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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-06 · Heft 2289 (6.7.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2289 (6.7.1925)
Date
1925-07-06
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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©rite ( Men, Montag f“. .. baten und der nach ihr erfolgenden Wahl des jPräsidenten samt den von ihm vorgoschlagenen übrigen 'ExMtivmitgliedern. Rur so hat der Kongretz Aussicht, mehrere e r n st e Pra- ,iftdo»Hha.f!Aandidaten zur Verfügung zu haben uird sich dadurch ein« wirkliche Macht zu verschaffen, 3. Der Wog zur Befreiung des Volkes. Eins — das muh man zugestehen — hat die jetzige Oppoiffcton vor den Anhängern der jetzigen Leitung voraus: Sie sieht!die Situation bedeutend klarer. Man stelle nur anfs Geratewohl 'ein paar Tatsachen zusammen. Kolonialminister Amery nennt Zahlen für die Vermehrung der Araber und der Juden in den : letzten fünf Jahren, die für uns vom Standpunkt einer nationalen Kolonisation vernichtend wären — die Leitung schweigt. Marshall erklärt, „die politischen Bestrebungen der Zionisten seien vielleicht für Propagandazwecke nötig gewesen, jetzt .aber sei die Zeit vorbei" — die Leitung schweigt. Stricker verklärt, man habe denk Baron Rothschild zuliebe von vornherein tbk Freiheit der Forschung an der hebräischen Universität eingeschränkt — die Lcitimg schweigt.'I abotinsky zitiert englische Blätter, die die Verewigung der arabischen Majorität in! Palästina fordern — die Leitung schweigt. Der offizielle „Haokam" (vom 3. Juni) meldet als ein Glied in der langen Reihe der .am letzten Kongreß von Glücksohn angeführten politischen Knriosa in Palästina, daß der Jerusalemer Gemeinderat auf die Forderung, einen hebräischsprachigen Sekretär anzustellen, überhaupt nicht geantwortet habe — die Leitung schweigt. Und so hat zweifellos die Opposition recht, wenn sie sagt, die Leitung sei schwach und ihre Schwäche gefährlich. Aber wie reagiert die. Opposition auf diese Schwäche der Leitung? Auf dem 13. Kongreß haben G r ü n b a u m s Ausführungen in den Worten gegipfelt: „Oder sollen wir nicht weiter ins Volk gehen, die Herzen wecken und den Massen sagen: Euer Schicksal ist in eurer Hand?" Das ist ganz gewiß von Grünbaum ehrlich gemeint. Aber bringen uns derartige Reden auch nur ein Stückchen weiter vorwärts? Solche Reden sind noch ganz in der Ideologie des Proklamationszionismus befangen. Sie haben einst das Volk aufgerüttelt und uns so die Sympathien der Welt verschafft. Heute hängen auch diese völlig von der Schaffung von Tatsachen ab. Denen kommen wir aber durch Reden, wie die angeführte, um keinen Schritt .näher. Gewiß ist auch Weizmann kein Vertreter des Tatsachenzionismus, sonst würde die Exekutive nicht an so vielen Dingen stumm Vorbeigehen. Aber um das ist Weizmann der Opposition voraus, daß er die Ueberlebtheit des Proklamationszionismus im wesentlichen durchschaut. Wenn er freilich erklärt, man solle nur mit „apostolischer Geste" für den Keren Hajestod sammeln, wo uns heute der Gegenwartsinhalt des Apostolats fehlt, dann rückt er dem Proklamationszionismus näher als er vielleicht glaubt. Aber im wesentlichen erkennt er das Problem sehr gut. Er hat es schon -auf dem 12. Kongreß formuliert (Kongreßprotokoll S. 289): „Jetzt ist es.(seit Kriegsende) das erste Mal, daß der Kongreß ein legale... Leitung wählen wird. Sorget dafür, daß dieseLeitung keine Messerstiche rn den Rücken bekommt. Dann werdet ihr auf dem nächstenKongreß mit Recht von dieser Leitung größere Taten verlangen können." Weizmann scheint also von den Erfolgen seiner Leitung weit weniger entzückt zu sein als seine Anhänger, aber er weist es mit Recht empört zurück, die Mängel seiner Leitung mit Proklamationen gutmachen zu wollen. Und die sind heikte .sehr billig. Und er weist auch den Weg, wie die ersten, zwar wenig hochtrabenden, aber doch wirklichen Schritte zur Schaffung neuer zionistischer Tatsachen getan werden können. Alle Beschlüsse über irgend welche Details der zionistischen Aktion in ihrer Gesamtheit sind, wenn sie nicht überflüssige Allgemeinheiten sind, Messerstiche in den Rücken der Leitung. Die Souveränität des Kongresses kann keine andere Form als die haben, nach Anhörung aller Präsidentschaftskandidaten denjenigen zu wählen, dessen programmatische Erklärungen es a& sichersten verbürgen, daß er der Majorität der Zionisten entspricht. Berl Kaznelson hat den Kern des Kongreßproblems schon auf dem 13. Kongreß klar formuliert (S. 268 des Kongreßprotokolles): „Wir sehen Zeichen unserer Schwäche und ein Zeichen, daß diese Menschen (gemeint sind Weizmann und seine Anhänger) müde geworden sind." Wollen wir es riskieren, daß Weizmanns sichtliche Verbitterung auf dem 14. Kongreß noch wächst und daß ihm dann doch wieder mehr oder weniger die Leitung aufgezwungen wird? Die Reorganisationsvorschläge der Z. V. f. D. bieten da nur unzikverlässigen Schutz. i . . Darum sollen diese Ausführungen nicht theoretisch bleiben und in einen A u f r u f münden, sich zu einer Kongreßfraktion zusammenzuschließen, die den Kongreß zu einer prinzipiellen Aussprache zwischen den Präsidentschaftskandidaten und dem 'Kongreß umgestalten, durch Reinigung der Atmosphäre zwischen Führer und Geführten eine starke Leitung und damit eine nationale Konsolidierung überhaupt schaffen soll. Ich möchte diese Kongreßfraktion Bizur Leumi (nationale Konsolidierung) nennen und sie die Grenzen der Föderationen, da weder sozialistische noch Traditionsinteressen berührt erscheinen, durchbrechen sehen. In allen Wahlkreisen mögen Listen auf das Programm ausgestellt und womöglich bis zu den Wahlen eine persönliche Fühlung hergestellt werden.*) Als provisorisches Programm der zu gründenden Kongreßfraktion sei hier folgendes vorgeschlagen: 1. Der Bizur Leumi kämpft für die im Reorganisations- Programm der Z. V. s. D. vorgeschlagene FormderWahl der Exekutive und für eine Tagesordnung des *) Da der Verfasser dieser Ausführungen sich nach Möglichkeit für die Organisierung der Fraktion zur Verfügung stellen will, teilt er hier seine Adresse mit: Brno, Auottllivsk» 2? E. S- _ Wseirer efftttta» _ Kongresses, die sich auf die Decharge für die abtrctende Leitung als den einleitenden und die Wahl der neuen Exekutive als Hauptteil des Kongresies (natürlich samt den zugehörigen Aussprachen) beschränkt; für die übrigen Reorganisationsvorschläge der Z. V. f. D. wird der Bizur Leumi nur insoweit eintreicn, als sie ohne zeitranbendc Debatten angenommen werden können, andernfalls sollen die Vorschläge der neu zu wählenden Exekutive als Material übergeben werden. 2. Der B. L. wird dafür kämpfen, daß die Reorganisation in diesem Sinne als e r st e r Punkt oitf die Tagesordnung des 14. Kongresses gesetzt werde, damit bereits der 14. Kongreß ans Grundlage dieser Reorganisation der Kongreßinstitution durstgcfnhrt werden kann. 3. Falls der B. L. im zweiten Programmpnnkt auf dem Kongreß unterliegen sollte, wird er den 14. Kongreß durch taktische Maßnahmen in diese Richtung zU drängen suchen, indem er zunr Beispiel bei Debatten, die eine Festlegung der Leitung in Detailfragen, besonders in der Frage der erweiterten Jewish Agency und in der Araberfrage, znm Ziele haben werden, sich absentieren und andere, nahestehende Delegierte zur Absentierung aufsordern wird. 4. Der B. L. wird dafür kämpfen, daß bei Einberufung eines außerordentlichen Kongresses durch das Aktionskomitee zwecks N e n w a h l eines Präsidenten zwischen zwei Kongressen, die unbedingt als Recht des Aktionskomitees festgesetzt werden soll, die Delegierten des vorangehenden, ordentlichen Kongresses a u t o m a t i s ch Sitz und Stimme haben sollen; dieser Punkt des Programmes soll sobald als möglich eigens bekannt gemacht werden, damit bereits die Wahlen znm 14. Kongreß mit einem möglichst großen Verantwortungsgefühl vorgenommen werden. 6. Die Abstimmung bei der Präsidentenwahl des 14. Kongresses wird durch die Zugehörigkeit znm B. L. nicht präjudiziert werden. 6. Der B. L. wird ein feierliches Gelöbnis des Kongresses herbeizuführen suchen, daß alle seine Mitglieder dafür sorgen werden, überall, wo Juden wohnen, die weitestgehende Opferwilligkeit und Gefolgschaft der neuen Exekutive gegenüber sicherzustellen. Das Grundziel also soll sein, die Souveränität des Kongresses in der Hinsicht sicherznstcllen, daß er jederzeit die Exekutive haben kann, die er für die beste hält. Die Kontrolle in Einzelfragen geht über seine Leistungsfähigkeit und behindert nur die tatsächlichen Fortschritte in den einzelnen Fragen. Dies gilt es zu erkennen und dadurch die nationale Bewegung davor zu bewahren, in der Welt der Tatsachen an die Wand gedrückt zu werden. Statt der Leitung Vorwürfe zu machen, wo sie selbst gern anders gehandelt hätte, wenn es ihr möglich wäre, und ihr Vorschriften zu machen, die sie sich selbst vorschreiben würde, wenn sie nur die Kraft zur Durchführung hätte, soll der Kongreß ihr doch lieber das Bewußtsein geben, daß sie einen klaren, bewußtere, entschlossenen Willen hinter sich hat. Dann wird sie selbst kraftvoller austreten und dadurch in allen Fragen, auch in der Frage der Jewish Agency und in der Araberfrage, zwar wenig hochtrabende, aber wirkliche Erfolge erzielen, und uns so langsam aber stetig der Befreiung aus der nationalen Knechtschaft entgegenfnhren,'um derentwillen allein wir doch Zionisten sind, um derentwillen allein wir also auch zum 14. Kongreß gehen. Grundgedanken des Revisionismus. Von Benjamin Akzin. 1. Das Ziel. Das Spezifische in der zionistischen Lösung der Judenfrvge ergibt sich unmittelbar aus der Erwägung, die Geschicke des jüdischen Volkes blieben so lange von außen her zwangsläufig bestimmt, als es, eine Minderheit unter sremdnationaler Kernbevolkerung darstellend, in seiner ökonomischen Existenz auf sie angewiesen, somit in wirtschaftlicher und — dadurch bedingt — kultureller Beziehung an diejenigen Entwicklungsmöglichkelten und -richtungen gebunden ist, die dem Mehrheitsvolke genehni sind. -Können sich auch Einzelindividuen, über den gegebenen Zwangsrahmen hinausgehend, frei und schöpferisch auswirken, der Volksgesamtheit — solange sie ihre Eigenart nicht au-fzugeben entschlossen ist — bleibt diese Möglichkeit verschlossen. Zu den natürlichen Entwicklungsgrenzen der menschlichen Gemeinschaft, wie sie ja als Rassenanlagen, Kulturbesitz, klimatische Verhältnisse und ähnliches vielfach austreten, treten in diesem Falle weitere .Hemmungen hinzu, deren Ursachen nicht in der Natur, sondern in der gesellschaftlichen Struktur liegen. Indem der Zionismus dieser spezifischen Unfreiheit des jüdischen Volkes ztt steuern, ihm eine hemmungslose Entwicklung smögli chkeit zu sichern suchte, war er von allem Anfang an konsequent bemüht, dessen nationales Dasein atls der Sphäre der allzeit bedingten und gebundenen Minorität in eine andere Region hin-überzurelten. Eine aufmerksame Betrachtung des Problems der Gesellschaft und deren Organisatiousformen ergibt, daß «s immer die Majorität war, die Staat und Recht, Kultur und Wirtschaft ihren Stempel darternd aufdrückte. Nicht im minderen Maße als für den modernen demokratischen Staat galt dieses Gesetz auch für die ältere Fornl des persönlichen Regiments: denn unabhängig von der juristisch festgesetzten Quelle der Gewalt, wurde der wirkliche Ge'ha-lt der jeweiligen Normen, die eigentliche Form der Institutionen im stillen, jedoch unaufhaltbaren Werdegang von jener grauen Masse erzeugt und erneuert, ftir die diese Ordnung gelten, in der sie sich verwirklichen sollte. Der Staat selber, der ja nur die Gesamtheit dieser Rechtsordnung, als Einheit aufgefaßt und personifiziert, davstellt, ist somit auch nichts anderes als der höchste organisatorisch« Ausdruck einer einheitlichen Bevölkerung. 5. ffittf W _ Nr. MS Und kommen Machtu Umwälzungen, politische Kräfte-! Verschiebungen an die Reihe, die ein von einem BoKe besiedeltes Land vielleicht für Jahrhunderte unter die Herrschaft eines fremden Staates bringen — dann Liegt noch immer in der kompakten Masse der einheitlichen Bevölkerung, in der durch diese Homogenität getragene ständige Wechselwirkung die letzte, für menschliche Verhältnisse höchste Garantie des Fortbestandes einer lebendigen Kul- 1'Urgemeinschaft, in der W-gl-eich die ZukunftsmöglichEeit des Ausbaues einer ferneren Staatsgemeinfchaft verborgen ist. So wohl begründet ein Staatsgebrlde ist, wenn es auf nationaler Mehcheitsbevölkemng beruht, von ihrem Geiste getragen wird, so wertvoll auch das bloße Vorhandensein eines von >den Angehörigen und 'der Kultur einer Nation erfüllten Gebietes für deren Fortbestand ist — so vergänglich, in der Luft schwebend, erscheint ein Staat, der mit aller Feierlichkeit konstitutioneller Deklarationen seinen nationalen Charakter proklamieren mag, wenn die tatsächlichen Verhältnisse im Lande dem nicht entsprechen. In diesem Sinne ist auch die Formel vom ,/Judenstaate" zu erfassen: nicht als ohnmächtige Deklarationsschopfung soll er das Licht der Welt erblicken, von jeder -neu erscheinenden Deklaration bedroht — als natürliche äußere Aüsdruckssorm eines jüdischen Landes, als Endprodukt einer historischen Entwicklung erscheint er uns, dessen Zustandekommen nach erfüllten Voraussetzungen prinzipiell miablvendbar ist und mit de!M Fortschreiten der Entwicklung der jüdischen -Ansiedlung erkämpft werden muH. Eine eondrtvo fine qua non für den Judenstcrat bildet ä das Judewitand! Das Land jüdisch, heißt die Inden zur Mehrheit seiner Bevölkerung zu machen, heißt der jüdischen BvMskultnr dasjenige wiedevgewinnen, mangels Westen sie st, lange krankte: der: Boden, auf welchem sie Wurzel fasse«! kann, den Geltungsbereich ihres WirkenS. Weder durch Rückkehr zu ,/produktiver Arbeit", noch durch wirtschaftliche Hochkonjunktur kann die Frage der jüdischen' Nation positiv gelüst werden. Und verwandelt sich das ganze Volk der Inden in ein Volk von Bauern oder m' ein solches von Großbankiers — die Wahl wäre ja nach Geschmack verschieden —, den einzelnen mag diese Meta-! morphose noch so nützen, der Fortbestand des DoAes wird weder a-uf dem einen noch auf dem, anderen Wege' im mindesten gesichert. Und kommt eine neue Mische Mruovitat in Vovderasien zu den alten in Europa und Amerika»' hinzu, so mag sie -in ihrer sozialen Struktur sich noch st, günstig von den früheren Zevstreuungslä-nder-n abhebe»,, so mag das Land mit noch so starken Banden an die Vergangenheit des Volkes geknüpft sein — seine Zukunft wird nun trotz alledem ebenso schwankend, ebenso gvüüdlos erscheinen müssen wie je zuvor. Doch glauben wir, 'daß der Zionismus nach wie vor keim philanthropische Enrigrationsgefellfchaft davstellt, datz er nicht der weiteren Zerstreuung der Juden, fanSbenu deren nationalen Sammlung frönt. Um destertt-, wegen entstand eine große national« Bewegung, die bereits die Masten aufgerütte-lt, die die Bejahung unseres Volksdaseins so vernehmlich, so überzeugend ausfprach', daß so mancher davor verstummte. Dieses Ziel allem war es, das die Schwungkraft befeffen, den ungeheuren Wieg vom Odessaer Komitee W zu dem das ganze Volk umspannend-en Kongreß zurückzulegen, und nur dieses Ziel' wird die noch schlummerndon Energien dienstbar mache«! können, deren es zum Ausbau des noch Fohlenden bedarf. Nur dieser Zweck berechtigte uns, den "Staub -mit dom nationalen Heim aufguwivbeln, der doch was anderes zu bedeuten hat als ein Heim für unterernährte Waisenkinder aus Rußland, als das es hinunterkommenttert zu werden scheint. Sanatorien, im kleineren oder größeren Maße, Sanatorien des Leibes und des Geistes haben wir genug erlebt, aber diesmal wollten wir doch kein Palliativ, Jo»* dern Heilung! Unser Ziel war und bleibt das alte Ziel des Zionismus: Palästina als natürlicher Entwicklungsboden für die freien jüdische,: Menschen, frei, auch zu -ihrem Volke zu stehen, gesetzlich wie wirtschaftlich und kulturell ungehindert, ihr Volkstum im Äa-nde zu erleben. Die realpolitische Formel hiefür verdanken wir aber einem großen jüdischen und englischen Staatsmann, Sir Herbert Samuel, aus einer Schrift vom Jahre I960. Dias jüdische Palästina stellt er sich vor, und wir mit ihm, „... a Commonwealth... uncter the ausjwces of A jewish majority.“ Die Aufforstung der Landes. Bon Josef Wajz (Beu Porath). Die Gelehrten sind sich darüber einig, daß, solange die Mienschheitsgeschichte -währt, deu Wäldern 'wichtig Aufgaben zufielen. Wälderreiche Länder tvaren ihren Bewohnern zun: Segen, denn alle drei, de-n Charakter einer menschlichen Niederlassung bestimmenden Voraussetzungen — Boden, Lust, Wasser — erfahren durch den Wald eine wesentliche Beeinflussung. Die. Bäume des Wäldes,, gleichgültig, ob des natürlich gewachsenen oder des durch Menschenhand angelegten, »rändeln kahle, zu keiner andersartigen Ausnützung geeignete Boden im Laufe der Zeit in fette, fruchtbare Erde um. Mancherlei Mittel stehen ihnen für diese Metamorphose zur Verfügung. Es. find die kräftigen Wurzeln, die den Fe-ls spalten und aufbohren und , so den Niederschlägen einen Ruheplatz schaffen;. eS ist 'ba'gf fallende L-aüb- oder Nahelkleid, das sich in immer, wachsender Menge an sam melt und im Verlaufe von Jahrzehnten, Jahrhunderten den Boden mit einer dichte«! Schicht überzieht; i-n dieser gehen daun die FaülnG-; Vorgänge vor sich, welche die Erde für ihre Künftige AMe

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