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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-15 · Heft 2269 (15.6.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2269 (15.6.1925)
Date
1925-06-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Cefe 9 Me», Mvntvg Klientr Moroeneeilun«. Nl. ASS Ae Fragen des 14. Sioitlftenf ongreffes. In dieser Rubrik veröffentlichen wir Erörterungen der Probleme des kommenden Kongresses. ES versteht sich von selbst, daß die Redaktion die Verantwortung für den fachlichen Inhalt dieser Artikel den Verfassern Merlaßt. Probleme and Aafgade« des 14 Kongresses. Von Nahum Goldman». Wenn nicht alles trügt, wird der 14. Kongreß -,u den rpochalen Kongressen der Geschichte des Zionismus gehören; »aS heißt, zu jenen Kongressen, mit denen ein neuer Abschnitt »er zionistischen Entwicklung beginnt. Alle haben das Gefühl, saß die beherrschende Tendenz, die seit Jahren die zionistische Entwicklung bestimmt und kennzeichnet, ihren Höhepunkt bereits überschritten hat und sich jenem Augenblick nähert, in dem der Umschlag in eine andere, sie überwindende Tendenz erfolgen mutz. Das Charakteristikum der letzten Epoche zionistischer Entwicklung besteht in dem entscheidenden Ueberzang von der Forderung zur Erfüllung, von der Propaganda zur Verwirklichung. Die Balfour-Deklaration und das Mandat in politischer Hinsicht, Tel-Awiw, der Emek und die letztfahrige Immigration in wirtschaftlicher Hinsicht sind die entscheidenden Fakta dieser beginnenden Verwirklichung. Dieses Stadium des UevergangeS einer idealistischen Bewegung aus sem Zustand der Forderung in den der Erfüllung ist stets das entscheidend« Stadium in der Geschichte dieser Bewegung. Cs ist dies die Epoche der stärksten inneren Gefahren, der Versuchung zum Abfall von der tragenden Idee der Bewegung. Jede beginnende Verwirklichung kann nur ein Minimum Larstellen, gemessen an dem Endziel der Bewegung. Andererseits aber verlangt das erste Stadium der Erfüllung eine Intensität der Hingabe an die kleinen Forderungen der Realität, eine Konzentration auf die prosaischen Notwendigkeiten der realen Gestaltung, daß die Gefahr immer naheliegt, das letzte Ideal nicht nur momentan etwas in den Hintergrund zu stellen, sondern es allmählich ganz preiszugeben. An diesem schicksalhaften Stadium des Ueberganges zur Verwirklichung sind fast alle großen idealistischen Bewegungen der Geschichte gescheitert. Es gibt njchts Schwereres als das Feschalten an der Idee in ihrem gaitzen Umfang zu verknüpfen mit der Intensität der Hingabe an die kleinen Forderungen des Tages. Die Geschichte des Zionismus seit der Balfour-Deklararion trägt alle Symptome der Wirkung dieser immanenten Gefahren. Immer mehr wurde der Glaube an die Macht der zionistischen Idee geschwächt, wurde der Umfang des zionistischen Ideals verkleinert, immer mehr wuchs die Bereitschaft, zugunsten der momentanen Steigerung des Tempos und der Dimensionen des Palästinaaufbaues auf die Größe und die Radikalität der zionistischen Idee zu verzichten. Die eigentliche Quelle aller gestaltenden Energie einer idealistischen Bewegung: der unerschütterliche — obcjktiv gesehen vielleicht überspannte, subjektiv betrachtet aber wunderwirkende — Glaube an die eigene Kraft versiegte allmählich und statt dessen ge wohnte man sich inrmer mehr, die entscheidenden Leistungen, von anderen äußeren Faktoren zu erwarten, sei es von den Großmächten und von der Hilfe Englands, wie nach den ersten Jahren der Balfour-Deklaration, sei es von den finanzkräftigen jüdischen Notabelnkreisen, wie in den letzten Jahren seit der Jnaugurierung der Jewish-Ageney-Politik. So sehr waren die leitenden Kreise der Bewegung auf diese Erwartungen eingestellt, so sehr von diesen erhofften und immer wieder herbeigerufenen Bundesgenossen fasziniert, daß sie keinen Blick mehr hatten für die eigene Bewegung, keine Energie und Bereitschaft zur Arbeit: am Ausbau und an der Stärkung der eigenen Organisation. Diese Einstellung, geteilt von dem größten Teil der zionistischen Oeffentlichkeit, unterstützt durch den Irrglauben, daß der Aufbau Palästinas eine Sache weniger Jahre sei, so daß der Zionismus seiner eigentlichen historischen Aufgabe sehr bald überhoben sein würde, ist die Quelle aller Derfallserscheinnngen innerhalb des Zionismus in den letzten Jahren. Vor allem machten sich die Wirkungen dieser Einstellung immer mehr bemerkbar hinsichtlich der Organisation selbst. Es gibt, von dem Kongreß abgesehen, eigentlich kaum noch eine wirklich funktionierende zionistische Weltorganisation. Es gibt überall eine überaus erfolgreiche Palästinabewegung, es gibt auch in einzelnen Ländern einen gut ausgebauten zionistischen Parteiapparat; aber eine wirklich straffe und starke zionistische Weltorganisation, getragen von einem unbeirrbaren Glauben und einem entschlossenen Kampfwillen, geleitet von einem einheitlichen Kraftzentrum, gibt es heute kaum mehr. Die Exekutive hat schon seit langem jede Geltung als solches Kraftzentrum verloren, das Aktionskomitee tritt in solch seltenen Abständen zusammen, daß eine wirkliche Kontrolle der Politik und Wirksamkeit der Leitung gar nicht möglich ist, und nur der Kongreß bildet noch das letzte, auch äußerlich einigende Band der Organisation. Auf dem Rücken der zerfallenden Organisation und auf ihre Kosten sind die einzelnen Finanzinstitute der Bewegung gewachsen und haben sich zu selbständigen Organen beinahe herausentwickelt. Die Majorität der Zionisten ist sich gar nicht mehr dessen bewußt, daß die Organisation als solche entscheidende historische Aufgaben hat, deren Erfüllung letzten Endes über dm Aufbau Palästinas entscheiden wird. Zionisten wissen heute, daß man für den Palästinaausbau Opfer bringen muß: sie wissen, welche Bedeutung jedes Finanzinstitut des Paläst lnaaufbanes hat, und sie sind bereit, für diese Aufgaben zu arbeiten nnd Opfer zu bringen. Was die Zionistische Weltorganisation soll, ist sehr vielen völlig unklar geworden. Biele nehmen sie hin als Erbe einer Vergangenheit und Resultate einer Tradition, die man respektiert. Viele aber scheuen sich nicht, offen das nahe Ende der Organisation vorherzusagen und zu billigen. Es ist dies die notwendige Folge der allmählichen Preisgabe der zionistischen Idee. Ist der wirtschaftliche Aufbau Palästinas alles, dann ist die Organisation in der Tat von keiner entscheidenden Bedeutung. Glaubt man aber an die zionistische Idee in ihrer Ursprünglichkeit und in ihrem ganzen Umfange, an die Idee der Renaissance des ganzen jüdischen Volkes, der radikalen Umstellung feines Bewußtseins, an seine Erziehung zu einem national bewußten und kulturell schöpferischen Volke, an ein jüdisches Palästina als entscheidendes Mittel und Krönung dieser Renaissance, dann erst weiß man, daß alle Einzelleistungen und Einzelausgaben in Palästina in ihrer Gesamtheit problematisch werden, tocmi nicht die Organisa tion als der Ausdruck dieser zentralen Renaissanceidee dahinter steht und die Kraft hat, die letzten Ziele ttrtb Direktiven des Aufbaues zu bestimm«,». Der Niedergang der zionistischen Politik in den letzten Jahren ist eine weitere Folge dieses Verfalles der zionistischen Idee und Organisation. Ich gehöre wirklich nicht zu denjenigen, die bereit sind, die Bedeutung der außen« politischen Erfolge zu überschätzen. Aber was in den letzten Jahren zH konstatieren ist, die Preisgabe einer zionistischen Positron näch der anderen, der Weg von der Balfour-Deklaration und von dem Programm Weizmanns vor der Friedens- Konferenz in Paris bis zu den Erllärnngen Amerys an die Araber, daß sie dessen sicher sein können, stets die Majorität in Palästina zu bilden infolge ihrer stärkeren Vermehrung, dieser Weg muß auch den beunruhigen, der in der Politik etwas Sekundäres steht. Cs kommt in unserer zionistischen Politik nicht auf diesen oder jenen Eittzelerfolg an; wir waren politisch stark, als wir noch keinerlei faktischen Erfolge hatten. Auch hier ist der Gesichtspunkt der zionistischen Idee entscheidend. Unsere Politik ist der Ausdruck dieser Idee nach außen in unserer Beziehung zu der internationalen Oesfentlichkeit. Wir können auch eine Niederlage hinnehmen und ertragen. wenn wir in unseren Forderungen stark bleiben; viel bedenllicher als dieser oder jener Mißerfolg im Faktischen ist die eigene Preisgabe unserer politischen Position, die Bereitschaft zum Nachgebcn ans Schwäche, aus Mangel an Mut und Glauben, der Rückzug in der Idee. Aus dieser Einstellung heraus ist die politische Arbeit in den letzten Jahren in einer sündhaften Weise vernachlässigt worden, hat man fast auf jede großzügige politische Wirksamkeit verzichtet oder sie durch Menschen führen lassen, die nicht geeignet sind, die politischen Forderungen eines wirklichen Zionismus stark und unverfälscht zu repräsentieren. Seit zwei, drei Jahren ist eine deutliche Tendenz zu einem Abbau der Balfour-Deklaration erkennbar; unsere Stellung als Jewtsh Agency auf Grund des Mandats wird kaum noch ernst genommen. Man hat vor eineinhalb Jahren den Arabern die Arab Agency angeboren, ohne uns zu verständigen; man hat in diesen Wochen den utueu High-Commissioner ernannt, ohne mit uns vorher auch irur in Fühlung zu treten. Hat man jetzt von einern Proteste nusererseits vernommen? Wir haben die Kraft zu einer starken und würdigen politischen Haltung verloren, aus demselben Grund, aus dem wir eine starke Organisation eingebüßt haben, iucü die treibende Kraft der zionistischen Idee nicht mehr yimer uns steht. Die ganze leidige Streitfrage der Erweiterung der I e w i s h A g e n c Y hat in der Form, die sie angenommen hat, gleichfalls ihre Ursache. Nicht das Prinzip der Erweiterung und der Heranziehung nichtzionistischer Juden steht zur Debatte; nicht um die einzelnen Formen und statutarischen Gestaltungen der Erweiterung geht der Kampf; entscheidend ist die innere Einstellung, aus der heraus sie erfolgen soll. Ob man im Bewußtsein der Stärke des Zionismus, in dem Glauben an seine Aufgabe, der eigentliche Träger des Palästinaaujbanes zu seiu, sich Bundesgenossen suchte unter jenen Inden, die bereit sind, mitzuhelfen, oder ob man aus Verzweiflung und Resignation, aus der Erwartung des Heils von den Nichtzionisten sic ruft und ihnen sofort, ohne Vorbereitung und ohne Prüfung, die gleiche bestimmende und verantwortliche Stellung geben will, wie wir sie uns in Jahrzehnten der Arbeit und des Kampfes errungen haben, das ist die Frage. Man spricht so viel von der Notwendigkeit des Vertrauens zu jenen, mit denen man sich verbünden will nnd man soll gewiß nur Koalitionen eingehen mit Menschen, denen man Vertrauen schenken will. Aber stärker als der Glaube an die andern muß der Glaube an sich selbst sein und die Mischung einer übertriebenen Ritterlichkeit gegen die nichtziomstische Judenheit mit einer Mißachtung und Bagatellisiernng des Zionismus ist keine gute Psychische Basis für diejenigen, die diese Erweiterung vornehmen sollen. Das letzte Jahr hat bewiesen, wie falsch nnd kleingläubig dieser Zweifel an die Kraft der breiten jüdischen Massen ist, Palästina auszubauen. Bevor noch die Heranziehung der jüdischen Jinanzkreise irgend welche sichtbaren Formen angenommen und konkrete Wirkungen gezeitigt hat, hat eine Jmmigrationsbewegung nach Palästina eingesetzt, die in ihren Dimensionen überraschend war, auch für jene, die den Glauben an hie entscheidenden Funktionen der jüdischen Massen beim Ausbau Palästinas nie verloren haben. Cs ist gewiß nicht die Zionistische Organisation' als solche, aus deren Kreisen sich diese Immigration rekrutiert; aber eS sind jedenfalls diejenigen Kreise des Volkes, die sie in die Wege geleitet haben, um derentwillen die Fanatiker der Heranziehung gewiß nicht ihre Forderungen aufgestellt haben. Bei allen Schwierigkeiten, die diese Immigration in sich birgt und bei aller Notwendigkeit, sie zu regulieren und die Menschen dieser Immigration in ein zionistisches Palästina einzngliedern, hat sie doch jedenfalls bewiesen, woher die elementarsten Kräfte des Aufbaues kommen müssen und kommen werden. Die Berzweiflungsstimmung. aus der heraus vor drei Jahren die Ageneypolitik Inauguriert wurde, ist heute auch objektiv nicht mehr berechtigt, und es ergibt sich daraus die Notwendigkeit, das sprunghafte Ternpo des Er lveiterungsprozesses zu vermeiden und einen organischen _15. Juni 1895 'Prozeß des langsamen HmeinwachsenS der nichtzionistischen Jvdenheit in das Aufbauwerk in die Wege zu leiten, bei dem sie in dem Maße ihrer Beteiligung auch an der Verantwortung und der Leitung des Werkes wird teilnehmen können. Nichts aber wäre gefährlicher, als eine Politik, die geboren war aus Voraussetzungen, die zum Teil bereits überholt, zum Teil aber in ihrer ganzen Grundlage gefährlich sind, von vornherein zu Resultaten gelangen zu lassen, die unkorrigierbar sind. ES darf in diese m Stadium ke in e Rede sein von einer desi>,itiven Uebertragnltg unserer Rechte als Iewish Agency an das c rwe iterte Gremium und von einer sofortigen uub restlosen Uebergabe aller Agenden des PalästiNa- . werkes an dieses Ölr cnt i unt. Tie Organisation, die ein Werk, wie cs der Aufbau Palästinas ist, leiten soll, wird nicht künstlich geschaffen; sie muß organisch wachsen uttb sich vervollkommnen. Matt kann sie fördern nnd soll sic fördern; man kann ihr die Wege weisen ttnd man soll es tun; man kann ihre organisatorischen Formen im voraus skizzieren; aber man kann sie nicht drtrch einen Beschluß mtd durch eine rein logische Formel in ihrem definitiven Zustand konstitttieren. Der Zionismus hat viele Jahre gebraucht, bis er die Form angenommen hat, die die ihm gemäße war; der Palästinawille des jüdischen Volkes, sofern er nicht zionistisch ist, bedarf auch einer jahrelangen Entwicklung, ehe er seine definitive organische Form gefunden haben wird. So lange dies tticht der Fall ist, kann von einem Desinitivnut nnd eittem abschließenden Stadiunt nicht die Rede sein. Noch ist alles int Zustand des Versuches: man soll dies nicht gewaltsaut ättdern wollen. Was. wenn es vorsichtig begomtcn, zielbelvußt und organisch geför« dert, sich zu einem bedeiltsamen Faktor auswachsen kann, da? muß. sprunghaft vollettdet und ntcchanisch konstruiert, zur Quelle innerer Kämpfe werdet! ttnd diesem Jttstrument von vortlhercin seine fruchtbaren Wirkungsmöglichkeiton ttehmen. Die letzten drei Jahre der Entwicklung der Ageneypolitik sollten in dieser Hinsicht allen eine Warnung und eine Mahnung sein. Behutsam nnd vorsichtig in die Wege geleitet, würde der Gedanke der Heranziehung für alle zttm Segett werden können; er hat bis heute —- darin werden sich alle einig sein — sehr viel mehr dem Zionismus geschadet als er Palästina genützt hat. Wan soll diesen Schaden nicht inS Ungemessene vermehrett wollett; man nützt auch nicht dem Gedankett der erweiterten Jewish Agency, wenn matt ihtt in dieser Form gewaltsam zu einem unabänderlichen Faktum Wird dekretieren wollen. Was sür die Organisation, für die Politik uttb für die Durchführung des ErweiterungSgedankens gilt, hat erhöhte Geltung für die Gestaltung Palästinas. Noch haben sich in der eigentlich palästinensischen Wirksamkeit des Zionismus die destruktiven Folgen der Verfallserscheinungen der letzten Jahre twch nicht so kraß bemerkbar gemacht wie auf anderen Gebieten der ziottistischen Entwicklung. Die .Kraft der zionistischen Idee war bei dem größten Teil der Menschen, die nach Palästiita gegangen sind, stark gemtg, um sich durch sie als bestimmend bei dent Aufbau des Laitdes au*imvfeit zu können. Das Erbe einer zionistischen Entwicklung von dreißig Jahren hat sich im Emek und in den Pionieren des Landes großartig kundgetan. Itub diesen Trägern der ziottistischen Idee in ihrer ursprünglichen Bedeutung ist es zu verdanken, daß luettigstens zu einem erheblichen Teil der Aufbau sich nach den Zielsttzungett des ziottistischen Ideals vollzogen hat. Hingegen hat die Schwäche der Organisation sich auch im Aufbauwerk in einer beklagenswerten Weist offenbart. Es gibt keine einheitliche zentrale Leitung der Kolonisation, die über die unvermeidliche Teilung der Fonds hinweg letzte Direktiven für das gcsantte Aufbauwerk zu geben in der Lage ist. Die außerordentliche Erweiterung der Dimensionen der Jmntigration macht diesen Mangel zu einer außcrvrdent' lichett Gefahr uttb zwingt zu einer klaren Festlegung der Prinzipiett des Attsbaues ttnd der Schaffung einer höchsten autoritative Leitung. Daritt wird eine wesentliche Attsgabe des Kongresses bestehen müssen, nnd hier genau so wie überall wird es notwendig fein, den Sinn der zionistischen Idee als der Renaissattceidee des jüdischen Volkes in ihrem vollen Umfange zu wahrett und für die Gestaltung eines jüdischen Palästina Sorge ztt tragett, das in seinen Grundlagen und seinen Lebensformen den Gedanken eines erneuerten, gesunden und schöpferischen jüdischett Lebens verwirklicht. Auch hier wird alles abhängen von der Stärke der Belvegung uttd von dem Grad des Glattbens att die Kraft der Idee. Zahllose Versuchungen werden herantreten, die zp einer Preisgabe dieser vielleicht erschwerettden Zielsetzungen werden verführen wollen und ein großer Teil der Jtmnigranten selbst wird vielleicht gegen die Festlegung solcher Prinzipien austreten. Nicht» Ware gefährlicher als hier nachzugeben. Zionismus ist eine erzieherische Bewegung; und attch an demjenigen, der nach Palästina geht, hat sic ihre inngestaltcude ttnd erzieherische Arbeit zu erfüllen. Der Zionismus hat den Mut gehabt, gegen den Widerspruch einer Majorität des Volkes Palästina zu fordern; er muß attch den Mttt haben, anch gegen einen etwaigen Widersprach eines Teiles der Jmtnigranten beit Aufbau eines zionistischen Palästina zu proklamieren. Deutlicher als irgendwo sonst zeigt sich hier die ungeheure Bedeutung einer starken Organisation, die die Kraft hat. bcu zionistischen Gedanken auch in Palästiita zur Erfüllung ztt bringen. In diesen Jahren werden die Grundlagen des jüdischen Palästitta gelegt; Schwäche und Nachgiebigkeit in diesem ersten Stadium gefährden den Sinn des ganzen Werkes und bedeuten Gefahren, gegen die später kaum Hilfe wird geschaffen werden können. Hier und gerade hier ist die Entschlossenheit der Bewegung und ihr Kampftville notwendiger als irgendwo sonst. Man sieht: alle Probleme der gegenwärtigen zionistischen Situation, das heißt, alle Probleme des Kongresses gehen auf eine letzte entscheidende Grundfrage zurück, auf die Frage des Willens zur Wahrung und Reinhaltung des zivil istischcn Gedankens und damit der zionistischen Organisation ,olß der Trägerin diese« Gedankens. Wir haben eine Epoche hinter uns, die schwach war in der Vertretung der zionistischen i

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