Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2268 (14.6.1925)
- Date
- 1925-06-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 8 Wien. Sonntag!! Drei Maskeni^D |m\* München j Verl<*g A. G. o\ ^L. Jo Berlin, Wien *\v J4 j j Das Buch des Tages JUD SÜSS | Roman von LION, FEUCHTWANOER; 611 Seiten Broschiert S 10.— Ganzleinen S 13.— Derselbe Joseph Süss Oppenheimer, Geheimer Finanzrat und Kabinettsfiskal des Herzogs Karl Alexander von Württemberg, den schon Wilhem Hauff vor hundert Jahren in den Mittelpunkt seiner kleinen Erzählung gestellt hat, ist der Held dieses grossen historischen Romans. Alles Geschichtliche wird Anschauung vom stärksten Leben: die geheimnisvolle Verkettung des Schicksals von Jud und Herzog, sein Aufstieg bis in schwindelnde Höhe, sein Sturz und Ende am Galgen in einem besonders für ihn gebauten Käfig. Es ist eine der grossen Dichtungen, die ein erschütternder Spiegel des Lehens sind.! Zu beziehen durch: i j BQChbiBdtaii I. Livit (Vsriasdsbt.). Vien, >., Flilschoiarkt 1 * ii ■ ...■■■ .. siellung für die SpitalÄosten Handelt; der Erlag der Kaution *it im Paffe angumerken. * Hiezu erfahren mir von ärztlicher Seite: Die Angabe, ais ob die geforderte Kautionslegung zur Sicherstellung etwa für die spater in Wiener öffentlichen Krankenanstalteil ausraufenden Bevpflegsgebühren erfolge, ist eine leere Ausrede. Ihre Unstichhältigkeit geht daraus hervor, daß die Ausnahme von fremden Staatsangehörigen in dir Krankenanstalten <mit Ausnahme von Reichsdeutschen und Tschecho-Slowaken, mit deren Staaten Gegenseitigkeitsvertväge bostchen) nur im Falle der Spitalsbedürftigkeit und gegen Vorausbezahlung der dreißigtägigen Ber,pflegsgebühren an der Dpitalskasse erfolgen darf. Es ist bisher noch kein ausländischer Spitalsbedurftiger auf Grund der Kautionserlagsklau.se! in seinem Paß in einem Wiener Spital ausgenommen worden. Nur bei akuter Lebensgefahr wird von dieser Vorauszahlung Abstand genommen, wobei jedoch der aufnehmende Arzt die Lebensgefahr zu bestätigen hat, da er ansonsten für die erwachsenden Verpflegsgebühren aus eigener Tasche aufkommen muß. Es scheint sich also hier tatsächlich nicht um eine Repressivmaßnahme gegen jene Staaten zu handeln, die mit der Bezahlung der Verpflegsgebühren rm Rückstände sind, sondern um das Bestreben, eine bestimmte Kategorie von Ausländern mit einer Kopffteuer zu belegen oder von Oesterreich überhaupt fern schalten. Die Beiträge der Wiener Kultusgemeinde für de» geutralfriedhof. Herabsetzrmg des Bettragsantelles. Wie wir aus dem Rathaus evfahren, wird in der nächste:: Litzung des Wiener Gemeinde«, tes beschlossen werden, die Beitragsleistung der Israelitischer: Kultusgememde zu den Erhaltuugs-, Berwaltungs- und Jnvestitionsauslagen für den Wiener Zentralfrredhoif mit WirksadÄeitsboginn vom Jahre 1924 von 12,0818 Prozent auf 11,34 0 3 Pro-;eni herabzusetzen. Mitteilunge« des Bureaus des 14. Iionistenfongresses. Korrgretzbureau. Die Adreffe des Kongreßjbureaus lautet: Bureau des U. Zionistenkougreffes, Wien, 3. Bez., ÄothringeLstraße 20. Die Telegrammadresse: Eongrezkon Wien. Telephon Nr. 97-S-^S. Gsstkarten. Das Bureau erinnert nochmals daran, daß Bestellungen ans GasKarten nicht beim Kongreßbureau in Wien, fortbem nur bei dem betreffenden Landesverband, bezw. des Landesbureaus des Sondevverbamdes, eingureichen sine. Das Kongreßbure au in Wien muß unwiderruflich am 20. I w n i bereits im Besitze sämtlicher Gastkartenbestellungen sein und wird am 22. Juni nach Maßgabe des verfügbaren Raumes die Kontingentierung sämtlicher eirtgelauferren Gastkartenanmeldungen vornehmen. Nachträgliche Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Gastkartenpveffe sind nach der Gute der Plätze abgestust; diesmal werden nur Pe rmanenzkarten für die gesanue Dauer des Kongresses, inklusive, Eräßfmuvgs- und Schlußjitzung, abgegeben. Anfangs Juli geht den Bestellern seitens derjenigen Verbände, cm die sie ihre Bestellur^en gerichtet l>aben, eine Mitteilung zu, ob ihtten eine GastLarie zugeteilt werden konnte, späterhin erhalten sie eine auf Raine:: lautende Anweisung, gegen deren Vorlage sie vor Kongreßbeginn beim Kongreßbureau die für sie reservierten Karten erhalten Pressekarten. Pressekarten können in: Hinblick aus die beschränkten räumlichen Verhältnisse des Kongreßsaales nur loschen Ra dikreuren, Vertretern und Korrespondenten wichtiger jüdischer und nichtjüdffcher Zeitungen zugewiesen werden, die durch ein offizielles Schreiben ihrer Redaktion Äs beauftragte Vertreter der betreffenden Zeitung beim Kongveßbureau legitimiert iverden. Das Kongreßbureau wird anfangs J»li denjenigen, die eine Anmeldmtg eingesanidt haben, mit- _ IBfctfgg M<rRrn-ett««O. teile», ob eine Pressekarte für sie reserviert wenden kann oder nicht. Logis. Im Gegensatz zu den obigen Anmeldungen wegen Bestellung von Gastfarten sind Voranmeldungen für LogiS direkt an das Kongreßbureau „WohnungSa m t", und zwar spätestes bis 8. Juli d. I. zu richten. Hierbei ist folgendes Schema zu benützen: Herr ..... mit Frau (Tochter, Sohn) ans (Land). Ort.Straße Nr. beabsichtigt zum 14. ZiouisteNkongreß nach Wien zu konrmen und benötigt für die Zeit ton: ... bis . . . . 1925 .... Zimmer mit je .Betten. Zimmer mit einem Bett zum Preise von 6 bis 9 Schilling, Zimnrer mit zwei Betten zum Preise von 9 bis 20 Schilling. (Das Gckvünschte zu unterstreichen.) Delegierte und Gäste, die bereits in Wien Wohnung bestellt haben oder privat zu tvohnen beabsichtige,:, werden hiermit ersucht, dem Kongreßbureau dies unverzüglich bekanntzugeben. Gruppen von Personen, die den Kongreß zu besuchen beabsichtigen und ein gemeinsames billiges Quartier wünschen, werden um entsprechende Mitteilung gebeten. Alle Zuschriften rn WohnungSangelegercheiten müssen, um Schwierigkeiten jeder Art zu vermeiden, so schnell wie möglich, spätestens jedoch bis 8. Juli, beim Kongreßbureau emgereicht sein, da sonst für geeignete Zimmerreservierung nicht garantiert iverden kann. Wohnungsamt für den 14. Zionistenkongretz. Jüdische Familien, die anläßlich des 14. Zionisten kongresses an Kongreßteilnehmer Zimmer vermieten, beziehungsweise Delegierten Unterkunft gewähren wollen, werden ersucht, ihre Adressen unverzüglich dem Wohnungsamt für den 14. Zionistenkongreß, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, bekannizugeben. Kongreßpostamt. Alle Kongreßteilnchmer werden darauf aufmerksam gen:.:cht, daß sie ihre Post an das Zionistische Kongreßpostamt, Wien, 3. Bez., Lochringerstraße 20, adreffieren mögen, insbesondere dann, wenn sie nicht bereits vor ihrer Abreise in der Lage und, ihre Post an ihr Wiener Hotel richten zu lassen. Jedenfalls wird den Kongreßteilnehmern in ihrem eigenen Interesse davon abgeraten, die Post lediglich nach Wien „hauptpostlagernd" zu adreffieren, da sie in diesem Falle gezwungen stnd, sich täglich zum Hauptpostamt zu begehen und an den dortigen Schaltern zu warten. Gel-Verkehr. Das Kongreßbureau hat bei der Zentraleuropäischen Länderbank, Niederlassung Wien, ein eigenes Konto eingerichtet, auf das alle Zahlungen unter genauer Angabe der Bestimmungen, für die sie geleistet find, überwiesen werden können. Die Bankverbindung des Kongretzlbureaus wird auch bei alle» Kongreßteilnehmern zur Einrichtung von Reiseakkreditivs, Auszahlungen von Schecks, UeberweisunBverkehr, Einwechslung von fremden Valuten usw. empfohlen. Es wird bemerkt, daß die Zentraleuropäische Länderbank, Niederlassirng Wien, während des Kongresses im Konzerthaus einen Bankschalter samt Wechselstube errichten wird, und daß dortselbst auch Auszahlungen auf Kreditbriefe und Schecks erfolgen werden. ' Ausstellungen. DaS Kongreßbureau beabsichtigt vor und lvährend des Kongveffes im Konzerthause selbst eine große Ausstellung zu veranstalten. Diese Ausstellung enthält a) einen Palast i n a p a v i l l o.u, der die Entwicklung Palästinas in den letzten Jahren klar veranschaulichen wird; b) eine Ausstellung großer Wiener Firmen, die dem KongreßpMKlvm die Erzeugnisse auf dem Gebiete der Kunst und Jndilstrie Oesterreichs vor Auge:: führen werden. Mit der Leitung dieser Ausstellung hat das Kongreßbureau die Austro Pal oft ine Trading Ageney, Wien, 1. Bez., Rudolfsplatz 6, betraut. Bewerber für diese Ausstellung mögen ihre Offerte nach Möglichkeit an die oben genannte Adresse richten. Ovdner. Jin Gegensatz zum Ovdnerdienst bei der: frühere,: Kongreffen können bei diesem Kongreß in Anbetracht der großen Anzahl von Wiener Ordnernkeine fremden Ordner ausgenommen iverden. Es ist daher vollkommen zwecklos, in dieser Angelegenheit beim Kongreßbureau anzufragen, da das Kongreßbureack diesbezügliche Anmeldungen nicht berücksichtigen kann. Künstlerentwürfe. Die Mischer: Künstler werden neuerlich daraus aufiilevksa.nl gemacht, daß das Kongreßbureau bis spätestens 26. d. um Einsendung künstlerischer Entlvurse für 1. ein Delegierlenabzeichen und 2. für eine oder mehrere Postkarten gebeten werden. Das Delegiertenabzeichen soll die Form einer Äbzeichennadel haben und in geeigneter Form einen Hinweis auf den 14. Zionistenkongreß, möglichst unter Berücksichtigung hebräischer Zeichen, enthalten. 4 VeranstaHurrgskorrrttee. Da während -es Kongresses eine Reihe von Veranstaltungen geplant ist, wurde im Einvernehmen mit dem Kongveßbureau vom Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich ein spezielles BeranstaltMgskomitee eingesetzt. Interessenten mögen sich an dieses BeranstältungSkomitee. Wien, 1. Bez., Kärtnerstraße 36 (Zionistisches LandeSkomitee für Oesterreich, Veranstaltm«gsko>nitee) werden. Bureau des 14. ZionisteukongreffeS 14. Juni 1SW M. SS8tz IUWELIER ) MORIZ OESTERREICHER I. Wippllno«rt(rafi« 2t Steter Eingang besonders proittosHer Juwotsn and SUbortvaren Grosses Vhrmtaaor 5112 Eigenes Atotier Levra heilbar? Durch ein PslanKenVl. Bis vor kurzem mußte die Frage -er HeWbarke.it der. furchtbaren Leprakrankheit verneint werden. 9!un hat die amerikanische Regierung auf diesem GMete einen unerwarteten Erfolg zu verzeichnen. Das amtliche „Bnrreau oj Plant Jndustry" hat die Aufgabe, alle Pflauzci: der Welt auf chren Nutzen und ihre gewerbliche Verwertbarkeit zu untersuchen und nach Möglichkeit ihre VerpflarMug nach de,: Vereinigten Staaten zu besorgen. Diese Anstalt beschäftigt besondere Botaniker mit Spezialausträgen. So erhielt I. F. fK n dt den Auftrag, Früchte oder Samen eines siainvsischci: Baumes zu beschaffen, der bei den Eingeborenen „(£ h a u l m o o g r a" heißt und in der Botanik den Namen „Tarakiogcnos Kurz!" führt. In Jndochina und Siam wird seit Atenschengedenleu das Oel, das aus den Blättern dieses Baumes gewonnen wird, als Heilmittel gegen den Aussatz angeweudei, aber erst im Jahre 1900 wurde die Aufmerksamkeit der Europäer darauf hingelenkt. Danrals schickte der Forscher 5t n r z die ersten Proben von Blättern, Früchten und Zweigen an einen englischen Botaniker und beschrieb den Bamn erstmals. Dam: beschäftigte sich der amerikanische Chemiker Dr. Frederick Power mit dom Problem; er fand in dem Oel, bers ihm Missionäre verschafft hatten, zwei wirkungsvolle Bestandteile, die er chaulmoogrische und hywdnocarpische Säuren nannte. Diese Untersuchungen wurden nach den: Tode des Chemikers durch den Arzt Dr. A. L. Dean auf Hawai fortgesetzt. Im Jahre 1931 begann er mit der Bchandlung der Kranken durch intramuskuläre Einspritzung der beiden Säuren. Bon 200 Kranken konnten sämtliche als vollständig geheilt entlassen werden. Seitdem legte die amerikanische Regierung aus Hawai und Len Philippinen Tarak t og euos- Plan tagen an, um den Kampf gegen die Lepra nnnmchr in vollem Umfange aufnehmen zu können. Liga zur Bekömpfung der Schwindsucht in 8rez Israel. Am 8. d. fand in Jerusalem eine Bevsammlung aller Orgamsationen und Amtsstellen, welche sich mit irgend einem Zweige der sozialen Hygiene im Lande befassen, statt, in welcher die Gründung einer Liga zur Bekämpfung der Schwindsucht beschlossen wurde. Die Versammlung war außerordentlich zahlreich beschickt und auch das Geifundheits-- amt der Regierung hatte einen Delegierten entsertdet, der die Erklärung abgab, daß die Negierung die Arbeiten der Liga, die nur zu begrüßen fei, in jeder Beziehung in iveitestgehender Werse fördern urw unterstützen Iverde. Nach einem Referat über die gegenwärtige Verbreitung der Schwindsucht in Erez Israel und nachdem die Statuten der Liga beschloffeir worden waren, sprachen Dr. Rokach über „Die Mittel zur Bekämpfung der Schwindsucht und Dr. Krieger über „Die Tätigkeit der bestehenden Verbände zur Be kampfung der Schwindsucht", Die Liga hat bereits ihr< TatWil ausgenommen. Sine Gesellschaft für mathematische Wissen» schäften in Srez Israel. . In Jerusalem wurde dor kurzem eine Gesellschaft für Mathematik und Naturwissenschaften gegründet. Die Ge sellschaft hat den Zweck, durch Vorträge und Herausgabe von Arbeiten zur Verbreitung der bkzeichneten Wissensgebiete beizutragen. Zuschriften für die Gesellschaft sind zu richten>an Herrn Dr. I. Man, hobräffche Universität, Jerusalem. Der erste von Herrn Bern seid gehaltene Vortrag, der im .Hause des Professors Dr. Fodor gehalten wurde, befaßte sich mit den „Neuesten Erscheinungen aus dem Gebiete der anorganischen Chemie" und war von einoin sachkundigen Auditorium gut besucht. Sine außerordentliche mathematische Begabung. SeÄ zlve: Jahren findet in Ungarn alljährlich ei;: Wen beweib unter sämtliche:: MUtelschülem Ungarns für jede DiZziplü: statt, um aus solche Weise eine Auswahl der besonders Befähigten zu finden und die Talente ans den einzelnen Wrffensgebieten zur Spezialisierung arrzchpornen. Der Wel: bewerb ist geheim, die Teilnehmer haben ihre Arlbciten wie bei jeder Preisarbeit anonym unter einem Motto ei,:;nreichen. Die Jury hat ftir die Beurteilung der Arbeiten strenge Instruktionen, wn nicht Halbtalente zu begünstigen. In diesen: Jahr hat nun den Preis für „den besten Mathematiker unter den ungarischen Mittelschülern" der Schüler an der Bndapcst.'r Oberrealschnle in der Marko uteza Rudolf Fuchs erhalten. Rudolf Fuchs ist heute erst 16 Jahre M und ist, wie sei,: Direktor erzählt, der hervorragendste SchÄer der Anstalt. Er hat nicht nur iu Mathematik, sondern auch in hei: Übrigen Gegenständen so außewrdentliche Fortschritte gentacht, daß das Unterrichtsministerimn ihm gestattet hat, von der fünften Klasse der Realschule unmittelbar in die siebente Klasse aufzusteigen. Direktor Dr. Levay faßte sein Urteil über Rudolf!Z!uchs dahin zusammen, daß er überzeugt sei, daß der Name Rudolf Fuchs in der wissenschaftlichen Welt in abschbarer Zeit schon einen guten Klang haben werde. Fuchs hat schon int vorigen Jahre, als er noch in der fünften Klasse war, in einem Wettbewerb, an den: nur Achüler der achten Klasse teilnchmen