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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-22 · Heft 2246 (22.5.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2246 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag_ um eitt Ku«t-erbmtt von Erzieh::,:gs- und Fürsorgefra-gen zu handolu. Mer ,M«ir: Knrd", das ein« Wort, Mt und -st System. Der AtevnstaiidpmÄt soll te und muß re in der gefantt-en Ju-gor:dfürsovge dominieren. Aber mit kleinen jüdischen Elternveroirreir tväre uns tvenig gedient. Die gesamte jüdische Elternschaft muß zur Fürsorgoschaft evtvachsen. Eltern allein wissen es voll zu inerten, wie wichtig die Art des Unterrichtes mtö. der Erziehn-rrg für den späteren Berns, Gcsmidheit und den moralvschen Wert des Kindes ist. Umgekehrt wissen sic, welche Hemmungen die Erziehung durch Not, Kraitthei-t, schlechte Wvhmmg und andere Uebcl-stände erleidet. Ersteht uns alber die Elternschaft als Fürsorgeschast, dann wird bald manche Lücke der Jugendfürsorge verschwinden. Es tvird dann -nicht -nnchr, wie Heuer, nrögilich sein, daß zehnmal mehr jüdische Kinder Sommererholnng bedürfen als Plätze vorhanden sind, mehr als die Hälfte der Plätze aber frei bleiben -müssen, roeil die Eltern so iverrig fürsorglich dachten, daß sie erst im letzten Momente die ganze Su-nmre zahlen urüsseu, die zu sparen sie gehn Monate Zeit hatten. All die verwaisten, die sittlich gefährdeten, die in fremder Obhut privat lebenden j-üldilschen Kinder worden dann Atenschen finden, die über sie und ihr Schicksal eine gewisse Aufsicht übe,:. .Mein Kürd," es muß der Leitsatz für joden werden, der in >der Jugendfürsorge mitarbeitet, auch für diejenigen, die keine Kinder besitzen. Siegfried Abelcs. * Die jAnsche Armut in Ziffern. Der Bevern Mniheit" schreibt uns: „In Nr. 2241 Ihres geschätzten Blattes vom 17. d. ist in denl Artikel jüdische Arnmt in Ziffern" eine unseren Verein betreffende unrichtige Bemerkung enthalten. Es heißt dort, daß der Verein „Einheit" jährlich .116 Mililionerr für seine Ausspeisung ausgiibt. Tatsächlich beträgt laut Bilanz pro 1924 unser Küchengebaruuasabgang 286,612.900 Krön cit._ Unser alljährlicher Küchenabgang entsteht -dadurch, daß die Preise des von uns verabreichten Essens unter den Selbstkosten stehen und weil wir teils Armor: gratis zu essen geben, teils weil )oir sowohl in der allgemeine!:: Ansspeffung als auch Ln unserer Mittolstandsabteilung Ermäßi-gun-gen gowähren." Sine Wische Poliklinik in Budapest. Aus Budapest wird -uns berichtet: Sonntag den 25. d. findet hier die Eröffnung der dom Ehepaar Aladar und Josefa Kaszab gestifteten jüdischen PoMinik statt. Es ist das die erste jüdische Poliklinik der Welt. Das Ambulatorium der Poliklinik ist so eingerichtet, daß es jährlich etwa hunderttausend ambulanten Kranken wird die erforderliche Behandlung zuteil werden lassen können, und überdies werden 60 bis 70 jüdische Aerzte die Möglichkeit haben, miter der Lelitung anerkannter Professoren ihre medizinischen Studien gu vervollständigen oder sich zu spezialisieren. Dies ist schon mit Rücksicht auf dorr Numerus clausus an den Hochschulen und Kliniken dorr großer Wichtigkeit. Die jüdische Poliklinik, die 40 Säle innufaßt, wurde vom Ehepaar Kaszab gewissermßen als Protest gegen die Vertreibung der Juden aus dem nredizinischen Hochschulstudium und von den Lehrkanzel« ins Loben gerufen. Von einer dein Stifter der Poliklinik, Hofrat Aladar Kaszab, nahestehenden Persönlichkeit erfährt Ihr Korrespondent, daß durch die Eröffnung der jüdischen Poliklinik die Idee der Errichtung einer jüdischen Universität in Budapest der Verwirklichung nähergerückt erscheint. Die Budaposter jüdische Gemenrde verfügt jetzt über jüdische Volksschulen, vollwertige jüdische Gymimsicn, mchrere vorzüglich geleitete und eingerichtete große jüdische Krankenhäuser, an die sich nunmchr auch die durchaus modern ausgeftattete jüdische PoMinik reiht. Las Schachmeisterturnler in Marimbad. Marienbad, 21. Mai. (Tschech.-slow. Preß-Bu-r.) Gestern wurde im Internationalen,Schachmeisterturnier die Auslosung folgender Teilnehmer vorgenommen r Nubinstein (Polen), Samisch (Berlin), Michel (England), Tartakower (Wien), Räti (Tschecho- Slowakei), Spielmann (Deutschland), Haida (Brünn), Torre (Mexiko), Oposenski (Prag-Bratislava), Niemzowitsch (Dänemark), Marshall (Vereinigte Staaten), Janowski (Vereinigte Staaten), Grünfeld (Wien), Thomas (England), Iates (England), Przepiorka (Polen). In der heutigen ersten Runde wurden folgende Partien gespielt: Rubin st ein gewann gegen Przepiorka, S ä m i s ch gegen Iates remis, Michel verlor gegen Thomas, Tartakower gewann gegen G r ü « f - l d, R 6 t i siegte über Janowski, Spielmann gegen Marshall unentschieden, Haida gegen Niemzowitsch remis, Torre gegen Oposenski wurde in für Schwarz besserer Stellung abgebrochen. Der Mord mit MhuobaMen. Der Sensationsprozeß Shepherd. New-Iork, 31. Mai. (Töl.-Kondp.) In Chikago begann geftem der Sensationsprozeß gegen William D. Shepherd, der beschuldigt ist, sein Mündel, den jungen Millionär William Mac Clintock vergiftet zu haben, um sich in den Besitz des Mac Elintockschen Millionenvermögens zu setzen. Shepherd steht weiter unter den: Verdacht, schon vor Jahren die Mutter des minderjährigen William Mac Clintvck -und deren Hausarzt -mit Quecksilber vergiftet zu haben. Den jungen Mae Clintvck hat Shepherd durch Typhnsbazillen getötet,-die er von einem Chemiker namens Fa im an bezog. Der Vormund des jungen Mae Clintvck sicherte diesenr Chemiker 100.000 Dollar für den Fall zu, daß es ihm gelingt, den Klwben aus dem Wege zu räumen und die Erbschaft anzutreten. Der Prozeß wegen der Giftmordaffäre Shepherd-'Mae Elintock erregt in den Vereinigten Staaten seit dem Prozeß gegen die jugendlichen Mörder Loeb und Leopold das sensa« Wiener Morftenzektuns. tianellste Interesse. Schon der erste Bcrhandluugstag spielte sich -unter dramatischen U m st ä n d e n ab. Die beiden Advokaten des mdgeklagt-en Shepherd erhoben nämlich bei der Zusanrmensetzu-ng der Jury fortgesetzt Einwendungen gegen die ansgelosten Gefchtvorenen und verlangten ein Geschworenengericht, dessen Mitglieder nachweislich — keine Zeitungsleser sind. Die borden Anwälte begründeten ihr Verlangen danrit, daß sie cs mit einer wirklich unbefangenen Jury zu tun haben wollen, deren Mitglieder durch die heftige Zeitungskampag-ne gegen ihren Klienten nicht voreingenommen sind. Zu dem Sensationsprozeß sind zahlreiche Zeuger», darunter als Kronzeugin die B rau t des verstorbener: Millionärssohnes, vorgeladen. Mehrere dieser Zeugen haben a n o n y m c Briefe erhalten, in denen sie gewarnt werden, gegen Shepherd auszusagen. Me neue Theorie der Lichter. Wellenhast und körperhaft. 'Aus London wivd uns geschriäbeu: Sir Josof Thom- .so n, der Physiker der U-uivcrsität Cambridge, hielt dieser Tage in London uit'ter bcan Vorsitz tomi Lord Balfo « r eine Fison- Vorlosung über seine neue Theorie des Lichtes. Er legte dar, wie die New tausche Lehre über den körperlichen Charakter der Lichtstrahlen a-ufgege-ben wuvde, als am Ende des 18. Jahvhu-nderlS die Wellentlheorie Thomas Ioungs a::skam, und wie auch diese Theorie seit 36 Jahren durch die Entdeckung der Röntgen-Strahle« ins Wa-rdken geriet. Bor mehr als 50 Jahren berechnete nun Maxwell die Schnelligkoit, mit der die elektromagnetischen Kräfte sich be- »vegen, u-nb geigte, daß sie sich in den Raunt mit genau derselben Güschwmbiglkeit wie das Licht stürzen. Die natürliche Fol-gevurrg ilv-ar, daß auch das Licht aus elektrischen Wellen bestcht. Ja, man konnte zeigen, daß diese Wellen Eigenschaften des Lichtes besitzen. Eine Erweiterung der Maxwellfchen Theorie ergab Möglichkeiten, nicht -Nur die optischen, sondern auch die elektrischen Wirkungen zu erlklären. Stellt nwn sich eine omfache Kraftlinie zwischen einen: EÄtron und eüre-n: positive:: Pol vor, so versteht unvn, daß, tvenn das Elektron so ischnell bewegt wurde, daß die Kraftlinie -ihm nicht folgen konnte, dann die Kraftlinie in die Form e-'mer Schlinge sich wirft und annähernd einen Kreis bildet, der mit der -in ihn: ei-ngeischlossomm Energie sich in Bewegung fetzt und in den Rann: vordringt gleich einen: körperlosen Geist. Der Kreis schwingt und die Schwingungen bewege:: die Maxwellschor: Wellen. Dhomfons Theorie ergibt also, daß die Maxwellschen Wellen zwar nicht die Energie oder Kraft haben, um aus dem Kreise Energie zu absorbieren, daß sie aber das Fließen lenken. Thomson kommt dazu, das Licht nicht mehr als einheitlich gu betrachten, sondern als zweihcitlich: es ist beides, wellenhaft -und ■ körperhaft. Wien, 22. Mai. . * Rabbiner Felix Blum gestorben. Nach einer Meldung, aus Straßlbür-g verschied dort im Atter von 78 Jahren der frühere Rabbiner von Mülhansen Rabbi Felix Blum. Der Verstorbene, der in der rabb-nvffchen Welt einen Ruf als Gelehrter genoß, wurde durch seine Abharldttmg ,He grand Sanhedri«" bekannt. Er war -in Bifchheim geboren, wu-we später einer der besten Schüler der Ecole Räbblmque in Paris, bekleidete sei:: erstes Rabbineramt in Fegersheim, kam dann nach Phalsburg, von wo er nach MnhHomsen berufen wurde. Bor etwa vier Jahren schied er aus Attersvücksichten aus seinem Amt und verlöbte seine letzten Jahre -m Straßbur-g. * Die Jude« in der weißrussischen Regierung- Der neum von dein sv^bsnten weißrussischen Sowjetkangreß ainges-etzten Regierung gehören drei Juden an: der BMskämmijsar für Finanzen Karp, der BMskommiissLr für Jmveres EhaAewitsch und der VMskomMrssär für Justtz Se-gal. Dem w-öißrusstschen Zentralkomitee der Sowiots ychöre-n 22 Juden als Mktgttoder an. Im Präsidium sitzen die Juden I. Äewin, Gurwitsch und Dscherowitsch. In Weißrußland existieren elf jüdische Dorfsowfets. (I. T. A.) * Line Einstein-Denkmünze der Brasilianischen Akademie. Ans Rio de Janeiro wird gemeldet, daß Professor Albert Einstein nach einer ausgedehnten Runoreise durch Argentinien, Uruguay und Brasilien dort eingetroffen ist. Die Akademie der Msienschasten von Rio de Jan-viro (Aeademra Brasileira de Soiencias) hat zur Erinnerung an seinen Besuch eine Denkmünze prägen lassen. * Frau Kestranek gestorben. I:: der Nacht auf yestem: ist Frau Marie'Kestranek, die Witwe nach Wrlh. Kestransk, dom Schlaganifall, den sie erlitten hatte, erlogen. Der Ehe Wilhetn: und Marie Kestraneks tvaven zwei Söhn u-:td zwo: Töchter entsprossen. Einer der beiden Söhne ist, wie erimdvvlich, seinen Eltern vor verhäUMmäßi-g kurzer Zett im Tode vo-rausgegangen. * Elektro- und Maschinenfachschule Arsenal. Wie Ms die DirÄtion mittEt, wird -m!i-t dem Wintersemestor an der Lehra:fftM ein Tagesschule errichtet, -die aus einer Mtoiluing sAr Maschinenbau und einer für Elektrotechnik bestehon wird. Für die Auifnahme in den ersten Jahrgang als ordenHicher Schüller ist der Nachweis des Besuches einer UntevmvttÄschnIe oder Bürgerschule notweridig. In der Anstalt werden auch Wevkmoister für Maschinenbau und Elektrotechnik, Elektvobetviebs-, l-oiter, Maschinenbetviebsloilter, Tischlerwerkmeistor, Maschmfften und Heizer herangebibdet. Das Bundesmmistevinm sür Handel und Vorkehr hat der Lchvanstatt die Msbvldnng und JortbildNM von Gisenbcch:Oeam-tM zugewiesen. * Vom Dorotheum. Jnfolae baulicher Veränderung im Hauptarvstaltsgebäude des Dorocheums, 1. Boz., Dorotheer- «asse 17, Älborsiödel-t die Bücherabteilung vorübergehend nach den: 9. Bezirk, BZahringerstraße 2, wo sie am Freitag der: 22. d. ihren vollständigen Betrieb wieder aufnimmt. * Brand währerw einer Kinovorstellung. Mtttv-och äberids ist in einen: Memr Kino während der Borstelluna im Operatoursvann: ein: Filmbvand ausgo'brochen, der loicht hätte auch für die Zuschauer verhängnisvoll tverden kmmen. Emige Minuten vor 7 Uvr albends wnvde die Zentrale der Fou-erwehr verständigt, daß im Fvanzenskirw in der Schönbrunnerstraße 12, zu Beginn der Vorführung eims Filrnes in der Qporat-eurstanrmer oii: Brand allsg-tzvrochen sei, der beide Filmkästen, «im denen der Film, der eine Länge von 1600 Meter hat, abläuft, ergriffen baibe. Als die Löschzüge der Feuerwehr olntvafen, hatte das PMikum bereits wt aller Ruhe den Zuschauervanur verlassen. Der Operateur gab an, der Branid (ei dadurch entstanden^ daß her Film an eines KbeB-MW SS.'Mal M? '_~ Nr. SM Stelle gerissen und infolge der Wärmeausstvahlung der Lichd. quelle in Brand geraten sei. Auch die obere Mmtrommel war schm: von den Flamnren erfaßt worden, so -daß der ganze Filn: verbrannt tvar. Die Fouerävehr fand boi ihrer Ankunft noch «cflirmnende Filmtoile vor. Der MchiMungsapPavat ist toillwelse zerstört. Der Brand ciristand tvähreud der Bv-vfühmmg des Fillmcs „Der Meister seiner Zunft". Der Schaden, der dllrch Versicherung gedeckt -ist, beträgt zirka 3600 Schilling. . * Internationaler Radioklub. lieber das „Slmateursen^ -den" findet unter Leitung des bekannten Kouslrukteu-rS Jnginvur I. Sliscov-ic, der erste in Wien abgehalltene Kurs, benchallcheud Bau -und Be-dieunng des Amatourseriders, statt. Dieser Kurs wird populär gehalten, ist für jcideu Radioamateur wichtig und vollstä,:dig ausreichend für die Ablegung oiMr Sendopvüfmlg. Beginn des Kurses an: 22. Juni. Vortrag jeden Montag und Freitag un: 8 Ilhr abends in: Klnbhe-i-nr, Hotel de Fva-nee, 1. Bez., Schottenving 3. Beitrag 6 S. AnmeDlingen schriftlich oder nmndlich jeden Montag und Freitag ab 8 Uhr abends. * Die Selbstmörder. Ju der Ruhrhofergasse w::rde Mittwoch nachts die dort bedieustet-e Illjährrge Hausgehilfin Marie Schiller -in der mit Leuchtgas erfüllten Küche -le-bl-os anfgefunden. Es har:dÄt sich offenbar um einen Selbstmord «ns bisher nübokauntou Motiven. — Die 34jM)rige Private Olga Spiegel, Halmaasse 2, hat sich gestern mittags in ihrer Wohn-npg aus bisher nnbekaiultcr ilrsache erschossen. * Ein entführter Dampfer. Die Russische Tvlcgrapheiragentnr meldet: Der Dampfer der Sotojet-Haudelsflötte „Utrisch", der aus Eupatoria nach Port Skadowsk ausgelaufen war, wird seit den: 10. d. vernrißt. Nun erhielt eine Rederei in Odessa von ihren: Konstantinopler ^lgenteu die Mitteilung, daß er ein Telegramn: von: Kapitän des „Utrisch" aus Varna erhalten ha'b, wonach der Kapitän nach dem Verlassen vor: Ellipatoria auf hoher Sec von unb dann ton Passagier en mit Waffen .geztouttgeu tvorden sei, den Dampfer nach Barna zu führen, wo er gegenwärtig zuvückgehalten tverde. Ohne weitere Einzelheitei: nritzuteilen, ersuchte der Kapitän, die schleunigste Befreiung des Danrpfers zu erwirken. Es besteht der Verdacht, daß deer Dampfer auf Veranlassung seines e-hemaligen Besitzers aus der Zeit vor der Revolutior:, des Griechen Neophits, der sich angMich in B u -lg a r: c n aufhält. entführt wurde. * Das nackte Mädchen in der Lokomotive. Ein IHähri-ges Mädchen ans Middle Sb rongh in England bestieg vollkommen nnlbekleidet eine unter Dmnpf stehende Lokomotive, gab Bolldantpf und fuhr gege:: London. Schließlich stieß die Maschine auf einige Gritevtoa-ggons. Das Mädchen sprang in eine andere Lokomotive mvd war -in: Begriffe, die tolle Fahrt fortzus-etzen, ails einige Bahirbedivnstete erschienen und sie fostncchmen. Sie wurde Ibekleidet und in eine Irrenanstalt -überführt. * Wenn Milliardarinnen heiraten. Die „reichste Partie der Welt," Miß Ablby Nockefel>ler, heiratete dieser Tage ,-in aller Stille" ihren Jngendfreu-ltd, von Rechtsanwalt David Meviwether Miil-tvm An der Tromnngsseievlichkeit nahmen 60 Perfon-en teil, darunter auch der alte „Petrole-:vmkönig" John D. Rockefeller. Aiüf Wunsch der Brant lvuriden -in der Tvauformel die Worte ,-dienen" und „gchorchen" weg-gelasseu. Im Anschluß daran hielt das junge Paar seinen erste:: Empfang ab, Kr dom 1200 Personen eingeladon tvaron. Die Hochze-its-veise führt das Paar nach Paris. * Vierlinge. J-n Tarvagona wurde, wie ,/Dimes" bericht -len, die Frau eines Arbiters von Vierlingsn entbnrtden, e'inom Mädchen und droi Knaben, die sich ebenso tvie die Mut-tcr des besten Wohlse-ius erfreuen. * Napoleons Jugendliebe. Der „Tenchs" vom 16. d. veröffentlvicht in ferner Zeitffchviftenschau aius der „Revu,e Beige" -fünf unzweifelhaft auchenttsche Br'refe des 17jälhrigen Napoleon Bvnaparte aus dem Jahre 1787 an eine gew-is-se ,M m m a". Diese fünf Briese bestätigen das Wort Stendals, daß N-apolloon weder das Latein, :wch die Geschichte, noch die Orthographie kannte. Sie sind aber von reWoller Naivität u:ch Frische. Im ersten Briefe btttet er um cm Rendezvous; im gwowtt: fteh-t er darum; -in: dritten klagt er; in: vierten bit-tot er um einen Beweis von Berftätidnis für -sein Leid; und der ^fünfte schließt rnit den Worten: „Adiou, Mabonwifelle, s-oien Sie gewiß, daß es in Niemands Macht steht, nicht oinin-al 'in der Jhvon, zu verhindern, daß ich mit Fronden alles das betrachte, was Ihnen aWonchm sein könne." Wer war diese ,/Lmma", die den künftigen Kaiser der Franzosen a-M-itzen Ließ? Das -ist noch nicht bekannt. * Der Name Lloyd. Vom Kaffookellner znn: Großschifffahvtsveiüder hat es Lloyd gebracht, der nach den: ,/Hotel" ursprünglich als Edward Lloyd im 17. Jahrhundert in der City in Lmrdon dm von Kaufleutc-n, Seevovsicherern, Schiffs- -maklem und Schiffern (Kapitänen) besuchtes Kaffecha-us cröffnete. Noch honte heißt es in: Englischen ^to be at Lloyd's", fov^iel wie ,/auf der Schiifsovbörls-e Verkehren". Lloyd muß ein rühriges Wettverkehrsgenie gewesen soin, denn aus denr -einstig -gen Schifferoase ivurden Versichern::gsgesellschasteu, Schiffsahrtszöitungen. Klassifikationsvogistor für englische und ausländffche Seeschiffe. Noch heute Untevnchrnungen größten Stils! Urspvnnglich waren Lloyds Schiffe Patent- und Standavd-Sypon für günstige Bersichovungssätze. Honte gehören Aber-ta-uslonde von Agenten ustv. zum Lloyd. Der kurze woWlinigvnde Name wurde von andern. Gchellschaften augerwnvmen, zu-m BeifpN vom doutschon Norddeutschen Lloyd, wie auch von zahlroiche« HotM-oitt:ngen des In- und Auslandes. * (Sine Liga gegen Sensation-Matter wurde in der vorigen Woche in Chicago gegründet. In den letzten Jahve« bestanden die DitÄsotten der meisten amerikanischen Zeitungen aus Lauter SensatiMsnachvichten -über Verbrecher, weil -die Herausgeber dadurch einen größeren Absatz für ihre Blätter erhofften. Die Liga ist nu-i: bestrebt, dir Zoilungsleute von den -bisherige« Methoden abzübv'mgon und sie derart zu kartellieren, däß sie über eine gewisse Größe des Druckes von Titel« ::>:cht hinausgchen. Nadioprogramm. Freitag den 22. Mai. 9 Uhr: Mavktbevicht. — 1 Uhr 10 Min.? Uran «zeit. — 1 Uhr 1b Min.: Wetterbericht. — 4 bis 6 Uhr: Nachmlttaaskonzert Die Neu-Wtener Operette. OSkar Straus, «Ein Walzertraun:", Lied und Tcmz aus „Kleopatra", „Der letzte Walzer", Potpourri. Eysler, j,Der Frauenftesser". «Der fidelv Geiger. „Das blaue Paradies", „Der lachende Ehemann". Fall. „Die geschiedene Frau". Boston und Tanzlied aus „Der süße Kavalier"^ „Madame Pompadour", Potl/fi Ubrr Englischer Sprachkurs. — V S Uhr: Beethoven-Kammermusikabenb. Ausführende r Quartett Buxbaum. Mitwirkend i Konzertfänger Anton Tausche. Ludwig van Beethoven, Streichquartett OpuS 18, Ö-Moll; Liederzyklus ,In die ferne Geliebte", gesungm von Konzertfänger Anton Tausche. An: Flügel fflnua>i»*ttax M. W. Ast. Streichquartett Opus 130, ö-Dur.

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