Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2262 (8.6.1925)
- Date
- 1925-06-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Er. M2 Men, Montag Kur daun, wenn sie mindestens ein erwachsenes Kind haben, das schwere körperliche Arbeit ledsten kann. 2. Leute, die bereits vor der Einwanderung körperliche Arbeit geleistet haben, wie zum Beispiel Handwerker, eignen sich bester als frühere Kaufleute oder Bureauangestellte. 3. Leute auS Dörfern oder Kleinstädten sind bester als Leute aus Großstädten. 4. Bon größter Wichtigkeit ist die Frau. Tüchtige und anspruchslose .Hausfrauen bedeuten fast sicher einen Erfolg, ebenso wie untüchtige oder anspruchsvolle Frauen einen Mißerfolg währschevnilich machen. 5. Wenn irgend möglich, soll der Ansiedler, bevor er seine eigene Wirtschaft beginnt, mindestens ein Jahr als landwirtschaftlicher Arbeiter in Palästina arbeiten. Wo dies unmöglich ist, soll er wenigstens einen erwachsenen Sohn nach Palästina schicken, damit dieser die Arbeit erlernt, bevor der Vater nach Palästina kommt. Am besten würde es fein, tvenn die Söhne in dieser Zwischenzeit unter Leitung eines Instruktors das Land für die Ansiedlung ihrer Morn vordere iten und die Wirtschaft einrichten. 6. Sehr wichtig ist, daß die Ansiedler, die in derselben Siedlung in Palästina wohnen wollen, sich nicht fremd sind, weil dies sicher bald zu Zwistigkeiten -in der Siedlung führt. Das beste ist, wenn Gruppen von 60 bis 100 Familien sich zusammen ansiedeln, die sich bereits in ihrem Herkunftsland,: kennen gelernt haben und die gleichen Gewohnheiten und Anschauungen in ihre nene Siedlung mitbringen. 7. Di« Ansiedler sollen auf Boden des I ü d ischeu National fonds als Pächter angesiedelt werden, weil sie auf diese Weise ihre ganzen eigenen Mittel für -die Errichtung ihrer Gebäude und für die Evtverbung des Inventars fveihalten. Auch wird auf diese Weise die Möglichkeit einer Bodenspekulation ausgeschaltet. 8. Wenn der Siedler selbst die für die Errichtung der Gebäude, Anschaffung des Inventars, des Saatgutes, für Lbensunterhailt bis zur ersten Ernte nötigen 700 Pfund nicht hat, soll der Keren Hajestod ihm in der Form eine« Hypothek auf feine Gebäude ein Darlehen von etwa 200 Pfund geben. Die e i g e n e n M i t t e l, die der Siedler «ach Palästina bringen muß, werden deshalb mindestens 600 Pfund betragen müssen. 9. Die Siedler, die ja meistens bereits aus den Iugendjahren heraus und Väter von Kindern sein werden, sollen nur in solchen Plätzen angesiedelt werden, die bereits assaniert, vor Ueberfällen gesichert und nicht zu -weit von Verkehrszentren abgelegen ist. Auch soll die Arbeit nicht außergewöhnliche körperliche Anstrengung verlangen (Gegensatz zur Ehaluzimansiedlung). 10. Außer der üblichen gemischten Wirtschaft -soll als Wirtschaftsform die Anlage einer Orangenpflanzung von 15 bis 20 Dunam mit Luzerne als ZwischenVultur und mit Milchwirtschaft und Geflügelzucht in Betracht gezogen werden. Hierzu dürfte (einschließlich der Gebäude) ein Kapital von etwa 1400 Pfund nötig sein. Mindestens zehn Siedler sollen sich zu einer Gruppe vereinigen und unter Leitung eines Fachmannes ihre Pflanzungen selbst (oder durch ihre Söhn-e) anlegen. Wenn der Siedler selbst 1000 Pfund beisitzt, soll ihm der Keren Hajestod in der Form einer Hypothek auf Boden und Gebäude bis 400 Pfund leihen. Noch bester wäre es, wen« unter Führung und Beteiligung des Keren Hajestod für diese Darlehen eine Agrarbank gegründet werden könnte, an der sich auch privates Kapital beteiligt. Da Orangen der rentabelste Zweig der palästinensischen Landwirtschaft sind, dürfte hier die Sicherheit für Kapital und 'Zinsen, die das private Kapital verlangt, gegeben fein. Trotz aller obigen Kautclen ist es sicher, daß nicht alle bemittelten Siedler Erfolg haben werden. Es ist eben in dielen Fällen 'für Leute in reiferem Alter unmöglich, sich auf die ganz anderen Berhältniste, die sie in Palästina antreffen, umzustellen. Aber es würde schon ein Erfolg sein, wenn wenigstens die größere Hälfte dieser -bemittelten Siedler sich in die Landiwirtschast einlebt. Die übrigen werden dann eben ihre Wirtschaft anderen, besser qualifizierten Siedlern abtreten müssen. Der Unterschied in den Forderungen, lvelche die Zionistische -Organisation für die Ansiedlung bekrittelter und unbemittelter Siedler stellt, würde also darin bestehen, daß die bemittelten Ansiedler, die mindestens 600 Pfund eigenes Kapital besitzen, sofort oder nach einjähriger Dorbereittrng Boden und Kredit erhalten und nach Möglichkeit in „leichteren" Plätzen angesiedelt werden sollen, ivahrend die unbemittelten Elemente in der Regel erst zur Ansiedlung gelangen, wenn sie eine fünf- oder mehrjährige Arbeit in der Landwirtschaft hinter sich haben, und zwar eine Tätigkeit, die, wie zunr Beispiel bei den ersten Okkupations-- und Drainagearbeiten, mit Gefahr für Leben und Gesundheit verknüpft ist. Die Berechtigung dieser verschiedenen Behandlung der bemittelten und unbemittelten Siedler . ist darin gegeben, daß der unbemittelte Siedler im Falle seines Mißerfolges das Geld der Zionistischen Organisation verliert und daß deshalb die Organisation größere Sicherheit für feine Eignung haben muß, wie sie durch vorhergehende vielfährige Arbeit in der Landwirtschaft in Palästina gegeben ist. Der bemittelte Ansiedler dagegen riskiert in erster Linie sein eigenes Geld und die Zionistische Organisation kann deshalb in diesem Falle in be^ug auf die Eignung fee£ Siedlers nachsichtiger feiu und sich auf die Vorsicht des Siedlers selbst verlassen. In vielen Fällen ist es bei Verhandlungen mit Gruppen bemittelter Leute, welche sich in Palästina ansiedeln wollen, schwer festzustellen, welche Mittel die Leute besitzen. Die Angaben der Siedler über ihre Mittel sind häufig übertrieben oder ganz unbestimmt. Das kenn seinen Grund, ' __Wiener Morzen-etlrm-.__ in der Absicht haben, durch solche Angaben di« Aussichten für die Ansiedlung zu verbessern. Es tonn aber auch darin begründet sein, daß der Siedler fast niemals fein Vermögen in barem Golde vorrätig hat, sondern in Waren, Gebäuden, Maschinen, aus stehenden Forderungen, und daß es sich im voraus selten genau sagen läßt, welchen Barbetmg die Liquidation dieser Vor« »nögensiverte ergeben wird. Es ist der Zionistischen Exekutive in Palästina fast niemals möglich, in die Vermögens-Verhältnisse jedes einzelnen Ansiedlers emzudringen und seine Angaben zu verifizieren. Andererseits muß eme Getvähr dafür geschaffen werden, daß der Ansiedler wirklich die ertvahnte Mindestsumme von 600 Pfund besitzt, weil er int anderen Falle in Palästina sehr bald Schiffbruch erleiden oder der Zionistischen Organisation größere Lasten aufb'ürden würde, als diese zu tragen imstande ist. Ms ei» Mittel zur Abhilfe schwebt uns hier vor, daß die Siedler, sobald ihnen der Jüdische Nationalfonds di« Ueberlastung von Boden zusagt, dem Jüdischen Natümalfonds 250 Pfund für jede Familie einzahlen. Da zwischen dem Erwerb des Bodens und dem Zeitpunkt, in welchem der Boden für die Besiedlung reif ist, gewöhnlich e i n I a h r vergeht, so haben die Siedler Zeit, innerhalb dieses Jahres ihre Liquidation zu beenden und mit den weiteren 260 Pfund nach Palästina zu kommen. ' Mit diesen 250 Pfund sollen sie sofort den Bau eines massiven Wohnhauses und Stalles beginnen. Sobald diese fertig sind, sollen sie darauf von der Zionistischen Organisation ein hypothekarisches Darlehen von 200 Pfund bekommen und außerdem soll der Jüdische Na-tionalstmds ihnen die früher eingezahlten 2Ü0 Pfund zurückzahlen, sobald sie dieselben für die Anschaffung des Inventars nötig haben. Was wollen-die *1 Zionisten-Revisionisten Oer Wiener Repräsentant der von Jabotinski geführten oppositionellen Gruppe, Herr Dr. Norbert Hoffmann spricht heute Montag, 8. Juni 1925, 81/, Uhr abends im Gald „Sächsischer Hof', IL, Taborstrasse 46 (Souterrain) über Programm und Taktik dieser Gruppe. Anschliessend Diskussion. Eintritt frei. Zionistische Bexlrkssekflon Leopoldstadt. Es ist kein Zweifel, daß die kolonisatorische Aufgabe der Zionistischen Organisation viel leichter wäre, wen» sie überhaupt von der Ansiedlung unbemittelter Leute absehen und von jedem Siedler ein Minimum von eigenem Kapital verlangen könnte. Bei Beginn der zionistischen Kolonisation, zum Beispiel bei Begründung der Farm Kinereth, hoffte man, daß die in den Arüren beschäftigten Arbeiter durch besonders angestrengte Arbeit mehr als ihren Lebensuntevhali verdienen und auf diese Weise allmählich ein kleines Kapital ersparen würden, das dann ihr Beitrag zu den Ansievlungskosten sein würde. Aber diese Hoffnung hat sich als trügerisch erwiesen. In den allerseltensten Fällen haben sich landwirtschaftliche Arbeiter etwas erspart. In der Regel tvar ihr Verdienst in der schweren Konkurrenz mit dem nichtjüdischen Arbeiter so gering, daß sie knapp den nackten Lebensunterhalt decken konnten. Diejenigen, die neben der Eignung zur Landwirtschaft auch eigene Mittel mitbrachten, waren verschwindend wenig. Nach dem Weltkrieg hatte der ökonomische Zusammenbruch der Juden in Osteuropa zur Folge, daß die nach Palästina auÄwandevnden Chaluzim oft nicht einmal die Reisekosten nach Palästina ausbringen konnten und jedenfalls in Palästina ohne jegliche Mittel anlangten. Es blieb also für die Zionistische Organisation kein anderer Weg, als entweder auf die Ansiedluwg dieser Elemente, die durch ihre Begeisterung und Arbeitsfähigkeit das beste Menschenmateriäl für di« AnsiMung waren, zu verzichten, oder -ihre Mittellosigkeit als notwendiges U e b e l mit in den Kauf zu nehmen. Die Zionistische Organisation hat sich zur zweiten Alternative entschlossen und sie hat es nicht zu bereuen. Denn diesen Elementen ist es zu verdanken, wenn einneu^rGeistder ArbeitS frendigkeit und der Liebe zur Landwirtschaft in Palästina eingezogen ist und wenn heute eine Kette von neuen aussichtsreichen jüdischen Siedlungen im Emek Jesreel existiert. Aber es wäre falsch, aus dem, was unter dem Zwange der Berhältnisi« notwendig und nützlich war, ein Prinzip zu machen und zu sagen, daß die gänzlich unbemittelten Ansiedler die einzig geeigneten seien. ES bleibt fraglich, ob di« Einwanderer, di« in der nächsten Zeit auS Osteuropa kommen iverdenimmer auf derselben.Höhe deS Charakters und der Begeisterung stehen Ivevden wie die Chaluzim der letzten Jahre, die eine Elite darstellen. Man muß sich darauf gefaßt machen, daß, je größer die Einwanderung »wird, sie den Charakter der Elite verliert und sich mehr dem Durchschnitt nähert. Sehr wichtig ist es dann, sich bei dev Auswahl der Kandidaten für die landwirtschaftliche Ansiedlung nicht lediglich auf die Charaktereigenschaften zu verlasien, sondern den Ansiedlern von vornherein finanziell mit seinem Erfolg und Mißerfolg zu verbinden. Wenn jetzt ein AnsiMer, der keine eigenen Mittel in seine Wirtschaft hin-vingesteckt hat, schlecht wirtschaftet, so wird er vielleicht gezwungen sein, die Wirtschaft aufzugeben und erleidet eine moralische Demütigung unter seinen Genoffen. Aber m a t e r i e l l hat er davon kernen Schaden, vielmehr trifft der gesamte Verlust die KolonisattonSgesellschaft. Würde der Ansiedler sich auch nur in einem kleinen Maß«, sagen wir mit 10 Prozent, an den Ansiedlungskosten beteiligen und würde ein etwaiger Berlnst zunächst fein« eigen« 8. Juni 1928_ GM > gung treffen, fo würde dies für ihn eine Mahnung sein, erst dann für eine Ansiedlung zu kandidieren, wenn er genügend Erfahrungen und Kenntnisse dafür angesammelt hat. Es würde für ihn auch eine ständige Warnung -bedeuten, in seiner eigenen Wirtschaft vorsichtig und wirtschaftlich vorzugchen, da bei einem Mißerfolg sein eigenes Kapital verloren gehen würde. In den Kreisen der palästinensischen Arbeiter besteht zivar noch eine gewiffe Skepsis darüber, ob es möglich fein wird, Kandidaten für die Ansiedlung zu finden, die sowohl die persönliche Qualifikation als auch ei-grne Mittel in der oben erwähnten Höhe besitzen. Andererseits ist es aber auch den Arbeitern klar geworden, daß die Stellung der Ansiedler zu der Kolonisationsgesellschaft ein viel besiere wäre, wenn sie ihr nicht völlig unbemittelt, sondern mit einem gewissen Betrage eigenen Kapitals als Kandidaten für die Ansiedlung gegenübertreten könnten. O e t t in g e r, der lang jährige Leiter der zionistischen landwirtschaftlichen Kolonisation, ist der Meinung, daß, wenn es dem einzelnen persönlich qualifizierten Kandidaten nicht möglich ist, eigene Mittel aufzubringen, es doch vielleicht der Gesamtheit der Kandidaten mit Hilfe der Arbeiterorganisation möglich wäre. Der Gedanke hat noch kerne definitiven Formen angenonrnren. In groben Umrissen läßt er sich jedoch folgendermaßen skizzieren: Die landwirtschaftlichen Arbeiter, die nach Palästina kommen, sollen Mitglieder einer Arbeiteransiedlungsgesellschaft werden und sollen dieser Gesellschaft monatliche Beträge in Höhe eines Tagesverdienstes leisten. Die Gesellschaft soll außerdem von den Arbeiterorganisationen in und außerhalb Palästinas Spenden oder Darlehen zu erhalten suchen. Aus dem so angesammelten Kapital soll die Gesellschaft denjenigen ihrer Mitglieder, die mit ihrer Zustimmung zur Ansiedlung gelangen und einen gewissen Mindestbetrag eigener Kapitals haben, den Rest bis zu 10 Prozent der Ansiedlungskosten als langftistiges Darlehen mit mäßigen Zinsen zur Verfügung stellen. Wenn dieser Gedanke verwirklicht wird, so würde zwar der einzelne Ansiedler nur mit einem geringen Betrage eigenen Kapitals' beteiligt sein. Aber das Darlehen, das er von der Gesellschaft bekommt, ist doch ein Darlehen, das ihm von seinen Genossen gegeben wird, und er wird deshalb in höherem Maße der Kontrolle dieser Genossen unterworfen und ihnen moraldsch verantwortlich sein. Vom Standpunkt der kolonisierenden Institution würde dieser Einschuß von 10. oder 15 Prozent der Ansiedlungskosten selbst sicherlich sehr erwünscht sein, und die zur Gründung der Gesellschaft zielenden Bestrebungen sollten deshalb in jeder Weise gefördert werden. Ein wichtiger Gesichtspunkt hierbei ist der, daß, wenn auch 10 oder 15 Prozent keinen großen Betrag ausmachen, sie doch den 85 oder 90 Prozent, welche die Ansiedlungsgesellfchast gibt, eine erhöhte Sicherheit verschaffen. Es wird dadurch viel eher.inöglich sein, die landwirtschaftliche Ansiedlung auf eine geschäftsmäßige Basis zu stellen. Wenn, wie beabsichtigt ist, -er Keren Hajeflod aus sich heraus einen besonderen Kolonisationsfonds gründen/und aus diesem alle landwirtschaftlichen Darlehen geben will, so wird dieser Kolonisationsfonds diel eher berechtigt sein, auf Grund der von ihm gewährten Darlehen auch seinerseits Kredite in Anspruch zu nehmen, wenn seine Darlehen wenigstens durch ein kleines Eigenkapital des Siedlers go» sichert wird. , Anleihe und Allsbauorganisation. Bon B. Handl, Men. In der kürzlich stattgehabten Konferenz über das Bodenpvoblem in Palästina wurde mitgeterlt, daß zur Anschaffung und Vorbereitung des für «inen Ansiedler nötigen Bodens ein Betrag von 1000 Pfund erforderlich sei. Wenn man dabei annimmt, daß hierin auch die Beträge enthaften find, welche zum Hausbau, zur Anschaffung des Bichs und der Utensilien, kurzum alle Erfordernisse für einen Ansiedler inbegriffen sind, und wenn man bedenkt, daß in Palästina -bereits 6000 Chaluzim darauf warten, a-ngesiedelt zu werden, daß in Europa weitere 14.000 Chaluzim zur Einivanderung bereit sind, für welche^ die gesamten Aiisiedlungskoisten aufgebracht werden müssen, daß ferner eine größere Anzahl von Immigranten vorhanden ist, die, obwohl sie einiges Kapital mitgebracht haben, dennoch nicht in der Lag« sind, sich aus eigener Kraft angusiodeln und denen mt Krediten geholfen werden muß, so kommt man bereits auf so hohe Beträge, die es jedem klar machen, daß die zum Aufbau nötigen Summen auch unter Aufbietung aller Kräfte und -bei weiteren, noch größeren Erfolgen der Sammeltätigkeit durch Spende«! nicht aufgebracht werden können. Will man daher auch nur einigermaßen den Enforderniffen Nachkommen, dann muß man notgedrungen zur Anleihe greifen, und zwar nicht zu einer kleinen, welche kaum die dringendsten, mvmentanen Bedürfnisse decken könnte, sondern zur ausgiebigen großen Volksapleihe. Hat nun eine solche große Artleihe Aussicht auf Erfolg und unter welchen Modalitäten? Es sind zweifellos auch unter uns Juden Kapitalien vorhanden, die Anlage und es ist nicht einzusehen, warum eine nationale iulagernöglichkeit, die dasselbe hiebet wie irgend eine andere Anlagemöglichkeit, nicht mindestens ebenso beliebt fein sollte. Nur müssen wir eben auch dasselbe bieten können. Da ist vor allem die Sicherheit, die wir für unsere Anleihe gehen können. Wenn die Anleihe dazu verwendet wird, um zunächst den gesamten Boden, der zum Verkauf gelangt, auf-- zukaufen, ferner um den erworbenen Boden so vorzubereiten, daß seine Uebevgabe an den Bebauer unter der Voraussetzung möglich ift daß dieser normalerweise. t a