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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-19 · Heft 2273 (19.6.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2273 (19.6.1925)
Date
1925-06-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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O» Wien, Freitag Wiener M^r^enHeitunft. Nr. 2378 ■L \ "h? „ Seite 6 Die Fülmim, in den Wöllersdoi-fer Werken üdernahitt Dircktor Brandt n-n-d die Sachverständigen Ingenieur Roth und Oberbaurrat D r e ch s I e r. Der Angeklagte Reuhöfer suchte vor allem den Gerichtshof davon zu überzeugen, daß die Apports der WöllerSdorfer A. G. nicht so lioch beziffert werden konnten, weil es sich fast durchwegs inn Betriebe handelt, die entweder nicht sogleich oder erst nach einer entsprechenden Uobernrbeitnng Vertvendbar geworden sind. Es entspann sich zwischen dein Angeklagten Neuhöfer und dem Sachverständigen wiederholt eine Diskussion, die sich jedoch in sachlichen Bahnen 'bewegte. Ingenieur Roth suchte zn demonstrieren, daß bei der llebergabe der Vorräte nicht -gewissenhaft vorgegangen worden sei, während der Angeklagte Neuhöfcr den Standpunkt der Wöllersdorser Werke vertrat. a Berufung auf bcjt Ankerbrotprozeß und auf den Fall Prufcha. Markus K a h war längere Zeit Religionslehrer bei de« Kindern der Frau S t r c i s l e r und war seiner Angabe nach in Näheren Beziehungen zur Frau Streifler gestanden, die^ er zu bereden suchte, sich von ihrem Manne scheiden zu Lassen und ihn bann zu heiraten. Im Afaufc der Zeit fam es zwischen lMarkus Katz und der Iran Streifler zn Zwistigkeiten -und zu erregten, häufig tätlichen Szenen. Am 1. September soll Iran Streifler auf der Straße den Herrn Kah, als dieser sie wegen einer Geldschuld mahnte, ihm ins Gesicht gefahreil sein nnd ihm zahlreiche Kratzwunden im Gesicht zngefügt haben. Nach der Angabe der Iran Streifler soll Herr 'Kali sie zuerst überfallen, sie und ihren Mann am Leben bedroht haben, wcshabb auch gegen Kah vtit noch nicht erledigtes Verfahren wegen gefährlicher Drohung beim Lan-desgericht aichäirgig ist. In der gestern vor dem Oberiandesgerichtsrat Dr. Fuchsig zunächst gegen Frau Streifler durchgeführten Berhandlung erklärte die Beschuldigte, verteidigt von Dr. I. Kurt Rose nseld, daß sie sich lediglich gegen den Angriff des Herrn Kah gewehrt habe, der sie zuerst -mit Liebesanträgen verfolgt und dann, als sie seine Anträge abgewiesen habe, Geld verlangt hatte. — Richter: Sind Sie zu dem Kläger, als er ihre Kinder unterrichtete, in näheren Beziehungen gestanden? — An ge kl.: Herr Kah behauptet cs, ich kann nichts Näheres darüber angebeu. —.Der als Zeuge vernommene Privatkläger Markus Kah, der sich als unbescholten bezeichnet, erklärte, daß die Angeklagte, von der er im höflichen Tone die Bezahlung einer Geldschuld verlangte, ihm wie rasend ins Geisicht gefahren, sei -und ihn blutig zerkratzt habe, während er selbst die Frau in keiner Meise verletzt habe. — Richter: Nach dem Inhalte eines von einem Privatarzt ausgestellten Pareres, soll auch Frau Streifler mehrere Kratzwnndcn im Gesicht aufgewiesci^ haben. — Zeuge: Ich möchte feststellen, daß der Hafrat Schn eewei ß als Vorsitzender im Anokrbrotprozeß... — Richter (unterbrechend): Was hat der Ankerbrotprozeß nnd Hofrat Schneeweiß mit der heutigen Strafsache zu tun? — Zeuge: Ich muß mit Rücksicht ans den Wert des privatärztlichen Pareres feststellen, daß Hofrat 'Schneeweiß im Ankerbrotprozeß die Bemerkung gemacht hat: „Ein bezahltes Gutachten ist kein Gutachten." — Der Richter läßt diese Bemerkung des Zeugen protokollieren, Nach der Einvernahme des Zeugen brachte der Verteidiger Tr. Kurt Rosenfeld ein Urteil zur Verlesung, mit welchem Markus Katz, der sich als unbescholten ausgab, im Jahre 1915 vom Kreisgerichte i-n Kolomea wegen Verbrechens der Bevl-euindung und der Anstiftung zur Erpressung zu acht Jahren schweren Kerkers verurteilt -worden war. Fünf Jahre habe er veäb-üßt. Im Jahre 1920 sei ihm der Rest der Strafe erlassen worden. Der Vertreter des Katz, Dr. Eis i n ger, macht während der Verlesung des Urteils den Zwischenruf: „S i e h e Fall Priuscha." — Richter: Auch der Fall Prufcha hat mit der heutigen Strafsache nichts zu tun. — Der Zeuge Katz erklärte über Befragen des Richters, ob das Urteil -seine Person betreffe: Ich bin seinerzeit im Kriege unschuldig verurteilt, über int Rat)re 1920 dann amnestiert worden, so daß ich tatsächlich unbescholten bin. — Der Richter sprach schließlich die Angeklagte frei, da nach der ganzen Sachlage die Möglichkeit, daß die Beschuldigte nur die Angriffe des Klägers Katz abgewehrt habe, nicht ausgeschlossen -erscheine. „Aufwertung" von Dollarnoten. Der Oberste Gerichtshof hat ein Urteil -des Wiener. Landesgericht-es aufgehoben, mit dein die bewußte Verausgabung von gefälschten Banknoten als Teilnahme an der Banknotenfälschung qualifiziert wurde. ' Der Kaufmann Joses U r m a ch e r war vom Landesgericht wegen Teilnahme au der Kreditpapierver-fälschung zu z w cI a h r e n s ch w e r e n K e r k ie t § verurteilt worden, weil er zwei Dollarnoten verausgabt hatte, an denen sowohl die Ziffer „1" als auch -das Wort „one" ausvadiert und durch „100" und „hu-ndred" ersetzt war. Da der ganze übrige Teil der Dollarnote, unverändert blieb, war nach dem Gutachten des Sachverständigen die Fälschung zur Täuschung vollkommen geeignet. Entgegen der Verantwortung des Angeklagten, er hübe die Dollarnoten gutgläubig als echte erworben und ansgegeben, nahm der Gerichtshof an, der Angeklagte habe die Noten iu Kenntnis der Fälschung weitergegeben. Die Nichtigkeitsbeschwerde des .Verurteilten stützte sich darauf, daß das Wissen vom Falschsein der Noten, das übrigens auch fetzt -noch in Abrede ^stellt werde, -nicht gleichbedeutend sei mit dem Einverständnis. Das Einverständnis mit den Fälschern setze eine Organisation. ein Komplott voraus. Der Oberste Gerichtshof (Vorsitzender Hosrat Dr. Smolik - I -i n g c r) gab der Nichtigkeitsbeschwerde Folge, sprach den Angeklagten von der Teilnahme an der Kreditpapierfälschmrg frei und verurteilte den Angeklagten wegen Betruges — nur als solcher sei das bewußte Ausgeben von falschem Geld zu qualifizieren — zu 15 Monaten Kerker. Wo wird die Wiener Milch gewässert und entrahmt? Vor dem Stra-fbezirksgericht Fünfhaus (Bezirksrichter Dr. W anecek) fand vorgestern eine große Anzahl von Verhandlungen ftalt, die sich gegen zahlreiche Inhaber von Milch- und Lebensmittelgeschäften richteten, -denen zur Last gelegt wurde, sie hätten entrahmte und gewässerte Milch zum Ausschank an ihre Kund- schaft gebracht. Die Angeklagten, Männer und Frauen, füllten den Verhandlungssaal. Es war bei allen die gleiche Sache: die Marktamtsbehörde hatte kontrolliert, die Milchprober, entnommen und das Gutachten lautete übereinstimmend: „Entrahmt oder teillveise entrahmt und gewässert." Alle Angeklagten gaben an, daß sie die beanständet-e Milch von auswärts beziehen und daß die Milch in dem Zustand, wie ihn die behördliche Kontrolle und das Gutachten der Lebensmittelstelle gefunden, ankomme. Der Richter erklärte, daß er an das amtliche Gutachten in seiner Urteilsfällung gebunden fei und verurteilte jeden der Angeklagten zu einer Geldstrafe von 10 Schilling. Alle Verurteilten haben berufen. Der Richter vernahm auch den Vorsteher der Gemischtwarenhändler für den 14. und 15. Bezirk, Le i b ü old - L ö w e n t h a h der angab, daß die verurteilten Milchhändler für fremde Sünden büßen müßten. Die Milch komme.von auswärts an den Wiener Bahnhöfen entrahmt und gewässert an. Die Milch müßte bei der Ankunft kontrolliert und geprüft werden. Dafür sei aber die Mavktamtsbchörde nicht zu habell. Sie nimmt zwar eiuzelne Proben vor, diese sind aber absolut unzureichend. Der Richter erklärte, daß die gemachten Darlegungen des Borstehers dem Berufungssenat werden vorgelegt werden. Bollswirt. Die Anleiheverhandlungen der Snudesliinder. Amtlich wird verlautbart: Gestern nachmittags versammelten sich im Finanzministerium unter dem Vorsitze des Fiuanzministers nu-S m Anwesenheit des Außenministers Dr. Mataja die Vertreter der Länder SteierlÜark, Kärnten, Salzburg und Tirol zur Fortsetzung der Bcrhair-dlnngeii mit den Vertretern -des Bankhauses Speyer. Die Vertreter der Länder werden ihren Landesregierungen über die Ergcbn'ljse der Beratungen berichte,, niid es ist, falls di-e Landesregierungen mit den vorgeschlagencn Modalitäten einverstanden sind, airzunchmen, daß in der ersten Julihälfte ein abschließendes Erg e b n i 8 erzielt wird. Wenn wer richtig informiert sind, steht die Angolegenheit einer Kollcktivan'leihe von 20 Millionen Dollar für die Bundesländer n i ch t gerade g ü i, ft ig. Die Länder Wien nnd Vorarlberg haben sich, wie berichtet, von der Anle-iheaktion aus-geschlossen. Obcrösterreich ist an einer gemein- •faiitcn Anleihe wenig interessiert, da sein 5-Million-Dvllar- Anlchen bereits in Amerika zur Zeichnung aufgelegt wurde Nun soll das Zeichnnngsergeonis nicht besonders ermuti-gelid für eine neue österreichische Anleihe in Amerika sein, aus weilchom Grunde jetzt die Vertreter der amerikanischen Fiiianzinistitute eilte kurzfristige V e r s ch i e b u n g d c r A „leihev e r h a n d l u n g c n cmpfohlen. Zenträl-Kuropiilsche Liinverbank. Am 10. d. hat in Paris die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Z e n -t r a l - E n r op ä i s ch e n Lände r b a u k stattgefiinden. Den, vorgelegten Wcschäftsbcricht-c ist zu entn-chmen, daß im Jahre 1924 ein Reinge -w i n n von 9,111.339 Franken erzielt wurde. Die Generalversammlung hat beschlossen, aus diesem Ertrage eine Dividende von 7,2 Prozent für die Vorzugsaktien und 6 -Prozent für die Staimna-ktien zur Ausschüttung zu bringen.. Der Bericht des Verwalt,mgsrat es besaßt sich in eingehender Weise mit der Krise, von der Oesterreich im Jahre 1924 heimgesucht wurde, gedenkt der Schwierigkeiten, welche die Geschäftsführung im abgelaufenen Jahre mit sich brachte, -llud hobt mit heson,derer Befriedigung hervor, daß die Wiener Niederlassung der Zentral-Europäischen Ländcrhank twtz der obwaltenden schwierigen. Verhältnisse durch, fortdauernde intensive Pflege des eigentlichen Bankgeschäftes in ihrer EnNvickttm-g -weitere wesentliche Fortschritte erzielen konnte, die in einer bedeutondon Er-w-eitern ng des G e sch äs tsum f a-nge-s «und i-n einer andauernden starken Zunahme der Einlagen ihren Ausdruck finden. Der Bericht gibt der Hoffnung Ausdruck, daß diese, so günstige Entfaltung der Geschäfte der Wiener Niederlassung auch im lausenden, wie in den folgenden Jahren in fortschreitendem Maße andauern werde. Die durch das Hos / ausiges-chl-üdenen. Verwaltnngsräte Georges G r a n d j e a n, Prinz Leopold L o b k o w itz, Andre L u q u e t, Jacques Ma y und Edniuud Philipps wurden wiodergewählt, ebenso.wurden die bisherigen- Revisoren Binder, Hamlhn u.- Co., Ehartervd accontants und Andre G o u i n zu.Revisoren und Francis H e nn e q u i n zum Evfatz-- revrsor wioderernannt. Die Dividende geilangt vom 11. Juni d. I. unter Abzug der französischen Steuern zur Tluszalhlung, und zwar für die J-nihalber-Prioritätsaktien mit Par. Franleu 5,96, und für die Inhaber-Stammaktien mit Par. Franken 4,64. __ (Entgeltlich.) Die Textilindustrie ty, krez Israel. Unter Mitwirkuttg des Siemens - Schuckert - Konzerns. Das .Itodzcr Tagibl-att" uläldet? Das Lodzer Komitee der Textilindustriezentrale in Erez Israel erhielt von seinem Delegierten, der in Berlin mit dem Siemens-Schuckert- Konzern die Unterhandlungen führt, die telegraphische Mitteilung, daß der Vorvertrag mit der. genannten Firma wegen F l nau z ierung der Tcxt i liudustr i ez en trale abgeschlossen und der angesprochene Kredit g e s i ch e r -t sei. Infolgedessen ist das Projekt in das Stadium* der Vettvivklichung getreten. Im Zusammenhaiig -mit dieser Bevst-ändigung haben mehrere Milglioder des Komitees die aus sie entfallenden Beträge für den ^Ankauf des Fabri'ksgrundes bei Haifa eingezah'lt. Ein Denkmal für Voltaire! Josef Popper-Lynkeus VO LTAI RE Künstlerisch susgestqtteter Ganzleinenband S 15.—, broschiert S 12.— Turmhoch über allen, rein biographischen und literarhistorischen Büchern steht dieses Werk, das mit tiefstem kulturhistorischen Verständnis das Zeitalter Voltaires schildert Popper*Lynkeus verteidigt Voltaire als Dichter, als Kämpfer und als Menschen. Er entdeckt das Kindliche in Voltaires Natur und dessen Fehler sind die Fehler eines grossen genialen Kindes, das sich seine Naivität und Impulsivität bis an sein Hude erhalten hat Lebensvoll ersteht vor uns der reiche und leuchtende Geist Voltaires, dessen Ideen für die kommenden Jahrhunderte richtunggebend waren R. Löwit Verlag / Wien, I. rielschmurkt Nr. 1 19. Juni 1925 Rückgang d«r Mcstdevifen. In den letzteir Tagen Itxtteff weitere Abschwächnngen der Westdevisen zn verzeichmn. Der französische Frank-en war infolge der für Frankreich ungünstigen Kämpfe in Nordafrika rückgängig. Wie immer Hit er den belgischen Frauken ,nitgezogen. Bemerkenswert ist der starke Abbvöckelungsprozeß, dem fetzt die italienische Lira unterliegt. Die Knrsabschwächungcn sind auf den gesteigerten Notenumlauf in Italien ziirückzustchren, Es verlautet, -daß die italienische Regierung Maßnahmen gegen die Sprtnlation vornehmen werde. Insolvenzen. Das A u sgle i ch s ve r f a h r en wurde eröffnet über die Internationale Speditionsgesellschaft „t. b. H., 2. Lez., Heinestraße 12. A u 8* gleich 8 anbot 35 Prozent in fünf Monatsraten; über Ing. Karl P o l z, Kaufmann. 18. Bez., WLbringer Gürtel 7b; über Moses B i r n, Buchbindermeister, 2. Bez., Große Schiffgasse 22; Über Karl I o n a s. Kaufmann, 4. Bez., Johann- Strauß-Gasse 90; über I a k e s ch L W a h l, chemische Industrie in Groß-Enzersdorf über Mathilde Pichler, Gastwirtin in Spitz; über Alois I e k u s, Kaufmauu in Berndorf; über Katharina Steyskal, Konfektionshaus in Neunkirchen, und Josef A. F r i t s ch k a, Baumeister in Pernitz. — Der Konkurs wurde eröffnet über D. u. Sam. K o l l i n e r, 14. Bez., Zappertgasse 4. sowie über das Vermögen der persönlich haftenden Gesellschafter Wilh. Hans K o l l i n e r und Julius Lncacs, Oradea-Mare. Reichsbankpstäsident Dr. Schacht über die Gründung der Rentenbankkreditanstalt. Ans Berlin, 18. d., meldet Wolfs: Im volkswirischaftlichen Ausschuß des Reichstages äußerte sich Re ich s b aükp räs ide > tt Dr. Schacht ausführlich über die Gründung der Nentenbank-kreditanftalt dahin, di-e Frage, ob die geplante Rentenbaukkreditanstalt die Möglichkeit biet-e, idcr Laub- Wirtschaft Kredite zu -verschaffe,i, möchte er grundsätzlich bejahen. Vom Staudp„Ulkte der Währungspolitik halbe er keine Bedenken gegen dieses Institut. Ein zusamm-ensassendes, großes Zen-tr-alinstitut, das auf gesetzlicher Basis -beruht, sei das einzige I-nstittit, das Auslaudskr-c'dlte erhalten kann. Die Frage nach cin-c-m Einspruchsrecht der Regierung gegen Beschlüsse müsse er verneinen. Wenn aus u-n-ser-er ersten Produlk-tionsquclle, der Landwirtschaft, sagte Dr. Schacht, etwa 30 Prozent Mchrproduktion herausgeholt werden könnt-en, sind wir über alle Schwierigkeiten unserer Wirkschaf-tslage hinweg. Erneuerung des tschecho-slowakischen Zuckerkartells. Aus Prag, 18. d., wird gemeldet: Gestern nachmittags fand eine Sitzung des Zleutrallverbau-des der tschechü-slolvakischen Zuckerrasfinerie-n -statt, in der die Frage der Ern e n e r u u g d es Z u ck e r k -a r t e l l s zur B-erat-uNlg kam. Die Raffinerien wurden anfgefordert, im Laufe der Woche den -Text des Kartellv-ertra-ges zu uuterfertigeu. Dem Kartell werden sämtliche Firmen, die Zucker versteuern, angehörcn. Neues Ausstellungsgelände in Prag. Auf dom bis Endk Juni vollständig albzutragenden Gelände der chemaligen Fabrik Umratlh wird m einem Umfauge von 20.000 Quadradmc'tern in modern eiugerichteten Pavillone-n cin-e großzügige Radiomesse stattfinden, wie auch bereits auf derlse'llben Stcmvdfläche anläßlich der 11. Prager Herbstmesse (6. bis 13. September d I.) die Weltfwmon Schicht, Bata us-w. eigenle PadM-ons errichten werden. Da die Mess-eleitu-ng dafür Vorsorge getroffen hat, daß die auf dieser Standfläche ervichtoteu u-eum Pavillons zumindest für fünf Messen stehen Vl-eiben können, so ist zu hoffen, daß auch dieses neue Messegelände in,jeder Hmisicht eine willkommene Erwevt-cr-img des bisherigen bilden wird. Staatliche Garantie für Obligationen in Polen. Aus Warschau, 10. d., meldet P. T.-Äl.: Der FmauAm-inister hat dem Sejm einen Gesetzentwurf vorgelegt, laut welchem der Staat eine Garantte für die Obligationen der Staatsbank, der Kommunallbanken und anderer Kreditinftitute s-otvie der auszu-gebenden Obligation-en der HypothvkenbaiAen ülbernim-mt. Diese Garantie soll sich bis zu einer Summe von 200 Millionen Zloty oder ilhren, Gegenwert in Auslandsdevisen erstrecken. Das Gesetz hat den Zweck, den Zustrom von Auslandskapital für langfristige Kredite zu fördern und ist das Crgelbitts des Ansuchens zahlreicher Unternehmungen, die die Placierung ihrer Einisfionen auf den Auslandsmärkton im Tluge haben. Letztes Heft des „Effekten-Wegweiser". Das Hoft 68 der „Mitteilungen des Effekten-Wegweis-or" vom 15. d.. mit welchem diese Zeitschrift ihr Ende nimmt, hat fvlgenden Inhalt: Ablschi-ed vom Leser. — Kritische Börsenrevue. — Die Goldbilanz der Bodenkroditanstalt nnd der anderen Banken. — . Die Verlängerung der Laufzeit der Abrechnungsobli-ga-ti-oneu. — Die Staatslbahil als Holding-Gelsellschaft. — Die Prioritäten und die Aktien der Wien-Pottendorfer-Bahn und anderes mchr. Redalktion und ^Administration: 2. Bez., Rembrandtstraße 24. Wiener Viehmärkte. Rinder. Der gestrige Auftrieb belief sich auf 757 Stück Schlachtvieh, worunter sich 433 Stück Mast- und 324 Stück Betulvieh befanden. Gegenüber Montag sind die Preise um 5 G. pro Kilogramm z u r ü ck g e g a n g e n. Es notierten je nach Qualität: Ochsen 1.15 bis 1.55 S. (1.60 S.), Stiere 1.10 bis 1.50 S., Kühe 1.10 bis 1.40 S. und Beinlvieh 0.60 bis —.90 S. pro Kilogramm Lebendgewicht. — Schwein e. Aufgetrieben ivurden 2296 Schiveine. Fleischschweine haben bei besserer Nachfrage 5 bis 10 G. pro Kilogramm in der Notiz a n g e z o g e n. Es notierten je nach Qualität: Fettschweine 1.95 bis 2.30 S. und Fleischschweine 2.— bis 3.45 S. pro Kilogramm Lebendgewicht. — S t e chp i e h. Die Gesamtzufuhr belief sich auf 967 lebende Kälber, 1996 Weidner, 834 Weid,terschweine, 72 Weidnerschafe, 19 leb-,ide, 11 Ziegen, 91 Kitze nnd 73 Lämmer. Es notierten je nach Q,mlitätr Lebende Kälber 1.80 bis 2.60 S.,Weidner 1.90 bis 3.— S., Fleischschweine 2.10 bis 2.80 S., Fettschwei,te 2.40 bis 2.70 S., Weidnerschafe im Fell 1.— bis 1.60 S., ohne Fell 1.20 bis 2.10 S., lebende Schafe 0.60 bis 1.10 S., Ziegen 0.50 bis 1.— S., Kitze 1.20 bis 3.— S. und Lämmer 1.30 bis 2.— S, pro Kilogramm. Wiener Produktenbörse. Die Preise notierten gestern tvie folgt r Weizen: Inländischer 51.50 bis 52.50, Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm —.— bis , Ungarischer Theiß 77/78 Kilogramm 54.60 bis 55.50, Jugoslawischer 76 Kilogramm —bis , Jugoslawischer 77/78 Kilogramm — bis . Roggen: Inländischer 48.50 bis 47.50, Pester Boden oder Nyirer 45.75 bis 46.25. G e r st e: Inländische 36.— bis 42.—, böhmische mähüsche 48.— bis 50. Mais: Ungarischer 29.75 bis 80.76, C i u q u a n t t n 38.- bis 39.-. Hafer: Inländischer 42.50 bis 43.50, Reis: Italienischer 82.- bis 84.-», Burma 61.50 bis 63.-. Mah lprod u kt«- Grieß inländischer 88.— bis 90.—, Weizenmehl 0 inländisches 84— bis 66—, Kochmehl 2 inländisches 79— bis 81— Brotmehl inländisches prima 69— bis 7,1.—. — Tendenz,

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