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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-29 · Heft 2253 (29.5.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2253 (29.5.1925)
Date
1925-05-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Wiener Marge nzettimz. 29. Mai 1925 Nr. 2288 Re MMinger VorMe. < Hausdurchsuchungen auf -em Schillerplatz. Gestern fanden im Zusammenhang mit den Möd- . linger Zusammenstößen in dem Gebätlde des ehemaligen Erscnbohnminrsterümrs auf dem Schillerplatz Hausdurchsuchungen bei einigen dort einguartierten nationalistischen Vereinigungen statt. Schulschluß - Freitag de« r. galt. ' Der Stadtschulrat teilt mit, daß der letzte stundenplan- . mäßige Unterricht am Freitag den 3. Juli abgchalten wird. Für das kommende Schuljahr sind die S ch ü l e r e i nschreibungen am Donnerstag den 26. und Freitag den 26. Juni, zwischen 2 und 4 Uhr nachmittags. Die . Einschreibung jener Schulkinder, die eine öffentliche Volksschule in Wien nicht besucht haben, ist für Bürgerschulen am H. September, zwischen 8 und 1.1 Uhr vormittags, vorzunehmen. Die Anmeldungen für den emjähvigen Lehrkurs der Bürgerschulen (vierte Bürgerschulklasse) werden am 18. und 19. September in beit Kanzleien der in Betracht kommenden Bürgerschulen entgegeargenommen. Die Zeugnisse werden in sämtlichen Schulen Wiens «m Samstag den 4. Jul i, um 9 Uhr vormittags, verteilt, Las Karl-Theater gesperrt. Wegen der Gagenrmckstände. Gestern wurde im Carl-Theater nicht mehr gespielt, da das vom Personal an Frau Direktor Eiben.schütz gestellte Ultimatum auf Zahlung der rückständigen Gagen in der Hohe von rund einer Milliarde abgelaufen war., ohne daß die Forderung des Personals erfüllt worden wäre.. Frau Eibenschütz erklärte sich außerstande, diesen Betrag auMbringen, erklärte aber, daß sie für die Sommerspietzeit günstige Anbote in Aussicht habe. Die Darsteller und das technische Personal haben aus dem Spiel aus Teilung in den letzten Monaten durchschnittlich 900.000 Kronen bis 1 Millionen bezogen, und erklärten, unter diesen Bedingungen nicht mehr weiter arbeiten zu wollen. Das Theater bleibt also bis auf weiteres geschlossen, was ebenso wie in der BoKsoper den Konkurs bedeuten dürfte. Heute finden Personalbesprechungen statt, die es vielleicht ermöglichen werden, daß der Betrieb in irgend einer Form wieder ausgenommen wird. .Jedenfalls ist es als sicher anzunehmen, daß während der zwei Feiertage nicht gespielt wird.' _ Betrugsversuch an de« Atem der vermißte« Ego» Heimmm. Seit dem 4. d. ist der 17jähvige Kürschnerlehrling Egon Hei mann aus der elterlichen Wohnung, 6. Bez., Stolberggasie 5, abgängig, und an allen Straßenecken sind Plakate mit seinem Bilde und mit der Mitteiilung augeklebt, daß demjenigen, der den Jungen den Eltern wiederüringe, 26 Millionen Kronen erhalte. Diesen Umstand hat ein Gauner ausgenützt, um an den besorgten Eltern einen Betrug zu versuchen. Bor etlichen Tagen erschien bei den Eltern ein junger Mann, der ihnen eine gruselige Geschichte erzählte. Er sei auf der Ringstraße gewesen und habe auf einer Bank Zwei ihm als Homosexuelle bekannte sitzengesehen. Da sei ein Auto vorgefahron, dem ein Mann entstieg, der mit ihnen sprach. Im Auto sei ein Junge gewesen, dessen Aussehen ihn an das Bild des vermißten Hei mann erinnert habe. Diese Woche kam zu den Eltern ein anderer junger Monn und überbrachte einen geschlossenen Brief, der den Amtssiempel der Polizeidirektion trug. Im Briefe hieß es: ,Mtte, wenn Sie dem Ueber-- bringer im geschlossenen Kuwert 5 Millionen übergeben. Diese Summe dient als List zur Ausforschung, da sich jemand meldet, der die Adresse gegen zitierten Betrag verraten würde. Trifft das zu, so ist Ihr Sohn heute noch zuhause, oder die 500 Schilling kommen retour bis 25. Mai. 'I. B. Dr. Leo." Dieses unbeholfen stilisierte Schreiben kam den Eltern bedenklich vor und der Ueberbringcr wurde angehalten. Er ist der 21jährige Sch'lossergehilfe Franz H o hn- Häuser. Er wurde dem Sicherheitsbureau übergeben, wo sestgestcllt wurde, daß sein Auftraggeber und der Verfasser des Schreibens der aus Wien abgeschaffte 23jährige Kontorist Hugo Netter, 2. Bez., Schöngasse 16 wohnhaft, »var. Auch er wurde verhaftet und gab die Urheberschaft des versuchten Betruges zu. Das Papier mit dem Amtsstempel hatte er von einem abschlägigen Bescheid der Polizoidirektion auf ein Ansuchen um Aufenthaltsbewilligung abgetrennt, Netter wurde dem Landesgericht eingeliesert. f '_ Sie Verhaftung der SchuWMerr -chSchter. Sein Vetter mitschuldig Wie berichtet, wurde im Haag der aus Wien nach Verübung großer Betrügereien flüchtig gewordene Schuh« tvarenhändler Benno Schächter verhaftet. Nun wurde vorgestern der Kaufmann Keppel (richtig Jakob) Schächter, ein Vetter des verhafteten S&mto Schächter, von der Wirtschaftspolizei in Vertvahrungshaft genommen und dem Landesgericht eingeliesert. Die Verhaftung erfolgte, weil Jakob Schächter verdächtig ist, an den Betrügereien, Unterschlagungen, der 'betrügerischen Krida und der Exekutionsvereitlung ftirxeS Vetters teilgenommen zu haben. "'** Sin Such Ruth. Eine Profane Schewuoth-Betrachtung. Dem Knaben schon erschien es sonderbar, daß für das Schetvuokhfest gerade das Buch Ruth den Wochenabschnitt bildet, eiitgebettet zwischen jenem im Richterbuch geschilderten Stammeskrieg in Israel, da sich die übrigen Stämme gegen Benjamin vereinigten und bei Gibea Bruderblut floß, und die düsteren, oft um heimlichen Geschichten des Samuel-Buches. Und der Knabe konnte nicht begreifen, wie die von Sonnengold, Erntesegen und Ackerduft erfiillte Ruth-Legende in den Zusammenhang jenes Festes kommt» das mit der Emrnernug an den übermenschlichen Hall der Mosis-Gesctzgebung verknüpft ist, an die furchtbar ehernen Worte von Sinai, deren Klang, zu Erz geformt und ehern tönend, bis heute durch die Welt dröhnt. In der Ruth-Idylle gibt es kein einziges Gebot, kein einziges Verbot und nirgends tönt das befehlende „Du sollst", das drohende „Du sollst nicht". Nicht von rein, nicht von unrein wird gesprochen; aber in dein wundervollen Vorspiel, da Noemi, zur Waitderung aus Moah in jüdisches Land gerüstet, ihren Schnurelt anheimgibt, in Moab zu bleiben, da glänzt das wundervolle Wort der Treue auf, das Ruth spricht: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehcn, wo du bleibst, da bleibe ich auch." Es sind, die Worte, wie sie ähnlich der Gathiterkltecht Jithai zu König David spricht, die einzige und nienschliche Form der Bindung, die Menschen srenrder Abstaiirmung zu vereinigen vermag. Aber sie ist vergessen worden, ebenso wie die^ Worte, die sie ausdrücken. Nur das „Du sollst" und das „Du sollst nicht" sind in der Welt geblieben. Ruth auf Boas' Feld. Er erblickt sie, fragt nach ihr und spricht sie au: „Du sollst nicht gehen auf einen anderen Acker Wehren zu lesen, und geh auch nicht von hinnen." Leben und Dichtung haben tausende und aber tausende Formen wundervollsten Liebeswerbens; eine der herrlichsten, die je ersonnen ward, ist di« hier. Dem einsamen Knaben von einst gaben die sommerhellen Bilder des Ruth- Idylls Stoff zum Traumen, der einsame Mann von jetzt erkennt in den Worten des Boas, die zu den schönsten Liebesworten der Weltliteratur zählen, den Sinn des Ruth-Buches, gerade im Zusammenhang mit dem Tage der Gesetzgebung. Eng benachbart all dem, was menschliche Gesetzespfuscherei an Schranken und Beschränkungen errichtet und was jene wundervollen Liebesworte des Boas an die Moabitevin in Len Kreis banaler, sozusagen autarkrscher Auslegung bannen könnte, liegt jenseits des Bezirkes aller Gesetze jene wahrhafte Liebe und Menschenfreundlichkeit, welche das Gesetz zum göttlichen macht und aus einem Popanz, mit dem Menschen einander schrecken, einander bekämpfen und vernichten, jene lebendige Form schafft, die ihnen erst ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Das Unglück ist erst in die Welt gekommen, als die Menschen die Liebe zueinander in die Idylle bannten und das „Du sollst — Du sollst nicht", seiner Göttlichkeit entkleidet, gegeneinander wandten, statt es miteinander zu leben. Diese Auslegung des Ruth-Buches mag zu profan sein, aber sie ist tröstlich im Jammer der Zeiten. Denn Hoffnung wird erweckt auf ein aus der Liebe enfftaudenes menschliches Gesetz, das erst das göttliche ist. I - Siegfried Schmitz. Ae irnWsche« Jude« wolle« «ach Srer Fsrael »ander«. Grusien ist, obwohl im politischen Sinne zu Rußland gehörig, ethnographisch genommen, ein Land für sich, und auch die vierzigtausend Juden in diesem Lande bilden einen eigenen, von den übrigen Juden des Ostens grundverschiedenen Typus. Im Gegensatz zu den russischen. Juden, leben die grusinischen Juden fast ausschließlich auf den Dörfern. Es gibt unter ihnen viele Weinbauer und Gärtner, und sie leben unter den gleichen Bedingungen, wie die übrigen Bürger des Landes, die mit ihnen immer Frieden hielten. Auch unter dem Zaronregnne fanden de grusinischen Juden bei den Grusiern, besonders bei den Intellektuellen, Verständnis für die jüdischnationale Betvegung und die Blätter stellten sich gerne zur Propagierung des Zionismus zur Verfügung. Sonderbarerweise fanden sich selbst unter diesem Häuflein Juden Assimilanten, die die Assimila-' tion mit den Grusiern predigten und diese gegen die Zionisten hetzten. Mit Hilfe der russischen Zionisten gelang es damals jüdischnationale Anstalten ins Leben zu rufen und sogar eine Zeitschvift in gvusinisch-Mdischer Mundart zu gründen. An der Spitze der jüdischnationälen Bewegung stand Rabbiner David Basow in Uni, Gouvernement Kutacs. Die Lage der grusinischen Juden, unter denen es auch vor den: Kriege keine reichen 'Familien gab, gestaltete sich nach dem Zirsammenbruch katastrophal. Da sie keinerlei Handwerk betreiben. können sie in der neuen Ordnung nicht Fuß fassen. Auch an eine Auswanderung nach Amerika konnten sie nicht denken, da sie dort ioeder Verwandte. noch sonstige Beziehungen haben. So müssen diese jüdischen Bauern und Gärtner, ohne Erioenb und Besitz, der Not preisgegeben, jetzt zusehen, wie die letzten Raste ihrer Ersparnisse dahin schwinden. Ihr Ansuchen an die Sowjetregierung wegen Ueberlassung von Boden zur Bearbeitung blieb unberücksichtigt; die Regierung gab ihnen bloß die Ausreisebewilligung behufs Auswanderung nach Erez Israel. Vorläufig wurde dreihundert jüdischen Familien eine solche Bewilligung erteilt, in deren Namen eine Abordnung nach Ero; Israel reiste, um dort mit dem Mtionalfonds und der Zionistischen Parteileitung wegen seeigneteq Ksdegs die Vevhandl-uzWv pflegen. Die unter Führung des RaMnerr David Basow stehende Abordnung erhielt, lvie aus Jeru» salom berichtet wird, von den kompetenten. Stellen di« Zusicherung, daß ihrem Wunsche entsprochen werden wird. Amsterdams IS0«8a-rfekr. Im Rahmen der Gedenkfeier des 66HÄHirtgen Be« standes der Stadt Amsterdam tvird im Reichsmuseum und im Städtischen Museum eine Ausstellung veranstaltet, die neben historischen Erinnerungen zahlreich« Werke holländischer Meister aus privaten unk öffentlichen Sammlungen vereinigen wird. Auch das Ausland beteiligt sich mit berühmten Gemälden. So sendet die Akademie von Stockholm ihren größten R e m b r a n d t „Die Verschwörung des Claudius Ci« vilis", den man zunt erstenmal neben der ,-Nachtwache* und der ,-Luchmacherzunft" (Staalmeestcrs) sehen wird Amerika wird durch den grandiosen ,/Fahucnvägcr", Eigen tu nt des Sir Duveen, vertreten sein. We i«sy werden das Selbstporträt Rembrandts aus der Sawunr?itg det Lord Jveagh und der »Zunge Mann" von Rcmbrand! aus der Sammlung Koppel ^Berlin) zur Verfügung ge. stellt. Frankreich wird durch die große Komposition des Fabius Maxrnms, Eigentum des Charles Sedelineyer vertreten sein. Die Ausstellung wird vom 3, Juli bis 16. September geöffnet sein. Dar Schachturnier in Markenbad. AuS Marienbad wird uns berichtet: Die sechste Runde brachte folgende Resultate: N i e m z o w i t s ch gewann gegen JanowSky, Aa t e S gegen H a j d a, N u b i » st e i « gegen S p i e l m a n n, R « t { gegen S ä m i s ch, Tartakower gegen Michel; remis waren die Partien Przepiork a—M a r s h a l l uni OpocenSk y—G r ü n f e l d; die Partie Thomas— T o r r e wurde in fast gleicher Stellung unterbrochen. In der s i e b e n t e n Runde gewannen r R u b i n st e i « gegen Hajda, Spielmann gegen Sämisch, R 6 ti gegen Michel, Torre gegen Aates, Niemzowitsch gegen Grün selb und M a r s h a l l gegen JanowSki. Remis endeten die Partien Tartakower—Przepiork« und O p o c e n S k h—T Hamas. Stand «ach der 7. Runde: Rubinstein 5 (2), Marshall 8 (1), Tartakower 5, RSti 4'/, (1), Niemzowitsch 4'/„ Grünfell 3Vz, Dates 3y„ Torre 3 (8), Spielmann 3 (1), Przepiorka 2*/, (1), Sämisch 2'/„ Thomas IV, (3). JanowSki. IV, <1), Haj^ 17t, OpoeenSkh '/, (2), Michel 0 (2). 71 Berslente verschüttet. New-Iork, 27. Mai. In Raleigh in Nordkarolina er» eignete sich am Mittwoch nächnrittaigs irr der der Carolina- Coal-Company gehörigen Zeche ein Grubenunglück, wobei 71 Bergleute verschüttet wurden. Die sofort emgesetzte Hilfskolonne konnte die Uuglücksstelle Wege» der ausstvömenden Gase nicht erreichen; anßerdom verhinderten -weitere Exploiftonen -das wettere Borgehen. Nach sechsstündiger Arbeit erreichte die Hilfskolonne die ersterr Toten. Man befürchtet, daß sämtliche 7.1 Bergleute ums Leben gekommen sind. Auslritte ans de« gndentnm. Ranzen Hofer Artur, aeb. 3. März 1876, Wien, 7. Bez., Siegmundgasse 2. Sonaoend Mendel, geb. 25. November 1896, Wolbrom, Schnellergehilfe, 15. Bez., Grenzgasse 18. S ch'l e s i n g e r Charlotte geb. Groß, geb. 16. Mai 1893, Berlin, Private, 8. Bez., FuhrmannSgaffe 18. H e r s ch m a n n Frid Josef, Dr., ged. 13. August 1895, Saaz, 6. Bez., Haydngasse 14. Berger Stella, geb. 17. März 1905, Gaya, 6. Bez., Kasernengasse 6. L i n d n e r Paul Friedrich, geb. 3. Dezember 1888, Grosalmerode, Kaufmann, 8. Bez., Hamerlingplatz 7. Löfs Franziska geb. Tuschak, geb. 12. Juni 1889, Wien, 9. Bez., Röaergafle 14 d. Neu mann Max, geb. 80. April 1904, Wien, 14. Bez., Sechshauserstraße 45. Orgel Oskar, geb. 1. August 1887, Wien, Beamter, 12. Bez., Tivoligasse 70. Kammer Katbarina Philomena aeb. Zechbauer, geb. 15. Marz 1661, Wien, 7. Bez., Karl-Schwelghofer-Gaffe 14. P o l l e n z Viktor, geb. 12. April 1896, Howorem, Beamter, 16. Be»., Herbststraße 18. N e u m a n n Ludwig, geb. 16. Juni 1884, Preßburg, 14. Bez., Goldschlagstraße 54. B e e r Friederike geb. Lorenz, geb. 17. September 1896 Wien, Bankbeanttin, 18. Bez., Michaelerstraße 32. Stern Rudolf, geb. 17. März 1902, 20. Bez., Treustraße d. Hendl Theresia, geb. I. Oktober 1898, Wien, 20. Bez., Pappenheimstr. 60. D o r n Ela, geb. 29. Jänner 1896, Warschau, 20. Bez., Klosternelllurgerstraße 26. D o r n Josef, geb. 26. Februar 1922, Wien, 20. Bez., Klostenteuburgerstraße 26. L w o w t tz Abraham, geh. 23. März 1884, Lieben, 9. Bez., Schubertgasse 20. S i ng e r Friederike, geb. 10. Dezember 1892, Wien, 9. Bez., Griinentorgasse 17. K o h n Adolf, geb. 16. Mai 1895, Wien. 0. Bez., Liechtensteinstraße 92. Urbach Katharina, geb. 23. März 1900, Wien, 9. Bez., Rotenlöwengasse 19. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Wien. 20. Mai. * Rücktritt des Baseler Rabbiners Dr. Cohn. Skach vollendeter 40jährMe Amtstätigkeit >ist soeben der Baseler Rabbiner Dr. Ä. Cohn Mrückgelveteü. Rabbiner Dr. Cohn, ein Schüler Theodor iDi o «n m >' ens und Rabbi H i 1 t> « Lh eimers, wurde als DreinMwanziAjähriger zur Leitmtg des Seelsorgea>M'tcs von Berlin nach Baliol berufen; er war der erste eigene Seelsorger der Israelitischen Gemeinde Base>l, die;6ei seiner Berufung 150 Familien zahlte, heute äber 600 Familien groß ist. Als anttsäktester Rabbiner der Schweiz hat Herr Dr. Cohn eilten starken Einfluß auf das «vsamte Indentmn .in der Schtvei^ auSgoübt. Er ist unter anderem auch der Begründer und Präsident des ZeutraGerv'ms zur Fövder-ltng des geisetzestrmlen Judentums in der Schweiz wie auch Begründer des Schweizerischen Komitees für Palästina. Der scheidende Rabbiner wurde durch eine Deputation des Borstaudes der Israelitischen Gemeinde unter Führung des Präsideutert -Herr-rt Dreyfus-BwdM) begrüßt; der Präsident, wünschte Dr. Cohn int Namen der Gemeinde einen ungetrübten! Lebensabeird. * Bamsspruch gegen »ine Zeitung. Aus Warschau, meldet „v. T. A.: In der chemaliaen GouvernemenWpdt,! retzWN KreiMM EeueLall

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