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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-18 · Heft 2272 (18.6.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2272 (18.6.1925)
Date
1925-06-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Mm, DÄWerMg iminiijiinnninit“,, Bequeme wvyv^^w tm &NG&J muimln"1"IIIIMI""l,,,,,Ife Teil- 3 Zahlungen! | 1 Erliflltircli nur ln Laden mit diesem Schild] ^IIIIIIIIIIHJIIIIIIIZentrale: Wien, I. UeblMuie sllllllllllllllltllllF eilte internationale Seekonferenr in Kairo. < Kairo, 17. Juni. Anfangs 1926 findet hier eine internationale Se-ekonserenz statt. Zur Vorbereitung der Tagung iwurde ein von König Fnad ernanntes Komitee eingesetzt, welches die Einladungen zur Konferenz aussenden wird. An der Spitze des Komitees steht ZiwarPascha. Unter den ernannten Komitee ntitglicdern befinden sich drei Juden, und zwar Josef C a t a u i Pascha und Dr. Levy als Schriftführer und Adolphe C ata ui Bei als Mitglied. Keine Aendernng des Wahlgesetzes in Syrien. kr. Jerusalem, 16. Juni. Der Oberkommissär von Syrien, General Sa rra il, hat vom französischen Außenminister die Verständigung erhalten, daß der Miuisterrat nach eingehender Beratung über die ihm vorgelegten Vorschläge für eine Abänderung des in Kraft befindlichen Wahlgesetzes für die gewählte Vertretungskörperschaft in Syrien zu dem Beschluß gelangt sei, derzeit von jeder Abänderung des Wahlgesetzes als unzeitgemäß Abstand zu «nehmen. Gegenwärtig erfolgen die Wahlen durch Mahlmänner nach Gemeinden. Beschlüsse der Ferusalemer Konferenz der Paiöftinaömter. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".') Jerusalem, 10. Juni. Die Zionistische Palästinaexekutive veröffentlicht die Beschlüsse der Konferenz der Palästinaämter, welche Ende März in Jerusalem stattgefunden hat. An der Konferenz nahmen teil die Vertreter der Palästinaämter von Warschau, Leutberg, Czernotviitz, Galatz, Berlin, Wien, Kowno, Kon«stantinopet, Sofia, Triest und Riga, Vertreter der Hechaluz-Weltovganisation, der Misrachi-Hechaluz-Vereinigung sowie der Jmnligrationsänlter van «Jaffa, Haifa und Jerusalen:. Der Leiter des Jmmigrationsamtes in Jaffa, Herr Joschna Gordon, legte einen Plan für die Reorganisierung der Palästinaämter vor. Die allgemeinen Probleme der Einwanderung wurden von Herrn Professor P i ck und vom Leiter des Arbeitsdepartenrents der Exekutive, Herrn Springak, behandelt. Referate wurden erstattet über die Koordination der Arbeit der Palästinaämter' und de's Jmmigrationsdepartements der Exekutive, über die Landungsverhältnisse und ähnliche Fragen. Den Verhandlungen wohnten auch Col. Kisch und S. A. van V r i e s l a n d sowie teilweise auch der Kontrollor der Abteilung für Einreiseerlaubnisse bei der Palästinensischen Regierung bei. * Zur Lösung der finanziellen Schwierigkeiten der Palästinaämter, die eine richtige Abwicklung ihrer Arbeiten in wachsendem Grade erschwert, wurde beschlossen, in Zukunft von jedem Immigranten, der die Dienste der Palästinaämter in Anspruch nimmt, eine Stempelg c b ü h r zu erheben. Die weiteren Beschlüsse betreffen den Ausbau der Jmmigrationsa-btcilung der Exekutive und der Palästinaämter durch Errichtung besonderer Ver'kehrsbureaus, den Ausbau des Schiffsverkehrs nach Palästina und die Beschaffung ritueller Verpflegung für die Immigranten auf. allen für die Immigration in Betracht kämmenden Schiffen, die Errichtung von Jnformationsbureaus für Touristen bei den Palästinaämtevn, die Führung einer Touristenpropaganda und die Organisierung eines besonderen Touristenverkehrs. Die Konferenz drückte ihre Zufriedenheit über da's Wachst u m d e r IE i n w a n d e r u u g u a ch P a l äst i u a aus, betonte aber die Notwendigkeit der B e rstärkniig der Cha l u z i m e i n w a n d e r u n g. Bei der Verteilung der Zertisikate sollen die Gesuche des Hechaluz und der für p r o d u 11 i v e A r b e i t geschulten Gesuchsteller besonders berücksichtigt werden. Die Eiuwanderung aus Rußland soll die Exekutive uachdrücklichst unterstützen und sich auch die Erteilung von Zertifikaten au die in verschiedenen Häfen liegenden Flüchtlinge, soweit diese für Erez Israel geeignet sind, angelegen fein lassen. _ Sie Mischen Heimlosen. Eine Europareise des Kongreßmannes Perlmann. Aus New-?)ork wird uns berichtet: Mit Rücksicht auf die ln den letzten Monaten bei den großen jüdischen Organisationen eingelangten Beschwerden über die Unzukömmlichkeiten bei der Erteilung der Paßvisa an Juden durch die amerikanischen Konsulate reist das jüdische Mitglied des Washingtoner Kongresses Perl mann nach Europa, um sich an Ort und Stelle über die Stichhältigkeit der Beschwerden zu informieren. Kongreßmann Perl m a u u hat am 13. d. -mit dein Dampfer „Leviathan" die Reise angetreten und wird nicht nur -die amerikanischen Konsulate im Osten Europas, sondern auch die Hafenstädte aufsuchen, in denen die gestrandeten jüdischen He im lose n zu Tausenden zugrunde geheit müssen, lvenn sie llicht baldigst ans ihrer verzweifelten Lage gerettet werden. _Wiener MoraenHettuna._ Sie zwangsfonntagsrnhe in Saloniki. Eine Protestkundgebung der Salonikter Jndenfchnst. — Rücktritt des jüdischen Gemetnderates. Saloniki, 16. Juni. (I. T.-A.) In der Synagoge Beth Saul wurde eine große P r o t e st k u n d g e b u n g der Salonikier Juden gegen die Zwangs so nntagsr u h e abgehalten. Oberrabbiner B r a u d o und der Vertreter des Zionistischen Komitees, Herr Abraham, erklärten, durch die Einführung der Zwangssonntagsruhe in Saloniki sei ein großes Unrecht an der jüdischen Bevölkerung begangen worden. Sie forderten die Juden auf, trotz allem treu zur Tradition zu stehen. Der Rat der jüdischen Genreinde beschloß, z n rü ckz n t r c t e n, damit eine Repräsentanz geschaffen wird, die int Namen aller Schichten und Parteien sprechen kann. Der Generalgouvcrnenr Canavos ließ den Rat wissen, daß die Regierung in Athen ein Gesetz vorbereitet, welches den Forderungen der Juden mehr Rechnung tragen werde. Der Rat erachtete aber diese Verbesserungen für nicht genügend und bestand ans seinem Resignationsbeschluß. Er erließ eine Protesterklärung, in welcher gesagt wird, die Regierung müsse d'e religiöse Ueberzeugung der 9 0.0 0 0 I u d c n Salonikis achten. Ser Aollkrieg zwischen Senlschlond unv Polen. Berlin, 17. Juni. Ta kein Handelsvertrag zwischen Deutschland und Polen zustande «kam, ist die oberschlesische Grenze vom 16. Juni für die Einfuhr aus Ostoberschl-esien gesperrt. Damit ist die Teilung des oberschlesischen Jndustriebezirkes, die vor drei Jahren zunächst nur auf politischem Gebiet in Kraft getreten ist, nunmehr auch wirtschaftliche Tatsache geworden. Ser tschecho-slowakische Gesandtenpoften in Wien. Habrmann lehnt die Berufung ab. Prag, 17. Juni. „Pravo Lidu" veröffentlicht ein vom Zentralvollzngsansschuß der sozialistischen Partei vor einiger Zeit erhaltenes Schreiben des Abgeordneten Habrmann, ans dem hcrvorgeht, daß Habrmann nach seinem Rücktritt aus der Regierung der Vorschlag gemacht wurde, den Wiener 'Gesandtenposten zu übernehmen. Er, Habrmann, habe diesen Vorschlag angenommen. ,/Inzwischen aber" — so besagt «das Schreiben weiter — „wurde der Vorschlag des Außenministers zum Ausgangspunkt der bekannten Pressekampagne gegen die Partei, der ich angehöre, nüld gegen mich selbst. Es zeigte sich auch, daß «die Anschauungen der Sachverständigen über die verfassungsmäßige Zulässigkeit der Ernennung auseinander gehen. Ich habe nrich niemals um irgend einen Posten im öffentlichen Dienst beworben und gestatte mir daher, mit Rücksicht auf den schwierigen Stand der Angelegenheit mitzuteilen, daß ich den angebotenen Posten nicht annehmen würde, und bitte ich, diese Angelegenheit damit als erledigt zu erklären. Sa» neue Weingesetz. Der Nationalrat nahm gestern das neue Weingesetz in beiden Lesungen au. Es ist das Produkt langwieriger Verhandlungen. Als Grundprinzip wird festgestellt, daß Weinmost gezuckert werden darf, während die Zuckerung von Wein nicht erlaubt ist. Auch Obstmoift darf mäßig aufgezuckert und mit Wasser versetzt, aber nicht mit Wein oder Weinmost vermischt werden. Der Verkäufer des Weines ist verhalten, dem Käufer die Zuckerung mitzuteilen. Von dieser Verpflichtung ist nur der Wirt enthoben. Mit diesem Gesetz wurden nur die Wünsche der großen Weinhaüer erfüllt, während es die Forderungen des Wein-Handels überhaupt nicht berücksichtigt. In seiner Grundtendenz ist es direkt handelsfeindlich. Im Einlauf der Sitzung befanden sich unter anderem Gesetzentwürfe betreffend die Verlängerung des handelspolitischen Ermächtigungsgesetzes bis Jahresende, das Handels-Übereinkommen mit Griechenland sowie Anfragen wegen des sozialdemokratischen Ordnertages in St. Pölt e u und wegen des bekannten anschl-ußgegnevischen «Interviews des von Paris abberufenen österreichischen Gesandten Eichhos f. Die nächste Sitzung wird auf schriftlichem Wege einberufen werden. -i- In der anschließenden Sitzung des Hauptausschusses berichteten Finanzminister Dr. Ah rer und Außenminister Dr. Mataja über die in Genf geführten Verhandlungen und die dort erzielten« Ergebnisse. Die Berichte wurden zur Kenntnis genommen. * Paßverliinaeruiia bei de» Besirkskommissariaten. Die Potizeidirektion hat schon im Vorjahre die Bezirkspolizeikommissaria-te zur Verlängerung der Gültigkeitödmber österreichischer Reisepässe ermächtigt. Es wird neuerlich ans die vorwiegend im Interesse des Publikums «getroffene Verfügnng ausinerksmn geinacht. mit das lange Warten int Paßantte auf dent D'.'tttschmeisterpl«atz Zt vernteiden. * Verlängerter Ladenschluß der Zuckerbäcker und Zuckerwarenhändler. Mit Verordinntg des Magistrates vom 16. d. tvttrde der Warettverschleis; int Zttckerbäcker-, Kuchettbäcker-, Matidolettibäcker- und Le-hzeltergelvevbe und der Kleinvorschloiß von Znckerbäckerwaren, Znckerwarett und Kanditen tvähreitd der Zeit vont 18. d. bis 21. Angttst an Doitnersta«gen ltnd Zreitagett bis 9 Uhr abettds ge«statte«t. 18. Juni 1928 Sette V Äaesnilpk edite*tlaturbuffzr. ein „amerikanischer" Mnberftreich mit harmlosem Ausgang. „Bei geringstem Widerstand schieße ich." In das Geschäft «des Jnweliers Richard G e ir i n ger in der Spiegelgasse trat gestern mit halb 5 Uhr nachmittags, wie die beiden Verkäuferin,ten des Ladens angeben, ein junger Bursche von nngcsähr 18 Jahren. Er hielt einen Bries in den Händen, ging bis znin Pult vor, sprach kein Wort und «überreichte ihn der Angestellten Pietsch. Sie nahm das offene Kuvert entgegen und las in Hast das Tchreiven. Mit Bleistift standen auf dem Zettel die Worte: „Achtung! Bei geringstem Widerstand schieße ich. Daraus Selbstmord! Raube' nicht viel! Sie können verdienen. «Schade nur für Versichernngsanstalt. Bei Anzeige falsches Signaleinent geben. Dann per Post 25 Prozent zttrückb-ekontmen. Werde ich verhaftet, dann Selbstmord. Man .wird nichts finden. Sie werden durch meine Komplizen darauf erschossen. Sie werden gebunden werden, wenn ich das Lokal verlasse. Komm.t 'Knndscha-ft — werden Sie bedienen! «Bei Verdacht wird sofort geschossen!^ Schon nach den ersten Worten sah Frl. Pietsch vom Briefe ans «imd ries dem Burschen zu: „Was erlonbe-n Sie sich'?!" Dabei sah sie a-ber, wie der Bursche einen Revolver gezogen hatte und on der Kante des Pultes hielt. Er schrie den beiden Mädchen zu: „Bitte, kein Wort, s o n st schieß' ich...!" Ab«er, ohne seine Drohung währ zu machen, ohne einen Versuch zu unternehmen, wendete sich de" Bursche dem Ausgang zu und war int v c r s ch w ti n d c f Streifungen der Polizei in der Umgelbnng blieiben ohne CT folg. Sie eisenbahnkatastrophe in Amerika. Bisher 36 Tote. New-Iork, 17. Juni. Die Katastrophe bei H a ck e t st o w n hat einen viel größereir Umfang, als die ersten Meldungen angäben. Die Zahl der Todesopfer belrägt 3 h, darunter 2 0 Frauen. An dem Aufkommen von zehn Schwerverletzten wird gezweifelt. Abgesehen vom Fahrpersonal sind sämtliche Toten und Verwundeten Deutschamerikaner. Im Zuge befand sich eine Reisegesellschaft von 182 Deutschamerikanern, welche die Reise zur Jahrtausen-dausstell-ung des Rheinlandes antraten. Der überlebende Teil dieser Reisegesellschaft hat sich in Hoboken auf dem Dampfer ,/Republik" eingeschifft. Nach Ansicht der Eiseitbahnbeamten wurde die Entgldisung durch einen Dam m r u t \ ch infolge des R ge ns verursacht. Eine Bevgwerksexplosion in Bulgrrrien. Berlin, 17. Juni. In dem Kttpferbergwerk B l . kalnitza nördlich von «Sofia ereignete sich, wie o.e Blätter melden, eine schwere Expl«osion, die alle Eingänge znnr Bergwerk verschüttete. Von den eingefahvenen 27 Be r g 'l e u t e n sind bereits z w «e i a l s Leiche n geborgen worden. Auch die übrigen gelten als verlor e n. Künstliche Inseln. Als Zwifchenstntionen für Ozeanflugreisen. Da's ,/Berliner Tageblatt" veröffentlicht sensationelle Einzelheiten über die Schaffttng künstlicher I n s «e l n . im Atlantischen Ozean als Station e n für Flu gz e ug e im Luftverkehr zwischen Europa und Amerika. Es handelt sich um ein großartiges Projekt, das jetzt der ^amerikanische Ingenieur Armstrong vorlegt. Er plant die Erbauung von a ch t k it n st liche n «I n s e l n, die etwa 500 Seemeilen voneinander entfernt liegen. Eine solche Zwischenstrecke würde schon heute ein Flugzeug mit Leichtigkeit zurücklegen. Die Konstruktion der Inseln beruht auf dem E i sbergprinzip. Schwimmende Eisberge ragen beöannt- «lich nur zu einem kleinen Teil aus dem Wasser empor, während sich die Hauptmasse unter der Wasserlinie . befindet. Damit ist nun äußerste Stabilität gegeben. Dieser Grundsatz soll auf die künstlichen Inseln übertragen werden. Eine vierkantige Plattforin, 135. Meter breit, 400 Meter lang und 25 Meter über dem Wasserspiegel emporstrebend, soll ein riesiges Fundament ans Eisen und Beton erhalten. Das Ganze mit etwa 15.000 Kubikmeter Wasserverdrängung soll zu 95 Prozent unter dent «Meeresspiegel liegen, um ntöglichst rtubeeinflußt von Stürnten zu sein. Die Flugstationen sollen sich s ch w i mm e n d erhaltetr, aber, sie werden verankert mit riesigen Kabeln, die zwar eine Beivegungsfreiheit von mehreren Seemeilen gewähren, sie jedoch im Prinzip am Platze fosthalten. , Auf den Inseln sirtd Reparalurivekstätteu, Restaurants und Hotels vorgesehett. Die Fluggäste foulten dort «zu Mittag speisen und, wenn sie mnsteigen wollen, auch

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