Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2243 (19.5.1925)
- Date
- 1925-05-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981328--22819-3010272- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Kr. SÄ8 MerU Dienstag Wlenep M-oraen^ettuna. . . - - . - ' ' WiLn, 19. Mai. ' * Schweres Unwetter an der Südbahnstrecke. Sonntag kurz nach 1 Uhr mittags setzte in.der Gegend von M ö d« < ling und in der Umgebung ein großes Unwetter ein. Auf l der Strecke der elektrischen Straßenbahn Mauer—Mödling. , in der Nähe von Maria-Enzersdors, wurde daS Geleise durch - Gerolle so arg verlegt, daß ein Zug entgleiste. Von dem Unwetter war mich Perchtoldsdarf arg mitgenommen. Nach zwei Stunden hatten Regen und Hagel nachgelassen. _ cy« sltt *.»-o **.* - ■ ■ “ ~" ■ juu.vt^iuy utiuuiji oas orsyerlge tcyöne Wetter. Die Voraussage lautet: Keine wesentliche Aenderung deS warmen, M örtlichen Gewittervildungen neigenden Wetters. Prognose unsicher. * Die LebenSmittelmürkte. Die Großmarkthalle, wo gestern 12 Waggons mit 67 Donnen einlangteu. botacktevn sowohl i-m Groß« sowie im Detailverkchr ein ruhiges BW. Bei spärlicher . KänserbetMgnng sind PrcksändeeMgen gegeiMer der Vorwoche Mt p konstatieren. - Der N a schmarkt wurde trotz des Montages relativ günstig beliefert. Salat, der am Samstag im Preise angezoaen fiat, stellte sich gvstem billiger. Die Preise aller anderen Gemüsewrteen hielten sich ach den en.gsten 2,40 Schilling pro Kilogramm je nach Qualitl anderen Marktgebieten hielt sich der Verkehr Rahmen. * Die jüdische Armut in Ziffern. Irr Ergänzung um'eres nnt^r obigem Titel erschienenen Artikels vom Sonntag den 17. d. berichten wir, daß der Verein „Machsike Hadath", der seit 25 Jahren besteht, speziell ach dem Gebiete des WSsipeisiunaAvösens Hervorragendes leistet. In seinem Etat erscheint oie AuSspevseocktion mit M Millionen Kroneil jährlich ansgewickm. Der Verein leistet auch ach anderen Gebieten der Wchltäiigkeit ersprießliches. So unterhält er eine unverzinsliche Darlehenskasse für jüdische Kleingewerbetreibende uujb ein Institut zur Förderung des Talnmdstudmms. Im Winter erhalten täglich einige hundert Personen unentgeltlich Tee Md Arme - größere Quantitäten Kohle. Außerdem werden jährlich einige arme Mädchen vecheiratet. * Jüdisches Rcalaymnasium, Wien, 2. Bez.. Castellezgasse 36. Anmeldungen für die 1. bis 7. Klasse täglich zwischen 12 und 1 Uhr. * Max Weber liest in Madrid über die spanische« Juden im Orient. Professor Max L. Weber von der Berliner Uuitoerfitöt begann in der Madrider „Bereinigung für geschichtliche Studien" eine Reihe von Vorlesungen über das Dhema „Die spanischen Juden im Orient", das seit kurzer Zeit ün Spanien-eine gewisse Wichtigkeit', erlangt hat. Professor Weiber sprach in seiner ersten Vorlesung Mer die verschiedenen Fragen der heutigen Lebensweise, der Kultur- und Sprachentwicklung jener seit dem Jahre 1492 aus Spanien Ans- 'getviesenen nnd verweilte besonders bei. der interessanten Tatsache, daß in manchen von ihnen bewohnten Gegenden die. spanische Sprache sich mehr oder weniger rein erhalten hat und 'teilweise einen ausgesprochen altertümlichen Charakter ausweist und ursprünglicher ist als das heute aus der Halbinsel -gesprochene Spanisch. Die Vorlesungen verdienen insbesondere deshalb allgemeine Aufmerksamkeit, weil in Spanien seit 'kurzem eine Bewegung im Gange ist uui> sogar bei der jetzigen Militärregierung Unterstützung findet, die daraus ausgeht. die. nunmehr seit Jahrhunderten in der Türkei und anderen dortigen Ländern wohnenden „Sesarditen" zur Rückkehr»aus- 'Msordern. Von vielen Seiten wird jetzt die Frage der Rückkehr senex. Juden in. bejahendem Sinne beantwortet, da auch 'zweifellos sehr wertvolle Kräfte, die damals dem Lande verloren gingen, ihm wieder zugeführt würden. Von kirchlicher Seite aus wird jedoch dem Vorschlag ein starker, wenn auch mehr verborgener Widerstand entgegengesetzt. * Gedächtnisfeier für die gefallenen jüdischen Soldaten in der französischen Armee. Am 11. d. fand in Paris .ein Gedenkgottesdienst für die gefallenen jüdischen Soldaten der sranMischen Armee statt. Der Oberrabbiner von Frankreich, Israel Levy, leitete die Zeremonie. Maitre Gremien r sprach über die OpserfrendiMt der Juden, die zahlreich als Freiwillige zur Front gingen, und schilderte inSbesondere den Verlaus der Schlacht von Carency, m der einige tausend Juden gefallen sind. Es sprachen noch, der Präsident der Vereinigung jüdischer Frantsolda>ten in Frankreich Rosenthal, ferner General Je s mar und Herr Schlisse! mann. DaS 'Orchester ocS' 6. Jnfanterie-Regiments spielte Trauermarsche. * Schaustellung in Schönbrunn. In der großen Galerie des Schlosses Schönbmnn tvird in der Zeit vom Donnerstag den 21. d. bis emschließlich den 1. Juni eine Hoftafel zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt werden, Wre sie bei Festlichkeiten zur Zeit des Kaisers Franz Joseph Mich war. Die Ausstellung ist für das Publikum von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends zugänglich gegen Entrichtung einer Gebühr von 30 Groschen für Erwachsene und 10 Groschen für Kinder. Der Zugang ch über die Festtroppe des großen Schloßhofes. * Schüsse nach einem Fußballmätch. In Eßlingen hat sich Sonntag nach einem Fußballwettspiel zwischen oem Vercm Freiheit 14 und einer Eßliinaer Mannschaft eine Revolverszene abgespielt. Nach Abschluß des Spieles war es in dem Gasthause. Math iS in einer Gruppe von Ausflügler«, die dort infolge des Regens einaekehrt waren, zu einem Streit gekommen. Eijnige Fußballspieler mengten sich, um den Streit zu schlichten, ein, als plötzlich zwei Revolverschüsse fielen und zwei Spieler des Vereines Freiheit 14 schwer verletzten. Die Täter stiegen rasch in ein Auto und fuhren in der Richtung nach Wien davon. Der Chauffeur, namens Wild, wurde ausgeforscht, konnte aber, da er zurzeit der Tat alkoholisiert gewesen zu sein scheint, keine zweckdienlichen Angaben machen/ * Die Kleinautos bleiben bei der 4000sachen Taxe. Gestern hielten di« Kleinantotaxibesitzer beim .Grünen Baum" eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, bei der 4000 fachen T a x e .zu bleiben. Weiters wurde die Gründung einer Organisation der Kleinautobesitzer vorgenommen. ■ * Angeblich falsche Pässe. Dia,Korr. Wilhelm" meldet: Seit längerer Zeit befaßten sich mehrere Personen damit, polnischen Militärftüchtlmg-en. die nach Palästina auswandern wollten, Pässe zu verschaffen. Sie kauften echte Pässe und diese wurden nach Behandlung mit chemischen FlnfWiten aus die Namen von Flüchtlings gefälscht. Nu» haben Kriminalbeamte den 20jährigen beschäftigungslosen.Fleischer Leib L a mb e r g aus Lublin, Castellezgasse 14, und den 26jährigen postenlosen HandclsangesteÜten Dudek Sternfeld aus Lodz, Jägerstraße 22, beim Ankauf von Pässen angchalten. Ms ihr Auftraggeber wurde der 23jährige Moses Beugelmann, auch Fialkowskv genannt, verhaftet. _ .■' ■ .... * Niesenkasstneinbruch in Brünn. In der chemischen Versuchsanstalt in Brünn wurde ein Kasseneinbruch verübt, bei dem den Tätern ein Betrage von zirka einer h a l >b e ü M i ll l i a r d e. österr. >K. in. die Hände fiel. Offenbar haben drei Schränker bei dem Embruch. gearbeitet. *' Für das Fußballmatch in den Tod. Der 16jährige Handelsakademiker Karl Zuckermann, im 3. Bezirk wohnhaft, hat sich mit Leuchtgas vergiftet. Infolge seines schlechten Fortganges in der Schule hatte man ihm den Besuch ein.etz .FußballwetjjpielG zu dm es M Mitteilungen aus dem Publikum. gurunlt" ,i»b [i'tflcttf. gefujMMll ftjieS Dasein erzielen Sie durch Hugo tzorwttz & Go.. Wien. I„ Franz Joses-Kai 65, indem Sie den Haupttreffer von 6000 Mill. Kronen — >/, Million Schilling — getvirmeu. Fast 80.000 Mill. Kronen , werden verlost. Bestellen Sie noch heute per Posttarte! Ihr Glück ist bald gemacht. ' S» {gftet M «chillliig '/, U «AUHttg. ©et wagt - gewinnt! '/< 6 Schilling. Vs S Schilling. SSWSSS»SSS8WS»WW«^ Wltttftr ih haben! J^B B u r e 9 u: , Ulli. Skodagasse 19/2 Kultus- und Justlz-Tulare und Barette erhalten Sie vorrätig odfer nach Mäss bei der bekannten Spezial firm a RUDOLF GOLDSTEIN iÄS.“"1'"«: Grosses Lager feiner Stoffe für Massbestellungen Tai. 48-6-29 WIEW« II. TABORSTRASSE 54 o««r. isss Große Wohnungs-Auktion ). ti. mtcgtti Mitlmch de« ÜO. M«i ab 3 Uhr nachmittags Freiwillige Berfteigerung -SSLS? Men, II. Sbere n»,««, Teppiche, r Klaviere» Silber, Kunliobjette, Bücher, Luster, Uhren, Porzellan, Bronzen,r. MsmBldä u«>errr Rrlster, darunter viele bedeut«»- VvUlRIvv ungarische Künstler, Miuiatnrrn. Sliiltion-leiter: Albert Kende n Sämtliche zur Berstrigevuug gelangenden Objekte gehören zu« II _Inventar der Wohnung; kein ftrmdeS Stück wurde hmzugesügt. jj leidenschaftlich zog, verboten. Er verbarrikadierte sich in seinem Zimmer und begibg die Tat. * „Der Nene Haushalt." Die Spezialabteilung der Hhgieneausstellung „Der neue Haushalt" „Der gedeckte Tisch", welche außerordentlichen Anklang inbesondere bei den weiblichen Besuchern der Ausstellung gefunden hat, und jeden Tag sehr stark besucht war, muß Donrrerstäg den 21. d. abends wegen der Vorbereitungen für die acht Tage später beginnende neue Spezialausstellung ^Spielzeug, und kunstgewerbliche Heimarbeit" geschloffenwerden. Die neue Svezialausstellung, welche den Ausstellungsbesuchern. ohne besonderes' Entree zugänglich gemacht werden wird, wird modernes, unb.bhgienisches Spielzeug bringen. Außerdem wird eine große Anzahl kunstgewerblicher Heimarbeiten zu sehen fein. . * Sine Pratersahrt am 10. Juni. Die Praterwirte wollen den Wiener Prater wieder zu seinem jetzt wohl schon etwas verblaßten Ruhm bringen. Am 10. Juni soll eine Praterfahrt der alten „Zeugerln" veranstaltet werden, die seit dem Kriege ganz außer Uebung kam. Die Entwicklung des Wiener Fiakers wird von seinen Anfängen bis zu seinem durch den Autobilismus herbeigeführten Ende gezeigt werden. Ver- Museen und auch Privatpersonen haben sich bereit erklärt, historische Wagen zur Verfügung zu stellen, Das Publikum wird völlig gratis diesem Wiener Fest, das noch dllrch, _ FAS.1*-V ."...fl_!. ti Jf- ... i ^i..V iestes hat' dev alte ' Praterfachmann, Direktor Steiner, übernommen. * Jüdische Zeitungen in arabischer Sprache. Die Organisation der. jü di sch en Arbeiter in Palästina Hiftadruch .haowdim gibt eine fiir die arabische Ar-, beitersHast bestimmte Zeitung, „Ctashed vl amal" heraus. Auch das Organ der Eiserchahnavbeiter ,Hed . Haikatar" erscheint uvben der hebräischen auch in einer englischen und arabischen Ausgabe. * Ein neues arabisch-hebräisches Wörterbuch. In Palästina erscheint dieser Tage ein neues aralbischchebräisches Tascheniwörterbuch von A. Alm all ah. Das hebräischlfranzösiischc Wörterbuch Mnmliahs, das umfassender als das arabische ist, erscheint demnächst in Miter Auflage. * Jüdische Lehrkräfte gesucht. Der Preußische Landesverband jüdischer Gameiuden ist in der Lage, seminaristisch vargebifdeton Lehrkräften Ansteltugen nachzuwoisen. Bewerber werden ersucht, ihre Meldungen ai. das Bureau des Landesverbandes Berlin, N. 24, Oranienbirrgerstraße 29, mit Zeugnisabschpiften eiiMsvnden. Bereive. Borträge «nd Versammlungen. /.Zionistisches Lokalkomitee. Heute, 8 Uhr abends, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, Sitzung. — Jugendreferat des Zionistischen Landeskomitees. Morgen Mittwoch, 7 Uhr abends, Vertretersitzung. — Zionistische Sektion für di!e Bezirke-.6-8. Heute, 8 Uhr abends,. Vennoplatz 1a. „Der 14. Zionistenkongreß." Dr. Norbert Hoff mann: „Das Programm der zionistischen Revisionisten".. In der Diskussion sprechen Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Dr. Max Bernhardt, Bezirksrat Moritz Kohn. — Diezion ist ischeBezirkssekt ton Brigittenau veranstaltet in der Zeit vom 19. ms 26. d. eine Schekelwoche und fördert alle Zionisten, die sich an diesem Drive beteiligen wollen ans, ihre Adressen unverzüglich dem Sekretariate der Bezirkssektion, 20. Bez., Ganßplatz 11 (Cafe Halpern), in der Zeit von halb 8 bis 9 Uhr abends mltznteilen. Die Leitung des Schekeldrives ist täglich in der oben angeführten Zeit im Sekretariate zu erreichen. — I u g e n d v e r e l n A h a w a t h- Zion. Morgen, viertel 11 Uhr vormittags, findet im großen Fvstsäale der Universität die Promotion des Herrn Josef .elbard zum Doktor, der Staatswissenschaften statt. Verefttigung zionistischer Bankbeamter (Sektion Bankverein uny Unionbank). Heute, viertel 9 Uhr abends, Case Altes Nathans, 1. Bez., Wipplingerstraße 24, Vortrag Dr. Fritz Georg Steiner, Direktor der Britisch-österreichischen Kompaß allgemeinen Garantiebank. Thema: „Bor dem 14. Zionistenkongreß".. . ■ ■ ■■ Die Zionistische Franenorganisatio» der westlichen Bezirke veranstaltete am 25. April zur Feier der Eröffnung der hebräischen Universität eine Festakadentie, welche einen äußerst angWgten Verlaus nahm. Nach eiM NSMchß hU ÜWA 19. Mai Mö —........ — 1 e, Scndrowicz brachte die Konzertvianistill Fräulein Betti Le« Win mit virtuoser Bravour Wolfsohns Paraphrasen übel jüdische Volkslieder znm Vortrag. Von den weiteren künstleri« schen Darbietnngen verdienen vor allem die Violinvorträgi oes Fräuleins Regine Latnur und die TanzvorführungeN des Fräuleins Steffi Stähl, einer Schülerin Gertrud Boden« wiesers, lobende Erwähilnng. Den Höhepunkt des Abends bil« beten die Rezitationen ans der modernen jüdischen Ltzrik von Herrn Meir Mehlmaml-Stemela, Mitglied der Wilna ei Truppe, der in seiner. Vortragsweise, .ferner Mimik und der Melooik seiner' Sprache lebhaft an eine unserer gefeiertsten Bühuengwßen erinnerte' und stürmischen Beifall erntete. Das schöne Neinerträgnis der Veranstaltung, bei welcher Heri Teddy Kolb in liebenswürdigster Weise den Conferencier machte, fließt der neu gegründeten Nähschnle sür Eha« lnzdth zu. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Die Konfirmation der Mädchen in den Gemeindetempeln findet im Jahre 1928 an solgeiiden Tagen statt: 1. Bez. (Stadttempel), Seiten, stettengasse 4: Sonntag den 31. d. um 10 Uhr vormittags. 2. Bez. (Leopoldstädter-Tempel), Tempelgasse 6: Sonntag den 24. d. um halb 10 Uhr vormittags. 15. Bez., Turnergasse 22: Sonntag den 7. Inni uht 11 Uhr vormittags. 16 Bez., Huber« gasse 8: Sonntag den 17. d. iim 10 Uhr vormittags. 21. Bez., Holzmeistergasse 12: Sonntag'den 7. Juni um 11 Uhr vor« mittags. Keren Kajemeth l'Israel (Jüdischer Nationalfands). Di, Büchseiileerung in Oesterreich findet vom 31. d. bis 8. Juni statt. Alle Keren-Kajemeth-Kommllssäre werden ersucht, das Material für die Leerung, soweit sie es noch nicht übernommen haben, bis spätestens Mittwoch den 20. d. abzuholen, da sonst die noch iricht zitr Leerung zugewiesenen Büchsen ben anderer Gruppen zngeteilt werdeir müßten. Rndroprogramw. Dienstag den 19. Mai. 9 Uhr: Mavktibericht. — 11 bis 1 Uhrr Vornüttagsniusik. — 1 Uhr 10 Min.: Urawazeit. —, 1 Uh: ■ 15 Min.: Wetterbericht. — 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert Mendelssohn, Ein Sommernachtstraum. Granichstädten, Ans ' Befehl der Herzogin. Beethoven, Klavier-Violin-Sonate Nr. 1 Nardini, Adagio aus dem Violinkonzert. Lully, Gavotte. Wagner, Lohengrin. Phantasie. Drdla, Marche triomphale (für zwei ' Violinen). Offenbach. Quadrille. Ertl, Großstadtkinder. Walzer. V. Nosä, Einmal nur geküßt. — V,7 Uhr r Heber den Kraft- Wechsel des Menschen und dessen Bestimmung. Vortrag von Prof 'Dr. Dung. — a/*7 bis 1liS Uhr: Esperantokurs. — Uhr: Orchesterkonzert der Kapelle I. W. Ganglberger. 1. Binder ' Ouvertüre^ zu Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt") ' 2. Schilda, Serenade. 3. Verdi, Phantasie aus der Oper „Ma". 4. Suppc-Pausvertel, „Ich Hab'ins Paradies geschaut" (au? der Operette „Die große Unbekannte"). 5. Chopin. Nodurm (Violinsolo Herr A. Kamper). 6. Ganglberger, a) Jägerwalzer d) Fanta-Marsch. __ Zwei Premieren. Akademietheater: „Weg. im Nobel". — Kammerspiele: „Wn ' werde ich meine Frau los." Leo Feld ist äuf einer Jtalienrdse plötzlich gestorben. Ei ^oar kn.nstbogeistert, liebte, das Theater, schrieb nneniüwegt Stück,, und nntevschield sich von vielen jüngeren, gerissenen Literaten, die auch nicht rnchr könnerr, als er -konnte, durch das shmpalhische Unvermögen, Fähigkeiten vorIutäuschen, die wicht, vochauden . such. Der reds-ckige, eifrig göstiWievende Mmm.-wa-r ome ehrliche .Haut. Ich weiß witfjitj oib das Burgchoater. einen Pietät-sakt .erfüllte oder einer zu Lebzeiten Felds eingegangenen VerpslichtMg nachkam. ' i Seiin letztes Opus fftnicht besser als es die vorhergehend «den waren. Em echter, brav gezimmerter, - gut -gemeinter, 'kritisch nicht zu würdigender Leo Feld. Es ist doch eine Ber-uhignng, daß nicht ein verkanntes Genie erst nach dem Tode im Bnrgcheater zu Wort kam . . . Die Schaulspieler mühten sich redlich. Herr Ma rr spielt einen kernigen, frischen, buvschi'kostn,Knnstsorscher, der.kein Ditz-. fleisch hat, mit sichÄichsm Bchagen. Fr-an Maröerg sängt den losen^ Vogel, der chr oinst änffchlüpfte, mit feinstem LustspiMaki ein, (hoffentlich, beim letzten Fallen des Vochanges ist es noch nicht sicher, ob es glückt), Fräulein Perey ist ein anmntige-s KommerzienratstWerchen -und Herr Häussermann ein 'Amtsdiener mit GoMnöPfen, roter Nasa emd mit c.iiie,m Plappermauil, wie er im Büchel stcht. (Nur, -daß er immer wieder hinausseuszt, «in ,/Renaissancemensch" zu sein, ist ein wenig peinlich.) Besondere Anerkennung Herrn Reimers, dom Jüngeren, der als zerstreuter, pedcmt'ischor Kimsthistoviker sehr gute Figur macht. Das himmMlaue LusWÄ, mit Wassevsarbe hingchiuiselt, recht umstÄMch, aber säuberlich, fand so ftonndlichen Beifall, daß man Leo Feld gegönnt hätte, Zeuge des Erfolges zu sein. Mer vielleicht wäre er nicht so freundlich gÄvcsen, der Promieronevs-olg, wann der Autor noch 'leibte; vielleicht wäre man sogar mit dam Buogthoater nnsanfl ins Gericht gegangen, weil cs ,Meg im Neibel" angenommen hatte; vielleicht hätte es den gütigen Menschen gekränkt, daß seine letzte dramatische Fleißübung dem Kampfe, gegen sein geliebtes Burgtheater neue Nahnmg gab, vielleicht ist ihm durch -diese poschu-me Uranssührung eine bittere Pille erspart güblieben. * Jir den Kammer spielen lachte man drei Me lang über H ess es, in Wien bereits gespielte erotische 'Komödie „Wie werde -ich meine Frau los?". Trotzdem die Form deS Dialoges Mts von Sdovnheim, teils von Kaiser geborgt ist, enthält die Satire so viel scharf geschliffenen Witz nnd sie wird so lebendig gespickt, daß.man feststellen muß: Zu gnt für eine Nachtvorstellung. Wenn, es mit rechten Dingen Mgilrgc, nmßte Herr Jens-en jetzt schon wie die ganz berühmten Gastspiolkünstiler gefeiert sein. Dieser ivm Ehejoch seufzende, .nach Freiheit IZchnappende, iiber die Tauglichkeit zu neuem Lisbesglück erschreckte Schulmeiister ist zum Schreien lonrisch M>d in seiner gütigen Zartheit rührend. Musterhaft. Auch Mee Lach, gchöu zu den wiMich „Prominenten". Se>hr kultiviert ist ihre Kunst, der Pointe und vorneihmer Takt ^nochmals: zu gut für eine ' Nachtvorstellung) ist ihr zu eigen. Voll Verdienst Frau F r öbel nnd Herr Schrecker, an-genchm die Damen Soll ruK . KSrhsL. lF- W-