Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2268 (14.6.1925)
- Date
- 1925-06-14
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Heike 8 Wien, Sonntag Wiener Moraenzeitung 14. Juni 1926 M. 8868 » fadj bauliche Schäden verursachten. Im Hanse Heinestraße 33 Überschwemmten Wassermassen einige Wohnungen, desgleichen Im 18. und 19. Bezirk. Die Feuerwehr mußte einige Male vusrücken. Die Wettervoraussage meldet: Vorwiegend vedeckt, gewitterig, Neiquna zu Niederschlägen, Tempers« n r a b n a h m e. E Die Sorge für den Sommereinkauf steht vor der Tür. Acht heißt es, die richtige Quelle zu finden und sich an dkeijemgen Firmen zu wenden, die in der Lage sind, die Dame «nd den Herrn von der Konkurreuzlosigkeil der Warenangebote in Qualität, Preis und moderner Musterung zu überzeugen. Ein Weg durch die Tabor st raße führt uns an dem populären Warenhaus Brüder Schiffmann vorbei, das sich im Laufe eines langjährigen Bestandes als ein Unternehmen ersten Ranges unter der Führung des allgemein geschätzten Fachmannes Max Schisfmann bewährt hat. Im Warenhaus Schisfmann, 2. Bez., Tabor st raße 48, kann auch derjenige, dem nicht allzu große Mittel zur Berfü-' gung stehen, seinen Bedarf an Garderobe und Ausstattung decken. Ueberaus aktuell ist jetzt der als Gelegenheitseinkauf gedachte Zeitpunkt für die Sommerwaren-Sonderangeböte. Für das leichte Sommerkleid finden die Kunden reichhaltigste Auswahl in den bekannten Modeftoffen wie Crepe de Chine, Crepe maroeaini und den anderen leichten Sommergeweben, die für den Aufenthalt auf dem Lande und im Kurort in Betracht kommen. Ein besonderer Beweis für die außerordentliche Leistungsfähigkeit dieses Unternehmens: Kleider-Voile in allen Dessins und Farben per Meter nur 9800 K. Nicht zu vergessen ist auch das Lager in Chiffonen und Leinen fertiger Leibwäsche und allen Modeartikeln vom einfachsten bis zum feinsten Genre. Ueberaus preiswert sind auch die Strumpf- und Wirkwaren. Für den kommenden Herbst hat das Warenhaus Brüder Schiffmann eine mustergültige Kollektion von Teppichen, Vorhängen und Bettdecken in allen Preislagen vorbereitet, so daß der Besuch dieser Firma sich für jedermann lohnend gestaltet. * Eine Aktion für die notleidenden Künstler. Der unpolitische Wirtschastsverband bildender Künstler Oesterreichs, der alle namhaften Vereinigungen bildender Künstler und demnach nahezu alle bildenden Künstler Oesterreichs (Maler, Graphiker, Bildhaner, Medailleure und Architekten) zu seinen Mitgliedern zählt, hat unter großen materiellen Opfern ein Geschästslokal in der Mahsedergasse 4 gemietet, um «dort eine dem beengten Raumverhältnisse angepaßte Ausstellung der Werke seiner Mitglieder dauernd zu unterhalten. Der Magistrat der Stadt Wien hat dem Verband die Bewilligung zu einer Sammlung für die in größte Not geratenen Mitglieder des Verbandes in der Form des Vertriebes von Rechnungszetteln in den Restaurants, Gast- und Kaffeehäusern erteilt. Sie lauten auf den Betrag von zwei Groschen. * Schekelaktion. Das Zionistische Landeskomitee teilt mit: Die zionistischen Bezirkssektionen, Ortsgrnppen und Souderverbände werden aufgefordert. unverzüglich die Schekelabrechnungen durchzuführen. Die Gelder für'die verrechneten Schekalim sowie die nicht verkauften Schekelblocks sind termingemäß an unser Bureau äbzuführen. Wir erwarten mit Rücksicht auf die Wichtigkeit dieser Aktion eine strikte Einhaltung obiger Bestimmungen. £ Ob du in Urlaub bist, auf Reisen Ä»er gar im Bade, Vergiß das eine nicht, dann bist du gut gestellt. Nimm mit dir „C l i o s B r a u s e l i m o n a d e, Die beste Erfrischung der Welt. E Ein idealer Aufenthalt ist die Hotel-Pension „Rudolfshöhe" in Bad Ischl. Schönste Lage, von herrlichen Nadol- Daldunaen umgeben. Täglich Künstlevkonzerte. Mäßige Preise. £ Das Grand Hotel Bauer in Bad Ischl können wir allen Erholungsbedürftigen wärmstens empfahlen. Bestgepflegte Küche. Ideale Lage. Pension nur 13 S. täglich. E Erholungsbedürftige suchen mit Vorliebe die bestrenommierte Pension Lehner in Bad Ischl, Brennerstraße 19. auf. E Die Vorteile eines eigenen Heimes finden Sie in der Hotel-Pension Deigner in Baden bei Wien, Helenenstraße 71. Erstklassige Verpflegung, prachtvoller Garten. * Opfer der Badezeit. Freitag um halb 10 Ubr abends «ist der städtische Lehrer Ferdinand Haas beim Baven im Donaustrom oberhalb der Reichsbrücke ertrunken. — Am selben Tage, nachmittags, badete der 50jährige Kassier -Karl Deulich im Donaustrom oberhalb der Reichsbrücke. Er ließ seine Kleider am User und holte sie nicht mehr ah; er dürste ertrunken sein. * Selbstmord. Am 11. d. wurde bei Hainburg die Leiche eines Mannes aus dem Donaustrom gezogen. Der Tote wurde nun als der 64jährige Tischlergehilfe Alois Kiesling erkannt, der sich am 2. d. aus seiner Wohnung, Goldschlag.'traße Nr. 106, mit der Absicht, in den Tod zu gehen, entfernt yat. * Das teure Abenteuer des Japaners. Wie gestern berichtet. wurde dem in einem Wiener Hotel wohnenden japanischen Arzt Shingo Abel bei einem gekauten Abenteuer Pretiosen im Werte von 15.000 Schilling gestohlen. Seine Begleiterin, die sich Lily Lowas nannte, lockte ihn in ein Kaffeehaus und in der Zwischenzeit wurde sein Zimmer erbrochen. Die Polizei stellte nun fest, daß die angebliche Lowas die Prostituierte Karoline Kunesch ist, die den Einbvuch von ihrem Zuhälter, dem 23jährigen pastenlosen Johann Kern, während sie mit dem Japaner beisammen war, verüben ^ieß. Das Paar ist flüchtig. Rrrdioprogramm. Sonntag den 14. Juni. 11 Uhr 5 Min. bis 12 Uhr 50 Min.: Orchesterkonzert des Wiener Volksopernorchesters. Zur Erinnerung an Edward Grieg, geboren 15. Juni 1843. — 4 -iS 6 Uhr: Nachmittagskonzert. — 8 Uhr: ..Die goldene Eva", Lustspiel in drei Akten von Franz v. Schönthan und Franz Koppel-Ellfeld. An die Juden Wien»! Die Zionistische Jugendgruppe Leopoldstadt schickt ihre erste ,Mvnzah" (Arbeitsgemeinschaft), bestehend aus zirka 20 Wiener Mädels und Jungens auf Landarbeit. Dort sollen sie die nötige Ausbildung für die spätere Arbeit in Palästina erhalten. Diese jungen Menschen müssen, damit sie die ihnen ungewohnte schwere Arbeit durchhalten können, gut ausgerüstet werden. Es ergeht daher an die Wiener Judenschaft der Ruf, für diese Ausrüstung zu sorgen. Benötigt werden: Decken, Rucksäcke, Zeltjacken, Zeltblätter, Arbeitshojen, feste, derbe Schuhe oder Stiesel, Menageschalen, Eß- und Kochgeschirr, Besteck, Kocher usw. in natura oder Geld fiir deren Anschaffung. Wiener Juden! Lasset eure Jugend nicht im Stiche! Ans telephonischen Anruf (Tel. 45-5-45, Josef Singer, i. Bez., Taborstraße 23, Modewarengeschäft) oder schriftliche Verständigung werden die Sachen vom Haus« abgcholt. Die Zionistisch« Bezirkssektion Leopoldstädt, vereine. Bortkäse «ad Versammlungen. I tt d i s ch e r F r a u e n b u n d, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11/13. Dienstag, 7a8 Uhr abends. Bibelvortrag (Ezechiel 37). Mischnavortrag (Sprüche der Väter 5), Esther MieseS (Zeremoniensaal des Tempels, 9. Bez., Müllnergasse 21). Gäste willkommen. Eintritt frei. — MaimonideS-Jnstitut, 3. Bez., Hetzgasse 40. Morgen Montag. 6 bis 7 Uhr, Rabbiner Dr. A. K a m t n k a: „Die letzten Reden JesajaS". 7 bis 8 Uhr, Mose Nebnchim: „Die arabischen Philosophen*. * Jugendreferat des Zionistischen Landeskomitees. Dienstag den 16. d. findet uni 8 Uhr abends eine Sitzung in der Kultusgemeinde, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Intervention in der Knltusgemeittde. 2. Vor dem 14. Zionistenkongreß. Die Vertreter der Jugendorganisationen werden aufgefordert, zuverlässig und pünktlich zu erscheinen. Soziale Bereinigung jüdischer Aerzte in Wien. F ü rsorgeaktion für bedürftige jüdische Aerzte und Mediziner (Berufsberatung, Stellenvermittlung, Ausbildung, Emigration). Sprechstunden jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 11 Uhr vormittags im Bercmslvkal, 8. Bez., Bennoplatz 1 a. _ Bühne und Kunst. „Jas Werne Kaninchen." (Lustspieltheater.) Ist der Autor Alfred Möller ein Berliner? Die Hauptdarstellerin Fräulein Lucie Englisch? Gewiß ist, daß beide aus Berlin sein könnten. Der Humor dieses.Kaninchens gäbe einem Franzosen, verstünde er ihn, einmal wirklich das Recht, Boche zu sagen; wobei zugegeben werden muß, daß der Einfall wirklich lustig ist und es ein paar amüsante Szenen gibt. Eben deshalb wäre die Posse, auf die Hälfte gekürzt, dreimal so rasch gespielt und mit einem französischen Dialog andüsant. Das temperamentvolle kleine- Fräulein Englisch ist sehr, sehr neckisch, und wenn sie — was in Wien gewiß der Fall sein wird — mehrere Kilo aibnimmt (von geistiger Schwere ist die Rede), sehr verwendbar. Allerdings ist es ja nicht leicht, eine Nebenbuhlerin mit den Worten herabzusetzen: „Die muß immer einen Büsenhalter tragen!" In Wien sehr schwer, sÄbst vor dem Publikum des Pratertheaterchens! Herr Hörbiger war elegant, Herr Mahr routiniert und lustig, ebenso Herr Franz. In kleinen Chargen Herr Kamm auf und Grete Lohr besser als die ganze breitgewalzte Ausführung. Nein — matt sollte das Possenschreilben wirklich den Franzosen überlassen und sich in Berlin mehr an die Wissenschaft, die Kinodramen und die Automobilindnstrie halten! P. E. DOROTHEUM _ Versteigerungs - Einteilung Jeden Dl bis Fr Pretiosen; Jeden Dl Silber, jeden Mi Brülanten- und Perlenscbmuck itn Franz- Saal. Verfallene Pretiosenpfandposten der Pfandleihanstalt der Meidlinger Vorschuss- und Sparkasse, All., Mandlgasse 3, Fr. den 19. und Sa, den 20. im Franz-Saal. Qebrauohsgegenständo täglloh im Ludwiggtorff-und Kolowrat-Saal, ferner jeden Di, Do und Sa im Hoch-Saal, jeden Mo und Sa, den 27. VI. Im Franz-8aal und "Jeden Ml Im fllashof. Verfallene Etfektenpfänder der Pfandleihanstalt Gerhold & Weirich, I., Wipplingerstrasse 24, Do, den 18. VI., im Hoch-Saal. Jeden Dl schöne Wttsohe, Kleider, Anzüge, Stoffe, Pelze, Felle; Jeden Ml Photoapparate, Objektive, Mikroskope, Releszeuge, Operngläser. Feldstecher, Schreibmaschinen, Fahrräder und Nähmaschinen im Ludwigstorff-Saal. Jeden Di, Ml und Fr Möbel. Bilder, Beleuchtungskörper, Oefen und Haushaltungsgegenstände Im Qttshof. .Jeden Mo, Ml und Fr Kunstgewerbe, Gemälde, Antiquitäten und Perserteppiche im Hoch- Saal. Jaden Do schönes Mobiliar, Persertepplohe, Semäfde» Luster, Kunstgewerbe im Franz-Josef- Saal. I Automobile. Kraftfahrzeuge aller Art Do, den 18. VI. in der Uebernahmsstelle für Kraftfahrzeuge, Wien, I., Henuiohgasse 3, Tel. 71-9-31 (Zentraigarage), Briefmarken: Jeden Di, Mi und Fr Briefmarken in Sammlungen, Serien und EinzeistQcken im Versteigerungssaal der Briefmarkenabteilung, VI., Marlahllferstr. 73. BUoher: Aus allen Wissensgebieten jeden Mi, Do und Fr im Versteigerungssaal der Böcherabteilung, XI., Währlngers rasss 2. 362. Kunstauktion: Oelgemälde moderner und alter. Meister, Aquarelle. Handzeichnungen, Pastelle« Miniaturen, Antiquitäten} Graphik, Mo, den 15. und Dl, den 16. VI. im Kielmannsegg- Sant. Musik nstrumente: Violinen, Violas,Mandolinen, Harmonikas, Grammophone und Platten, Musikaüen, Fr, den 26. Vf. im Jjtdwigstorff Saal. Tsohnisoho Gegenstände! Jeden Mi Maschinen, Werkzeuge, Armaturen, Altmaterial uaw. im Versteigerungssaal, VIII,, Feldgasse 6. Bonderauktion von Praktikabein Prospekten, Blenden, Scheinwerfern, Bühnendekoratlonen, Versatzstücken, Lichtaggregaten Balustraten, Säulen, Fournier- - material, Türu. Fensterstöcken, Altmaterial usw. De, den 18. VI. um 8 Uhr vorm, und um 3 Uhr naobm., ln den Fiirnwerken, XX., Marohfaldstr. 18. (Besichtfgung 18„ 16. und 17. VI. von 9 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr). Waffen: Fr, den 19. Vf. Gewehre, Sportausrüstungen. Reit- und Sattelzeuge, Pelze, Uniformen im Ludwigstorff-Saal. Auktion: V. 8trokbaohgasso 8. , Möbel, Vitrinen, Sitzmöbel, Mignonflügel, Harmonium, Perser- und Inländerteppiche, Ueberwürfe, Bilder alter und mo,- derner Meister, Klnbgarnituren, Kassen, Bronzen, Spiegel, Orient. Kunstgegenstände, Nippes, Silber una Chinasilber uaw. Di. den 16. bis Sa, den 80. VI. im Auktions-Saal, V., Strohbachg. 8. (Schaustellung noc.i bis Mo, den 15., auch Sonntag, den 14. VI. von 9 bis Vjö Uhr). Täglich an Werktagen Schaustellungen von 1 Uhr an Beginn der Versteigerungen, wenn nichts anders vermerkt, um 3 Uhr nachmittags. Näheres durch die „Mitteilungen“ und „Nachrichtenblätter“, Das Dorotheum gewährt Darlehen In Jeder H&he auf Juwelen, Gold, Silber. Kunstgegenstände, Automobile, Bücher, Briefmarken, Pelze, Teppiche, technische Artikel und Gegenstände aller Art. Verwahrung von Juwelen, sonstigen Wertgegenständen und Urkunden in der Hauptanstalt I., Dorotheergaise 17, sowie ln allen Zweiganstalteu. Jüdisches Künstler-Kabarett Zetter.' Maat Sirene (Astorla) II., Praterstraße 60 <Arkadla]l Dienstag den 16. Juni UM 1/l9 Uhr abends Sonder-Vorstellung mit neuen gewähltem Programm. Zum Schlüsse gelangt eine Travestie von BOTUSCHANSKI zur Auffahrung Mitwirkende: Samen : Sreiblatl, Shtliitkaja a. Q., ‘Weintraub-Qraf, ‘Weissberg und Zucker. — üterren: Zeutsch, OCSrner, Meiselt, Mestel, Machbar and «Streng Zaitofjs Moskauer ftammertteater. Bevorstehendes Gastspiel am Raimund-Theater. Der Name Taiross hat internationalen Klang. 9t tm* hört in die Reihe der Reinhardt, Mayerhold, Stanislawski, die als Begründer der modernen Bühne gölten. llttib sie stehen nebeneinander, ohne sich bekäinpfeu, ohne sich ihren Ranz streitig machen zu müssen. Das will viel besagen: zunächst das eine, daß es viele Wege nach Rom gibt, und wenn sie auch mit Dornen gepflastert sind, so sind sie immerhin doch gangbar — für das Genie. Direktor M a r h o l m, der Mitarbeiter Mlexander Tairoffs. gibt uns ein anschauliches Bild von diesem Tairoff-Genie, das man nun bald auch in Wien wird bewundern können. Das Revolutionäre in Tairoffs Bühnenkunst — so erklärt Herr Marholm — besteht zunächst darin, daß Taiross die Schwächen des Stanislawski-Realismus emgesehen und die Ideen für ein zeitloses Theater geformt hat. Zunächst optisch und akustisch. Die vollständige Beherrschung ldes Körpers mit der ihm eingeborenen Rhythmik, das Kostüm, das die Körperbewegung erleichtert, die Dekoration, die sich niemals an eine Siilrichtiung klammert, sondern aus jedem Kunstwerk erst den Stil hevausholt, werden zu wichtigen Faktoren. Durch die Umgestaltung der Bühnenebene werden unerhörte Möglichkeiten der schauspielerischen Mion geschaffen. Und doch, nicht die Sprechbühne, sondern die S ch a u bühne, nicht der Schau sprecher, sondern der Schauspieler werden herausgöfordert. Im Zusammenhang mit der Dynamik der Handlung steht der Rhythmus der Musik. Daher muß die bereits vorhandene Musik rhythmisch dem Stück erst angepaßt werden, Lieder lösen sich öfter in Rezitative aus, wodurch erst die höhere künstlerische Einheit erzielt wird. Singen, frechen, Körperkultur bleiben Vorbedingungen für die neue Kunst,, die niemals zur ^Schablone erstarren kann. Ueberaus umfangreich ist das Repertoire, das mit ein und derselben Künstlerschar bewältigt wird. Den Anfang des Wiener Gastspieles macht Lecoques Opevtte „Girafle-Girosla". Es folgen: Ostrowskis berühmtes „Gewitter", ferner ,FHer Mann, der Donnerstag war" (nach dom Roman des Engländers C h e st e r t o n), em Kmoredue-Skelch, der bas. atemlose Tempo der modernen Großstadt versinnbildlichen soll. Der ganze Apparat der Tairoffschen Jnszenierungsmethode, Raumbühne, Dynamik, Musik wird hierbei zur Anwendung kommen. Also das Theater der dritten Dimension, um deren Erfindung man sich in Wien monatelang herumgestritten hat. Hoffentlich wird das Moskauer lKamtmertheater den Streit um die Priorität ad absurdum führen. Sine Gelehrtenaursprache in der Wischen Buchanrftellung zu Florenz. Florenz, 11. Juni. (I. T. A.) Im Rahmen der jetzt in Florenz stattsindenden Internationalen BuchauSstellung werden in den einzelnen nationalen Abteilungen Zusammenkünfte von Gelehrten abgehalten, in denen Referate über die Literatur der betreffenden Nation gelesen werden. Dieser Tage fand eine solche Zusammenkunft in der hebräischen Abteilung der Ausstellung statt. Der Professor für Geographie an der Universität zu Florenz, Marinelli, roserierti: Aber seinen jüngsten Besuch in Palästina. Er fand, daß in diesem Lande alles in erfreulicher Weise vorwärtsgeht. Es ist, sagte er, eine große Tatsache der Menjfchheiiskultur, daß sich in einem Drehpunkt des Orients ein Zentrum europäischer Kultur entwickelt. Italien dürfe keineswegs dieser Entwicklung gegenüber interesselos dastehen, Italiens erster Schritt in Palästina wird wahrscheinlich die Errichtung eines geographisch en Instituts sein, da ein solches in'Palästina noch nicht existiert. Rach Prof. Marinelli sprach Prof. Dante Lattes Aber die Renaissance der hebräischen Sprache und des jüdischen Nationalbcwutztseins. In Italien leitete einst i>er große Dichter und Denker Moses Chaim L u z z a t t i eine Wiedergeburt der helbräischen Sprache und Dichtung ein. Auf Luzzatti folgten die zwei Perioden der Haskalah, daraus folgte die ronrantische jüdischnationäle Bewegung. Prof. Dante Lattes charakterisierte die Denkerpersönlichkeiten Achad Ha am, Martin Bub er und die Dichterpevsönlichkeiten Bialik, Tschernichow sky, Berd itschewsky u. a. m. Er erntete reichen Beifall des gelehrten Auditoriums. Aus den rheateru. Burgtheat er. Morgen, 7 Uhr abends, «P e t. G y n t". Akademietheater. Morgen, */,8 Uhr abends „Der Liebhaber«. Staatsoper. Morgen, 7 Uhr abends, A r d a*. Schönbrunner Schloßtheater. Morgen bleibt das Theater wegen Vorbereitung der nächsten Novität „Doktor und Apotheker* geschloffen. Johann-Strauß-Theater. Täglich „D t c grobe Unbekannte".