Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2287 (4.7.1925)
- Date
- 1925-07-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2887 Wien, GamStag Wiener Mor-aenreilnnch. 4. Juli \m mni Es ist Zeit, daß man die ausschlaggebende Bedendieses Forschungsinstituts erkennt und schleunigst 'dafür sorgt, daß cs zeitgemäß ansgestaltet werden kann. -Wenn es wicht erst vier, sondern schon etwa zehn Jahre bestünde, hätte man noch weit wirksamere Filme kurbeln können. ■ Im redaktionellen Teile enthalten« entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetzte» E gekennzeichnet. Wien, 4. Juli. * Ein mehrstündiger Teilst«» bei der Nordbahn. Bei der VundeSbahndireiktton Wien-Nord--Ost ist gestern vormittags wegen Differenzen interner Art ein Teilstreik ausgebrochen. Der Zwifchenfalh der, wie u.nS versichert wird, auf Reibungen zwischen Bediensteten eines DnreauS zuriickzuiführen ist. und nachmittags bereits belgelegt war, stand mit dem Betrieb in keinerlei Zusammenhang. * Passive Resistenz in den nkederösterroichtschen Land«», irrenanstalten. Das Pflegepersonal der niedevösterreichischen Landesirreiianftalten in Mauer-Oehling und in Guggi n g steht seit gestern in der passiven Resistenz. Die Ursache dieses Konfliktes ist auf daS Verhalten der niederüsterreichischen Landesregierung zurüchzusühren, die sich gegenüber den Forderungen des Pflegepersonals ablchnend verhält. E Ein idealer Aufenthalt ist die Hotel-Pension „Rudolfs, höhe" in Bad Ischl- Schönste Lage, von herrlichen Nädelwaldungen umgeben. Täglich Künstlerkonzerte. Mäßige Preise. * Ha» Wetter. Gestern gab es einen wirklichen Hochsommertag. Die MittagStencheratur erreichte fast 28 Grad Reaünmr.' Die Voraussage kündigt Gewitterneigung, später Verschlechterungen an. E Erholungsbedürftige suchen mit Vorliebe die beftrenommievte P e n s i o n L e h n e r in Bad Ischl, Brennerstraße 19, auf. * Eine Kinderübernahmsstelle im 9. Bezirk. Heute Samstag um 6 Uhr nachmittags wird die neue Kinderübernahmsstelle im 9. Bezirk, Sobieskigasse, feierlich eröffnet werden. Das Haichtaebäude ist ein vierstöckiger Bau, in dem sich die Raume für die Uebernahme der Kinder, kür die Desinfizierung ihrer Kleider usw. befinden. In den verschiedenen Stockwerken sind die Tag- und Nachträume für insgesamt 228 Kinder untergebracht. ' Es gibt Abteilungen für Kinder bis zum U. Lebensjahr und für Säuglinge. Die verschiedenen Abteilungen sind im B oxsyst em angelegt. Die Anstalt, die mit einem Kostonawftvand von 32 Mill ra rde n von der Gemeinde Men errichtet wurde, ist mit den modernsten sanitär-technischen Einrichtungen versehen. * „Di« Mutt«." Soeben ist das 16. Heft her Zeitschrift „Die Mutter" erschienen. Aus dem reichen. Inhalt der vorliegendeu Rnianmer wäre besonders zu erwähnen: Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Zusmik: Das Recht der ledigen Mutter; Priv.- Doz. Dr. Heinrich Lchndorff: Die Heilung der Blutarmut bei Kindern; Dr. Emil Schtvätzer: Hygiene des Wochenbettes; Ludtvig Wagner: Die MittelschülevbawegMrg; Dr. Erwin Wexberg: Formen der Erziehung. Eine illustrierte Beilage, ,^Vie Kinderstube", sorgt für die Unterhaltung, unserer Kleinen und Klenvsten. Das Blatt ist in allen Tr-asiVen und bei allen Kolporteuren für 30 Groschen erhältlich. Abonnements direkt bei der Nd.mmistratiou, Wien, 9. Bez., UmiverfittätSstraße 6—8. E Familienpension Grabner. Bad Ischl, Brennerstraße 21. Befteingefühvtes .Haus, erstklassige Verpflegung, schönste Lage, von herrlichen Nadeltväldern umgeben, große, luftige Spviise- und GeseUchastsräume. aufmerksame Bedienung» zivile Preise. * Die Regelung der Amateursender. Gestern nachmittags fand eine Vollsitzung des Beirates der Oesterreichischen Radio-Verkehrs-A.-G. statt. Die Tagesordnung Mte .fast zur Gänze der Bericht des Unterausschusses des Beirates über die vom BuindeSministerium für Handel und Verkehr im Einvernehmen mit dem Bundeskanzleramt erlassene Verordnung betresfnid Errichtung und Betrieb von Sendern für drahtlose Telegraphie zu StudienHwecken, sogenannte „Versuch ssendern". Das ■ Redaktionskomitee legte in der Sitzung seine Ausarbeitung des Gesetzentwurfes vor. In der sehr umfangreichen Debatte wurden Befürchtungen laut, daß zufolge internationaler Beschlüsse Wien zn Schaden kommen könne. Die GeneralpostdirÄmon teilte diesbezüglich mit, daß in Paris beschlossen Ivurde, die Wellenlänge nach Kontinenten zu verteilen, so daß Oesterreich allen, anderen europäischen Staaten gleichgestellt wäre. * Die Selbstmörder. Mittwoch hat sich im Lainzer Versorgmigshaus die 63jährige Antonie Keller durch ein narkotisches Mittel wegen hoffnungsloser Kranlkhoit. vergiftet. — Gestern mittags sprang unterhalb der FerdinaObsbvücke der Arbeiter Hans Seletzkyk in den Donaulkanas und verschwand in den Wellen. — In: Hause Marzergae 1 hat sich gestern mittags ein etwa 40Mriger unbekannter Mann aus erneut Gangfenster des vierten Stockverkes in die Tiefe gestürzt, Er erlag seinen Verletzungen. * Ein Wiener Kaufmann als Bersicherungsbetrüger. Um die Mitte des vorigen Monats hatte der Kaufmann Richard Lettner, in der Argentinievstraße wohnhaft, die Anzeige erstattet, daß in . seinem Seiden/tvarengeschäst ein Einbruch begangen wovdyii fei, bei dem Stoffe im Werte von 50 Millionen Kronen gestohlen worden wären. Nun hat sich herauLgeistcltt, daß Lettner den Einbruch fingiert hat, um die Versicherungssumme von 60 Millionen auSbezahlt zu erhalten. Bei dem fingierten EinbvuchsdiÄbstahl hatte der Sohn einer früheren Angestellten Leitners, namorrS Heinrich Misk o v i t s ch, mitgewivkt. Leitne-r hat die Geschichte inszeniert, um Kommissionsware, die er pepsetzt und verschleudert hatte, durch die Versicherungssumme zu decken. Stoffe aus der Beute konnten bis auf einen ganz geringen Teil zustande gebracht werden. Die beiden wurden dem Landesgevichte eingeliesert. * Die Insel Wight vom Meer bedroht. Wie Berliner Blätter hören, halten englische Geologen die Lage der als Seebad der vornehmen englischen Welt bekannten Insel Wight,, die der Küste von Hampshire vorgelagert ist, für bedroht.' Es besteht die Gefahr, daß in absehbarer Zeit die Insel durch die Wellen des Atlantischen Ozeans in zwei Teile auseinandergerissen werde. Ein englischer Gelehrder ist der Ansicht, daß unter Umständen ein starrer Südweststnrm genügen würde, um das Zevstörungswevk zu vollenden. * Jüdische Ehrendoktoren der Cambridger Universität. Aus London wird uns berichtet: Der Senat der Universität von Cambridge hat dem Bizekönig von Jndie, Lord R e a d i n a, ferner denk bekannten Philanthropen Lord Bersteao in Anerkennung ihrer Verdienste um die Förderung der wissenschaftlichen Forschung den Doktortitel honoris causa verliehen. * Ein Staatsbeamter, der schön sein muß. Zur Besetzung ,des sreigowordeneu Postens des City-Marschalls wurde in Lon- , dou kürzlich ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben, an dcnr ^*'"*> 'ühftr ifnajihwji: Kwldidatqu betettigten. Die Obliegenheiten ACHTUNG! wi r verwalten Ihre Grundstücke mH garen Gerten Ueberschflssen eventuell Bevorschussung WIR vermitteln den An* und Verkauf von Grundstücken ACHTUNG WI R prüfen sämtliche Aufwertungsfragen früherer Besitzer und Hypotheken gl Subtger WI R vergeben Hypotheken *u günstigsten Bedtngurgen Erste Referenten im Inand Ausland stehen zur Verfügung HERBERT OTTO & Co. Bsrlln W S, Llwkitn»i« 11_1095 des City-Mavschalls bestchen davin. daß er beim feierlichen Einzug des Lord-Majors in prunkender Uniform dem Galawagen des Bürgermeisters voranreitet und. bei ähnlich feierlichen Anläfjcit in gleich prächtiger Aufmachung den Herold und Ausrufer spielt. Es handelt sich also um eine ausgesprochen dekorative Stellung, und aus diesem Grunde ist es eine unerläßliche Vorbedingung, daß der Mavschals über ein untadeliges Aoußeres nebst einer weitreichenden Stimme verfügt und daß er außerdem zu Pferde eine gute Figur macht. Ms Sieger aus dem Wettbewerb ging der zweirmddreißigjähr ige Hauptmaun Derek Fitzgerald M a s s e y hervor, der von der Londoner Presse als der schönste Manu Londons und ein wahrer Apollo gerühmt wird. Die Besoldung, die der Inhaber dieses im Jahre 1670 geschaffenen und sicher nicht aufreibenden Amtes bezieht, beträgt rund 600 Pfund Sterling im Jahre. * Fischkämpfe als Sport. Man tveiß in Europa wenig oder nichts von denk eigenartigen Sport, der in Siam in hoher Blüte steht und bei dem es sich um einen pon Fisch en bestrittenen Wettkampf handelt. Man begeistert sich für diese Kämpfe dort so leidenschaftlich wie in Spanien für die Stierkämpfe und in Belgien für die Hahnenkämpse; ja die Leidenschaft ist in Siam so groß, daß nicht wenig Siamesen sich durch ihre Wetttust zugrunde richten; denn die Wetten sind auch bei diesen Fischkämpfen das eigentlich treibende Motiv. . Es kommt nicht selten vor, daß die Siamesen nicht nur ihr Vermögen, sondern auch ihre Frauen unp Kinder verspielen, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Die zum Kampfe verwendeten Fische gehören der Gattung Betta Pugnax an. Es sind Fischchen, die kaum 6 Zentimeter in der Länge messen und die Dicke' eines kleinen Fingers erreichen. Es ist eine Eigentümlichkstt dieser Fische, daß 'sie ihresgleichen mit tödlichem Haß verfolgen. Austritte aus dem Judentum. H e r n f e l d Ludwig, geb. 2. Juli 1883, Wien, Buch, druckergehilfö. 6. Bez., Luftbadgaffe 15. Frie d Marte, geb. 15. Juli 1906, Wien, Modistin. 6. Bez.,. Gumpendorferstraße 94. R 0 s e u t h a l Lilly, geb. 28. März 1897, Wien, Private. 6. Bez., Gumpendorferstraße 77. Starr Mathilde geb. N e-uf e l d, geb. 10. Dezember 1662, Wien, 6. Bez.. Liniengasse 19. Steinschneider Paul, geb. 28. Juni 1882, Olmütz, Ingenieur, 18. Bez., Weimarerstraße 3. Nürnberg Siegfried, geb. 16. Mai 1892, Eggenburg.. Redakteur. 6. Bez.. Gumpendorferstraße 76. L 0 r a n d Josefa, geb 17. Juni 1864, Budapest, Private, 6. Bez., Gumpendorferstraße 26. Riedl Artur, geb. 28. Februar 1881, Jglau, Prokurist, 6. Bez., Gumpenborfersträße 69. K 0 h n Karl, geb. '13. April 1884, Mirowitz, Bankbeamter, 6. Bez.. Mariabilferstraße 96. Münz Irma, geb. 21. Februar 1900, Choznia, Beamtin, 6. Bez., Webgasse 4° Müller Anna. geb. 15. Juli 1888, Wien, GeschäftSftau' 6. Bu., Stumpergaffe 47, Bratmann Erwin, geb' 10. Februar 1901, Wien, Handelsangestellter, 4. Bez., Johann- Strauß-Gaffe 42. B ä ch e r Stephan Leopolds geb. 22. November 1880, Wien, Arzt und Privatbeamter, 10. Bez., Trlesterstraße 50. Popp Katharina geb. F u ch S, geb. 34. Februar 1884, Wien, 7. Bez., Neubaugasse 68. Klein Grete, geb. 1V. Mai 1893,. Wien, 19. Bez., Sieveringerstraße 75. Wolf Eugen, geb. 4. Jänner 1903, Keeskemet, Notenautograph, 14. Bez., Diefenbachgaffe 36. Pähn Natalta geb. Gorup, geb. 21. Jänner 1889, Fiume, Private, 4. Bez., Weyringergaffe 27. W a f s i n g Anna, geb. 23. März 1895, Bad Gastein, 12. Bez., Schönbrunner Schlotzstraßv 46. Waringer Fritz, geb.. 24. August 1931, und Waringer Bernhard, geb. 37. September 1928 Wien, Stadtschutzmannkinder, 20. Bez., Karl-Meitzl- Straße 1. I e l l 1 n e k Friedrich, geb. 5. November 1903, Wien, Hilfsarbeiter. 15. Bez., Taubenhaaengaffe 3. K u g l v r Leopold, geb. 24. Mai 1901, Wien, 19. Bez., Barawitzkagaffe 86. Redlich Anna geb. R v i n a l t, geb. 10. August 1881, Niklasdorf, 18. Bez.. Scheidlstraße 44. Bühne und Kunst. „Der Schleier der Plerette" bei Tairoff. Gastspiel im Deutschen Volkstheater. ' . Pantomime als AusdvnckSkunst kön-nte ein Schlagwort werden: vre Voraussetzungen sinid im Ballett gegeben, das vom remein Tanz so weit entfernt ist, wie diie Pantomime vom Theater. Bei Tairoff ist es nutgekchrt. Er komutt von der Ausdrucks tunst her und greift nach der Ja nt 0 mime, nm. für jene in Vieser ein Objekt zu finden. Boi aller Primitivität die Schnsnchl nach schöner Bewegunig, nach der Aeschetik des Auges, bei allen: Konstvuktivismus die Sehnsucht nach einem russischen Rokoko, das der Maler Konstantin Sonwff so glücklich erfunden oder — besser gesagt — erträumt hat. Wenn einem Dichter nichts einfällt oder wenn er wortmüde gotvorden, tastet er nach einem wortlosen Gebilde. Hier ist es die Pantornime. Und wenn einem Koniponisten nichts einfällt, dann „malt" er in Tönen, ergibt sich einem A?kordgeplätscher, er wird Wahl- und kritiklos. Beide werden Epigonen. ,^Der Schleier der Pierette„ ist das Werk eines müden, abgebrauchten Epigonentums, eine B-ackfischangelegenhoit, derer »»an bald müde wird. Nein, Pierrot — Plerette — Harlekin siud nicht ewig, ihre Anziehungskraft ist erblaßt, mir noch im Kabarett fristen sie ein dilettantisches Dasein: verwässerte Ballade, garniert init Tristan-, FidelHo- und Bajazzo-Gemüse. Kinoinusik auch in der DaÄietuirg! - Wa8 Tairoff zu diesem Ejpevmient führte, war die Möglichkeit der Uoberlvindung' der koch erlichen Unzulänglichkeiten und das Zeitlose des Sujets. Die trainierten Körper seiner Schar konnten sich anAeben, sein gotischer Stil ward wiedevuim offenbar. Das Phanüvsti'sche, das Dichtnug und Musik tzorenthielt, dichtete er selber in Farben, Kostümen, int Szenischen. Diesmal gab es bei aller Gliederung, bei allem Streben nach harmonischer Durchbildung des Ganzen „Prominent«". Znuächst den Tausendsassa Alexander Ru in ne ff. Die Wanke Figur dieses Jünglings vermochte das zavta, träumerische, ätherische Wesen Pierrots zur Gcltnirg zu bringen. Dämonisch naben ihin in satanisch-niephrstophelrscher Maske der Harlokin Boris Ferdinandofss, geüvaltig im Ausdruck, der einzige, der Pan t0in im e spielte. Frau C00n«n fehlte diesmal das Ueberzcugende. Akehr Madonna als Pierette bracht« si« uns n,n das starke Evlebnis. Der Wahnsinn, den sie mimte, war ein „holder" Wahnsinn, der Tod, den sie starb, «in holder Blnmentod. Ueberaus grotesk, von eindringlicher Wirkung, der Kapellmeister des Nikolai Novljansky, ein« Figur ans E. T. A. Hoffmanu und wahrischeinlich auch so gedacht. Die Masscuszeuen zeigten lvieider Tairoffs erfinderisch«, wenn auch biSweileu harte Hand. Die Schwäch« lag, turnt kann «s nicht ändern, bei Dichter und Komponist. Das Publiktvin wollte Ballett seihen und kam nicht auf seine R«chuuug. Der Applaus galt dcnr an«r>kenn«nswerten Willen des Künstlers Tairoff. Oskar Roscnfeld. Au» den Theater». Burgaarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburgl Heute, 8 Uhr abends, Programm r Schubert-Strauß- Mozart-Welleba. Mitwirkend: Das WienerSymphonie- 0 r ch e st e r (Dirigent Martin S p ö r r), Hilde Rings, Margarete Planer, Otto Schulhof. Schönbrunner Schloßtheater. Heute einmaliges Auftreten der norwegischen Tanztragödiu Mme. Bella S i r i S. Als nächste Opernauffühmngen werden SmetanaS „$ i e verkaufte Braut" und LortzingS ,Z a r und Z immer m a n n studiert. Deutsches BolkStheater. Heute, »/z8 Uhr abends, im Rahmen des Gastspieles von T a i r 0 f f S M 0 Skauer Kammertheater einzige Aufführung von „Das Gewitter", ein Stück aus dem russischen Volksleben von A. O st r 0 w s k y. _ Die Affäre Olszewska vor Gericht. Am 8. d. sindat vor denn Gewerbegericht eine Vephandlmrg über eine Klage statt, welche dt« Operitsängerin Frau Olszewska-Schtpper gegen die Bnndesth«aterv«rw0ltung zu Händen des. österreichischen Bnndesschatzes einaebracht hat. In dieser Verhandlung wird di« durch den bekannten Zwischenfall bei der Vorstellung der ,MaMve" am 12. Mai hervorgernfenen Affäre zwischen Frau Olszowska und Frau Jerrtza des ausführltchen aufgevollt werden. Fvan Olszewska, die im Zusammenhänge mit dieser Affäre aus der Oper entlassen wurde, begchvt in ihrer Klage die Feststellung, daß ihre Entlassung unberechtigt war und daß der im Vorfahre von ihr mit der Staatsoper geschlossene Vertrag als noch zu Recht bestchend a-nevkannt wird, weiters verlangt sie die Veruvteilbnng des bsklagten Bundesschatzes zur Zahiluna aller in dem Vertrage vereinlbavten S P i e l h 0 n 0 r a r e, die ihr infolge der Entlaffmvg dann nicht mehr ansbezahlt wurden. In der Klage wird der Nachweis zu führen verisucht, daß das Bechalten der Klaaerin WÄHvepd.des Zwischenfalles und auch nach >der Affäre kemestvegs ein derartiges war, daß es die Entlassung rechtfertigen würde.' Ehrenabend Laura Glücksman». In der Jüdischen Bühne, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Siephanie), gcht am 7. d. als Ehrenaibend für die bekannte^ jüviche SchanspielLvin Laura GI ü ck s m a n n die Komödie ,M)ejkale Blosser" mit der Genefigiantin -in der Hauptrolle in Szene. Radioprogvamm. Heute Samstag. 11 bis 1 Wr: Vormittagskonzert. 4 bis 5 Uhrr Nachmittagskonzert. — 5 Uhr r Märchen. — 8 Uhr: „Die Csardasfürstin." — 10 Uhrr Heitere Abendmusik (Kapelle Silving). > Berewe, BortrSge und Bersammlungen. Bukowina er Z e n t r a l v e r b an d.. - Morgen, 9 Uhr vormittags, im Cafö Edison. 8. Bez., Alserstraße, -Versammlung. Tagesordnung r Staatsbürger- und Mietengesetz. -Zionistischer akademischer Verein Bar- K 0 ch b a, W t e n. Heute SamStag, 8 Uhr abends, im Lokale des Cafö Bürger, 2. Bez., Praterstraße 11, V e r s a m m l u « g. Tagesordnung r Probleme des XIV. Zionistenkongreffe». Referent r Unser Kongreßkandidat Dr. Israel W a l 0 m a n n. Eintritt frei. — Zionistische Sektion Prater. Heute, 9 Uhr abends, im Heime, 2. Bez., Jungstraße 8, Plenarversammln n g. — ZeireMiSrachi, 2. Bez., Praterstraße 43. Heute, 4—5 Uhr nachmittags, P i r k e A w 0 t h- Herr M. D. Groß. 5—6 Uhr Wochenabschnitt. Rabbiner Dr. M. Wundermann. Anschließend freie Diskussion über die Zusammen, setznng der Jewifh Agency. Gäste willkommen. Gerichtssaal. Ser Mord »» dem Selchenneifter Kodelka. Der Prozeß gegen Mizzi Leerer. Wie uns ans Budapest Leaüchtet wird, wurde der Prozeß gegen Mizzi Lederer gestern wieder fortgesetzt. Es begann daS Zeugenverhör. Ein Detektiv bestätigte, daß Fran Lederer in der Voruntersuchung am Abend ihrer VeHaftuug gestanden habe, daß sie und ihr Mann den Selchermeister Kodelka ermordet haben, um sich der 70 Millionen Kronen zu bemächtigeu. Frau Lederer bleibt'dabei, daß weder sie noch ihr Mann, sondern Offiziere des Pronay- Detachements die Mordtat bogangon hätten. Es wurden sodann zwei Briefe verlestn, die Oberleutnant Lederer und Frau Lederer aus depr Gefängnis h i n ä u s z u s ch m u g g c l n versucht hatten,. und in denen sie einander von dem Inhalt ihrer Aussagen Mitteilung machen, wollten. Weder m dom Bricife Lederers noch in dem Briaf seiner Iran werden Pronay-Offiziere auch nur mit einen: Worte ertvähnt. Gustav Lederer, simuliert religiösen Wahnsinn. Im Militärstrafgesäugnis ans dem Margaretenring wyrde gestern eine neuerliche ärztliche Nnievsuchun.g Gustav LedererS durchgeführt, der in bat letzten Tagen dauernd religiösen Wahn sinn simttliert. Lederer läuft den ganzen Tag ^+6+::/+^^^