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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-16 · Heft 2270 (16.6.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2270 (16.6.1925)
Date
1925-06-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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tSitte e Men, Dienstag »lewer «orstewHettww« 16. ®uni 1926 9!t. 2870 Bühne und Kunst. „Ser Wildschütz" im Schönbrunner Schloßtheater. Das reizende Lustspiel, dessen Zauber in seiner Harmlosigkeit liegt, tat auch in Schönbrunn ftine Schuldigkeit. Albert Lortzing, der Schallspieler und Sänger, beweist hier wie so oft eine unfehlbare Bnhncnhan-, indem er den ganz uninteressanten Pächter aus Kotzebucs Lustspiel „Der Rehbock" durch den komischen verliebten Dorfschulmeister ersetzt, der in der Dunkelheit das Wildern versucht und an Stelle des Rehbocks feinen eigenen Esel zur Strecke bringt. Die Handlung mit ihren .geheimnisvollen Inkognitos und der romantisch angehauchten Gräfin, die nach Art der Leipziger Damen der Mendelssohn- Zeit — Meildelssohn brachte durch seine Musik zu Sophokles' „Antigone" das Helleneiltum in Leipzig in Mode — für alles Antike schwärmt, ist ebenso deutsch loic die Musik, in der sich freilich das delltsche Singspiel mit der Opera comiqne und dem Buffostrl verbrüdert. Welch busfoncs-ker Hebe rum t in der Baßarie „5000 Thaler", wie witzig das Quintett der Billardszene, welch reiche Mozart-Nachlese in all den kleinen Euscmblc- Sätzchen, in denen alle Schwere und alles Derbe vermieden ist. Eine richtige Bolks-oper, die durch das Schönbrunner Ensemble eine bessere und auch sorgfältigere Wiedergabe erfuhr als ihre Vorgänger. Sehr brav spielte Herr Ludwig Flaschner vom Prager Deutschen Landestheater den Torfschulmeister. Er erinnert an Herrn Bäudler, ist freilich nicht so kräftig in seinem trockenen Humor. Den Damen Helene Pola als Gretchen und Hertha Türk-Rohn als lustige Witwe kam ihr Operctteutalent zustatten, Herr Omen H ew ilt beginnt sich in der deutschen Sprache zurecht zu finden, Frau Rose Mathe schmückte die Gräfin mit Anmut und Schwärmerei und Herr H u ustiqe r sana mit schmuckem, jugendlichem Bariton den Grafen Eberbach. Ans der Bühne sah man anspruchslose, hübsche Bilder, gang im Geiste der Lortzingschen Musik, und im Orchester schaltete Dr. Ernst Kunwald als guter, nur gar zu aufgeregter und wild bewegter Hausgeist des Schönbrunner Schloßtheaters. Hoffentlich hat das 'Ensemble die Kinderkrankheit bald überstanden und bringt uns die Karnmeroper und interessante Erstaufführungen, wie es Direktor Rainer Simons versprochen hat! ffb. Grabbes „Napoleon" im Deutschen Bottstheater. Einrichtung und Regie: Karl Heinz Martin. Nach Schiller, Wedekind, Nestrvy ein Werk aus der Sturm- und Drangperiode des 19. Jahrhunderts, Christian Dietrich Grabbes Drama „Napoleon"; welch unerhörte Energie einer Theaterdirektion und welch unerhörte Leistung eines Theaterpublikums,- das an seiner Treue zu Dr. Beers Bühne bis in die schwülsten Abende festhält! Das Volkstheater hat ein — bekennen wir es nur frei — verstaubtes Stück aus der Literatur hervorgeholt und bühnenwirkungsfähig gemacht. Nur eine karge Voraussetzung, daß Helden a la Napoleon immer noch aktuell sind und nicht gerade nur von Backfischen und Jünglingen angeschwärmt werden. Es hieß aber, gestalten, formen, lebendig machen, und diese Aufgabe hatte Karl Heinz Martin, dessen große Regiekunst über allen Zweifeln steht, zu bewältigen. Regie der Geschichte, der Sprache, des Bildes. Die zehn Bilder, so kaleidoskopartig sie auch bei der Lektüre des Werkes anmuten, besitzen als durchgehendes und zusammenfassendes Motiv das Gespenst Napoleon, das man entweder fliehen oder bewundern muß. Marlins Striche waren wohlüberlegt, das Fragmentarisch-Explosive der Dichtung gewann durch seine Einrichtung, vor allem in der bühnengemäßen Optik. Sprachlich waren die Schauspieler schon durch die „Ballungen" der modernen Dichter eingestellt. Und schließlich verstand es der Regisseur, durch den Maler Reinhold Schön das Zeitlose im Aktuellen Plastisch zu verewigen. Das letzte Bild der Dichtung, die Napoleonische Garde, die sich nicht ergibt, warf seine starke Melodie weit hinaus über den Rahmen des Theaterabends. Grabbes genialisches Jrrlichtelieren konnte Jakob Feldhammer nur eine Zeitlang verwirren. Aus dem deklamierenden Napoleon aus Elba ward nach und nach das Herrschergenie, das noch groß im Untergang bleibt. Feldhammer begnügte sich nicht mit den zur Schablone gewordenen Napoleon-Gesten. Karl Forest schuf sich seinen eigenen Ludwig den Achtzehnten, äußerst gelungen in Rede und Haltung, das verfallende Jahrhundert der Bourbonen ergötzlich malend. Einzelne Typen, wie Josef Klein als Blücher, Marianne Kupfer als Hortense, Hans Ziegler als Berliner, Scharwenk e, ferner Hans I a r a y und Frau Erika Wagner (meisterhaft in gegensätzlicher Charakteristik), füllten die Atmosphäre. Schließlich kann ich es mir nicht versagen, Richard D u s ch i n s k.Y (Advokat Duchesne) und Karl Skraup (Schneidermeister) besonders zu erwähnen. Die beiden Schauspieler gaben dem Milieu erst den letzten Rest der inneren Wahrheit, den Fleur der Revolution, die wundervolle Gegenwärtigkeit einer längst dahin gegangenen Epoche. Ein starker Theaterabend, in dessen Erfolg sich Dichter, Darsteller, Regisseur teilen konnten. Oskar Rosenfeld. Grundsteinlegung für das Hebräische Theater in Tel-Awiw. In Tel-Awiw fand am 2. d. die feierliche Grundsteinkegung des zu erbauenden Hebräischen Theaters statt. Ans den Theatern. Burgtheater. Morgen, ff,8 Uhr abends, „D e r SchleierderBeatrtev". Staats » pvr. Morgen, 7 Uhr abends, „9 i d o\ Theater im Redoutensaal. Morgen, 7 Uhr abends, die Ballettkomödien: „Les petits riens", Pulcinella", „Ball costtime", „Teddybär". Theater in der I o s e f st a d t. Paul H a r tm a n n wird über seine diesjährige Vertragsverpflichtung hinaus bis zum 30. d. spielen. Tie beiden Stücke „Juarez und M a r i m i l i a n" und „Gesellschaft" stehen bis dahin auf dem ,Spielplair. Mit Anfang Juli tritt Mar Gülstorfs sein diesjähriges Engagement an. Er wird unter anderem in der Prentiere de8 Lustspiels „Legreluchon ddlicat" von Nathanso n und Sardou 8 „G ute Freunde" auftreten. R a i m >l >l d » T h e a t e r. Heute, Vz8 Uhr abends, beginnt das Gastspiel des M o S k a u e r K a m m e r t h e a t e r S mit dar Operette „G i r o f 1 e — G i r o f 1 a* von Lecocq. Neues Wiener Stadttheater. Donnerstag Erstaufführung des Lebensbildes „Strauß und Lanner" von Anton Langer, Musik von Adolf Müller. W i e n e r B ü r g e r t h e a t e r. Ab heute singt Fräulein Gisl L e r n e r vom Overettentheater in Stuttgart die Partie der Martza. _ Professor Turnau — Intendant in Breslau. Der Regisseur der Wiener Staatsoper, Prof. T u r'n a u, ist zum Intendanten des Breslauer Stadttheaters gewählt worden. Der Seeteufel heißt die große Filmsensation, die ab heute im Zirkus Busch-Kino zu sehen ist. Dieser tatsächlich einzig in seiner Art dastehende Film wurde überall mit Recht als -das größte Schaustück der Welt bezeichnet. Die prachtvolle Ausstattung. die alles bisher Gebotene übcrtrifft, die packende Handlung im Verein -mit einer -ausgezeichneten Darstellung durch <btc_ ersten Filmkünstler Amerikas, sichern diesem Film einen beispiellosen Erfolg. Das Zirkus Busch Mino, bekannt durch seine sorgfältig gewählte Programmierung hat sich das Erst- und Aufführungsrecht dieser hervorragendsten amerikanischen Filmschöpfung gesichert. Gerichtssoal. Die Wiederaufnahme des Prozesses ^öruscha. Die Berufungsfrist gegen die Entscheiduna über Wioderauinahme des Verfahrens gegen Franziska P r u s ch a ist gesternHvgelanfen, ohne daß der Staatsanwalt Dr. Wagner Einspruch erhoben hätte. Franziska Prui'cha wird aus der Strafanstalt Wiener- Nendorf in das Wiener Landesgericht zurückgebracht werden, wo gegen sie eine Untersuchung wegen Totschlages geführt werd>en wird. Eine unzulässige Schadenersatzklage gegen Prof. Wagner- Jauregg. Vor dem Senate des ZivMandesgerichtes unter dem Vorsitze des Hofrates Dr. Rapperl wurde gestern die Verhandlung über die Schadenersatzklage des kaufmännischen Angestellten Franz Himmel gegen den Psychiater Hofrat Prof. Dr. Karl Wagner-Jaüregg ans Zahlung eines Schadenersatzes von 100 Millionen Kronen, darunter 41 Millionen Schmerzensgeld, zu Ende geführt. Der Armenvertreter Dr. Koropatnitzky stützte diesen Anspruch auf ein -ange-blich unrichtiges Gutachten, nach welchem der Kläger als gemeingeährlicher unheilbarer Geisteskranker lebenslänglich tn einer Irrenanstalt interniert bleiben sollte. Dieses Gutachten wurde im Jahre 1910 abgegeben. Himmel wurde 1918 als geistesgesund außer Kuratel gestellt. Der Kläger behauptet, daß er über Betreiben seiner Frau im Jahre 1904 in die Irrenanstalt Tvoppau gebracht wurde, wo er fünf Jahre verblieb. Im Jahre 1909 habe der Direktor der Troppauer Landesirrenanstalt den Kläger behufs Ueber- Pvüflmg feines Geisteszustandes an die Wiener psychiatrische Klinik überstellt, wo Prof. Wagner-Jauregg das Gutachten über ihn -abgäb. Im Jahre 1912 sei es dem Kläger gelungen zu entspringen und er lebe seither im Auslande, sei ununterbrochen als Handelsangestellter tätig, ohne daß der geringste Zweifel an seiner geistigen Fähigkeit obwalte. Aach dem Kriege sei auch die Kuratel aufgehoben worden. Aus diesem Grunde ergalb sich von selbst die Unrichtigkeit des erstatteten Gutachtens, -wonach Himmel als unheilbar geisteskrank erklärt worden sei. Der Vertreter des Hosrates Wagner-Jauregg Dr. Eduard Süß erklärte, daß Prof. Wagner-Jauregg das Gutachten nach bestem Wissen und Gewissen auf Grund eigener Beobachtung und der Krankengeschichte des Himmel, der seit den: Jahre 1893 nicht weniger als -fünfmal wegen angeborenem, konstitutionellem, neurasthenischem Irrsinn irrenärztlicher Behandlung stand, abgefaßt habe. Pros. Wagner- Jauregg könne, wenn auch der Kläger jetzt gebessert erscheine, an seinem.Gutachten nichts ändern, daß damals im Jahre 1910 der Kläger, wacher wiederholt Mordversuche an seiner Gattin beabsichtigte, wegen Gemeingefähvlichkeit Äs GePeskranker - dauernd zu interineren war. Der Vorsitzende Hosrat Rapport veEndete den Senatsbeschluß, womit die Klage wegen Unzulässigkeit des Rechtsweges kostenpflichtig abgvwiesen wurde. Es stehe fest, daß Hosrat Wagner- Jauregg die Untersuchung -des Klägers und das Gutachten über Auftrag einer Behörde in Wien vorgenommen m und erstattet habe.' Für eine amtliche Tätigkeit könne ein Staatsbeamter zivilrechtlich nicht wegen Schadenersatzes belangt werden. Der gestrenge Herr Exekutor. Der städtische Epekutionsbeamt-e Heinrich Lang erschien am 37. März im Filialgüsch-äft des Tuchhändlers Benno Galant-ei, um eine rückständige Krankeukassvgebi'chr exekutiv einzutreiben. Es kam zu einer Szene, wä'hrnd der Lang dem Kaufmann eine goldene Uhr samt Kette abnahm. Galantei rief aus: ,Jch werde es Ihnen schon zeigen, Sie gehen gegen mich nur -deshalb so streng vor, weil ich Jude bin." Nach der Meldung des Beamten wurdegegen Galantei wegen tätlicher und wörtlicher Amtsehrenbeleidigung die Klage erhoben. Der Angeklagte gab an, der Beamte, der nicht warten wollte, bis eine Angestellte von einem Geschäftsfreund Geld gebracht hätte, habe noch barsch -erklärt: „M eine Amtszeit r st a u s, wenn Sie mich schön bitten, s o warte ich z n." Laug gab als Zeuge an, daß sich Galantei zur kritischen Zeit ,^zwar nicht aufgeregt, aber arrogant" benommen habe. Der Richter verurteilte den Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 30 Schilling, eventuell zu 24 Stunden Arrest. „ Die Entführung der Magda Löhne. Gestern hatte sich, wie berichtet, der ehomalge Hauptmann C z e r u y a k wegen Entführung der 15jährigen Ma-gda Löhne, der Tochter feiner Gattin aus erster Ehe, zu verauttvorten. Der Gerichtshof erkannte u-ach längerer Beratung den Angeklagten Czernyak des Verbrechens der Entführung -schuldig und verurteilte ihn zu sechs Monaten strengen Arrestes, die durch die Untersuchungshaft als Verb ü ß t erscheinen. Der Staatsanwalt beantragte, Ezernya-k noch Weiler in Haft zu behalten, da gegen ihn ein Auslieferungsbegchren von Ungarn schwebe, weil er angeblich an der-Ermorduna des Ministerpräsidenten Tis.za beteiligt gewesen sein soll. Der Verteidiger Dr. Wackernell sprach sich dagegen aus. da das Auslieferungsbogchren -schon lange nicht mehr zu Recht bestehe. Der Staatsanwalt versprach, sich sofort darüber zu in-fovmieren und Hann der Enthaftung -nichts mehr in den Weg m legen. 1 Loliswirt. ronau<Save>Mria>Nsenbah«. Die letzte abnormale Bilanz. In einer Pressekon-serenz legte gestern der Präsident de^ Donau - Save - Adria - Eisenba-Hngesellschaft, vormals S ü d b a h n g e s e l l s ch a s t, die Bilanz für das Jahr 1924 vor. Es ist die letzte abnormale Bilanz, weil in diesem Jahre noch gewisse ans Grund der Vereinbarungen zn Rom, den sogenannten römischen Mord entsprechende Maßnahmen zn treffen waren, welche der jungen Aktiengesellschaft, eine Nornialifierung ihrer Geschäftsführung ermöglichen sollten. Dies ist auch vollkonnnen gelungen. Bon den früher der Südbahn gehörigen Bahnen ist nur noch das ungarische Netz der Gesellschaft verblieben, für welche das Betriebs-ergebnis nur fiir das Jahr 1933 vorgelegt wird. Dieses Jahr endet mit einem Verluste von 38,6 Milliarden Ungarische Kronen. Dieses Defizit wird aber nicht durch die Südbahugefellschaft gedeckt, sondern durch den ungarischen Staat, der einen Anspruch ans Rückvergütung nur dann hat, wenn das ungarische Netz noch Reinerträgnisse ausweifen sollte. Die Betriebslänge des ungarischen Netzes beträgt 660.729 Kilometer. Wesentliche Veränderungen sind auch sonst gegenüber der vorjährigen Bilanz in zwei Punkten vorgenommen worden, nämlich einerseits darin, daß aus den Werkstätten der Südbahn gesell schaft in Graz und Wien eine eigene Aktiengesellschaft gegründet wurde, an welcher sowohl die Süd bahn gesellschaft als auch die Metallum-Werke je zur Hälfte beteiligt sind. An Stelle des Wertes -dieser Werkstätten figuriert nunmehr im Konto Effektenbesitz die entsprechende Hälfte des Miennomiuales. Bon diesem hat aber die Südbahn eine weitere Hälfte mit Rücksicht auf den vorläufig schlechten Geschäftsgang dieser Gesellschaft vorgenommen. Ebenso find die Verpflichtungen der Gesellschaft aus dem Pensionsfonds geregelt, indem nunmehr die Südbahn die Vereinigung der Aktiven der ehemaligen gesellschaftlichen Versorgungsinstitute mit den Aktiven der Gesellschaft vorgenommen hat. Darunter sind die Forderungen der Südbahn an die jugoslawische Regierung sowie der frühere Effekten- und Jmmobilarbesttz der Berfor-gungs- 'institute gemeint. Daraus erklärt sich auch die verhältnismäßig starke Steigerung der Bilanzposten, so der Jmmobilar- 'besitz auf 5,776.006,91 Goldkronen, des Effektenibesitzes auf 4,239.398 Goldkronen und der verschiedenen Forderungen auf 8,986.740 Goldkronen. Dadurch, daß diese beiden Fragen nun endgültig geregelt sind, ist für die Zukunft eine geregelte Bilanzierungsmöglichkeit gegeben, ohne daß die Bilanzen in Zukunft wesentliche Veränderungen zeigen dürsten. Bemerkenswert ist das Neigen des Zinsenkontos aus 226.596 Goldkronen, das allerdings in erster Reihe aus den Forderungen der Gesellschaft an die Südbahwerke-A.-G. resultiert. Hinsichtlich des Obligationenfonds wird mitgeteilt, daß der Obligationendienst von allen in Betracht kommenden Staaten nunmehr eingchalten wird. So scheidet nunmehr die Gesellschaft aus der Reche der reinen Eisenbahngesellschasten aus und wird zu einer Treuhandgesellschaft, die sich mit der Verwertung einer Reche von Aktiven befaßt. Es ist dies das Ende der ehemaligen.Sjüdb-ahn. Ae Reorganisation der Petrolennttartellr. Bon unserem J.-S.-Korrespondenten. Die jüngst nach Warschau einbevusem-e Konfövenz des. polnischen Petrol omnkarteM fHrte, trotz Quertreibereien mancher Kreise, nach langen Bechandkmgetr giwn allgemein gewünschten Ziele, d. i. zur Verlängerung des Kartellvertrages bis zum 1. Oktober dieses Jahres. Der größte Erfolg der 'Konferenz war jedoch der neuerliche Beitritt der beiden Raffinerien Limanowa und Gartenberg u. Schreier, die vor kurzem aus dorn Kartell ausgeschioden sind. Während der Warschauer Verhandlungen wurde nun uniter dem Vorsitze Dr. Kielski eine Kommission gewählt, welche die Statuten für ein ständiges Kartell sostzulogen hat. Das Interessanteste an den neuen Bejschlüffen der Konserenz ist jedoch die Absicht, dem Kartell die Form einer Aktiengesellschaft zu geben, tvelche sodann den Berkaüf der Rohölprodukte im In- und AnÄande zu übevnchmen hätte und außerdem amf gemeinsame Rechnung bei den Pvoduzewten Rohöl einkausen würde und nach einem beistinvmten Schlüssel dieses an die im Kartell vereinigten Raffinerien zur Verarbeitung verteilen wurde. Der BevteiliungAschWss.el wurde ebenfalls in Warschau letztens festgeisetzt, dürfte j-edoch noch teilweise abgeändert werden, da noch Zwischen den einzelnen Rasfinerien Meinungsdifferenzen bestehen. Auf diese Weise hofft man, die ewilgen Gogeiffätze zwischen den Raffinerien, welche selbst Rohöl produzieren nw-b jenen, welche es einkausen nl-üsseu, ans der Welt zu schaffen. Dabei soll auch jede Raffinerie bis zu ihrer vollen Kapazität ausge-niützt werden. Diese Kapazität bildet auch die GrunÄage für die Verteilung des R-ohäls. Die Zentrale des Kartells, bezichungsiweise der neuen Aktiengesellschaft, soll entweder in Warschau oder Lourber-g ihren Sitz haben, m dieser Hinsicht ist kein endgültiger Beschluß faßt worden. Bon großer Bedentuu-g ist ferner die Veristäudigung, die in der Frage des Verkaufes der Rohölprodukte erzielt wurde. Dadurch, daß die wichtigsten und größten Konzerne von nun an die Produkte nur durch die neue Organisation verkaufen werden, wird die un-gemein schädliche Konkurrenz soüvohl im Inwj^ auch im ßkOapde <ms der Welt geschaffen, das

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