Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2265 (11.6.1925)
- Date
- 1925-06-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. SW5 Wien, Donnerstag Wiener Moraenzetturrg. 11. Juni W2Ü Mitteilungen aus dem Publikum. Wiadar *u haben t |4*\D BureaU: Oflg.jfam.~_ ' JwP aiiMjiUkodaiiasgg 19/2 Möbelfabrik J. Spira Feine »» WltD, III. UllillliMM ]—2 Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl Schwelghofergasse Schmutzige Wände und Plafonds in Lokalent Bureaus und Wohnungen, gleichgültig: ob gemalt, gestrichen, Stukkatur oder tapeziert, werden nach eigenem Spezial» Trocken - Verfahren ohne Störung im Betriebe, ohne Unordnung im Haus in wenigen Stunden gereinigt! ai/srzL. ai/cH, Probe Vorführung und Kosten veranschlage kostenlos und ohne Verbindlichkeit SCHAUER L WINTER Chem. Wanduna Plafond-Relnlgungs«Ans’alt I. Himmelpfortgasse 22 511 Telephon Nr. 72-9-37 GRÜNDLICHE WOHNUNGS-REIN GUNG wie: Fussbodenreibeu, -Einlassen. Abziehen. Fensterputzen. Insekten-Vertiigen etz Mm und Kunst. „Sam Fox" von Frank Roland. lRcnaiffaneebüHne.) ^cun ist das Verjüirgungsprolblom auch in Amerika populär und in Form ehin: Atilliardä-rsllontödie znm sivgreichen Lude geführt worden. Und typisch für das amerikanische Gomüt, das; hinter der lustigen Falbel ein Stück Philbiophie, ein Stück Lcbcnswahrhoit steckt, die, wenn auch pclssintistisch, von humoristischen Lichtern begslänzt wird. Josef Jarno sPiÄt den Iüngliiii-ggreis Sam Fox mit einer geistigen Uelbevlogeicheit, die für sein Schanlspielertnm charakteristisch ist; Mahr als getreidcspeknlierender Grvtzireffe trifft wundervoll die Mischung von Pfiffigkeit und Beschränkcheit; Frau Sann hat ails aitte Jungfer das Format echten Künstlertums. Die Milliardärskomödie hatte, den heißen Sont-merta-gen zum Trotz, durchschlagenden Erfolg. Jarno und seine Schar wurden nach Gebühr bchubolt. o. -r. Das 8ohann-Straub<Festtonzert im Schönbrunner Schloßhof. Das aks Vovfoier des hundertsten Geburtstages Johann Slraus;' diesen S a msta g nachmittags int Hofe des Schlosses Schönhrnun unter Leitung des Staatsöperndiraktors Franz Scho IE stattsiwdcnde Festtkon-zort ist das erste, welches die Philharmoniker im 'Freien a-usführett. MiÄvivkcnd: Der Wiener Männergesangverein. Das Progvamnt enthält mich einige nur wenig tbckanute ältere Kompositionen, wie die Walzer ,^!ordsevbilder" und „Gunstwcrber" (op. 2 des Watlzer- >konigs). Die erste Nummer des reiHlMtnzen Pvogrmumies bLdet die Ouvertüre zur Operette ,-Das Spitzen-t-uch der Königin". Die Philharmoniker werden auch zunit erstenmal den änderst Men gehörten Kaiserwalger von Johann Strarrß spielen. l Das Konzert beginnt püntlktlich 0 Uhr. Die vom Strauß- Festkomitee geladenen Ehrengäste, unter welchen sich der Bun.dc>sprcisidcnt, der Bundeskanzler, der Unterrichtsministor, der Bürgermeister, der Polizeihräsideut Hw. beifntden, werden dein Konzert von emem reservierten 2iauim o'bevlMb der großen Froitreippe auwohneii. Für das Orchester und die Sänger gelangt ein erhöhtes Podium zur?lufftellnng. Der Einheitspreis von einem Schilling wurde ans dem Grunde so niedrig gehalten, 'um weitesten Kreisen der Bevölkernng die Möglichkeit -,n dielen, sich an der Huldigung für Johann Strauß gn be- -teiligen. Aus den Theatern. Bnrgtheate r. Morgen, ^8 Uhr abends, „S t i mtit c li ans dem Dünke l". A k a d e m t e t h e a t e r. Morgen, 7a8 Uhr abends, „Al a m a N i c o l e". Schönbrunner Schloßtbeater. Samstag, 8 Uhr, Erstaufführung von „W i l d s ch ü tz". K' a m nt e r s p i e l e. Sainstag den 13. d. Erstaufführung des dreiaktigen Lustspiels „Der Myrtenkranz" von Birabeau und Dolley, deutsch von Berta Zuckerkand!, als Gastspiel des T h e a t e r s i n d e r I o i e f st a d t. Neues Wiener Stadttheater. Sonntag letzte Aufführung von „Ein B ö h m i n A in e r i k a".— Montag und Dienstag gelangt der Schwank „D t e Hochzeit ohne Bräu Liga m" (Die aufgewertete Melanie) zur Aufführung. — Mittwoch den 17. d. Erstaufführung von „S t r a u ß u n d L a n n e r". eilt Lebensbild in drei Akten von Anton L a n g e r, Musik von Adolf Müller. N a i m u n d - T h e a t e r. Montag den 1b. d. bleibt das Theater geschloffen. — Dienstag den 16. d., 7a8 Uhr, „ü i r o fl c — G 1 r o f 1 a" von Lecöcq, in der Inszenierung des T a i r o f f sch en M o 8 k a n e r K a m in e r t h e a t e r s. Die musikalische Begleitung besorgt das Orchester des Carl- Theaters. L n st s p i e l t h e a t e r. Atorgen Erstaufführung der Novität „D a s silberne K a n t u ch e n" von Alfred Nt ö l l e r. — Samstag, lj-ß Uhr nachmittags, Opernaufführnng von „F t g a r o s H o ch z e i t" urrter Mitwirkung von Darstellern und Orchesters des Schönbrunner Schloßtheaters. Für Robert Balajtlsti, das i,u Borsahre verstorbotie chc- »talige Mitglied des Bnrgtheaters und des Raimmi'd-Theaters, 'findet i>>t der Ehrenhcille des Krematorimns morgen mn 4 Uhr nachmittags eine Feier Äatt. Es gelangt ein Relief, von der Hand des Bildhauers Karl Philipp, des Schlüpfers des AdaWort-Sttfter-De'lckniales im Tür-reuischan-zpark. an gefertigt, zur EntilM'Nitia. * Serichlssaal. Der Wöllersdorser Skandal vor SerW. Auch die Beamten des Handelsministeriums vom Amtsgeheimnis entbunden. In der gestrigen Verhandlung brachte, der Verteidiger Dr. Kap vor, daß die die Genehmigung erteilenden staatlichen A >u fsichtsvrgane Zeit und Gelegenheit genug gehabt hätten, sich eingehend über die Sachlage -n informieren. Dr. Katz 'führt dann Daten an and bemerkt, daß aus all dem soniteiElar hervorgehe, daß die Regierung drei, sechs, acht Monate Zeit gehabt y ade, sich die Dingo zu überlegen nnd E rh e b a n g e n a n z n st e >11 e n. Hierauf kam der mit .der öli eder öst er re ich iscl)e n WassevkraftGl.-G. (Ltüloag) abgeschlossene Vertrag zur Sprache. Die ins Eigentum der Nöwag übergebenen Anlagen wurden vom Sachverständigen der Wöllersdovfer Werke, Ing. Eisler, auf 8,9 Milliarden Kronen geschätzt. Ter Vertrag mit der Ncwag wurde im Ministerium in Anwesenheit der Vertreter der Wöllersdorser Werke, des Soktionschefs Hillinger und der Neßvag genehmigt. Um die in Wöllersdorf uotiivendigen Jnstallatiousavbeitr>i in Wöllersdorf selbst auszuführen, wurde gmnemfam mit der 9iewag an die Gründung der El e>k t ro-A. G, geschritten. Der Angeklagte Neuhöser hebt die Vorteile der Gri'mdnng dieser Gesellschaft hervor. Die Nowag-Aktien (ihr Kurswert betrug 'ibe-M K.) sind später exekutiv verkauft worden. Zu welchem Preise? — Augekl.: Nicht exekutiv, sondern freihändig. Etwa u-m 20.000 K. Es 4var ein .Jaih-r später. — Verteidiger Dr. Preßbürg er: Soll in diesem Prozeß gegen den Angeklagten etwas gejucht werden oder wolleir wir öbsöktiv verhandeln? — Staals a n w alt: Warum sind die Wtien verkauft worden-? — Verteidiger Dr. Preß'burger: Wir wissen, daß damals alle Aktien sielen. — Vors.: Was war der Grund für den Verkauf? — A n ge El.: Die Wöllersdorser A.-G. war damals '-n großer Bedrängnis und es wurde beschlossen, sie zu verifaupeu. — Angeklagter N c um an « erklärt, daß der Verkauf im Juni 1-924 erfolgte zu einem Kurse zwischen 19.000 und 20.000. Haute stehen die 9rewag-Aktien auf 8000 K. Es wurde sodann der Vertrag über die Gri'mdu-ng der El6ktro-4l.-G. verlesen. Der Vorsitzende verliest sodann eine Zuschrift des Bnrddesministeriums für Handel und Verkchr des Jrchaltes, daß die in diesem Prozeß als Zeugen emizuverneihanenden Beamlen -des geuannten Ministeriums von der Wahrung des Amtsgeheimnisses entbunden sind. A-ttgokl. Neuhöfer: ,^Jch erklüre feierlich, daß die Abvevkänfe sach- und vertragsgemäß ehrlich dmchgosühri worden sind. — Vors.: Sie glauben also, daß sie gut verkauft halben? —. Au ge kl.: Ich kann mit Gonugtnu-ng festftellen, -daß ich höhere als die Tagespreise erzielte. Es tritt hierauf eine halbstündige Pause ein. Der Vorsitzende geht dann ans die Bssprechuug des Geschäftes mit der^G e f i a Mer. Der Angeklagte erzählte, daß es ihm gelungen sei, die Gefia, deren Direktor Flach vom Anfang an nicht sehr kauffreudig war, von 18.000 auf 31.000 englische Pfund hinaufzulizitieren. Kurze Zeit daraus kam — erzählt der Angeklagte — Mach mit dem Ansinnen, das Geschäft zu st o r n i e r e n. Auch später Plagte Mach darüber, daß er ein schlechtes Geschäft gemacht halbe. Die wirtschaftlichen Verhältnisse machten den Absatz von solchen Anlagen unmöglich, — Bor i).: Warum hat die Wöllersdorser A.-G. diese Anlage verlauft? — Ang ekl.: Um Mssig zu werden. — Vors-: Halben Sie sich keine Gedanken darüber gemacht, eine Anlage, die einen -lns cha fs nu g swet-t von 700.000 Goldg u l den hatte, um rund 3,4 Milliarden zu verkaufen? — An gekl.: Ich habe dafür vier Milliarden erzielt. Da ich die Anlage nicht brauchte, nmßte ich uiich mit dom Werte äbfinden, den die Anlage hat, wenn utan sic abbrichi, mit dem M at e r i a l w ert. Ich mußte -mir als Kaufmann sagen, daß eine derart -komplizierte Anlage a b g e r i s s e u n >n r c i -it Dritte l kosten-kann. — Verteidiger Dr. Preßb u r g er stellt fest, daß der Verkauf der Anlage an die Gicfia vorteilhaft war. Er stellt diesbezüglich nvrte Beweisanträge. Der Staatsanwalt spricht sich g e g e n die ibesondere Durchfülhrnug der von Doktor Pveßburger gestellten Beweisanträg>e aus, da kein Anl-aß bestehe, das Beweis-verfahren ztl zerftückelu. Morgen wird die Bechandlung fortgesetzt. Der Jovvelmord von Miesenbach. Das Urteil eines Jndizienprozesses. Ans W i e u e r - 9t e u stadt wird uns berichtet: Gestern ist hier ein Schwurgevichtsprozeß tvvgen D o P p e lm o rd e s zn Ende gegangen. Angeklagt tvaren die Bauernsöhne Franz und Rupert Reuscher ans ^ieusiedl sowie die Nichte der Ermordeten, Marie Stangl. Die Erstgenannten, so wird cntf Grund von I n d i z i eu bohaupt-et, sollen den 58jährigen Bauer Franz Panzenböck und dessen 74jährige Schwester Josefa in Miesenbach mit der Axt erschlagen zu haben. Äugest iste t soll sie die Stangl haben, die als Nichte des Panzett-böck sich nach dessen Tode die Wirt-schaft erhoffte, auf die sie dann mitihrem Bräut-igain, dem Franz Reuscher, gezogen tväre. Alle drei Angeklagten erktärten sich nichtschuldig. Nach den Piaidoyers des Staatsanwaltes und des Verteidigers zogen sich gegen halb 0 Uhr die Geischivornen zur Beratltng zurück. Nach einer mehr als zweistültvigen Beratung erschienen sie wiover int Saale und ihr Obmaitn verkündete folgenden Wahrsprnch: Die erste Hauptfrage bezüglich Franz R e u s ch e r s auf M v x d vor »de mit neun Stimme ü verneint ltnd v r e i S t r m men bejah t. Die zweltt Hauptfrage bezüglich Rupert R e n s ch e r s ans B e i h i l f i zum Mord gegen Franz Panzenböck wurde mit zwölf Stimmen vernein k, die Frage auf Beihilfe bei der Evinordnnr der Josefa Reuscher mit elf gegen e i n e S t i m m e v e rne i it t. Die Frage aus A nst i f t u ng znul Mord bezüglich der Marie Stan-gl wurde nrit elf gegen eine Stinrmc vern-üint. Dagegen bejahten die Geschwornen die Eventualfrage auf Meuchelmord bezüglich der Marie Stangl mit acht gegen vier Stint men. Die Eventual frage ans enfern-te Mitschuld bei Franz Renscher ivurde mit sieben gegen fünf Stimmen bejaht nnd die Frage ans entifernte Mitischult des Rupert Renscher init acht gegen vier Stinmnen verneint Das Verdikt rief im Saale das größte Aufsehen hervor In seinem Strasplaidoyer erklärte der Verteidiger Doktor Reichardt: „Ich werde alles dar«»setzen, um diesen it it e rhörte n I u st i z i r r t n in aus der Well zu schassen!" — Die Angeklagte Stangl geriet in einen förmlichen Verzweiiflungs-Tobsuchtsansall. Sie warf sich aus den Boden, schlug mit .Händen und Füßen um sich, wobei s« schrie: „I ch 'bin u a s ch u l d i g! Ich habe n i ch t s g et a tt!" Dieser Vsrztveifl-nngsansbruckprief im And i t o r i nm eine nngcheiire Erregung hervor. Die Leute sprangen auf, es mußte die Taalwache einschreiten, um Ruhe herzustellen. Der Gerichtshof hatte sich in-zwifchen zur Urteilsberatuna zurückgezogen. Die Stangl wurde von OhtlMachtsa»fällen be-' fallen. Dann schrie sie wieder gellend: ,^ch habe nichts getan! Ich bin unschuldig, so wahr ein Gott im Himmel ist!" Der Vorsitzende, Hafrat S t r a ß gs ch w a « b t n e r, verkündete sodann das Urteil, mit welchem Marie Stangl wegen M c n ch e l m o r d c 8 zu neun Jahr e n schweren Kerkers, verschärft mit hartem Lager und Dunkelhaft an jedem Jahrestage der Tat, verurteilt wirb, die Brüder Franz und Rupert Reuscher dagegen freigesprochen tverden. Dr. Reichard-t utePdete die N i ch t«i gke i t s b es ch w erde an. Vom Gang herein hörte nr-an die gellenden Rufe und das Wimmern der Stangl: „Ich bin unschuldig! Ich habe n-.chis getan!" In großer Erregung verließ, das zahlreiche Auditorium den SchwU'vgcbichtssaal. Der beleidigte Schulbücherverlag. In dem Prozeß, den der Leiter des österreichischen Schulbücherverlages, Negierungsrat Franz Drechsler, und der Präsident des Verlages. Doktor Llugnst W o t t a w a, gegen den Sportschriststeller und Herausgeber des Jahrbuches für Wintersport, Emil Peege, wegen Ehrenbeleidigung erhoben hatte, kam es nach Cinvernähnte der Sachverständigen über Anregutrg des Richters, Oberlandesgerichtsrates Dr. Fuchsig, zu einem Vergleich. Peege gab eine unrfassende Ehrenerklärung ab, worauf das Verfahren gegen ihn eingestellt wurde. Die Remuneration der Prokuristen der Depositenbank. Das Gewerbegiericht unter Vorsitz des Landesgerichtsrates Doktor E tz beschäftigte sich mit einer Klage, die der ehemalige Oberprokurist der Allgemeinen Depositenbank, Wilhelm Sp r inge r, gegen diese Bank auf Zahlung einer Remunerati-on von 2600 Schilling ei-ngobracht hat.' In der Klage wurde attsgeführt, daß die „Funktionäre", das sind Prokuristen, Oberprokuristcn, Direktor-Stellvertreter, für die Jahre 1921, 1922 und 1923 besondere Remunerationen erhalten hätten, während die Auszählung einer Remuneration für das Jahr 1924 verweigert werde.'Die Beainten -der angeführten Kategorie hätten durch zwei Vertrauensmänner im Jahre 1921 mit dett Direktoren Berkowitz und Muntendorf verhandelt. Das Ergebnis dieser Verhandltmgen sei die bindende Zusage des DirektvrS Muntendorf gewesen, den Funktionären eine besondere Remuneration auszuzahleu. Direktor Muntendorf habe damals auch versprochen, daß die Remuneration in kemem Falle niedriger sein werde als die letztbezahlte. Demgegenüber wendete die Depositenbank ein, daß kein klagbarer Anspruch auf die Remuneration vorliege, daß die Zahlungen für die Jahre 1921 bis 1928 als freiwillige Zuwendungen anznsehen seiet: und daß ittsbrsonders mit Rücksicht auf die bekannten Geschäftsergäbnisse des Jahres 1924 der einge-klägte Anspruch nicht begründet sei. Die seinerzeit als Vertrauensnränner der Beamtenschaft, welche die Verhandlungen geführt hatten, fungierenden Beamten bestätigen als Zeugen die behauptete Vereinbarung. Auch Direktor Atuntendorf, der als Partei einvernommen wurde, da er. noch dem Vorstand der Ban! angehört, gab den 2lbschluß einer Vereinbarung zu und fügte über Befragen des Richters noch bei, daß die VereMbarung nicht etwa auf das laufende Geschäftsjahr beschränkt war. Auch habe er die Einschränkung, daß die Remuneration nur beim günstigen Geschäftsgang bezahlt werdett soll, den Unterhändlern gegenüber nicht zum Ausdruck , gebracht. Auf Grund dieser Beweisergobnisse hat das Gewerbegericht die beklagte Bank zur Zahlung -der Remuneration und zunt Kostett. ersatz verurteilt. Diese Entscheidung präjudiziert die Rentutterationsansprüche von beiläufig 60 ehemaligen Beamten der Allgemeinen Depositenlbank. Zwei Fabrikanten wegen Brandstiftung verurteilt. Atts Prag wird berichtet: Nach viertägiger Berhandlmtg ivurde da- Urteil in einem attfsehetterregettden Neutttscheilt-er Brandstifiungsprozeß gefällt. Angeklagt waren die Inhaber der Tuchfabrik Wilhelm Oman in Neutitschein, Philipp Munk und Artur Löbel ivegen Verleitung zur Brandstiftung und Versicherungsbetruges, ferner der Apprettermeister der Fabrik Johann O n d r a c e l ivegen Brattdstiftu-ug. Am 22. Oktober 1924 brannte die Fabrik Ontan ab. Die beteiligten Versicherungsgesellschaften zahltet: an die beiden Inhaber eine Etttschädigtmgssumme von zwei Millionen tschechischen Krotten atts. Später wurde -der Verdacht rege, daß -das Feuer zun: Zwecke eines Versicherungsbetruges gelegt worden war. Ans Grund des Verdiktes der Geschwornen wurde Ondracek vott der Anklage freigesprochen, lvo,gegen die Angeklagten Munk unb Lobe! zu acht Monaten und elf Monaten schweren Kerkers bedingungslos verurteilt wurden Der Verteidiger der bden Fabrikanten erhöh die Nichtigkeitsbeschwerde. Nadioprogramm. Donnerstag den 11. Juni. 11 bis 1 Uhr: O r ch e st e r k o n z e x\ des teuer S y m p tz o rt i e o r ch e ft e r s. (Leitung Kapellmeisters Anton Konrath.) — 4 bis 6 Uhr r Nachmittags« konzert. 3m Zeichen der Rose. — 8 Uhrr „Der Meine>d» bauer-, Volksstück in drei Akten von Ludwig Anzengruber - i ^8013918