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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-28 · Heft 2282 (28.6.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2282 (28.6.1925)
Date
1925-06-28
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2282 Men, Sonntag Wiener Morgenzeitung. 28. Juni 1925 Seite > w I Zum, Ersten Z,urn. Zweiten und zum L e treten verkaufen wir weg eA Umbau _ unser streng modernes Sommer läger zu nie wiederkchrenden\ illigen heisen. Morgen, Montag (Feiertag) den ganzen Tas geöffnet! Kleider Kleider aus Silk^und Eponge in herrfürs Land, Haus und Garten S aus prima Crepe, aparte Fasson S liehen Farben 3.90 6.90 12.- KlßiCfßF aus Foulard ab S 25, aus Roh seiden imit. in entzückenden ^5 50 2150 VVnflfnM aus gutem Cröpe de Chine, in lUlSlutSr allen Pastellfarben.S || ]nf ff mm Crepe de Chine Modelle, vor- 111 CIU£ 1 nehme Neuheiten für Bäder, IQ Kurorte etc. .S 4rs,^E ff AfttilflO aus engl. Stoffen, ganz ge- 4Q _ uUallllIHS füttert, prima Qualitäten . S Enorme Auswahl Infolge des grossen Andranges bitten zum Einkauf Mfinfnl aus gutem Covercoat, engl. llUIIUSl Schotten und Tuch, prima Schafwolle.S Mtfntn! aus Ottoman, Burberry etc., nUIliwl reine Schafwolle ... . . 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Hiezu ist eine engere Berührung mit den Führern des europäischen Judentums erforderlich. Die Zeit ist vorüber, da die Juden in Amerika denken konnten, daß sie alles wissen und sich um niemandens Meinung zu kümmern brauchen. Alles, was für die Juden in Europa getan wird, muß mit ihnen und nicht sür sie getan werden. Cs ist unsere Pflicht, uns immer mit den Juden, denen unsere Arbeit gilt, darüber zu beraten, wie diese Arbeit geleistet iverden soll, ohne ihnen mit unserer .Hilfe auch die eigene Ansicht auszudrängen." Dr. Wise wird am Zionistenkongreß in Men teilnehmen. Der Zionismus sei seinem Herzen immer nahegestanden. Der nächste Kongreß werde, feiner Meinung nach, von höchstem Interesse für das Judentum und alle Nationen sein. Auf seiner Guropareise beabsichtigt er, England, Frankreich, Oesterreich, Deutschland und eventuell auch andere Länder auszusuchen und überall mit den j ü d i s ch e n F ü h r e r n über die Lage der Juden in Europa und die Wege zu ihrer Verbesserung, Beratungen zu pflegen. Aus diesen Beratungen wolle er auch Anregungen und Jnforntationen betreffend den geplanten rllgerneinen jüdischen Kongreß empfangen.- Irr Wische Devutkertenrat in London. Am 20. d. hielt in London der neugewählte jüdische Deputiertenrat (Jewish Board of Deputies) seine erste Sitzung ab. Mr. H. S. Henriques wurde zum Präsidenten wiedergewählt. Seine Stellvertreter sind Lord Rothschild und Mr. d'Avigdor Goldsinid? Mit Mehrheit wurde beschlossen, den Arbeitsvertrag mit der Anglo-Jewish Association für drei Jahre zu erneuern und mit dieser Körperschaft gemeinsam das Komitee für auswärtige Angelegenheiten (Joint Foreign Committee) zu bilden. Mr. Michael Levy schlug vor, zwei Sitze im Joint Foreign Committee den Jewish Friendly Societies einzuräumen. Diese Körperschaft, sagte er, zählt 34.000 Mitglieder, außerdem sind ihr 35 unabhängige Gesellschaften mit 9000 ordentlichen und 25.000 unterstützenden Mitgliedern befreundet, das sind insgesamt 68.000 Mitglieder. Im Board selbst haben die Friendly Societies nur 16 Mitgliedern Der Antrag wurde abgelehnt. Kolonel Waley-Cohen unterbreitete einen Bericht des Gesetzes- und Parlamentskomitees. Dem Bericht lag ein Brief des Innenministers Sir Johnson- Hicks bei, in welchem die Gründe für die Beibehaltung der Registrierung von Kindern Fremder auseinandergesetzt werden. Der Minister erklärte jedoch, daß er noch in diesem Jahre die Fremdenregelung auf eine definitive Grundlage stellen wird. Dr. Daiches und Mr. B. S. Strauß stellten fest, daß der Minister die der Abordnung des Board zugesagte Konzession unwirksam gemacht, also sein Wort nicht gehalten hat. Hierauf wurde der Bericht des Joint Foreign Committee verlesen. Mr. Morris Jacobs unterbreitete den Bericht des Erziehungskomitees und schlug Verbesserungen im Erziehungsplane vor. In London besuchen nicht ganz 10 Prozent der jüdischen Kinder jüdische Schulen. Zum Teil ist dies dadurch zu erklären, daß mehrere der Schulen sich in Gegenden befinden, in denen sich die jüdische Bevölkerung vermindert hat. Das Komitee beschloß, eine Anzahl der Schulen in Distrikte zu überführen, in denen sich die jüdische Bevölkerung vermehrt hat. Einige Redner übten Kritik an der jüdischen Gemeinde, die für das Erziehungswesen finanziell nicht genug sorgt. ArbeltslofenunterMung in England. London, 27. Juni. (Tel.-Kvmp.) Man glaubt zu wissen, daß die Regierung am nächsten Montag in Beantwortung des Antrages der Arbeiterpartei über die Arbeitslosenunterstützung eine Reihe neuer Vorschläge einbringen wird. In der Hauptsache wird die Regierung eine sechstägige Wartezeit Vorschlägen, bevor die Arbeitslosenunterstützung in Kraft tritt. lllaln wird verfolgt. Budapest, 27. Jui. (Tel.-Koinp.) Justizminister Pesthy erklärte einem Mitarbeiter des „Pesti Naplo" gegenüber, daß gegen d e n A b g e o r d n e t e n U l a i n das Strafverfahren wegen Beleidigung des Reichsverwesers eingeleitet werdert wird. Zu diesem Zwecke.werde vonl Abgeordnetenhaus die Aufhebung der Immunität Ulains verlangt werden. Das Strafverfahren werde wegen jener Ausdrücke eingeleitet werden, die Ulain in dem vorgestern verhandelten Preßprozeß gegen Lehel Kadar gebraucht habe, nameiltlich wegen der Behauptung, der Reichsverweser habe Iwan K e j j a s Besuche abgestattet. Benefch über die österreichische Frage. Politische und wirtschaftliche Znsarmnvnarvett. In der römischen „Cpooa" fi-rtbcit wir einen Artikel des tschechischen Außenministers Dr. B e ne sch, der ausführt: ,/Der Plan einer Donaukonföderation findet nicht die Zustimmung der Staaten Mitteleuropas, vor allem aber jener, die der k l e i n e n C n t e n t c angehöven, weil dieser Plan für diejenigen, die ihn verteidigen, die Restauration der alten politischen Ordnung maskier t und in sich die Gefahr für die Autonomie und die Unabhängigkeit auch wirtschaftlicher Natur für die Donauvölker birgt. Heute widersetzen sich diese Staaten jedem Plan, der einer Restauration der alten Ordnung gleichkommt, nicht nur, weil sie ihre endlich erworbene Souveränität zu verlieren fürchten, sondern weil sie auch überzeugt sind, daß der Nachfolger Oesterreich-Ungarns, die österreichische Republik, ein unabhängiges Dasein führen kann. Gleichwohl müssen diese Staaten sich der Neuordnung unpassen. Oesterreich muß eben sein Grundproblom einer neuen Stellung zu Zentraleuvopa und das Problem seiner Hauptstad t' lösen. Wir leugnen nicht die Notwendigkeit, daß die Nachfolgestaaten ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen regeln müssen. Wir widersetzen uns auch nicht den Versuchen, unsere Energien dem europäischen Organismus unterznordnen. Fest entschlossen, die R ü ck k e h r z u r V e rgangenheit zu verhindern, bemühen wir uns, der Zukunft entg-egenzugehen. Die tschechische Außenpolitik ist das beste Beispiel dafür, denn ihr Ziel war und ist es, zu einer wirtschaftlichen Mitarbeit der Tschechoslowakei mit allen ihren Nachbarn zu gelangen. Die wirtschaftlichen Abmachungen, die zur Wahrung der Interessen der einzelnen Staaten abgeschlossen werden, erscheinen sechs Jahre nach Kriegsende als c i n o rganisches System, das tagtäglich sich erweitert und vergrößert. Der ö st e r r e i ch i s ch - t s ch e ch o s i o w ak is ch e Handelsvertrag, einer der letztabgeschlossenen Verträge, beweist, welcher Art die zukünftige wirtschaftliche Mitarbeit unter den Staaten Zentraleuropas sein könnte. Aus andere politische Gebiete angewendet, wird dieses Abkommeusystem eine Wirts ch a f t l i che G e m e i nschaft unter den mitteleuropäischen Völkern ins Leben rufen und ihren Lebensbedürfnissen und ihrem wirtschaftlichen Fortschritt Genüge leisten, wobei die politische 1t n abhäng i g feit der assoziierten Staaten respektiert werde. Wir ivollen also keine D o na u f öd e ra t io n, wie auch feine Zollu n d G e l d u n i o n, wohl aber eine politische und wirtschaftliche^Zusamm e n a r b e i t der verschiedenen unabhängigen Staaten. Die Expertise. Die Experten des Völkerbundes Professor Charles R ist nnd Mr. L a Y t o n, die Dienstag in Wien eintreffen, werden im Hotel Sacher Quartier nehmen. Den beiden Experten, deren Reise a u f K o st e n d e s B ö l k e r b u ndes erfolgt, sowie ihren: Sekretariatsperfonal wird die österreichische Regierung die erforderlichen KanzleiräuMlichkeilen in der H o f b u r g zur Verfügung stellen.

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