Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2275 (21.6.1925)
- Date
- 1925-06-21
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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* «r.LS7S _«m, Somit«,_ Seretee, VortrSge «ad versamMuagea. JÜdischerFraueirbund, 9. De»., Liechtensteinstraße 11/18. Donnerstag den 28. d., 7«8 Uhr abends, Bibelvortrag (Sacharia 6) und Vortrag .Sprüche der Däter^ (6), Esther Mieses (Zeremonienfaal des Tempels, 9. Dez., Müllnergaffe 21). GLste willkommen. Eintritt frei. — Zionistische B eztrkSsektion Alsergrund, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11. Donnerstag den 28. d. um 8 Uhr abends im Cafä Metropole, S. Bez., Berggasie kS, Dortrag der Herren L. Dato und Dr. Z. F i n k e l st e i n über -aS Thema : »Für die Erweiterung der Jewish Agency; für Chaim Weizmann". Nachher Diskussion. Die Ausschußmitglieder werden ersucht, eine halbe Stunde früher zu erscheinen. Wichtige Besprechung. Erscheinen Pflicht! Der Brautausftattungsverein sür Töchter Hachnossaß Kaloh veranstaltet Sonntag den 28. d., 4 Uhr nachmittags, im Gtabliflement „Praterfee", 2. Bez., Hauptallee, ein S o m» m e r f e st. Wohltätigkeitsfest. Zugunsten des Wohlfahrtssonds des Deutschen Volkstheaters, der die Verpflichtungen der Pensionsanstalt. für den Lebensabend dienstunfähig gewordener Mitglieder Sorge zu tragen, übernommen hat, findet SamStag den 27. d. im gesamten Gelände des Burggartens ein W o h ltatigkeitsfest unter Mitwirkung des von Martin S p ö r r geleiteten - Konzertvereinsorchesters und namhafter Künstler der Wiener Bühnen statt. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, 2. Bez., Taborstraße 59. Tel. 40-3-16. In der Zeit von: 14. bis 20. b. waren angemeldetr Männliche Stellensuchende: 966 aus den verschiedensten Branchen. W e i bl i ch e S t e l l e n s n ch e n d e r 639 aus den verschiedensten Branchen. Männliche offene Stellen: 6 Vertreter, 1 Laufbursch, 2 Verkäufer. 1 Hilfsarbeiter^ 3 Lehrburschen, 19 Praktikanten, 7 Herrenschneider, 6 Adressenschreiber, 1 Buchhalter, 1 Schuhoberteilvorrichter, 1 Damenschneider. 1 Gärtner, Weibliche offene Stellen, 2 Stenotypistinnen, 1 Buchhalterin, 6 Hausgehilfinnen, 2 Kinderftäulein. 8 Hilfsarbeiterinnen, 3 Lehrmädchen, 1 Stickerin, 1 Praktikantin, 2 Köchinnen, 1 Wirtschafterin, 1 Schneiderin. In derselben Zeit wurden vermittelt: Männliche Stellen: 1 Vertreter, 1 Verkäufer, 1 Hilfsarbeiter, 1 Lehrburfch, 2 Praktikanten, 4 Herrenschneider, 6 Adressenschreiber, 1 Buchhalter, 1 Oberteilherrichter, 1 Gärtner. Weibliche Stellen: 1 Stenotypistin, 1 Buchhalterin, 2 Hausgehilfinnen, 2 Kinderftäulein, 2 Hilfsarbeiterinnen, 1 Lehrmädchen. 1 Praktikantin. Die P. T. Arbeitgeber werden hö stichst ' erfncht, sich im Bedarfsfälle an obige Adresse zu wenden. Bühne md Kunst. „Salome" bei Tairoff. Gastspiel im Raimund - Theater. Theaterfachleute behaupten, daß beim „entfesselten Theater" nur der Regisseur entfesselt sei, die Schauspieler aber gefesselt, eingeschnürt, erwürgt; daß die Freiheit des Spielleiters zu Lasten des Darstellers gehe, mit einem Wort: daß für den Spielleiter die Schauspielerschar ein willenloses. Werkzeug bedeute. An „Gi r o f l e - G i r o f'l a" versuchten sie es zu beweisen. Es bieb beim Versuch. Nun kam Wildes Tragödie „Salome"; eine vielbetonuderlc, vielgelästerte Dichtung; Ausgangspmckt für die perverse Nachdichtungs- und Modernisierungsmcmier; (Hofmannsthal weiß ein Liedchen — „Elektra" — davon zu singen); Richard Strauß entzündete sich 'daran. Heute haben wir nur seine Musik im Ohr. Die Richard-Strauß-Wildesche „Salome" kommt uns musikalisch-stilistisch schon überlebt vor. Zunächst: Wildes „Salome" ist keine Tragödie; sieist une tragische Ballade, Präraffaelitisch angehaucht, ein Gebilde verruchter Aesthetik, der Traum eines lyrischen Dichters. Sie ist bei aller ,)öokalechtheit" zeitlos. Tairoffs Regie führt sie ins Astatische zurück. Barbarisches Blut bäumt sich auf. Barbarische Urinstinkte feiern Orgien. Der Modergeruch eines verfallenen Zeitalters kündigt Neues an. Aus der Stimme Jochanaans hört man den ersten Zauber eines neuen asketischen Menschentums, das die Welt erobern wird. Für die russische Seele gab cs hier einen reichen Nährboden. Dort wo das europäische Rußland mit dem asiatischen sich berührt, sind der Farbe, des Wortes der Empfindungen Ekstasen zuhause, die Tairoff festgebannt hat. Und in die Tiefe gehend — denn er trägt das Blut des Orients in sich, —, enthüllte er Asiens Erotik im Tanz: Blut! Blutrot die Läuten. blutrot das Licht, Aut rot das Gewaud des Herodes, blutrot das Blut des jungen Syriers, die Lippen des enthaupteten Jpchanaan. Oskar Wildes Ballade ward in Tairoffs Nachdichtung;u einem grausigen Relief. Die Figuren sprangen nicht heraus, ihre Betvegungen blieben, in der Fläche haften.. Es gab eine Melodie (ans russischen Mündern) ohne Höhepunkte, die tragischen Akzente wurden unterdrückt, damit die Melodie sich im ilnendlichen verliere. Die Bühnenbilder und Kostüme Exters waren von erschütterndem Zauber, die Abtönung von einem Raffinement lind vo,l einem Verständnis für Farbenwirkung, das seinesgleichen sucht. Die überreife Zeit des Herodias, die Fäulnis einer Epoche muß den nüchternsten Kulturhistoriker erfreuen. Das römische Profil des Tigellinus, sein Lagern auf den Stufen, der perverse Mund des Herodes, die geile Angst der Herodias, die fürchterlichen Profile der Juden, die asketischen der Nazarener, das HieryglYphengesicht des. Syriers — welche Phantasie, welche Kunst, welche Feinheit! GuIle8 Musik nlehr als Illustration, aus Asiens Geist geboren^ man könnte sie assyrisch-orthodox nennen. Das Balladenmähige ward durch den Tonfall der Sprache betont. Schattierungen, dem, der kein Ohr für die russische «Sprache hat, unverständlich und daher monoton! Auch darüber ließe sich einiges sagen. Alice C o o n e n war nicht das zarte, unschuldige Salome- Kind mit schmächtigen Schultern, StnaU«Seinen und weltfremden Augen. Ihre Perversität, ihr Drang zur Wollust entsprangen dem Hirn und Herzen einer Wissenden. Sie tanzte einen asiatischen Tanz, einen solchen, der aus dem Fleisch .hervorgeht iutb darum die Zuschauer auf der Bühne zum Witntt MOrWMHetti»««. 21. Juni 1927) Seite v I«, HAUSBESITZER! Clfi ilklben es nicht nötig, Ihr Orundstück zerfallen 9IE zu lassen! WIR bieten Ihnen: Schutz gegen Zerfall! / Sofortige Ausführung aller Instandsetzungsarbeiten! / Bequeme monatliche Teilzahlungen ohne Preisaufschtag! / Streng reelle Werkmannsarhelt mit Garantie! / Laufende Ueberwachung der Grundstücke! / Ersparnis von Geld, Zelt und Aerger! durch I Gesellschaft rar Hflaserlntiandsetzungen S ■ Berlin W. 35. Kurfürstenstr.50, an der Oenthlnerstrasae 5 Kurfürst 5311 / Nollendorf 5170 io»i I Orgasmus hinreißt. Iwan A r k a d i n troff von schwächlicher Verruchtheit, sein verderbter Mund ließ Worte von unerhörtem Zynismus mit einer Brutalität fallen, die zum eigenen Untergang führt. Eugen L e ns k y war ein fanatischer Nazarener, Ulan glaubte ihn:, daß er sich von Heuschrecken nähre. Frau Ljubawina und Sergei Zen in boten allerletzte Stilreinheit. Die beiden Soldaten Bykoff und Maloi waren ausgezeichnete Sprecher. Kompositorisch gab es eindrucksvolle Bilder. Wildes Ballade wurde zu einer schrecklichen Nacht umgcdichtet. Es war ein tiefes Albdrücken. Nachdem sich das Publikum davon befreit hatte, tobte cs vor Begeisterung. Zum Schluß war es kein entfesseltes Theater, i sondern ein entfesseltes Publikum. Oskar Rosenfcld. Mar Liebermann - PrSstdent der Berliner Akademie der Künste. Aus Berlin...wirb.gemeldet:. Die Akademie der Künste hat bekanntlich vor einigor Zeit ihren Präsideirteu Professor Max Lieber mann wiedergowahlt. Nunrmchr hat das. preußische Staatsmirrrstexium die Wiederwahl Professor, Max LickbermannS zum Präsidenten der Atadomie der Künste für das Jahr vom . 1. Oktober 1925 bis zum 1. Oktober 1926 bestätigt. Ans den Matern. Burgtbeater. Morgen, 7*8 Uhr abends. „Nathan der W e t s e". Dienstag, 7,8 Uhr abends, „E in. Somme r n a ch t s t r a u m". Akademietheater. Freitag beit 26. d. um 7 Uhr abends findet ein Einäkterabend der Schauspielklasse Professors Dr. Schuld au r statt. Burggarten (bei ungünstiger Witterung im Festfaäl der Hofburg). Heute, 8 Uhr abends, BunterAbendr DaS Wiener S y m p h o n t e on ch e st e r; Dirigent Martin Spörr. Blanka Gloffy, Ella FirbaS, Anny Kothza, Theodor Alexander Ott, Ensemble Sonnethal. — Morgen Montag. Märchenoper „D e r H e r r d e 8 B e1 ge S" oder „Mariech en a m W u n d e r s e e" von Löwenberg, Musik von Vogler, Inszenierung Laura Knapek. S t ü a t 8 o v « r. Morgen, 7 Uhr abends, „3 a r u n b Zimmermann". R a i.mu n .d»T h e a t e r. (Gastspiel von T a i r o f f s Moskauer K a m m e r t h e. a t.e r.) Dienstag Erstaufführung von S h a w 8 ,D i e h e i l i. g e I o h a n n a" in der Inszenierung von Alexander Tairoff. Mittwoch Premiere von' „G e w i t t e r" von Ostrowski. 1 I o h a n n - S t r a u ß - T h e a t, e r. Dienstag 7 5. Aufführung der S u p p ä f ch e n Operette „D t.e. g r o ß e U n b e k a n n t e". . L u st s p i e l t h e q t e t. Mittwoch den 24. d. beginnt der Komiker Karl K n a a ck fein Gastspiel in der Schwanknovität „Der M e i st e r b o x e r" von Schwarz und Mathorn. Dr. Rudolf Beer, Direktor des Deutschen Volkstheaters und des Raimund-Theaters, ersucht mir die Mitteilung, dag die in einzelnen Blättern gebrachte Nachricht von seiner Ernennung zum Regierungsrat den Tatsachen nicht entspricht. —- Im D e u t j ch e n B o l k^S t y e a t e t wird Tairoffs Moskauer Kam m e r t h e a t e r vom 1. bis 5. Juli gastieren und Artur Schnitzlers „Der Schleier der Pi erette" und DebussyS „Die S p i e l z e u g f ch a ch t e l" zur Aufführung bringe«. Das Volkstheater bleibt, dann wegen notwendiger baulicher Herstellungsarbeiten bis zum 19. August geschloffen. Vom 20. August ab wird Säri Fedak in LengyelS Lustspiel „A n t o n i a" durch einige Tage auktreten. Dir Eröffnung der Winterspielzeit erfolgt Freitag den 4. September mit Kleists romantischem Schauspiel „DasKäth dien vonHeilbron n", darauf folgen zwei Uraufführungen, und zwar am 12. September GeraldhS Lustspiel „W e n n t ch w o l l r e" und am 22. September MolnärS Komödie „Der gläserne Pant o f f e l". Am 9. Oktober schließt sich daran die vollständige Neuinszenierung der „W a l l e n st e t n"-Trilogie mit Albert B a s s e r m a n n. Ar:wld K o r f f wurde als Regisseur und Schauspieler für die kommende Spielzeit an daS Deutsche VolkStheater und Raimund-Theater als ständiges Mitglied verpflichtet. Hagenbund: Heute wird die Jubilämusausstellnng des Hagenbundes geschlossen. Rektor Sperl will die Theaterstadt Me« retten. Wie die Korrespondenz Herzog nreldet, fand geistern unter den: Bovsitz des Mriversitätsve'ktors Hofrat SPerl eine Versammlung statt,.ju «der ein Ausschuß eingesetzt wurde, -er die notwendigen Suschrlften an die Redaktion sowie unverlangt einlangenden Manushripteu wolle man stets Rückporto beilegen, da sonst eine Beantwortung» beziehungsweise RUckiendung nicht erfolgen kann. Schritte zur P a ch t n n a der N e u e n W i e n er B üh n k oder des Stad: th ea ter H -vetzufs Gründung einer Sprechbühne einzuleiteu hat. Die sin.in'gelle Grundlage des neue« Theaters sollen 800 Gründer mit 100 Schilling und 11000 Mit« alieder mit einem Jahresbeitrag mm je 20 Schilling Mden Mau will, tvie diö Proponenten sich maßvoll,ousdruckicu, „echtt Kunst mit ersten Kräften zu billigen Preisen bieten." Dei Rektor der Hakcnkreuzuniversität behauptete, ma.n tverde bcB erkennen: Wien wird wieder eine Tlieaterstadt fein, eine Quell» edelster und erhabenster Kunst und Kultur. Afttvarten ml'd nicht verzweifeln! Die BurggarttnkMtzerte. Die täglichen Burggartenveraltstaltungen erf^.teu sich einer zrmehmendeu Belicocheit uni bietet an den schönen, warmen Sommerabenden der Burg« garten, eine willkom.nlene Erholungsstätte sür alle jene da den Sommer ganz oder wenigstens teilweise in Wimr ^erbringen nrüssen. Die Aufführungen toctbcit aber gleichfalls täglich von zahlreichen Fremden' besucht, die ihrer Bewunderung über diese in der Welt, einzigdastehendcn Freiltchtveranstaltungelr im schönsten Garten Wiens unverhohlen Aus« drilck vcrleihell. Besonderen Anklang finden die Darbietungen des Wiener Symphonicorchrsters unter der Leitung Marti« Sp-örrs und Anton Kon'raths sowie die Operndorstcl« lungen unter der Leitung Friedrrch Gr übers. Die berde« Vorstellungen der „Verkauften Braut" waren vollständig ausverkauft. Die nächste Woche bringt unter anderem das rerzeni inszenierte Märchcuspiel „Der Herr vom Berge" von Löwen- . berg. Musik von Karl Vogler, imter Mitwirkung des Wienm Sympholucorchcstcrs unter Leitung Theodor Christophs Die Jnszenierilng liegt in den Händen von Frarr Lairrc Knapek, das Ballett arrangiert Herr Willy Fränzel. H. Leiwik in Europa. Der amerikanisch-jüdische Dramatiker H. Leiwik (auch als Lyriker geschätzt) werl-t letzt in BeUvm, wo ihm der Klub jüdischer Schriftsteller und Künstler „Scholen: Aloschenr" einen herzlichen Enrpfana bereitete. Dar Romanerer Bergelson hielt beim Empsaugsa'bend die BogrüßungsarOiräche an den Gast. Dieser las bei bom Abend enftge Szenen mis senrelU' jüngsten Werke, dem symiboilischen Dmma „Lamad- Waf". (Der Titel bedeutet die Zahil 36, welche ein legendarisches , Symbol für die 36 ZadikUm ist, lvolchc nach mystischer Legende in feder Generation' die Stützen der Welt sind, da ihre Exlstelti den lveiteren Kreislauf der Welt gewährleistet.) Leiwrk. de: auch dem Wiener ThoateppuhWum durch sein starkes soziales i Drama „Schmales" bekannt ist, weilte, einige Tage in Berlir > und ist dm.n nach Polen gevcsst, wo er einige Wochen verbleibt ' Hieraus bcaib: sich der Dichter in seine russische Heimat. in welchsr er noch unter dom Zarenregimc wegen politischer Vergehen einqekevkert und aus der Hast nach Amerika geflü-chde't war. Nadioprogramm. Sonntag den 21. Juni. 11 Uhr: Mener Symphonietonzort: Beethoven, Ouvertüre zu „Egmont; Beethoven, Violinkonzeri (Violine: Prof. Hugo GotteSmann): TschaikowSki: 8/mvhoni« pathätique Nr. 6. — , 4 Uhr: Nachmittagskonzert: Strecker, Auf Welle 530 (Marsch); Strauß, Geschichten aus den Wienerwald (Walzer); Grieg, Sonate b-Dur, II. und Hi. Satzj TschaikowSki, Lied ohne Worte; BernärdS, Russischer Kosakentanz; Smetana. „Die verkaufte Braut" .(Phantasie); Meyer. Hellmund, Mondschein-Serenade:. Lincke, Glühwürmchen-Zdhll: Lindemann, Schlagerblitze (Potpourri); Scassota, Caravan, (orientalisches Intermezzo). — >8 Uhr: „Der Evängelimankst von Wilhelm Kienzl. . Montag den 22. Juni. 11 bis 1 Uhr: VoMvittagsmusik. — 4 bis 7,6 Uhr: Nachmittagskonzert. Urbach, FÜegermarsch; Lehar, Cupidowalzer; Bennett, „Die Nasaden" (Ouvertüre); Beethoven, Largo auS dem Geistertrio; ArenSky, Wiegenlied; Wagner, Wotans Abschied und Feuerzauber; Ganne, Extase; Drdla, Frühlingsserenade. - : Serichtssaal. tzin gebraudmarNer Denunziant. Der Prozeß des Gustav Fische« gegen den Leiter des Palästina» amtes. Bor dem StrajfbezivkSgorlcht 1. (Landesgerichtsrat Dokwr Ar ie) gelangte gestern die vom PrivatNägor Gustav F i s ck) e r : gegen den Leiter des Wiener PalästinaamteZ Dr. Blauer «ugestvougte EhrenbeloidigungÄllage zum Abschlüsse. Dr. Blauer i hatte sich zur Erbringung des Beweises erboten, daß die von : ihn: gege-nülber dem Kläger, gebrauchten Bemerkungen, Fischer 'sei. gemein, ein Intrigant un>d ein charakderiloiser Mensch, der ' Wahrheit entsprechen und 'berechtigt feien. Es gelaugte zunächst die von dem. PrivaMäger, eiuoiu che-. maligen Angestellten des Palästinaamies, gegen diese Justi-> tlltion an die Ptzlizeiidireftiou gerichtete Anzeige zur Berlosuug, lvorin sich Herr Fischer' du. Beschuldigungen und Schmähungen sowohl gegen das Palästiuaamt als aiuch gegen die Person des Hern: Dr. .Blauer ergeht. Ferner wurde eine Zuschrift des Klägers au den Bizokanizler Dr. Waher verlesen, in welcher, von eiper „t-alm.udischen Prozeßführung" sowie davon die Rode ist,, daß Fischer sich darüber lmuchere, w ir es kommen konnte, daß.Dr. Blauer, der aus .einqm. ostgal.izifchen Krähwinkel stamme, biiblische Vornamen trage und doch nickt der „deutschen Rasse" angehöre, österreichischer Bundesbürger durch Option w e r d e n k o n n t e. Im Sinne des angebotenen, umfangreichen Wahrheitsbeweises wurde auch eine Reihe von Zeugen eilmerimnemen, die geradezu vornichtende Eiuzelheit-en gegen Fischer vorbrachteu. Der Zeuge Nebenzahl, Mitglied des Präsidiums der Palästinaamtskolumissiml, berichtete über die ungchörige Bovgangstveise Fischers, der sich unter lächerlichen , Altsslüchteu bcharrlich weigerte, vor.der Kommission zu er- 'scheinen, um näheren Aufschluß ii'ber seine Verleumdungen zu! geborl. Fischer sei auch, Ubzlvar er sich schriftlich selbst veri pflichtete sich, dein Urteilsspruchc des ziviristischen ParteigerichteS zu unterwerfen, zur anberamnten BerhmMuug nicht erschienen. > Der Zvllge R e t t e r gab an. daß Fischer ihm ac^uübm unerhörte Beschuldigungen gegen Henm Dr. Blauer vorgcbracht habe, weshalb er eS, nachdoni Dr. Blatter von einer Dienstreise auS Palästina zuvückkehvle, nicht Vovstcheil kormte, wie Fischer sich noch Dr. Mauer auzubiederrt tvagte. Der Zeuge M. A. T e n ne nbl a t t, Vertreter der Telegraphenagetttur I. T. A., teilte init, daß Fischer sich ihn: seinerzeit angobotetl habe,' mit statistischen Daten ln einer Preßpoiemik gegen das Palastiüaamt dienlich Al sein.