Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2255 (31.5.1925)
- Date
- 1925-05-31
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Wienl Sonntag Wiener MornemeitvNA. 31. wm m> Seite 12 Lollswltt. Wiktfchastsgloffen. Dle Behandlung -er ausländischen Häuservesitzer in Deutschland. Ms während u»i> nach dem 5kriege die einzelnen feindlichen Staaten deutsches Eigentum sequestrierten, wuvden für dieses Borgehen in Deutschland nicht genug Worte der Verachtung gesunden. Tic Schlagworte ,/Berandung", „Mßachtung jedes Rechtsstandpunktes durch den Feind" usw. wurden in jeder völkischen Versammlung immer aufs neue hcrvorgehoben. Nun hat Deutschland ebenfalls über allsländisches Eigentum zu entscheiden, und da zeigt e's sich, daß es ebenso vorzugehcn versteht wie die viel gelästerten feindlichen Staaten, daß es sich ebenfalls nicht um wohlerworbene Rechte kümmert und ihm alle Mittel recht sind, wenn es sich darunl handelt, Ausländern in Deutschland Schaden zuzufügen. Dabei muß betont werden, daß dies lange nach dem Kriege ist und daß es sich nicht um feindliche Ausländer handelt, denen gegenüber vielleicht gewisse Vermögensrepressalien, ivenn auch nicht entschuldbar, wohl aber erklärlich wären. Nein! Hier handelt es sich sogar um gutes österreichisches Vermögen, das in bezug auf seine Verwertung nach dem Kriege gerade so Schikanen im Ausland durchzumachen hatte wie da's deutsche Vermögen.' Man mag über die Aufwertung in Jnftationsstaaten geteilter Ansicht sein. Zweifellos hat diejenige Anlsicht recht, welche diese ganze Angelegenheit als eine soziale Frage behandelt. Wenn aber nur der allgemeine Standpunkt berücksichtigt wird, so darf tatsächlich die restitutio in integrum, die mit der Auftvertung verbunden ist, entweder auf alle Fälle ohne Unterschied angewendet werden, also auch, auf den Staat und seine Schulden, wie auf die Privatschuldner. Es geht aber nicht an, sich selbst zu salvieren, hingegen der Privatwirtschaft jede mögliche Last auszubürden. Die Frage der Aufwertung ist auch in Deutschland aktuell. Es wurde beileibe nicht die Mark aufgewertet, die seinerzeit massenhaft im Ausland abgesetzt wurde, wobei m erster Reihe alle die ausländischen Besitzer der Mark ihr Vermögen verloren haben, sondern nur die inländischen Obligationen und Hypotheken, die als Belastung der Privatvermögen anzusehen sind. Im Vorjahre wurde durch die dritte Notverordnung festgesetzt, daß eine Aufwertung der Hypotheken aus 15 Prozent stattfinden und hierauf eine lOprozentige Zusatzaufwertung kommen soll. Letztere sollte erst in späteren Jahren verzinsbar sein. Nun ist vor einiger Zeit ein, Kompromiß geschlossen worden. Dieses Kompromiß war dadurch möglich, daß die allezeit ehrenhaften und charakterfesten Deutschvölkischen, die bei der Wahlkampagne die Aufwertung auf ihr Programm gestellt uud sich dadurch eine Unzahl von Stimmen verschafft haben, plötzlich eine Wendung machten, ihren eigenen Abgeordneten Dr. Best im Stiche ließen und dem Regie-' rungskompromiß zustimmten, ’ : :■ ' i Danach sollten sämtliche Hypotheken auf 25 Prozent 'ausgewertet werden. Der ausländische Hausbesitzer, der in Deutschland ein Haus hat, kann darüber verschiedener Meinung sein, namentlich dann, wenn er das Haus zur Zeit der Inflation gekauft, zu einem Werte, der damals -marktgängig war. Er muß sich schließlich mit der Auswertung dieser Hypotheken abfmden. Doch das deutsche Kompromiß geht viel weiter. Wenn selbst der jetzige Hausbesitzer im Zeitpunkte des Kaufes sich mit den Hypothekargläubigern ausgeglichen und eine Löschung der Hypothek um eine zu jener Zeit entsprechende Summe bewirkt hat, so lebt trotzdem diese Hypothek jetzt wieder auf. Es werden also, die wohlerworbenen Rechte durch diesen Kompromißvorschlag einfach mit Füßen getreten. Es ist ganz klar, daß es sich dabei nur um einen Schlag gegen die Ausländer handelt, denn nur diese lbesinden sich in einer solchen Situation, daß sie solche Hypotheken beim Kaufe des Hauses in den meisten Fällen gelöscht haben. Sie müssen nun -sitzt «wieder neue gewaltige Summen ausbringen, um ihren Besitz behalten zu können. Es handelt sich hier nicht um kleine Bermögensmengen. So ist zum Beispiel nach einer privaten Statistik berechnet, daß in Oesterreich selbst sich 1800 solcher Hauseigentümer befinden sollen, die jetzt in einem in Bildung begriffenen Verein im Hause der Kaufmannschaft zusam-mengefaßt werden sollen, um eveninell durch Anrufen des österreichischen Gesandten und eventuelle diplomatische Intervention nicht geschädigt gu werden. Wenn es sich bei einem einzigen Hause um eine Milliarde Kronen handelt — es handelt sich in vielen Fällen um viel größere Summen —, so bedeutet dies schon «bei 1300 Hausbesitzern eine Summe von vielen hundert Milliarden. Ebenso sind auch polnische, ungarische, rumänische, französische, englische und amerikrnische Hausbesitzer, die mit Dollar ihre Hypotheken seinerzeit eingelöst haben, schwer geschädigt. In Amerika haben einige Versammlungen stattgefunden, die sich gegen dieses neue Auswertuugskompromiß gewendet haben. Auf alle Fälle ist das Vorgehen der deutschen Parlament'sparteien in dieser Frage äußerst interessant. Es ist sicher dazu angetan, auch fürderhin die Anlage ausländischen Kapitals in Deutschland zu fördern, weil die Rechtssicherheit diesir Kapitalien in Deutschland für die Dauer glänzend gesichert" ist... Oesterreich vor Genf. In der nächsten Woche wird wieder in Genf über Oesterreich beraten werden. Bei der österreichischen Regierung zeigt sich darüber eine gewisse Nervosität. Der Finanzminister hat gerade vorgestern die Presst zu sich berufen und hat wie in braves Schulkind, das dem Lehrer Nachweisen will, daß es in der Paust brav gewesen war« Punkt für Punkt nachgewiesen, daß es alle Wünsche des .Herrn Bölkerbundlehrers aus Genf sorgsam befolgt habe, daß es sich nichts habe zuschulden kommen lassen. Und damit ja der Herr Lehrer nicht ans irgend einer Ecke des Genfer Beratungssaales das Rohrstaberl herausziehe, wird noch flugs vor der Sitzung des Professorenkollegiums das Goldbilanzgesetz und eine Reihe anderer Vorlagen beraten, um sich als Musterkind ins richtige Licht zu setzeil. Der Eifer ist wirklich interessant. Er steht aber in krassem Widerspruch zu allen den politischen Aktionen in den früheren Monaten. Da hieß e's allgemein, „wir brauchen nicht Genf". „Was kann uns Genf noch bieten?" „Wir können unsere Wirtschaft schon allein bostellen." Man war ziemlich großmäulig. Als aber der kleine Klapser des Pariser Kontrollkomitees kam und erklärt wurde, daß Oesterreich nicht ohne weiteres einen Eisenbahnkredit bekommen könne, da wurden plötzlich alle ziemlich kleinlaut. Es ist das alte Spiel. Die österreichischen Wirtschaftsfaktoren haben sich noch immer nicht in ihre Rolle hineing-efunden. Sie lvollen noch immer nicht einsehen', daß Genf von heilsamer Wirkung für die österreichische Wirtschaft gewesen ist. Wie ein kleiner Schulbub die Strenge des Lehrers manchmal nicht voll nimmt, so scheinen einzelne Wirtschaftssaktoren -die Bedeutung des Völkerbundes nicht ernst genommen zu haben. Nun werden sie eines anderen belehrt und zeigen plötzlich, wie klein sie im gegebenen Falle sein können. Es wäre all dies nicht notwendig gewesen, -wenn sich diese Faktoren von der Phrase der Völkerbundgegner nicht Hütten ihinreißen lassen und von vornherein auf die Wünsche des Völkerbundes eingegangen wäjren. Mit parlamentarischer Parteipolitik allein kann keine Staatswirtschaft saniert werden, Dies kommt jetzt klar zum Ausdruck. Die Auswanderung die einzige Wirtschaftsrettung Oesterreichs?. Die Arbeiterkammer hat sich in her letzten Zeit ausgerafft und ebenfalls über Maßnahmen zur Abhilfe der Krise beraten. Man erwartete sehr viel. Parturiunt montes. Es kreißten die Berge, doch was heranskam, war eine ziemlich kleine Maus. Nach Ansicht der -Arbeiterkammer wäre die einzige Hilfe die Auswanderung von 50.000 Arbeitern nach Amerika. Ueber den Wert der Auswanderung ist theoretisch ziemlich viel debattiert worden. Nicht jeder ist der Ansicht, daß eine Auswanderung tatsächlich für die Volkswirtschaft von Nutzen sei. Für die Intensivierung -der Wirtschaft ist die Auswanderung sogar schädlich. Doch sei dem wie immer. Darüber soll hier nicht gerechtet werden. Interessant ist nur der Weg, den dieses Projekt vorschlägi. Es soll die amerikanische Regierung veranlaßt werden, ihre Einwanderungsbeschränkungen für die Einwanderung dieser 50.000 österreichischen Einwanderer anfzuheben. Warum? Nun, weil es Oesterreicher sind. Es wird von den Verfassern dieses Projekts ganz übersehen, daß sich in der Frage der Einwanderung nach Amerika ungeheure Kämpfe abgespielt haben, daß -die Tendenz der amerikanischen Regierung eher einer EinwanderungZverschärsung als einer Erleichterung zuneigt. Die Wiener Projektaner glanben aber, daß diese Cm-wandernng sich nur gegen Oestler -wendet, als ob Irländer, Deutsche und selbst Italiener nicht etwas westlicher als die Oesterreicher wohnen und dennoch nicht nach Amerika hineingelassen werden. Doch auch das kommt nicht in Frage. Schließlich wird dieses DOROTHEUM Versteigerungs-Einteilung ngV Pretiosen Do, den 4 nnd Fr, den 12. VI.; laden Dl Silber. Jeden >1 Brillanten-und Perlenschmuck im Franz-Saal. Verfallene Pretloaenpfänder der Pfandleihanstalt Geniold und Weirich, I., Wlpplingerstrasse 24, Fr, den 5. VI., im Franz-Saal. Gebrauohsgegeastlada tlglioh tm Lndwigstomnnd Kolowrat-Saal, ferner jeden Dt und Sa im Hoch- Saal, Jddae Sa und Me, den 8.. V. im Frau-Saal and jeden Ml Im ülaihof. Verfallene Effekfenpflnder der Pfandleihanstalt Gerhold Sc Welrieh, I., Wlpplingerstrasse 24, Do, den 4. und Pr, den 12. VI. im Hoch-Saal. Inden Dl sebüne Wiiohe, Kleider, Anzüge, Stoffe, Pelze, Felle; Jeden Ml Photonppnrate, Objektive, Mikroskope, Releizeuge, Operngläser, Feldstecher, 8onrelbmasohlneir, Fahrräder und Bähmatchlnen im Lndwigstorff-Saal. Jeden Dl, Ml und Fr Möbel, Bilder, Beleuchtungskörper, Öefen una Hnusbnltungsgegenstinde Im Binshof. Fr, den 5„ Mo, den 8. VI. nnd jeden Ml Kunstgewerbe, Gemälde, Antiquitäten und Perserteppiche im Hoch-Saal. Do, den 4. und MI, den 10. VI., sehDnes Mobiliar, Perserteppiche, Gemälde, Luster, Kunstgewerbe im Franz-Josef-Saal. Brlafintrkea: 68. Sonderauktion, Alt-Burma, Deutsche Kolonien, Den'sehe Post In der Türkei, Alt-Oesterreich, Oesterreichischt Feldpost, Mi, den 3. VI., in Sammlungen, Serien nnd Einzelstückeu jeden Fr. und Di, den 9. VI. im Versteigerung*- aast der Briefmarkcnabteilung, VI., Marihilferstrasse 73. . Bücher ans allen Wissensgebieten Do, den 4., jeden Fr u. Sa sowie Mi, den 10. VI» im Saal der Bücherabteilung, IX., Währingerstrasse 2. Technische Qsgcnatiadei Maschinen, Werkzeuge, Armaturen, Altmaterial, jeden Mi, VllL, Feldgaste 6. Täglich an Werktagen SchaostillungsB im 1 Uhr in Beginn der Versteigerungen, wenn nichts anders vermerkt, um 3 Uhr nachmittags. Ocnecrctag, den 11. Jeal (Fronleichnam) getoblocien. Näheres durch die „Mitteilungen" und „Nachrichtenblätter“. Das Dorothaum gewtfhrt Darlehen in Jeder Höhe auf Juwelen, Gold, Silber. Kunstgegenstände, Automobile, Bücher, Briefmarken, Pelze, Teppiche, technische Artikel und Gegenstände aller Art. Verwahrung Juwele», senatfi« in der HsuptanstaJt k] jSliaatlJidM aef Urkusdsn weig- Projekt an dem amerikanischen Widerstand scheitern, bevor es überhaupt geboren wurde. Für die Rettung eines Volkes lassen die Amerikaner wohl ihr Gold auswandern, nicht aber Menschen einwandern. Das Wesentliche liegt wo anders. Es liegt in der Weltfr e m d h e i t -d i e s e 's Projekts. Es zeigt wieder, wie gerade die sozialdemokratische Partei in dieser Hinsicht auch nicht die geringste Kenntnis der tatsächlichen Wirtschafts- Verhältnisse besitzt. In der Marxischen Lehre ist das Wort von der „arbeitslosen Reservearmee" geprägt. Also muß zur Behebung der Krise davon ausgegangen werden. Daß bei der Lösung einer Krise noch eine Reihe anderer schr wesentlicher Momente mitspielen, daran wird Überhaupt nicht gedacht. Man macht ein Projekt fertig uud posaunt es in die Welt hinaus. Geradeso wie die Verkennung dieser Tatsachen ist auch die Verkennung einer Reihe anderer Wirtschaftsznsammenhänge. Darauf beruht auch die t» vielen Fällen vollkommen furchtlose Kritik der sozialdemokratischen Partei in ökonomischen Dingen. Bevor hier kritisiert wird, bevor Mittel zur Abhilfe vorgebracht werden, muß auch die wirkliche Kenntnis der WirtschastMnge vorhanden sein. Mit Marx allein ist diese Voraussetzung noch' nicht erfüllt. Darum entbehren auch alle -diese Projekte jeder reellen Basis und sind von vornherein zur Erfolglosigkeit verurteilt. Hypothekarkredite für die österreichische Landwirtschaft. Die Allgemeine österreichische Bodenkredrtianstalt ist derzeit mit einer großzügigen Aktion befaßt, durch die der österreichischen Landnnd Forstwirtschaft ausreichende langfristige Kredite beschafft werden sollen. In erster Linie sind dies« Kredite für die Meliorierung von Grund und Boden, für die Anschaffung von Kunstdünger und landwirtschaftlichen Maschinen, für die Einstellung neuen Zuchtviches und für die Intensivierung der Betriebe gedacht. Die Bedeutung dieser; Mion liegt vor allem darin, daß zum ersten Male seit dem Kriege eine Gelegenhei-t geboten ist, landwirtschaftlichen Kredit auf breiter Basis zu erlangen nnd daß dieser zu mäßigen Bedingungen erhältlich ist. Die Darlehen sind -langfristig (25 jedoch seitens des Schuldners nach Ablauf von drei Jahren vorzeitig kündbar), mit 10% Prozent pro anno verzinslich und die Zuzählung erfolgt in Dollar zu ernom Zuzählungskurs von 81 Prozent. Wie -wir hören, haben auch bereits die beiden österreichischen La-ndwivtschastsgchellschaften (Delgöfö mid Oesterreichk-sche Landwirtschaftsgssell'schwft) es übernommes^ ihre Mitglieder entsprechend zu informieren. Aktionäre der Alpinen Montangesellfchaft. Man ist mt; den Verband der Sparer und Kleinrentner Oesterreichs heran-! getreten, um die Interessen der Aktionäre der Alpinen! Montanges-elffchast zu schützen. Der Verband hat sich damit befaßt und ersehen, daß die Interessen der Aktienbesitzer geschädigt werden. Der Vorstand des Verbandes hat beschlossen, vorerst festzustellen, ob viele -solcher Aktien der Mittelstand besitzt. AuS oiesem Grunde richtet der Vorstand des Verbandes au die hemt . Mittelstand ungehörigen Aktienbesitzer der Tllpinen Montangeselvschaft die Aufforderung, den Aktienbesitz beim Verbandes der Sparer und Kleinrentner Oesterreichs, Wien, 1. B^.,; Spiogelgasse 4, anzumelden, damit die Bestellung eines Kon-H trollorganes aus der Mitte der Aktionäre an-geregt und durch-i geführt werden kann. _! Insolvenzen. Der Konkurs wurde eröffnet Mer PerA u. R'einhold, 1. Bez., Kohlmessergasse 4; Josef Glück, 9. Bez., Nußdorserstraße 68, und Saul Wolif Schächter, 20. Bez., Burghavdtgasse 4. — Das Ausgloichsverfahren tvurde eröffnet über Celine I a k -u b o n a c s, 8. Bez., Mmdengass-e 7; Samuel Rattner, 19. Bez., Krottenbachstratze 62; Karl Rothma-nn, 19. Bez., Sieveringerstraße 97; Friedrich Medwenitjsch, 10. Bez., Laxenburgevstraße 39, und HanS C i h a l in Spitz an der Donau. Das komplette Wiener Wertkursblatt. Im Verlag des „Effekten-We-gweiser" sind jetzt die Hefte dieser Zeitschrift, die zusammen das Werlkursblatt äusntachen, in einem Band Ausaurmengefaßt erhältlich. Der Verfasser dieses Wertkursblattes hat sich dadurch verdient gemacht, daß er zum ersten,Male nach der Jnslation die Grundsätze, nach tvelchen die Aktien derzeit zu bewerten sind, klar und deutlich aussprach. Es kommt nicht auf die Substanz an, sondern einzig und allein auf die Rentabilität. Wie soll -man aber die zukünftigen Dividenden kennen, erraten oder auch nur annähernd schätzen? Der Verfasser hält sich an folgende Schätzungsmethode. Er berechnet -die Dividendensumme, die zur entsprechenden Verziusu-ng deS heutigen Kurses (bald doppelt so hohe Verzinsung wie im Frieden, bald einfach 10 Prozent) notlvendig ist tmd stellt das Verhältnis dieser Summe (in Gold) zu jenem Betrage fest, der Än Durchschnitt der droi letzten Friedensj-ahre an die Aktionäre verteilt wurde. Daraus ergibt sich nun der Schluß, die Gesellschaft muß in Zukunft 30 oder 50 oder 80 oder 100 oder 180 Prozent der Friedensdividende verteilen können, wenn der gegenwärtige Kurs Chancen bieten soll. Und so spitzt sich denn der Versuch der Wertberechnung bei >den einzelnen Gesellschaften auf die Frage zu: Ist es wahrscheinlich, daß die betuefftnids Gesellschaft 30, 50, 80 oder 100 Prozent ihrer FriedensertragSfähigkeilt behalten ha: oder daß sie chre Ertragsfähigkeit sogar erhöht hat? Fast sämtliche Aktien des Wiener Kursblattes werden in dieser Weise behandelt, und wenn auch nicht in allen Fällen ein bestiminies Urteil darüber abgegeben wird ob die Aktien bei dem heutigen Kurse billig sind oder nicht, dürste doch dieses eigenartige Wertkursblatt, das zweifellos völlig objektiv uno durch kein eigenes Kursintevesse beeinflußt ist, von höchstem Wert Kr alle Essektenbesitzer sein, die wissen wollen, ivelche von ihren Papieren Zukunstswert haben und welche nicht, sowie für alle jene Interessenten, die nur besseres Bövsenwetter abwarten. um sich dem' Effektenmarkt wieder zuzuwenden. Man muß jetzt Öchen den einzelnen Aktien differenzieren . und das Wertkurst hilft bei der Differenziermig. Der Preis des gebundenen Wertknrsblattes beträgt für Oesterreich 8,50 Schilling (rnklusivi Porto). Bestellungen erfolgen bei der Redaktion des „Efsektem Wegweiser , Wien. 2. Bez-, Rembrandtstraße 24. Portrag über die wirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina Syrien und Mesopotamien. Herr Gustav G e o r g i, Direktor der Firma „Westen", Industrie- und Ha-ndelsaktiengesellschafl in Wien, ist eben von einer Reise nach GriecheMand, Aegypten Palästina, Syrien und Mesopotamleu zurückgekebrt. Er total über Einladung der Wiener Handelskammer einen Bortr« über die wtatschaftttchen Berhältn-isse dieser Länder halten, dej Mittwoch den 3. Juni 1985, 6 Uhr abend«, im großen SitzungK saale der Handelskammer, 1. Bez., Stu'benrmg 10. abgchaltei wird und für Interessenten frei zugänglich f ,