Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2288 (5.7.1925)
- Date
- 1925-07-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wren, Ttmirmy Wiener Moraenzeituna. 6. IM 1986 Sertr 8 [' mms Auferstehung eines Schekels. i Von De. N. Toralnik. < Der Dinar, die Me Münzeinheit, die in der jüdischen nachbkblischen Literatur so häufig erwähnt wird, wird auch die Münzeinheit des neuen Palästina werden. Der Dinar wird einem englischen Pfuntz ksieichwertig sein. Eine Münze, die ein Zehntel Dinar darstellen wird, wird Schekel heißen, ein Tausendstel eines Dinars den Namen Peruta tragen. ' In der berühmten Münzsammlung des historischen Museums in Paris kamen und gingen den ganzen Tag hindurch Menschen aller Arten, graubärtige und kahle Professoren, Künstler, und die bloß Neugierigen — die letzteren meist Juden —, russische Inden, französische, selbst amerikanische. Und alle drängten an einen Tisch, auf welchem in -einer schmalen Glasschachtel mehrere neue Minzen lagen, frisch geprägt, neu und glänzend, jung und reinlich wie Neugeborne, ohne Mecken oder Makel. Mehrere Münzen von verschiedener Größe und verschiedener Farbe. Und alle trugen orientalische Inschrift. Hebräische auf der einen Seite, arabische auf der arideren» doch konnte die arabische Seite nicht gesehen werden, weil die den Beschauern zugekehrte Stirnseite die hebräischen -Inschriften trug. Die Beschauer standen urrd staunten. Der Direktor, ein alter Mann mit tief liegenden glänzenden Augen, übersetzte für sie die Worte, die auf deir Münzen erngegraben 'waren, -erklärte ihre historischen Beziehungen und die Geschichte ihrer Entwicklung — eine wundervolle Geschichte von Tausenden von Jahren. Er sprach vom Schekel, von dem alten persischen Adrachmon, von der syrischen Perute, vom römischen Dinar. Alle waren für diesen Augenblick wieder auferstanden. Und er malte in Worten eines Dichters das bemerkenswerte Schicksal der Münzen, das Schicksal eines Volkes. Nach dem Vortrag des Professors verlief sich die Menge. Die Düren des Museums wurden geschlossen. Es ward still. Nur der Professor blieb, gang allein in der stummen, großen Halle, einsam wie nur die Kunst oder der Geist sein mag. Er -näherte sich wieder den jungen Münzen, betrachtete -sie mit -Liebe -und Staunen und hob dann das Kästchen sacht auf. -Mit einer Berührung so gart wie die einer Mutter, um ein - Neugeborenes zu tragen, brachte er sie in eine andere Ecke der Halle, zu einem anderen Tisch, wo auch unter Glas Münzen lagen: — Verwittert, grün vor Alter, ungestalt, verstümmelt, - mit kaum unterscheidbaren Zeichen und Buchstaben. Er hob den Glasdeckel und legte die neuen Münzen auf Samtkissen;; verschloß den Kasten wieder und sah hinein. Er sah, als ob er : plötzlich das Zusammenstößen von Zeitaltern erblickte, — des alten und des neuen, eisgrauen Alters und grüner Jugend. -: Ob es die Wirkung der Stille war, oder nur die seiner i nervösen Spannung — der Professor hörte bald deutliche Laute j wie von leicht berührtem Metall, ein Klingen, aber kaum hör- - bar, rhythmische Schwingungen eher als ein voller Ton. Die! Klänge wurden lauter uud ängstlich. ,-Neuankömmlinge?" *; fragte eine alte, fast -gestaltlose Minze. ,Mer find sie? Wur-! den sie unter einem Erdwall ausgegraben, aus einem Keller?.; Wurden sie mit Ziegeln und Bruchstücken von Töpfen gestunden? Woher kommt ihr und wer seid ihr?" — „Wir kom- ' men aus Jerusalem", antwortete die Stimme eines Kindes, Aar und musikalisch wie eine Glocke. „Aus Jerusalem? Dann sind wir Landsleute. Ihr seid wahrscheinlich aus der alten Davidftadt. Wo -wurdet ihr gestunden?" -; „Gestunden?" sprach die Kinderstimme -wieder und lachte,; attti) andere junge Stimmen lachten mit. „Gefunden? Niemand ' fand uns. Wir find gerade gemacht worden. Wir sind eben : körper war, und dem westeuropäischen, der nach dem! Tode H e r z l s von Max Nord au repräsentiert wurde. Aber schließlich hat der erstere gesiegt und -auf dem 11. Zionistenikongreß 1918 erschien Achad Ha-am in eigener Person, rrm seinen Triumph voll auszukosten. Nun war der endgültige Sieg der Protokolle -vollendet, ihr Programm bildet seither das Endziel, dem der „Sionisme steril" züstrebt, die Gefahr für die Welt der Gojim wächst iumrer mehr... . Nach diesen niedlichen Pröbchen wird der L-efer hoffentlich ans eine weitere Analyse des Buches verzichten. Interessant ist es stür uns nur aus folgenden Gesichtspunkten: Zunächst zeigt es uns, ans welchem geistigen Niveau ein hoher militärischer und staatlicher Würdenträger des zaristischen Rußland stehen konnte, uud bas erklärt uns, daß dieses. Regime ein solches Endo -nahm. Darm aber taucht beim Anblick dieses Buches folgende Doppelfrage ans: Wer bestreitet die Druckkosten solcher Bücher, und für wen werden sie geschrieben? Das vorliegende Buch zum Beispiel kostet 16 Goldfrauken. Das viel umfangreichere der Mrs. N e st a W e b st e r kostet ein englisches Pfund, nicht viel weniger umfangreich ist das neueste Werk des Mr. Roger L a m b l i n (von beiden soll noch bei anderen Gelegenheiten die Rede sein). Wir Höven fortwährend von der grausarnen Not der russischen Emigranten — woher kommen die Gelder, die solche lerne Ausgaben verschlingen, und aus welchen : Kreisen rekrutiert sich das kaufkräftige Lesepublikum dieser kostspieligen Literatur? Es ist nun klar, daß nur wenige Leser imstande sind,! den komplizierten Inhalt eines so dickleibigen Wälzers zu prüfen und ferne Leere, .Hohlheit und Verlogenheit zu erkennen. Don meistvn imponiert die Ausinachmrg, der Umfang und nicht zuletzt der Preis des Buches, und sie glauben ihm - blindlings. So verbreitet sich der Aberglaube der Protokolle l immer mehr, und gleich wie ein viel zu lange verwesender Kadaver auch nach seinem Verschwinden in der Luft verpestete Keime hinterläßt, werden die Protokolle auch nach ihrer vollständigen Ueberwindung auf lange hinaus die Atmo- Wäxe vergiften. Was man auch immer spricht «ad schreibt, Zigarette«.PAPIER „OLLESCHAU« bleibt 7" i^- aus den rotglühenden Oestn gekommen; h» man uns schmolz, und aus der Presse, wo manuns münzte." „Eben gekommen!" antwortete die rostige Stimme,'nun fast ärgerlich. ,Mos meint ihr? Was haben NenlnM mit Jerusalem zu tun? Ich weiß nicht, wer ihr seid! Aber ihr scheint mir bloße Kinder, und soweit -ich mich erinnern kann, war man immer alt in Jerusalem. Wer seid ihr denn nun wirklich?" Und die jungen Stimmen brachen in einen freudigen Gesang aus. „Ich bin der Schekel." „Und ich bin der halbe Schekel." „Und ich ein Adrachmon." „Und ich ein Dinar." „Und ich eine Peruta." Für einen Augenblick war es im Kasten still, die schwere Stille unterdrückten Stöhnens, der Erinnerung. „Sooo, sooo," flüsterte die alte Stimme wieder. „Ihr seid ein Schekel und ein Adrachmon und eine Preuta, und fo jung, und neu angekommen? Nun, Kinder, so will ich euch auch sagen, wer ich bin, wer wir find. Ich bin auch ein Schekel, und diese hier, die neben mir liegen, sind auch ein Adrachmon, Perutas und Dinare. Ich bin der Großvater und sie sind die Kinder und Enkelkinder. Und ihr seid also meine Urenkel. Ich kann euch nicht gut sehen; mein Blick ist trübe geworden, zulange lag ich in der Dunkelheit, zu lange war ich still. Und meine-Sprache ist heiser. Könnt -ihr mich sehen, Kinder, könnt ihr mich hören?" ,Ia, ja, Großvater, wir sehen dich, wir hören dich. Erzähl' uns, Großvater, warum du so alt auslsiehst, so zerbrochen'; erzähl' uns, wie du gewesen bist, und warum die anderen so still sind!" „Mt, zerbrochen, die Jahre, die Jahre! Wißt -ihr, was ich durchlebt habe? Wißt ihr, welche Leiden ich erduldet habe? Ich erinnere mich — wer weiß wie lange es her ist? Ich erinnere mich, wie ich das erste Mal zerbrochen wurde. Seht, Kinder, ich bin unsäglich alt, und ich erinnere mich der Jahre meiner Jugend nicht. Ich sehe sie wie durch Schatten — irgendwo in einem sonnigen Lande, am Ufer eines Stromes von weinenden Weiden Überhängen — und dort sind Männer mit bangen, gelockten, geflochtenen Bärten und hohen Hüten. R-u-nd um sie eine Schar von Leuten mit stumpfen Nasen und hohen Backenknochen, wie die Tataren, gelbhäutig, und noch andere, hochstämmig, mit schwarzen Haaren und geflochtenen Bärten. Sie sprachen alle Sprachen, sie kauften und verkauften; Wohlgevüche, gelb gefärbten Safran, Perlen, Seide und Elfenbein; Fremde betrachteten die Waren und die Männer und Frauen Babylons handelten mit ihnen. Sie hielten Stücke Silbers in -ihren Händen und wogen sie und maßen sie. Wenn ein Stück gemessen und gewogen war, schlug eine Axt es breit. Und mit einer glühenden Nadel wurden auf das zu-gehaüene Stück die Buchstaben eingeritzt: Schekel. Wie das damals weh tat! Wie schmerzlich der erste Teil meines Lebens war! Von einer -Hand ging ich zur anderen. Von Babylon nach Assyrien und nach Kanaan. Ich -war überall. Ich diente allen Göttern, Sonne, Mond und Sternen, dem Gotte Baal ■ und dem Gotte Dagon, dem Moloch und der Mstarte — Götter und Könige wurden in mich eingebrannt und eingezeichnet. Bis ich in die Hand Abrahams fiel, des alten Abraham, des Sohnes von Derach aus Ur-Kasdmn. Als Abraham vierhundert Schekel an Gfron Ben Zohar bezahlte, fiel ich beinahe unter die vier- Rachehochzeit. Ein Bild «ms dem Beduirrenlebrn in ' Palästina. Bon A. B. Gellmann. Auf Mauleseln, an deren Hälfen Glöckchen klangen, ritten wir an einem Sommertage die Straße entlang, die zum Salzmeer führt. Wir waren -unser etliche junge Leute aus einem jüdischen Dorf. Es dunkelte bereits, als wir zu einem Dorfe kamen. Bor unseren Augen tauchten kleine, niedrige Beduinonhütten auf, die aus dicken Fellen mit ineinander geflochtenen Stäben gebaut und mit Stroh und Mist gedeckt waren. Zwischen den Hütten bemerkten wir im Dunkel ein braufendes, sonderbares Gclwirr von Pferden, Kamelen, Ziegen, Weibern, Kindern und Hunden. Wir blieben stehen, um das Bild zu betrachten. Es dauerte nicht lange, da kam ein dunkler Beduine auf uns zu, aus dessen Gesicht Zwei glänzende Augen und zwei große Nasenlöcher leuchteten. In seine schwarzgestreifte Abaje gehüllt, den Nagal (Kopftuch) auf dem Kopfe, musterte er uns neugierig. Er schien Gefallen an uns gefunden zu haben: ein Lächeln brachte hundert Fallen auf feinem braunhäutigen.Geisicht hervor und zwei Reihen mächtiger weißer Zähne blitzten in seinem angegrauten kurzen Bart auf. Er trat näher und begrüßte U'ns mit einem freundlichen „Salem Alejkum". Anfangs waren wir über den freundlichen Empfang ein wenig überrascht, dann aber wurde uns der Grund bald klar: Der uns so freundlich begrüßte, -war der Scheich des Dorfes mit Nauven Abu-Tor (Vater des Stieres), und er verheiratete in dieser Nacht seine Tochter; wir als arrgesehene Gäste würden gewiß seiner Tochter ein Bgkschisch anläßlich ihrer Hochzeit schenken. Auf des Scheichs Einladung traten wir in seine Hütte, um auMuruhen. Die Hütte des Scheichs Abn-Tor, in der er allein saß, tvar schön und geräumig, mit Zierat und Festfchmuck behängen. Ehe wir das Innere der Hütte betraten, mußten wir die Schuhe ablegen und unsere Füße hundert. Nur mein Aussehen — ich war bereits alt und der schlissen — rettete mich aus den Händen des Sohnes Heths Er sah mich an und sagte zu Abraham, er war ein gütiger alter Mann: „Die Männer Kanaans werden diesen Schekel nicht annehmen." So blieb ich bei Abraham, und er schmückt, mich mit einem Mann und ein ein Weib auf einer Seite nnl einem Knaben und einem Mädchen auf der anderen. Und idj blieb in der Erbschaft von Generation zu Generation, von Solhn zu Sohn — Teil und Teilchen ihres Lebens. Als DavH kam, David der Sänger, David der König, und mich aus dem Kasten nahm und befahl, ich solle rrmgeprägt werden und ans der einen Seite „Jerusalem, die Heilige" eingeschrieben tragen und „David, der König" auf der anderen, war ich glücklich. Wieder jung, wieder neu, meine alten Leiden fast ver-! gessen. Dagon und Moloch und Babylon fast vergessen. Mehr Zeit ging vorüber, wiederum Babylon. Wieder fiel ich beinahe in die babylonische Münze, nur mit einem neuen Namen und dem Gesicht von Nebu/kadnezar gezeichnet zu werden. Aber meine Herren waren weiser geworden. Sie bewahrten mich wie ihren Augapfel und ließen mich nicht gehen. Mit ihnen kam ich wieder heim. Ich wurde alt und müde bis auf den Tod, müde wie das ganze Volk. Neue Münzen kamen auf; die Dareike, die Münze Persiens — wir Alten nannten sie Adrachmon —, verbreitete sich unter uns, und die Griechen kamen mit ihren Drachmen und Minen und Talenten — ich war fast vergessen. Es gab eine Zeit, wo die Jasons und Aristobulls und die anderen Halbgriechen mich gänzlich zu zerstören wünschten, meinen Namen auszurotten und mein Geschlecht zu vernichten. Aber neue kamen, und ich wurde wiederum aus einem Versteck genommen und umgeschmolzen, und aus meine Rückseite wurde ein Topf mit einer Mohnblume eingraviert, des armen Mannes Topf, und meine Stirnseite wurde mit einem hübschen Band geschmückt:! „Jonathan, der König". Weiter und weiter — wie hart ist es, so viel Schmerz und Gram zurückzurufen! —, bis eines schönen Tages ein Römer mit scharfem Schwert kam. Er zerbrach das Kästchen und schleppte mich aus meinem Ruheplatz. Er warf mich in einen Schmelzofen, schmolz mich wieder und prägte auf mich, ein Brandmal der Schmach. Mit harten viereckigen römischen Buchstaben grub er ein: „Jndä-a Devicta", besiegtes Judä-a. Und in die Mitte ein hartes, grausames Gesicht, das Antlitz des. Kaisers Bespasian. Mit all den Geifangenen und Flüchtlingen wurde ich nach Rom getrieben, ich und alle meine Freunde, das Adrachmon, die Peruta, alle,. alle. Rom nahm und streute uns aus über alle Meere und die ganze Welt voll Stolz und Verachtung. Bon Hand zu Hand ging ich, von Europa nach Afrika -und zurück nach Asien — aber niemals kehrte ich nach Erez Israel zurück. ->; Nun bin. ich viele Jahre hier. Zuerst, wußte ich nicht, was aus-denen geworden war, die mir . nahe und teuer waren. Ich lag irgendwo in einem fernen, fernen Grabe, in einem kalten Land, -unter Eis und Schnee, und ich sehnte mich sehr nach ein wenig Sonne, nach dem Klang meiner Heimatsprache und nach den .Farben meines Heimatlandes. Und die Jahre vergingen. Regen, Kälte und Feuchtigkeit zerstörten mich fast ganz. Ich hatte nur eine Hoffnung, einen Trost: Daß eines Tages die Feuchtigkeit der Erde die Marke der Schande austilgen, Inschrift und Gesicht des Römers, und mich nackt -meiner alten Erde wiedergeben würde^.bereit zu sterben. -Aber ich wurde gefunden und gewaschen und gereinigt, und wieder sahen die Worte der . Schande: „Judäa devicta" das Licht, und -ohne Hoffnung und Trost lag ich und wartete. Tragt ihr, ihr Kleinen, auch diese Worte? Lebt Rom noch? Ist Judäa noch erobert?" Und die jungen Münzen antworteten mit luftigem Lachen: „Nein, Großvater, Rom starb vor langer Zeit und Judäa ist nicht -mehr -erobert." aus einem ehernen Wass-erkrng benetzen, der neben dem Eingang stand. So fordert es der Brauch für alle Wanderer, die dem Beduinen als Gäste willkommen sind. Auf einem breiten, buntfarbigen Wollt-eppich, der den Boden -bedeckte, setzten wir uns mit gekreuzten Beinen nieder. In der Hütte hingen allerhand Waffen, Schwerter in riesigen Scheiden, Messer und Dolche. Alles war mit, einer dicken Lage Staub iwtb Schimmel bedeckt und gab Zeugnis davon, daß diese - Dinge ein Stück Siegesgeschichte des Stammes auf sich tragen. Die Hochzeitsgäste begannen sich ei-nzufinden. Beduinen in verschiedenfarbigen Abajen zogen die Schuhe vorr ihren nackten Füßen und traten in die Hütte; sie setzten sich neben uns nieder und die Begrüßung begann. Der Scheich Abu-Tor teilte den Gästen mit, daß wir aus der heiligen Stadt El-Kuds (Jerusalem) kamen. „Gesegnet seien sie von Allah!" antworteten die Be-- drtinen. ,Mir und die Jahud (Juden) sind Brüder, eng verbundene Freu-nde. Groß ist Mohammed!" bekräftigte einer von ihnen den allg-emeinen Segensfpvnch. „Ahalan usahalan — die Söhne des Nebi Ibrahim (Propheten Abraham) seien iwillkommen!" fügte ein dritter hinzu. Die Gesichter der übrigen, iwelche damit beschäftigt lvaren, die Bernfteinperlen ihrer Rosenkränze zu zählerr, bezeugten leuchtende Fronde. Der Scheich Mu-Dor lud uns nochmals offiziell ein und -bat, wir möchten heute nachts nicht fortziehen, dies wäre eine Schande für ihn. Wir müßte:: bleiben, um der großen .^Fantasia" (Hochzeitssoier) willen, welche heute nachts seine 15jährige Tochter Dura begehe. „Sie wird dem Mehmed Mi angetrant." Dabei wies Abu-Tor auf einen großen alten Beduine^, der behaglich mit dem Turban geschrnückt dasaß und Datteln karrte. „Mchrned Ali", erklärte uns Scheich Abu-Tor -weiter, um seinen knu-ftigen Schwiegersohn zu rühmen, „ist Dattelhäudler; er fährt sehr oft nach Scham zum Dattelkauf und verdient sehr viel Geld." Abu-Tor fügte dabei hinzu, daß der Bräutigam die Braut