Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2263 (9.6.1925)
- Date
- 1925-06-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5563 Wien, DierrZtast Wlenee Beilt 5 0. M5 finden Wolf ans Warschau abgereist. Konferenz«« über die polnisch-jüdische Verständigung. (Eigeudienst der „Wiener Morgenzeitling".) Warschau, 8. Juni. Mr. Lucien Woks hatte in den letzten Tagen Konferenzen mit beit Deputierten Dr. Thon und F a r b st e i n, Dr. W i n a w e r, Rabbiner P e r lm utte r. Ferner fand eine Konferenz zwischen bem polnischen Außenminister Skrzynski und dom Unteririchtsminister Stanislaw Grabski mit Lucien Wolf statt, die sich mit den Problemen der polnisch-jüdischen We r sta nd ig u ng-befaßte. Dabei wurde auch die Angelegenheit der Revision der Monopolkonzess innen berührt. Die Konferenz wurde heute bei einem Frühstück fortgesetzt, welches Außenminister SkWnski zum Abschied Mr. Wolfs gab. Ueber diese Konferenz äußerte sich Wolf Vertretern der Presse gegenüber dahin, daß er den Eindruck habe, die polnische Regierung habe V e r st ä n d n i S für die Wichtigkeit einer jüdisch-polnischen Verständigung und sie zu Kamst r o m i s s e n bereit. Heute ist Mr. Wolf von Warschau nach London a bg e r e i st. _. Rücktritt der volnischen Innenminister». lEigcndienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschom, 8. Juni. Bei der Erörterung der Frage über die durch den Rücktritt des Vizepremrers Thugutt entstandenen Nachwirkungen auf die Zusammensetzung des Kabinetts Grabski stellten die S oz ialdemok ra te n die Forderung nach einem Wechsel rm Jnncuminffterium, von welchem sie ihre Stellung zur Regierung abhängig machten. Am Hinblick darauf hat der Innenminister Rata j skr, um der Regierung keine Schwierigkeiten zu bereiten, seine Demission gegeben. An seine Stelle wird kern Politiker, sondern ein Beamter, wahrscheinlich einer der gegenwärtigen Woiwoden, treten. Als Kandidaten werden der frühere Regievungsdelegierte in Wilna Roman und der Woiwode von Bialystock Dembkowski genannt _ Die jüdische Nationalversammlung in Erez Israel. ' Jerusalem, 8. Juni. Das Präsidium des Waad Leumi hat die Einberufung der dritten Sitzung der Assefath .Haniwcharim für den 15. d. beschlosien. Aus die Tagesordnung wurden gesetzt: 1. Rechenschaftsbericht des Waad Leumi, 2. Wahlgesetz, 3. Terminfestsetzung für die Wahl zur zweiten Assefath Hanijwcharim, 4. der Stand der Alijah und Arbeit int Lande, 6. Erztehungsfragen, 6. Jewish Agency, Zionistische Exekutive und Waad Leumi, und 7. Wähl eines neuen Waad Leumi bis zum Zusammentritt der zweiten Assefath Haniwcharim. Der Merkas Chaklai hat beschlossen, die landwirtschaftliche Konferenz für ton 5. IM emzuberufen. Die Konferenz soll in Haifa stattfinden. Konferenz der christlichen Missionen ln Jerusalem. Berlin, 8. Juni. (I. T. A.) Der Vorsitzende des internationalen Missionsrates und Generalsekretär verschiedener christlicher Weltverbäiche, der Amerikaner Dr. John Mott, weilte dieser Tage in Berlin und konferierte mit Führern des deutschen Missionslebens über schwebende Fragen. Es ist geplant, im Frühjahr oder Herbst 1927 in Jerusalem eine internationale Konferenz der Vertreter der heimatlichen Missionsbehörden, der Missionäre und der Führer der werbenden nationalen Eingeborenenkirchen abzuhalten. Polizei gegen die Mische Flagge in Palüftina. Jerusalem, 6. Juni. (I. T. A.) Ain 3. d., dem Geburtstag des britischen Königs, wurde in Jerusalem an verschiedenen Orten neben der britischen Flagge auch die jüdische nationale Flagge gehißt. Trotz der früher lbökanntgegebenen offiziellen Norm, daß die zionistische Flagge nicht als die Flagge eines ausländischen Staates gilt und deshalb die Verordnung über die Hissung ausländischer Flaggen atls sie keine Anwendung findet, schritt die Jerusalemer Polizei gegen die zionistische Flagge ein und forderte jüdische Hausbesitzer auf, sie zu entfernen. Auch die Zionistische Exekutive wurde in halboffizieller Fovnt verständigt, daß es wünschenswert wäre, die zioniftischert Fahnen vorn Gebäude des .Hauptbureaus zu entfernen. Die Exekutive erwiderte, wenn schon die Fahnen weggeschafft werden müssen, so möge die Polizei dies selbst besorgen. Der ganze Vorfall hat unter der Judenschaft Palästinas großes Aufseherc und Proteste hervorgerufen. * Eine Jerusalemerstraße zu Wembley. Die am 4. d. erschienene Flugschrift der britischen Neichsausstellung zu Wembley widmet bem Palästinapavillon einen großen Rauni. Es wird festgestellt, daß der vorjährige Erfolg des Pavillons so beträchtlich war, daß er in diesem Jahre eine große Ausdehnung erfahren mußte und jetzt noch nicht allein den früher von Cypern besetzten Raum, sondern auch noch einige weitere Hatten einschließt. Das Innere des Pavillons gleicht einer Jerusalemer Straße, die Angestellten tragen palästinensische. Kostüme, so daß man sich ganz nach dem heiliflen Lande versetzt glaubt. Eine besondere Abteilung ist den jüdischen Kolonien gewidmet. Ausgestellt sind auch die berühmten Weine von Rlschon und Karmel, Tabake von seltener Qualität und auserlest,rem Aroma, die berühmten Jafsgavstlsinen usw. Man sieht die iemenitischeil Inden, bei ihren, Handwerk. Das Kino der westasrlkamichen Abteilung zeigt zweimal wöchentlich der, neueste,, Palastmafilm, Mitteilungen aus dem Publikum. m«Mr tu »•»«■! Bureau: OHi.ihm. ' JvB wun.um.anaflaaisit m Zu haben in allen besseren Schuhgeschäften u. Warenhäusern Cngrot Vorkauf! Brüder Zug, I., Bück rtfratto 3 Lord Pearsted in den Grafenstand erhoben. London, 6. Juni. (I. T. A.) Die Ehrenliste, die am 60. Geburtstag des englischen .Königs veröffentlicht wurde, enthält auch den Minen von Lovd Beavsted, der zum Viscount erhoben toorden ist. Bisco,rnt Beavsted tvar bis zum Jahre 1921 als Sir Markus Samuel bekannt; 1921 erhielt er den Titel des ersten Barons Beavsted. Er steht jetzt im 72. Lebenssahre. Er ist der Pionier der britischen Oelindustvie und Begründer des Shell-Transport und der Trading-Company, einer der größten PetroleurnHandelsgesellschast der Welt. Seit vielen iJahren ist er Londoner Ratsherr, 1894 bis 1895 fungierte er als Schcrif. 1902 bis 1903 war er Oberbürgermeister (Lovd Mayor) von London. Seine PairSwürde erhielt er für hervorrageitde öffentliche Dienste. Er ist auch Besitzer hoher a>rMndHscher Orden. Viscount Bearsted ist Vizepräsident der Liga der 'britischen Juden und widmet sich viel jüdischen, wohltätigen und religiösen Zwecken. Bor einigen Wochen präsidierte er der Jahresversammlung der jüdischen Mutierschaftsgesellschast, deren? Präsidentin Lady Beavsted ist. Albert Einstein. Aus Südamerika zurückgekehtt. Aus Berlin wird gemeldet: Pros. Dr. Albert Ei nste i n ist von seiner dreimonatigen Reise ans Brasilien nach Berlin zurückgekehrt. Boi seiner Ankunft in Hamburg hatten sichnaben seinen nächsten Angehörigen zahlreiche Vertreter der Presse, insbesondere der ausländischen, eingefunden. Der Gelehrte lehnte jedoch) die Wünsche der Journalisten um eine Unterredung ab. Prof. Einstein hat iit Montevideo, Rio de,Janeiro und anderen Städten Brasiliens Vorträge über seine Relativitätstheorie gehalten nnd war Ehrengast zahlreicher wissenschaftlicher und anderer Vereinigungen. Die brasilianische Akademie ließ zu seinen Ehren eine Denkmünze prägen. - Dar Ergebnis des Markenbader Schachturniers. Rubinstein und Niemzowitsch mit je elf Zählern Sieger. Marienbild, 8. Juni. Die st,'steril zu Ende geführten Hängepartien ergaben folgende Ergebnisse: Dates siegte 'gegen QpcenSktz, * indem er feimen Q-nalitentsvorteil zur Geltung brachte. Thomas remisierte mit»Dates, der sein Bauernübergcwicht zum Gewinn formieren konnte. In der heutigen letzten Runde des Schachturniers gewann T o r r e in einem Damenbauernspiel gegen P r z e v i o r k a, Opoeenski gewann in einer englischeit Verteidigung gegen H a i d a. Die Partie Niemzowitsch — Spielmann endete remis. S ä m i s ch remisierte gegen Thomas, N a t e s verlor gegen R u b i n st e i n. Die Partien M a rshall-Neti, G r tt n f e l d - M i ch v l und I a n o ws k y - T a r t a k o w e r endete remis. Das Endergebnis ist somit.: In den ersten und zweiten Preis teilen sich N i e mz o w t t sch und R n b i n st e i u mit 11, in de» dritten und vierten Preis Marshall und T o r r e mit 10 und in den fünften und sechsten Preis R 6 t i und T a r t a k o w e r mit 97a Punkten. Dann folgen Spielmannmit 8l/a, Grünfeld mit 8, A a t e s mit 8, O p o c e n S k y mit 6'/», P r z ep i o r k a und T h o m a L 6. I a n o w S k y, S ä m i s ch b'/„ M i ch e l i 37, und Haida mit 27, PsiN kten. Eine Fenersbrnnft in Satoralia-Ltheltz. 55 Häuser eingeäschert. AuS B u d a p e st wird berichtet: Zn der Stadt S a° t o r a l j a - U j h e l h ist eine großeFeuerrbrunst ausgebrochen. Der Brand brach um 11 Uhr vormittags in einem Haufe im oberen Teile der Stadt aus und griff infolge des h e r r s ch e n d e n S t u r m w i » d e 8 rasch um sich, so daß alsbald die Häuser von vier Gassen, darunter der Hauptstraße, in Flammen standen. Die Feuerwehren der benachbarten Orte lvurden zur Hilfe herbei« gerufen. Gegen 4 Uhr nachmittags waren 5 b Häuser abgebrannt. Der Brand erstreckte sich - schließlich auf die Häuserblocks von sechs Straßen. In den Abendstunden konnte das Feuer soweit lokalisiert werden, daß nur noch 1 5 H ä n s e r i u Flammen stehen. Erst spät abends konnte der Brand gelöscht werden. Der Schaden beläuft sich auf m e h r e r e M i l l i a r d e n. Menschenleben sind k e i n e zu beklagen. zionistischer Iugendtag in der Slowakei. Die .Zentralstelle für zionistische Jugendarbeit irr der Slowakei und Ka r Pa t h o r u ß la n d veranstaltet einen Ingeudiag, der am Samstag den 27. d., abends, in Preßdurg in feierlicher. Weise eröffnet werden wird. Mit der Tagung ist auch ein Blnmeutag zugunsten des Jüdisch.',, Nationalfonds und ein großes T n r n- und S p o r t f e st verbunden. : Die Begrüßung findet im Spiegelsaal des Primatialgebäudcs in Vrcßburg statt. Die Festrede wird Herr Dr. Nahum G o l d m a n n (Berlins Hallen. Die Be ratuivgen leitet .Herr Dr. Oskar N e u :n a»n. Int Rohme» der Tagung findet auch eine Handarbeiten - und Bn ch a u sst elln'ng statt. W i c n, 9. Juni. * Aerstlich« Nachricht. Herr Tr. Alfred Loewp, Fm., ar.st für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe, ist von seinem Urlaub;u rück gekehrt und ordiniert wieder täglich von 2 bis 4 Uhr, 9. Bez., Alscrstraße (Tel. 27 3-01). * Di« ersten Stadtvahneritaleisungen. Die kurze Betriwszeit der elektrifizierten Stadtbahn hat bereits zu Entgleisungen geführt. Sonntag mittags gab es im Rangierbahrvholf Michekbeuern den ersten Fall, der nur eine Bctricibs Verzögerung im Geiolge batte. Gestern ist in der Nähe der Haltestelle Gmnpendorferstraße, gegen 7 Uhr abends, ein mittlerer Waggon eines Sladtbahnzuges m,s dem Geleise gesiprungen. Dadurch trat eine kurze Verkehrsstörung ein. Drei Fahrgäste, die gagen die Waggonwand geschleudert wurden, wurden' leicht verletzt. Zwei wurden in ihre Wohnungen gebracht. Die dritte Person konnte sich allein entfernen. - * Ein Schubertpark. Sonntag vormittags wurde der aus dem aufgelassenen Währinger Ortsfriedhof geschaffene Schubert-Park durch Bürgermeister Seitz eröffnet. * Das Wetter. Auch gestern vlicb cs heiter und kühler, nur in geschützten Tällagcn wurden mittags höhere Temperaturen erreicht. Die Tagesschwankung der Temperatur ist in den nteisten Stationen sehr groß. Die Voraussage lautet: H e i t c r, starke .nächtliche A b l n h l n n g. Fortdauer des herrschenden Wette-rcharakters. * Opfer der Badezeit. Sonntag ist der achtsährigc Bolks - schüler Karl K ö ck, Apostelgnsse 0 wohnhaft, beirr Baden i,n Doitaukanal in der Freudenau ertrunken. — Gleichfalls beim Baden bei den Schiffmühlen ertrank der ISjährige Adkllf Michalek, Staudgasse 76 wohnhaft. * Hundert Personen ertrunken. Aus Deracrn; (Mexiko) wird gemeldet: Bei der U cb e rschwe mm u n g im Geibiete von Tehnantepec sind unggfahr hundert Pc r - s o n e n c r t r n n k e n und m e h r e re Dörfer z e r st ö /, worden. * Die Lebensmittelmärkte. In der Großmarkthalle, wo .die Fleischimporte sich andauernd in bescheidenen Grenzen bewegen, smd auch gestern bloß acht Waggons eingelangt. Ter Verkehr war vorwiegend ruhig. In den Preisen ist gegen Samstag eine Veränderung von Belang nicht zu konstatieren. Hingegen wurde der Naschmarkt trotz Wochenbaginn günstig beliefert. In allen Gemüsesorten mit Ausnahme von Spargel, der sich im Preise billiger stellte, sind Preisverschiebungen gegen die Vorwoche nicht eingetreten. Kirschen, die gestern knappere-Zufuhren aufwiesen, waren in Anbetracht der besseren Qualität bereits in, Laufe des Vormittags ausverkanft. Sowohl Kirschen wie anch Erdbeeren gehen Tag für'Tag int Preise zurück. * Ein wichtiger Behelf für die Hausfrau sind die verschiedenen Oetker-Präparate mit dem „hellen Kopf" als Schntzutarke, die sich außerordentlicher Beliebcheit erfreuen. In erster Linie ist Dr. Oetkers Backpulver ein vorzüglicher Ersatz für Hefe, Hirschhornsalz, Pottasche usw., die es darin übertrifft, daß der Teig nicht sauer-wird, nicht sitzen bleibt und die Bäckereien und Mehlspeisen keinen unangenehmen Geschmack haben. Ferner wird durch das, Backpulver. viel Zeit erspart, da der längere Gährungsprozeß, der bei der Hefe durchgemacht werden muß erspart wird. Durch Berwendung des Oetkerschen Backpulvers kann auch an anderen Zutaten zu Mehlspeisen, wie Eiern und Butter, bedeutend erspart werden. Eben solcher Belicblheit wie das Backpulver erfreut sich Dr. Oetkers Banilmzucker, der bei der Bereitung von Biskuit, Creme. Buchteln, Dalken usw. wertvolle Dienste leistet,- ferner Dr. Oetkers DanillinPuddingPNlver, das die Zubereiiung von Puddings fördert. Dr. Oetkers Regina-Speisegelatine, ein unvergleichliches Hilfsmittel zur Zubereitung von Geles aller Art. Auch die übrigen Oetkerschen Präparate sind in der Küche unentbehrlich. * Heiratsbeitrag. Seitens des Kranken- und Unkrstützungsvereins der Brodyer in Wien, 2. Bez., Nvvaragasse 41, gelangt alljährlich aus seinem Jakob und Charlotte Schapira- Fonds an eine bedürftiges aus Brody stanunende. Braut ein Heiratsbeitrag zur Verteilung. Bewerberinnen wollen ihre ent sprechend belegten Gesuche beim Vorstand des obigen Vereins bis längsten 31. August d. I. einreichen. * Schmuck um 30.000 Schilling ans einer Berlassenschaft gestohlen. Am 9. September 1924 starb in ihrem Hause. 5. Bez.. Bacherplatz 14, die Bankierswitwe Camilla L e'vy. Als das Erbe ausgenommen wurde, kamen die Erben zur lieberzeugung, daß aus der. Berlaffenschaft Juwelen und sonsti.re Wertsachen in der Höhe von vielen Millionen fohlten. Als Täter wurden die 46jährige Hausbosovgerin des Hauses, Hermine B og l, die Frau Lcvh in ihrer schweren Krankheit pflegte, sowie ihre, beiden Kinder, der 19söhrige Infanterist Alfred iind die 14sührige Hildegard eruiert. Sie halben Juwelen und Wertsachen in der Höhe von etwa 30.000 Schilling gestohlen. Ein Teil der Beute un Werte von etwa 10.000 Schilling konnte zustandegobracht werden. . ' * Der Raubmord auf der Landstraße. Gestern nachts hat die Mörderin Haide r. nachdem sie den ganzeil Tag in den Verhören wiederum eine Mitschuldige zu bositzen vorgogoben hatte, sich zu einem neuerlichen Geständnis entschlösse n. Sie erklärte ganz freimütig, daß sie sich scholt mit Vorbedacht und in der Absicht, die Frau zu töten, bei Frau Mitura cingefunden hat. Allerdinas fügt sie Hinz», daß sie sich doch eine Helstrin werben wollte, tvas ibr aber nicht gelungen sei. Die gerichtliche O e s f n u n g d e r L e i ch e der Frau Mitura wurde am heute verschoben. * Die Selbstmörder. Die 20jährige Hansa eh ilfin Albine T o m a n n wurde gestern früh in der Küche ihres Dienstortes in der Wickenburggasse tot ausgefunden. Die Küche war mit Leuchtgas erfüllt und der Waltdhahn stand offen. Es liegt Selbstmord vor. — Im Hose des Hauses Reiillaasie 30 wurde gestern abends cin Mann erhäitgt anfgofunden. Er soll 5 a t t e l m a v e r heißen. * Prof. Dalmann — 70 Jahre alt. Prof. Dr. Gustav Hermann D a l m a n n, Ordinarius für alttestamentliche Theologie an der Universität Greifslvald früber Borst-'her des Deutschen evangelischen Instituts für palästinensische Altertumswissenschaft in Jerusalem, vollendet am 9. d. sein 70. Lcbensfahr. Er war von 1881 bis 1887 Lehrer für Altes Testament und praktische Theologie am Seminar in Gnadenseib, später Direktor des Delitzschinarnzmts in Leipzig und 1895 außerordentlicher Professor für Hebräisch und Aramäisch an der dortigeil Uitiversität. 1902 begründete «r das genanllte Institut in Jerusalem, dessen Leitung er bis zu seiner Berufung nach Greifswald iunehatte. Zugleich bekleidete er das Aint eines schwedi'- schetl Generalkvltsllls und dänischen Konsuls für Palästina und Damaskus. Außer zahlreicheil thevlogtschen 2christeil hat er ein arailiäisch-llerchebräiichcs Wörterbuch und eine Grammatik des valästmettsischen Aramäischverfaßt. Auch das jüdisch-deutsche Volkslied hat er zum Gegenstand eiugchender Studien gernacht. 22792499