Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2273 (19.6.1925)
- Date
- 1925-06-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sh. 9373 Wien, ftreftoß MoraenzeltunA._ 19. ^unr 1995 Hklft $ * Der Grazer restamentfiilschungs-Prozeß. Au« Graz, 18. d., wird uns aemeldet: Im Ferry Prozeß wurde heute um halb 10 Uhr abends das Urteil verkündet, wonach das Klagebeaehren der Kamilla Regner B l e y l e b e n und deS Lothar W a ch t l e r anf Ungültigkeitserklärung des Testamentes der Gräfin Ferry, in welchem sie den Grafen Johann Nemoc zum Universalerben ihres Vermögens emncsetzr hat. zur Gänze abgewiesen wird. (In dieser Affäre war wiederholt der Name de« Wiener ungarischen Gesandten M a s i r e v r e S genannt worden.) * Einbruch bei einem Juwelier in der Leopoldstadt. In der Nacht zum Donnerstag wurde beim Juwelier C s a c s k e s, Taborstraße 6, ein Einbruch verübt. Gestohlen wurden Juwelen nn Werte von 1000 S. * Die Vermißten. Seit dem 11. d. wird der 32jährige Hilfsarbeiter Franz W a l l i s ch aus seiner Wohnung, 19. Bez., Kahlenbcrgerstraße 3, vermißt. Er ist am Abend weggcgangen und hat beiläufig geäußert, daß er baden gehen Werve. Seither ist er nicht mehr zurückgekommcn. — Die 18jährige Comptoiristin Franziska Duda, 2. Bez., Novaragasse 49 wohnhaft, wird seit dem 15 d. vermißt. Ihre Mutter glaubt, daß die Vermißte daS Opfer eines Unfalles geworden oder entführt ist. * Einstellung der Untersuchung gegen den Vertreter Ehrenfest. Wie berichtet, hat sich der Vertreter Hugo Ehrenf e st, der von seiner Frau beschuldigt wurde, ihr nach dem Leben getrachtet und einen Versuch unternommen zu haben, sie mit Leuchtgas zu vergiften, selbst gestellt. Er wurde dem Landesgericht eingelicfcrt, jedoch bald danach auf freiem Fuß gestellt. Nun hat das Landesgericht die Untersuchung gegen ihn ganz e i n g e st o l l t, da überhaupt kein strafbarer Tatbestand vorliegt. E Schlammbad Pisthan. Urkräftige Bäder gegen Rheuma, Gicht. Ischias. — Schlamin für Haustüren und alle Auskünfte: Pistyanbureau. 0. Bcz.. Alsevstraße 32. * Die ersten Eintraaungen für den 3. Band des Goldenen Buches. Der 3. Band oes Goldenen Buches des Jüdischen Nationalfonds, der voraussichtlich während des 14. Zionistenkongresscs in Wim allsgestellt sein wird, soll Taut Beschluß des Direktoriums des Keren Kaienleth mit den Eintragungell der Namen von zehn Männer eingelcitet werden, die mit der Verkündung der Balfonr-Deklaration und ihrer Bestätigung durch den Völkerbund in San - Renio im Jahre 192l1 eng'verknüpft sind. Diese Namen sind: Sir Herbert Samuel, Lord B a l f o n r, L l o v d George, Dr. Chaim W e i z m a n n, Nahuilt S o k o l o w, M. II j sischkin, Lord Rothschild. Louis B r a n d e i s, Dr. Jechicl T s ch l e n o w und Sir Mark Sykes. E Erholungsbedürftige suchen mit Vorliebe die bestrenommierte Pension Lehner in Bad Ischl, Brenneritrcrße 10. auf. * Todesopfer eitles Automobiles. Die 15jährige Margit Stößl, Bauernfcldgasse 1 ivohnhaft, wurde Mittwoch um halb 0 Uhr nachmittags auf der Heiligenstädterstraße zwischen Nußdorf und Kahlenbergerdorf vonl Privatauto 8 VI214 riedergestoßen und auf der Stelle getötet. . * Eine stumme Jnvalidendemonstration. Der Landesverband der Kriegsinvaliden und das Aktionskomitee der Invaliden veranstaltete gestern int Sitzungssaale der Bczirks- »ertretung des 0. Bezirkes eine Versammlung, in der festiestellt wurde, daß bisher nur ein geringer Teil der auf- ,estcllte,i Forderungen bewilligt worden ist. Als bekannt wurde, «aß die nach Schluß der Versammlung geplante Straßen- »emorrstration von der Polizei verboten worden ej, gab cs stürmische Szenen. Die Invaliden rissen die Fenster des Saales anf und schrien, damit es auch auf der Straße gehört werde, laut im Chor: „Wir haben c> unger,! Wir wollen Arbeit! W i r v e r h N rill ent!" Der Lärm lockte zahlreiche Neugierige herbei, doch verhinderte ein starkes Wacheaufgebot alle Ansammlungen. Schließlich gestattete die.Polizei über Intervention des Bürgermeisters Scitz, daß die Invaliden einen' stummen D o nt o lt straiion 8 zug durch die Sensengasso bis zur Spitalgasse veranstalten Die Invaliden hielten sich an diese Vereinbarung nnd marschierten unter starker Polizeibedeckung ns zur Svitalgasse, tvo Sekretär W o l f m ü l l e r in einer 'ilrzen Ansprache betonte, daß die Invaliden, falls die Regierung werter die Erfüllung der Forderungen ablehnen würde, vollzählig aufmarschieren werden. Für einen ruhigen Verlauf viescr Demonstration werde dann niemand die Verantwortung übernehmen Können. Letzte Nachrichten. Der Llrrfturr. Panik an den italienischen Börsen. Rom, 18. Juni.-Infolge des Lira stürz es ist heute an den itaücuifdjen Börsen eine P a u i f ciugctrctcu. Zttgleich mit der Lira Men auch viele Papiere, so zum Beispiel Consolü voii 07,2 aus 01,27. Diese Kursstürze sind teilweise auf die Erhöhung der Verzinsung der Schatzscheine um 1 Prozent zurückzufnhretl, deaentwegeu attch viele Jndustriepapiere abgegeben iuuröcit. Die Betveguiig hätte jedoch feinen solchen Umfang angenommen, tucim nicht eine Panik dazu 'gekommen wäre, die die a nslä ndischen Valuten stürmisch in die Höhe trieb. Die Blätter jtellcit fest, daß die Katiforders für fremde Valuten hauptsächlich voti der italienischen Klientel ausgingen, weshalb ein großer Unterschied in den Eröffnungskursen zwischen den italienischen und beispielsweise der New-^orker Börse und bedeutende Differenzen in den Spätbörsett sich ergaben. So zmu Beispiel lvurde in Rom das Pfund auf der Spätbörse mit 138, in Florenz mit 135 verkauft. Man erwartet, daß die Regierung bis itwrgeli energisch e i lt s ch r e i t e n werde. Heute schou haben zahlreiche Jltstitute sich gelveigert, ausländische Valuten zu verkaufen. Die Blätter empföhlen die Einschränkung tmd strenge Prüfung der Aivforderuiigelt auf fremde Baluteli durch die Importeure tmd Maßnahmen gegen die unbedeckte Balutaspeknlatiyn. Snglmd und der «ries. London, 18. Juni. (Del.-Komp.) Jin Unterhaus erklärte heute der K o l.o n i e n m i ui st e r auf eine Anfrage, daß Eliglaud sich nie in einen europäischen Krieg oinlassen werde, ohne sich vorher mit den D o m inio n 's ins Einvernehlnen gesetzt und deren Unterstützung erlangt $u haben. Mitteilungen ou_pem Publikum. wi«tf«r tu Htbun' | WM Bureau: 8m.imnliummuin« JV^P »mjiiuimiiuH m -er Nordpol von «mundsen nicht erreicht. Berlin, 18. Juni. (Tel.Komp.) In dem ersten Telegramm Amnndsens heißt es unter anderem: Wir stießen am 21. Mai auf dichte Nevelniassen, die uns pvci StnrMn umgaben. Di>e Beobachtung am anderen Morgen zeigte, daß wir zu weit ivestlich geraten waren. Daher war eine östliche Kursänderung notwendige Nachdem die Hälfte des Benzins verbraucht war, mußte eine Notlandung vorgenomntc« werden. Die beiden Flugzeuge wnrven sofort von Eismassen eingeschlossen. Damit bricht das Telegramnt Amnndfenr ab. Es Word vermutet, daß Anmndsin infolge der Hindernisse und der verfehlten Richtung zuni Rückzug gezwungen wurde. Deutschland und Pole«. Berlin. 18. Juni. (Tel. Komp.) Wie die „Zeit" von diplomatischer Seite erfährt, besteht Aussicht, daß Deutschland mit Polen'wieder zu Bechmidlniigen kommt. Die Lage ist vchmderS erschwert, da einerseits der deutsche Zolltarif noch nicht verabschiedet wurde und andererseits Polen inzwischen seine Zollsätze crl)eblich erhöht hat. Dadurch hat sich die Bcrhandlungsbafis wesentlich verschoben. Radioprogramu. Freitag den 19. Juni. 4 bis 6 Uhr 40 Min.: Nachmittagskonzert. Gäbe: Nachkläuge an Ossian. Ouvertüre;. Strauß: Bei tlns z'HauS, Walzer; Rosiini: Ouvertüre solennelle; LiSzt r Liebestraum, Nocturuo; Boccherini: Menuett; Puccini: „Mädchen des goldenen Westens"; Richter G.r Wien vor dem Kriege, Potpourri. — 5 Uhr 45 Min.: Stunde der Frau. (Vortrag Dr. Elba Lindenfeld-Lachs.) — 7,7 Uhr: Staatsarchivar Dr. Fritz Antonius: Das Wiener Staatsarchiv. — 7,8 bis Yi9 Uhr: Englischer Sprachkurs. — 7,10 Uhr: Bunter Abend. - . f Vereine, Bortrilge u«d Serfammlnngen. Jüdische Mitte lschülervereinigüng. Morgen, 6 Uhr abetids, 1. Bez., Seitenstettengasse 2, im Fürsorgezimmer: Diskusston über Religiosität. * Schönheitspflege der modernen Frau im Radio. Unter diesem Titel hält Frau Dr. raed. Elda Lindenfeld» Lochs heute um 7.6 Uhr einen Radiovortrag in der »Stunde der Frau". ' Bühne und Knust. „Der König hyt's gesagt.^ Erstaufführung der Musikhochschule im Akademietheater. Bor eämgen Jcchvzöhnten Lvaren DelibeS' Ballette „CoppeKn" „NaAa, Vie Quellenif.e>e^ nnd „Sylviia" m Wien goschätzt, unter Gustav Mahler , hüvte ntan in der Hofoper „Äa'kme". Diose Braihmänenbochter stavb nicht, nur an devi Genuß eiltar giifkigeil Daturalblnte, solideru auch an Altersl'chwäche, detiili mit ihrem pseudoovientailischen Kölorit ivar sie int ztoanziigsten Jahrhuiidert leicht, nteihr l-öbenAfähiig. DeUbös' im Jahre 1873 göboreiie vomische Qper „Der König hat's gesagt" ist wohl itoch uni zehn Jahre älter, aber immerhin rischer, da Lein salsches Palthos das Werckchen belastet. Die Geschichte voti dem Marguis voll Moneolttour, oinom „Bürger als Edelmann", der sich an Llebedrelieoei vor dem Sonnenkönig nicht geling tun kann und schließlich Herzog wird, i>st eilte tiicht durchaus kunztoeiilige Groteske aus Serenissimus' Zeiten, die durch paroviistrsche Jusßeliierung — nicht wiEiche Menschen, sondevli Marionetten Jäirzoln'über die Bühne nvr gewillnen föuutc. Me die Haiidkmg überbietet sich auch die Musik alt Artigkeiteli trud galante,t Bcrbeugungen in ihreli Äriettchen, Duettcheli, Terzettchen, in den silberhellen Mädchentsuartettcheli und Ensemblasätzcheu. Sie alle tragen die Maske, des vorltehmen Pariser Salon, dem ein wenig frische Zugluft Wohl täte. Es ist der Salon der Svöbzigerjahve, man hört ferlier Nachklänge von Auber, ein ivenig Gounod, errät alt der Leichtigkeit der Musik die Hevkulift Dölibes' voll der Operette und fveut sich darin nnd tva>nri, ivemt ein prickelnder Walßer ohite falsche Selitimeiitalität fast wienerisch anmutig vorikberhuscht. Die Worte des Tanzmeisters Miton „tnrr die Grazie ist Kötiigiri", «Kemrzeichiien auch das heitere Werk, das. reicher an Adet der Melodie iurd Delikatesse des Rhythmus als an nahrhafter iMlsitalischer HanSmaunAost ist. In der Ausfichrnng der MisiGochschltle und --Akademie, die sich hören und sehen 'lassen kann, sticht Gertrud Bodenwieser nut Enfolg Ramoausche Tänze eim, das Orchester unter Alwins Leitung spielt frisch darauf los und den Sällgern hilft die Uiibefailgeiiheit der Jngetid über Lampeli-- 'ieber ulid kleinere Entgleisnugeii himvsg. Die Herren A ld r i a ri lliib C i u c i u r a halben Spieltallent nl«d noch lischt ausgelnünztes Gold in der Kohle, auch Herr Rose n borg als Professor der Tanzkunst, Fräulein Steiner ctls Zofe und die auf Fvviersfüßen siolzieienden Harren Höfermayer und W o ft e r a fitßten sich mit Geschick in beit Rahmen des heiteren Spieles, das von Professor Alois Hofmann inszeniert wurde. ffflj. »Ar Karawane." Premiere im Akademiecheatrr. Ntax Niohr, der Heuer int Juni seine als Kolltödie geuleldete „Karawane" vorführen ließ, ist voriges Jahr im Burgil-eater oder einer seiner Depelidancen mit einem Stück „Jm- ^rovisationell im Jurti" zu Wort gekolilnten. Das Stück wurde damals gelobt. Was Mohr Heuer im Juni improvisiert hat, ist lticht gerade des Lobes wert. Es gensigt, darauf hinzliweisen, daß „Die Sbarawane" so eine Art provinzieller Feibensphklosopbic darstellcn sott. (Ter Sitz „das Leben ist cme Kettenbrücke" niid seine Bcgründllng sind weit amüsanter als die vier Akte lange Erörterung des -Hcrrll Niohr, daß das Leben eben eine Karawane sei, die sich, keine zwei Stnndeii vom sicheren Port eines — natürlich syinbolischen — „Sahara-Palaeehotels" i»n Kreis hernnibctvogt.) Natürlich laufen Menschelt init Lcbettslügeli in dem Stück hcrnln, was schon seit Ibsen ein abgeschmackter Brauch ist. Aufgemutzt wird diese Angelegenheit, in der nn endlich viel Papier gesprochen wird, durch ein vichtiggehcndcs Motorrad (scholl das ein Erschwernngsgrnnd), eine den Schlußakt dltrchlMilende Sirene, die entsetzlichen Lärm macht und nur deshalb sympathisch pi begrüßen ist, weil sie Dialogstellen a la „alle Notausgängc sind versperrt" lvohliuend unterbricht, sowie cineli itegerisch sprechenden Neger, den Hans König vortrefflich gurgelte. Warum das Stück gespielt wi>rd, ist unerfindlich, denn auch das, was vo,i >de>i beamteten Rollcnsagern — Frau Mapbevg. Mt eine unmögliche Rolle hat, ist feierlich ausgenommen, denn es ist ein ästhetisches Berg,rügen, ihr zuzusehen, wie sie zuhört — geleistet wurde, unr die Sache zur sogenannten Darstellung zu bringen, gibt dieser Dheaterei und dem von ihr verursachten verlorenen Abclid keine Entschuldigung ab. Herr Aslan saß im Zuschaucrraum ,md betrachtete seilte Kopie, die Herr Andersen exekutierte. Herr Marx gab den Lebensoberphilosophen des Stückes mit jenem „ohernen" Ausdruck, der stets an den Klang vo,t Tonmilchtöpfen erinnert. Um dom landläufigen Geschmack Rcchnmtg zu tragen, gibt es in diesem Stück auch eine jüdelnde Figur. Daralls schuf Herr Heine mit Nachsicht des Jüdelns beinahe eine Gestalt, deren Galgenphysiognomie allein das Eintrittsgeld wert äff. Zwei entzückende Damaszenerteller, die im ersten und drittelt Akt an beit Seitenwänden hängen, sind lobenst zu erwähnen. Das Publikum nahm das Stück rcsiMieri auf. ' S. S. Aus den Theatern. Burgtheat er. Morgen, 7 Uhr abends, „Peer G y n t". Akademietheater. Morgen, 7,8 Uhr abends, „DieFahrtinsBlaue". Burggarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburg). Heute. 8 Uhr abends, Berlioz: P h a n t a st ische Symphonie; Tschaikowsky: Violinkonzert (Prof. Grohmann); Wagner: Holländer-Onvertitre, Dirigent Anton Konrath. StaatSoper. Morgen, 7-8 Uhr, „D e r B a j a z z o". SchSnbrunnerSchloßtheater. Heute, „D e r Wildschütz". Morgen die neuinszenierte Erstauffühnlng von Rossinis.BarbiervonSevilla". Deutsches Bolkstheater. Sowohl Grabbes Drama „N a p o l e o n" oder i e 10 0 Tage", wie auch Neftroys Gesangsposse „Eulenspiegel oder Schabernack überSchabernack" begegnen derarttg lebhaftem Interesse^ daß der Spielplan in nächster Zeit von diesen Heiden Stücken beherrscht wird. DaS erstere ist für heute, ferner für Sonntag nnd Montag, das andere für morgen und Dienstag angesetzt. Raimund « T h e a t e r. Heute im Rahmen des Gastspieles von T ä i r o f f 8 M o 8 k a u e r K a m m e r t h e at e r die Premiere .Salome" von Oskar Wilde, Musik von Gutle, Regie: Alexander T a i r o f f, musikalische Leitung: Prof. Medtner. Die Titelrolle verkörpert Alice C o o n e n. Theater in der Joses st ad t. Heute, ,.G esellschaft". Hoftat T h i m i g tritt nach seiner Wtedergenesuna als Advokat Jakob Twisden wieder auf. Morgen, 7,8 Uhr abends, „Iuarez und M a x i m i l i a lt". Sonntag und Montag, 7,8 Uhr abends, .Gesellschaft". Renaissancebühne. Heute als Festvorstellnug anläßlich der definttiven Uebemahme dieser Bühne durch Josef Jarno .T o t e n t a n z" mtt Josef Jarno. Roland-Bühne. Heute, 8 Uhr abends, 25. Anführung des Lustspiels von Armin Friedmann .P e p i, die Perle" mit Gtsela W e rb.e z i r k. Kammerspiele. Morgen, 10 Uhr abends, begillnt die Sommvrspielzeit mit dem dreiattigen Schwank .Oskar mit d^er langen Nase" von Pierre Mortaigno und JaequeS Stellt. Heute um 10 Uhr abends die letzte Atlfführung des Einakterzyklus .Fünf M i n u t e n L t e b e". 8 Uhr abends, geschloffene Generalprobe' des Schwanker .O s k a r mit d e r l a n g e n N a s e" vor der Zensurbehörd< die die Freigabe dieses Stückes von gewissen Mldemngen abhängig gemachthat. __ Der Verband österreichischer Künstler ultd Kunstfreunde (Präsidium: 2. Boz.. WolmMtraße 33) veranstaltet ant 23. o. im Josseifs-Sa-al einen Lustfptelabenld. Künstlerische L-oittlnt: Leopold Reisz. Ein« Büste Strindbergs in Men. Im Foyer der Rcliaiffmtcebühne ioird heute abends vor Beginn der Vo-rstellilng von „Totentanz" dme Büste Strindberas enIWllt. Gerichtssaal. Ser Serichtrhof ln Wöllersdokf. Gemäß dem Antrag der Staatsaliwaltschaft nahm Qt te-rn der Gerichtshof in Wollersdorf einen Lokalaugench e i n vor. Der Ritndgang in den leeren, verödeten Werken bogaitn nm 9 Uhr früh. Der Eindruck war ein lähmender. Die Säle sind leer, die Maschinen verrostet. Voll 45.000 Arbeitern, die vorher Wöllersdovf beschäftigte, sind 160 geblieben. Die Vorräte sind bis anf landwirtschaftliche Maschinen und Elektromotoren verschwunden. Werte, die in die vielen Milliarde'- gehen, sind geraubt tlnd verschleppt wovdelt. -t- An der Beisichttgmtg nahmen außer dem Präsidcttten ^Holler und den Schöffen der Staatsanwalt, Verteidiger uttd die drei Angeklagten N e u h ö f o r, N e u m a n n nnd Piriner sowie die Sachverständigen und Privatbeteiligten teil. Die Ankunft in Wollersdorf verzögerte sich dadurch, daß das Autontobil, in dein Staatsanwalt Dr. Kadeoka faß, bei Non- Erlaa eilten Achsenbruch erlitt. Er mußte vom Presseanto mitgeliommen werden. Unt 9 Uhr begaiiti die Besichtigltug, die sich zunächst ans die lwch in Betrieb stchendeli Werke der Hoiifel- A.-G., der Negledji-A.-G. nnd der Elektro-A-G. erstreckte. In diesen drei Werken sind ungefähr 160 Arbeiter beschäftigt,