Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2275 (21.6.1925)
- Date
- 1925-06-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Serie 6 Men. Gomttag M» ... m »>»»««» in ■ I um II ... . .. r I mm»*, bich Wenn die Gemeinde Wien der Bundesverwaltung, di« mil der Erhaltung von zwei Dheatern belastet ist. wozu ihr alle, aber auch alle Fähigkeiten, vom Gold bis zum Geist fehlen, diese Theater abnehmen will, ivett sie meint, cs besser treffen zu können (zu berechtigtem Zweifel gibt freilich das letzte Musikfeist Anlaß), so möge sie das offen sagen. Mit bureaUkratischboshaften SeKaturen durch allerlei Nadelstiche wird di« ewige Staatstheaterkrift nicht gellet. Und die Gemeinde wird von den 80 PrMnt Steuer, die ihr «ine infolge ihrer Minderwertigkeit ohnedies schlecht besucht« ,O«de rmans"-Aufführimg an der Staatsoper ombringt, nicht fett werden. Mitteilungen des Bureaus des 14. Nouifteakougreffes. KonsreHvueeau. Di« Adresse der Kongreßbureaus lautet: Bureau des 11. Ztonistenkongresie», Dien, 3. Bez., Lochringerstraße 2V. Die Telegrammadresse: Longrezion Wien. Telephon Nr. 07*5*76. ffHfweir Mor^enzertunz. Ordner. Im ^gensatz;urn Ordnerdienft bei den früheren Kon-k gressen können bei diesem Kongreß in Anbetracht der großen Anzahl von Wiener Ordnern "keine fremden Ordner aufgenonnnen werden. f\ ünftlerc ntw Urse. Die jüdischmr WNstler werden neuerlich daraus ausnvevksonn gemacht, daß das Kongreßbuvcan bis spätestens Ä5. d. um Einsendung künstlerischer Entwürfe für 1. ein Delegiertenadzeichen und 2. für eine oder mehrere Postkarten gebeten werden. Das Dclegkertenabzeichen soll die Form einer Abzerchennadel halben unä in geeigneter Form einen Hinweis ans den 14. Zionistenkongreß, nröglichst unter Berücksichtigung hebräischer Zeichen, enthalten. Hauptwahlkmnm^sfio«. Montag den 28. d>, haG 7 Uhr abends, 1. Bez., Kärntnerstraß« SS, Sitzung. _A. Juni 193& Nr. 2376 Amundsen« neue PlSne. Oslo, 20. Juni. (Tel.-Komp.) Amundsen hat der umklvegischcn Regierimg ein Dauktelegvamm gesandt, in dem er mittM, daß die Expedition auf dem beobachteten Gebiet von 160 Quadratkilometer nirgends Land gefunden habe. Aus den weiteren Nachrichten von Bord der ,Zobby" geht hervor, daß von der Expedition etwa 600 Photographin fche Aufnahmen gemacht werden konnten. Die Bilder zeigen in der Hauptsache die außerordentlichen Schwierigkeiten, mit denen die ExPeditionSteilnehrner zu kämpfen hatten, bis es ihnen gelang, wenigstens das eine Flugzeug wieder startfähig zu machen. Der Kreuzer ^Heimdall" ist «wieder in See gegängelt, um das von Amundsen in der Franklin-Bucht zurückgelasfene Flugzeug zu holen. In O S l o «will Amundsen nach einige,r Wochen, wie er dem Direktor T h o m m f c« der Norwegischen Lustver« kehrsgesellschaft erklärte, eine neue PoIexpedition organisieren. wu]Uul!tfii( Das Bursau erinnert nochmals daran, daß Bestellungen auf Gastkartin nicht beim Kongrsßbureau in Wien, sondern nur bei dom betreffenden Landesverband, bezichungsweise de» LandeßburaauS de» SondervepbandoS, ein« zureichan sind. Daß Kongretzbureau in Dirn muß unwiderruflich am 20 Juni bereits im Besitze sämtlicher Gastkavton« bostellimgen sein und wiram 82. Juni nach Maßgabe des verfügbare« Raumes die Kontingentierung «sämtlicher eingÄanfenen Gasttartenanmeldungen vornehmen. Nachtrüg. iiche Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Di« Gastkartenpreese sind nach der Güte der Plätze ab- Pstust: diesmal werden nur Permanezkarten fvü die gesamte Dauer des Kongresses, inklusive Evöffuimgs- und Schlußsitzung, abgegeben. Anfangs Juli geht den Böstellern feiten» derjenigen Verbände, an die sie chre Bestellungen gerichtet haben, eine Mitteilung zu, ob ihnen eine Gastierte zugvtektt werden konnte, spätechin erhalten sie eine auf Namen lauwnde Anweisung, gegen deren Vorlage sie vor Kongreßbeginn beim Kongretzbureau die für sie reservierten .Karten erhalten. Pveffekarten. Pressekarten können im Hinblick auf die beschränkten räumlichen Derhätbnisse des Kongreßsaales nur solchen Redakteuren. Vertretern und Korvespondemen wichtiger Mischer und nichtMrschen Zeitungen -ugewiesen werden, die dutth ein offizielles Schreiben ihrer Redaktion üLs beauftragte Vertreter der betveGenden Zeitung beim Kongreßbüreau legitimiert werden. Das Kongretzbureau wird anfangs Juli denjenigen, die eine Anmeldung eingesandt haben, Mitteilen, ob eine Pressekarte für sie «serviert werden kann oder Nicht. Logis. Bvramnewuugaen für Logis sind bixttt a« bas Äongreßbnrean Wohnungsamt", und zwar fpSttstens bis 8. Juki d. I. zu richten. Hierbei ist folgendes Schema zu benützen: Here ..... mit Frau (Tochter, Sohn) aus (Land).. .., Ort..... Straße Rr. .. . beabsichtigt, zum 11 ZionistenKongreß nach Wien zu kommen, und benötigt für die Mt Vom .... W ... . 1025 .... Zimmer mit fe .... «oevlvn. Zimmer mit ovttein Bett Mt Preise von 8 bis 9 Schilling. Zimmer mit zwei Betten zum Preise von 9 bis Ä1 SchilkiNtz. Das Gewünschte zu unterstreichen.) Delegierte und Gäste, die bereits in Wien Wohnung bestellt haben oder privat zu wohnen beabsichtigen, werden ers.ucht, dsm Kongretzbureau dies unverzüglich bekamrtzugeböu. Gruppen von Personen, die den Kongreß zu besuchen beabsichtigen und ein gemeinsames billiges Quartier wünschen, werden mn ent« sprechende Mitteilung gebeten. Me Zuschrift«« in DvhnungsangolsMiheitvn müssen, um Schwierigkeiten jeder Art zu vermeiden, so schnell wie möglich, spätestens jedoch bis 6. Juli, beim Kong«tzbursau eingereicht sein. Woh«Uttgs»«rt füe den 14. ZkonWenkongretz. IWische Fsmüten, di« anläßlich des 11 Zkontstenköngvesses an Aougttßksilnehmer Zimmer bttmivtsn, bezichMgsweis« Detöglerten Unterkunft gswähren tvvllen. werden ersucht, ihr« Adressen unverzüglich dem Wohnungsamt für de» 14. Ziönisten- ^ongreß, 1. Bez. KävntNttstratze 28, dekMntzugdben. Kongrestpoftrnnt. Alle Kvngveßteilnchmer werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie ihre Post an das Zionistische Kongreßpostamt, Dien, 9. Bez, Lothringerstratze 20, adkessieren «rrbgeu. Get-vttkehv. Dos Kongreßbureau hat bei der Z e n t r a l e u r o p ä tschen LSnderbank, Niedersassung Dien, ein eigenes Konto eingerichtet, auf das alle Zahlungen unter Mauer Angabe der Bestimmungen, für die sie geleistet find, übrrwie^n werde« können. Die Ban-vdckinduttg des KongretzbureauS wird auch bei allen Kongreßteilnehmern zur Einrichtung von Reiseattreditivs, Auszahlungen von Schecks, UsberweVungSverkchr. Einwechslung von fremden Valuten usw. «Mpftchlen. E» wird bsmarlt, daß dir ZentrÄHuropäische Landerbank, Nlederlasiung Wien, während des Kongresses im Konzerthaus einet! Bairisch alt er samt Wechselst^ errichten wird und daß dortfelbsi auch AuSzchlüngen auf Äredttbrirfe und Schecks erfolgen werden. * Zionistisches Ldkalkomitee. abends, 1 Bez., Kärntnerstraß« i Morgen Moirtag, 6 >, wichtige Sitzung. Uhr Las Aadkotelepho» im Nato. Auf dem Gebiet der Radiotechnik ist, wie die „Zeit" aus München meldet, ein sensationeller Fortschritt erzielt worden. Dem wissenschaftlich-technischen Dabovatorium der «bayrischen „Deutschen Stunde" ist es gelungert, für den dvahtlofetr Verkehr von Automobil zu AutomMl Sende- und Empfangsapporate zu bauen, mit denen zwischen Mi beliebigen Autos wahrend der Fahrt ein drahtloser Telephonverkehr möglich ist. Die neuen Zlpparate werden am Dienstag zum erstenmal der OefftMlchkeit vovgeführt «tverden. Mittellungen au dem Publllum. 'Mrnamrm* H»b*n: Ort|. fraDL Zlgareltenpapier JOB Bureau; , VIII. SkfltfsgisiB 11/2 Dr. Amalie Rornbers Dr. Upa Kontor lX VII,! Verlobte Wien, im Jfunl 1925 Anläsalioh der Verlöbtmg unseres Ausschussmitgliedes, Herrn Pinkas Silber mit präuiei» Sali Gebfihrer gratu’ieren wir herrlich und wdflsehen 21V div Möbelfabrik J. Spira M. »II. -r (lleke Kar! Schwelghofergasse Peine « Wdliiiutagbeinr!chtü«gen tUt» ttana itiit bHiDiUtUdt 0« jMMaMitMMHWMMHMi riLL» Schmerzen rhemmattfchee, -kchtischer ttttb nervöser Att. - tumta#** smKr,. Prodtpackuntu «ttra UpalhNtA. lW» Schmutzige Wände und Plafonds in lokllin« MINI Wonnungani glei«Hg&litr Ob gtmalt, gestrichen. Stukkatur oder tapmiert, werden «ach MlnMii«m Spezial - Trocken -Varfahron ohne Störung int öttt ebe, ohne Un* Ordnung im Hatte in wenigen Stunden --------- gsrslntgtt =■ Prdbevorrthfung und Koitenreranscniatte kostenlos und ohne Verbindlichkeit SCHAUER » WINTER U/KTZL.«l/CNt Chem. Wandun I. HimmetpfortgaaSe 22 RROfiblich■ wohnüNqs*r>in ouNtt «ritj hMsboditw treiben, -Elnlassett Abelehcn. Fensterputzen, Insekten-Vertilgen eta Pia r pnd-Rain!gunga>Ans; alt 911 Telephon Kr. 11*41 F A HR SCHEINE Nr eil* in. Und ausländischen Sahn- und BdiÜfslfnien OastarFaUhliChas Vlrkahr sbur«an Wien, JL Friedrichetroeee 1, — Telephon 75ÖO 317S *jrn ~-i- .— --r-i iti ■ '' --- /~~r: -.fm- Zu hnbon In allen besseren Schuhgeschäften u. Warenhäusern IngroB Varkauf i BrBdar Zug, I., fHik ratrassu S rTtLES-FIBRIK-; I Tetephnu OM-w VN2RV Telephon « I LA I I H. KnlsDocher & SOhn?, Wir, 161 I o'N'-v-tN"t n:iM "jTttn täJ”Sij? I t «»»OUT HACH AitkW tTfttlTkM _J Lyoner Seidenbaus «-ü'K'««'? 8« der Melloh von Sro«. Zur Geschichte der Juden in Frunzösisch- Asrika. Anläßlich der von uns vor vini^r Zeit gemeldeten anti.« semitischen Zusammenstöße in O r a n (Algier) gibt der Pariser Korrespondent des Morning Journal", N. Hermann, einige interessant« Daten aus dar Geschichte der Inden in Franzöftsch-Afrika bekannt, denen wir folgende Stellen entnehmen: Es vergeht in dieser Gegend fast kein irgendwie bedeut samer nationaler oder religiöser Feiertag oder ein« Veranstaltung, wie Gnchüllung eines netten Monuments oder «iner HochzeitSfeier beim Kadi, ohne daß es zu Zusammenstößen zwischen Inden und Nichtjude.« käme. Cs gehört gewissermaßen schon zum Programm aller Festlichkeiten und es ist wiederholt vorgekommen, daß irgend em Witzbold auf die Plakate über solche Veranstaltungen als letzten Punkt des Programms hinschreibt: Boxkampf zwischen Juden und Arabern." ES ist von Jntoresse, festzustelleir, wie die Beziehungen zwischen den Juden und der übrigen Bevölkerung in der ersten Zeit, als die Juden in die Stadt kauten, ivarcnt. Cs ist historisch nachgewiosen, daß die Inden sich durchaus nicht ein gebettelt haben, sondern umgÄchrt, nach Oran gerufen w u rde n, damit sie dort Handel und Kultur einführen. Nicht iveit von Oran befindet sich die algerische Stadt Llemfen. Diese Stadt genoß im 18. Jahrhundert wegen ihres blühenden Han^ dels Niü> auch als Industriezentrum einen weitreichenden Ruf. Karawanen mit Waren beladen zogen von dieser Stadt in alle Richtungen von Asvita aus und Lchrwn mit vsichem Gewinn zurück. Auch hier lag Handel und Industrie in den Händen der Juden, die bis in die weUeften Düstengegendon Verbindungen rmterhielten. Der Scheik von Tlemfen war stolz auf seine Juden, die ihm große Steuern abführten, wodurch er der reichste Herrscher in Algier wurde. Damals war Oran ein kleines, verarmtes Städtchen mit ausschließlich arabischer Bevölkerung ohne Hand« und Industrie. Der Schott von Oran, der oft nach TIemsen kam, beneidete seinen dortigen Gastgeber wegen seiner Jude« und den großen Abgaben, die er aus ihnen zog. Die beide« Schetts führten lange Unterhandlungen, die endlich dazu führten, daß der Scheck von Tlsmsen seinem Kollegen in Oran einige Dutzend jüdisch« Favtili«« üborlleß, die sich in Or«m ansiedelten. Der Einzug der Juden erfolgte nvit grotztir Feierlichkeit und großen Ehren se-itenS des Schecks, seiner hohen Beamten und der gesamten Bevölkerung. Don dies«« Lage an datwtt der wirtschaftliche Aufschwung von Oran. Eines Tages überfiel igin junger Araber M«n Juden und ermordete ihn. Die Juden forderten Genugtuung und drohten, samt und sonders Oran zu verlassen und nach sen zurückzukehren. Der Scheik legte sich ms Mittel, bestraft« den Mrder und wies den Juden auf deren Wunsch zwei große Straßen als Judenftadt zu, wo sie vor jedem Angriff geschützt waren. So entstand das Oraner Ghetto. Seitdem kamen mahr als einmal mörderische Ueberfäll« Ms Ju>don vor. Die Juden hatten sich daran gewöhnt und sich für einen Schutz gegeu solch« Angriffe eingerichtet. IM Lauft des 19. Jahrhunderts macht« Oran ticM-eiid« Veränderungen durch. Die Franzosen okkupierten ga>nz Algier und brachten europäische Zivilisation mit allen ihren Vorzügen und Nachteilen mit. Nicht immer konnten die Inden auf französischen Schutz gegen den arabischen Pöbel rechnen, und so war das jüdische Ghetto, die „Mellah", sohr oft der Schauplatz wüster Neberfälle. Im Jahve 1873 vollzog sich in der Rechtslage der algerischen Juden e-ine sehr wichtige Äonderiu^. Während der Ministerschaft Cremtenx' wurden die Juden von Algier en bloe als französische Bürger naturalisiert. Zur gleichen Zelt ändert« sich aud) die Struktur der Bowohncr van Algier. Es kamen viele Spanier, die sich bald als Gechäftskonkurrenten der Juden betätigten und einen klerikal«« Antisemitismus zur Schau trugen. Seither Habs« dieft eingewanderten Spanier bei allen Pogromen auf Juden As Mf den heutigen Tag die Hauptwlle gespielt. In Dran Mit ist unter den „Europäern" die spanische Kolonie mit etwa 4Q.Ö00 Seelen bi« numerisch stärkste neben 38.000 Frau zosen und 20.000 Juden. Außerdem leben in der Stadt Oran h ungefähr 18.000 Araber. In Mt Umgebung von Oran «doch ist fast kein Europäer vorhanden. Die jüngsten Vorfälle trugen sich anläßlich einer Wahl zu. Die Juden stimmten geschlossen für den linken Block, Eine ßtz Zahl von Franzosen stimmte mit ihnen, während die Spanier fast durchwegs für den nationalen Block timmten. In Oran gibt es im ganzen 19.000 Wähler, und zlvar 9000 Spanier, 7000 Franzosen und 4000 Juden. Die 0$ I * S§ Cup» dt Chlnl äJ 6.90 y Diiüitotrkiwf** Ortg.'SngnBprdsm WWWWW 8»e*(ülh<ms für affe Aritn S*tdem«h*h> 3917