Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2270 (16.6.1925)
- Date
- 1925-06-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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m. 9270 Wien. DisnStag Wtett-r io. Juni tm mt s also 10,9 Prozent. Die Zählung von 1921 ergibt einen Rück gang der allgemeinen Bevölkerung von 637.751 und der jü bischen von 131.572 Seelen. Während also die Gesamtbevölke rung bloß 6.7 Prozent verloren hat, hat die indische Bevölkerung Galiziens um 15,09 Prozent abgenommen. Laut Berechnung von Grünbaum haben somit die Juden Galiziens, wenil man den sonstigen natürlichen Zuwachs zurechner, als Folge der Kriegs- und Nachkriegszeit gegen 260.000 Seelen verloren. Eine Zunahme der Bevölkerung weisen nur die beiden Hauptstädte Lemberg und Krakau auf, wobei in Lemberg die Inden allein bedeutend mehr zugenonunen halben, als die GesamtbevöNerung insgesamt. Allgemeine Bevölkerung Jüdische Bevölkerung 1910 1920 Zunahme 1910 1920 Zunahme Lemberg 200.113 219 888 18.275 57.387 76 856 19.467 «töten 151.884 188.708 81.820 82.821 45.229 12.908 Der Logarithmenkonig. Das Geheimnis der Zahlen In Berlin weilt jetzt der Aweiund-wanzWÄhrige Samuel Krieger, welcher den Beinamen „der Logarithmenkönig" hat. Er behauptet, eine ans einem bisher unbekannten Gesetz beruhende Methode gefunden zu halben, mit deren Hilfe er innerhalb weniger Sekunden die höchsten Wurzel- und Potenzrechnungen erledigen kann. Wie Krieger erklärt, ist diese Methode so einfach, daß man sie innerhalb von IO Minuten jedem Sch ulk in d e beibringen kann. Vorläufig verrät er sie nicht, denn er will, weil seine Entdeckung, wie jede Vereinfachung der mathematischen Methoden, der Wissenschaft und der Industrie sehr viel nützen kann, auch SeWstrrutzon daraus ziehen. So muh man sich damit begnügen, die äußeren Wette dieser Methode zu bestaunen, die Krieger in seinem Berliner Hotel bereitwilligst demonstriert. Krieger, der aus P'lonsk in Polen stammt, kam als vierjähriges Kind nach Hamburg. Ans der Schule galt er als mittelmäßiger Rechner, seine Begabung im Auswendiglernen war auffällig. MS Knabe noch konnte er die fünf Bücher Moses im hebräischen Urtext aus dom Gedächtnis rezitieren (diese Leistung ist allerdings nicht besonders verblüffend, jeder . halbwegs begabte jüdische Knabe aus dem Osten, der den Cheder besucht, bringt sie zustande). Später wurde er Bankbeamter. Ms ihm ein dickleibiger Band Logarithmen, die bei schwierigen Rechnungen als Hilfsmittel verwendet werden, übergeben wurde, versenkte er sich in mathematische Studien, um das Gesetz zu finden, das hinter den Zahlen stünde und dessen Kenntnis alle HAifstabellen Liber- Llüssig machen würde. Nach zwei Jahren so erzählt Krieger hatte er das Gesetz gefunden. Der Posoner Psychologieprosessor Blachowski, der Krieger geprüft und ein Buch über ihn veröffentlicht hat, sagt, Krieger rechne nicht, wie die berühmten Rechenmeister, alle Lösungen im Kopf aus, aber er bringe auf dem Papier erstaunliche Leistungen fertig. Immerhin beherrscht der ,Logarithmenkönig" nach dieser Quelle das Einmaleins bis 300 mal 900, und für die Multiplikation 6341 mal 8686 brauchte er nur 30 Sekunden, während der Rechenmeister Rückle 70, Jnaudi dagegen nur 31 Sekunden brauchte. Nach Btachowski sind für Krieger Wurzel- und Potenzrechnung die charakieristischesten Gebiete. Die Kubikwurzel V3 46 656 hat er in siclbon Sekunden ziehen können. Das wird freilich die Beobachter berühmter Rochenkunstsjücko nicht übermäßig begeistern. F. A. Heinhous hat vor einigen Jahren schnell und fehlerlos Kubikwurzeln aus nennziffrigen Zahlen gezogen. Während dieser seinerzeit viel bestaunte Rechenmeister aber nur Zahlen unter 100 zur dritten und vierten Potenz evheben konnte, brauchte Krieger, wie Machowski angibt, nur I3/» Minuten, um die Aufgabe 542” zu lösen. Die 27. Potenz von 542, eine gigantische Aulsgäbe! Krieger erklärte nach 106 Sekunden Ueberlegung, das Resultat umfasse 74 Ziffern und beginnt mit 666 968 852. Machowski bestätigt die Angabe der 74ziffrigeu Zahl, erklärt aber, daß nur die ersten beiden Ziffern des von Krieger errcchneten Ergebnisses richtig seien. Trotz dieses Fchlers hat man den Eindruck eines bedeutenden Rechentunststückes. Bei noch riesigeren Potenzen versagt alkM/lich die Geduld und die Lebensdauer des Nachrechners. Krieger löst in drei Minuten die hirnzerschmetrerndo Ausgabe 65 419 8763 481899 — die 3'/s millionste Potenz von 65 Millionen — in. ganzen drei Minuten folgendermaßen: Das Ergebnis umfaßt 27210 798 Ziffern. Diese Zahlenreihe beginnt mit den Ziffern 7695 796 792 482 . . . Machowski hat sich mit der Feststellung begnügt., daß die Ergelbniszahl tatsächlich die genannte Zisferninenge umfaßt. Die Methode, solche für den Laien unfaßbare Aufgaben in wenigen Minuten zu läsen, ist nun das große Geheimnis, das der Logarichmenkönig nicht ohne Entgleit preisgeben will. Krieger rühmt sich, fünf bis sechs Ausgaben gleichzeitig in zwei bis drei Minuten lösen und eine Zahl auffchreiben zu können die alle CvgeibniSziffern — durcheinandergeschriebeu — enthält und keine darüber. Zinsberechnungen schwierigster Art schüttelt er sich aus dem Aermel. Drei Pfennig Kapital liegen 2428 Jahr« zu 4 Prozent.- Jeden dritten Tag werderr die Zittsen zum Kapital geschlagen. Hier- 511 werden jeden zwölften Tag 87/ao Prozent eines Kapitals von 4000 Mark geschlagen. Wie groß ist das Kapital nach Ablauf der 2428 Jahre, Herr Krieger überlegt, und schon beginnt er zu schreiben: 97486742Q48804&H67440737Ü9551Ö164S . . . usw. Das Phänomen verblüfft und macht neugierig auf die Methode, die dahintersteckt. Mitteilungen au^ vem Publikum. W,.d«r»u hnb.fi Affe El Bureau: Orl|. Irani. ZIaafBllgnpapier JVrD uricn. vm. Skodttasu »/! Lotte Blei -David Stern Delatyn Rotniatow Verlobte Im Juni 1925 Zu haben in allen besseren Schuhgeschäften u. Warenhäusern Engros Verkauft BrUder Zug» l., Bück. rsfratta 3 Geschenke an die Mische Rationalbibllothek in gervsalem. Die Londoner Royal Society, deren Ehrensekretär, Prof. Sir Artur S ch n st e r, der Einweihung der Universität Jerusalem beiwohnte, har der Bibliothek der Universität nunmehr die Kollektion ihrer „Proccodings" in 71 Bänden zum Geschenk gemacht. Lord Balfonr übersandte nach seiner Rückkehr nach London der Bibliothek feine hauptsächlichen Schriften. Der Berlag Paul Z s 0 l n a y in Wien überreichte der Bibliothek eine große Anzahl seiner Publikationen. Der pädagogische Berlag Gedalge in Paris übersandte der Bibliothek eine große Anzahl seiner Publikationen. Der Verband zionistischer Akademiker in Brünn abonniertie auf PWsch der Bibliothek einige in Palästina verlangte ZeitschristevM Die jüdische Kulturliga in Warschau übersandte der Bibliochek ihre sämtlichen Publikationen. Die Tageszeitung ,-Moment" in Warschau machte, wie schon berichtet, der Bibliothek ihre sämtlichen Jahrgänge von 1911 bis 1924, in 24 Bänden gebunden, zum Geschenk. Die Spende erfolgte an das Äarschaner Komitee der Bibliochek. Nach den Mitteilungen dieses Komitees schreitet die Arbeit in Polen eifrig vorwärts. Fast joden Tag erhält das Komitee ganze Bibliotheken und Kisten mit Büchern ans Warschau und aus der Provinz. Auch in P 0 s en sind jetzt Zweigstellen dieser Gesellschaft gegründet worden. Bier von der Gesellschaft abgesandte Kisten sind soeben in Jerusalem eingetroffen. Die Bücher wurden auf Kosten der Gesellschaft in Warschau gebunden und nach Jerusalem transportiert. Eine wertvolle Handschrift erhielt die Bibliothek soeben als Geschenk des Herrn T. Miller aus Rechoboch. Es handelt sich um ein Handschriffenfaszikel, welches ein Manuskript des bekannten Prager Oberrabbiners EzechielLandau (Noda bijchuda) mtd eine Handschrift' des Vorkämpfers der Reformbewegung David Friedländer enthält. Feierliche Eröffnung des Nationalmuseums in Jerusalem. Das neugeschaffene Jüdische Nationalnmsemn in Jerusalem tv-nrde am 2. Juni feierlich eröffnet. S o k 0 l 0 w leitete die Feier und hob in seiner Festre.de die LeistunMn des Direktors der ,^8ezalel"-Knnstschulc, Prof. Schatz, der sich seit zwölf Jahren um die Schaffung des Natronalmuseums bemüht, rühmend hervor. Das Museum, das ebenfalls den Namen „Bezälel" führt, enthält in 18 Sälen über 600 Objekte alter und moderner Kunst. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Wien, 16. Juni. * Dalmans 7V. Geburtstag. Aus Jerusalem meldet I. T. A.: Die palästinensische Gelehrtenwelt beging am 9. d. die Feier des 70. Geburtstages des berühmten Palästmafovschers Prof. Gustav D a l m a n, der gegenwärtig wieder in Jerusalem wollt. Im Haufe des Jubilars versammelten sich die Gelehrten zur Beglückwünschung. Ansprachen hielten der deutsche und der schwedische Konsul, Prof. Hertzberg im Namen des Deutschen Archäologischen Instituts, dessen Leiter D§lman einst war. Prof. Albright im Namen der amerikanischen Schule für Archäologie in Palästina, der Prediger der St.-Goovge-Kathedrale in Jerusalem, Dr. Danby im Namen der Palästinensischen orientalischen Gesellschaft, ferner Pros. Kleän, Doktor Josef Klausner und Prälat Fellinger. Die Gelehrten begrüßten cs.' daß Verehrer Dalmans in der ganzen Welt eine Aktion für die Schaffung eines Dalman-Jnstitutes für Pa l ästiuawissenschaft eingeloitet haben. , * Ein jüdisches Volksheim in Fiume. Dieser Tage fand in Fiume die Eröffnung des neuen Sitzes des jüdischen Jugendzirkvls statt. Die würdevoll und imposant verlaufene Feier wurde durch einige Begrüßungsworte des Sekretärs Herrn Ezra Kajon eingeloitet, der dann Herrn Rabbiner Dr. Frank ersuchte, das Heim durch die Anbringung der Mesusoth zu tvechen. Nach dieser Zeremonie ergriff Herr Rabbiner Dr. Frank das Wort zur Festrede, irr welcher er die tiefere Symbolik des Gebrauches erläuterte und desfetl BeziehnnH zu, Nationalismus und Zionismus zu behandeln. Die Beremsräume, die einen festsaal, Bibliochek, Lesezimmer nstv. umfassen, haberr dem ircole giovanlle cbvaieo und damit natürlich auch der Bewegung eine respektable Zahl neuer Freunde gewonnen. * Vom Keren Kasemeth l'Jsrael. Der Leiter des Wiener Bureaus. Herr Dr. Tartakower. ist von seiner Erez- Jsravl-Reise znrückgekehrt. Wegen der Vorarbeiten zum Kongreß rst er genötigt, seine Sprechstunden von 5 bis 7 Uhr nachmittags abzuhalten. * Die Grabkammer des Prinzen Kaninisut tu Wien. In den Jahre,r 1913491-4 wurde durch -die Wiener Akademie der Wissenschaften bei beit Pyramiden die Grabkammer des Prinzen Kaninisut ans der Zeit der 4. Dyn-astie (2700 v. Ehr.) Dins füdisdie Haus I as jüdische Blatt ails.aegraben mp nach Wien gebracht. Diese Grablammer ist die am besten erhaltene, die sich in einem europäischen Museum befindet. Sie ist mit reichen farbigen Reliefs verkleidet. Die Grabkammer wird morgen 'Mittwoch feierlich eröffnet. Ans diesem Anlaß bleibt an diesem Tage das Knufthistorische Mnfenm für den offenMtd>eu Besuch geschlossen. * Hochwasser in Mattersburg. Ueber Mattersburg im Buvgcnlcmd' lfrüher Mattersdorf) (ihm Sams tan nachmittags ein fürchterlicher Wolkenbruch nieder. Ter Himmel verfinsterte sich plötzlich derart, daß man in den Häusern Licht anzünden -mußte und gleich darauf ging ein Wolkenbruch nieder, welcher ungeheure Wassermassen entwickelte. Das Wasser drang i n d i e Häuser des Ghetto, welches etwas tiefer gelegen ist, ein und übenschweimnte die Wohnungen derart, daß nt manchen Häusern das Wasser dreiviertel Meter hach,iu den Zimmern stand. Einrichtungsgegenstände wurden weggeschwemmt und der Einwohnerschaft des Ghettos bemächtigte sich eine furchtbare Aufregung, da iramentlich die älteren Leute in Lebensgefahr schwebten. Die Feuerwehr mußte ausriicken ring die Wohnungen und Keller auspumpen. Das Hochwasser hat ungeheuren Schaden angerichtet. Das Ghetto in Mattersbura wurde auch vor eiitigen Jahren durch eine solche Hochwafferkatastrophe heimgesucht. * Das Wetter. Nach dom sonntägigen Regen gab es gestern stütz empsindlichen Temperaturrückgauq. Nachmittags wurde es wärmer. Die Voraussage kündigt a b n e h m ende Bewölkung und trockenes, warmes Wetter au. — Aus Italien wird eine Hitzwelle gemeldet. In Rom hat es bis 45 Grad. In Berlin ist gestern Schnee gefallen. * Opfer der Badezeit. Sonntag nachmittags badet0 der 20jährige Agent Isaak Gutentag, Klosterltereburgerstraße Nr. 06 wohnhaft, in der Alten Donau. Plötzlich sairk er vor dem Angeit feinet* Mutter unter. Man barg ihn als Leiche. Die Mutter des Bevnnglückten fiel in Ohnmacht. — Der 24iähr»ye Knnstakademiker Richard Grum ich, im S-tudente,cheim in der Strozzigasse wohnhaft, ist Sonntag beim Baden in der Donau vor'derl Augen seiner Bram ertrunken. E Phönix Bers.-Ges., Filialdirektion 1- Bez., Schottcnring Nr. 5. stteile Telephonnummer 17-5-70 Serie. * Günstigere Vieh- und Fleischzufuhren. In der Gwßnlarktihalle sind -gestern 15 Waggons verschiedener Fleischarten ei,tgel>a-ngt. Auf dem Rindermarkt in St. Marx wies der Auftrieb eine Mehrzllfnhr von 600 Stück auf, so daß die Preise gegenüber der Vorwoche bis zu 15 Groschen pro Kilogramm zurückgegangen sind. Rindfleisch dürfte sich daher im Larrfe der Woche' -im Preise verbilligen. Der N a s ch m a r k t ivurde auch gestern mit Gärtnerprodukten günstig bel-iesert. Unter deu Gemiis-esorten befand sich auch das erste Weißkraut. Kohlvubcn haben sich neuerlich ermäßigt. Für Kirschen ist die 2!achfrage atcha-li-end im Zunchmen. Ueber Intervention des Mavktanttes wurde der Verkäufspreis im Gvoßhattdel bis zu einem Schilling und für besonders schöne Ware bis zu 1.10 Schilling pro Ki-logramnt festgesetzt. Die Anbote in Butter nitib in Eiern waren gestern knapp ansreichettd. * Brand im Bahnhof Stadlau. Gestern gegen 3/i4 Uhr nachmittags entstand auf dem Dache des Heizhauses des Bahnhofes Stadlau der Nordbahn ein Brand, der das Sparrenwerk ergriff, jedoch nach kurzer Zeit gelöscht werden komttc. Der Schaden ist nicht groß. Als Entstehnngsnrsache w,rd Frlnkenflug aus einer Lokomotive ailgenornmcn. * Ein Kind findet Juwelen um 15.999 Schilling. Samstag hat der pensionierte Oberinspektor der Bundesbahnen Oskar Schick, Mayerhofgaste wohnhaft, aus dem Wege vom Graben bis zur Wipplingerstraße eine Anzahl kostbarer Juwelen, die in Seidenpapier gewickelt waren, im Werte von 15.000 S. verloren. Nun sind gestern die Juwelen im Sicherheitsbnreau deponiert worden. Ein Kind hat sie an der Ecke der Wipplingerstraße und der Renngasse gefunden. * Den Nebenbuhler getötet. Sonntag nachts kam es auf der Hilnbevgevstraße vor einem Gasthcvuise zu einem Streit zwischen zwei. Burschen, der sich um die Gunst eines MädchetlS drchte Der eine der Burschen, der Hilfsarbeiter Karl L -a ck r> c v, zon fein Messer und brachte seinem Gegner, dem 20sShrigc,t Hilfsarbeiter Thomas Schneider aus Oberl-aa, zN>ei Stichwunden i-n der Herzgegend bei. so daß dieser sterbend zltfammeusaitk. Die Strasamtsh'aMung gegen Lackner fft eingoleitet. Die Leichs des Schneider wird gerichtlich geöffnet. * Der Diebstahl an dem Japaner Dr. Shingo. In der Angelegenheit des bestohlenen japanischen Arztes wird, wie berichtet, ein flüchtiges Paar verfolgt. Hier wurde nun der 23jühriqe postenlose Buchhalter Norbert Klein unter dem Verdachte der Diebstahlsteilnahme verhaftet. Er hatte einige der dem Japaner gehörenden Gegenstände einem jungeit Manne in Eile zur Verwahrung anvertraut, der die Polizei hievon verständigte. * Tödlicher Unfall durch ein Auto. Der zehnjährige Volksschüler Robert E » d e r s lief auf der Pragerstraße in ein Auto. Er blieb tot liegen. * Selbstmord eines Kaufmannes. So-mitag. abends ivurde der 70jährige Kauftnann David Weiß von seiner Gattirl in der mit Leuchtgas erfüllten Küche seiner Wohnung in der Servitengasse. neben dem Gasofen liegend, tot aufgefunden. Der Hahn stand offen. Es dürste Selbsttnord vorliegen. * Synthetisches Opium. Aus Now-Aovk wird .gemeldet, daß Hevman Metz, ein bekannter Chenrlla-lienfabrikant, einen Preis von 100.000 Dollar auf die Erfindung einer synthetischen Herftellungsmcthode für Opium wusgefetzt hat. Die Ntcthpde „ruß so billig sein, daß sie den Anbatl von Mohn in Britt>ch- Jndien und in China wirtschaftlich uunröglich macht. Metz stellt jedoch dabei die Bedingn-ng. daß der Erfinder seine. Rechte auf die Fabrikationsweife abtreten muß und vor allem setzt er voraus. daß die Vevweivdung dieses so bereiteten synthetischen Opmms nur durch internationales Abkommen geregelt wird. Die Einstellung der Weltchemie auf den internationalen Kampf gegen das Opinm ist die neueste Nuance a-rn-erikanifcher Humanität. Sollte die Herstellung des synthetischen Opiums gelingen, so wird sicherlich das eintreten, was erwartet wird, nämlich die Zerstörung der Opiumproduktion in , den Ursprungsländern, wofür der synthetische Indigo bereits einen Präzedenzfall geschaffen' hat. * Ein Denkmal für Mark Twains „Tom Sawher". Wie die amerikanischen Blätter berichten, wird itt der Stadt Ha n n ibal im Staate Missouri demnächst ein Monument für die beiden sngendlichen Heldeil der weltberühmteit M a r k Twain scheu Knabenromane „Tom Dawyer" und „Hnckleberry Finn" enthüllt werden. Die Kosten für das Deillnial hat das Ehopaar Rtahan belgestenert, das die Billa des großen Himwristen nach dessen Tode angekaust hat. Das Denkmal für die beidvii Knaben wird auf Cardkff-Hill errichtet werden, wo sich ein großer Teil der aus Btark Twains Romanen bekannten Abenteuer Tom Sawvers und Huckleberry Finns abfpiett. Radioprogramm. Dienstag den 16. Juni. 11 bis 1 Uhr: Vor,nittags»ntt.sik. ■-» 4 Uhr bis 5 Uhr 40 Mm.r Nach,nittagskonzert. - 5 Uhl 45 Min. bis 6 Uhr 4b Min. r Deutsche Lyrik. L eder von Schubert, Schumann und BrahmS, gesungen von Edith var Aust. — 7 Uhr r Dte Frühjabrausstellung der Wiener Sezession Bon Dr. Hans Ankwiez-Kleehoven. Kustos am Oesterreichüchev Museum kür Kunst und Industrie. — V,8 Uhr bis 8 Uhr: L-Werantokiirs. — V*0 Ubr r ..Der Freischütz^.