Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-05-29 · Heft 2253 (29.5.1925) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2253 (29.5.1925)
Date
1925-05-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981338--22915-3010378
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

gk. S2S3 Men, Frettag «vrenev wroraen-ettims. _w. mm amt_Den^o und Hetsey, die Herren Scharwenka, Bauman«, öaß das Rabbinat ^cscu eine j ü Lisch e Zeit u n g den eollgiösen Bann (Elierom) ausgesprochen hat, wodurch es den aesetzÄtreiuen Juden verboten ist, Liese Zeitung zu lesen. Dies hatte folgende Vorgeschichte: In einer Versammlung der orchodoxen Kreise von Siedler unter der Leitung des Räbbinats wuvde beschlossen, ein goldenes und ein schwarzes Buch onzülegen. In den» göldeueu Buch sollen diejenigen grauen verzeichnet werden, die die religiösen Gesetze„ beobachten, m dem Schwarzbuch jene Frauen, die die religiösen Reiilignilgs- «Nd Haa-rtrachiwonchrifteu ausser acht lassen. Das „Sjedlecer Wochenblatt" brachte einen Bericht über diese Versammlung und knüpfte au denselben eine sehr scharfe Kritik des Beschlusses und insbesondere der Praxis des Rabbinats. Das Ravbrnat ersuchte die Zeitung, eine RlchtiMellung zu bringen, und als der Redakteur dies ablehnte, erklärte das Rabbinat öffentlich, daß über die Zeitung der Bann gesprochen sei und kein religiöser Jude dieselbe zur Hand nehmen dürfe. Die Angelegenheit hat in Sjedlec und der ganzen Umgegend großes Aufsehen erregt. * Jüdische Volksschule. Die Einschreibungeu m die erste bis fünfte Klasse der Jüdischen Volksschule, 20. Bez., Dcilisgasse Nr. 33. finden täglich, mit Ausnahme der Samstage, zwischen 12 und 1 Uhr mittags in der Schulkanzlci statt. * Der Keren Kajemeth r&ftacl schreibt uns: Heute und morgen feiern wir das Schwuothfest. Es gibt dies Gelegenheit, im Woge der Thorafpendcn größere Ciugänge für den Keren Kaje-meth herbeigusühren. Wir bitten, diesem Umstande besonderes Augenmerk zuzuwenden und zu trachten, daß in sämtliche» großen und kleinen Gotteshäusern beim Thora auf ruf vornehmlich für den Keren Kafemeth gespendet werde. * Dr. OSkar Rosenfeld iuatrbc zum Wiener Korrespoudenteu der Au str o-Bulga risch e n Handelskammer in Sofi a ermnmt. * Regen und Temperaturabnahme. Das englische Tiof hat seinen Bereich bis zu den Alpen evlveitert. Auf der Nordsoite ist föhniges Äuftlaren omgetreten, Ms der Südseite hat cs geregnet. (Neumarkt 16 Millimeter.) Vorhersage: Novdalpen Trübung, zeitweise Regen, Tempe raturabnahme, westliche Winde. Süidalpcn trüb, Regen, Temperaturabnahme. k Schlammbad Pistyan. Uvkräftige Bäder gegen Rheimra, Gicht, Ischias. — Schlamm für Hau sturen und alle Auskünfte: Pistyanburoau, 9. Bez., Alserstraße 32. * Die Lebensmittelmärkte. Die Fleischzufuhren nach der Gvoßmarkthalle bewogen sich fortgesetzt in bescheidenen Grenzen. Auch gestern sind, mittels Bahn bloß acht Waggons eingelangt, die nur aus einheimischen Provenienzen bestanden. Die Importe, aus den Nachfolgestaaten sind ausgMieben. Da aus den gestrigen Märkten in St. Marx Kälber im Preise gestiegen sind, so stcht eine Verteuerung der, Kalbfleischpreife bevor. Der Naschmark t wurde gestern günstig dotiert. Spinat hat nräßig im Preise angewgen, hingegen haben sich Kohlrüben ■ltmb stellenweise auch Spargel verbilligt. Der Verkehr vollzog sich, bei reger Käuferbsteiligung in lebhafter Stinrmung. Für Frühkartoffeln italienischer Herkunft, mit Ausnahme von weißer Ware, hat die Nachfrage nachgelassen. Italienische Kirschen langten gestern in großen Mengen ein. Da der Absatz sich schwierig gestaltete, wurden die Preise -merklich herabgesetzt. Die Orangenzufuhreu gehen saison-gemäß zur Neige. * Kindcrspielzeug und Frauenfleiß im Messepakast. Morgen um 10 IHr vormittags wird die Spezialausstellung ..Kindevspielzeug und Frauenfleiß" im Rahmen der Ausstellung „Der neue Haushalt" inr Messepalast eröffnet. Die neue Allsstellung, welche än Stelle der SPezialveraNstaltuna „Der gedeckte Tisch" in, den gleichen Räumen inr linken Flügel des Messelpalastes eingerichtet ist, wurde von sämtlichesösterreichischen Frauemorganisationen beschickt. * Ranbanfall im Badener Kurpark. Aus Baden bei Wien wird uns 'berichtet: Die Händlerinnen Aloisia Paul und SusanneKr adicz aus Pastorhaza in Ungarn wurden kürzlich im hiasigen Kurpark gegen 8 Uhr abends von mehreren ihnen ganz unbekannten Burschen überfallen, mit den: Messer bedroht und ihrer Habseligkeiten beraubt. Hierbei wurde ihnen ein Handkorb und ein Rucksack, in welchem sich verschiedene Lebensmiteil und Wäsche befanden, sowie ein Barbetrag von zirka 20 Schillingen entrissen. Trotz der sofort erstatteten Anzeige konnten die Täter nicht eruiert werden. Nun ist es aber den Beamten der Gendarm er ieau sfo vschun-gs ab - teilung in Wien, Wiedhalm und Musst, im Verein mit Organen des hiesigen Gendavmeriepostens gesungen, die Täter auszuforschen. Es sind dies der E:;endreher Josef Geiger, der Chauffeur Johann Fischer, der Maurergchivfo Josef Stöger, der Hilfsarbeiter,Franz Gerhardt und ein gewisser Johann Klar, sämtliche in Baden ansässig. Sie wurden verhaftet und dem Kreisgericht Wiener-Neustadt eingeliefert. * Stephan Surda aus Neutra. Der 14jährige Budapester Kaufmann Stephan Surda. zu Neutra geboren, war vom ungarischen Strafgerichtshof wegen Betrügereien mit einer SchadensMer Volt 10 0 M i l i i o n c u ung. Kronen verfolgt. 3lm 26. d. wurde er im Hotel Palace, wo er als „Obsthändler Josef T a k a c s Ms Kees k e ru e t" lvohnte, verhaftet. Er wird auch voll einer hiesigen Gntsvertvaltung beschuldigt, ihr unter verschiedenen Vorwänden 80 0 Schilling herausgelockt zu haben. * Strafverfahren gegen Präsidenten Julius Peter. Der Gläubigerausschuß des Ausgleiches der Kohlenfirma I. Pete r A. -G. hat gegen den Präsidenten des Berwaltmigsrates Julius Peter eine Anzeige wegen Betruges und V e ru n t r e nnng erstattet. Bei der Ueiberprüfung der Bücher stellte sich heraus, daß Peter «durch s h st e m a t i sche Geld e n t n a h m e aus der Kasse des Unternehmens und durch Hinterl e g n u g wertloser und ri n e i n b r i n g l i ch e r Bons die Firma um etwa 10.0 00 Schilling geschädigt hat. Weiters hat Peter sich widerrechtlich einen Monatsgehalt von 1600 Schilling angewiesen. Peter wurde vorgestern verhaftet und nun nach Entfall der Halftgründe ans freien Fuß gesetzt. Die Anzeige au die Staatsanwaltschaft ist erstattet. * Bon der Straßenbahn abgestürzt. Auf dom Althanplatz stürzte heilte vormittags der 71jährige Private Adolf Glück, :livtenlöwengasse 1A wohnhaft, beim Versuche, auf erneut fahrenden Straßellbahnzug aufzusteigen, ab und verletzte sich schwer. Die Rettullgsgesellschaft brachte ihn in die Unfallstation. * Doppelselbstmord mit Blausäure. In einem Hotel auf der Wieden wurden gestern abends der von seiner Gattin getrennt lobende Chemiker Franz Stüpel u»ld die in der Ausstellicngs.straße wohnhaft gewesene Gisela Pawlicet tot aufgesunden. Die beiden batten Tags znvor ein Zimmer gemietet und sich als Ehepaar Stüpel aus Neulengbach gemeldet. Auf einent Zettel, der itm Zirmn-er gefunden wurde, standert außer dem Nationale der beiden bloß die Worte: „Vergiftet mit Blausäure". Der Befund spricht für die Richtigkeit dieser Augalbe. * Telephonierte Bilder. Deut Ingenieur August B o ß in Gadöbllsch ist es, wie die „B. Z. am NUttag" meldet, gelungen, einen Sendemtd Eulpsaltgsapparat zu konstruieren, durch den es bei Benützung einer gewöhnlichen Telephon- I e i! n n g möglich ist. Bilder, anf beliebige Entfernnrlgen '.n übertrage». Versuche, die aus eine Enbfermmg von 60 Krlogeinacht ionrden, habeir tadellose Resultate der Bildüi .'riraguua mit Dpm .Apparat des Fugenieurü Mß Echen, Mitteilungen nur dem Publikum. W,M„»U UMI ¥/Y|* Bureau: Orig, fraai.ZiaaraiiBnpaplar JvD «nis,«m. smioiu* is/r Radioprogramm. rdtflji den 29. Mai. 9 Nhr: Marktbericht. — 1 Uhr 10 Min. r Urantazett. — 1 ttyr 1b Min. t Wetterbericht. 4 bis V,6 Ubr r Nachmittagskonzert. Die Neu-Wtener Operette. — bis V*7 Uhr r Vortrag über Dänemark von Obennedizinalrat Dr. Heinrich L o e w e n st ei n. Sodann Dänischer Abend. — 3/t8 bis ViO Uhr r Englischer Sprachkurs. — 7j9 Uhr: Bunter Abend. Berelne. BortrSge und Bersammlunge«. Zionistische Sektion Brater. Alle Mitglieder und Freunde werden hiemit verständigt, daß an beiden Schewuothtagen in unserem Sektionsheim, 2. Bez., Jungstraße 8, ein Minjan veranstaltet wird. — Z. A. H e ch a w e r. Heute, 7,9 Uhr abends, in der Rede- und Lesehalle, 9. Bez., Türkenstraße 9, Vortrag von Dr. S. S a s i r (Jerusalem) r ^Aktuelle Probleme der Bewegung." Gäste willkommen. — H e ch a l u z, österreichischer Landesverband. Heute Waidah-klalith (1. D e l eg i e r t e n t a g). 7 Uhr abends Eröffnung. Generalbericht. Sonntag vormittags: Generaldebatte. Nachmittags r Aussprachen über die zukünftige Arbeit. Montag. 8 Uhr vormittags: Aussprache tiber die Prinzipien des Hechaluz. Gastkarten können bis Freitag. 6 Uhr abends, im Bureau de« Hechaluz angefordert werden. Wissenschaftliche Zukunstsforschung. In näWer Zeit hält der Schriftsteller Otto Lang in denÄbenostmtdcn einiste Vorträge über .Methodische ZuLunstsfavschung, eine noue, streng w i s s c n s ch a f >t X i ch e, für die Lösung der gegenwärtigen Wirnris pra>kt!sch anwendbare Forschuirgsweise". Wer diese Borträge hören will, möge dies dem Vortragenden (Wien, 6. Bez., Dürevgasse 18) mitdefs PostLarte nritteilen, worauf Bekanntgabe von Ort und Zeit evsolgt. Lord Balsour und die SrSffnuug der hedrAschm llniverfitöt k» gemsalem. Eben ist in Wien der Film, der über Auftrag des Keren Kajemeth in Jerusalem bei sämtlichen Feierlichkeiten aus Anlaß der Nniversttätseröffnung gekurbelt wurde, eingelangt. Der Film, der zirka 250 Meter lang ist, zeigt in technisch vollendeter Art die Feierlichkeiten in I e r u s a l e m, T e l - A w i w und den wichtigsten Kolonien. Er zeigt die noch im Bau begriffenen und bereits fertiggestellten Gebäude der neuen Universität. Ganz besonders interessant sind die Telle des Films, in denen die offiziellen Persönlich'eiten, die an der Feier teilgenommen haben, zu sehen sind. Lord B a l f o u r, Sir Herbert Samuel, Professor W e i z m a n n, Obexrabbiner Dr. C h a j e 8, der Dichter B t a l i k, Feldmarschall A l l e n b y. Rabbi K « k und viele andere. Die Vertreter sämtlicher Staaten und Universitäten sieht man bei sämtlichen aus diesem Anlasse stattfiudenden. Festveranstaltungen. Der Film, der überausgroßes Interesse finden dürfte gelangt Morgen den 30. d. um 10 Uhr abeut^ im Elite-Kino. 1. Bez., Wollzeile 31, zum ersten Male zur Ausführung. Außerdent wird der neue P a l ä st i n a f i l m „Das Land derVer heiß ung" vorgeführt. Den begleitenden Vortrag hält Herr David Neben zahl. Karten zn haben in den Vereinigten zionistischen Bureaus, 1. Bez., Kärntnerstratze 28 (Tel. 77-4-85, 77-4-86), in der Buchhandlung R. Löwit, 1. Bez:, Rolenturmstraße 22, und an der Kinbkasse. Bühne und Künst. „Hans Sonnenstößerr Höllenfahrt." (D«utsch«s Vollstheat«.) Der Studiosus Sonnenstößer, Anwärter.nicht bloß des Doktortitels, -sondern auch des Dichterlorbeers, Hai zu wählet!, ob er eine Mitgift heiraten soll oder ein geliebtes, armes Mädel. Er fchläft rechtzeitig ein, träumt, wie es ihm ergeihelt wird, wenn er jene hei inführt, die ihm das „gute Auskommen" sichert, wacht rechtzeitig auf und hat noch die Möglichkeit, sich von der Mitgift ab- und der Geliebtetr zuznweuden. Dieser einfachste aller Stoffe ist an eitlen liebenswerte ll Autor gerate»r, und das Pwblikmn. das sich so mlsgezeichnet amüsiert, übevsieht, fürchte ich, daß Paul Apel eine entzückende Dichtung schujf. Zunächst: Som»enstößer selbst ist eine Vollnatur, eine scharf geprägte Charakterge-stalt. Dieser frische, uubekünmlerte jmlge Mensch hat wirklich Talent und Gemüt. Wie feil», daß der ulkige Traum just so abläust, wie ihn uur dieser Hans Sonnenstößer träumen kann, mit dem wir iin Vorspiel erquickliche Bekalllltschaft nvachten, wie rührend — jawohl, in diesem heiteren Spiele gibt es Augenblicke tiefer Rührung—, daß der die „Flitterivvchen" tvämmllde .Hans dein entsetzlichel» Minchen gerecht zu werden sucht, entlvaffnet ist, tvenn Minchen flötet: „ich bin so glücklich", und beillahe bezwmhgen, wenn sie sich bereitfindet, für ihn;u sterben (dieses konnte nur er träumen), wie prachtvoll ist hier eine unsentimentale, burschikose, aber hlllndertprozcnlige Freundschaft zweier junger Ädänner gezeichnet, wie humorvoll sind die Ereignisse des Vorspiels in das Trauiuerlebnis verwoben! Renato Mord o, den Wien jetzt verlieren wird, hat die Neuinszenierung -besorgt. Er niacht uns den Mschied schwer. Es ist eiu Lllstspielabend ersten Ranges. Dieser Spielleiter hat Stilgefühl, hat Einfälle und er dient wahr-- hastig dem Werke, das ihnl anvertraut ist. Anton E dt- Hofers Hans Sonltenstvßer ist eine große Freude. Jedes Wort niehr über diese köstliche Schauspielerleistnng geht daneben. Eilt ausgezeichlletes Ensemble steht ihm zur Seite, Besonders z»l Wen die Dgryen Kelle x, Thal 1 e r K i r s ch n e r, Schreiber, S k r a u p un d Breuer. Warme Heiterkeit während des ganzen Spiels, daS von witziger Musik begleitet ist, und stürmische Zustimmung auch nach dem letzten Fallen des Vorhanges. Das Publikum blieb bemerkenswert lallge auf fernen Plätzen. Es dankt/ für eine,s frohen, schönen Abend. ' O. N. «tu den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, »Peer G y n t". Akademietheater. Morgen, 7,6Uhr abends, »Der Liebhaber". Staatsoper. Morgen, 7 Uhr abends, »Rigole t t o". Theater imRedoutenfaal. Morgen, 7,8 Uhr abends, werde» die Ballettkomödten „Le petits r i e n S", „Pulcinella", a l c o st u m e" und ^Teddybär" aufgeführt. Schönbrunner Schloßtheater. Morgen, 7,8 Uhr ahends, Eröffnungsvorstellung von S", heitere Oper ln drei Akten, Musik von H ä n d e l. Heute, 7 Uhr abends, nichtöffentliche Generalprobe. Deutscher VolkStbeater. Heute Beginn des dreitägigen Gastspiel« Alexander M o t s s i S in Tolstois »Der lebendeLeichnam". Beginn 7,8 Uhr abends. K a m m e r sp t e l e. Heute, 7 Uhr abends, Strindb e r g s „R a u s ch". Die Henriette spielt zum ersten Male Annle R o s a r, den Emile Gustav D i e ß l. Wiener Bürgertheater. Heute 4 5 0. Auß» sührung der Kälmanschen Operette »Gräfin Mariza^ unter persönlicher Leitung der Komponisten. R e n a i s s a n e e b ü l, n e. Heute Freitag. 29. d., zum ersten Male, das ftartzösische Lustspiel »Ein nackter Mädel gefunden" (On » trouvö une femme nuc) von Slnbr6 Birabeau und Jean G « i t t o n mit Charlotte Ander. _ Serienabonnement in der Staatsopcr. Am 9.. 10.-, 12. und 11. Juni d. I. findet i«m Qperntheater ein Sonderzyklus von „Dcr Ring der Nibelungen" inr Abonnenrcn-t statt. Um einem größeren Kreis des Publikums diese Vorstellungen zugänglich zu machen, wird demselben ein S o n d e r - S e r i e n a b o n n e - ment für Logen, Parkettn n d P a r t c r r c s i tz c für alle vier Vorstellungen zu gewöhnlichen P r e i s c n gewährt, während die Vorstellungen zn echöhten Preisen ge-gsoen werden. Dieses Serienabonnement kann am 5. und 6. Juni bezogen werden. Aus dem Schönbrunner Schloßtheater. Das Gesamt« personal des Schönbrunner Schloßtheaters sprach gosterir rn 1 einer Resolution dem Direktor Geh. Hofrat Rainer Simons das Vertrauen Ms und erklärte, daß die Forderung ldach einer Kautionsstellung weder nottvendig noch zweckmäßig sei. Die Leitung des Bühnenvereines wurde deshalb dringend ersucht, von einer solchen Forderung .Abstand z» nehmen. Festaufführung von Thomas Manns „Fiorenza". Thomas Mann trifft in den nächsten Tagen in Wien ein, um an den letzten Proben seines Dramas „Fiorenza" teilzunehmen, das Mittwoch den 3. Juni anläßlich des 50. Geburtstages des Dichters , als Festveranstaltung des Journalisten- und Schriftstellervereines „Concowia" m Deutschen Volkstheater zur .ersten Ausführung gelangt. Aus . der „Hölle". Laut Schiedsspruch vom 18. April 1928 ist die Theatevbetriebs-Ges. m.. b. H. zur Räumung des Kabaretts verurteilt wördeil. Direktor M a r k o s ck e k, der nach wie vor der Eigentümer der ,Hölle" ist, hat die Leitung wieder s e lb st übernommen und mit >den Renovierungsarbeiten 'bereits begonnen. Die Wiedereröffnung als Bicrkabarett ist für den 1. September vorgesehen. Ein unbekannter Tolstoi-Roman. Aus Moskau wird gemeldet: Der 'bekannte Literaturhistoriker und Tolstoi-Forscher Prof. G r u s i n s k i j teilte in der letzten Sitzung der Akademie der-Kunstwissenschaften mit, daß vor kurzem m Moskau ein bisher unbekanntes Manuskript von Leo Tolstoi ausgefunden wurde, das einige Teile seines Ronrans aus der Zeit Peters des Großen enthält. Das Manuskript soll demnächst in Moskau erscheinen. Monatsschrift für Theater und Kunst In Erez Israel. Anfangs des konlmenden Nconats erscheint in Del-Awitv unter dein Titel „Theatron lve-nnrnoth" ^Theater und Kmrst) die erste Nmnlner einer hebräischen Monatsschrift Kr Dheater- und Kunstleben in Erez Israel. Die Zeitschrift soll ein Spiegelbild aller Richtungen und Strömungen auf allen Kunstgeibieteu im Lande tverden, die durch kritische Auffätze beleuchtet lverden sollen. Musik, Drama, Oper, Ballett und bildende Kunst werden fachmännische Bearbeitung finden, überdies soll auch die jüdische Bibliographie gepflegt und, über allgememe Kunstbestrebungen sowie über den Anteil jüdischer Künstler an der Entwicklmrg der Kunst im Auslände berichtet werden. Serlchtssaal. Dreieck, aber nicht Biereck. Eine höchst seltsame Eheaffärt beschäftigte vor kurzem den Strafrichter des Bezirksgerichtes Favoriten. Äls Kläger erschien der Pflasterevgchüfe Johann Wächter! gegen den Nachttvächter Wenzel Nowotny. Die Klage lautet aus Ehestörung. Die beiden Männer lvaven einst gute Freunde. Johann Wächter! ist vechciratct; der Ehe sollen acht Kinder entstammen. Die letzten drei Kinder aber sollen von Nowotny herrühren. Die Freundschaft ging so weit, daß Johann Wächter! dvur Nvtvotllt) auch die Gattin ohne Bedenken abgetreten hat. Aber eines Tages kam das BeMngnis. Noivotny hatte nämlich eine Geliebte, die er in Bewacht Iwtte, daß sie auch seinem Freunde Johann Wächter! ihre Gunst gcschelckt habe. Dieser Verdacht wurde bei ihm zur Gewißheit, als die Geliebte ein Kind Mr Welt brachte, das mcht sein, sondern Wachterls Kind war. Zwischen dem beiden intimen Freunden entstand ein tiefgehender Ztvist. eine Feindschaft, ein Zerwürfnis auf Leben ulck Tod. Wachtevl verbot dem Nowotny von nun ab jeden Verkehr in seiner Wohnung. Als Wächter! eines Tages nach Haufe ram, erzählte ihm die 16jährige Erna Wachterl, der Nowotny habe sich mit der Mutter im Zimmer abgesperrt und der Besuch habe über eine halbe Stunde gedauert. Wachterl war wütend: er klagte den chemaligen Freund wegen Ehestörung. Nowotny stellte den Besuch nicht in Abrede, erklärte vielmehr, er habe nur seine Kinder besuchen wollen. Intimitäten seien damals nicht vorgekommen. Richter: Eine?eine Gesellschaft seid ihr! - Angekl.: Das stimmt! — Richter: Bei acht Kindern habt ihr euch nicht gestritten, wohl qbe* beim Neunten. — Angekl.: Einer von beiden muß und wird ja wohl der richtige Pater sein. — Frau Edith Wachterl wurde als Zeugin vorgerltfen und erschien als — Bubikopf. Sie bestätigte die Angaben des Angeklagten. Der Richter sprach Wenzel Nowotny frei mit der Begründung, daß seine Verantivortnua nicht widerlegt werden konvte. -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.