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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-17 · Heft 2271 (17.6.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2271 (17.6.1925)
Date
1925-06-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wien, Mittwoch Teile 5 9k. 227k #- ' fälscht ivar. Mit.Hilfe dieses Paffes Ließ Frau Rvnay ein Bu da Pest kr Haus, >das einer Wiener Dame gehört, auf deren Namen der Paß gefälscht war, auf ihren eigenen richtigen Namen Übertragen. Dann reiste sie nach Budapest zurück und ließ bei cincr" Budapester Bank das .Haus, als dessen Eigentümerin sie sich nunmehr ausweisen konntemit 30.000 Dollar ibelehnen. Sie behob bez der Bank ine Summe und verwendete >das Geld für ihre Geschäfte und privaten Zwecke. Die Bank entdeckte den Betrug, als sich nach einiger Zeit herausstellte, daß die in Men lebende Beisitzerin des Hanfes von einem Verkauf an Frau No nah überhaupt nichts wußte. Bericht über eine Palüftinareise. Bon Otto Abeles. 1. Arr Bord der ,Menna", 11. Juni. Nach 27 Jahren zionistischer Betätigung besuche ich zum erstenmal Erez Israel. Vom Tage des Auftretens Theodor Herzls habe ich du Entwicklung der zionistischen Probleme mitgelebt, die bösen und die guten Tage, vom faustischen Beginnen des Führers, mit einem golvaltigen Griff die Judenheit von ihrer gegenwärtigen unwürdigen Lage zu brsreien — die große Masse der nach Palästina Verpflanzten faktisch, die in den Ländern der Vevstveuung Zurückbleibenden moralisch zu erlösen —, bis zu den heutigen schönen, hoffnungsvollen, aber im, Vergleich zu dem Wollen Theodor Herzls und zum ursprünglichen Programm der politischen Zionisten sehr bescheidenen Möglichkeiten zionistischer Sicdlnugsavbeit in Erez Israel. Ich kenne die wichtigsten führenden Menschen von Anbeginn, ich habe mich in Wort und Schrift an der Propaganda beteiligt von Anbeginn und weiß um die Argumente der Gegner, die sich wandelten, wie sich unser Weg gewandelt hat, von, Anbeginn. (Kenntnis und Erkenntnis sind natürlich auch beim Berichterstatter durch seine persönlichen Fähigkeiten begrenzt und seine Neigungen beeinflußt.) Ich komme nicht als Neuling und nicht als Zaungast, aber ich weiß, daß ich nach vier oder sechs Wochen Aufenthalt im Laude nicht das Recht und die Möglichkeit ' haben «werde, richtig zu urteilen. Der Verantwortung, die ich — üvie jeder, der über Erez Israel schreibt — auf mich nehme, bin ich mir bewußt. Ich verspreche, alles so zu schildern, wie ich cs sehe. Solche Tagebuchblätter eines alten Zionisten, unter dem unmittelbaren Eindruck einer Palästinareise geschrieben, werden, hoffe ich, nicht unnütz sein, 2. ' ■■■- ' Wer wandert jetzt nach Erez Israel aus? Eine, wichtige Frage. Die Hafenstadt Triest gibt Anlaß zu An-' schauttngsunterrkcht und Einholung authentischer Daten Wer Herkunftsland, Qualität und Gorst der Emigranten. Gin Viertel, zu Zeiten sogar ein Drittel sämtlicher Einwanderer schifft sich hier ein und passiert 'das Tvester Palästinaamt. Im März dieses Jahres wurde die Rekordziffer van 1108 erreicht und nach den ersten vier Mouaterr 1925 «war die Gesamtzahl der im ganzen Kalenderjahre 1923 über Triest Instradierten bereits erklecklich überschritten. 50 Prozent sämtlicher Palästinafahrer komme:: aus Polen. Gespräche, die. ich mit dem feinen und klugen Präsidenten der Triester PalästinäkommWon, Josef F a n o, und mit dem verdienstvollen Amtsleiter Dr. Josef SchirmanskY führte, ergaben folgendes Bild der gegenwärtigen Allah: 80 Prozent sämtlicher Emigranteil sind kleinbürgerliche (balbattische) Elemente, bloß 20'Prozent sind Ehaluzim. Man mag zur Frage des Palästinaaufbaues wie •immer stehen: Für absehbare Zeit nmß das Element der Chaluzim überwiegen- Das Verhältnis 20 zu 80 ist bestimmt nicht gesund und förderlich, selbst tvenn man die furchtbare wirtschaftliche Katastrophe in Rechnung stellt, von 'welcher die polnischen Juden 'bedrängt sind. Die Qualität der Emigranten, auch der Chaluzim, läßt gegenwärtig viel zu wünschenübrig- . Bei der Zuteilung der Zertifikate toivd nicht überall zweckdienlich vovgegangen. In Ausnahmsfällen sogar. gewissenlos. So hat die Iudengememde Antwerpen Erez Israel dazu benützt, tun sich von ihren Gewohrcheitsbettlern zu befreien, und sandte 300 Schnorrer via Triest mit Zertifikaten nach Palästina. Bei einem Teil der Balbattün sind zionistische Begeisterung oder der eiserne Zivang der Verhältnisse (vor allen: in Polen) die Motive der Uebersiedlnug. Leider Gottes nur bei einem Teil. Nicht wenige führt die Hoffnung, leicht, rasch, reichlich und arbeitslos Geld zu machen, nach dem „heiligen Lande". Ein Ausdruck, den Doktor Schirmamskh gebrauchte, ist sehr bezeichnend: Man geht nicht nach Palästina. Man geht nach Tel-Awiw. Ein Palästinenser, feit 14 Jahren int Lande ansässig, mit dem reisen zu dürfen ich so glücklich bin, wohnte dem Gespräch bei uivb 'bemerkte: ,/Warten Sie ab, bis Sie in Erez Israel erfahren und sehen, was das Land aus den Menschen genracht hat. Sie werden dort alle krank: an Palästinaliobe. Diese Krankheit ivandelt die Menschen ttm, auch die, welche nach Tel-Awiw kommen." Ich warte ab und setze auf der „Vienna" den Anschauungsunterricht fort. Brindisi in Sicht, ich muß schließen. Wien. 17. Juni. * Das falsche Attentatsgerücht. Durch die polizeilichen Erhebungen in Angel egeüheit der Berbroit-nng von Flugblättern mit der erdichteten Nachricht Über ein aut den: Frairz- JMs-Bahrchof in Wien verübtes Attentat gegen den tschechoslowakischen Außennüntster Dr. Benesch wurde festgestellt, daß dich; Flugblätter 'nach ein-om KoiMpt des bereits vorgesterir -angchultenm KMorte-urs Lhoophil Tannenbaum Mitteilungen ott dem Publikum. wi.a.r «U MM IM n Bureau: erlg.franLZroartttenpapier JwD tuiu.itti.Stadsgis» 19/2 Von der Miteigentümerin der „Wiener Ausflugs- und Lonnnerfrischen-Zeitung" Emma Worell in der Redaktion dieser Monatsschrift auf der Schreibmaschine her,gestellt wurden, um durch den Verkauf derselben einen Gewinn zu erziele». Tanneubaun: uno Emma Worell wurden dem Strafgerichte ange,zeigt. * Schachmeister Teichman» gestorben. Wie aus Berlin gemeldet wird, ist int dortigen Pirchow-Krankerchans der be- «nmte thüringiscln Schachtneister Teichmann, 67 Jahre alt, gestorben. Seit 1802 lebte er tu Engla >i d, während des Krieges in der Schweiz. Teichmann hat bedeutcitde Erfolge errungen. 1902 wurde er in Monte Carlo Vierter, in Breslau 1902 Dritter. 1907 gewann er das JttbilämnSturnier der Berliner Schachgeselvschaft. Sein bedeutendster Erfolg war sein Sieg trn Turnier von Karlsbad 1911, wo er Ruibinstein, Schlechter, Marshall. Nstmzowitsch, Bidmann, Alfechin, Tartakowcr und andere hervorragende Spieler hinter fick) ließ. * Ein Fesselballon explodiert. Wie aus Koblenz ge meldet wird, ist gestern bet den: hier liegenden fvcmzösischen Lnftschisferregimcnt ein Fesselballon c x p l o d i e rt 16 S o ( d a t e n wurden furchtbar verbrannt; fünf von ihrten sind bereits g e st o r b e n. * Das Wetter. Ter gestrige Tag brachte wieder Anfiheiterung und Tentlperatttyzunahme. Die Voraussage lautet: WeckMnd wolkig, ein wenig wärmer. * Die Lebensmittelmärkte. Die Großmarkthalle hatte auch gestern relativ günstige Fleischrmporte anfzwoeisen. Mittels. Bahn find 12 Waggons diverser Fleisckwrten eingelangt. Der Verkehr hielt sich in den bescheidensten Grenizen, wobei die Preise unverändert blieben. Der Nafchmarkt verifügt über eilte reichliche Auswahl in allen Gem'üsosorten. Gestern kame»l die evstoi: Fvühkartoffel inländischer Herkunft <tuf öen Älavkt. Weißkraut hat sich mäßig verbilligt. Mit Kirschen ist der' Markt überfüllt, da die Zufuhren ans den einheimischen Produktiansgebieten stärker einsetzen. Die Preise auf dem Markte bewegen sich zwischen - 60 Groschen und 1 Schilling pro Kilogramm je nach Qualität. Eierpreise stabil, Butter unwesentlich billiger. * Paßvisum für Italien. Die Konsttlatskat^le: bei der königlich italienischen Geisandschaft teilt mit: Infolge der derzeit liervschendei: großen Andranges bet der königlich, italienischen Paßvifmustelle werden. die Bewerber um ein Einreisevisum nach Italien in ihrem eigenen Interesse ersucht, ihren Paß tvenigstens ,ztue i Tage vor der beabsichtigten Abreise einznreichen. Da auch bei Gesellschaftsreisen jeder Teilnehmer einen eigenen, mit den: italienischen Visunc versehenen Paß an der italienischen Grenze vorweisen muß, wird cs in solchen Fällen, besonders dann, wenn es sich um eine große Anzahl von Teilnehmern handelt, notweitdig sein die Pässe -wenigstens acht Tage vorher eitMreichert. * Jüdische Aedenktaseln in Triest. In T r i e st fand, wie uns., von. dort berichtet wird, gelogentlich der Feier des 25jährigen Rogier'uugSiubiläilMs des Kbnigs Viktor Emauncl die EnthÄlluldg von zwei Gedenktafeln .statt: Die eine znnr Älndenkelt an die RcgiovuMsepoche des Köitigs, die zweite jum Andenken an die im Kriege gefallenen jüdischen Soldatei^nns Tviest. Beide Tafeln rühren von dom bekannten jüdischen Künstler Ardnine Bel kram her. * Schekelaktion. Das Zionistiische'Baudeskomitee teilt mit: Den Zionistischen Be^irkssektionen, Ortsgruppen, Sonderverbänden wird bekanntgegeben, baß die Exekutive dett Termin für die Verrechnung der diesjährigen Schekel bis zum 30. d. verlängert hat unter der Voraussetzung, daß. zu diesem Termin die Berechnungen 'bereits im Besitze der Exekutive sind. Wir fvrdenl sämtliche Sektionen, Ortsgruppeir »md Sondewerbände cndf. nnverzüglich an die Berrechuulrg der Schkalim in eigeuent Wirkungskreise zu schreiten und spätestens bis Freitag den 26. d. die Verrechnungen mit unserem Bureau durchzuführeic. Der kurze noch zur Verfügung stehende Zeitraum soll nach. Tunlichkeit.ausgenützt werden, um das Endergebnis der diesjährigen Schekelaktion, in Anbetracht der kontmenden DelegierteMvahlen urögliMt ,günstig zu geistalten.. * Landeskomitoesitzung. Das ZionWsche Äandeskonntee teilt 'mit: Heute abends um 7 Uhr findet eine wichtige Landeskomiteesitznng statt. * Nur fünf Sammeltage in Wien. In einer nenerlichen Sitzung der Vorstände der Fürsorge Institute beim Bürgermeister Seitz wurde emstimmig. der Beschluß gefaßt, daß die Zahl der jährlichen Sammelbetvillignngen auf fünf beschränkt werden soll, und zwar sür die R et t u n g s g e se l ls ch a s t, die Kind e x re t t n n g s w o ch e, die A r m e n Wiens, für die B a r m h e r z i g e n Brüder und ft'rr den Verband der B l i n d e n v e r e i n e. * Das zweite Wasserkraftwerk der Gemeinde Wie«. Geistern' vorinittags wurde beim Wasserlestungskroftlvevk Gamina der letzte Stollen durchgeschlagen. Der Durchschlag erfolgte glatt. Voraussichtlich wird noch in diesem Jahre das Werk, das am. 26. September 1923. begönnen wurde, in Betrieb gesetzt werden können. , * Tödlicher Unfall im Simmeringer Elektrizitätswerk. .Im städtischen ElektrizitätÄoerk in Simmerina wurde der 34jährrtte -Lvkmnotivsich-ver' Fvanz Klemetsch beim Abspringen von den Rädern der rvlaschlne erfaßt und zn -Tode zermalint. * Selbststelluna des Totschlägers Lackner. Wie berichtet, hat in der Nacht zum 16. d. in der Himbergerstraße der Hilfsarbeiter Karl Lackner in einem durch Eifeosücht vernvsachten Streit den 20jährrgcn Hilfsarbeiter Thomas Schneider durch zivei Messerstiche in der Herzgegend getötet Lackner, der seither verfolgt wurde, hat sich gestern hn Landesgericht Wieg 1 selbst gestellt. * „Die Mutter." Aus dein Inhalt des eben evschienenen Heftes wäre zu evtvähnen: Priv.-Dvz. Dr. Heinrich Lchdorff: Das blutarme Kind. Dr. A. H-: Säuglingspflege von einst und jetzt. Ginn Kaus: Schöne und häßliche Kinder. Dr. Erwin Wexberg: Formen der Erziehung. Sophie Lazarsfeld: Frirdliche Erziehung. Was ist ein Kinderwartemum? und andere inebr. Eine Beilage. „Die Kinder-stn'be", bringt viele Erzählungen und Rätsel für unsere Kinder. Man kauft das Matt für 30 Groschen in allen Trafiken und bei allen Kolportenreu, Abvnnemeutüamueldiing direkt bei der Administration', Wien, 9. Bez., ilniversitätslstraße 6—8. * Fußböden aus Papier. In Amerika gelangen in immer steigendem P^aße Fußböden aus Papiermasse zur Verwendung. Ihr Hanptvorzna liegt, wie 'der Verein Deutscher Ingenienre nrittei'lt. ans bvgienischern Gebiet: Alle Fugen fehlen, die einen guten Nährboden für Krauftwitserreger, nämlich Staub und Schmutz, enchalten könnten. Trotz des geringen Preises haben diese Fußböden die gleichen Vorteile lute Holzfußböden, sie sind schlechte Wärmeleiter und dämpfen den Schall. Bei der Her- . stellnng wird die pnlvevförmig zerkleinerte Papiennasse mit dem Bindemittel, Zement, gernischt und unter Wasserzusatz zu einem Brei verrührt. Dieser steife Brei wird aus dem Boden ausgebreitet, gewalzt und nach Trocknung 'in einer beliebigen Farbe gestrichen 17. Juni 1025 Nadiopvoftvamm. Mittwoch den 17. Juni. \ bis viertel 6 Uhr: Konzert. 5 Uhr 20 Min. bis '/,7 ttbr: Andersen-Märchen für Kinder. ’/J Uhr: Bortraa Frau Marianne Harnisch: „DaS Jugendrotkreuz". — 7 Ubr: Vortrag Waguer-Iauregg über den Kropf. — bis V/J Uhr: Englischer Sprachkurs. — V,9 Uhr: „Der Barbier von Berriae". Heiteres und Ernste« aus dem Rokoko. — 10 Uhr: Heitere Abendmnsik. vereine, Bottröge unv Versammlungen. H i t a ch d u t h, 2. Bez., Gkockengasse 30. Heute, 7,8 Uh* abends. Aussprache über die Probftme des XiY. Zionistenkongresses. - Z i o n i st i s ch e I n g e nd g r u p p e Leo- Pol d st a d t. Heute, 8 Uhr abends, 2. Bez., Zirkusgasse 33. Plenarversammlung mit äußerst tvlchtiger Tagesordnung. Erscheinen Pflicht! — M a i m o n i d e 8 - I n st i t n t, 3. Bez.. Hetzaasse 40. Heute, 6 bis 7 Uhr, Dr. A. K a m i n k a, Talmudische Aaada. 7 bis 8 Uhr, derselbe, More Nebitchim über: „Die arabische Pbilosopbie." - ZionistischeBezirlso r a a n i s a t i o n, S e k t i o n B r i g i t t e n a u. Heute, 8 Ubr abends, im Sektionslokale. 20. Bez.. Gaußplatz 11. (Eaf6 Holpern), dringende Ausschußsitzung und zuversichtliche Schekelabrechnung. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Morgen um 8 Uhr abends in: Sektionslokale (Cafe Halpern), Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Kongreßfragen; Referenten die Herren Prof. Rath, Dr. Jsr. Taubes, Tropp und Dr. Finkelstein. Mitglieder erscheinet in Massen. Gesellschaft für wissenschaftliche Zukunftsjorschung. Zweckö Gründung einer Gesellschaft für wissenschaftliche Zukunstsforschtlug beginnt Herr Otto Lang Freitag de,: 19. d. pünktlich V38 Uhr abends im Festsaale des Apothekervereines, 9. Bez., Spltalgasse 91, eine frei zugängliche methodische Vortragsreihe, die zeigen soll, wie die zielbewußte Lösung der gegenwärtigen Wirrnis nur durch Erkenntnis der Zwangläufigkeit innerhalb >>.* Zukunftsentwicklung möglich ist. Bühne md Kunst. gohann-Strauß-Feftkonzert. Ein Konzert im Schönbrunner Schloßt)ose crüffit'ctc dir Feierlichkeiten anläßlich des hundertsten Geburtstages d<s Walzerkönigs. Unter Leitung von Direktor Sch-all und Kapellmeister Luze spielten die PY ilharm on i-kcr und fang der M ä n n e r >g e s a n.g verein Meisterwerke von Strauß Vater, Strauß Sohr: und dessen Bruder Josef, eines schöner, anmutiger, wieuevilscher als das andere. Leider zerflatterten die Klänge vielfach in der kühlen Abendlnft. Die Freilnftkonzerte habön eben ihre Grenzen und Jchann Strauß will in: Theater und im Konzertsaale, nicht' in Gottes freier Natur genossen sein, der ja seine leicht nnd froh ans den Fußspitzen dahinschweibende Musik so nahe stcht. Wie Erinnerungen an bessere alte Zeiten erklangen die biebermcierischeu „Lore! oi"-Rhein-Klänge von Strauß Vater, dann ging cs weiter über die „Dorfschwalben" von Josef Strauß zu den: „Kaiserwälzer" und schließlich Zun: Walzer von der „Schönen, blauen Donmr", ldem unvergänglichen Wahrzeichen: des nutsikalischen Wien. Den Seinen gilbt's der Herr fm Schlaf und Strauß wardie Grundidee dieses Wälzers gleichfan: über Nacht.gekornmen. In Ermanglni^g von Papier hatte er sie auf die Man'sche-tte seines Hemdes notiert und nur der Bors ich: seiner Gattin Jetty ist es. zu danken, daß sie nicht in den Waschtrog wa>werte. Sie entdeckte den Melodieschatz ans der Leinwand und die Pariser errtdeckten ihn auf der Weltansstellnng erst recht, nachdem er rn Wien nur einen Achtungserfolg erzielt hatte. -Für nur 260 Gulden hatte Johann Strauß das Werk an den Mufikvevleger Spina — den „Banlnotenhainsterer", toie er ihn nannte — verkauft, und er selbst mag tvohl in seiner Bescheidenheit durch den Riesenerfolg des Werkes an: nveiften überrascht worden sein. Schm: in der guten, alten Zeit, da Wien noch keinen mnsikalischen Großbetrieb und noch feine zehn Konzertsäle hatte, mußte der Wieiier Künst- ’ler erst in der Frcrnde entdeckt werden, um daheim die ihngebührende Anevkennnng zu fiitden. — r. Aus den Theatern. B u r g t h e a t er. Morgen, xf2% Uhr abends. „De r Bauer a l s M i l I i o :: ö r*. Diese Vorstellung ist die ö0. seit Aufrrahine des Strickes in den Spielplar: (18. Februar 1918). A k a d e n: i e t b e a t e r. Morgen, V»8 Uhr abends, ..DieKarawan e". --in sggasggggeggggä^g Ein Denkmal für Voltaire! Josef Popper-Lynkeus VO LTAI RE Künstlerisch ausgestatteter Ganzlcincnbaud S 15.—, oroschiert S 12.— Turmhoch über allen, rein biographischen und literarhistorischen Büchern steht dieses Werk, das mit tiefstem kulturhistorischen Verständnis das Zeitalter Voltaires schildert Popper-Lynkcus verteidigt Voltaire a’s Dichter, a<& Kämpfer und als Menschen. Er entdeckt das Kindliche in Voltaires Natur und dessen Fehler sind die Fehler eines grossen genialen Kindes, das sich seilte Naivität und Impulsivität bis an sein Ende erhalten hat Lebensvoll ersteht vor uns der reiche und leuchtende Geist Voltaires, dessen Ideen für die kommenden Jahrhunderte richtunggebend waren R. Löwit Verlag / Wien, 1. . Flelschmarkt Nr« 1

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