Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2275 (21.6.1925)
- Date
- 1925-06-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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M. -378 Me«. Oonntag A. Juni 1ÜS5 Ztzstk 7 ZOrhlnr Seidanhaus UkM?H ™ "•W*"' S .Wlllhalm >., Bauernmarkt Nr. Sa «• >-, Tuchlauben Hr. » Araber tviMen picht. Am 1t. Mai, dem Tage der Wahl zur Kammer, siegte in Dran der linke Block oder, wie er von den Spaniern genannt wurde, der jüdische Block, wöhvender Kandidat dar Rechten, der Bürgermeister der Stadt, drttchfiel. Er konnte feine Niederlage «ich» verwinden und ftibv bete die sogenannte „lateinische bet zum größten &ß Spanier anMsren, mit den, Hweck der Btekämpfung der Irrden und des Linksblocks. .In dich« so antisemitisch «chsizten Atmosphäre wurden dtzBorberettuMn für dir Gemeind«, rat-wähl«», dl« E 8l>. Mai sttttifanden. getroffen. ttm Wahltag d'Lcchzogen die Terrorbanden m lateürischen Liga die Sradt. um die Wähler zugunsten der List« deS BÜrgvnneistrrS jt Seimftusse« Die Hutzen, gestützt auf die Äffährige SchMteg als gleichberechtigte Bürger, zeigten stch solchen BeeinflussunM unzugänglich, was allerdings nicht hinderte, datz dir reaktionäre Liste schließlich mit einigen Stimmen Mehrheit gewählt wurde. Nun geschah etwas Sonderbares. Di« Huden wt< anstatteten unter VoranStragung von Fahnen eine Demonstration gegen den Bürgermeister, weil er als Franzos« mit Hilfe der antifranMschen SpaMr stch den Sieg erzwungen habe. Di« Spanier veranstalteten «ins Gegend«- m ' n st t n tion. die beiden DenwnstrationSzüge stießen önfcirtanrer, die Spanier holten sich beim arabischen Pöbel Sulknss und es kam zu einem regelrechten Straßenkampf, wobei das jüdische Viertel gestürmt und eine Synagoge bö» lager: wurde. Die Nnruhen dauerten einige Lage, W Gendarmerie und Militär die Ruhe wieder herstellten. Die Huden csauten sich nicht so wicht und, wie selbst di« französischen Blätter damals feststellten, snnktionierte der jüdische Selbst schütz tadellos. Das Ergebnis dieser Schlacht war, d„ß auf beiden Seiten, aus der jüdischen wi« ans der gegnertsckpn. die .Iaht der Verletzten so ziemlich di« gleiche Nwk. Javanischer Mngkamvi in Me». Bon Egon Dietrichst«!«. Hüben Sie nie daran gedacht wenn Sie nachts allein durch duntls Gassen nach .Haus« gln-gen von rückwärts oder non vorne, von rechts öder ltn-ks übersalltn zu werde»- SS lwauchr Ihnen doch nur jemand akn Bein zu stellen --- und sie liegen auf der Rase! Habrn Sie also nie -äkan gedacht, daß Ihnon derlei passieren könnte'? Nein- Das war wahrhaftig sehr unvorsichtig. wch vor Em eine Fllge, daß Sie den Jin- Hiffu-Kl-ub nicht kennen.. Hätten &k )tmti dlosen Klub besucht, dann tvürden Sie es gar nicht begreift», daß Sie sich, ohne im richtigen» ftlbstvcrreldiqeiisen Besitz ihrer Ärni« und Beine, dir Sie bisher n,u>r ganz iwvsusächüchen Funktionen zilsichrten, durch dieses ölende Dasein schlappen konnten, chn« bereits wiederholt .torgekchlageii, ni^crgemetzdlt, geknebelt und ausgeraubt worden zu lein. Der mub der ^riu ryitrn^iov^tvifo'Lhw^tt sich i^en unsichtbare, aber ofsenhar äußerst gefährlich- Angriffe, kämpft Mön tlc hin'tMsügrn, nicht anwesZiM» Feinde, zweimal wöchentlich, auf der frtMichen Lue-.isaalmatratze eitttS Gymnasiums. Und wenn überhaupt noch irgend jemand lmechtigt ist, die SteiNkloPifechanS-tzhNosoPhie zu betrMn, ft ist «S der M-Jitfnmivr: ES kann ihm nft q'sthchn. Sondern nur dem Gegner, Mit einem Schlag der steinlharwn, msst«eschars«u .HaMantr, mit einem tückischen, scheinbar harmlossn Miss am Ävm oder am. UntevschetM bringt «r ihn zu Fall. Der Gagirer sin-kt um wie «in Sack. Wenn er es Nicht Mva vorzicht, sich wie ein Wurm, dor nicht ciitmat getreten wurde, zu krümmen und in Schllan.gsnttn'wn zur Ende -u winden. Dichter Gtzg. ner stcht scheinbar einlgevmaßen sch auf seinen beiden Füßen. Ein geschielter J!ü--Jitsu-Griff — an, Hals, utn Nacken —, er liegt auf d^ni Boden. Die Hlu-Hitsuattek find oie denSbar friedlichsten Leute. Beamte, Akadömiker, Stndeimn. Es find li«lbtznslivürd!.ge» zuvovkomineitde Menschen. Ihr Führer und Meister, Herr Kvwaiski, P charmant. Dennoch - wenn ich aufrichtig sein soll wirken sie aus mich, .Ivonu ich sie trainieren schtz, etwas bklmruhigend. Ich weiß, dieses Training ist prophylaktisch. So- .lange dl« Herren nicht an»MrWn worden Mibe» Handkackten, Finger, Kainntuslkeln s^ufagen vensorgt, tn der Scheide, l'lbör ich bin von ängstlicher Natur und es irritiert mich, mit jeutündöUt am Tisch zu sttzvu, der einen geladenen Revölder irgeridlvo in der Lasche verwahrt. Jeder diösox .Heroen ist mm an sich ein Avsenat tüOscher Waffen. Jeder dieser Herren trügt sie. W-itternackt ausgezogen, an sich, in sich, bei sich. Sein Körper ist auS Schwertern, Messern, .KickMir -ttsatMMNgesetzt; aine WaslfvitmuMlatur. Das alles ist. ich weiß, Ptttzchylaxe. Es könnte gefchchen... Und es könnte wirklich gsschchen. Denuoch ist der J'tu-Jitfuancr von einer Maä« besessen: Er krt stch int MfahvenkschiZlenton. Die Idee, löbsnSMährtich angMiffen und zur Solbstvektetdigimg Mvuiywn zu werden, ist chm in Fleisch und Blut seines harttvatnierAn Körpers Übergängen. Lavkaritt ficht im dchaglichsten WirtchauSstüberl des Mfranzösischan Heimatstädtchens den aus Wüstensand nächtlich -hepanWetchendon Löwe», und ivappnet sich, am Biertisch, ZUM K<nn>pf gegen die Bestie. Der Jiu-Jichtaner stcht den Gegner, der ihn aus offener Straß« übsüfällt. Ür streckt ihn mit zwei FiMrn nieder. Ich aber seht den Gegner nicht. Ich habe mich von dt>m Gedanke», Überfallen und getividblt zu tvetdün, losgdlLst. Der Iiu.Iitsuaner kann \\m mir diesem GedaBen lOett. Gr ist «in wen»g — zu einer Man!« geworden. Aber die Idee ist au sich gchtnd. Hebt dar SeBstgchMl, gibt UeberlMNheft. Die Iiu-Jitzuamr. die AstwchvgÄÄchnten» tochren sich auch uftt EpsÄg gegen den Bovwuvf. daß ihre Technik mit* «ine syskmattsche, dafür «dev lebensyesährtiche Nauserei ist. Ihre Kü'lst. sagen st«, fei sine Kuirft. Mit Kettttkttis der ünMot In Wuchwaren tu tltf 7»6«rßGkßG« Prolmn M m EOOflge, gtstfeüt O <40 SO0 tn Epönge, glattfarblf ....... f $.80 K»',llS5 W luafOCIliici lOOtffl breit « 4.80 töOfflVoll-MerquIitüe. Ä Herr. Mueier, mern # 8. frans. Öö* e, deisinlert 8 4. f.etnen'Wp« .... 8 8» itfffl.fiourett, alle Farben .8» 80 >70 » 8.86 ftldanwaran «arr^.r.-.is-i* seiden - fmilard« för Kleiner ....... 6 8. Selden'Waaeh*marötaln, gentuatert,!oO ent. .8 •»— m«m» ... — - Bin« Meng« dlver««r Seidenstoffe sia halben Pr8l88n uns» Prinzip: LLL.r2K.'L Echt «hiwuse, »ne a . Serben.8 *«80 feil de Svl. ttrwe . . 6 6«86 Crepe de Chine . von * 8»~ Che iwenee Raye . . .818— Matomie müssen sicher und rasch die empsindlichsten Stellen des Kövpors getroffen werden. Man muß Gegner tÄttff««, Angriff« mavtirwn, um ihn zu verwirren. Iin-Iitsn so! nicht wh, sondern geradezu gelstvoich. Zug mrd Äsgenzug. Cs ffep nicht tri« Kraft, sondern die Schlauheit. Jiu-Jitsu sei sin physisches, spvMchsS Schach. LebenSgsföhvlich? Schmerzhaft? .... Mit Beruhigmvg 1m\ der Klub darauf verweis«», daß trotz ckannlOaltiger Gvlegttcheiteir, MMfallen, noch koln Unfall zu verzeichnen ist. Dabei bietet Jiu-Jitsu yeradezu beneidsnSwert« Borteffe: Fett verschwindet. Schwerfällig« tverden beweglich... Und das alles als Zuwage zu dem gewichtigen Jweck«, nicht «rschlagM oder erdrosselt gu werden. .ibötn Jtu-Jitsumeister ist nach vom Himmel gefallen. Und so beginnt das Training mH stratpaziÄsem Fret-Haus — und Gangikdungen, wckbsi es eine» Spsztal-Jtu-IttsuGang, mit an den Körper gepreßten EÜvnlboM, vsvkvampsten Fäusten nnd M»lanote«btfwegunig«n des Leibes gtbt. Mtt nach den Negrln der Kunst ausgeführten Puvzelbäumen nach vor- und nach »tickvärts, den „FaWbltngen"! Sollte« di« Jiu-Jttsuaner ihre Kenntnisse nicht als Gehednwissenschaft hüwn? Haben sw Jnwvesse an deren Derbreiiung? Gegen einen Jiu-Jitsuaner ist jeder «in Waserl — der Jtu-Jttsuauer ausgenourmen. Jiu-Jitsu ist nicht nur ein BerteidiglMgSmittel, soudcrn auch ein« AngriffSwaff«. Di« Wiener Polizei entschließt sich nun. sich mit diesen japanischen Ningkämpsen zu bsfrvuüden. Dem Wachsbeloidigör oder evtvdschten Verbrecher beide Fuße und noch außerdem «men Arm zu brechen, ist geiviß das sicherste Mittel, Widerspenstigste schließlich zu arretiorm. Kennt aber der Einlbvecher di« Regeln der Kunst, der Wachmann nicht, so kam sich die Arretierung Noch ungünstiger gestalten. Jin-Jitsn wird vovläufi-g weder zum Haß, noch zur Begeisterung Anlaß gaben. Es fcft vom leidenschaftlichen OportsnM noch wetr entfernt. Der Fall, daß tn der hellichte» KÄrnmtzvstvaße ein geschulter Jin-Jitsuaner von der Waffe, von svinen kunstgere-gelten Anyrtffen, Gebrauch machen muß, ist «Gt einmal vsrsintzütt. .M «I iedsch etim» BösMcht «iuffrllen, etwa Swine »ach dem Jiu-Jttsuaner zu werft», «r würde sich spütttsch nmkehren und ihm, wie Davtavi» den GaffeMkbön der Gascogne, znMftn: „Stechen Sts mich mit Schiwertem, meine Herren, aber wicht E Stecknadüln." Sin Srunüvieiler der jüdische« 3«ge«df8ksorge We«s. Es. ist den Aorten bisher noch nicht bekannt gewesen, daß Grippe, Masern und Scharlach die Gesundheit wesentlich stärken. Wie anders solltö man das Phänomen deuten, daß houer, da im Winter und tm Frühling so Viole Wener Kinder von einer bfeltet Krancheiwn heimgesucht waren, tn diosM Somtnor drei jüdische Kindererholnngsheime weniger eröffnet wurden als tm Vorjahrs und dennoch die Wichen Echslungshetme «§ sehr schwer hatten, ihre Plätze zu bsstetzsn. Freilich suchen einige Moieriälvsten dich« Tatsache aivders zu »Mtren. Es gibt heute keine Fürsorgoinstitution mehr, die tnPandö wäre, «tn« groß« Anzahl von Are Mätzen oder gnmtndcht von wesentlich ermäßigten Plätzen zur Verfügung zu swAn. Es gibt f.einö Vereinigung mehr, die sich ln der Lage befände, viele Kinder gratis der Sommerecholnug zuzuGhren. Und sv Ännen nur dann Kinder ans ärmeren Kveffen dich« Wchltat gontößsn, wenn ihr Ernährer zufällig tratet KraMnEaffe angchürt, welche dt« Echolungsfürsorge der Kinder in dl« FamUietwersichevung mit «inbezieht.. . Es ist nun begreiflich, daß tausende mindeBemittckli-er Mischer Wern, die um die Gasnndheit ihrer Kinder bangen, Nach einer Möglichkeit suchen, auch ihrem Kinde in den Ferialmonaten die Galegenheit zu bieten, seinen Gos-undheitszilstand zu höben und zu foftigtn. Und fast all« finden schließlich don Weg Mr Verein Jüdische K! n >d e r s r e u n d«. Vor vier Jahren hat man noch «in rvenlg über die Art der Sommerecholung» di« von dichenr Verein gepflegt wird, gelächelt. Dl« Müder beslnden sich ra>gsübet kr der „Weißau", einem mit. Baracken versehenen hübschen Ewenfleck in der Nähe des Gänfthäuftls, abends aber kehren sie wieder in ihr Vaterhaus zurück. „Sie bleiben ja so doch nur m Wien", meinte man attgeinetn. Di« syftewatische Arbeit des Vereins Jüdische Kinderfröurtde hat aber di« Ooffenffichkeit HM eines Besserer» bclchrt. Nicht nur, daß die städtischen Behörden wiederholt den SoMmererholungsdetrieb des Bereines alS tttusttvgültig erklärien, ft», der» auch dt« «tonMiche DurchschnittMuahm« der Kinder von 3 KilograntM, ihre foiiitgebrannten, fröhlichen Gesichter. sprechen laut für den Wert dieser Aktion. Aber nur wenigen Ansnchenden kamt Ausnahme gNvährt tverden, denn unter den Ungefähr 380 .Kinder«, welche dieser Verein das Mnze Jahr Wer in feinen Heimen erzieht und bcstirforgt, befinden stch genug schwächliche und blutarme, um den größten Teil der S60 Plätze des EchÄnngcheiMes zu besetzen. Mer die jüdischen M«rn haben sich allmählich MvShnt, den Verein Jüdisch« Kinderftennde auf allen (Mieten sein« Tätigkeit als den durchaus nicht gering ein^nMtzenden, letzten Ausweg zu betrachten. Verlafseue Mütter, di« vergebens danach strebten, ihr Kind in einem WaffeichauS miteMbringen» Mütter, di« tagsüber einem Beruf iwchgchen und nicht wissen. waS sie ml» «ihren Kleinen bog innen sollen, unterstellen diese ßettte btt Obhut der Kindergärten «der Heimstätten des Ver eines. Eltern, di« wist«», daß ihr«, einem Bemf nach^hendev jungen Tochter am Abend einer erzicherischen Und doch unter haltende» Beschäftigung in gleichaltriger Gesellschaft bedürfen, beigrützeir die Institution des Mädchenckbenvheimes, in welchem jüdische Geschichte, Hebräisch, Haushaftnn'gsknvse und knnst gewerbliche Kurse nrrt Tanz, literarischer Untechalmuci mw Gesang aAvechsMl. Wenn auch heute di« attgemein^n Nah tungSsorgen nicht mchr so groß sind, wie unmittelbar nach dcm Kriege, so erscheint di« Auflösung fast aller dn-rualigeu jüdischen Kinderausspeisnugen dennoch nicht <rl6 gercchtifertigt, mw mancher arbettSlose, kranke Vater, manche cviverbslosc Wiuve führt daS Kind vor allem deshalb in «in .Heim des Vereins Jüdische KiuderfrvMde» damit es nicht hungert. Es iväre aber fÄbsch, »vollic man dies« Kinderheime oi^ Eleichsheime betrachten. Die vorzügliche Ezri-chnivgsme'hcd.' und der jüdische Geist, die hier herrschen, üben auch auf besser situierte Kreise ihre Anziehungskraft aus. Es ist der Stolz der Leitung dieser Jnistttutron, daß es in den He innen nicht arm und reich gibt, sondern nur fröhliche Kameraden. So ein« Abteilung des Kindergartens in der Oberen Donaustraße Nr. 91, -Mt Sitz des Vereines, gstvährt ein anmutiges Bild. Tisch« und BänEe sind weiß und klein wie in einer echten Kinderstube, die Wände sind mit Mumenge»viuden, Papier arbeiteu und BWern, ducchlvags Er^ngnissen des Kinder garttnS und der Hewfftätten für fchulMchtige Kinder geschmückt und im großmt, fteigchalieneu MittÄranme des Orales spielen die Meine» mit ihrer Leiterin ein hebräisches Noigenspiel. Einige kleine Sonderlinge, die vielleicht eben etwas übel gelaunt waren, blieben jedoch vichig bei ihrem Tischchen sitzen »nfo beschäftigen sich allein mit einem Spiel, -ns der Methode Montessvri entspricht. In den Heimstätten ist das Treiben nicht minder viel' gest-ckttig. Hier kommen Schulnachhilfe, größere Ausflüge nno jüdische Geschichte hinzu. HaUdserdigkeit uny Hebräisch werden systematischer und gründlich gelernt. Das Essen, Frichstucl. Mittagmahl und Jaus«, an dem mittags nur die niinder bemittelten tedlnchmen, munbot allen Kleinen. Cs ist begreffbich, daß vier Kindergärten und zwei Heim stattÄt des Vereines nicht genügend Raum bieten, um an ä>.\- KitÄer üMtknehMn, di« «ngsmeldet werden: daß (Äter.-.- bevöilre und zionistische ÄeztvksEwmtees aller Bezirke fidi wiederholt an den Verein' Jüdische Kindevsrermde ivendcn, er Möge auch in ihrem Bazivk ein Heim eröffnen. Der Verein hat »der schon heute schwer zu kämpfen, um monatlich jksoo Schilling «MßMrittM, welche GtMM di« Erhaltung der de stehenden Heim« evfsrdLtt. Er wird nicht eher feine Tätigten erweitern Annen, bevor nicht alle Juden, die sie gutheißen, werktätig mrthelsen. Spenden werden entysgeugeummmn vom Verein Jüdische Kiwdüvfrouwd«, Dekvetariat 3. Beg., Ober« Douaustraße tn (TMchon SIE), Md von der Administration der „Wieiier M-avgen.zeitung". Siegfried Abeles Sr«, eft&ffi stsen de» »ater. Zwischen dem BHivMat Karl Hei gl, der den Handel Milt Baumaterialien und das AsPhMievnngs- Und Dachdecker güwerbe betreib und in Wien in der Kölln-erhofgass« wohin, und seinem WjÄhvigen Sohn Karl bestanden schon seit langer Zeit Difftedonzen. Gegenwärtig Mt sich Heb in Mauer ans SüMrersrtsche auf. Freitag nachts teilte er nun der hiesigen Poftzeidireittion telephonisch mit, daß sein Sohn Karl ihm ans der Straße vor dem Wohnhaus in Mauer aufgckaueri und gegen ihn auS einenr Revolver sechs Schüsse abgegoben hat, die aber durchwegs das Ziel vevfchlten. Der Sohn warf dann den Micklver wog mtb flüchtete. Der Sohn soll ihn schon Vst mit Geldftrderuugen bÄästigt habou und Über ihre Richidvftillitng erbittert gewesen sein. Der junge Hoistl hat sich gestern früh bei der hiesigen Poltzei sölbst gestellt. Schon bei der evsten Einvernahme gab er an. daß er keineswegs seinem Vater nach dem Lebe» gestrebt, sondern nur Schreckschüsse abgogeben habe. Hätte er den Vater töten «wer verletzen wollen, so wäre chm das, da er ein guter Schütze ist, geglückt. Seit seinem 16. Lsbenrsahre — der Mann Mlr hmuc 85 Jahre — will er mit seinem Vater in Feindschaft gelebt haben. Di« erste Ursache, behauptet Heigl, sei ein Streit um daS Erbe der Großmutter gewesen. Heigl, der von seiner Frau getrennt lebt, behauptet auch, daß ihm der Vater di« Ge lieht« abspenstig gemacht habe. Seinen wiedecholten Bitten um Hilf« und Unterstützung gegenüber habe sich dor Bater stets ablehnend vechalten. Gestern habe er noch einen Versuch unternommeu und sei zum Vater hinausgefnhren. Karl He-igl habe aber fttnen Sohn gar nicht anhören wollen und gegen ihn ein« Bewegung mit dem Stock gemacht. Daraufhin habe er in die Lust Mchosftn. 499879