrankte er an einer schweren Halsentzündung, in deren Gefolge sich eine Blutvergiftung einstellte, der er mm erlegen ist. Sein Begräbnis fand gestern statt. Aus den Theatern. Burggarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburg). Heute, 8 Uhr abends, Konzert des W t - ne* Symphonieorchesters (Dirigent Zdenko M h a l o v i t 8). Theater in der Josefstadt. Heute V.» Uhr abends, DostojewSkyS Komödie „Onkelchen hat geträumt". In Vorbereitung: Gerhart HauptmannS Lustspiel „Die Jungfern vom Bischof S b e r g und „Ihr kleiner Freund" („l.e zräluetion d£Iicat), Lustspiel in drei Akten von Jacques Nathanfon. Die Kammersptele beschließen nach Beendigung de» ungarischen Gastspieles, ln dessen Rahmen heute Strindbergf „Totentanz" vorgeführt wird, ihre diesjährige Saison, dl im Theater Adaptierungsarbeiten vorgenommen werben müssen Die neue Saison beginnt am 1. September. Roland-Bühne. Gisela W e r b e z i r t beendet ihr Gastspiel in „P e p i, die Perle" Mittwoch den 1b. Ein Staatskino? Dean neuen 'BundeSchoaterpräsidenien wurde, wie ome Lo5a>lkovrefpondenz meildet, das Projekt vorgelegt, in dar spanischen Reitschule eine staatliche Filmbühne zu errichten, die sozusagen den Edelfi-liin kultivieren soll; der Reinertrag dieses als klikrativ cmge'i'chonen Kmounternehmens (in dem ein ahnmvgsvoller Geist schon Herrn HöblinE Männlichkeit auf die Leinwand projiziert sieht) soll zur Deckung des Defizits der Staatsl'heat-er dienen. Ein radikale rer Vorschlag wäre freilich, gleich die Staatstheater in Filmbühnen zu verwandeln. Damit wären Je-vitza-Affären a priori ansgeschaliet -und es kämen den Redaktionen keine Handschreiben zu, in denen Frau Jer-itza den — sagen Win: Anstand aufbringt. von einer Kollegin, »ni-t der sie an derselben Bühne wirkt, zu sagen, sie kenne sie periBnAch nicht. Besitzwechsel im Bartete Reklame. Das beliebte Der gniügu-ngsetablisseinen't aus der Praterstraßv ist vor kurzem iin den Besitz des bekannten Fachmannes Direktor Artur Franz e 14 i überge-ganaen. Die neue Direktion wird hier außer dem üblichen Kleinkunstprogramm noch besonders die Burleske, die einaktige Operette und die kleine Revue Wegen. Für -das ständige Ensemble wurden unter anderen Karl Hauser und Fräulein Anny Hei tu er gewonnen. Die Neueröffnung wurde für den 1. September anberaumt. Ehrenabend Laura Glücksmann. In der Jüdischen Bühue, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stephani«), geht honte als, Ehrenabend für die bekannte jüdische Schauspielerin Laura Glücksmann die Komödie „Dze jkale Blosser" m it der Benefiziant in in der Hauptrolle in Szene. Radroprogramm. Heute Dienstag. 11 bis 1 Uhr: Vormittagsmusik. — 4 bis 6 Uhr: NachmtttagSkonzert. Mendelssohn, Athalia, Ouvertüre. Ascher. Klingende Wogen, Walzer. Löwe, Tom der Reimer, Ballade. Dvorcak, „Klage^ und „Koboldtanz". Micheli, Serenade espagnole. Urbach, Donizettis Opern, Phantasie. Carena, Kleiner Walzer. Kreisler, Schön-Nosmarin. Messager, ll'amour mssgue. Benatzky, Sag' mir's beim Tanz. — Vg? bis 7 Uhr: Min.-R. Dr. Gaulliofer: „Die Bedeutung der körperlichen Erziehung. — 8 Uhr: „Weh dem, der lügt!" Lustspiel in fünf Aufzügen von Franz Grillparzer. <Wollen Sie der jüdischen Sache dieneny dann verlangen Sie überall in allen Hotels, Cafes, Restaurants, bei allen Zeitungsständen, die 1Wiener ZMorgenzeüung Schreiben Sie uns, wo Sie das Blatt nicht erhalten konnten, wir werden sofort für Zustellung sorgen Gerichtssaal. Unzurechnungsfähig, aber kein schlechter Dichter. Geistern stand ein An.gokla.gter vor Gericht, der von den Psychiatern für geisteskrank evklärt tvordev War, aber unbedingt als geistig gesund und für seine Handlungen, verantwortlich galten wollte. Der Boschuldigle. der 27jährige Bersicherungsbeamte Ludwig Sch., war schon Wiederholt auf dem Stein Hof, und zwar hatten die Aerzte evklärt, daß bei ihm ausgesprochener Größenwahn und krankhafte Selbstüberschätzung v-orlie-ge. Wiederholt soll er sich geäußert haben, er könne gar kei-n Verbrechen begahen, weil er unter dem besonderen Schutz Gottes stehe. Nach der Entlassung aus der Irrenanstalt fand Sch. einen Posten bei der V e r Is i ch e r u n g s -a n.st a l t der ö st e r r ei chis ch en Bundesländer. Er machte für die Anstalt Reifen in die Provinz und soll gute Geschäfte abgeschlossen haben. Dann stellte sich aber heraus, daß er sich Provisionen für Versicherungen angerechnet, die gar nicht abgeschlossen tvorden waren, und daß er Prämienbeträge einkassiert und nicht äbgeführt hatte. Eine nouevliche Untersuchung seines Geisteszustandes hatte aber zur Folge, daß ihn die Psychiater für vollkommen zurechnungsfähig erklärten. In der Verhandlung kam auch zur Sprache, daß der Angeklagte Gedichte verfaßt hatte, die entschieden Talent verraten, während größere schriftstellerische Arbeiten eine große Unklarheit au-fwiesen. Als Verteidiger des Angeklagten war Dr. K r a s z n a ererschienen. Präs, (zum Angeklagten): Können Sie uns eines Ihrer Gedichte aufsagen? — Auge kl. (verlegen): Herr Hüfrat, ich bitte Sie, mir das zu erlassen. — Präs.: Sie brmlchen sich gar nicht zu genieren. So schlecht toaren Ihre Gedichte doch nicht. — An ge kl.: Wer ja, sie waren sthr schlecht. Der Gerichtshof (Schösseüsellat Hofrat Dr. Go löst ein) sprach den Angeklagteu frei mit der Begründung, daß er nicht die Ueberzeugung gewinnen konnte, daß Sch. geistesgesund sei. Er habe auf die Richter denselben Eindruck gemacht wie au/f die Psychiater in der Irrenanstalt, und es mußte daher angenmnmen werden, das; er zur Zeit seiner Tat unzurechnungsfähig gewesen sei. «olkswitt. Kredttschwlerigkeiten der deutsche« Krupp- Uuteruehmuugeu. In der setzte»: ZeÄ sind Gerüchte über Gslidschwievigksiten der Krupp-Untevnehmuu.gett in Essen auftzetaucht. Di« schwere Geldbeschaffung in Deutschland hat zu umfangreichen Arbeitierentlassnu-gen in der Schtverindustvie geführt. So ^tmlrden kurz «.ach dem Zusammenbruche des SkinitesiKonzerus von den ThYssen-Untevnchnmngen über 5000 Arbeiter entlassen. Nun ist auch Krupp, der mächtigste Faktor der deutschen Schworiichustvie, in Kredrt-- schwierigkeiten geraten. Wie der „M ontagmorgen" schreibt, sind die Kreditachprüche der Mupp-Urriern-chmungen so weit gestiegen, daß die Staatsbank, twtz ihrer reichlichen Mittel, keine weiteren Kredite «rrrchr erteilt. Es sind nmnnchr vain Untern-eihmen Barsuche gamacht worden, die kurzfristigen Auslandskvcldite in langfristige zu verwandeln. Doch werden vom AuÄlanlde diese Arrträige äbgewvesen, da von der Firma Krupp noch inmler hauptsächlch Kr-rogSProdüktie, nicht aber Friodenspvodukte her-gestellt -Nieirden, und die Kredite hmvtsächlich den ausländischen dt-iedevlassungen erteN wurden. Jedenfalls dürften diese ausländischen Kreditschwierigkeiten diesem Unternchnien erst nach der Wahr Hindenburgs znm Reichspräsidenten evwachjien sein. Kr«PP-Anleihe in Holland? In Amsterd-amer Bövsenkreisen wird davon g-chprochen» daß die Firma K r n p p in den Niederlanden einen Kredit von 10 Millionen Gulden aiufzunehmen beabsichtige. Fusion KrnPP-Rheinmetall. Aus Essen niöldet Wolfs: Zur besseren Ausnützung -Hrer fabrikatorischen Einrichtungen und zur Ersparnis an Pers-onial ist zwischen den Firmen Krupp und RheinmetaA eine Interessengem-oinschaft aus dem Gebiete des Lokomotiv- und Waggonbaues äbgeschlossen -worden. Aufwertung von Hypotheken bei deutschem Srnndbefth. Seitens der Firma Wiener & Co., Berlin, Unter den Linden 69, werden wir darauf hmgewiesen, daß ein Gesetz in Vorbereitung ist, welches von sehr weittragender Bedeutung für jeden ist, der deutschen Gvuudibesitz hat. Es ist eine weitere Auswertung nicht nur der bestehenden Hypotheken in Aussicht genommen, sondern auch eine rreue Aufwertung bereits gelöschter und zurückgezahlter Hypotheken. Die vom Reichstag bestellte Kommission zwecks Vorbereitu-n-g diches Gesetzes ist -nun zu dem Resultat gekomnien, -daß alle Hypotheken mit 25 Prozent ihres wirVlichen Wertes aufgewertet werden sollen. Hinsichtlich bereits zurückgezählter und sogar im Grundbuch geWschter Hypotheken soll, -sofern die Zahlung nach -dom 16. Juni 1922 erfolgt ist, diese Aufwertung i-m gleichen Umfange erfolgen. Svfern ein Grundstück iu anderen Besitz übergegan-gen ist, nach dem die in Frage stehende Hypother gelöscht war, haftet der neue Besitzer mir dem Grundstück nicht, da der öffentliche Glaube des Grundbuches geschützt werden soll; an sich haftet vielmehr der vorige Besitzer, der die Rückzahlung der Hypothek bewirkt hat, weiter Persönlich für die Auftvertuugsschuld. Wenn demnach „A" am 1. Oktober 1922 eine Hypothek von 100.000 Mark bei einem ihm gchörige»; in Deutschland gelegenen Grundstück znrückgezahilt hat und diese Hypothök im Grundbuch gelöscht ist, und wenn dann am 1. Dezember 1922 „A" das Grundstück an „33" weiter verkauft hat, ö haftet weder das Grundstück noch der neue Käufer „B" für die mit 25.000 Mark auszuwertende Hypothek, sondern der Verkäufer „A" haftet persönlich hierfür. Es ist dies, sofern nach dem Entwurf der Anfwertungskommission der Reichstag ein solches Gesetz beschließen sollte, ftir jeden Verkäufer, der das Grundbuch von allen Hypotheken gereinigt hat, ein sehr erheblicher Nachteil. Allerdings gilt dies mit der Einfchväukullg, daß die Haftung des Borbefitzers nur soweit stattfindet, als sie für den Peronlichen Schuldner mit Rücksicht auf die Höhe des nach der Beräußemng dos belasteten Grundstückes erzielten Erlöser keine unbillige Härte bedeuten Würde. Hat aber „A" sein Grundstück nicht verkauft und hat er die auf dem Grultdstück lastende Hypochek nach dem 16. Juni 1932 zuvückgezahlt, dann lebt -die Hypothek mit der Quote von 26 Prozent nicht nur als persönliche, sondern auch als dingliche Schuld wieder auf, das heißt, der Eigentü-nler haftet sowohl persönlich däftir als auch die neuerliche Eintragung der Hypochek in Höhe der 35prozeutigen Quote er- 'olgt zwangsweise im Grundbuch. Sind inzwischen Hypocheken von dritter, einwandfreier Seite zur Eintragung gelangt, so rangieren diese wieder znin Leben erwachten Hypotheken unmittelbar hinter der vorgenannten Hypochek, sind Eintragungen nicht erfolgt, dann rangieren diese Hypotheken an erster Stelle. Es soll z-tvar der öffent>lich-e Glaube des GvmMuches weltestgöhetid gewahrt werden, da aber das Wiederaufleben von Hypotheken, welche js-evbst im Bergleichswe-ge, sogar wenn ein Vergleich gerichtlich geschlossen ist, in Aussicht genommen ist, ö kann -man nicht mehr einwandfrei bchaupten, daß dieser Glaube zu dem Grundbuch unbedingt gewahrt ist. Wenn auch anzu'ttchnrep ist, daß der Reichstag dem Beschlüsse der Aufwertungskommlsfion stattgäben wird, so bestcht doch immer uvch eine schwache Möglichkeit, daß 'doch schließlich und endlich der Reichstag aus dem Augenwinkel heraus zu einer anderen Lösung dieser Frage gelangt, weil, wenn bestchonde Rechte tfl dieser Weise verletzt werden, der deutsche AuslandSkredtt iefcetw alls ganz erheblich beeinträchtigt wird.

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