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Wiener Morgenzeitung · 1925-06-02 · Heft 2256 (2.6.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2256 (2.6.1925)
Date
1925-06-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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GM I Wien, Dienstag Wiener MornenzeitunK. s. Juni ISS.', Nr. Ae Fragen des UZionistenkongresies. In dieser Rubrik veröffentlichen wir Erörterungen der Probleme des kommenden Kongresses. ES versteht sich von selbst, daß di« Redaktion dks Verantwortung für den sachlichen Inhalt dieser Artikel den Verfassern Überläßt. Va banque. (Grundsätzliches zur Agerrcy - Fra § k.) Von Dr. M. Loloweitschik. 1. Seitdem vor beinahe elf Monaten die letzt« Tagung des Aktionskomitees geschlossen wurde, hört die zionistische Oeffmtlichkeit fast nichtt mehr Authentische- Über die effektiven Schritte, die von unseren Zentralovganen auf dem Geibiete der Erweiterung der Jewish Agency getm» worden sind. Letztens konnte man Zeitungsnotizen entnehmen, daß eine Konferenz mit den Audavertretern rwch London einberusen wurde, uub m der „Wiener Marge nzei tung" gab Herr Stricker der berechtigten Forderung Ausdruck, daß die VechaMunge-u mir der Aguda Wer di« Agency-Frage iticht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich gehen sollen. Berschtedene Zeitungen wußten bald darauf zu berichten, daß die Konferenz sich nur miteinigen Nebensragen (übrigens von vitalem Interesse für das palästinensische Jude»»1um und, wie eS scheint, ohne vorherige FüHlunigrrahme mit den repräsentativen Organen des Jischuw) beschäftigte und zur Frage der Agency gar nicht'gekommen sei. DaS erfahren wir aber nur auS Zeitungen. Auch über die diesbezüglichen Verhandlungen mit anderen Gruppen und Organisationen haben wir auS berufenen Munde fast ein Jahr lang nichts gehört, bis auf die allgemeinen Redewendsrngen voll der Notwendigkeit der Heranziehung und der Bereitwilligkeit der weitesten Mischen Kreise, am Palästinaartsbau mitzuarbeiten. Mer heute, nach mehr als zwei Jahren, seitdenr diese Parole auSgegckben u>rd zu einem Aktionsprogramm, mehr als daS, zu einem Kampjprogramn» gestaltet wurde, hätte die zionistische, ja di« jüdische Welt Anspruch auf eine zusammensassonde offizielle Mitteilung über den Stand der Dinge auf diesem Gebiet, zumal die Frage der Erweiterung der Agency nolenS volens auch den 14. Kongreß in ganz hervorragender Weife zu beschäftigen haben wird. TaS Problem der Heralizi-chung der Nichtzionisten zur Agency ist ein eminent organisatorisches und nur auf dem Wege zur organisatorischen Lösung dieses Problems ergaben sich all die Schwierigkeiten^ auf di« die Gegner des eingeschlagenen Weges imnner wieder hmgewieseu haben. Somit muß in der Zeit, die noch bis zum Kongreß bleibt, die Organ isalionSsra ge der Agency mit in die Diskussion einbezogen werden. ES geht nicht an, daß man heute, wie vor zlvci Jahren, daS ungemein konlplizierte Problem als eine Diplomatische" Angelegenheit der Oeffentlichkeit voront'- hält ultd dann, beim unvorbereiteten Kongreß, in letzter Stunde eine neue „Carte blanche" erzwingt. Es ist keine Geheimkunst, sondern eine politische Ausgabe, die vorher genau studiert und in allen Einzelheiten erwogen werden muß, damit der Kongreß seine Entscheidungen in möglichst voller Kenntnis der Sachlage tröffen kann. Es wäre daher in hohem Grade angebracht, daß die zionistische Leitung schon jetzt, und nicht erst am Vorabend des Kongresses, eine gedrängte aber klare Mitteilung an die jüdische Oeffentlichkeit ergehen lasse, über.den von ihr befolgten Plan der Erweiterung, über die genaue organisatorische Gestaltung der an gestrebten erweiterten Agency und über die Resultate ihrer Bemühungen auf diesem Gebiete in den verschiedenen Ländern. Es ist aber leider kaum zu hoffen, daß dieser, wie es scheint, ganz berechtigten Änderung entsprochen wird, und inzwischen sind wir sowohl für die grundsätzliche Stellung zu dieser Frage in ihren neuesten Entwicklmtgsphasen wie für die Beurteilung der taktischen Situation ausschließlich ans gelegen t- ^che Pressenachrichten angewiesen. . 2- Zeitungsberichten zufolge soll die „erweiterte" oder „gemischte" Agency die „nichtzioniftische" Hälfte ihrer Mitglieder der Judenhett der einzelnen Länder entnehmen, und zwar sollen diese Nichtzionisten laut einem vom A.-T. angeblich angenommenen Entwürfe bereits nach Staaten verteilt sein. Wir hören ferner, daß in einigen Ländern die zionistischen Lokalorganisationen gewiffe Verhandlungen pflegen, um auf die eine oder andere Weise diese nichtzionistische Vertretung des Judentumdebetreffenden Landes ins Leben zu rufen. In anderen Ländern werde», wie eS scheint, derartige Verhandlungen von -er Leitung selbst geführt. Ob das alles nach irgend einem einheitlichen Plane geschieht, ob irgend ein zielbewußter Wille oarüber waltet, daß all die einzelnen BerständigungSakte und Organisationsversuche sich zu einem innerlich geschlossenen Bau jusammenfügen — das konnte man den zufälligen Zeitungsnotizen nicht entnehmen. Eher das Gegenteil davon. So haben wir vor einigen Wochen aus Polen, wo eine allgemein-jüdische Pro-Palästinakonferenz geplant wird, folgendes vernommen („Jüd. Rundschau" Nr. 86): Am schwierigsten aber hat sich daS Problem der Verteilung der Sitze ln dem künftigen Rat der„Jewish Agency" gestaltet. Laut dem Entwurf, der von dem zionistischen Aktionskomitee tn seiner Londoner Sitzung im vorigen Jahre angenommen und zuletzt von der Marshall-Konserenz in Amerika akzeptiert wurde, soll Polen elf Sitze tn dem Rate der .Jewtsy Agency" haben. Es handelt sich dabei um die sogenannten nichtzlcknistilcheu Sitze, da die polnischen Zionisten ilne Vertretung im Rahmen der zionistischen Halste der „Jewish Agency" erhalte,! werden. Wie kann aber eine ..uichtziomsttsche" Vertretung an» einer allaemein-itidischeu Konferenz entstehen- S» ist toun, zu zweifeln, daß di« Ziontsten dort sehr stark vertreten sein, vielleicht die Mehrheit «f der Pro-Palcistirrakonferenz haben werden. Dürfen fie sich au den Wahlen der elf „nichtzionistischen" Agency Mitglieder beteiligen oder nicht? Wenn nicht, dann würde dadurch allerdings eine künstliche Stärkung der nichtzionistischen Parteien erreicht, dann würde vielleicht ihre heute rapid abnehmende Autorität in auffallender Weise wieder hergestellt. Wenn ja, dann würden die Zionisten aus Polen oovpelt in der Agency vertreten sein, was sich auch nicht rechtfertigen läßt. Oder sollen vielleicht die Zionisten sich daß Recht Vorbehalten, nichtzionistische Kandidaturen zu beeinflussen, ohne eigene anfstellen z» dürfen? Diese Fragen wurden vorläufig noch nicht endgültig geklärt. Der Vorsitzende der Exekutive, Herr L. Lewite, erklärte den Nichtzionisten, die Zionisten hätten nicht die Absicht, sie bei der Wahl der Agency-Mitglieder zu majorisieren. Ueber diesen Grundsatz hinaus gab er aber keine näheren Erklärungen ab. ES ist Immerhin Interessant, zu bemerken, daß in den zionistischen Reihen bei der Behandlung dieser Frage Stimmen laut wurden, die den Verzicht auf die verpanzerten zionistischen „fifty" befürworteten, mit der Begründung, daß das Recht der Zionisten auf 56 Prozent der Sitze in der „Jewtsy Agency", daß ursprünglich als Garantie gedacht wurde (und von der Opposition als die „letzte Hoffnung" für die zionistische Hegemonie angesehen wird), sich in der Tat in ein Privilegium für die Nichzionlsten verwandeln muß. Die Situation in Polen zwingt, diese Stimmen nicht unbeachtet zu lassen." Somit scheinen noch bis heute die grundlegendsten Fragen der Gestaltung der Agency nicht enschieden zu sein, ja es wird sogar versucht, an dem geheiligten Prinzip der „fifty-fifty" zu rütteln WaS aber am peinlichsten in dieser Mitteilung aus Warschau berührt, ist, daß man dort, wie es scheint, das Gefühl für die Gesamt organisation völlig verloren hat. Es macht den Eindruck, als ob die polnische Organisation, oder laut unserer amtlichen Terminologie der „polnische Landesverband" der zionistischen Weltorganisation, sich in dieser Frage völlig autonom fühlt und von keinen Rücksichten auf die Gesamtorganisation bei seinen Verhandlungen gestört wird. Die Beantwortung der kardinalen Frage, ob beim Aufbau der gemischten Agency man unter „Nichtzionisten" „nicht nur Zionisten" oder „nur nicht Zionisten" zu verstehen hat, die Lösung dieses die ganze Organisation der Agency beherrschenden Problems erwartet man merkwürdigerweise vom „Vorsitzenden der Exekutive" in Warschau, nicht aber, wie es einzig und allein logisch wäre, von der Exekutive in London, da eS sich doch hier um ein Prinzip handelt, welches in irgend einer Form überall in Erscheinung treten wird und daher nicht, wie etwa der WahlmoduS, rein lokal behandelt werden könnte. f : .V 3. ' Bekanntlich beschäftigt die Frage der „Heranziehung" auch die leitenden Kreise des deutschen Zionismus. Ob hier die Situation so weit gediehen ist, daß ma-n bereits in direkte Fühlungnahme mit außerzionistischen Instanzen getreten ist, wissen wohl nur die Eingeweihten. Denn in Deutschland wird die Heranziehung, nach der ganzen Lage der Dinge, nicht in Form einer voUStümliche»» Veranstaltung, wie die projektierte Konferenz in Polen, gedacht, sondern nur durch Verhandlungen mit engen Kreisen, so daß die OesfenLlichreit, wenigstens im Mfangsstadrmn, viel leichter ausgeschlossen bleiben kann. Aber schon der Modus procodendi an sich verursacht unseren deutschen Freunden nicht wenig Kopfzerbrechen, wobei hier insbesondere das Eive. Wahlrecht Schwierigkeiten macht. Gewährt man dieses bei irgend einer vorzunehmenden WaM auch den Zionisten, daun ist die „fifty-ftfth"-Basis des ganzen Aufbaues erschüttert; schließt man die Zionisten auS, so erscheint die Möglichkeit, irgend eine gewählte Repräsentanz der deutschen Judenheit zu schaffen, problematisch. ES hat daher den Anschein, daß n,an daS aktive uitddaS Passive Wahlrecht auf solche Welfe verteilen will, daß die zionistischen Instanzen «irrige Prominente als Vertreter der deutschen Judenheit in den Rat der Agency „delegieren" werden. Im Mittelpunkt des Interesses standen aus dem Gebiete der „Heranziehlnrg" ebenso wie auf anderen Gebieten zionistischer Tätigkeit die Vereinigten Staaten. Aber auch dort'scheint die Sache bis heute über daS Demonstrationsstadium nicht himmszukoimnen zu sein. Die „heranzuzichenden" Kreise halben sich bis jetzt wohl gchübet, irgend wellche finanzielle Verpflichtungen der zu schafsenden Agency ge^nülber emzugehen und die sogenannte „Marshall-Konserenz" war auS- 'chließlich mit rhetorischen Produktionen ousgvfllllt. Ueber die Organisationsformen und die Art der Tätigkeit der künftigen Agency hörte man im Verlaufe der ganzen Tagung keime einzige Silbe. Ue'ber die allgemeine Ssimiminig und die politischen Tendenzen der künftigen Sachwalter dsS MWen NationälhetmeS konnte man den Reden viel Lehrreiches enfowÄjmcn und es ist von diese,n Standpunkte aus schr zu bedauern, daß zum Beispiel die Rede Marshalls in zionistischen Kreisen nicht genügend Beachtung gefunden hat. So hat er unter anderem folgendes erklärt: ,/Die politischen Bestrebungen der Zionisten waren vielllleicht notwendig für Propagandazwecke, jetzt ist aber die Zeit vorbei... Träumer sind notwendig, jedoch viel notwendiger sind gegenwärtig die Aufbauer." („Das Jüdische Volk", Nr. 10.) Aber, wie gesagt, über die Art, wie sich die beteiligten Kreise der arrwrikan sicher» Judenheit das Funktionieren der neuen, von Träumern" wenigstens zur Hälft« befreiten Agency decken, konnte man aus d«n langen Reden nichts erfahren. Alles in allein »nutz man sagen, daß heute, drei Jahre, nachdem die Parole der erweiterten Agency ausgegebeu wurde, über die Sache selbst, d. h. über das Organisatorische der Agency — denn es handelt sich hier vornehmlich um eine organisatorische Aufgabe — dieselbe Unklarheit herrscht wie vor zwei Jahren und vor einem Jahre. 1 Diese Unklarheit ist kein Zufall, sie hast«, vielmehr vom Plane der erweiterten .Agency grundsätzlich an, weil diese ein organisatori>ch nicht faßbares, daher ein Vom Standpunkt der Organisation irreales Gebilde, nämlich die „Nichtzkonisten", zur Basis hat. Rein begrifflich kann man Menschen nach einem beliebigen, sowohl positiven tvie negativen Merkmal gruppieren; aber willenSmäßig, nach ihren tatsächlichen, mcht postulierten, sondern bewußten Tendenzen, schließen sich Menschen gewöhnlich auf positiver Grundlage zusammen, auf negativer aber nur dann, wenn es sich um eine genreinsame Ablehnung, einen gcnreinsamen-Kampf handelt. T-enn daS Negative ist das Nichtvorhandene und ist als solches dorr sich heraus nicht wirksam, kann daher nur dann eine motorische Kraft auSüben, wen« er von außen irgendwie störend, hemmend e,npfunden wird und zur gemeinsamen Bekämpsnng anreizt. Man kann theoretisch zum Beispiel von der nichtschivarzen Bevölkerung Anrerikas als von einem sozialen Ganzen sprechen, man kann über sie alle möglich:»» wissenschaftlichen Studien treiben, sie bleibt aber dabei nur Objekt des Soziologen, und der nichtschtvarze Mann verspürt seine Nicht zugehöngkeit zur schwarzen Raffe in keiner Weise als einen Ansporn für den Zusammenschluß mit anderen nichtschwarzen Mitmenschen, es sei denn zum Zwecke der gemciinsamen Bekämpfung der Schwarzen. Das den Nichtzionisten Gemeinsame ist ihre Ablehnung, des Zionismus, und nur diese real vorhandene Bewußtseinstatsache könnte eine Grundlage für ihren vielleicht ganz losen, aber doch irgendwie in Erscheinung tretenden organisatorischen Zusammenschluß bilden. Mer di: Nichtzionisten unter dem Gesichtspunkt zusammenschwcißen zu wollen, daß sie, oder viele von ihnen, doch „ein bißchen"'Zionisten sind — ist eine Wahnidee und wird sich als solche schr bald Herausstellen müssen. Wollt: man dem Tatbestand Rechnung tragen, daß heute eine gewisse verwässerte zionistische Emstellung, die der Bejahung des Palästinaaufbaues als solchen (ohne nationale Voraussetzungen und ohne politisch-soziale Konsequenzen) sich weiter «Kreise des jüdischen Volkes bemächtigt hat, so könnte man — neben der Zionistischen Organisation oder an ihrer Stelle —- eine ihren: geistigen Gehalt nach nottvendigerweise verwässerte, hingegen extensivere allgemein-jüdische palästinensische Organisation ins Leben rufen, die selbstredend und fln erster Reihe auch die Zionisten mitumfaffen müßte. Dieser Gedankengang liegt den verschiedenen Vorschlägen zur Erweiterung des Kongreßwahlrechtes, ja letzter» Endes auch' der Parole des Weltkongresses zugrunde. Es soll hier nicht erörtert werden, ob diese Verwäfferung.ztveckmäßig wäre oder nicht, aber all diese Pläne wären — so Wvierig sich ihre Realisierung auch, erweisen würde — organisatorisch denkbar, was in in keinem Falle von der Idee der „fifty-fifty" dlgency bchauptet werde»» kann: sie ist eben organisatorisch nicht denkbar. In dem Augenblick, wo man imrerhalb des für die Verwirklichung der zivnistischen Zwecke zusam»nenzusaflenden Judentums einen tiefen Einschnitt vonrimmt und die Zionisten von denn übrigen Judentuan trermt, verwandelt man den übriMeibenden Teil m Nichtzionisten", die als Gesamtheit.nur für den Kampf mit dem Zionismus, nicht ober für die Mitarbeit an der Verwirklichrmg seiner Ziele zn haben sind. 5. Diese AuSführnrvgen solle»» nicht a l 8 theoretische Konstruktion erscheinen: wer die Tatsachen nickst ohne weiteres als gegeben hirrnchmen, .sondern sie auf ihre tiefere»» Gründe analysieren will, wird diesen Goda»»!kel»>gang bereits in der Entwicklung der letzten zwei Jahre in vollem» Maße bestätigt finden. Was bedeutet zum Beispiel daS Vorhaben der polnstchon Zio»»isten, zur Schaffung einer nichtzionistischen Re- .-räservtanz eine allgemreirr-jüditsche Konferenz einMlbemse»», in der, wie z>» evivarten ist, eine zionistische Mchrheit walten und — unter Seilbstverlengnung — eir»e nichtzionistische Vertretung der Polnischen Judenheit zu wählen haben wird? Warum» wird nicht — was einzig logisch wäre — eine Kv»»ferenz der „Nichtzionisten" ins Leben gerufe»»? Doch einzig und allein deshalb, weil das ,Michtzionis1js«in" kein faßbares SarnnMugsprilrzip bilden kann, weil dar Nichtzionift, falls er als solcher angerodet wird, aus feiner Ablehnung des ZioniSlnns entweder ein lpaffives Verhalten dam ZioniSnruS gegenüber oder einen Kampf gegen ihn, in keiner Weift aber eine Aktivität im zionistischen Sinne ableiten kämm. Daher das im obei» gebrachten Zitat aus einer Warschauer Korrespondenz klar präzisierte Dilemma: Die Zionisten muffen enliwedcr sich selbst oder das von ihm« ausgestellte Pvi»rz>ip der „fifty-fisty-Agency" verllougmn. Ueberkaffen Sie bei ei»»er allg«r»»ei»»-jüdische»» Kon - i'ereng die Wahl der Vertreter den Nichtzionisten, dann haben ' ic als Partei, ÄlS Strbmung innerhalb des Judentu»»L abgewimtlschaftet (nicht zu reden von -den parlamentarischen U-nmögjlichkeiten, die sich auS einen» solchen Bechalten ergeben): beharren sie aus ihrem Rechte, mitzuwählen, ist die gonrischte Agency ein« Komödie. Dieselbe Situation wird sich überall ergeben, wo >»»an di« lokale Vertretung für di« Agency wird auS demokratische» Wahle»» hevvorgchen lassen wollen. Scheinbar, aber nur scheinbar leichter werden sich die Dirvge dort gestalten, wo es keine Mische Maff«»»sicdlung gibt und wo daher «im volkstümliche Wahl nicht vorgenmnmen werden kann.- Der innere Gegensatz wird sich in diesen Ländern in einen» ganz enge»» Kreise — hie und da vielleicht in emem Sdonventtkel — abspielen, wird aber in feilten Kv»»sequ«n-en nicht weniger verderblich Isein: wie dort di« Fiktion einer nichtzionistischen Repräseutv»»z der jüdischen Gemeinschaft zu enti'tchen droht, so wich hier ein Phantom einer .Michtzionisti" - chen" jüdischen Gesamtheit herausbeschworen, hinter dar kineo lei reale, faßbare Kräfte stehen. Zufällig«, den Zionisten genehm»« PersEn werde»» <mS dieser Gesamtheit hevavsgeriffe», al« Vertreter hmgestellt und di« Verantwortung fite ihre Tätigkeit, für ihre Fchlgvisfe, wagen «tägig «Wb gtyfe die ÄtonitzW,

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