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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-17 · Heft 2241 (17.5.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2241 (17.5.1925)
Date
1925-05-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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M mt Wien, Gonnkag Wiener Moraenzeitung. 17. Mai 1925 Wie 8 S=Ur Ihr Heim das Notwendigste ist Echter Linoleumbelag mit imabtrelbarere.Musler. In grosser Auswahl ru bekannt soliden Preisen und fachmännischer Verlegung In meinen Spezialhäusern. STEPPDECKEN Der Schekel ist nicht nur Vas Symbol -er zionistischen Gesinnung, sondern er bildet das Fundament, auf dem unsere Organisation aufgebaut ist. Wird dieses Fundament erschüttert,!so droht uns die Gefahr, daß die gesamte Zionistische Organisation ihrer größten Stütze beraubt wird. Infolge der in den letzten zwei Jahren aktuell gewordenen Iewish-Agency- Frage ist es in weiten Kreisen der zionistischen Bewegung Mich geworden, die Organisation zu bagatellrsiLvrn. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, daß selbst im Falle der Erweiterung der Iowish Agency die Stärkung der Zionistischen Organisation als der Inhaberin der Hälfte der Sitze der Jewish Agency desto notwendiger werden wird. Unsere Position als Zionistische Organisation hängt daher auch von der Anzahl der Juden ab, die sich zu unserem Programm bekennen. Der Schekel ermöglicht jedem bewußten Juden, sein Bekenntnis zum großen Gedanken der jüdischen Wiedergeburt aibzulegen. Kaum drei Monate trennen uns vom 14. Zionistenkongreß. In vier bis fünf Wochen soll unser Landesverband die Kongreßwahlen durchführen. Es ist daher Pflicht aller Zionisten, sich in den nächsten zwei Wochen voll in den Dienst der Scheikelkampaglre zu stellen. Die Schekelkampagne soll eben der Gradmesser der zionistischen Stärke in unserer RepMik sein. Heute ist es bereits möglich, den Kreis unserer Anhänger dank der starken prozionistischen Stimmung zn erweitern. Heute können wir der jüdischen Oeffentlichkeit mit Tatsachen und Zahlen die Leistungen, die wir in Erez Israel vollbracht haben, vor Augen führen. Heute muß jeder Jude die Größe unserer Tätigkeit anerkennerr, daher wird es uns leichter, die Zahl nuferer Anhänger zu vergrößern. Es gilt jetzt, eine Zählung der österreichischen Zionisten vor dem 14. Zionistenkongreß durchznführen. Beim diesjährigen Kongreß sind wir in der glücklichen Rolle der G a st g e b e r. Es wäre: traurig, wenn der Gastgeber die Vertreter der gesamten zionistischen Welt mit einer geringen Anzahl von Delogierten empfangen würde. Unsere Landesorganisation hat in den Jahren 1922 und 1923 durchschnittlich 27.000 bis 29.000 Schekelzahler aufgewie-sen. Wir sind überzeugt, daß dank einer enevgischen Propagandatätigkeit unserer führenden Gesinnungsgenossen in den einzelnen Bezirken es ein Leichtes wäre, diese Schekelanzahl zu erreichen. Je mehr Schekalim, desto größer das Anschen unserer Landesorganisation. Daher auf zur Werbearbeit für den Schekel! —g. Schekeltag. Das Zionistische Landeskomitee keilt mit: Oie Zionistische Exekutive hat den 14. Zionistenkongveß für den 18. August nach Wien einberufen. Die einzelnen' Zionistischen Tausend« Seideneloth, doppelseitig.K 5^5-“* Engl. Satin, Oberseite, Unterseite Seidencloth . K 330.— KÜNSTLERVORHttNGE, DREITEILIG Leinen, bunt tamburiert.K 88.— Maoras, durchwebte Farben ......... k 108.— DOPPELBETTDECKEN UND BONNES FEMMES Doppelbettd cke, Tüll, komplette Größe .... Li 98.— Bonnes femmes, Tüll, komplette Größe, mit Motiv.K 38.— Etamin, herrlich schön . . . .. K 88 — LAUFTEPPICHE Strapazläufer, Spagat, ca, 70 cm breit . . . K 19 — Strapazlaufer, Spagat, ca. 90 cm breit.... L - »7.— Maffersdorfer Velours, schw. Qual., 70 cm breit K 1»8 — Maffersdorfer Velours, schw. Qual., 90 cm breit K 198.- TISCHTEPP1CHE Jnlandsmyrna, 2/3 K 360.— Jnlandsmyrna sch Werst, mit Fransen, 2/3 . . . K 830 — Boucle, bester Wirtschaftsteppich, 2/3 ..... L 490.— XX.,Wallen8tein8tr.16 V.,Schönbrunnerstr.105 X.,Favoriten8tr.98 u.l 30 XX!., Hauptstr. 44 Lan-desor-ganifationen werden entsprechend der von ihnen verkauften Schekelanzahl bei diesem Kongresse vertreten sein. Um den uns noch zur Verfügung stehenden relativ kurzen Zeitraum für die Schekelkampagne entsprechend ausnützen zu können, setzt das Zionistische Landeskomitee Donnerstag de« 21. (Halbfeiertag) als Schekeltag für 'ganz Wien fest. An diesem Tage sollen von den einzelnen Bozirksssektionen mit Hilfe von freiwilligen Mitarbeitern gemäß den bereits ergangenen Vorschlägen des Landeskomitees, sämtliche in diesem Bezirke wohnhaften Zionisten sowie Palästlnafreunde besucht und zum Kaufe des Schekels verhalten werden. Die zionistischen Bezirkssektionon, Sondevgruppen, akademischen Verbindungen sowie Jugendorganisationen werden hiermit aufgefordert, sich mit all ihren Kräften in den Dienst dieser wichtigen Aktion zu stellen. Die Parole' dieses Tages soll Läuten: Das Kontingent der einzelnen Sektionen, bezjw. GrUlphen/ ist an diesem Tage aufzubringen. Las teuere Stätten, wie es heuer im Gegensatz zum vorigen Jahve genannt wird, beginnt im Speisewagen; das italienische Menu ist nämlich um'drei Lire teurer geworden und kostet jetzt ebensoviel wie das österreichische, sogar um ein Paar Groschen (wie selbstbewußt das klingt!) mehr. Dafür erhält man statt eines schmutzigen Grünzeugwassers, gedünsteter Gummiabsätze, die mit Seifenlösung übergossen sind, eines zittrigen Gelatineklumpens, «warmen Bieres und kalten Lakritzensaftes, der sich auf der Menukarte als schwarzer Kaffee zu erkennen gibt, lauter Dinge, die den Namen „Genußmittel" rechtfertigen; der Wem, welcher merkwürdigerweise gar keine Erinnerungen an die Studentenzeit erweckt, wa inan auf der Ferienheimfahrt in der gurkenwassergvün getünchten Nordbahnstation Bisenz-Pisek eine „weltberühmte" saure Gurke gegen Erlag von vier Hellern aus grau-rötlich-resoluter Frauenhand empfing, — der Wein - also ist gut gekühlt, der schwarze Kaffee dampft und duftet köstlich. Man darf ohne Furcht in fremder Valuta zahlen, denn man riskiert nicht wie jener Engländer im österreichischen Waggonrestaurant, eine Pfundnote mit 25 Schilling berechnet zu bekommen und sich die Differenz erst durch einen kräftigen Boxhieb — ähnlich der „Prämie" beim Watschenmann im Prater — verdienen zu müssen Der Kellner im italienischen Speisewagen hat nämlich .ein „amtliches Kursblatt" für die Ümwechflung der frem den Valuta und — hält sich -daran. Ja, das teure Italien! Mailand. Messe. Riesiger Andrang von Fremden (Außer den vielen ausländischen Jtalienreisenden, für dii Mailand Durchgangsstation für die Reise nach den italienischen Seen, dem Alpengebiet und der Riviera ist, zur Zell meiner Ankunft auch die Unzahl von Messebosuchern aui der italienischen Provinz.) Vor dem Hauptbahnhof erhält man seine Autonummer, flink rattert ein lustig-rotes Taxi heran, das rasch — und ohne Zuschläge — das Gepäck der« staut und dich (nach einer einheitlichen Taxe) av deinen Bestimmungsort fichrt. Es gibt kein Gewimmel vor Acht-, Sieben-, Sechstausendern, hinter denen sich an dey Wiener Bahnhöfen in ungeheurem Abstand schamhaft dir „normalen" Wiener Fünstaujsendertaxi verbergen, deren Lenker steff und fest behaupten, der Ordnung" halber erst die Vordermänner abfcchren lassen zu müssen. Dafür ist aber die Taxe in Mailand ganz anders geartet als in Wien; sie beträgt nämlich nicht ganz die Hälfte der Wiener .Autotaxe und dazu kommt noch als erschwerender Umstand, daß eine Autotaxifahrt von 15 bis 20 Minuten durch keinen reflektiert und aibgeschwächt, in den engen Grenzen des Denkens und des gesellschaftlichen Verkehrs als äußere Zeichen Verwendung und als Abstraktionen für Dinge und Erscheinungen. Es ist soweit gekommen, daß die menschliche Sprache gleichsam zn zwei Sprachen geworden ist, deren eine aus den Trümmern der andern .sich aufbaut: eine innere Sprache, die Sprache dev auf das Eine gerichteten Seele, deren Wesentliches wie in der Musik das ,/Wie" an sich ist — Um Reich der Dichtung; und eine äußere Sprache, die Sprache der Abstraktion und der Verallgemeinerung, deren Wesentliches wie in dev Mathematik das ,/Was" an sich ist, — auf dem Gebiete des Denkens. Und wer weiß, vielleicht ist es gut so für den Menschen, daß er die Schale des Wortes erbe ohne seinen Kern, auf daß er sie immer wiedeir erfülle oder von seiner Kva-ft hinzusüge und ettvas vom Lichte seiner Seele in ihr erstrahlen -lasse. Es will der Mensch das Seine, wenn es auch wenig ist; bliebe dem gesprochenen Worte seine volle Kraft Und sein ursprünglicher Glanz, begleitete es immer jenes Gefolge von Gefühlen und Gedanken, die sich ihm in den Tagen seiner Macht verbunden haben, so lvürde wohl kein sprachbegabtes Wesen jemals zur Offenbarung seiner selbst und des Lichtes seiner Seele gelangen. Schließlich vermag ein leeres Gefäß aufzunehmen, ein volles nicht, und wenn schon ein leeres Wort zum Sklaven macht, wie erst ein erfülltes. Worüber muß umn sich da wundern? Ueber jenes Gefühl der Zuversicht und jenes Entzücken, das den Menschen während seines Redens begleitet, als ob er wirklich seinen Gedanken oder sein Gefühl, die er zum Ausdrucke bringt, über sanfte Gewässer führte und auf eiserner Brücke; er ahnt gar nicht, wie schwankend jene Brücke aus Morten ist, wie tief und finster der Abgrund, der unter ihm sich auftut, und welche ein Wunder, daß er ungefährdet hinü'berschreitet. Es ist ja klar, daß die Sprache in all ihren Verbindungen uns überhaupt nicht in den inneren Bereich der Dinge, zu ihrem wahren Wesen führt, sonderu im Gegenteil, sie |eXÖft richtet eine Scheidewand vor ihnen auf. Jenseits der Scheidelvand der Sprache, hinter jenem Vorhänge tut der von der Schale des Redens entblößte Geist -es Menschen nichts als staunen und immer wieder saunen. ,Mme Rede und keine Worte", nur ein unendliches Staunen; ein ewiges „Was" ist auf den Lippen erstarrt. In Wahr-' heit hat nicht einmal jenes ,Mas" dort Raum, da >in seiner Bedeutung schon eine Hoffnung auf Antwort liegt. Aber .was ist dort? ,-Nichts — schließe den Mund, daß er nicht rede." Wenn trotzdem der Mensch zum Reden gelangt ist und sich beruhigt, so geschieht dies «nur, weil er furchtbare Angst davor hat, auch nur einen einzigen AugeMick mit jenem finsteren Ehaos allein zu bleiben, mit jenem Nichts von Angesicht zu Angesicht ohne Scheidewand, ,Mcht wird ein Mensch mich scheu und am Leben bleiben" — spricht das Chaos, und jedes Sprechen, jede Regung des Sprechens ist gewissermaßen ein Verhüllen eines Bruchteiles jenes Nichts, eine Schale, die in ihrem Innern den dunklen Tropfen einer ewigen Frage einschließt, auf dis es keine Antwort gibt. Kein Wort hat in sich die völlige Aufhebung irgendeiner Frage, sondern es hat nur — ihre Verhüllung in sich. Es hat nichts zu besagen, -ivelches jenes Wort ist: man nehme dafür ein anderes, nur daß es im Augenblicke etwas in sich halbe, um zu verhüllen und zu scheiden. Zwei feindliche Schwestern, an zwei Enden einander gegenüber, die Musik, die wortlos ist, und die Mathematik, die durch Zeichen spricht, beengen in gleicher Werse von dem Worte, daß es genau genommen nicht ist, daß es nur ein bunt gewirktes Nichts ist; aber so wie die Körper dem Auge wahrnehmbar werden und abgeschlossen in ihrer Enge dadurch, daß sie dort, wo sie sind, eine Scheidewand errichten gegen das Licht, so erhält das Wort ' seine Existenz gerade dadurch, daß es sich gegenüber ein , kleines Loch jenes Ehaos verstopft und eine Scheidewand auftürmt gegen sein Dunkel, damit es sich nicht ausbreite und gegen, das Wort losgehe, um seine Grenzen unkenntlich zu machen. Wer allein in tiefster Finsternis sitzt und zittert, der läßt seine Ohren die eigene Stimme hören, er ruft das „Sch'nra" oder er bewegt seine Lippen zum Pfeifen; wozu? Es ist ein „Zauber", amt sein Bewußtsein abzulenken und seine Furcht zu perscheuchen. So ist es mir den: gesprochenen Worte oder mit einem ganzen System von Worte::: ihre Kraft liegt nicht in ihren: offenkundigen Inhalt (wenn es überhaupt einen solchen gibt), sondern in der Ablenkung des Bewußtseins, die mit ihnen verknüpft ist. Daß man seine Augen vor etwas verhüllt, stttlt schließlich die bequemste und leichteste Zuflucht vor der Gefahr bar, auch -wenn diese Zuflucht nur in der Einbildung besteht. Dort, wo das Oeffnen der Augen selbst dre Gefahr ist, hat man keine sicherere Zuflucht als das Verhüllen und „gut hat Moses daran getan, daß er sein An- .gesicht verbarg". Und wer weiß, vielleicht ist das Wort' im Anfang nicht zwischen zweien entsprungen, zwischen Mensch und Mensch, ein Mittel geselligen Verkehres, Wort, -das nicht MN feiner selbst willen da ist, sondern es ist gerade ans dem Munde des einsamen Menschen gekommen^ .als Bindeglied zwischen ihm und seinem Selbst, als see-lisches Bedürfnis, Worte/ nur um seiner selbst willen da, im Sinne des Verses: „In meinem Innern wird mein Geist bestürzt und m'it meinem Herzen pflege ich Zwiesprache .»," Der erste Mensch fand seine Ruhe erst, als er seine Ohren sein Selbst vernchmen ließ. Doch jene Stimme des .Anbeginns, die die Erkenntnis des Menschen aus dem Abgrund des Ehaos. eimporhob, sie selbst richtete .sich plötzlich wie eine Scheidewand empor zwischen dem Menschen und dem, was jense-its ist, als ob sie sagen wollte: Won uun an, o Mensch, sei dein Antlitz nur dein Diesseitigen zugewendet. Hinter dich darfst du nicht blicken und nach dem Unbegreiflichen Nicht Ansischau -halten; tust du es, so -ilst's umsonst; denn Nicht wird der Mensch das Chaos von Angesicht zn Angesicht schauen nnd am Leben -bleiben. Eines Traumes, der vergessen wurde, wird nicht wieder gedacht; nach dem Ehaos geht dein Verlangen- und das Wort soll dein Herr sein. Wirklich hat die Vernunft und das Wort einzig über das Diesseitige Macht innerhalb der viermal vier Ellen von Ramn und Zeit. Nur als ein Schattenbild geht der Mensch einher und je mehr er sich dem vermeintlichen Licht vor ihm nähert, desto mehr 'wächst der Schatten hinter ihm und die Finsternis rings um chn nimmt nicht ab« Im Diesseitigen kann man vielleicht alles' erklären. Wesentlich ist, daß der Ranm der Vernunft des Menschen nicht einen Augenblick leer bleibe, ohne Worte, die dicht aufvinanderfolgen gleich den Schuppen eines Panzers, so daß auch nicht eines Haares Breite Abstand zwischen ihnen ist. Das Licht dev Vernunft und des Wortes —' Kohle und Flamme — ist ein ewlges Licht, das nicht erlischt. Aber jene Fläche des Diesseitigen, die im Bereich! des vermeintlichen Lichtes liegt, welchen Wert hat fiel Se&teK Endes MtzMev dM grenzenlosen Mer des isto /

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