Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-06-05 · Heft 2259 (5.6.1925) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2259 (5.6.1925)
Date
1925-06-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981344--22975-3010444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

v> Nr. WA Wien, Freitag Wiener Morftenzeilung. 5. Juni 1926 Seite S , M i e it, ß, Juni. * HofratHeMg. Der Dun-deSpräsident hat bc.nt Vorstand; m StoiwstrchchenamteS uttib Leiter der SraatSkorrefpondsin. Real«run>stSrat Emst HetlUfl , bcn Titel eines H-ofrateS : venwhen. * Sterdefall. Die Beanstiu der ,/Wiener Morgenzeitltltg", Doni Katz. wurde vor: einem Wveren Bereust betroffen. Ihre Mutter, Taube K a tz - H e N n e r, ist ocftern nach laustem Leiden, 60 Jahre aM, gqtorben. j * Todesfall. Der Direktor i. R. der UniversitätSbi'tzliothe'k, ' Hofrat Professor Dr. frankfurter, hat einen schitveren Betlnst erlitten. Seine Gattin Sophie, geborene Chase8.! eine Cousine des Oberrabbiners, ist gestern rrn Mer voll : iSO Jahren nach langem, schweren Leiden sanft entschlafen. Mit - dem Gatten betrauern zwei Töchter und ein Sohn chr Hinscheiden. ' * Ruhe an den Hochschulen. Gestern wurden die Wiener Hochschulen wieder geöffnet. Der Lcgstimationsziivang wurde i streng eungehalten. (Ls ereigneten sich Leinerilei Zwischenfälle.! ' * Ein« Szene auf dem Südbahnhof. Wir haben in unserer Numer vom 3. ib. Wer eine Szme berichtet, hie sich bei der tagsvorher erfolgten Abreise dorr Chaluzirn nach Ercz Israel M dom Süldibahnhofe adsweilte. In den Mitteilungen, die MS itber die Vorgänge gom-acht wurden, wurde als der Beainte, desian.Benehmen den ElhaluOm und ihrer Bogleituna gegenüber rn unserem Bericht ausführlich goschildert iviiwoe, der Vorstand, Herr Stöckl, genannt. Wir wir nun feststellen konnten, war Vorstand Stöckl damals, nicht auf dein Südlbahrchofe anwesend, sondern der antisemitische Exzeß wurde von den: Obervüvidenten B ä u m e r verübt, der damalls als iPlatzloster die Obliegenheiten des abivesenden Vovstcmdes zu evfüllen hatte. Wir stellen demgemäß fest, daß alles bei der Lschildevung dieser widerlichen Szenen Gesagte dom Ober« revidenten Bäumer gilt und ergänzen die Beurteilung, die seine Ausführung bei allen beim Vorfälle Anwesenden orsaihren hat, sowie unsere Whara-kterisienurg dieses Mcktrittes dahin, daß besagter Oberrevident Bäumer seine Schintpfexzesse nicht etwa aus angeborenem antisemitischen Instinkt verübt hat, der «den Miliderungsgrund verminderter ZurechnunstsfLhigkeit davstellen würde, sondern aus jeuer Sucht des R e n ega ten, seine Wtstaimmmg durch PöbüsieieN gegen die Sphäre, der tt entstammt, möglichst zu verbergen. Besagter Bäumer «ist - nämlich stehend getauft Md das erst vor kurzer Zeit. Erst vor einigen Wochen war sein Name in den auch von uns veröffentlichten Austritten aus donr Judentum zu lesen. Es tut uns leid, daß durch eine Verwechslung der Name des Vorstandes Stöckl mit den widerlichen Exzessen des Täuflings Bäumer, die der überall vovkommenden Ronegatemnoval entsprungen sind, in VeMndung gebracht wurde. Der Oberrevident Bäumer sei hier der Hm und seinesgleichen gebührenden Verachtung preisgegeben. * Jüdisches Realgymnasium, Wien, 2. Bez., Castellezgaste 35. AninÄdtm-gen «für die erste bis siebente Klasse täglich zwischen 12 und 1 Uhr. , * Jngendgottesdienst. Der JuaendgotteSdienst für die südische Schuljugend findet, wie die Kultusgemeinde mitteilt, am SamtStag den 6. d. uim 3 Uhr nachmrttags in den Gemeinde- und Bezivkslshnagogen statt. * „Die Mutter." Soeben' ist das ■ 10. Heft der Hailbnlonatsschrift ,^Dio Mutter" erschienen; aus dem reichen Inhalt wäre besonders m erwähnen: Dr. Hans Heidler: ^Hygiene der Menstruation"; Dr. Emanuül Bevghoff: ,,Die sogenannten ZahnuldgSkranöhoiten"; Dr. Irma Hilft-Schniever: „Wohin geht man mit den Kindern a«u«fs Land?"; Dr. Else Hofinann: „Das Kind in der bildenden Kunst"; Dr. Erwin Wexberg: ,-Fovmen der Emichung"; ferner eine Beilage für u nsere Kn:dc r, „Die Kindevstulbe". Das Blatt, das nur 30 Grojschen Lostet, ist in allen Trafiken und bei allen Kolporteuren erhältlich. Abonnement bei der lAdministration, Wien, 9. Bez., Univerlsitätsftvaße 6—0. * 35V neue Wohnungen in Meidling. Der Stadtsenat hat gestern 'beschlossen. in Meidling (Klahrgasse, Steinlbauergasse, Aßunahergasse und Löngenfeldgasse) eme große Wohrrhansanllage zu errichten. Nach den Entwürfen werden auf diesem Baublock 25 Häuser errichtet, die 350 Wohnungen enthalten werden. Die voraussichtlichen Kosten der neuen Wohnhausawlage sind 4,990.000 Schilling. * Die Sonntagsruhe in den Tabaktrafiken. Gestern fand in der Volkshalle eme stark -besuchte Versammlung der Trafikanten^ statt. Der, Präsident des Reichsvevbandcs, Kommerzialrat Löffler, berichtete über die Bestrebungen -der Berschleißerinnen, welche als Schlußziel die völligeSonntagSrnye mit, gleichzeitiger Einstellung der SonntagSblatter beinhalten. Unter Anerkennung der sozialen Berechtigung der Forderungen der Berschleißerinnen erklärte er, daß die Kürzung der Verschleißzeit oder gar die vollständige Sonntagsruhe für die Trafikanten, abgesehen von einenr sehr empfindlichen Verlust beim Verkauf der Tabakwaren. den völligen Verlust -des Zeitungsgeschäftes bedeuten würde. Irr Vertretung der Bereinigung der Wiener Tageszeitungen erklärte Direktor Sabetay, daß die Wiener Tageszeitungen nnter allen Umständen gezwungen sind, Hre Blätter auch an Sonntagen erscheinen zu lassen und im Falle einer Schließung der Wiener Trafiken an Sonntagen, respektive bei einer Kürzung -der Verschleißzeit gezwungen wären, für einen anderen Verschleißapparat VorsoWe zu treffen, dein naturgemäß auch der Zeitungsverkauf an Wochentagen nicht verwchrt werden könnte. Der Obmann des Gewerkschasts- -kartells der graphischen Arbeiter, S e st a k, -betonte, daß die derzeitige Lage des Zeitungsgeschäftes es unmöalich mache, an eine Einschränkung des Zeituugsbetriebes zu denken. Cr nimmt auch gegen die Gerüchte Stellung, daß die Buchdruckereiangestellten auf feite»: der Trafikangestellten um die Sonntagsruhe känvpfen. Zu dieser Erklärung sei niemand berechtigt gewesen. Es wurde schließlich einstimmig eine Resolution aiM-rwmmen, in der sich me Trafikanten ganz elttschioden dagegen verwahren, daß, solange die Wiener Tageszeitungen an Sonntagen erscheinen, an den bestehenden Sormtagsverschleißzeiten gerüttelt wird. * Das Wetter. Gestern morgens war es noch vielfach beniölkt. Die Morgente-lnperature»: betrugen »:ur 10 Grad. Die Voraussage lautet: Meist heiter, etwas wärmer, sommerliches Schönwetter voraussichtlich einige Tage andauernd, in ein bis zwei Tagen bei stärkerer Erwärmung wieder lokale Gewitterreigen. * Die Lebensmittelmärkte. In der Großmavkthalle hat sich gestern Ri>:dsleisch int GroMandel neuerlich verteuert. Hirrgegcn wurdlm Kälber »:nd Kalbfleisch -m: Preise h erabg es eh t. — Der Nafchmar-kt wies gestern <mf allen Gebieten bedarfdeckende Z»:f:chren auf. Kohlrüben, wie auch italienische Fvilihkartoffeln habe»: sich in: Preiise verbilligt, alle anderen Gemü!sesort-en notierten lote a»n Vortage. Der Verkchr war gestev»: nicht besonders lebhaft^ dluis den: Obst markt wäre»: Kirschen und Erdbeeren in genügenden Mengen. Die Orangeu^nfuhre»» dürften bald ganz aufhören. * An die Besitzer reichsdeutscher Häuser! Heute, 7 Uhr, abe»:ds, fiiubet »nt Kanfu:ä»n»ischen Verein, 1. Bez., Johaiuresgasse 4, 1. Stork, eine ZnsMl-menknnft der Be-siper reia)sdeutsa)er Häuser statt, um gegen das im?lnf»vert»rngsausschuß des den-tjÄe»: R-eichstages zur Berai-nng vorliegende?i»i-fwertungsgeseß Stellung Pt itcjbuui», inSbesorrdere die rück- UMepde MMrtuW der Apotheken zu belkänchfen, Mitteilungen aus dem Publikum. xu htttoun! Buretu: vm, um. SMiBAsit m * Streik der Aufzugsmonteure. Die A-rbefter nnd Morrienre der Wiener Aufz-ugssabrkken sind gesterr: wegen unerfüllter Lohnforderurtg«,: in den Streik g e >t r «t e n. Es körunrn daher bis.zur Beiloäurtg des Lohnkonflivtes Außzugsntomcogen und Reparature,: nicht zur Durchfühvirng gelangen. * Steckbrief gegen einen Betrüger. Da§ Wierrer LandeSgericht hat ganzen Len 3Siährigen Kauifntann Josef Fürst, zu Saaz geboren, emen Steckbrief wegen Betruges erlassen. Er hat wiederholt mindertvertige oder gänzlich wertlose SachdLnwVilisierungSfllltor mit hochtvertigen Schäyttngsattesten verfchen, ii'ber sie fingierte Rechnnngen ausgestellt und auf diese Weise einer Artzahl von Dar-lohelrögobevn hche DarilehenSistummer», die in gar keinem BerhälttriS zum wirklichen Wert deS Pfandobisöktes sta»:den, entlockt. Der von ih»n verursachte Schaden wird auf weit mehr als 100.000 Schilling geschäht. * Ein ertrunken Gesagter zurückgekehrt. Es wurde berich iet, daß der 18jäl)rige VerwalturtgSgehilfe Karl Roßmüller sich am 31. Mai vom Harlfe mit der Absicht enrtifcnrt hat, i»t Klosterneuimrg baden zu gchcn lind daß die Bosürchiuitg bestehe, er sei ertrunken. Nur: hat sich hcrausgcstellt, daß Roßmüller am 1. d. »vohkbehalte»: nach Hanse zurückgekehrt ist. * Vier Personen vom Blitze getötet. Ueber Rudegnnd in Steiermark ist, wie das „Grazer VolllSblatt" nteldet, ein schtveres Gewitter mit Wolke»:bruch niodergan-gcn. Dabei schlug der Blitz in einen Biruba-un», unter welchem mehrere Persollei: Z»sucht gesucht l>atben, ein urch tötete dr ei Menschen auf der Stelle. Ei»: vierter wurde so Wver verletzt, daß er feinen Verletzungen int ivemgen Stunde»: erlag. * Die Hohe Warte in Flammen. Morgen abe»uds vera»:- ftalten die Brüder Pintv auf den: Sportplatz Hohe Warte »hr MbichiedSfotterwevk. Unter anderem wird mch die Schönbrunner Gloriette -in strahlendem Lichte erscheinen. Die Preise bewe-gei: sich Mischen 5 bis 40.000 Kronen. * Wieder ein jüdisches Städtchen abgebrannt. Das Städtchen Jeziod-S-abieu w»:vde, wie I. T. A. meldet, ein Raub der Flamuren. 50 jüdische Hauser brannten alb, 120 jüdische Familie»: sind obdachlos. Das Elend ist unbeschreiblich. Bon Warschau w»:rdc eine Hilfsaktion eingelei-tet. »Me und Kunst. „Florenra." (Deutsches BolkStheatvr.) Der Jll'bel, »velcher Tho»na8 M a n r: vorgvster»: im Drutischet: BoKscheat-er eniigegcnf-choll, war Da»»k für reiche Dichlergaben eines gesammelten, starken »uw verantwortungsvollen Geistes. Jeder mag an ein a»t!bctc§ Werk gedacht habe»:, - als der vorneh»»:-en»ifachc Dichter, dessen fü»ufzigster Gebllrtstag an diessm Abend gefeiert wurde, vor der Rampe cvschien. Der Referent schwelgte »:och in: Nachgeuuß der zwei Idyllen „-Herr und Hund" ,:r:d „Gesang und Kindche»:", die »h»i: vor drei Jahre»: die töstlichsten Stunde,: der Ferie»:wochen brachte»:. A»:laß zur der herzliche»:, stürnuischci: Dankeskltnügchung bot die.Aliif-sührung seiues vor 21 Jahren cntiftiaubcncn Dramas „Fiorenza", das sein e-inziges >gelbliciben ist. Ei»: auSggzeich- »:-etes Bllch — aber kein taugliches Bührtenwerk. Die Ereignisse gehen durchaus hinter der Sizene vor sich. Bis a»:f den Tod des Lorenzo de Medici, dcsse»: Zc»:ge man arn Schluß des sehr laugen dritten Aktes wird, ei»: Theaterabend, der sich ans dialogisierten Berichte»: zusam-»nensetzt. Mer freillich, welch eine Ku»:st deS Berichtens! Ei»: wu»:derbarer, in seilter Prägnaitz und Schörtheit u-nvergleichl'icher Essay über das Florenz der Mediceer uud des Savonarola ist dieses Werk. Klarer und sicherer läßt sich die Rertaissance nicht charakterisiere»:, als dies dem: „Sänger des Mediceerruhms", Poliziano, im ersten Akt glückt: „Alles ist neu goworde»:, cht »rnabsohbares lockendes Reich vor: StudiLn, vergesse»»e»: und n-t-c geahnten, tut sich vor uns auf. Die kreißenide Erde göbiert -uns Glücklichen die Schörche-itSschätze des Alterkunts. Belehrt und befreit freut sich das Eirtzeilwelso»: seilter persörtlichei: Art. Starte und reu-elose Taten werden mit Ruh»:: gekrönt. Uuschuldig, -aller Hütten und Fesseln ledig, schreitet die Krntst d»»rch die Laude rn:d jedes Di»»g wird geadelt, das ihre Firtger bcrM)rt." Dieser Welt tritt der Sittenrichter gagelmiber, die Begierde Savonarolas, „die Geister für sich zr: gvwinne»:", seine „Habsucht nach Mensche »»herzen". Man sicht de»: neuen Herrn vor: Florenz aufsteigen. Aber auch schm: ein dritter späterer Erbe ist gelkennze-ichiret, die rohe Kraft, der Bizeps ohne Schvllheit u»:d Geist, der Epigone -der Mediceer.; Dieise fei,: geschliffenen Essays zu sprechen, ist stärkste Belastung der Schanspieler. Sie haben in Ehren besta»:den. JnSbesortdere jene drei, die bewähren müssen, was der Dichter auS dem Mrutde sicherer mit gefährlich charakteristischen Sätzen ülber sie sagen ließ, bevor sie au-ftreten, nämlich Lovenzo de Medici, die Fiore und der Prior Girolaino. Es ist ein großes Ltzb .fau Erika W a g»: e r, Albert Heine u»:d Ferdinand Onno, daß man »licht errttänscht ist, wenn man de»: vor: ihnen verkörperten Gestallten begegnet. Vortrefflich Herr Feld- Hammer als trotzig-roiher Ungeist und bemerkenAvert die Leistultgen der Herre»: S o l t a -»:, S h a l l »uch H a d a n k, der sich diesmal mit Glück uin «frischen, ivohlpointievten Ko»:- versatioitSto»: bemühte. O. A. Grundsteinlegung für das debrSifche Mater kn rel-Awlw. Aus Jerusalem wird unter den: 2. Juni gemeldet: Heute san-d in Tel-Äwiw die feierliche Grmtdsteinlegurug des zu erbauelude»: hebräischen Theaters statt, das auf -dem im H a n d w e r k e r v i e r t e l gelegenen, vor: der Sta-dtderwalt»l»lg u u e n t g e l t l i ch überlasserrer: Grnndftück errichtet wird. An der Feier nahm ein großes Publikum Lttts allen Teiler: der Bevölkerung, teil. Es wurden mohrere Rederr gehalten, in denen die Bedeutrmg des Theaters für die Förderung.der Kultur und die Entwicklung der hebräischen Sprache im Lande'betont'wurde, Aas de» Matern. Burgtheat er. Morgen, */,8 Uhr abends, „Der SchleierderBeatriee". Akademietheater. Morgen, */,8 Uhr abends, „Soll man es sagen?" Schönbrunner Schloßtheater. Heute letzte Aufführung der Händelschen Over „T e r x e s". Deutsches Volkstheater. Heute Wiederholung von Thomas Manns -Florenz a" ^zugunsten des Wohlfahrtsfonds der Altpensiomsten), der Feier des 50. Geburtstages oeS Dichters gewidmet. Mitwirkend r Albert H e i n e und Ferdinand Onno. Raimund-Theater. Morgen 1 2 o. A u f f ü H-- r u n g des Lustspieles „A n t o n i a" mit SLri F e d k £. Am 16. d. eröffltet dte Tairoff-Trupveein kurzes Gastspiel. Sonntag oen 7. d., 12 Uhr mittags, Gedächtnisfeier für Robert Müller. Programm t Gedächtnisrede (Artur Ernst Rutra); steirischer Prolog, gesprochen von Otto Soltau, arrangiert von Renata Mordo; Vorträge aus des Dichters Prosawerken (Günter Hadank). WienerKomödienhans. Das Wiener Komödien- Haus schloß gestern seine diesjährige Spiielzeit und eröffnet wieder an: 1. August. __ Pierre Louhs gestorben. In Paris ist,,wic berichtet wird, ider bekannte Schriftsteller Pierre Louys in: 45. Lebensjahre gestorben. Louhs war einer der geistvollsten erotischen Satiriker. Seine. Ron:a»:e „Die Aber:teuer des Königs Pausole", „Aphrodite", zahlreiche Novelle»: »vurden in alle Weltsprache»: »iversetzt. Meisterhaft verstand es Pierre Louys, in semci: Erzählunaer: die griechische Antike, besonders ihr Hetärewr-ese»:, -;u schilocrn. Dadurch gelang ihm auch eine w satirischer Absicht dnrchgeführte und später er»:'bckannte literarische Fälsch»l»:g, dre zu europäischem Ruf gelangt«:'. Es waren «die 1894 iu französischer Sprache erschienenen „Lieder der B: l i t i s", welche, auch zünftige Altertumskenner täuschte»:, di«e sie — wie es Pierre Louys gekvollt hatte als das Werk einer Freundin Sapphos ansähen. Gastspiel der Reilchardt-Büh>:e in den Kammersprelen. Die Schauspieler des Theaters in der Joischstad-t eröfmeten mit Goldreis' „Diener zweier.Herren" i»: den Kamn:erspiclen ihr Gastspiel. Es toar gleichzcit-i-g die 50. Aufführung des Stückes in der wiederholt aewückigtei: Iuszenieruna Reinhardts. Jnsbeso»:dere Hevnram: T h i m i g als Trriffaldiuo, ferner die Damen Bind e r und S e r «v a c § sowie die Herren F r >i edell und Sra»:china nahmen an dem Erfolg «des fröhliche»: Aberrds leis. ' . Die neueste Theaterschließung. Das Wiener Komö d-i-e >:«h aus teilt mit, Paß es feine Tätigkeit am 4. d. c: liste l lt. Diesnral ist der Zusammwubrnch bestimnrt »iicht aus Herrn Breitner, sondern auf die Ulls-ähigleit der C-omnrerdirektion Dr. P 6 c «l I znrückzrlfiihren, der »rni«! einem nrmwglichen Stück eröfflrete u»:d nicht bloß ohne Prograrm»:, sonder»: auch ohne Betvielbskapital. sei»: Diroktionsaint üiberiwlhm. Als er-kam, erlegte der »:o»:e. Dheatersachmann, der ansoirsten Zahnarzt ist, als Kantio»: ein Brief m a r k e n a l «b n»»:, das natürlich r:ur einen Liobhäber-weri darstellt. An: 1. August eröffnet die Exl-Bühne -im Kom-ödienharls wieder ihre Tätigkeit. Wie verlautet, wird das Ensemble, welches bisher im K-onrödienhwus in der Revue „Die -gvoße Tromn:Ä" auftrar, mvf eigene Rechnung wciterlspielen. Moritz Millmann grstorven. Der von seiner künstlevischen Tätigtest an: Raimund-, Bürger- und Deutschen Boltstheater her in «bester Erinnerung stehende Schauspieler Moritz M i l l- »na n-n ist Mitttvoch nachts nach langem, schw'ercm Leiden gestorben. _ Vereine. Bortröge und Verkam mkuugen. Zionistische Sektion P r a t e t. Morger:, •7,9 Uhr abends, im Sektionsheim, Jungstraße 8, große Versammlung. Tagesordnung: Prvbleure des XIV. ZionistenkongreffeS. Redner Dr. Israel W a l d m a n n. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. — V. Z. A. H e ch a w e r. Heute, 8 Uhr abends, in der Rede- und Lesehalle, 9. Bez.. Türkenstraße 9, Vortrag B. A k z i n: »Revisionismus im Zionismus und die Jugend". Gäste willkommen. _ Radioprogramm. Freitag. 5. Juni. 11 bis 12 Uhr 50 Min.: Vormittagsurusik. —. 16 Uhr 10 M>n. bis 18 Uhr: Nachmittagskonzert. Der internationale Walzer. — 18 Uhr 30 Min.: Bundeskanzler a. D. Polizeipräsident Johann Schober, Präsident der Wiener freiwilligen NettungSgesellschaft r Der Sammeltag der Wiener freiwilligen RettungSgesellschgst. - 19 Ubr 45 Min. bis 20 Uhr 1b Min.: Englischer Sprachkurs. — 20 Uhr 30 Min.: Ein Jahrhundert heitere Wiener Musik. (3. Abend.) Johann Strauß als Operettenkomponist. Mitwirkend r Grete Holm (Bürgertheater), Sergei Abramovics (Johann-Strauß-Theater), die Hencn Tautenh ahn, Zittrttsch, Weißgärber, Straßer. Gerichtssaal. Großbanken und Deposttenbank. Die Frage der Haftung des Bankenkomitecs. Gestern fand beim hiesigen Lande'sgevicht eine iutero essant-e BerhaMung statt, welche sich mit der Frage zu beschäftigen hatte, ob die fünf Großbaniken, «welche am 5. Mai die Depoisttenlbank übernommen und dies in einem Comtnunique knndgemacht hatten, auch tatsächlich für alle Einlagen der Depositenbank nunmehr haften. Bekanntlich haben die Großbanken, die sich Ende Juni wieder «von der Depositenbank zurückgezogen hatten, sämtliche Einlagen, die während ihrer Wirksamkeit in der Bank gsnracht worden waren, rü«5gezahlt. Es ist aber die Frage strittig, ob nicht auch Einlagen, die vor dem Eintreter: der «Großbanke»: der Depositenbank überantwortet ivorden waren, rückznzahlen sind. Diese Einleger erklären nänüich, sie hätten im Vertrauen auf die Erklärung der Großbanken ihre Einlagen bei der Bank gelassttt, zumal da sie nicht nur durch das damals verlautbarte Conlmunique, sonder»: noch mehr durch die Erklärungen der einzelnen Filialleiter, daß nunmehr die Großbanken die vollkornmene -Haftung für die Depositenbank übernehlneil, davon abgesehen hatten, im Monat Mai, beziehungsweise Juni ihre Einlagen zurüchuziehen. Mit di«eser Frage beschäftigen sich zehn Klage»:, die im Lause der letzten Monate bei»» .Handelsgericht einge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.