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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-15 · Heft 2269 (15.6.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2269 (15.6.1925)
Date
1925-06-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. SM Wien. Montag Zdee, und glaubten, aus der Notwendigkeit eines schnellen Aufdautempos einerseits und aus dem Zweifel an die eigenen .Kräfte andererseits Konzession nach Konzession machen und die Energie fast ganz auf die Gewinnung äußerer Bundesgenossen richten zu müssen. Das Ergebnis war der völlige Verfall der Organisation, die außerordentliche Schwächung der politischen Position, die Gefahr eines Chaos im palästinensischen Aufbau und die Gefährdung des zionistischen Cya rakters des südischen Palästina. Wer ein Gefühl hat für die Entwicklungstendenzen innerhalb der Bewegung, erkennt, daß un letzten Jahr ein Umschwung sich zu vollziehen begonnen yat. Schon begingen manche Teile der Bewegung beunruhigt zu werden. Man fordert allgemein eine Stärkung der Organisation; man beschäftigt sich mit Fragen der Reorganisation; man ist verstimmt und enttäuscht über die politischen Mißerfolge; mau wird bedenklich in der Frage der Gestaltung der erweiterten Iewish Agency und beginnt Bedingungen zu stellen, Forderungen zu proklamieren und zu verlangen, daß zunächst das Ganze als Provisorium gestaltet werde. Es regen sich vielfach Stimmen einer, beginnenden Einsicht, Symptome eines allmählichen- Erwachens. Mir scheint^ der Prozeß einer Umkehr hat begonnen. Worin diese Umkehr bestehen müßte, ergibt sich aus den vorstehenden Ausführungen: Die Organisation ist mit allen Mitteln zu stärken und auszubauen, ihr Einheitscharakter durch organisatorische Maßnahmen stärker zu betonen und dafür Sorge zu tragen, daß sie über die Zersplitterung der Gruppen und Föderationen, der Sonderinstitute und Fonds hinweg zu einem einheitlichen, starken und autark tativen Organismus ausgestaltet wird. Die Rechte, die sie nach außen als Iewish Agency hat, dürfen in diesem Stadium nicht gemindert oder ihr gar gänzlich genommen werden., Hinsichtlich aller Gebiete der zionistischen Wirksamkeit sowohl im Galuth wie in Palästina muß die Organisation das treibende und entscheidende Zentrum werden, weil nur in ihr die Gewähr für die Wahrung des Primats der zionistischen Idee in allen Fragen der nationalen Renaissance und de« Aufbaues Palästinas gegeben ist. Die politische Arbeit ist wieder stärker in den Vordergrund der zionistischen Wirksamkeit zu rücken. Mit allen Mitteln muß gegen den Versuch einer weiteren Schmälerung unserer Rechte aus der Balfour-Deklaration angekampft werden. Mit dem aufrichtigen Willen, mit den Arabern in Palästina zu einer vollen Verständigung zu kommen und politische Formen zu schaffen, die eine Zusammenarbeit mit der arabischen Bevölkerung ermöglichen, muß sich die Entschlossenheit verbinden, das nationale Heim in seinem vollen Umfang zu verwirklichen. Neben der eigentlichen politischen Arbeit, die verstärkt und insbesondere sehr viel intensiver als bisher den Völkerbund in den Bereich ihrer Wirksamkeit ziehen sollte, muß wiederum eine politische Aufklärung und Propaganda großen Stils einsetzen, die viele verloren gegangene Sympathien der internationalen öffentlichen Meinung uns wiedergewinnen und neue Freunde werben würde. Die Haltung der Mandatskommission des Völkerbundes hat bewiesen, wie sehr wir diese Arbeit vernachlässigt haben, welch tiefes Unverständnis und welche Verkennung unserer Absichten und Leistungen in weiten Kreisen der.nichtjüdischen Oeffentlichkeit noch herrscht. Hier liegt ein wichtiges Gebiet einer Reaktivierung unserer Arbeit vor. Ebenso klar wie in unseren politischen Forderungen nach außen muß auch der zionistische Gedanke in der Feststellung der Prinzipien des Aufbaues Palästinas proklamiert und gesichert werden. Mit allen Mitteln muß die Organisation dafür sorgen, daß der Aufbau Palästinas nicht mit den Methoden einer beliebigen Kolonisation, sondern nach den Zielsetzungen eines regenerierten Volkes, das wieder zu schöpferischer Leistung gelangen will, gestaltet wird. Die Landwirtschaft, getragen von selbstarbeitenden jüdischen Pionieren, muß die gesirnde Basis des jüdischen Palästina bleiben und ihr sind in erster Reihe die Mittel der nationalen Fonds zuzuführen. Von entscheidender Bedeutung ist die Sicherung des hebräischen Charakters des jüdischen Palästina. Die rzeue Form der Immigration birgt gerade in dieser Hinsicht Nlancherlei Gefahren, denen rechtzeitig durch einen Ausbau des hebräischen SchulwerkeS begegnet werden muß. EL muß eine zentrale Kolonisationsleitung geschaffen werden, der die gesamte Aufbaupolitik untersteht und die, mit Autorität auLgestattet, die Organisierung der Immigration und die Ansiedlung der Immigranten durchzuführen vermag. Hinsichtlich der Iewish Agency soll der Versuch der Heranziehung der nichtzionist »scher» Judenheit fortgesetzt werden, ohne aber jetzt schon befhtititoe Formen festzulegen» da es sich nur um den Anfang eines allmählichen Prozesses handeln kann. In dem Maße der steigenden Beteiligung der Nichtzionisten am Aufbauwerk soll das Maß ihrer Rechte und Verantwortungen erhöht werden. Kei»»esfatts kann jetzt aber die Rede sein von einer Uebertragung der Rechte als Iewish Agency an daS neue Gremium, solange nicht in einer angemessenen Zeit der Beweis für die Fruchtbarkeit der Zusammenarbeit und für daS wirkliche Funktionieren der neuen Organifationöform erbracht werden wird. Ich weiß nicht, ob dieser Kongreß zur Durchsetzung dieser Forderungen schon reif fein wird. Der Umschwung der Tendenz, von dem ich sprach, ist erst in seinen Anfängen; vielleicht wird erst ein kommender Kongreß den Sieg der Anschauungen erbringen, die in der Zionistischen Organisation das Zentrum und den Träger des Palästinaaufbaues erblicken. Jedenfalls aber will es mir scheinen, als ob dieser Kongreß bewußrec in dem Willen zur Wahrung der Rechte des Zionismus und stärker in dem Glauben an die Kraft der Bewegung sein wird, als es die beiden letzten waren. Ein Versagen des Kongresses in dieser Hinsicht müßte von katastrophalen Wirkungen begleitet sein. So oder so: der 14. Kongreß luivb ein historischer Kongreß werden. Cr kann, wenn er weitergehen sollte aus dent Wege der Preisgabe des Zionismus, so etwas wie da» Ende der Organisation bedeute»», oder aber er »vird den Anfang einer Epoche der Regeneration der ziv»»istlschvn Betvegung darstellen. Ich hoffe, daß es keil» übertriebener »st, wenn man den Glauben hat, daß er im Moraeriz-liana. Mitteilungen aujem Publikum. wi*d*tau habenBureau: OrlMfani.“ .. JVJÜ uim, um. ii/2 guten Sinne ein historischer Kongreß »verden wird, die Einleitung einer neuen Phase zionistischer Entwicklung, der Epoche begimtcnder Verwirklichung in Palästina, getragen und bestirnrnt von einer selbstbewußte»», glaubensstarke»» und kampfbereiten zionistischen Organisatio»». Sie Krill« im Ron-smus. Bon Dr. Konrad Prunn«*. Krisis im Zionismus? Ist es nicht ein Unsinn, heute von einer Krisis zu sprechen, wo wir eben erst einen Höhepunkt erreicht haben, wie ihn selbst die Optimisten unter unS kau»n erwartet haben; »vo das Land einen wirtschaftlichen Aufschwung nimimt, für den die Bezeichnung amerikanisch zu schtvach ist? Und dennoch muß von einer Krise gesprochen »verden, die allerdings nicht rrur in» Zionismus zutage getreten ist, sondern c&ciifo iu anderen Bewegungen. Das mag für uns aber kein Grlmd sein, unS über sie hmtvegzutrösten oder zu täuschen. Ich spreche von der geistig-kulturellen Krise, in der wir uns 'befinden. Wer das Lobe»» der verschiedenen zionistischen Ortsgruppcn genau kennt und durch Jahre hindurch beobachtet hat, wird statistisch feststelle»» könne»», daß die Beteiligungan den diversen Veranstalt»ingen ein-c fallende Kurve aufzuweisen hat. Daran ändert auch der Umstand nichts, daß einige Monsterversamrnlunge»». ansverkauft nxtrcu, daß die Jilurvorstellungen einen vollen Erfolg hatten, daß Keren Hajessod uitb Keren Kajemeth steigende Einnahmen erzielen. Es gibt heute wohl kaum noch ernst zu nchrnen.de Gegner der Palästinasiedlung. Woher also die Krise? Ich möchte sie die Krise des Universalismus bezeichnen. .Als der Krieg so jäh und unerwartet sein Ende fand, als der Gedanke des Aufbaues einer neuen Welt eine neue Glückschance — verheißungsvoll zun» gerneinsamen Werke rief, da samn»elten sich überall die Gleichgesinnten.. DaS ungewisse, zu nichts verpflichtende, in allen Fairen schimmernde Ideal bannte Tause»»de und aber Tausende.. Die „Dewegnngen" standen in voller Blüte. Ohne Abzeichen und Mitgliedskarte tvar man in feinen eigenen Augen ein Drückeberger. Es war eine Hausse der Weltanscha-unngen wie wohl nie vorher. Allmählich beginnt auch hier di« Götterdämmerung. Sie setzte ein in der»» Momeirt, als inan sich nicht mit dom Bekenntnis zufrieden gab, sonder»» auch Taten Verla,»gte. Und so bildet sich allmählich eine soziologisch klare Struktur heraus, die in Führung, Mitarbeiter und Masse gegliedert »st- Führung, das sind die Menschen, die ihre»» Mitmenschen überlegen sind, geistig, an Bildung, an Instinkt (»»icht Intellekt!) und so mehr oder weniger mit Recht die ^Führung" ihrer Gleichgesinnten m die Hand nehmen. Die wenigen wirklich „Geistige»»" - bilden die oberste Spitze. Mitarbeiter sind die, die enttveder einmal Führer werden »vollen oder den» Trägheitsgesetz gehorchend, manche wirklich aus Pflichtgefühl mittun, wofür allerdings, das Motiv nebensächlich ist. Und die Masse, das sind die Leute, die die Massenversarmrtlungen füllen, die heute Jabotinsky, morgen Ussischkin begeistert Treue schwören, die bis zurr» Zahlen 'begeistert sind. Manche sogar — psychologische Phänomene — darüber hinaus. Die Sozialdemokraten haben es insoferne bester, als boi ihnen Weltanschauungsbetätigung und Broterwerb in einer nahen-Beziehung stehen. Die Gewerkschaft sorgt für Gorst und Magen gleichzeitig.. Und dennoch auch hier dieselbe Erscheinung. Die politische»» Versammlungen leere»» sich, aber — »»nd hier liegt der große Unterschied — die Bolkshcime fülle»» sich im selbe»» Maße. Dieses Bild charakterisiert »ins deutlich den soziologischen Prozeß, den wir »nitmachen. Das individuelle Stre'be»» überiviegt den kollektiv istischen Trieb. Mit anderen Worten: Die wirklichen Führer haben sich verbraucht und bedürfen einer Erhol,mg, die scheinbaren sind erkannt, die Mitarbeiter, die immer begeistert »verden wollten, habe,» sich an dieser oberflächlichen geistigen Nahrung den Magen verdorben. Nur die DLasse ist unverändert und laßt sich für Circenses begeistern. U»rd durch sie dürfen wir uns nicht täuschen lassen. Die beiden Kreise, die wiv brauchen, Führer und Mitarbeiter, sind müde geworden m»d verlangen eine geistige Echolung, eine Vertiefung in die Problen»e ihrer Weltanschauung. Und hier soll gleich auf einen Fehler aufmerksam gemacht werde»,. Wir haben uns daran gewöhnt, Palästina allein, «isoliert, zu betrachten, ebenso alle anderer» Fragen aus ihrem Zusammenhang herausgelöst. Eine derartige Betrachtur»gs»veise hat zur Verengung des Horizonts, zur Oberflächlichkeit geführt. Wir habe»» vergesse»», daß Palästina nur ein Land im Komplex deK vorderen Orients ist, daß es politisch und wirtschaftlich in diese»» Rahmen eingespannt ist, »vir hckben den Zionismus als alleiniges Phänomen, als Selbstzweck betrachtet, ihn losgelöst auö seinem geistesgeschichtlichen Rahmen. So sind wir mit der Zeit Problem fremd, mit einen» anderen Wort steril geworden. Es »nag wohl zugegben »verde»», daß der Oesterreicher überhaupt sich nicht gern mit geistigen Fragen beschäftigt, daß der Arzt hier nur »»»eist Heil,Handwerker, der Advokat oft nur Rechtskaufmann sei» wir dürfen »ms nicht damit zufrieden geben. Und hier möchte ich auf z»vei Kreise zu spreche»» fontmeu, die ich h» meinen obigen Ausführungen nicht eingeschlosten hatte: die Studenten und die Jugend. Zuerst die Student«»». Wir dürfe»» ruhig behaupten, daß diese völlig versagt habe»». Sie erinnern sich oft nrrd gerne der Zeiten, da Herzl Gefolgschaft geleistet haben, ebeiiso wie der Altersschwache (um »licht senil sagen zu müssen) immer nur von seiner Jugend spricht und träumt, da er mit der Äogen- »vart und ihren Forderungen nichts anzufangen weiß. So greift die Studentenschaft «gerne jenes Programm auf, das ihnen keine Verantwortung auferlegt und Taten vor» ihnen für einen unabfehrbaren Zeitpunkt fordert: Die kneifen vor der Gegenwart aus. Ferner soll hier auch behauptet »verden, daß cs wohl kaurn noch wo oi»re solch problemsrepwe .AkgdMjkexschast »vir ** Wtzrn 15. Juni m* Seite 8 }\o:. N'.ür.ich auch nnscrc. Es wäre iin-.'».'ss.r.n. zn erfahren, wie viel von unseren Juristen nud Staarswissenschaftlertt sich eingehend mit den Fragen der Mandats, der Vcrfasf»»ng. mit Sen Problemen des Völkerbundes, d.-s Minderknilenrechtes, mii den wirtschaftlichen Problemen Palästinas beschäftigt haben Eins derartige Statistik würde zu einem erschreckenden Ergebnis führe»». Adders die Jugend. Ihr müssen »vir nnjer Hauptaugenmerk zuweuden, da sie ja die Pioniere liefern soll. In der Iuqendbnveguttg mach)» sich längst eine Krise bemerkbar. Seit längster Zeit leidet sie an Führermangel. Unseres Erachtens liegt der Grund hrefür darin, daß die Führer der Nachkriegszeit aus einer irrdividualistischen Sphäre herans käme»- utib angefüllt mit den erworbenen B-ildungsfchätzen reichlich gebefreudig »varen. Die lxmtige Führergeneration, die bereite Jahre in der kollektivistischer» Sphäre verbracht hat, kommt bereits müde und abgebraucht zur Führung »rnd keiinL im tiefsten Jnireru oft nur eine Schnsucht: eine Zeitlang allein sich bilden können. Eine zweite Ursache, die der Jugendbewegung und auch der Chaluzbe»v>egung sehr gefährlich werden kann, ist die Abnahme an Studenten in ihrer» Reihen. Den» Gedanken der Um schichtung folgend, »venden sich immer mehr nach Absolvierung der Untermrttelschule >dcm Handwerk und der Larrdwirtschaft zu und nur wenige besuchen Obergymnasium und Universität. Wenn wir nun daran denken, daß gerade »>n den letzteren Kreisen der Gedanke der Chaluziüth erwuchs — nicht zufällig -dvr> —, so werden wir ernressen kö»».nen, was das Aussteriben diese-- geistigen Typus für die Bewegung bedeutet. (Ich verstehe hie» unter Stnden-ten nicht nur den inskribierten Hochschüler — »venn auch vor alle»,» diesen —, sondern die Menschen mit gleiche» Bildultg und geistiger Kapazität.) Es besteht also die Gefahr, daß der Typus der Ehaluz ausstirbt, »vas von nationalem und kulturellen» Standpunkt bedauerlich ist. Vielleicht will es so das Schicksal; aber wir rnüssen uns darob im klaren sein. Nun setzt die Erscheinung einer „allgenveinen Verbandsnrüdigkeit. ein als Reaktion auf die lange Zeit der leider not- »vendigen Hypertrophie des Kollektivismus. Ich sehe darin einen Regenerativnsprozeß. Denken »vir immer daran, daß Zionismus, jüdische Jugendbewegung, Ehaluz ihre geistigen Wurzel»' in Kreisen der Höchftgebildeten gefuirden haben. So wird — cs mag paradox klingen — der individualistische Trieb u-nse.re Menschen wieder dem Kollektivismus fruchtbar »»»ache»». Die Frage aber lautet: Wie werden »vir die Zwische»»zoit überdauern? Und die sollte zur DiLkussio»» gestellt tverde»». Angedeutet soll hier nur eine Möglichkei«t »verden: Die Sozialdemokraten haben das Bolksheim! Was haben »vir? Die Sektionen?! Ich fürchte, mit diesen skizzierten Gedanken das Mißfallen vieler zu erregen. Das würde »nich nicht kränken. Ich hoffe aber, daß der eine oder andere sich mit diesen Gedanken ein- V-ehender befassen wir«d. Das trmvde »nich freuen. 3ur Stellung der Studentenschaft im Sionismus. Don Benjamin Akzirr. Es -ist durchaus zu begrüßen, daß die Frage der zionistischen Studertterrschast in letzter Zoi«t die Au«smLrvsamkei!t der jüdischen Oeffentlichkeit Wiens a»»f sich lenkt. Doch wi»b hierbei das Problem allzu eng erfaßt; es-»r>erden lediglich die eigen - artige»» GsstalbungSsornion der „wehrhaften Verbindungen" herairsgegviffen und »rach Vorzügen und Mar»>geli»» untersucht. J»»dessen kam» ei»»« Klärung auch dieser Tvölerfcheinring n»»r durch Erhellen des Gesanrtkorriplexes erreicht tverdem Zum Wesen des Zionisrnus gehört vor allen» das Bestreben, die »Mgehindoi-te Entwicklutrgsmöglichkoit des jüdischen Volkes Al» sichern. Palästina «ist lediglich dasjenige äußere Mlien, das aus »nanchen — nicht z» letzt aus volkspsychischen — Gründen einzig und allein dafür in Betracht kommt, diese Zuklmftsenbwicklung zu beherbergen. Wird die Bewogung aus großer, historischer Perspektive betrachtet, so erscheint somit die Entwicklung des jüdischen Menschen, »richi des jüdischen Landes, als oigswtliches Ziel. Es ist letzten Endes mi psycholo.gisches, keirn technisches Experiment, das der Zionisrnus anstwbt. Doch lassen wir von der Botvachtun-g der Zivecke ab ruvd gehe»» zu der der Mittsl über. Gehen wir von den alltäglichen Notwerrldigkeiter» der gogelUvärtigen, erst bauenden Periode aus. so zeigt es sich alsbald auch da, daß hinter allen wirklichen und vormemtlicher» Schwievigksiten, denen »vir bei Real-ifationsvevfuchen mtseres Werkes begegnen, öigentlich eine einzige, kam»» geilbste Frage sicht — die des Fchlens von Menschen. Alle Hindernisse wirtschafMchvr »n»d politischer Natur, ob es sich »»un nur Geldmangel, Ovgani«satM»sfchler, ungesunden Wettbewerb bei u-och u^Uigemigend erstarkten wirtschaftlichen Grund'-vn. un» politisch^ Oh»»u»acht, S»)steul-- und VevantwortungslvsrMiit in der Leitung handM — lassen sich, die Wurzel dieser Evschei- »»»lugen aufnierksam verfolgt, aus den einen Mangel zu-vückführe»»: aus das Fohlen ÄneS das Werk zu vollführen c»»tschlofsenen, diesen» Werke adäquaten Volkes. Auch die beträchtliche Reihe der in letzter Zeit erlittenen ernpfiitdlichen diploma - tischen tRiedorlagtzn, ein Ausfluß «unserer allgemeine»» politischen Schwäche, steht -in unleugbarem Znsamme»»ha»»«ge mit de- Tatsache, daß hinter nnservr Beivogung der Wille und die 'wrvc-- schlossenhoit von Nicht 15 Willione,» .Jude»», sondern höchstes einer Million stehen, »vas sich klarertvoise aus der politischen Wa«gschale ganz anders ansninrmt. Doch ist eS i»» der Geschichte der Menschheit rmnier so go- »»»esen, daß ne»te Jdoen von kleinen, auserlesenen, entschlosienen Minderheiten hcrvorgebracht tvurden, die ihneu da,m eben dadurch Blüte und Realisation verhalsen, daß sie im Lause der Zeit die ideenlose breite Masse mitrissen. Auch für unsere Bo»vcgu»»g ist die Zeit schon vorüber, »vo sie eure verschwü»de»»de. den» Gelachrer der urtvilslosen Rieivge proiSgegobene Minorität darfttltte, Sch«» ist der Zio»»iZWuö M stüMtkS KtzWMg « 476406

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