Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2248 (24.5.1925)
- Date
- 1925-05-24
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2248 Wien. Somttafl und ging wie Millionen Andere einer törichten, mechanischen Tätigkeit nach, nm schlecht und recht zu existieren. Mit nicht mehr nnd uicfyt weniger Unlust als die anderen. Auch die im Laufe der Jahre sparsameren Drohbriefe der Gläubiger — a»»ch der Onkel forderte zeitweise, nach desjerr Drde die Erben — irritierten ihn tvenig. Er blieb davorr im Grunde unberührt. Wir schreiben das Jahr 1940. Die Krise ist abgeflaut: Der .Herr G5dj,t hat seine Anstellung erhalten. Die Hochkonjunktur der Milliarden ist »licht wiederqvkehrt. Und, in bcn besten Jahren, kann er bei der Kopievpressc sagen: „Ich habe Karriere gemacht — sie hat bis zu meiirem sechzehnten Jahre gedauert." Der Herr S-ohn ist ein Typus. Eine Massencrscheinung des Jahres 1940. Und auch der Herr Vater, diese L'Arro», ge-Figur des veracmkeit närrischen Vaters, ist ein Typus. Der Herr Sohn ist ein liebenswürdiger „Mein Leopold" und die „einzige Passion" des Herrn Papa. Es wächst eine Wiener Generation aus, die nur deshalb keine Karriere mehr mcid/cn wird, weil sie bereits frühzeitig in den Genuß der „erfolgreiche», Lcbeuslaufbahl»" kam. Ter Sechzigjährige, »velcher der Jugend aus Eigenstol; und pädagogischen Gründe,» erzählt, »vie er „tit „zerrisse»»«»» Schuhen" anslug u»»d es durch Fleiß nnd Tüchtigkeit zu Wohlstand brachte, stirbt aus. Aber der Enkel, der mit Milliarden als Präsident begann uiid als Di»lrnist endete, lebt. Er lebt bei der Kopicvpresse oder dergleichen. Und wird schließlich vergessen, daß er »"»bcrhau.pt einmal eine Karriere und ein üppiges Bankdepot genoß . . . „SudM." Ein jüdischer Finanzromm, aus dem achtzehnte» Jahrhundert. Josef Süß-Qppelcheimer, .Hoffaktor und Fiuanzdirskkor des Herzogs von Württemberg, Karl Alexander, i>st für uns eine Gestalt aus entschwundener Zeit. Für uns, di« wir so manches aus der Gegemvart des jüdische,» VEcs schon als Vergangenheit sehe»» möchten, für uns, Bekenner der Freiheit und Sucher der Zukunft. Der 'Sklave nsi-nn de's geknechteten Volkes, »venn er auch untwoben ist von Macht oder Märtyrertum, i:ft nicht eines freien, selbstbewußten Volkes würdig. Nur die Revolution des inneren Menschen, die gänzliche Befreiung von Sewilität und eingefleischter Kriecherei, kann ein Volk üvahchast frei machen, nnd ist auch erstes, vornehmstes Zeugnis schon evmngener Freiheit. In diesem Sinn ist Ard Süß kein Typus der Freiheit. Sein Roman, das Epos seines Lebens, kein WunschbÄd unserer Herren. In dev Geschichte der Diaspora aber ibilldct fein Loben und Wirken nicht .das rühmloseste Glatt. Die Hofjuden, diese in'neutbehrliche.n Stützen, Geldgeber und Mitarbeiter der Fürsten Europas in den ersten Jvhvhundevten der Neuizeit, beiveisen die wvrtschafUche ' und woMich-intelleEtuellc Bedeutung der Jude,» in dieser Zeit der Kapitalsbrldung! wohl am besten. Trotz Ghetto, trotz des gÄbeu Schandflecks dringen sie in die intünslen Gornächer -der Herrscher und gewinnen gewaltigen Einfluß auf die Regierung. Josef Siiß-Qlppenheimer, im, Bolksm>und ,Jind Süß" genannt, der Hold des Romanes von Lion Feuchttvanger*), ist wohl der bedeutendste unter diesen Hofbankiers und Füvstematgeberir. Seine zähe Energie und Machtbegievde, verbunden mit einer anpassungsfähigen, geistigen Beweglichkeit und Eleganz, -machten ihn zum Vertrauten, Günstling und Mitherrscher Karl Alexanders, des württembevgischen Herzogs. Diese schicksalhafte Verbundenheit von Herzog und -Jud, die daraus entstehenden Kämpfe und Konflikte, die vielgestaltige Umgebung der seiden; -das behäbige, biedere Schwaben mit feinen Protestantrsch»katholifchen Intrigen und die Juden von Amsterdam bis in den fernen Orient — diesen Ausschnitt aus unserer Golusgeschichtc gestaltet Feuchttvanger zu einem dramatischen Epos. Ein Epos freilich, das unsere ganze leidvotte Verbannung zum Vorwurf hätte, müßte ein riesenhaftes Unternehmen sein. Die Diaspora ist so viefförmig, unsere .Zerstreuung über die ganze Erde und ihre fast z'we.ita>nsendjährige Dauer leider so groß, .daß dieses Work iochl nur in einzelnen Teilen, Bildern, Ronmnen geschaffen werden kann. Als Ga ulstein in der großer», episch-'künftlevischen Davstellnng unserer iGolnsgeschichte nimmt der Ronran Jenchtivangers sicherlich eine, bedeutende Stelle eilt. Es ist dem Autor gelungen, in einer kräftigen, dem Milieu angepaßten Sprache, ,das Bild eines Volkes, aller seiner Stände, dorr seinen» Herzog rni-t seinen» Hof bis zu den» im Wirtshaus polternden Konditor r»nd ihrer aller Verhältnis zu den Inden als Bordergvundszene dieses Bildes plastisch und Packend zr» entwerfen. Die Gharakteristi'k der einzelnen Gestalten, so des jungen, geilen, soldatisch starken ur»d doch den» Juden »mtevlegenen -Herzogs, der mondänen, lüsterne»» .Herzogin Maria Auguste, des listigen, auch anr Galgen beherrschten jüdischen Finarrzdirektors, des fchwcigsanlen, alten Kabbalisten Rabbi Gabriel, der ganzen, langer» Reihe Pietistischer Jünglinge und Aiädche»» ist so treffend und bis in die kleir»sten -lüüancelr dnrchgeführt, daß sie noch lange nach der Lektüre hcrumgeistern und die historische Folie zugunsten allge- ,neinmlei»schllchcr Einzelschicksale verblassen lassen. Besonders ergreiferch ist der schauerliche Kampf zwischen Jud Süß und dern diplonratifchen, taktvollen, wissenschaftlichen Pfaffen Meißenfee um die Ehre ihrer Töchter, der pietistischen Magdalen Sybille, die von der Maitresse des Herzogs zur Bürgerssrau wird, und der stillen, mimosenhaften Naomi, die schon unter dem ersten tievösch-» *) Lion Fouch1wa»»gc>r: „J,»d Süß". Nouran. DreiMaS-!en-Berlag, Münchci», 1925. Wiener Mornenzettnnft. 24. Ma» 1825 _ Seite ÜK geilen Hauch des Herzogs erschreckt und angcekelt stirbt. Die Spannung steigert sich ins Dramatische in der Darstellung der teuflischen Rache des Juden nnd seines selbstgewollten abgründigen Sturzes. Das hartnäckige Bekenntnis des Gefallene»» zum Judentum trotz Qualei» nnd in» Angesicht des Todes erhebt das sehr lesenswerte Werk in die Reihe der hehren Denkmäler jüdische.,» Märtyrertums »»nd fügt es in die geschichtliche Kette des Volkes, die von Freiheit über Sklaverei und Märtyrertum zu neuer Freiheit führt. Dr. Leopold Thal er. Austritte aus dem Fudentum. FruchtbLndler Olga geb. Macha»», geb. 22. Juli 1903, Wien. 8. Bez., Schlösselgasse 13. Tauber Siegfried, Dr., geb. 14. März 187b. Etbenschütz. Ministerialrat, 1. Bez., Passauerplatz 7. Frischauer Aline Stephanie, Dr.. geb. 28 März 1699, Lemberg, 9. Bez., Thurngasse 1b a. M e is i n g e r Hella, geb. 29. August 1902, Krakau, o. Bez.. Anzengrubergasse 17. N e u m a n u Isidor, geb. 31. Mai 1876, Wien, 13. Bez., Baumgartnerstraße 78. N e u m a n n Else geb. Fleischmann, geb, 14. August 1681, 13. Bez., Baumgartnerstraß« 76. B r ü g e l Sieg»»»und, geb. 19. Jauner 1887, 13. Bez„ Testarellogasse 4. B r ü g e l Berta geb. Metzl. geb. 17. November 1890, 13. Bez., Testarellogasse 4. F i ch t e n b a u m Margarete, geb. 13. August 1902. 8. Bez., Langegasse 21. M e l n i r Leopold, geb. 20. Oktober 1904, 7. Bez., Zieglergasse 26. S p i tz e r Josef, geb. 11. März 1904. Wien. 18. Bez., Meiselstraße 78. Kornblüt Rosa, geb. 10. Februar 1910, 13. Bez., Mä«- straße 152. W i l l n e r Rudolf Alfred, geb. 12. Juni 1907, Schönberg, 7. Bez., Zieglergasse 75. S t a n t o tv e r Golde, geb. 2b. November 1899, Sanol, 17. Bez., Ottakringerstraße 13. Demant Karoline, geb. 8. Oktober 1898, Leinberg, 7. Bez., Li»»dengasse 53. G o t t l i e b Rosa, geb. 29. August 1892, Kopyczyncze, 13. Bez., Feldmühlgasse 1b a. B e l l a k Grete geb. Löwy, geb. 14. Juni 1892, Saaz, 13. Bez., Vinzenz-Heß-Gaffe Nr. 25. N e u m a n n Ilse, geb. 12. Jänner 1905, Zürich, 18. Bez , Ballnlgartnerstraße 76. F r i e d l ä n d e r Karoline. geb. 3. November,1853, 13. Bez., Kreinsergasse 4. Singer Rosa, geb. 28. März 1894, Alistal, 18. Bez., Anschützgasse 30. Rosenf e l d Josefine, geb. 3. Mai 1900, Szatmar, 13. Bez., Jsbart»- gasse 12. N o r m a i Er»»st, geb. 2. November 1903, Budapest, 13. Bez., JSbarygasse 12. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. Wien, 24. Mai. * Das Marienbader Schachturnier. Marienbad, 23. Mai. Dafür Sonlltag zahlreiche Schachfreurwe ihren Besllch angsmcfbct haben, ist der freie Tag auf heute verlegt worden. Heute wurde nur die einzige unterbrochene Partie T o r r e (Mexiko)— Opöcensky (Tschechien) zu Ende geführt. Schwarz gab die Partie ohne Spiel auf. Morgen wird die dritte Runde in der beveits gomeldeten Reihenfolge ausgetragen werden. * Die Krawalle in Harnburg. Unter diesem Titel haben »vir am 29. Zlpril d. I. einen aus sonst stets zuverlässiger Quelle ftainmenden Bericht über einen' am Tage der Reichs- Präsidentenwahl stattgefundener» Deinonstrationszug n von Hakenkrenzjlevn gegen das Bankhaus Ward u r g veröffentlicht. Während die Nachricht von seiten der- Beteiligten. Vezw. Betroffenen, unwidersprochen geb!roden ist. stellt jetzt ein Brief einer lokale»» jüdischen Organisation die. Tatsachen des Berichtes in Abrede mit dem Ersuchen, dies in unserem Blatte^ festzustellen. Was hiermit geschieht. * Ein Wiener Rechtsanwalt in Gastein beim Blumenpfliicken INdlich verunglückt. Aus Salzlburg wird berichtet: Der in Bad gaste in zum Kuvgobrauch weilende Advokat Dr. J»»l»us Löw ans Wien ist beim Blmnenpftücken ’oon einer Mischen Bad gastein u»»d Böckstein , liegenden, zwarrzig Meter hohen Felstvand ahgestürzt. Dr. Löw Vlieb tot liegen. Die Leiche wurde nach Böckstein übevftchrt. Dr. Löw. der. 78 Jcchre ält war, hintevläßt eine Witwe. Tochter und Sohn. Seine Kanzlei befindet sich in der Wollzeile. * Das Wetter. Gestern »var es heiter. Die Tenvperatur erreichte vielfach schon 35 Grad. Die Voraussage meldet: Meist heiter, sehr warm, örtliche Gewitterbilldung nicht ausgeschlossen, in den nördlichen Alpen föhnig, Verschlechterung des bisherigen Schö,»Wetters bevorstehend. * Terltveise Berteueruna der Fleischpreise. Infolge der abnellMenden Fleischimporte, namentlich aus Polen, 'machte sich währe»»d der abgclanfenen Woche in der Großmavkthalle auf einzelnen Gäbiete»» eine Knappheit fühlbar, die besonders bei Kalbfleisch zum Ausdrucke gelangte, das gegenüber, der Vorwoche um 20 Groschen pro Kilogramm im Preise gestiegen ist.. Rindfleisch, welches gestern lebhafter gefragt tvurde, blreb trotz der rückgängigen Bewegung auf dem dieswöchigen Rindermavkte i»r St. Marx im Preise unverä»»dert. Die Großn»avkt« Halle »vies gestern lebhafte Frequenz auf. da sich auch viele auswärtige Käufer eillfanden. Der N-aschmavkt wurde mit. allen Gemüsesorten, einheimischer »»nd auswärtiger Herkunft, reichlich beliefert. Salat und Frühkartoffeln begegneten besonders reger Nachfrage. Auch für alle Qualitätsgernüsesorten herrschte rege Kausl»»st. In der Preislage ist -im Vergleiche zu den Vortagen keine i»em»-ens»verto Berärldernna endgetreten. Der Absatz in Geflügel hielt sich angesichts der hohen Preise in mittelmäßigen Grenzen. E Die Sorge für den Smnmereinkauf ftcht vor der Dür. Jetzt heißt es, die richtige Quelle zu finden u»»d sich, an diejenigen Firmen zu wenden, »wlche in der Lage sind, die Daine und den Herrn von der Konkurrerrzlosigkeit der Warenangebote in Qualität. Preis und moderner Muster»»ng zu überzengen. Ein Woa durch die T a b o r st r a tz e führt uns an dem populären Ware»»haus Brüder Schiffmauu vorbei, das sich im Laufe seines langjährigen Bestandes als ein Unternehme»» ersten Ranges »»nter der Führung des allgemein geschätzten Fachiuauues Max Schisfmanu botvährt hat. Im Warenhatls Schtsfmann, 2. Bez.. Taborstraße 48, kann auch derjenige, dem nicht allzu große Mittel zur Verfügung stehen, seinen Bedarf an Garderobe rmd Ausstattung decken. Ueberaus aktuell ist jetzt der als Gelege»rheitseinkauf gebachte Zeibpuilkt für Psingst-Sonde ran geböte. Für daS leichte S o n» m e r k l e i d finden die K»»»»den reichhaltigste Auswahl in den bekannten Modestoffen »vie Crepe de Chi»»e, Crepe »»»arocain nnd den anderen leichten Sonlmergewebcu. die für den A»rfent>halt arvf dern La»»de und im Kurort in Betracht kormnen. Nicht z>» vergessen ist a»»ch das Lager in Chiffoner» n.nd Leme»». fertiger Leibwäsche nnd allen Mode- Dins jüdische Haus I as •jüdische Blatt rtvtifolu von» einfachsten bis zum feinsten Genre. Ueberems preiswert st»»v auch die Strumpf- und Wirkwaren. Für den kornmcndcn .Herbst hat das Warenhaus Brüder SchUmann eine »nustergültrge Kollektion von Teppichen, Vor« hängen und Bettdecken h» allen Preislagen vorbereitet» w daß der Besuch dieser Fivina sich für jedermann lchnend gestaltet. * Del-Ka-Lein«nschuhe, »veiß und grau, 10 S. 00 G. Siehe Inserat Seite 15. * Ein schöner Akt von Hilfsbereitschaft. Ei»» Loser schreibt uns: Am letzten Sonntag wurde eine aus 16 Mädchen des Ingeiidbundes Techeleth LaNmn bestehende Wandergruppe von dem plötzlich und wolkenbruHartia niedevgchenden Unwetter ans der Gießhübler Heide überrascht. Tapfer und in guter Disziplin suchten die kleinen Mädchen unter der besonnenen Leitung ihrer Führorin im rascheste»» Laufe in einem der zunächst erreichbaren Häuser Schutz. Sie kamen zun» Glück in ein gastliches Haus. Rasch nah,,» sich eine Dame »»an»ens P resz er der Kleinen an und unter tatkrälftiger Unterstützung anderer Frauen wurden sie e,»Meidet, abgerieben »»nd nach Möglichkeit mit trockenen Kleidern und Wäsche vevsorgt. Ein sehr erschöpftes Kind wurde kurzerhand ius »»-arme Bett gesteckt und mit l»eißen» Tee gelabt. Von einer der Dame»» wurde mittlerweile das bekalrnte Philanthropenpaar Herr »md Frau Julius Krupnik telephonisch verständigt und in kürzester Zeit sichren diese mit zwei Autos und einer Menge von Kleidern ,»nd Wäsche vor. Nach Stnnder» legte sich der Sturm und in zwei Partien führte das Ehepaar, Kvupnik seine Schützlinge zurück in ihr Heim. Keines der Kinder hat Schaden gelitten, daick der Hisssbereitschaft gütiger Menschen. * „ServuS, ich geh' ins Wasser!" Freitag u»n Halb 4 Uhr nachmittags fuhr ein Bierwagen über die Brigittabrückc. Neben dein» .Kutscher saß der 22jahriige Rudolf G r a b >l e ch n e r. In der Milte der Brücke sprang er plötzlich mit den Worten: ,-Servus, ich geh' ins Wasser!" vom Wagen, lief blitzschnell zun» Geländer, svrana in den Strom und verschwand in den Wellen. Die Ursache der Tat ist vollstmrdig unbekannt. * Todesopfer eines Autos. Freilag nachmittags wurde der aehtjährige Dolksschüler Walter Grene ii» der Nähe der elterliche»» Woh»»un>g, Ostväldgasse 24, vom Lclstenauto A. B. 837 niedergüstoßon. Er starb im Spital. * Die Lebensgefährttn im Rausch erstochen. Gestern in den Abendstunden hat in seiner Wohn»»»»g im Hause Laivzerstraße IW der Maurergchilse Josef Jung in alkoholisierten» Zustande seine 60jährige Lebensgesährtin. die Hilfsarbe-ilcrin Antonia Hofmann, bk gleichfalls berauscht war, in» Streit durch einen Messerstich in die Brust derart schwer verletzt, daß die Frau kurze Zeit nachher starb. Beide hatten, wie der verhaftete Täler angab, nachmittags längere Zelrt in einer Weinhaue ^gebracht. Abends waren sie wegen, des Wilrtschaftgeldes in Streit geraten. Un» sich der Allgriffe seitens der Frau zn er- »vehren, hatte er zugvstochen. Eine Tötungsabsicht stellt Jung in Abrode. * Iudenmord ztveier Gendarmen. Aus Kl a,»s e nb,» r g meldet I. T. A.: Der jüdische Gastwirt Aaron Geller begab sich kürzlich bei Tagesanbruch auf den Markt nach Hardat. Die beiden Gendarmen Florea und Marian begegneten ihm, ließen sich zuerst von ihm in einem Wirtshaus an der Landstraße bewirten und erschossen ihn dann, »»m ihn zu berauben. Sie fanden aber i»»»r 580 Lei. von welchem Golde sie 400 Lei zu sich steckten. Die Gendarmen terrorisierten den ganze»» Tag lang die Judenschaft des Dorfes, drangen auch in das Haus des ermordeten Geller ein und schlivgen die ganze Familie blutig. Geller hinteEßt eine Witwe nnd fünf unmündige Kinder. * Tod eines italienisch-jüdischen Patrioten. In Benodig starb dieser Tage der in ganz Italien populäre jüdisch-italienische Patriot Leone Lev» in» Alter von 73 Jahren. Der Verstorbene war einer der begeistertsten Vorkämpfer der italienischen Unabhängigkeit und kämpfte im Jahre 1870 als wagc- »mltiger Führer in den Legionen Garibaldis. Auch in den späteren Jahren war er an den gofahrdetsten Punlkten. der italienischen Freiheitsbewegung zu finden. In Triest wurde er von österreichischen Gendavrnen gefangengenommen u»»d lebte längere Zeit in Hast. Nach dem Eintreten Italiens in den Kris« an der Seite der Entente meldete sich Leone Lovi ungeachtet seines hohen Alters als Freiwilliger zur Front, käinpste in den Schützengräben nnd legte auch hier Proben seiner Tapferkeit und Unerschrockenheit ab. * Wer ist der Erfinder des Rotorschiffes? Wie bei allen Erfindunaen nachträglich die verschiedensten Leute die Priori-. tat für sich in Anspruch nehmen, so tobt auch um die Erfindimg des FLettner-Rvtvrantriebes ein heftiger Kampf. Ein Wiener Jngemour namens Fred W. Ellyson, der jetzt in München lebt, beansprucht auf Grund ei»»es am 36. November 1911 »»»- dem Fachblatt „H. P., Fachzettung für Automobilism»»s nrvd Flugtechnik" veröffentlichten Artikels die geWge Urheberschaft dieser Erfindung Wr sich. Seine Bchauptung bedarf wohl noch des Beweises. « * Briefmarkenausstelluiy. Gestern Vormittags fand die feierliche Eröffnung der Oesterreichifchen Briefmarken- Gedenkausstellung im Gebäude der Generalpostdirecktion durch Bundeskarrzler Dr. Ramek statt. * Die Mittelschullehrer wollen streiken. Wie gemeldet, ist u-rtter den Mitttzlschullehvern wegen der Einstellung der Nebenv gebühren der Gedanke aufgetaucht, zu streiken. Eine Ura'bstirnmuna bat ergeben, daß sich die überwiegende Mehrheit der Mittelschullehrer für den Streik er- Aärte. Allerdings soll vorher noch einmal der Versuch unternommen werden, mit der Regiernng zur gütlichen Regelung der Angelegenheit zu kommen. E Ein idealer Aufenthalt ist die Hotel-Pension „Rudolfs- Höhe" in Bad Ischl. Schönste Lage, von herrlichen dtadcl- »valdungen umgeben. Täglich Künstlerkonzerie. Mäßige Preise. E Erholungsbedürftige suchen mit Vorliebe die bestre»wrnmierte Pension Lehner in Bad Ischl, Brennerstraße 19, auf. E Schlammbad Pifthan. Uvkräftige Bäder «egen Rheuma, Gicht. Ischias. — Schlainm sur Hauskuren und alle Auskünfte: Pistyanbureau, 9. Bez.. Alserstraße 38. E Das Grand Hotel Bauer in Bad Ischl können wir allen Erholungsbedürftigen »värmstens ernpfchlen. Bestgapflegte Küche. Ideale Lage. Perlsion nur 13 S. täglich. E Die Vorteile eines eigenen Heimes finde»» Sie in der Hotel-Penjsion Deig»»er in Baden bei Men, Helenenstraßc 71. Erstklassige Verpflegung, prachtvoller Garten. * Kartell Prager jüdischnatioualer Berbindnngen (Ba risjia u»»d Jordania). Der Genevalkonvent ist auf den HeMt verschoben worden und dürfte am 1. November in Prag statt finden. * Pom Keren Kaiemeth. Der Keren Kajemeth bittet uns, zu veröffentliche»»: Am 29. und 30. d. feiern wir das Schwuoth- Fest. Es gibt dies Gelvge»»heit. im Wege der Thora-Spe»»den größere Gmgänge ftir den Keren Kajemeth herbeizuführen. Wir bitten, diesem Utnstande besonderes Augenmerk zuzutven. den und zu trachten, daß i,r sämtlichen großen «nd kleinen Gotteshämern beim Ahora-Mfruf vornehmlich für den Keren F^kjemetb gespendet werde.