Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2281 (27.6.1925)
- Date
- 1925-06-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Wisne« MorAemeliunA. 27. 1925 Kr. mt' Wien. SamStag TM? Ae Süden ««-dns s»nln»ßfen in Bon I. GrssMuM, Deputierter des Polnischen Sejm. Die Zahlt -er rein jüdischen Mijt«l fHulen ' vergrößert sich von Ia.hr zu Hahr. I,n Jahre 191)3 betrug sie 81, im Jahre 1922-23 bereits 106. Im Schuljahre 1917-18 gab es an -en jüdischen Schulen nahezu 16.060! Schüler, tut Schuljahre 1922-23, wie wir oben sestgoftellt ha'öe.n, 26.467. Nach ihrem Typus zerfaÜen die jüdischsy Mittelschulen in^drci .Kategorien: Schulen mit polnischer Unterrichtssprache, die i-m Jahre 19W-D vqn 24.058 Schülern besucht wurdep; Schplen mit hchrgischer ilntervichtÄsprache mit einer Besucherzahl von 2048 Schülern und Schulen mit jüdischer ttpterrichtssprache (Frequenz 2066 Schüler). Die Metzt genanntep Ziffern scherpey picht gapz genap zu fein. Wir haben bereits sieuepe und gängigere 'Daten. Nach den letzten Mt-teilnttgen -es Zentralkomitees der Gesellschaft Tarbuth gab es in Polen im Schuljahre 1034-25 insgesamt elf hebräische Mittelschulen mit 2908 Schülern; nach W Veröffentlichungen des Z. S. O. gab es mr gleichen Schuljahr hreü ü nbi sch ist! sch e Mittelschulen nr i t k p a p p 10 0 0 Schülern. Die hebräischen Gymnoficn verteilen sich wie folgt: Tabelle 10. S Klasseg mst 1. Lohr .... 2. Yptpel 3. BrtiSk . 3 4. Wilna (Human. Aust.).... 10 3. Wilna (Realschule) ..... 3 6. Bialystock.14 7. Rotvno .......... st 8. ®rbbno ..».»».»». 8 o. Wnsk........... 10 10. Kremenletz..6 11 Ljda.. . . . - . 4 155 Schülern W l 4§8 117 542 „ m : 330 tzo I 70 .. 90 Summe. .? 83 Klässön 2908 KchülrrN Dje jüdischistischen Gyniflasien erläutert Tabelle 11, 1. Wilna (Human, AM.) .... 8 Klassen mit M Schüler» 2. Wilna (Natprtq.-mathesn. Anst.) 11 „ 308 „ 3. Swieneiany (Zahl der Klassen und der Schüler unbekannt). Wie d«ie beiden Tabellen zeige», befinden sich die jüdischen Mittelschulen mit hebräische^ oder jüdischer Untcrrtchtssprqche jp den N a n d g e h i c t e n. Nur Lodz besitzt als einzige SM jn KongpeßPolen ein hebräisches Gymnasium, welches bereits seit der Okkupationszeit besteht uyd 155 Schüler hat, während Bialhstok, Rowno und die anderen Städte in diesen Schulen je ein paar hundert Schüler zählen. In Oongreßpolen ist der Typus des utmquistischen Gymnasiums vorherrschend, in welchem die jüdischen Lehvgegenstänhe in hebräischer Sprache, in Au'snahmsfällerr auch in jüdischer Sprache unterrichtet werden. Diese Mttelschulen verteilen sich (nach dem Stand im Schuljahre 1923-23) gemäß Tabelle 13. Klrratqrmrit « I I Warschau 46 10 28 Lodz 20 ' 7 7, Biattistok 16 11 Poleste 2 — 2 Wolhynien 8—1 Wilna 9 - - Lemberg 6 2 4 Summe 106 20 43' Z« $ D- 53 ■S? W § St K 8 9,448 3.033 6.415 6 5.144 2.137 3.017 18 4.540 2.095 2.445 — 534 — 534 7 2.388 1.326 1.062 9 3.889 1.250 1.639 — 1.524 673 851 43 36.467 10.504 15.963 Dort, wo die!polnische Kultur starken Einfluß aus die Juden 'iun allgemeinen und aus den jüdischen Mittelistarid im besonderen hat, dort sind die jüdischen Mttelschlilen im bestell.Fall utra.qui'stisch, das heißt, in ihrem Lehrplan befinderr sich auch jüdische Lehrg>egeustände und außer diesen werden alle Disziplinen in polnischer Sprache unterrichtet. In Galizieir, wo dieser Einfluß am stärksten und die Aufnahme in die Staatsgynulasien für die Jlrden noch leicht ist — fpeitzch wird sie unter dem Einfluß der ill Kongreßpolen herrschender; Stimmung auch irr Galizien von Jahr zu Jahr schwerer —, gibt es rsicht oinmal den auSgefprochenerr Typus des Utraquistischeu Gymnasiums. Im Kuratoriupr Krakau gibt es keine einzige jüdische Mittelschule und int Kuratorium Lemberg sind es ihrer bloß sechs auf fast 60.000 jüdische Seelen, während zum Beispiel in Wolhynien acht aus knapp 200.000 jüdische Seelen entfallen. Jn den Randgebieten ist der Einfluß der polnischen Sprache und Kultur noch schtvach, Obwohl auch dort jüdische Mittelschulen mH polnischer Unterrichtssprache existieren; die russische Sprache, welche vor dorn Kriege die Sprache der Intelligenz war und auch in den jüdischen Mittelschulen herrschte, kommt für das jüdische Leben jetzt nicht mehr in Betracht, die ukrainische oder weißrinsstsche ist beit III den fxontd und ton» infolge der kulturellen Schwäche der Ukrainer und Weißrussen nnd deS vorwiegend bäuerlichen Charakters beider Völker auf das jüdische Kulturleben Voltten Eilrfktß ne'hlnelr, daher bleibt nur die jüdische oder hebräische Sprache Übrig. Die Existenz jüdischer Mittelschulen ist tvuv zllnt Teil eine Folge des Bedürfnisses nach nationaler Erziehung. Der jüdische Mittelstand beginnt erst dieses Bedürfnis zu fühlelr, aber es ist bei ihm noch nicht so groß, daß er ihm zuliebe größere Geldopfer bringen toürhe. Weint ex dies in Kongresrvolen doch tut, so geschieht es deshalb, weil die Staatsschulden, wie wir gesehen haben, für feine Kinder so gut *) Eiche „Wiener Morgen,KNUlg" vvjn 28., 31, 35. und 26. d. Der alte Fusschmerz wird zum Spass, Trägst du nur Beka-Sanitas) Er $tillt dein Leid und saugt den Schweiss — Und alles um den Einheitspreist Einheitspreis S 41 «50 Einheitspreis .3177 wie verschlossen sind. In Galizien sind sie noch offen, dies ergibt sich anS TgheNe 13. Zghl der Jndep qn den Staatsmittclschulcn nach dem Stande vom 1. Juni 1922. ll ff «.L & Kuratorium .•ts 2 SS' ZU ö G 8Z Zs i 4Z G K iß Lesnberg 4744 23,5 339 Krakau 1526 12,8 — Summe 8270 339 « >L-umme S «1 § & 7,63 5083 21,0 — 1526 12,8 '6610 18,2 Zahl der jüdischen Schüler gn den Privatmittelschulen. st 2 ff rr *» "d ■@ g o ■»Ä PS A -*-» Oft -ZU;t? >(g -ZU Summe ,Z 3 vüü « si . a S cr 1' 45 Ä § # m A» o # 4^ m % K § K Leycherg 3858 47,6 118 8.8 834 83.2 4305 41,7 Kraau — — — — — — 575 -r Spmme 3858 — 113 " 834 — 4880 37,6 Obwohl auch in Galizien der Prozentsatz der jüdischen Schiller in den Privatmittelschulen zweimal so hoch ist wie in den Staats Mittelschulen, so ist doch ihre absolute Ziffer in den Staatsgymnasien um 1730 höher. Interessant ist, daß an den Privatmittelschülen hauptsächlich Mädchen studieren (unter 4880 mehr als 3000), einfach deshalb, weil Mangel an staatlichen Mgdchengymnasien herrscht (in den letzteren erreicht hie Zahl der jüdischen Schülerinnen Vmm 159). inme Die juristische Position der jüdischen Mittelschulen ist keine gleichartige. Die Mittelschulen mit polnischer Unterrichtssprache haben zumeist die Rechte eines Staatsgynmasimns, ihre Absolventen werden ebenso wie die Mi-- turieuten der Staatsgymnasien in die Hochschulen ausgenommen und haben die gleichen Privilegien im Militärdienst wie diese. Nur die Subsidien von seiten des Staates erhalten sie nicht. Die Mittelschulen mit hebräischer oder jüdischer Unterrichtssprache ha-ben keinerlei Rechte, sie sind bloß geduldet. In der allerletzten Zeit toirrde die Frage der Gleichstellung dieser Schulen mit den Staatsgywnasien aufgeworfen, die jedoch noch nicht erledigt ist. Indessen beginnt man mit der Eülschränkung der Lehrgebiete, in bctticu Hebräisch oder Jüdisch als Unterrichtstfprache benützt Wochen darf. Bis vor kurzem mußten rn^ Polnischer hinterrichtssprache nur die polnischen Lehrgegenstände (Polnisch Geschichte und Geographie Polens) gelehrt loevden; jetzt ist eine Verordnung herausgekomm^n, daß auch Mgemeingeschichte und Geogwphie, ja sogar jüdische Geschichte in polnischer Sprache unterrichtet werden nmß. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Frage der Rechte für die hebräischen und jüdischistischen Gvmnasien in positivem Sinne evlediqt tverden wird und daß sie sich werden norytal entwickeln können, wenn sie den Gymnasien mit polnischer Unterrichtssprache gleichgestellt sind. Ob aber die oben erwähnte Berordntbng zurückgezogen werden tvivd, ist sehr zu bezweifeln. ««stritte au« dem gtideutum. Naubitschek Oskar, geb. 38. Februar 1894, Teieab. Schlosser, 16 Bez,.. Tbal astraße 88. Fischer Jdq Dorothea, geb. 3l. April 1903. Aussig. Schauspielern. 4. Be,.. Große Neu. aasse 44. F ü r n b e r q Kurt. aeb. 4. Dezember I960, Urfahr, Ingenieur. 4. Be^, Mayerhofgasse 3. H o f f m a n n Gustav geb. 14 März 1868, Noseuberq. 7. Be;,. Stiftgaffe 18. Hör ow i tz Marianne, geb. 30. Oktober 1893, Wien, 4. Bez., Schön« burgsttaße 48. L i n d n e r Theresia, geb. 7. Avril 1899, Wien, 4. Bez., Große Neugasse 4. W e r t h e i m Erna geb. Jakobi, geb. i*. Mai 1891, Wen, 4. Bez., Prinz Eugen« stratze 43. I N Ü Jlonka. geh. 6. Jänner 1907. Wien. 18. Bez f itteldorferstraße 47. K o v ft e i n Anna. geb. 19 Juni I960' ien, Kellnerin. 17. Bez, Ortliebgasso 48. F a H Rachele. geb' . August MS, Brzoty. Schneideraehilstu, 1b. Bez., John«' straße 66. Wald Jakob, geb. 88. Dezember 1687, Stanislau. 9. Bez., NMorMraße 7V. (Goldschmied Ladislaus, geh' 1H. Mrtl M0. Budapest, Atediziner, 9. Bez., Thnruaassv 11. Hutter Marie, geb. 10. Dezemöer 1901, Wien, 3. Bez.. Parkgasse 5. K a d e l d u r a e r Kurt, aeb. 10. Sevtember 1903. Wie». 3. Be,., Ar »bergrtug 3. Glase r Oswald, geb. 29. Jänner 1889, Siiteu, 8. Bez.. Nadetzkystraße 3. A l t m a » u Ktttv, geb. 4. Februar IWö, Wien, -1. Bez-, Schotteugasse 7, Mitteilungen des Bureavs des 1». Sionistenkongreffes. Das Kougreßbureau hat durch eine Abmachung mit Bersicherungsabteilung des Keren Kajemech ('Israel Wien eine eigene Abteilung für Reisegepäckversicherung eingerichtet, worauf alle KoygreßteAnehmer, Dragierte Gäste, JoilriraliftLfl Mv. bestutderß anfmerksam gemacht syer-- den mit dem Ersuchen, chre Gcipäcksverfrchemng durch dje Versicherungsalbteilung des Keren KaMneth l'Jsrael, 1. Be.;., Kävtnerstraße 28, abschljeßen zu wollen, da der erzielte Reingewinn zionistischen Zweckeq zuflteßt. Deii Kongveßbesuchern toich in Hrem eigenen Jnteresst drndgend elMphlen, ssch über hie BestiWnnngen -ihres welligen Zlusr^sse-, beGv. Dtzlchreiselgypes bezüglich d«ß Mifnahyre von Gesd unp Devisen genau z» istforMiepssn, dayrst sie hei her Apsreife urch heim spätsren lassen Oesterreichs feinen Kchsvierigfeiten begegnen. Das KvygrPßhmeau hqt bei der Zenfral-Eupopäischen Lqnderbayk, Niederlassung Wien, ein eigenes Konto emgerichtct, auf daß alle Zahlungen unter genauer Bestimmung, für die sie gelesstel sistd, ülbevwtzrfen werden können. Die Bankverbin- ,dnng des Kongreßbureaus wird auch allen KongrssßteilnehMrn zux Ejnrichtmrg von Neiiseakkreditivs, Auszahlung von Schecks, stchertoeitsungsverkehr, EtnwecWung von stWidefl BHuten usw. enchfohlen. D.as Kongretzhnrean hat bei der Ersten Donau- Dantpfschiffahrfsgesellschaft für Lellnehmsr «M 14. Kongreß nachstcheride Begünstigungen crwirst: - a) Aiuf der LoWschiissstrecke von Wien nach Passau; b) auf der MschWrecke von Linz nach Wien; c) ans der Postschiffftrecke von Passau nach Linz; d) auf der Poftlschiffftrecke von Linz nach Wien; e) agf der LokasschMrecke von MeA nach Krems; s) ans der Possschififftrecke von Wieg nach Budapest; g) ans der Pevsonenschiffstrecke von Budapest nach Mohacs. M g) his g) des Fahrpreises des benützenden Platzes. Ans der Poftfchifsistrecke Wien—Budapest fiydet eine Ernräßigung auf die Rücssahvkavton keine Anwendung. Als Legitimation für die Inanspruchnahme der Mäßigung gilt der für bk EisenbalhnfahrtermäßvMug iheryus- Mgebene Klmgreßgysweis, welcher bei Lösung der Fahvkgxt-en. stets mit dem Stations¬ und Datumsstempel yevschen werden mvß- HinsichMch des GrpxetzschWverkchres Wien—Beograd—iss Nsse—Giurgiu wird eine ErmäßuMNg jn dem Maße eingepänint, daß Men BMhlüng des normalen Ta4 fahypreises die Ponr- sowie Rückfahrt in her betreffenden Strecke znvüAgeW werden kann. Eine Ermäßigung kommt somit nur in Frage, wenn svwoA die Talals auch die Bergfahrt mit dem Erpreßschiff epfolgt. Ist dies der Fall, so ist Dr die Bevgfahtt seine Gebühr zu entrichten. Den sich mit KongveßMAveisen legitimierenden Kou greßbesuchem werden 'bei Antritt der Reise zwei BiaMckavteu ausgeflssgt, wovon die eine für die Hinfahrt, die andere für die Rückfchvt bestimmt ist. Nachdem nur der Talfahrpreis zur Einhebung gelangt, wird dieser auf der Biauko karte für die Talfahrt eingesetzt,. auf die Biankokarte für die Bevgfcchrt dagegen an Schelle des Fahrpreises der Bernlerk angebracht: „Siehe Biankokarte Nr." Die Nunrmer des bezüglichen Kongretzauswches wird sMvohl ayf der Biankocharte für die Hinfahrt als auch aus jener für die Rückfahrt am linken oberen Raupe an geführt. Die AuSgabestatmn hat außer dem KongveßauÄveise nur die Biankokarte für die Hinfahrt mit dem Stations- und Datumsstempel ahzustampeln und den Reisenden ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß er die Bianivokarte für die Rückfahrt an der AussteiiMtallon nicht abzugeben, sondern Bet Antritt derRückreise bei der Billettenkasst der betreffenden Station nÄbst dem KongreßalrSweis zur 1: stenrpelung vorzuweisen hat. Kinder unter 10 Jahren genießen außer der tarifnmßigen Begünstigung keine besondere Ernräßigung. Das Kongretzbnreau bringt bereits jetzt Mr Kenntnis, daß während der Tagung des Kongresses im KongreßgebLttd-- nebst einem Schalter des VerkchrsbureauS auch ein Schalter für Schiffahrtskarten errichtet wird. Der erwähnte Schalter tvnrde öent Reiseburcan „Continent", Wien, 9. Bez., Spitalgasse 3, übergeben. Wir machen sämtliche Kongreßteilnchmer daraus aufmerksam, daß sie bei Bestellung ihrer SchiffSkavte sich dieses Stessebureans bedienen kämr-en. Die Weltkonferenz der Zeire-, Hechaluz- und Happell Hamisrachi-Organisationen wird aus Grund einer dieser Tage zwischen den Zentralen der Zeire Misvachi in Warschau und der Poalv Hamisrachi .in Jerusalem getroffenen BeveinbarMg vom 6. bis 10. August in Wien stattsinden. Die^Vorbereltnngsagenden wurden dein Vorstände der ZejreMiSrachi in Wien übertragen, unter dessen Äoitruig sich bereits cir großes Komitee konstituierte. * Keren Kajemeth. Heute um dreiviertel 7 Uhr abends im steinen Saale des Ingenieur' und ArchitekteWereines, 1. Bez.. Gscheubachaasse 9, Zusa m men kn nft. Tagesordnung: 1. Bericht des Dr. Ehaim Tar tato wer über seine Palästiuaresse. 2. Atboitsprogranun des Keren Kaijeinevk» l'Jsrael anläßlich des Kongresses. Referent: .Leo Seuüro w i c;. Zlltritt gegell Einladttttg.