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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-15 · Heft 2269 (15.6.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2269 (15.6.1925)
Date
1925-06-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Montag . - Wiener Mornenzettnns. ftidischcn M« 5-erangcwachsen, und so wird auch die Weiterentwicklung, das schm begomnure Mttreißen der Massen, nicht ausblevben. Doch wollen -vir nicht den Sivg unserer Ideologie ans der jüdischen Gasse, auf dam sandigen Boden vergänglicher okonvMlischer Hochkonjunktur bogvnnden, seine Lebenskraft von der joiveiliigcn Tabakernte und vonr Absatzmarkt für Orangen abhängig machen, so können wir unsere „innere Politik" nur auf dem Herzl-Worte gründen: „Der Zionis m u s i st die Rückkehr zum Judentum noch vor der Rückkehr ^ns Judenland." Dies soll mehr als bloß« theoretische Folgerung, dies soll ein Programm, ein Mähnwort sein: zur Ernwglichung der Rückkehr zum Lande, nicht einer kleinlichen Ansredlnng von etlichen Zehntauisenden atlf dem Lande, nicht einer neuen Etappe der ewigen Wanderung der Juden, sondern der wahrhaften Rückkehr ms eigene Land — nn vollen Sirtare dieser drei bedeutsamen Worte, ist dve tätige Mitarbeit des gesaulten Volkes erforderlich. Diese jedoch setzt die bewußte und gewollte Rückkehr znm Volke, zu dessen Idealen, zu der galten gewaltigen Quelle der inneren Berechtigung und Verpflichtung, die im Bewußtsein der Volkszugehörigkeit liegt, unbedingt voraus. Ans dem Gesagten ergibt sich unzweideutig die Aufgabe der jüdischen Intelligenz in der Renaisiancebotvcgmvg. Das Erfassen der noch halb schlummernden Volksteile ist diejenige Notwendigkeit, welche allein imstande ist, einen wohlbogründeten Ausbau des Palästinawerkes Zuermöglichen. Daß die Intellektuellen als für diese Agitation, dieses Wort in seinem höchsten Sinne der „Führung" gebraucht, am meisten prädestiniert erscheinen, soll wohl unmittelbar aus ihrer demgemäß Angeschnittenen Vorbildung, die ihnen weitere Ausblicke schenkt, hervorgehen. Es soll nicht bestritten wenden, daß manche Einzelpersonen anderer Schichten in hohem Maße die Eignung zur Führerschaft besitzen — diese soll ihnen auch keineswegs strittig gemacht werden —, es kann leider auch nicht übersehen werden, daß so mancher „Intellektuelle" seiner Entwicklung nach sich nicht im mindesten von seinen! Milieu abhebt — die Schichtung der Intellektuellen als Ganzes muß dessen gewärtig sein, daß der Zionismus von ihr Werbe- und LlufMrnngsarbeit verlangt. Spricht man von den Aufgaben der zionistischen Studentenschaft, so ist zunächst darauf himzuweisen, baß diese Frage! durchaus nicht mit der Vorbereitung des Hochschülers, nach Palästina zu gehen und dort seinem Berufe nachgugehen, vermengt werden darf. Diese einfachste, harmonischeste und wahrhafteste Art, seinen persönlichen Zionismus zu verwirklichen, kommt unter den obwaltenden Umständen nur für wenige Cinzelindividuen in Betracht, was besonders ernst bezüglich der akademischen Berufe zu nehmen ist. Der gesamte Bedarf Palästinas an Akademikern der verschiedenenen Berussgweige läßt sich auf Jahre hinaus in so Winzigen Zahlen wiedevgoben, daß dessen Deckung, aus die Verhältnisse eines 15-Millivnen-Boilkes lumgerechnet» lediglich als Lebenszweck gezählter, besonders geeigneter Individuen, keineswegs aber als Aufgabe der ganzen Schichte der jüdischen Intellektuellen eischeint. Der Studentenschaft als solcher harren noch andere Ausgaben in unserer Bewegung. Aufgaben, die sie Wohl nicht in Palästina, um so mehr aber für Palästina, mcht unmittelbar in ihren Berufen, sondern kraft ihrer Persönlichkeit zu erfüllen haben werden. Ob Jurist oder praktizierender Arzt, ob Chemiker oder kaufmännischer ftlngesteltter — die Aufgabe, die dem berufsmäßigen Akademiker Vorbehalten ist, ist diejenige der nationalen Erziehung des mnliegenden Milieus. So wenig die Möglichkeit für einzelne Akademiker, nach Palästina zu gehen, die Einstellung der Studentenschaft als Ganzes auf die ,-hachfchavah" — die Vorbereitung zur Palästinawanderuug — gebietet, so wenig bedeutet für eine Umwertung >der Bedeutung unserer Akademiker die Tatsache, daß es unter unserer Hochschuljugend zahlreiche Elemente gibt, bei denen die Vertiefung in ein Spezialstudium zur Einengung ihrer geistigen Horizonte geführt hat. Als Ganzes genommen, ist die Studentenschaft eine Vorbereitungsstufe zur tätigen Intelligenz, und auch im Zionismus ist sie demgemäß zu bewerten. Mit der gewonnenen Erkenntnis der wahren Aufgabe der zionistischen Studentenschaft besitzen wir ein untrügliches "Kennzeichen für den nationalen Wert oder Unwert einer jeden Studentengrnppe. Dieser ergibt sich ans der größeren oder kleineren Eignung zur Erziehung künftiger Intellektueller, die die Volksmassen national zu beeinflussen vermögen. Diese Eigniung ist nun im wesentlichen doppelt bringt: einmal ist die Ausbildung der Persönlichkeit, deren Ausstattung mit dem Maße allgemeiner Bildung erforderlich, das notwendig erscheint, um ihre geistigen Horizonte erheblich über das Niveau der Massen zu heben, denn erst diese geistige Reife und Ueberlegenheit sichert dem wahrhaft Intellektuellen seinen Einfluß auf die Mitmenschen. Dann aber ist zu bedenken, daß diese allgemeinen Eigenschaften für die Zwecke einer vertieften zionistischen Propaganda noch nicht ausreichen, daß man vielmehr für dieses Speziallbetätigungsseld auch spezifisch ausgerüstet sein muß. Der national gesinnte Intellektuelle, der im Westen die bewußte Rückkehr zum jüdischen Volke predigt, der die Massen für eine Idee zu gewinnen sucht, deven innere Wahrheit ihnen verloren gegangen ist, muß um fo mehr die betreffende Ideenwelt von Grund aus beherrschen. Die Vertiefung in das Judentum, die tatsächliche Rückkehr zu dessen nationalen Gütern, und nicht nur das ewige Rückkehren- Wollen, ist somit die erste Forderung, die wir zukünftigen national wirkeiwen Intellektuellen stellen. Noch gebieterischer erwächst diese Forderung vor denjenigen, welche im Osten, unter den im Osten lebenden, ihre nationale Eigenart bewahrenden breiten Schichten des jüdischen Volkes loben und wirken werden. Zn dem bereits erwähnten Grunde gesellt sich dort noch ein zweiter: das in seiner Sonderart lebende Dol-k wird auf die Darier nicht von Fremdlingen erfaßt tverden können, die wie Eroberer für ihre Ideen omtreten, sondern nur von Menschen, die die tatsächliche KulturgeMmschpft mit den Massen «int. Eine Klärung erscheint an dieser Stelle zur Vermeidung s von Mißverständnissen notwendig: Die heutige Propaganda, ron den wirtschaftlichen Erfordernissen des Kolonisation Nvc rkes ^tragen, versetzt den Schwerpunkt der Werbetätigkeit auf finanzielle Hilfeleistung. Keren Kajenwth nnd Keren Hajessod betreiben großzügige Propaganda, di« zionistische Organisation als solche scheint höchst befriedigt über den Besitzstand ihrer Mitglieder und Anhänger, um nur einmal in zwei Jahren sich an das Gebot der Eroberung der — nicht der zahlreichen schwankenden — Seelen, sondern der Eroberung einer nmöglichst großen Zahl von Kvngreßsttzen zu erinnern. Nichts soll gegen die Berechtigung der Werbearbeit unserer finanziellen Fonds und WirtschaftSinstlitutionen gesagt werden; Palästina drängt und ihre tägliche Unterstützung ist eine hohe Nottvendigkeii. Tlber bozeichneend ist, daß wohl die Einzevbeiträge der bewußten Zionisten rapid zunehmen, daß aber die Zahl der zahlenden Nichizionisten äußerst langsam steigt. Durch die heutige Methode kann lediglich die Gegenwart gesichert, nicht aber für die Zukunft voryesovgt werden. Dies ist nur durch Gewinnung des gesamten Volkes möglich, und dies sei die Aufgabe, der unsere Intellektuellen zustvelben sollen. Unterwegs diene ihnen ein Wort UMchkms gmn Gelott, der doch wahMch kein schlechter Agitator ist: ,Mir appellieren nicht an die Taschen — diese bleiben geschlossen; wir appellieren an die Hergen, Gewinnen wir diese, dann öffnen sich die Taschen von selber!" Und rum, nachdem sozusagen der „geometrische Ort" für die soziale Betätigung der Studentenschaft innerhalb unserer Bewegung gekennzeichnet ist, kann daraus in bezug auf die in Wien verbreitete Form der ,-wehrhaften Verbindungen" einiges gefolgert worden. Das Spezifische in diesen Gruppen ist deren fortwährend geübte Bejahung der persönlichen Würde und des physischen Mutes. Dom nationalen Standpunkt aus sind die hierzu Erwählten vielleicht einseitigen Methoden nicht erheblich, Es wäre auch sehr schlimm um eine Volksgemeinschaft bestellt, die allen ihren Angehörigen dieselben Begriffe für alle Eventualitäten des Alltagslebens gewaltsam anfznpropfen versuchen würde. Doch die zwei Ziele, denen die Verbindungen prinzipiell zustreben, sind für die Erneuerung eines jüdischen Menschen durchaus wertvoll. Wie steht es nun aber um die Gignung-diaser Gruppierungen, im jüdischen Sinne tätige Intellektuelle hervorzubringen? Die Frage ist hiermit gestellt. Möge eine jode solche Verbindung die richtige Antwort selbst finden! Das eine sei nur gesagt: Ist die Tätigkeit einer Studentengruppe so eingerichtet, daß sie der elementaren Forderung genügt, dem Zionismus bewußte und wissende Intellektuelle zu stellen, so sind die zwei erwähnten Vorzüge des Berbiudrmgswefens vorzügliche Aktivposten, di« deren Inhaber zur erfolgreichen und Persönlich vorbildlichen Tätigkeit im Volk im höchsten Maße eignen (es sei lim diefm Zusammenhänge auf das „Kastell jüdischer Verbindungen" in Deutschland hingewresen). Bleibt aber diese elementare Forderung unerfüllt — für tapfere Menschen hat der Zionismus und das Judentum Ausgaben genug, für eine führende Stellung im Volke, für eine „Intelligenz" im wahren Sinne des Wortes gehen diese Gruppen verloren , .. Mit Absicht ist in diesem Auffatze kein Wort über die parteipolitische Einstellung.der zionlistischen Studentenschaft gefallen. Auch in unserem Volke hat eine Jdeenverschiedenhett, eine JMereflenverschvedenhott um sich gegriffen, die auch vor dem gemeinsamen Aufbauwerke nicht halt gemacht hat. So bedauerlich diese Tatsache ist, der Zionismus ist längst nicht mehr eine geschlossene Versammlung gleichgesinnter Menschen, und je mehr wir seine Basis zu verbreitern wünschen, um so mehr iverden wir gezwungen sein, der Tatsache der Politischen und sozialen Differenzierung der Menschen Rechnung zu tragen. Doch von verschiedenen Gewändern unchüllt, in verschiedenen Formen erscheinen-, ist es der gleiche Gedanke der nationalen Erneuerung, der sich aus allen Strömungen erhebt. Und überall, in allen Lagern, bleibt die Aufgabe der Intellektuellen stets die gleiche: die gleichgesinnten Massen über die Ideologie aufzMaren und zur Tat zu führen,; War will die Hitachduth? Bon Ing. Jizchak Wachsmann. Das Baseler Programm genügt uns nicht. Wir erstreben nicht ein jüdisches Nationalheim schlechthin, sondern ein auf Selbstarbeit aufgebautes jüdisches Nationalheim. .' Die Gründe? - ' •** - . Teilweise sind es Axiome, über die man nicht diskutieren kann, teilweise sind cs nationale Gründe, über die eine Diskuffion möglich, und teilweise sind es real-ökono- nomische Gründe, über die eine Diskussion notwendig ist. Üeber die Axiome soll hier nicht die Rede sein. Warum einer das Gute und Schöne will, dafür ließe sich wohl eine Reihe von praktisch-vernünftigen Gründen ansühren, die aber mehr die Schäle als den Kern betreffen. Die Argumentation beginnt für einen erst dann, wenn das Axiom schon feststeht; der Beweis ist erst dann zulässig, wenn das Unbeweisliche schon vorhanden ist. Der Analyse zugänglicher ist die Frage des gerechtsozialen Aufbaues von Erez Israel aus nationalen Gründen. Man braucht nur den Begriff Nation einer Prüfung zu unterziehen, um sofort einzusehen, daß nationale Wiedergeburt ohne die Basis der Selbstarbeit ein Urrding ist. Verstehen wir unter dem Wort Nation nicht die Addition von Einzelwesen desselben Habitus, sondern die Steigerung eines Gesamtwillens zur höchsten ethischen und menschlichen Entwicklung; bedeutet also Nation eine Kultnrmöglichkeit, so ist es klar, daß die Grundlage der Regeneration eines Volkes nicht, der Enthusiasmus und nicht der Rausch und nicht der Sport und nicht noch vieles anderes, sondern einzig und allein die Arbeit ist, der noch nie eine Kultur ohne Entfaltung der Kräfte auf allen Gebieten, ohne selbstgepflügten und selbst'- 16. Juni 1926 Nr. 2269 gefurchten Boden unter den Füßen möglich war. Den» Kultur ist Volk- und crdgebunden. Ist aber derjenige erdgebunden, ist derjenige in der Scholle verwurzelt, desie»* Feld von fremden Händen bestellt wurde? Will man Beweise haben? Die Geschichte des Zionismus liefert sie in reichet Fülle. Um eines hcranszugreifen: die hebräische Sprache. Dieser einzige wirkliche Kulturwert, den die zlonistifthe Bewegung bisnun hcrvorgcbracht hat, der, nebenbei be-" merkt, als Rcgenerationswunder einzig in der Geschichte der Menschheit dasteht, ist nicht in der Stadt und nicht in der Kolonie, sondern in der Arbeitersiedlung geschaffen U'vrden. Aber für die Stellungnahme des jüdischen Arbeiters und insbesondere der Hitachduth zur palästinenstsche« Wirklichkeit ist noch ein anderer Komplex von Fragen maßgebend. Wir sind keine Doktrinäre und keine Schwärmer, keine Dogmatiker und keine Phantasten. Die Entschlüsse der Hitachduth werden von der unerbittlichen .Gegebenheit des Landes und des Volkes diktiert. Nach jahrelanger Erfahrung steht eines fest: der jüdische Arbeiter kann mit dem arabischen in der Lohnarbeit nicht die Konkurrenz aufnehmen. Es hieße Oftgesagtes wiederholen, wollte ich wieder einmal von der Bedürfnislosigkeit und der niedrigen Lebensstufe des Arabers sprechen. Es ist dem kulturell hochstehenden jüdischen Arbeiter weder physisch noch psychisch möglich, ein derartiges oder ein ähnliches Leben, wie es der Araber führt, zu leben. (Ganz abgesehen davon, daß dies in keiner Beziehung erwünscht sein kann.) Und der jüdische Unternehmer, gleichgültigob es sich um einen Kolonisten handelt, der Lohnarbeiter beschäftigt, oder um einen Industriellen, steht dieser Sachlage ziemlich ratlos gegenüber. Wohlgemerkt, es soll hier nicht für diejenigen plaidiert werden, welche aus Profitgründen, aus Bequemlichkeit oder aus Herrschermöglichkeit Araber beschäftigen. Es soll nur die traurige Tatsache festgestellt werden, daß all die kolossale» Opfer, die die jüdische Arbeiterschaft bisnun gebracht hat, um in die Kolonien einzudringen und dort festen Fuß zu fassen, umsonst waren; daß der Kibusch Haawoda nach jahrelangen schweren Bemühungen nicht gelungen ist- Mit dieser Tatsache muß die Arbeiterschaft als einem vorhandenen, wenn vielleicht auch nicht notwendigen Faktum rechnen. Diese Tatsache allein hätte das jüdische Nationalheim, das eher alles als jüdisch und national wäre, illusorisch machen können, hätte die Arbeiterschaft nicht die Möglichkeit der nationalen Siedlung in der Kwuzah und im Moschaw gefunden. Wohlgemerkt, wir glauben nicht — was wir so tief wünschen würden —, daß Palästina von vornherein auf rein sozialistischer Grundlage wird ausgebaut werden können. Und obzwar zum Beispiel die jetzt einsetzende vierte Alija unseren Wünschen in keiner Weise entspricht, sind wir über diesen neuen Einwanderungsstrom, weil er neue Menschen ins Land bringt, erfreut. Denn wir sind überzeugt, daß der mächtige Keil, der von der jüdischen Arbeiterschaft in die sich aufbauende kapitalistische Wirtschaft Palästinas getrieben wurde und täglich und stündlich getrieben wird — daß dieser Keil die Trägheit der jüdischen Massen sprengen wird. Und genau so, wie die Losung der hebräischen Sprache von der Arbeiterschaft ausgenommen und in die Wirklichkeit übertragen/ nun auch innerhalb der anderen jüdischen Kreise in. Erez Israel sich durchgesetzt hat, genau so wird ünd muß es möglich sein, mittels des schon heute bestehenden sozialistischen Keimes die Gesellschaft Palästinas in ein selbstarbeitendc^ soziales und gerechtes Gemeinwesen überzu führen. . - ■ i;;v zionistisches kouleurftudemMum. Von Prof. Ernst! Bogel (Znaim)^ E'!. Die „Wiener Morgenzeitung" vom 11. Mai hatje' einen Artikel pro und kontra bezüglich des Mischen CoulourstudententunA veröffentlicht. Wenn Herr Hecht, der pro schrieb, behauptet, daß meistens „Unkenntnis des Mischen Conlmvstudententums, seines geschichtlichen Werdeganges und seiner Bedeutung in der Gegenwart" das Charakbe-. ristikum seiner Gegner sei, so muß er den Kontraschreibenden, Dr. Jakob Ehrlich, davon au'Snehmen, denn dieser selbst war einst ein furchtloser Couleurstudent. Freilich, den Mummenschanz des Kappentragens, des. Anlegens des vollen Wichses machte die Jvria nicht mit und hat ihn meines Wissens auch späterhin verschmäht. Mit Dr. E h rl i ch ist die erdrückende Mehrheit der ehemaligen Couleurstudenten, namentlich jene der Tschechoslowakei, eines Sinnes. Seit Herr Hecht seinen Artikel geischrieben hat, ist an der Hochschule für Bodenkultur ein judenseindlicher Streik ausgebvochen und die Hörer der Technik haben sich bemüssigt gesehen, die Zurückweis-nng der antisemitischsn Hetzrede des Herrn Professors Kobe durch zwei Wiener Zeitungen zum Anlaß zu nehmen, die gesamte jüdische Hörerschaft der Technik in schändlicher Weise entgelten zu lassen. Urid da gibt es noch immer Menschen, welche die Tracht ihrer erbittertsten .Feinde anlegen und sich soweät vergesset:, bei feierlichen Anlässen diese Selbftverhöhrmng. unter dem Hinweis auf Tradition und Romantik in Szene zn setzen. Bewunderswert ist die Langmut jenes Dencheilvorsiohers, der bei einer Trauung die von Dr. EHMch beschriebene Komödie der über dem Brautpaar gekvriutzten Schläger duldete. Die Wiener Kultusgemeinde, deren Bev- Ireter erfreulicherweise in der jüngsten Affäre an der Technik energisch ft'rr der: Rechtsschutz der jüdischen Hiövov eingeschritten sind, wird offenibar eine WiederHMng dieser Zerenwnie nie mehr dulden. ' i" ■ Ganz unrichtig ist das, was Herr Hecht über Hechk berichtet. Zu Beginn, der AchW-vrWre wurde m WdN die :

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