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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-21 · Heft 2275 (21.6.1925) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2275 (21.6.1925)
Date
1925-06-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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SeileS Dien, Sonnlag Wiener MorpenzeitunO. S1. -Kunl MS M.M6 »er jüdische Faerndtag in Pttßburg. j Wie schon berichtet, findet am 27., 28. Änd 29. d. ln ^Preßbuvg em Jugendtag der jüdischen Skauts, Turirer jiun- Akademiker aus der Slowakei und Karpatho- Rußland statt. Das Programm der Feier umfaßt u. a>: Samstag den 27. d., 9 Uhr abends, im Spiegelsaal«: ^Fckerliche Eröffnung. Festredner Dr. Nahum Gold mann, Berlin. Sonntag den 28. d., 2 Uhr nachmittags: Großer .Festzug aller Teilnehmer von der Fürstenwiefe zum Sportplatz der MaRabea. — 3 Uhr, auf dem Sportplatz: Fahnenweihe der Turnsektion Makkabca (Preßburg), Gelöbnis der jüdischen Slauts, großes Sport- und Turnfest unter Teilnahme des Wiener Makkabi. — Abends, halb 10 Uhr: Kinoreimte. ,L)as Land der Verheißung", der neue Palästinaftlm. Einleitender Vortrag Dr. Hugo Herrmann, Brünn. Montag den 29. d., halb 9 Uhr, Spiegelsaal: Jugeridkonserenz. Festredner Dr. E. M a r g u l i e s, Leitmeritz, Generalsekretär der jüdischen Völkevbundliga für die tschecho-flowakische Republik. Buch- und Handarbeitenausstellung. — Halb 11 Uhr: Kinoredoute. „Das Land der Verheißung", der neue Palästina-film. Einleitender Vortrag Generalsekretär Adolf Pollak. 4 Gerim. Bon Hugo Herrmann.*) Niemand wird, über aller Zersplitterung, die große "tzemeänschaftsbildende Kraft verkennen, die in Palästina am Werke ist und die sich vielleicht am stärksten in den ,-Fremden" manifestiert, die das neue jüdische Leben an sich zieht und sich eingliedevt. Assimilation mit verkehrtem Vorzeichen und ohne Druck, ohne Zwang, ohne Verachtung von der einen und ohne verdrängte Minderwertigkeitsgefühle von der anderen Seite . . . Da ist eine neue Kolonie, in den Windeln noch sozusagen, Chittin, nach dem System des Moschaw mit Chaluzim, die dem Misrachi, der orthodoxen Fraktion im Zionismus, angehören, im Frühling 1924 angelegt. Die Siedler sehen etwas anders aus als sonst meistens, bärtig, auch etwas älter zum Großteil. Ich besuchte sie zusammen mit einer Kommission der Kolonisationsabteilung der Hanhalah aus Jerusalem; die Führung besorgte einer der jüngeren Chalutzim, der auch die Verhandlung mit der Kommission führte, denn er ist der Mukhtar, der Dorfvorsteher, der die SiedKring den — jüdischen und nichtjüdischen — Behörden gegenüber vertritt. Daß man einen der jüngeren Ansiedler zum Vorsteher gewählt hatte, war weniger auffällig, als daß es, wie ich hörte und <mch selbst auf den ersten Blick erkennen konnte, ein Nichtjude war. Der typische russische Bauer, blond, hochgewachsen, etwas schwerfällig, vertrat er voller Pfliicht- Äewutztsein in ganz flüssigem Hebräisch die Interessen dieser Siedler, die den Ehrgeiz haben, eine „fromme" 'Kolonie außMbauen. Der Mukhtar ist, trotz seiner Jugend, der Frömmste von ihnen, Sohn eines Ger, eines jener russischen Bauern, die — wirklich aus Ueberzeugung zum Judentum übergetreten sind. - Ahnt man, welche Summe von Schwierigkeiten, Mühen, Nöten, Sorgen, Verdrießlichkeiten der Führer der neuen Siedlung auf dom 'bisher unbebauten, windumbrausten Hochplateau über dem tief unten in unwahrscheinlicher Schönheit blauenden Kineretsee zu tragen, zu überwinden 'hat? Der zum Chaluz gewordene Muschik - trägt sie, überwindet sie l e m a a n h a s ch e m, um Gottes willen, um jenes Gottes willen, der seinem Volke geboten hat, dieses Land zu 'erlösen aus der Knechtschaft der Völker, die ihn nicht kennen... Religiöse Form wird zur Landessitte und das alltägliche Leben zum Gottesdienst. Sind sie gottlos, jene Chaluzim. di«, das Land erlösen nicht um Gottes willen, sondern um des Volkes, um der Wahrhaftigkeit ihres Lebens willen? Nirgends vielleicht in ganz Palästina fühlt man so stark und unmittelbar den Zusammenhang mit dem Absoluten wie im oberen Galil, in den Fivbernestern am Meromsee und in den Bergdörfern unter dem Hermon, Metullah, Kfar Gileadi, Tel Chai, Ajeleth haschacher. In Kfar Gileadi, der großen Kwuzah, dem ,^inderdorf",.( wie es Hugo Bergmann einmal genannt hat, zeigte mir einer der Chawerim Hof und Stall, Wohn- und Kinder? Häuser, den von ihm selbst angelegten und gepflegten großen Obstgarten und die von rührender Liebe umhegte Anlage an der Stelle, wo Trumpeldor, der 1920 gefallene Held des Galil, zuerst begraben worden war, vor der Ueberführung nach dem gemeinsamen Friedhose am Wege mach Tel Chai. Wie er alles erläuterte, mit der Selbstverständlichkeit und dem Stolze, die ihnen allen dort eigen — Selbstverständlichkeit der moralischen Forderung, Stolz auf das Land und seine Möglichkeiten —, wie er vom Leben der Chawerim gerichtete, vom Leben in den KinVerhäusern, dem Kindergarten und der Schule, wie er von Trumpeldor erzählte, niemand hätte den grotesken Einfall haben können, er sei kein Jude. Und doch ist er vor vierzehn Jahren aus seiner holländischen Heimat nur durch Zufall nach Palästina gekommen, nur durch Zufall mit einer jüdischen Kwuzah 'bekannt geworden; das Leben gefiel ihm, er blieb acht Tage, arbeitete sein Essen ab, aus den Tagen wurden Wochen, Monate, Jahre. Zu Kriegsbeginn fuhr er in seine Heimat, sogleich mach dem Waffenstillstände kam er wieder — weiß er. selbst, ob er Christ ist oder Jude? Chawer ist er, das weiß er und wissen *) Vorabdruck aus dem in Kürze erscheinenden Buche „Eine werdende Welt. Reiseeindrücke aus Palästina" von Hugo Herrmann <mit freundlicher Genehmigung des Berlages . Dr. Joses Flesch. Prag), JUWELIER J MORIZ OESTERREICHER I. Wlppllngarttrafi« SP SMtr Eingang betendtn pnirwarttr Jamalen and Silbarwartn alle im Lande, Genosse, Bruder, Freund, der aus freiem Willensentschluß sein Leben mit dem Werden dieses jüdischen Genreinwesens verknüpft hat. Das alltägliche Leben wird zum Gottesdienste und religiöse Form zur Landessitt«. Der Freund, der mich eines Freitags nachmittags im Hotel zu Jerusalem besuchte, ist nicht religiös. Doch im Begriffe, eine Zigarette anzustccken, sagte er plötzlich: „Ach, ich glaube, es ist schon Schabbath", und tat die Streichhölzer wieder weg. Nicht aus „Frömmigkeit", auch nicht aus Scheu vor der Jn- 'tolera.nz der Orthodoxie, — es ist Landessitte, der er sich fügt, weil er sich der jüdischen Gemeinschaft Mrechnet, obgleich er selbst kein Jude ist. Gin Künstler, ein Moderner, höchst kultivierter Mensch, ein Deutscher, der am Deutschtum der Nachkriegszeit verzweifelt hat, der sich der Nation der Rathenau- und Landauer-Mörder entfremdet stihlt, ist er hierhergekommen, zunächst wohl einfach als Freund seiner Frau, einer überzeugten Zionistin, und hat hier staunend gesehen, daß fern von der Welt, die in Fäulnis und Gestank zerfällt, ein neues Leben gebaut wird, arm noch, klein und mühselig, aber auch rein, stolz, voll ehrlichen Willens zum Guten. Aus dem Staunen ward Liebe, Hingabe, verständnisvolles Mitwirken, und heute identifiziert sich der Künstler, der Mensch in voller Selbstverständlichkeit mit allem 'Jiddischen in Palästina. Drei Gerim, drei Stufen der Assimilation mit umgekehrtem Vorzeichen. Ich spreche von ihnen nicht, weil ich 'stolz wäre auf die Anerkennung unseres Wertes, die in ihrem Verhalten liegt, und als ob ich — wie die beflissenen '„Assimilauten" — auf ihr Zeugnis mehr hielte als auf das von Juden. Ich glaube, sie sind ein Zeichen für die gemeinschaftsbilidende Kvaft des jüdischen Palästina. Und daß es eine wirkliche Kraft ist, keine irgendwie politisch zu wertende „Tendenz", dafür ist mir Beweis, daß die Gerim selbst und die Juden von diesen Erscheinungen nur zögernd Kunde geben, als schämten sie sich. Das Geschehen ist zu pathetisch, als daß man es einfach verkünden dürfte, als tägliches, stündliches Geschehen, und -nicht Gefahr laufen müßte, theatralisch zu erscheinen; nichts aber hassen sie dort so gründlich wie das Pathos des Wortes. Wenn sie von der Arbeit, den Formen der Wirtschaft, von Plänen, von Budgets, von Schulden, von Tabak oder Getreide sprechen, geraten sie in Eifer, werden heftig und die Beredsamkeit erklimmt eine erstaunliche Höhe: kommt aber die Rede auf sie selbst, das Menschliche, das manchmal Uebermenschliche, 'so stockt das Wort, sie werden verlegen, schüchtern, einsilbig, es ist, als schämten sie sich Helden zu sein. Wenn hier so mancher oft und allzuoft von „unseren Chaluzim"'deklamiert, mag das ein leider unvermeidliches Mittel der /Propaganda sein; hier wird geredet, dort geschaffen; und ün Erez Israel lernst du, was doch die größten Menschen Hetzer Zeit gewußt haben: Großes wächst nur in der Stille. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltlich« Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Hallo, hallo, hier Radio Wienaus Welle Reftaaratkonrwesen ia Berlin. Wiederum wird Groß-Berlin am 1. Juli d. I. die Eröffnung eines erstklassigen Restaurants, und zwar unter Aussicht der Adas Jisroel zu verzeichnen haben, das zu melden nicht unterlassen >werden darf, um so mehr als es sich um ein streng koscher geführtes Unternehmen handelt. Herr Simon Gerecht, ein durch sein gttt bürgerlich geführtes Restaurant bestens bekannter Restaurateur, hat in Berlin, Münzstraße 17, Eingang Königsgraben %, ein neues Unternehmen geschaffen, von dem man mit voller Berechtigung sagen muß, es ist erstklassig in jeder Beziehung. Die Müllem Komfort der Neuzeit ausgestatteten Räumlichkeiten, SpieseziMmer und Festsaal erfreuen gewiß joden einzelnen Besucher. Küche und Keller bieten unter Persönlicher Leitung der Besitzerpheleute Gerecht das beste, ohne die Preise höher zu halten, als sie allseits üblich. Es wäre somit ungerecht, wenn, das neste Unternehmen nicht den weitgehendsten Zuspruch aller nach Berlin kommenden Interessenten haben würde. Die Unternehmer haben bewiesen, und das ist anerkennenswert, dqß man unt koscher zu essen, nicht mehr gezwungen ist, in fragwürdigen, der Jetztzett nicht mchr entsprechenden Lokalitäten zu verkchven; sie haben unter großem Kostenaufwand ein Etablissement geschaffen, auf das sie stolz sein können und jeder Gast wird finden, daß das was hier Wer das Restaurant Gerecht gesagt wird, in des Wortes voller Bedeutung gerecht ist. (Entgeltlich.) Wien, 21. Juni. - Das Wetter. Gestern nachmittags wurde es estvas wärmer. Die Voraussage meldet keine wesentliche Aenderung des Wettercharakters. * Verbilligung der Fleischpreise. Unter dem Einflüsse der günstigeren Zufuhren aus den dieswöchigen Biehmärkten. die eine sinkende Tendenz bewirkten, und der besseren Beschickung der Großmorkthalle haben sich die meisten Flesschorten auch im Detailhandel im Presse verbilligt. Rindfleisch wurde um 20 G. und Kalbfleisch um 20 bis 30 G. namentlich in mittleren und minderen Qualitäten pro Kilogramm im Preise herabgesetzt. Die bereits in den Vortagen angekündigte bevorstehende Verbilligung der Fleischpreise brachte gestern der Gr-oßmarkthalle besseren Besuch als am vergangenen Samstag. Trotz gesteigerter Nachfrage langten sämtliche Vorräte für den Bedarf aus. — Der Naschmartt wurde in bezug aus Gemüseerzeugnisse einheimischer und auswärtiger Herkunft reichlich dotiert. Mit Ausnahmvon Salat, der sich im Lause der Woche billiger stellte und gestern nmßig im Presse angezogen hat, blieb die Preislage aller arideren Gomiisrsocten tabionär. Die Krrschenzusuhreu haben vMbepgehenh abge-. nommen, dürften aber in der kommenden Woche, da die fta* lieferunaen ms dem Inlands -im Zuwehmen sind, Vesser worden. GsslÜgel, Fische wie auch Butter und Eier wurden in bedarfdeckenden Mengen aus die Märkte gebracht. E Di« Sorg« für den Sommereinkaus steht vor der Tür. Jetzt heißt eS, die richtige Quelle zu finden und sich an diejenigen Firmen zu wenden, die in der Lage sind, die Dame und den Herrn von der Konkurrenzlostgkeit der Warenangebote in Quali'.ät, Preis und moderner Musterung zu überzeugen. Ein Weg durch die T a b o r st r a ß e fuhrt uns an dem populären Warenhaus Brüder S ch i f s m a n n vorbei, das sich im Laufe eines langjährigen Bestandes als ein Unternehmen ersten Ranges unter der Führung des allgemein geschätzten Fachmannes Max Schiffmann bewahrt hat. Im Warenhaus Schiff mann, 2. Dez.. Tabor st raße 4 8, kann auch derjenige, dem nicht allzu große Mittel zur Verfügung stehen, seinen Bedarf an Garderobe und Ausstattung decken. Ueberaus aktuell ist jetzt der als Gelegenheitseinkauf gedachte Zeitpunkt fiir die Sommerwaren-Sonderangebote. Für das leichte Sommerkleid finden die Kunden reichhaltigste Auswahl in den bekannten Modestoffen wie Crepe de Chine, Crepe marooain« und den anderen leichten Sommergeweben, v" v“ cw-*——x n, die für den Aufenthalt aus dem Lande und im Kurort in Betracht kommen. Ein besonderer Beweis für die außerordentliche Leistungsfähigkeit dieses Unternehmens: K l e i d e r- V o i l e in allen Dessins und Farben per Meter nur 9890 K. Nicht zu vergessen sst auch das Lager in Chifsonen und Leinen, fertiger Leibwäsche und allen Modeartikeln vom einfachsten bis zum feinsten Genre. Ueberaus preiswert sind auch die Struinv f- und Wirkwaren. Für den kommenden Herbst hat das Warenhaus Brüder Schifsmann eine mustergültige Kollektion von Teppichen, Vorhängen und Bettdecken in allen Preislagen vorbereitet, so daß der Besuch dieser Firma sich für jedermann lohnend gestaltet. * Die Fahnenweihe der zionistischen Sektion 0—8. Heute findet im Tenrpel in der Schmalzhafgasse die feierliche Fahnenweihe der zionistischen Sektion für die westlichen Bezirke Wiens statt. Tempel erösftmng halb 11 Uhr, Beginn der Feier 11 Uhr vormittags. * Artistenprüfung unter freiem Himmel. Die Internationale Artistenorganisation hat beschlossen, die nächste Artistenprüfung im „Metro", Vergnugungs- und Ausstettungspark. 2. Bez,, Prater, Ausstellungsstraße, und zwar am Samstag den 27. d. um 3 Uhr nachmittags abzuhalten. Der Eintrittspreis wurde auf 1 S. herabgesetzt. Karten sind im Bureau der Artsstenorganssation, Wien, 2. Bez., Praterstvaße 43, täglich von 9 bis 12 Uhr und von 3 bis 6 Uhr im Vorverkauf erhältlich. E Eine koschere Selchwarenhandlung in Bad Ischl sowie Bad Hall gibt den P. T. Kurgästen Gelegenheit, ihren Bedarf an koscheren Wirrst- und Selchwaren einzudecken. Sämtliche Waren stammen aus der bekannt koscheren Fabrik Moritz Lazar, Wien..Zu jeder Tageszeit kalte und warme Speisen. * Sie versäumen den Zug! Wenn Sie nicht die Gms- Zwei-Drei-Fahrpläne in der Tasche haben. Sie Wunen nicht in Zweifel kommen, welchen Zug Sie zu benützen haben, den ein Griff, ein Blick gewährt Ihnen, ohne daß Sie lange suchen müssen, den benötigten Aufschluß. Die grüne Ausgabe der Ern s-Zwei-Drei-Fahrpläne ist das vollständige Fahrplanbuch Oesterreichs, ohne Niederöstorreich und Burgonlarrd, mit allen in'ternationallen Anschlüssen und Zugsverlbindungen; die graue Ausgabe bringt den Wiener NÄwerkehr, Niederöfterreich und Burgenlaud, mit den Fernanschlüssen >der direkten Züge. Es gibt körn Kursbuch, in dem auis estrfacheve und praktischere WeAe jede Zugsverbrnidung und jede Station zu finden wäre,. als in den Eins-Zwöi-Dvei-Fährplänen. Jede Ausgabe ist zum Preis von 1 S. auf allen Bahrchofen, in aller: Buch- und Papierhandlungen und Tabaktraswen erhältlich oder direkt bei I. Rafael, Wien, 1. Bez., Graben 28. * Das Liebesdrama in der Krieau. Der 23jährige Schmiedgehi'lfe Ferdinand Drucker hat Frettag nachts seine Begleiterin, ein junges Mädchen, in der Krreau durch einen Revolverschuß schwer verlebt und sich dann erschossen. * Der Storch im Meidlinger Bahnhof. Aus Ach au kam am Donnerstag nachmittags die Gärtnersgattin Anna Lindner im Südbahnhof Meidling an. Sie wurde von Göburtswchen befallen. Im Gepäckraum genaß die Frau unter Assistenz des Arztes der RettungSgeseÜschaff und einer zufällig anwesenden Hebamme eines gefunden Mädchens. E Schlammbad Pistyan. Urkräftige Bäder gegen Rhemna, Gicht, Ischias. — Schlamm für Hcvuskuren und alle Auskünfte: P'styanbnreau, 9. Bez., Alserstraße 32. * Selbststellung des JuwelenhLndlers Amelin. Wie berichtet, ist im Mai der SSjährige frühere Baron Artur Anr elin aus feiner Wohnung, Schottensöldgaflie, verschwunden. Eine Anzahl Juweliere hat gegen 'ihn die Anzeige gemacht, daß er von ihnen Juwelen um viele Hunderte Schilling zum kommissionsweisen Verkauf übernommen und nicht zurückgestellt hat. Nun ist in der Zwischenzeit ein Teil >der Juwelen sichergestellt. worden. Sie waren verpfändet. Tlmölin hat sich ain 16. d. im Landes- Eichte seGst gestellt. Er wurde >gegen Geköbms auf freiem Fuß belassen. E Ein idealer Aufenthalt ist die Hotel-Pension „Rndolfshöhe" in Bad Ischl. Schönste Lage, von herrlichen Nadelwaldungen umgeben. Täglich Künstlerkonzerte. Mäßige Presse. * Die Betrügerei«« der Frau Ronah. Die Hochstaplerin Frau Margit R o n a y, die aus >der Irrenanstalt wieder in das Gefängnis überfuihrt worden ist, wurde gestern vormittags in ihrer Zelle im Bott eiuvernommen. Der Untersuchungsrichter verkündete ihr >den Bescheid, daß über sie die Präventivh a s t verhängt ivovden sei. E Erholungsbedürftige suchen mit Vorliebe die bestrenommierte Pension Lehner in Bad Ischl, Brennerstvaße 19, aus. * Den Gatten erstochen. Der 28jährige Gastwirt Gustav Marufchak ist gestern nachts in der Küche feines Gasthauses, Wien, 11. Bez., Fabig-angasse 1, von seiner 22jähvigen Gattin im Verlause eines Streites durch einen Stich mit einem Kttcheumesser ins Herz getötet worden. Die Frau imtrfce verhaftet. E Die Vorteile eines eigenen Heimes finden Sie in der Hotel-Pension Deigner in Baden bei Wien, Heler^nstraße 71. Erstklassige Verpflegung, prachtvoller Garten. E Palästinareisen mit den Dampfern >der svanMschen Linien ab Mavsellle oder Coustanza. AusVüufte und Billette: Compagnie Generale Trausatlanbique, Wien, 4. Bez., Wiedner Gürtel 24. * Das Llteste wissenschaftliche Instrument. In Oxford erosifnete Lord Crawford das neue Museum wissenschaftlicher Instrumente. Seine Entstehung verdmckt es der Schenkung, d:e Mr. Lewis Evans der Universität aus seiner bedeutenden Sammlung.gemacht hat. Die Sammlun« umfaßt nach der Jluttftdjromr V3 astronomische Instrumente. Das Älteste stammt aus dem Jahre 984; es ist ein persisches von AhmaS Ulch Mahmud, und ist das erste bekannte, datierte wisseuschaftlrche Instrument. Außerdem befirchen sich in ihr zahlreiche verschiedenen Zeitepochen, Magnete, frühere Kompasse. Mckvchkope md andere optisch« JsstruMMte.

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